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Kesselbach. 6. Febr. Der hiesige Gesong- veretnLiederkranz" hielt bei vollbesetztem ©aale in der Gastwirtschaft von Höchst einen Familienabend ab, bei dem Gesang, heitere Vor­träge und Danz in bunter Folge wechselten. Der Verein, der über einen harmonischen und auSge- gttchenen Klangkörper verfügt, zeigte sich unter der Führung seine» Chvrmeisters H Schom her (Beuern) den schwierigen Chören ebenso voll «wach,en, wie den schlichten Volksliedern. Die Darbietungen des Fvauenchors und des Ge­mischten Chors standen auf gleichwertig hoher Stufe. Allen Darbietungen wurde verdienter- mafi^n lebhafter Beifall zuteil. Der erste Vor­sitzende, B. Wißner, der in seiner Ansprache kurz aus die Bedeutung des deutschen Liedes ein- ging, überreichte einem alten Songer. Heinrich Schnell l., für 40 jährige Tätigkeit im Dienste des deutschen LiedeS den Ehrens ängerb rief des Hessischen Sängerbundes und stellte den ver­dienstvollen Sängervetercrn, der trotz seiner 66 Jahve noch in keiner Gesangstunde fehlte und in gewissenhafter Pflichterfüllung seinen Obliegen­heiten als Veveinsdiener nacbfommt. den anderen Sängern als leuchtender Vorbild hin. Der schone Abend wird allen Teilnehmern in bester Erinne­rung bleiben.

+ (Brünberg, 6. Febr. In der jüngsten O c meinderatssitzung wurde eine Angelegenheit geregelt, die seinerzeit hier viel Staub aufgewirbelt bat. Bet der im vergangenen Zähre oorgenommenen Erneuerung des zweiten Pfarrhauses batte die Bau­leitung von einem hiesigen Kaufmann einen neuen Herd gekauft. Da die Lieferung sich verzögerte, der Wohnungsinbober aber drängte, so bestellte Bürger- Meister Iöckel bei einem anderen Kaufmann eben­falls einen Herd, der seiner Ansicht nach billiger war. Der Gemeinderat war mit diesem Vorgehen des Bür­germeisters nicht einverstanden und versagte nach teilweise sehr stürmischen Verhandlungen die nach­trägliche Genehmigung zu diesem Kaufe. Da der Lieferant den Herd nicht zurücknahm, wurde dieser einstweilen im unteren Flur bc£ Rathauses auf- gestellt. Nach dem Bericht des Feueroisitators ist nun in einer städtischen Wohnung in der allen Schule ein Herd vollkommen unbrauchbar. Der Ge­meinderot gab daher seine Zustimmung, daß jetzt der Herd von der Stadt übernommen und in dieser Woh- nung aufgestellt wird.

Heuchelheim, 6. Febr. Das in der Turn­halle vom GesangvereinTeutonia" veranstaltete Winterfest nahm einen schönen Verlauf. Der Chor, unter Leitung des Herrn lFritz CurthS von Gießen, sang Chöre von Ayhslinger. Sonnet, Meier. Gondlach. Der Diri­gent und seine Sänger dürfen mit den Leistungen voll zufrieden sein: hauptsächlich die Volkslieder DaS wachsame Hähnchen" undBadisches Tanz- tteb, sowie dasDeutsche Lied" mit Orchester­begleitung von W. Gernhardt waren fein schat­tiert im Vortrag und stimmlich in der Ton­gebung, so daß diese Lieder starken Beifall aus- Ästen, Außer den Theaters!ückchen trug noch wesentlich das Woüersche Orchester mit seinen guten Konzerteinlagen und flotten Tanzweisen zu dem Erfolg deS Abends bei.

* Allendvrf (Lahn), 6. Sehr. Heute wurde der durch einen Autounfall tödlich ver- imalüdtc Landwirt und Mühlenbescher Wil- Hel m Weigel unter großer Anteilnahme zu V t ab e getragen. Die Gesangvereine(Sin- kracht"-Klmn-Linden und .. Ein^it"-Allendorf. sowie die Deutsche Turnerschaft, Allendvrf, er­wiesen ihrem Dereinsmitglied die letzte Ehre. Der 'Verstorbene, der weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt war und jedermann gern mit Rat und Tat zur Seite stand, erfreute sich allgemeiner Beliebtheit.

