Ausgabe 
7.2.1929
 
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nBilgtnfeit* mit dem AuflöfungS- Lekret i« dar Hand, erkämpfen. Die gleichfalls demokratischeVoss. 3 tg." schreibt: Sirre partiell« Kabinettskrise, ein Verbrecher der Mehrheit, das ist das Ergebnis einer Aktion, die das Zentrum angeblich nur eingeleitet hatte, um die Autorität der Reichsregierung Jur die kommenden großen Auseinandersetzungen über die endgültige Reparationsregelung und die Räu­mung der besetzten Gebiete zu stärken Wenn dies wirklich das strategische Ziel des Zentrum- gewesen ist. dann kann man nur staunend daS ungewöhnliche Maß von taktischer Ungeschicklichkeit feststellen, das aufge- rvenoet werden mußte, um das Gegenteil von dem zu erreichen, was man wollte. 3n offi­ziellen Fraktionserklärungen wird in der Regel Wert darauf gelegt, die Einstimmigkeit eines Be­schlusses hervorzuheben. Auf diese Feststellung muh das gestrige ZentrumSkornnumiqite ver­ziehen.

Die volksparteilicheDeutsche Allgern. Zeitung" erklärt: Die Schuld an diesem be­dauerlichen Ausgang langwieriger Bemühungen trägt zweifellos nicht die Deutsche Dolkspartei. Die Schuld liegt vor allem beim Zentrum, ge­nauer gesagt bei der preußischen Zen­trum s f r a kt i on, die sich der Reorganisation der preußischen Regierung aus bestimmten poli­tischen Gründen widersetzte.

Der sozialdemokrot'.sche ..Vorwärts" betont, daß die Unsicherheit des Bestandes der Reichsregierung wenige Tage vor dem Beginn der für Deutschlands Zukunft so ungeheuer wich­tigen Arbeit der Reparationrsachverständigen erhöht worden sei. Wir nehmen an, daß der Rücktritt v. Gu^rardS fürs erste keine ®c* samtkrifiS heraufbeschwören wird. Das Zentrum hat es in der Hand, das Kabinett Müller bei irgendeiner ihm günstig erscheinen­den Gelegenheit zu stürzen. Trachtet es nach diesem Ziesi oder welches sind die Ursachen feiner verantwortungslosen Handlungsweise?

Oie Koalitionsverhanöllmgen in Preußen

Berlin, 6. Febr. (WTB.) Reichspräsi­dent v. Hindenburg empfing heute Len preußischen Ministerpräsidenten Dr. b. c. Braun. Wie dieDoss. Ztg." erfährt, werden die Der- yanblungen über die Bildung des preußischen Kabinetts durch Einbeziehung der Deutschen Vollspartei durch den Rücktritt v. Gu 6- rards nicht gestört. Donnerstag soll eins gemeinsame Besprechung der preußi­schen Koalitionsparteien und der Deutschen Bvlks- partei stattfinden.

Zum Tode des Freiherr« von Hünefeld.

Die Teilnahme deS Reichspräsidenten.

Berlin, 6. Febr. (WLB.) Der Reichs- Präsident hat an die Mutter des verstor­benen Ozeanflieger- v. Hüneseld nachstehendes Beileidsschreiben gerichtet:Sehr verehrte gnä­dige Frau! An dem fchwav»» Verlust, der Sie durch den ft» unerwarteten Lod 3hreS Hohnes besoffen hat, nehme ich aufrichtigen An­teil. 3ch bitte Sie und Jhve Familie, den Ausdruck meines herzlichen Beileides und die 'Verstchermm entgegen^rnehmen, daß ich dem Ver- stortöenen, dessen Rame tu der Geschichte der deutschen Quftfchtffahrt wetter­leben wird, ein ehrendes Gedenken bewahren iverde. Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hoch- achtuug bin ich 3hr ergebener

(gez.) v. Hindenburg."

Reichsverkehrsm'mtster v. Gusrard richtete an twe Mutter des verstorbenen Ozeanfliegers v.Hüne- seid folgendes Beileidstelegramm:3 m Namen der Reichsregierung spreche ick, Ihnen, sehr verehrt« Frau Baronin, mein aufrichtiges Beileid zu dem Verlust Ihres Sohkies aus. Ich darf ver­sichern, daß die Reichsregienmg es nicht vergessen ivird, in welch hervorragender Weise sich Ihr Sohn mit seiner Person für den Fortschritt der deutschen Luftfahrt und die Geltung des deutschen Volkes in der Welt ein­gesetzt hat."

