Ausgabe 
6.12.1929
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Drehen, den 5. Dezember 1929.

Hühneraugen.

Von Or. Muskat, Facharzt für Orthopädie.

Verdickungen der Haut werden bei den ver­schiedensten Kranlheiten beobachtet: es sei nur an die Arsenkeratose erinnert und die eigen­artigen Hautvcränderungen bei Gonorrhoe und anderen Infektionskrankheiten. 3n den meisten Fällen aber dürfte es sich doch um mechanische Reizungen handeln, die auf eine Reaktion der Haut bei zu großer Inanspruchnahme zurückzu­führen sind. Es ist bekannt, dah beim Rudern z. CB. an den Fingern sich starke Schwielen bilden, die aber im großen und ganzen keine Beschwerden zu machen pflegen. Erheblich schlimmer sind die Hautveränderungen am Fuße,' und das Sprich­wort hat nicht unrecht, das fagt:Jeder weis), wo ihn der Schuh drückt".

Eine gesunde Haut, die glatt und weich ist, macht nur selten Beschwerden, selbst wenn ein Druck des Stiesels oder Strumpfes an irgendeiner Ste le stattfindet. Es wäre wünschenswert, dah auch die Strümpfe, ebenso wie die Schuhe, für den rechten und linken Fuß besonders geformt sind, eine Forderung, die bereits in den Schu.tm beim Erlernen des Strickens durchgeführt werden mühte, wie cs zum Beispiel in der Schweiz der Fall ist. Gerade durch den Druck des Strumpfes entstehen die so schmerzhaften Ver­dickungen zwischen den Zehen, Ucberhaupt sind die Zcyen am meisten in Mitleidenschaft ge­zogen. weil sie dem größten Druck ausgesetzt sind, besonders bei den jetzt übermäßig hohen Absätzen der Damenschuhe, und zweitens, weil die Dlutzirkulation bei ihnen am mangelhaf­testen. ist.

Reben den einfachen Verdickungen und Schwie­len sind die clavi (Hühneraugen, Leich­dorne) und die Warzen (verrucaej die oft unter einer Schwiele verborgen sind, zu be­rücksichtigen.

Die erste Forderung zur Verhütung aller der­artigen Schäden ist die Pflege des Fußes, Er­haltung der Fuhwölbung und der geraden Rich­tung der Zehen. Beginnende harte Steilen der Haut werden zweckmäßig mit Sandpapier ab- gerieben und mit einer indifferenten Salbe ein­geschmiert. Ein einfaches Kautichukheftpflaster leistet zum Schuhe gute Dienste, während alle Saiicyl- und ähnlichen Präparate zwar die Schwielen erweichen, aber auch die umgebende gesunde Haut schädigen können. Man wird also in allen Fällen, in denen man ein erweichendes Präparat anwendct, dafür sorgen mässen, dah nur die erkrankte Stelle beeinflußt und die ge­sunde Umgebung geschützt wird. Am besten wird zunächst ein einfaches Heftpflaster aufgelegt, das an der zu behandelnden Stelle ausgeschnitten ist. Auf diesen Ausschnitt kommt dann das diffe­rente Mittel.

Beim clavus, bei dem ein verhornter Epithel- zapfen wie ein Ragel oder ein Dorn in die Tiefe geht, muß zur wirklichen Heilung dieses Gebilde ganz entfernt werden, um ein Wiederkommen zu verhüten. Man wird häufig nicht ohne einen operativen Eingriff auskommen. Mitunter sind die entzündeten und vereiterten Schieimbeutcl und die scharfkantigen Knochcnvorsprünge zu ent­fernen. Auch Röntgenbestrahlungen, die in neue­rer Zeit empsoh en werden, haben in manchen Fällen zum erwünschten Erfolg geführt. Das wesentliche bei allen Behandlungen ist aber, ne­ben der sorgfältigen Entfernung eine Entlastung von dem Druck, der die Verdickung hervor- gerufen hat.