Leihgestern. 5. Febr. Am vorigen Sonn­tag veranstaltete der GesangvereinEin­tracht" xn seinem VereinslokalZur Krone" einen 'Bunten Abend, der so starkes Interesse bei der Einwohnerschaft gefunden hatte, daß der Saal bis auf den letzten Platz beseht war. Die Vortragsfolge brachte musikalische Darbietungen, Gefan^svortrage, Duett und Terzett, sowie als MfttÄpunkt be-S Abends eine Operette, zu welch' letzterer eine Spielgruppe aus Gießen gewonnen war, unter der sich Mitglieder des Gesang­vereinsHeiterkeit"-Gießen befan­den. Die Kapelle Weller,Gießen, leitete den Abend mit guten instrumentalen Darbietun­gen ein. Darauf trat der Gesangverein Eintracht" unter der Leitung seines vor­trefflichen Chormeisters D a u t h mit schönen Ge- sangsvortragen vor die Zuhörer. 3m Anschluß

daran wurden etn Duett und ein Terzett dar­geboten, und schließlich eine Operette flott ge­spielt. Sämtliche Darbietungen der Mitwirken­den. wie auch die Gesänge des Vereins und die gute Musik der Kapelle Weller fanden verdienter­maßen lebhaften Ausfall Der Dereinsvorsitzende, Wilhelm S e i p v , dankte allen, die zum vollen Gelingen des schönen Abends beigetragen hatten.

Leihgestern. 6. Febr. Der Gesang­vereinLiederkranz" hat zum nächsten (Samitag, 9. Februar, ein Konzert angesagt. Das Programm, von dem Chorleiter des Vereins. Reallehrer Blaß, und von Obermusikmeister Gober (Gießen) zusammengestellt, bringt außer Kunstchören Perlen deutscher Volkslieder und Wiedergaben au8 Opern, ferner Vivlinsoli, alte Märsche usw. Die seltene Gelegenheit, von der Gießener Militärkapelle hier ein Konzert zu hören, dürsten sich viele wohl nicht entgehen lassen. Hoffentlich haben die Bemühungen des Vereins, auch auf dem Dvrse reine Konzerte zustande zu bringen, Erfolg. Man beachte die Dnzeiac in dieser Aufgabe.

Watzenborn-Steinberg. 6. Febr. Der hiesige Geflügel- und Kaninchenzucht- d e r'e i n veranstaltete nm Sonntag im Gasthaus ,Lum grünen Baum" eine recht gut beschickte unb \ hinsichtlich der verschiedenen Rassen recht vielseitige j. Ausstellung. Gegen dis Vorjahre war ein er- heblicher Zuwachs in jeder Richtung hin zu pst- zeichnen. Es tft btes für den Verein wohl der beste Beweis, daß seine Tätigkeit nicht umsonst gewesen ist, und er sich um die m wirtschaftlicher Beziehung so dringend nolwcndige Ausbreitung der Zucht be­reits ein für die hiesigen Verhältnisse anerkennens­werter Verdienst erworben Hot. Die Prämiierung batre folgendes Ergebnis. (Es find nur die besten Leistungen benannt): Abilg. Hühner: Plymouth- Rocks, gestreift: O. Häuser, Ehrenpreis. Wyandottes, weiß: Karl Philipp 1V Ehrenpreis. Wyandottes, schwarz: derselbe, Ehrenpr. (Med.) und zwei Ehrenp. Wyandottes, schwarz: O. Schäfer. Ehrenpreis. Wy- andottes, schwarz: K. Philipp IV., Karl Buß V, je dreimal sehr gut. Wyandottes, geftreift: Kar! Bür­ger. Ehrenpreis. Rohdeländer: 5>elnr. Pfeiffer, zwei Ehrenpreise: Heinr. Schnmndt Ehrenpreis und sehr gut. Minorka: Karl Philipp IV., zwei Ehrenpreise und sehr gut; Karl Häuser IX., zweimal sehr gut. Rheinländer, schwarz: K. Andermann, zwei Ehren­preise; Otto Junker, Ehrenpreis und zweimal sehr gut; Otto Junker, sehr gut. Italiener, rebhichnfarb.: Karl Hauser, Ehrenpreis. Italiener, schw,: Richard Bürger, Ludwig Schmand!, je einen Ehrenpreis Italiener, gestr.: L Schmitt, Ehrenpr. Italiener, gelb: K. Walbott I.. 1. Ehrenpr. Leghorn, weiß: Kar! Philipp, L E. Zwergkampfer, goldf.: Kari Philipp IV., I.E. Zwergkämpfer, birkenfarb.: Kari Philipp lV., sehr gut Deutsche Zwerge, goldf.: H. Pfeiffer, E. Deuttche Zwerge, schwarz: Ernst Schäfer, C. Bantam, schwarz: H. Schmandt drei Ehrenpr. Bantam, Gold: L. Schmandt, E. Bantam, Sitter: Karl Philipp IV., K. Häuser IX.. je einen Ehrenpreis. Kaninchen: Weiße Riesen: E. Bürger, zwei Ehrenpreise: Ä. Ruhl, einen Ehrenpreis und einen ersten Preis.