Dem verstorbenen Freunde widmet Direktor Otto Merkel namens der Deutschen Lufthansa folgenden Nachruf:In Herrn von Hüneseld hot die deutsche Luftfahrt einen ihrer markantesten Köpfe verloren. Innerhalb kaum eines Jahres hat Willenskraft, über den leidenden Körper triumphie« renb, kühnen transozeanischen und transkontinentalen Plänen, geboren aus der Begeisterung für die Luftfahrt, zur Ver­wirklichung verhalfen. Die Dankbarkeit und die Bewunderung aller in-der Luftfahrt täti­gen Kreise Hot er damit verdient. Die Phantasie der Jugend hat er ongofeuert und ihr ein würdiges Vorbild vonEntschlossenheit und Hin­gabe an unser Ziel gegeben."

Was geschieht mit Trotzki? Gewährt Denlschland dem auSgewicsenen Bolschewisten Asyl?

Berlin, 7. Febr. (Priv.-Tel.) Trotzki wartet jur Zeu in einem Moskauer Vorort daraus, daß sich irgendeine westeuropäische Negierung bereit findet, ihm die Grenzen ihres Landes zu öffnen. Bisher scheint aber kein Staat den Ehrgeiz an den Tag gelegt zu haben, ausgerechnet Herrn Trotzki Gastfreundschaft erteilen zu dürfen. Man hot nun von Moskau aus bei uns unter der Hand an- gefragt, und sich erkundigt, ob wir eventuell Trotzki ^ufnehmen würden. Wir wissen nicht, was von feiten des Reiches dem russischen Botschafter in Ber- lin mitgeteilt worden ist, glauben aber annehmen zu dürfen, daß bei uns doch starke Hemmun­gen bestehen. Nicht gegen Trotzki als Menschen, wohl aber gegen ihn als Feind der derzeit in Ruß­land herrschenden bolschewistischen Richtung. Neh­men wir ihn auf, dann müssen wir damit rechnen, daß er sich nicht ruhig verhält, sondern den siamps gegen Moskau fortsetzt. Die erste Folge wäre eine russisch-deutsche Verstimmung, so daß wir Trotzki des Landes verweisen und da ihn kein an­derer Staat aufnimmt, nach Rußland zu­rück s ch i ck e n müßten, wo man ihm dann sicher den Prozeß machen würde. Trotzki besitzt aber auch unter den russischen Emigranten seine Gegner, so daß man weiter mit irgendwelchen An­schlägen auf sein Leben rechnen muß. Wir haben in der Vergangenheit schon recht dose Erfahrungen nut russischen Flüchtlingen gemacht, so daß wirklich i.icht cinzuseh.'N ist, warum wir un:- mit Trotzki belasten sollen. Schließlich ist Deutschland nicht dazu da, die von der Sowjetunion aus pol'

tischen Gründen ausgewtesenen Personen aufzn- . nehmen, sie dauernd zu überwachen, damit sie uns ] keinerlei Schwierigkeiten machen und Urnen nichts passiert. Da ist es doch wohl besser, wenn Rußland s an anderer Tür anklopst und für Trotzki | ein Asyl sucht, das außerhalb der deutschen < Grenzen liegt.

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Verfaffungsreform in Polen.§

Vorschläge des Pilsudskl-BiockS.

Warschau, 6. Febr. (WTB.) Die parlamen­tarische Fraktion des Pilsudski-Blocks hat den onge- kündigten Antrag zur Verfassungsreform der Sejmkanzlci eingereicht. Diesem Entwurf zufolge sollen vor allem bi« Machtbefugnisse des Staatspräsidenten erweitert werden. Der Präsident erhält dos Recht, Sejm und Senat , zu schließen und aufzulösen. Er ernennt den Mi­nisterpräsidenten und die Minister und er hat vor allem das Recht gesetzgeberischer Ini­tiative durch Ausgabe von Dekreten. Weiter steht ihm gegenüber den vom Sejm und Senat beschlos­senen Gesetzen das Vetorecht zu. Der Sejm soll wie bisher aus direkten, allgemeinen und gleichen Wahlen hervorgehen, nur soll entgegen den bisher geltenden Bestimmungen das Militär das aktive Wahlrecht erhallen. Dagegen sollen zwei Driftet des aus 150 Mitgliedern bestehenden Senats wie bisher gewählt, das letzte Drittel ober vom Staatspräsidenten ernannt werden. Das Kabinett soll sowohl dem Sejm als auch dem Staatspräsidenten gegenüber verantwort- sich sein. Der Sejm kann auf Antrag eines Viertels der Abgeordneten nach einer Woche mit absoluter Mehrheit der gesetzlich festgesetzten Abgeordneten- zahl der Regierung das Mißtrauen ousspre- chcn. In diesem Fall tonn der Staatspräsident den Sejmbeschluß durchfuhren oder auch den Landtag n n f 15 f e n.

Maria Christina von Spanien t.

Madrid, 6. Febr. (WTD^ Die Königin-Mutter Maria Ehristino von Spanien ist gestern im Alter non 70 Jahren gestorben. Maria Chri- fftna, eine Tochter des Erzherzogs Karl Ferdinand non Oesterreich, vermahlte sich 1870 mit König Alphons XIL von Spanien und führte nach dessen Tode von 1885 bis 1902 die Regentschaft für ihren nach dem Tode des Gatten geborenen Sohn Alphons XIII. Ihre Regierung zeichnete sich durch Klugheit und Wurde aus und ist dem Lande trotz des unglücklichen Krieges mit den Vereinigten Staaten 1898, der Spanien seins letzten wertvollen überseeischen Besitzungen Kuba und die Philipvinen kostete, zum Segen geworden. Die Königin-Mutter erfreute sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit und ist auch unter der Regierung Alphons Xlll. nicht ohne bedeutenden politischen Einfluß geblieben.

Der Herr Reichspräsident hat an den König von Spanien aus Anlaß des Ablebens der Königin -Mutter nachstHendes Beileids­telegramm gerichtet: Wit Liefer Beweming habe ich die Äachricht von dem Tode Ihrer Majestät der Königin-Mutter vernommen. Gs ist mir ein Bedürfnis. Eurer Majestät und die königliche Familie meiner aufrichtigsten Lei lnahme zu versichern.

gea. v. Hindenburg Reichspräsident.

Oer Diktator beruhigt.

Gegen falsche AuSkandgerüchte.

Madrid, 6. S<bx. (WTB.) 3m Hinblick auf die hn Auslande verbreiteten Gerüchte über bte Ereignisse in Spanien hat General Prirno de SU* Vera folgende Erklärung abgegeben:

Angesichts der Hartnäckigkeit, mit der die Zet* tungskorrespondenten behaupten, daß es in Spa­nien in den letzten Tagen infolge der überreiz dm Stimmung zu Schießereien gekommen sei, bei denen es Tote und Verletzte gegeben habe, hat die Regierung beschlossen, demjenigen eine Prämie von 1 000 Pfund Ster­ling zuzubilligen. der nachweift, daß er Zeuge einer solchen Begebenheit gstoekn ist oder auch nur den Romen einer bei den letzten Ereignissen getöteten bztv. verletzten Person anaibt. Die Re­gierung hat immer und in jedem Augenblick die Unterstützung der öffentlichen Meinung gefunden, die vollkommene Ruhe bewahrte und beständig Beweise des Dertrauens zur Regierung gab. Zur Stunde streckt im ganzen Londe kein einziger Arbeiter. Die kürz, sich verfügte Gntlassimg von Truppen ist eine völlig normale Maßnahme, die jedes 3ahr zur gleichen Zeit erfolgt. Die Zahl der Verhaftungen, und zwar nicht nur der Personen, die vor ein Gericht gestellt werden sollen, sondern derjenigen, die verdächtig sind, betragt nicht einmal 50. Vollkommen falsch ist das Gerücht über angebliche Meinungs­verschiedenheiten zwischen dem König und der Regierung.

OieZuchchausvorlogen gegen öas Elsaß

Berlin. 6. Sehr. (Priv.-Telll Bekanntlich hat der französische Ministerpräsident im Rohmen seiner dreitägigen großen Elsaßrede wirk- htne Maßnahmen g esetzlich er Ratur gegen die elsässissten Autonomisten gefordert. Der fränkischen Kammer liegt gegenwärtig ein Ge­setzentwurf vor, durch den Äußerungen outo-- nomistifcher Gesinnung untergeradezudra- kvniiche Strafen gcftelü werden sollen. 3m RechtsouSschuh der Kammer soll nun dieser Ent­wurf in einigen Punkten ab gernildert wer­den, do nach dem jetzt vorliegenden Wortlaut sogar ein freier Wahlkampf im Elsaß un­möglich wäre. Die französische Sozialdemokratie loht schon jetzt erkennen, baß sie das Ausnahme­gesetz gegen die elsässischen Autonomisten nicht mitmachen wird. Wan muß aber damit rech­nen, daß die Dorloge trotzdem Annahme fin­det, do die französischen Parteien bis zur bürger­lichen Linken sich, wenn auch aus verschiedenen Motiven heraus, in der Bekämpfung des elsässi­schen AutoiiomiSmuS einig sind.