is. Steinbach. 6. Febr. Dor Turnver­ein Steinbach. Mitglied des Lahn-DünS- berg-<Gaues im Südwestdeutschen Turnverband, hielt am Somrtag sein diesjähriges Winter­vergnügen bei Görlach ab, das in allen Teilen die Gäste voll befriedigte. DaS svrgfüMg zu- sammenge stellte Programm brachte in seinem ersten Teil erstklassige Konzertstücke. auSgeführt von der zwölf Mcmn starken Kapelle Heß, Watzenborn, sowie turnerische Vorführungen, wie Srabübungen und Geräteturnen, die allgemein gut gefielen. 3m zweiten Teil fern der Humor reichlich zum Wort 3n einem Schlußwort er­mahnte der Vorsitzende hauptsächlich die Jugend., sich wieder mehr dem Turnsport zu widmen und dem Verein die Treue zu bewahren. Tanz hielt dann alt und jung noch mehrere Stunden beisammen.

ri. L i ch. 6. Febr. Missionar Simon von der Herrnhuter Brüdergemeinde, der 313ahre lang im kalten Lande Labrador unter den Eski­mos wirkte und erst einige 3ahre nach Deendi- &des Krieges in die Heimat zurückkehren e, hielt in Lich im Gemeindesaal und in Rieder-Bessingen in der Kirche fesselnde Vor­träge über Land und Leute im EsLnolande und Die Arbeit der seit 1885 in Labrador tätigen Brüdergemeinde.

s. 11 tphs. 6. Febr. Am Sonntag veranstaltete der Männergesangverein ..Loreley" sein diesjähriges Wintervergnügen im Saale der

Sie kommen aus dem Reich? Gelt?"

3ch bin Sachse--*

.,AH Sachse!" Das klang fast herzlich, und der Vinzenz lachte;

»Schad', i hatt' dem Doldl schon gruslig g'macht vor dem Preiß'n, auf Berliner san f net gut zu sprechen am Dallhausplatz!"

Franz 3vseph Ritter von Molnar zwirbelte seinen langausgezogenen, pechschwarzen Schnurr­bart:

.Haben S' a gute Reise g'habt? Freit mr. daß ma jetzt unser Füns sein, da kann immer einer passen bei 'n Tarock oder spielen S lieber Skat?"

Sedlmayr trat ein, die Mienen des wohlerzo­genen alten Mannes erstarrten zur Maske.

^Weld' untertänigst: es is' ang'richt!"

Aus! sprach der Fuchs zum Hasen!" Vinzenz nahm meinen Arm. 2 re Flügeltüren zu dem anstoßenden Saal wichen nach nuten. Die tablet­tierte Decke warf den Widerschein der rosasarbe- nen, in hohen, silbernen, sechsarmigen Leuchtern steckenden Kerzen zurück, deren leise flackernde Flammen sich in dem Parkett, den grünllchan Römern, gvldgeränderten Sektschalen, blutfarbe­nen Rubingläscrn und schweren Bestecken, neben denen über den schneeigen Damast verstreut kleine Latschenbrüche lagen, spiegelten. Auf hohen Postamenten standen stählerne Rüstungen, an den Wänden hingen zwischen altersdunk^en Bil- derit Waffen aller Arten und Zeiten, vom Bumerang und Akalayenkris bis zum Morgen­stern. Pavesenschilde, kunstvoll eingelegte Feurr- sternslinten, Armbrüste und Sau.edern, in Brust­höhe aber waren die erlesensten Trophäen an­gebracht. welche seit Generationen die Schloßt Herren von Derosal erbeutet batten. Drohend erhoben zwei riesige Karpathenbären ihre Pran­ken, neben dem fahlen Gelb eines ostasrikanischen Löwen spannte sich die prachtvoll gezrichner: Decke eines Himalayatigers. prahlte,: die manns- tzohen Stoßzähne eines Elefantenbullen. und die

,ue Sc^nalseite war bedeckt mit Vogei balgen eren Artbest'.mn'.ung auch einem Orn''i;ologen " i Fach nicht leicht gefallen wäre.

Vein Freund führte mich zu der Tafel:

Zum Anschau'n hast d' morgen noch Zeit g nug, Mterle ach. Hochwürden der H rr Kaplan!"

Lautlos war der Geistliche eingetreten, drückte mir lächelnd die Hand:

Immermoser!" Darm sprach er das Tischgebet. Rur mit den Augen leitete der Haushofmeister das Aufträgen der Speisen, flüsternd nannten die Diener die Damen der Weine.

Willkommen und Weidmannsheil!" Vinzenz hob sein Glas, und nun mußte ich auch den anderen Herren zutrinken. Der Ritter von Mol­nar zerlegte einen trüffelgefülltcn Arli,Hocken- boden:

Zwei Gamsböck hab' ich schon, wenn 6" im nächsten Herbst Zeit und Lust haben, kommen S' doch amal zu mir nach KereSz-Erdö. is a bistel abgelegen, hart art 2>cr Grenz', bei Köröpülü, aber Hirsch gibt's da: also ich fog 3hnen. zehn Kilo G'we'chg'wicht, vorig'« 3abr Ham ma zwei (Sechzehnendcr g'schvisen. die haben beide in Budapest erste Preis' g'kriegt. un' Baren un' Wölf un' (Sauen, Raubwild können S' schießen, so viel als S' nur mögen."

Das Stichwort war gefallen. Weid werk! Hier, in Teroial, scküen sich alles um die Jagd zu drehen. selbst die Diener trugen an den moos­grünen Livreen Hirfchhvrnknöpse, Nc Delsert- löfsel waren mit gebräunten Granbln geschmückt, und von der Decke herab hingen zwei Donau­weibchen die auf gekreuzten Geweihstangen r übten.

Die Stirnen Lee Herren wcrccn röter geworben, die Stimmen lauter; allrnähllch taten die schweren Weine und der von der Suppe an gegebene Seit ihre Wirkung. Wielec unb immer wieder glitten meine Blicke über die krophäerrbedecklen Wände.