Die norwegische Beamtenschaft prozessiert g gen den Staat.

Oslo, 6. Febr. (Tll.) 3n Oslo ist am Dienstag ein Prozeß abgeschlossen worden, der von der norwegischen Oeffentlichkeit, besonders der Beamtenschaft. mit größtem Interesse ver­folgt wurde. 3m Jahre 1920 hatte das S t or- t h i n g einen Beschluß angenommen, wonach die Gehälter der Staatsbeamten nicht herabgesetzt werden dürften, sofern nicht

zwischen ihnen und den Gehältern der Privat­beamten ein handgreifliches Mißverhält­nis vorliege. Als nun die norwegische Re­gierung am 1. Januar 1928 alle Gehälter um 10 v. H. herabsetzte, stieß sie auf den Wider- < stand der Beamtenschaft, die einen Prozeß) gegen den Staat anftrengte. Dieter Prozeß i hat nunmehr mit einem Sieg der Deam ten - i schäft geendet, indem festgestellt wird, daß der: Staat nicht zu den Gehaltskürzungen berechtigt j gewesen sei und zur Rückzahlung der im l Jahre 1928 eingehaltenen Beträge verpflichtet j werde. Für den Staat bedeutet dieses Urteil s eine Mehrausgabe von über IS Mill. Kronen. \ Oegen das Urteil wird Berufung.beim Ober- Z sten Gericht eingelegt werden.

Das hessische Gemeindebeamtcngeseh.

Darmstadt, 6. Febr. Der Getehgeöungs- auSschuß des Hessischen Landtages setzte die Be­ratung des Gerneindebeomtengeietzes bei Artikel 15 fort. Ein volksparteilicher Antrag, der die Rebenbeschäftigung der Gemeinde­beamten geregelt wissen will, verursachte eine sehr eingehende Aussprache. Schließlich wurde beschloßen, daß Gemeindebeamten unmittel­bar auf Erwerb gerichtete Rebengeschäfte nur mit Genehmigung des ©emeinbera* Les (Stadtrates) gestattet werden Wird den Beamten die Genehmigung zur Ausübung einer wissenschafllichen. fünftlerif.jen oder literarischen Tätigkeit versagt, so steht ihnen das Recht der Beschwerde an die Aufsichtsbehörde zu. Den Gemeindebeamten ist die Annahme von Geschenken aus Anlaß einer Rebenbeschästi- gung nur mit Genehmigung der Gemeindever­tretung zu gestatten. Der Artikel wurde im übrigen in der Fassung des Entwurfes angenom­men. ebenso Artikel 16.

Aus aller Wett.

Die nächsten Jaijrten de«Graf Zeppelins

Beim Luftschiffbau werden bereits olle Vorkeh­rungen für die nächste größere Fahrt desGraf Zeppelin" getroffen, die noch vor Ablauf dieses Mo- nats ftatifinben und über die Kisistengebiet« von drei Erdteilen führen soll. Die Versuchs­fahrten, die in den kommenden Tagen ausgcführt werden, stehen bamif im engsten Zusammenhang. Zn den vergangenen Wintermonoten sind in den Laboratorien des Luftschiffbaues und der Telefun-- ken-Gescvschast umfangreiche Versuche un­ternommen worden, die auf eine Verbesserung der Nachrichtenübermittlung von und nach dem Luftich.ft obzielen. Bekannt!.ch hatte die Roch- richtenübeimlltlung während der Amerikasahrt zum Teil versagt, was sich darauf zurückführen läßt, daß das gleichzeitige Geben und Emp­fangen von Funkmeldungen vom Luft­schiff aus bisher nicht möglich war. Man hat nun versucht, dieses schwierige Problem dadurch zu lösen, daß man es dem Luftschiff ermöglicht, Funkmeldun» gen teil» auf langen, teils auf kurzen Wellen zu geben und zu empfangen. In da» Luftschiff find deshalb zwei getrennte Fond opparat« eingebaut worden, die unabhängig voneinander arbeiten und die Fahrten, die der L. Z. 127" - ausführen wird, sollen deshalb haupt­sächlich dem Zweck dienen. Kurz- und Langwellen- funk gegeneinander auszuprobev.

Sln ^rtihatton wU vier Insassen verunglückt.

Del bem schleswig-holsteinischen DorfSen­ne de ist ein Ballon, der mit vier Personen be­mannt war, und nach den vorgefundenen Stoff­resten anscheinend aus Bersin flammt, verun­glückt. CanMeute fanden später die vier 3n- fammen deS Datllms blutüberströmt und schwer verletzt in Doumästen hän­gend auf. Die Gondel des Ballons war völ­lig zertrümmert, her Ballon selbst zerrissen. Ein herbeigerufener Arzt leistete de« Derun- glüdten die erste Hilfe. Wie die .Voss. Stg. er­führt. ist in Berlin der Freiballon raf Zep- pcN n" der Deutschen Luftfahrtgesellschaft unter Führung des PvlizeihaupttnannS O$e gestartet. Do bigfyzt eilte Lattöungsnreldung noch nicht vor­liegt, so besteht die dringende Befürchtung, daß es sich bei dem verunglücften Ballon um den Graf Zeppelin" handelt.

Sri einem Sroßfeuer ums Leben gekowmeo- 3n der Rächt -um Mittwoch brach in Droh- Tuchen auf dem Bauernhof deS Besitzers Ritz ein Brand in der Scheune aus, der die Scheune, daS Stollgeböude und da- Wohnhaus in Asche legte. Sämtliches Inventar und das garrze Vieh verbrannten. Der 25jährige Sohn des Be­sitzers, der Schmtederneister Hugo Ritz, kam bei dem Versuch, das Vieh aus dem bren­nenden Stall zu retten, in den FlwumLn um. Die Leiche des Verunglückten der kürzlich erst die Meisterprüfung bestanden hatte und in acht Tagen heiraten wollte, wurde heute morgen aus den noch rauchenden Trümmern des Stallgebäudes geborgen.

.Jmmertrea".

Am dritten VerhondlungStag im ,3mmer­freu"-Prozeß wird zunächst der (Lhausfeur Er­mann vernommen, ter gesehen haben soll, daß bei der Schlägerei ein Zimmermann von der Straßenbahn gezerrt und geschlagen worden sei. Zwei Männer mit Zylindern (türm» ten, nach feiner Schilderung, auf den Wagen, der. Zimmermamr hielt sich am Gitter fest, die beiden Männer hieben auf ihn ein, so daß er ohnmächtig zufammenbrach und war­fen ihn dann auf den Damm. Halb totgeschlagen lag er mitten auf der Straße, bis ihn schließlich zwei Schupvbeamte abtrans portiert en. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Zeuge den An­geklagten Steinke als Täter wiedererkenne, erklärt Ermann, dies sei ihm jetzt, nach sechs Wochen, nicht mehr möglich, vielleicht würde er im Lause der Verhandlung den Täter an der Stimme heraussinden. Er ist der An­sicht, die beiden Wachtmeister, die den Zimmermann abführten, mühten die Täter er­kennen. Die Angellagten Steinke und Höhne bestreiten entschieden, an jenem Angriff be­teiligt gewesen zu (ein. Ein Maurer gibt an, et sei auf dem Wege von der Höchster zur Breslauer Straße von mehr al6 100 Leu­ten überfallen worden. Aehnlich schildern andere Zimmerleute und Maurer, daß sie auf der Straße nie de rges chlagen und verprügelt worden seien, ohne eure Ahnung von den Vorgängen in tem Zunftlokal zu haben. Der auS Hamburg herbeigehotte Zimmer­geselle Huber gibt an, daß die acht Eindring­linge in das Zunftlokal mit Bierseidel»,

Eisenstangen und Billardstöcken be­waffnet gewesen seien. Durch die Aussagen einer Reihe von Zimmerleuten wurden besonders die Angellagten Franke. Pietrzak, LaS und Leib belastet. Die Zimmerleute werden von den Ver­teidigern scharf in» Kreuzverhör genommen, so daß es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Verteidirning und Zeugen tarn.

Zum Schluß wurde sodann der erste Vor­sitzende des Vereins ,3mmertteu". der Köl­ner 5 ü 11 e 11, als Zeuge vernommen. Er nxxnhte sich gegen die Behauptungen, daß Z>?r Verein ein Derbr«hervevein sei, der nur Vorbestrafte auf* nehme und in dem Verbrechen vorbereitet werden Der Zweck des Vereins fei, Sport und Ge­sek l i g k e i t zu pflcjen. Von den 65 Mitgliedern hätten etwa 50 Arbeit. Der Zeuge bestritt auch daß Entlastungszeugen 150 Mark geboten worden feien.