Meinem Platz gegenüber hing das mListerhaste Bildnis eines junen Mmrues in einer seltsam anmutenden, alle-tümiichen Iagduniwrni. Die nachtschwarzen Augen un.er den starken Brauen hatten einen harten, spötttschm Ausdruck, die (chars gebogene Jia'c und dos eckige Kinn vcr-- rieten Wil.ensirast und um den fest geschlo'.senLN, I hartlo'en Mund log ein bruio. e; Zug. Bis in I die kleinste Einza^.it war alles offenbar natur­getreu w c'^rgegebrn: die Damaste.',erläuie der Radschlvh Doppelbüchse, der mit Gold eingelegte

Wirtschaft Licharv Lag. Rach der Begrünung durch den ersten Vorsitzenden, Wilhelm Tag, wurde ein Theaterstück aufgesührt, in dem bäuer­liches Derwachsensern mit der Heimatscholle zum Ausdruck kam. Rach einem längeren Duett ging ein wohlgelungener Schwank über die Bühne, j Die slotie Spielart bewies, Lutz Einstudierung unt) , Spielleitung bei dem zweiten Vorsitzenden, Wil- j Helm Dun, in den besten Händen lagen. Zwi- * fchendurch boten zwei Mbtgüeder der Del^rL- Heimer Musikkapelle kleinere Konzertstücke sür K avier und Geige. Starken Beifall fanden die Chöre, dis der Verein unter Leitung von Dirigent Göbel vortrug. An den wohlgelungenen offi­ziellen Teil schlossen sich Verlosung und Tanz an.

Kreis Büdingeru

L Ober-Widdersheim. 5. Febr. Der hiesige MannergesangvereinGin- tracht". Mitglied des Sängerbundes ^Mitt- lereZ Riddatal", hielt am Sonntagabend sein dies­jähriges Wintervergnügrn im Saale des Ferdi­nand Weis ab. Aach den üblichen Begrüßungs- Worten fand zunächst durch den Vorsitzenden, Stembruchbesitzer K. A i ck e l. die Ehrung 6e3 um den Verein verdienten Mitgliedes G ü n d r a statt, der jetzt 30 Jahre dem Verein die Treue gehalten hat. ES wurde chm eine künstlerisch auS- gestattete Ehrerrtafel überreicht. Als Aauvtstück des 1>lbenLs ging ein Vierakter ubrr. die Bühne. Sämtliche Mitsyielcnlü: führten ihre Rollen in bester Weise durch. Mehrere Singspiele und Einzelvorträge sowi: gut vorgetragene Chöre des Vereins und des Gemischten Chores unter Lei­tung von Chornre'ster Lehrer Ganz und Kon­zertstücke einer Abteilung der Äa'xJe de 31. Ball. 3nf.-Rgt. 15 Gießen umrahmten die in red er Be­ziehung nnrstergult gen Darbietungen.

y. Wallcrnhauseu. 6. Febr. 3n diesem Winter kommt es hier zum ersten Male vor, daß sich unter den Einwohnern unseres Dorfes auch Arbeitslose befinden. 3n frü­heren 3ohren fand hier jeder, der dem Erwerb nachging, stets Beschäftigung Doch gegenwärtig find die Holzmacherarbeiten in den staatlichen und standäherrllchen Waldungen früher als in den Vorjahren beenbet, und die damit beschäf­tigten Bauhamdwerker können infolge des star­ken Frostes nicht als Maurer, Steinbrech«:. Zimmerleute und Erdarbeiter Arbeitsmöglichkeit finden. 3m Himmelsbachschen Sägewerk in Ridda beschäftigte Arbeiter von hier können seit etwa 14 Tagen auch nur Halbzeit arbeiten und müssen drei Sage in der Woche feiern. Dagegen ist die Ringshausensche Dlöbelsabrik in Ridda seit Herbst so mit Austrägen betraut, daß diese nur mit Ein­legung von Ucberstunden erledigt werden können.

Kreis Schotten.

^GlaShutten,6. Febr. Am SamStagaband hielt der GesangvereinE: n t r a ch t" sein Wintervergirügen Im Saale drS Gastwirts Guß- mann ab. Die Veranstaltung, in deren Mittel­punkt die Aufführung von zwei, größeren Theater­stücken stand, war überaus aut besucht. Reicher Beifall wurde den Darstellern gesollt ebenso wurden die Desangsvorträge beifällig ausgenom­men. Bei der kürzlich stcrt^ehabten General­versammlung der Vereins wurde bet Vor­stand wiedergewählt.' L Vorsitzender Kari 11II- rich. 2. Vorsitzender Otto Hansel. Schrift­führer Heinrich Dorgner, Rechner Shchard Böck, Beisitzer Reinhard G ma nn und Wil­helm Leih. Dirigent des Vereins ist Lehrer 3ubetSleben. Ein hier schon früher bs- ftanbener K ri e ger oerein wurde a,4 viel- settigen Wunsch auS der Gemeinde wieder neu ins Leben gerufen. Zum Präsidenten wurde Pflastermeister Ludwig Ott gewähtt. AIS ältestes Mitglied gehört dem Verein Polizei- diener Ott an. der. im 82. Lebensjahr stehend, im nächsten 3ahr fern SOjähriges Polizeidiener- Jubilävm feiern farm. Dec Verein zählt bereits 23 Mitglieder.

)( Ruppertsburg, 5. Febr. Der hie­sige Kriegerverein hielt unter dem Vor­sitz seines Präsidenten W. Lein bei Karn. <$. Schön seine 54. Generalversamm­lung ab. Dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß der Verein, der 103 Mitglie^r z^hlt. im letzten Jahre eifrig bemüht gewesen ist. vater­ländische Gesinnung und Kameradschaftlichkei.t zu pflegen. Die Rechnungsablage, erstattet von dem Rechner W. Lehr, ergab einen Kassenvorrat von 114,06 Mk. und ein Barvermögen von 19333 Mark. Anschließend hielt Herr K r e t s ch-

Grifs des Hirschfängers, die wappengeschmückten Knopfe.

dqj kam nicht los von dem Anblick, beugte mich zu meinem Freund hinüber:

Wen stellt kenn das Gemälde bar?"

Qio, hab' i 's ncr glei g sagt?" Graf Pernegg lachte. »Die Frag' tut a leber, der zum ersten- m<ä in Terofal is!"

Vinze'nz spielte nachdenklich mit dem Messer­bänkchen.

3a leider, der Hubertus Silvester iS nun anal 's Skelett im Haus"

Ohof Das klingt ja ganz verheißungsvoll! Also sogar mit einem regelrechten Schlvßgespenst kannst du aufwarten?"

Dös net, übrigen^, die Sach' iS za ernst, um Frischen Fisch und Braten b'rüber z' reden. Aachher raeinethalbsn"

..'Jlanid war alles, was ich herausbrachte. aber barm fiel mir ein: der Vinzerrz von Andri an hatte eben feine Schrullen, war in mancher Be­ziehung ein Original, und soviel wußte ich noch von unserem Zusammenleben in Steppe und Duschwald her: in ihm war bei allem aufrechten Christentum ein Stück des Levaterglauoens leben­dig. der Wald> Wasser, Lust und Erde mtt Geistern bevölkerte, eine Arc sechster Sinn für das geheimnisvo-lle Mti; unsichtbarer Kräfte, ein Hellsehen, wie man es nut bei Menschen findet, die mit der sie imtgeöenben Ratur in eins verschmelzen, den Hvchgebirglern. Seeleuten und Haidiern. Aber nun interessierte mich das Bild erst recht. Worin lag nur der cigenailiqe Zauber, das zugleich Anziehende und doch wieder Ab­stoßende? So ähnlich hatte ich mir immer das Urbild des wilden Jägers vorgestellt: schlank, sehnig, stählern, den Halo verschleierten Blick der großen Rouokatzen Die Flamrmm der Kerzen zuckten auf im Lufthauch; ein Diener schboh die Fenster. Mein Freund blieb merkwürdig still. anitoDciele zerstreut und hob die Tafel auf, gleich nadvbem Butter und Käse abgetragen waren.

D-übe'l, im Arbeit/'Zinnner, ü<mb eine acrnzr Auswahl von Zigarren und .Agarerten, 6ebl- mayLr bo: Mümäener Fahöier und Liköve art Graf Pürlstein trommelte mit den Fingern auf die Lischplatte,

Do, wie ist's mit an Tarock? Ober totalen & lieber Skat, Ecariee, Baccarat, Daron7'

3H benutzte die Gelegenheit:

Vinzenz wollte uns ja noch eine Geschichte erzählen"

Wanns sein muß?"