Aus der Spur des Königsborner Räubers.

Der Oberwächter Karl D ü n i f ch von der Z«he ..Königsborn", der in der Rächt zum 23. Januar mit mehreren Helfershelfern in das Ver­waltungsgebäude der ZecheKönigs* b o r n" eingrdrungen' war und insgesamt 224 000 Mark geraubt hatte, ist von Saarbrücker Kriminalbeamten unter Mitwirkung zweier Dort­munder Beamten im ©aargebiet ausge- spürt wvcden. Bei einer Schwester Dänisch, tu tn Bous bei Saarbrücken wohnt, wurden im Keller 26 000 Mk. aufgefunden und nach einigem Leugnen gestand sie eu. daß i h r Bruder bei ihr gewesen sei und das Geld zurückgelassen habe. Sie sowohl als acht wettere Personen aus Ortfchasten tes Saargebieles. denen nachgewiesen werden konnte, daß sie dem Einbrecher bei feirer Flucht behilflich waren, wurden verhaftet. Dänisch selbst hat sich, wie die Ermittlungen er­gaben. von hier nach Luxemburg g«. wandt. Dort konnte in den letzten Tagen ein Holländer verhaftet werden, der ihm eoenfalli behilflich war und bei dem wettere 2000 Wk. gefunden wurden

Zehn Zigeuner etftorm

3n Re.get dorf bet Mährisch-Schmberg wurde eine aus zehn Personen bestehende Zigeunet- bande erfroren aufaefunden. Sie hatten unter freiem Himmel Zelte aufgeschlagen und vor diesen Feuer angezäadet. Die Zi­geuner schliefen, währrrch das Feucr noch brannte, ein, cld es aber verlöschte, erfroren sie.

Oie Lichlstadi im Dunkeln.

Mittwoch vormittag ist in einem der Elektrizi­tätswerke, die Paris mit Strom versorgen, und zwar in St.Ouen. ein Kabelbrand au5* gebrochen, der jedoch infolge der stacken Rauch­entwicklung der brennenden Kautschuiteile schnell bemerkt wurde. Durch foforttge Abstellung des Stromes gelang eS. weitere Gefahr zu vermeiden; doch sind infolge des Kabelbrandes 14 Arrondissements von Paris ohne elektri­schen Strom. 2lls Drandursache vermutet man Kurzschluß. Heber den Umfang des Schadens und die Dauer der Reparaturarbeiten laf.cn sich Angaben noch nicht machen; doch war bei Ein­bruch der Dunkekheft ein groß« Teil der Pariser Warenhäuser, Geschäfte und BureauS ohne elektrisches Licht.

Die Wetterlage.

Mittwoch

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WeLtervoraassage^

Wettervorausfage für Freitag: Hieb lig sonst meist Hefter, trocken, starker Frost.

Wltterungsau s s i chteufürSamstag Wenig Aeuderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 6. Februar: mittags 4-0,1 Grad Eelsius, abends U) Grad Eristus; am 7. Februar: morgens9,8 Grad Celsius. Älarimum 4-1 Grad Celsius, Minimum9,8 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 6. Fe bruar: abends2,7 Grad Celsius; am 7. Februar morgens2,6 Grad Celsius.

Dinterfpodnachrichten der hest. Detterdienststeste.

Vogelsberg: HoherodSkopf: 6 Grad Celsius. 30 bis 35 Zentimeter Schnee, 5 bis 10 Zentimeter Reuschnee (Pulverschnee). Ski und Rodel sehr gut. Herchenhainer Höhe: 10 Grad TelsiuS, 40 Zentimeter Schnee, heiter. 10 Zentimeter Reuschnee (Pulverschnee). Ski und Rodel sehr gut

Odenwald: Tromm: Heiter. 7 Grad Gell-, 45 Zentimeter Schnee, 5 Zentimeter Reuschwre (Pulverschnee), Dti und Rodel sehr gut. Denn- kirchen: Heiter, 5 Grad Celsius, 46 Zentimeter Schnee, 6 Zentimeter Reuschnee (Pulverschn«?e). Ssi und Rodel sehr gut

Taunus (Kleiner Feldberg): 9 Grad Celsius, 48 Zentimeter Schnee, etwas verharscht: Ski und Rodel gut

Sauerland (Winterberg): Heiter, 6 Grad Celsius, 45 Zentimeter Schnee, Pulverschnee; Ski und Rodel gut