3a, darum kommst du nicht herum versprochen ist versprocheru und du weißt ja

Er machte eine abwehrend? Handbewegung .

Brauchst mich net erst beim point dhonneitr zu packen." Darm lehnte er sich in den nndsleder- bezogenen Klubsessel zurück und tat einen tiefm Lungenzug aus der angLrauchten Zcgavette *öett zehn Geinraiionen iS Terofal immer im Bsctz bei Serien von Andrian gewesen, und früher haben auch noch die ärarischen Forsten dazu- ahört, so an die vierzigtausend 3vch. Waren all« leidenschaftliche 3dgcc, meine Vorfahren, aber feiner so wie mein älrgroßvcuer, der Hubectus Silvester. Ob's wahr, weiß t net, die Deut' erzählen heut' -noch, er hält an Wols. den dir. Hund g' stellt haben, mit die Haufen Händ' er­würgt und d' Wildbreischühe:i, ach, mein, da hat fi loaner mehr ins Revier g'tcaut, weil s hieß, der Tervsaler Schloßherr steht mit 'm Bösen im Brand, hat He Freikugek inck> kann sich g'froren machen. Ottag s sein, wie s wäll; g^wiß war'S. daß mein Ahn mehr können hat als Brot essen Zu «selbiger Zett hat ihn tunec von do Jager drin im Seefer g'sehrn. unL a paar Minut'n später schnaM's droaen an der Rheide»' svitz. die gut und gern zwoa Stund entfernt iti da hat er an Gams g'schv^en. Auch a Tam^ kapp'n soll er g'habt haben, is oft g'iuig an 8. Scharl ang'birsckst. über a lichte Reih'n ohr^l Deckung, grab als ob ihn döS Wild net eräugen und winden könnt'. Rur in d' Kirchen is er net etntfl'gcTtgen, auch net zur heiligen Beicht', Hoch^ würden der Herr Cyprürrc, der dermalen Pfarrer g west iS zu Terofal in der Oed. hat d'rüber em Memorandum hinterlassen, doch dgvvn nachher. Schließlich is der Hubertus Silvester nach Wien grritt. un' aeg gut muß er 'm Kaiser 3c»fepß glasten bähen, kam zurück als Landesforstmcn't<*v von Tirol."

Ahn', unterbrach ich.Daher die Umforr-.1'

rr < ) 'HortsetzMg folgt.)

mer. Wehen, einen Borteag über die Versiche­rung bei der Allianz. Zur 47. Haupt­versammlung trafen sich bei Gastwirt Wag­ner 70 Mitglieder unseres Ges angvereins. Rach Begrüßung durch den Vorschc-nden 3. B ö - cher erstattete W. Lehr die Rechnungsablage nach ber der Verein zur Zeit über ein Barver- tnögen von 47034 Mk. versügt. Der 3ahres-^ bericht zeigte, daß der Verein, der 135 Mitglie­der, darunter 39 Sänger zählt, auch im letzten 3ahre sich Mühe gegeben hat. nach Kräften seinen Mttgliedern und der Gemeinde zu dienen. An die gLschäfllichen Beratungen schloß sich ein gemütliches Beisammensein an. 3n voriger Woche fand dahier die erste Gemeinde- Holzversteigerung statt, die einen außer­ordentlich starken Besuch von auswärtigen 6tci- gerern zu verzeichnen hatte. Es wurden bezahlt im Durchschnitt 1 Raummeter Buchenschciler mit 13 Mk., ] Raummeter Knüppel mit Schis 10 Mk

U l r i ch ft e i n, 6. Febr. 21m Samstagabend hiett der hiesige Zweigverein des Vogels b er ger Höhencluds im Saale von Gastwirt Groh sein diesjähriges D e k o r a t i o n s f e ft ab. Noch einem Eröffnungsmarsch, dcn die Kapelle Dau^ pert vortrug, begrüßte der Vorsitzende, Tierarzt 2)1 e t s f t, bie DHC.-Brüder und -Schwestern. Einen Glanzpunkt des Abends bildete das noch einigen wetteren musikalischen Darbietungen aufgefährtc Spiel von Theodor KörnerDer Vetter aus Bre­men". Das m.t großem Fleiß einstudierle und treff- llch gespielte Stück löste wohlverd'.enlen, starken Beu fall aus. Bei der Dekoration konnten diesmal nur sechs Mitglieder ausgezechnet werden, nämlich Dr. Bruchhäuser und yrau, Tierarzt Meiski und Frau, Lehrer Kammer und 2l7ntsgerichtsrcü Groß.

ID Freiensee rr, 6. Febr. Die hiesige Feld und Daldjagd, die als eine der besten Reh- jagden der Umgegend bekannt ist, wurde geftem verpachtet. Die 3aob wurde in einem Be^rk aus- geboten. Den Zuschlag erhielten die Letztbietenden. Dr. Philippi, 2r. Roßbach und Amtsgericht»- rat i. R. Möbus von Laubach, für den Preis von 1510 Mark. Seither kostete die Jagd 600 Mark.

i Stumpertenrod. 6. Febr. Durch bk Bemühungen des hefigen Bürgermeisters Hahn und barä der Beihilfe des Gamoinderats ist es gelungen, in diesa.n Jahre die DanderhauS- haltungsschule des Kreises Schotten, hierher zu bekommen. Etwa 23 Mädchen unfr auch ftmge Frauen hatten sich bereit erklärt, an dem von Fräulein h gdeiie'cn Hau§h:ltun^S- kursus teüzunehman. der am 1. ^ebraar feinen Anfang genommen hat und etwa vier Wochen, dauern wird. Der Kursus findet im Gemeinbesaal statt, der zu diesem Zwecke zur Derfügunz ge­stellt wurde, da hier fein anderes ne4

Lokal vorhanden ist. Die Bibelstunden und>- cheuabende, die seither im Gemeindesaol ver­anstaltet wurden, werden während dieser Zerr in bet Kirche bzw. im Pfarrhaus gehalten werden.

Krcis Alsfeld.

Appenrod, 5. Febr. Der Aeftge Schütt zenverein Beging am letzten Sonntag sern> diesjähriges Wintervergnügen. Rach den Do grüßungsworten des 1. Vorsitzenden, Karl, Lauer, brachte ber Gerni kchte Ehör unter der Leitung seines Dirigenterc, Pfarrers Kalb- Henn. ein Volkslied zu Gehör. 3m Anschluß daran wurden von anderen Mitwirken den ^eitere und theatralische Darbielarngen verschiedener Art gebracht. Der Männergesangverein und der Gemischte Chor füllten die Pausen mit aus­gezeichneten GelangSvorträgen aus. Allen Mit­wirken den wurde lebhafter Beifall gespendet, dem der Dereinsvorsitzende noch in d:'onderen Dankeswortcn an die befreundeten Vereine und ihre Dirigenten, Pfarrer Kalbhenn unb Lehrer Linden st ruth, Ausdruck gab.

ch Lehrbach. 6. Fehr. Seit ungefähr 14 Sagen erfreuen sich Aasige Waldarbeiter an einem kleinen Gast, der sich mit rühr anders Anhangllchkeit täglich an ihrer Arbeitsstätte cl»* stellt. Es handelt sich um ein Avrkehlcher»ij das tert Arbeitern durch die Distriktexobti platte".Zapfenh^ge".Wolfskaute" bis _ qm.1 Schreibershege" sorgte. Das Vögelchen wärmt! sich am Feuer, es wird gefüttert und blleb bisher ein treuer Begleiter der Arbeiter. Gs wävq lehrreich, au wissen, wie das Tierchen imntet den Weg zu Den wechselnden Arbeitsplätzen findet, Vielleicht ist es der Brandgeruch des Feuers, drv ihm die Richtung''angibi, In der eg seine Fveund» zu suchen hat?