Auf dieser Üleberlegung bauen sich die Erfolge aller Hühneraugenringe auf. Der Druck, der bis­her dauernd eine bestimmte Stelle traf, läßt jetzt diese Stelle frei und wird auf die Peri­pherie verlegt. Am meisten bewährt haben sich kleine Schwammgummiringe, da sich das Schwammgummi weniger zusammendrückt als Filz und andere Materia.ien. Schwammgummistücke in der Rächt zwischen die Zehen gelegt, schafft wieder Bewegungsfreiheit.

Unter den Köpfchen der Mittelfuhknochen, be­sonders des zweiten und dritten, die neben der Ferse als Hauptbelastungspunkte zu betrachten sind, bilden sich ebenso wie an der Ferse häufig Schwielen, die besonders am Dorderfuß heftige Schmerzen Hervorrufen (Mortons _ Krankheit). Durch Hebung des vorderen Fußgewölbes mittels individuell gearbeiteter Einlagen läßt sich der Druck durch die falsche Belastung beseitigen, so daß die Schwielenbildung aufhört.

Häufig sitzen aber unter den Schwielen clavi oder die noch schwieriger zu beseitigenden War­zen. Rach Abtragung der harten Haut unter strengster Asepsis (es gibt am Fuße sehr häufig Infektionen) präsentieren sich die Warzen als dunkle, meist schwarze, in die Tiefe gehende, viel­fache. punktförmige Gabi de. Ein Herausschneiden erscheint wegen der zurückbleibenden Rarde nicht zweckmäßig. Ieder einzelne schwarze Punkt muh vorsichtig herausgeholt werden, oft empfiehlt sich ein leichtes Aehen mit Höllensteinstift, rauchen­der Salpetersäure. Milch ä. re u. a. m. Ach Ver­ödung durch elektrische Einwirkung führt zu gu­tem Erfolge. 'Eine Heilung wird aber nie ein­treten, wenn nicht die erkrankte Stelle durch Schwammgummiringe geschützt wird. Eine gute individuell gearbeitete Einlage mit ganzer Leder­sohle. die das Hauptlängsgewölbe und das Quer­gewölbe stützt und an der Stelle der Schwiele und Warzenbildung ausgeschnitten ist, dürfte dann die Beschwerden und die krankhaften Erscheinun­gen für immer beseitigen.

Eine gute Fußpflege mit warmen Bädern unter Zusatz von Seife, Alaun, verdünnter essigsaurer Tonerde und ähnlichem wird eine gesunde und weiche Fußhaut erhalten und allen Verdickungen vorbeugen.

Warum sammle ich für das Zugend- herbergswerk?

Don Dietrich Weber.

In einer Großstadt des Industriegebietes bin ich geboren, in einer Mietkaserne verbrachte ich meine freudlose Kindheit. Fördertürme und Zechenhalden, Hochöfen und Schlackenberge schauen über die Steinwüste hinweg, schmutzig die Häuser, schmutzig die Straßen, grau in grau die ganze Stadt. Der Rauch nimmt der Sonne den Glanz, verschließt und verfinstert auch die Menschen.

So wuchs ich heran: aber eines Tages führte mich das Schicksal auf die Wanderschaft. Da fand ich die Sonne, entdeckte ich Gottes schöne Welt. Da tat ich mein Herz weit auf und trank vom Gesundbrunnen Ratür. Ich lauschte dem

Landwirtschaftliches Genossenschaftswesen

Zweiter Kursus beim Landwirtschaftlichen Institut der Landesuniversität Gießen.

Erster Tag

Der günstige Verlauf des 1. Kursus über lanb- wirtschaftnches Genossenschaftswesen vorn 3. bis 5. Januar 1929 gab dem Landwirtschaftlichen In­stitut der Hessischen Landesuniversi.ät in Gemein­schaft mit dem Verband der hessischen landwirt­schaftlichen Genossenschaften Darmstadt, dem Raiffeisenverband Frankfurt a. M. und dem Ver­band der nassauischen landwirtschaftlichen Ge­nossenschaften Wiesbaden Vcranlas,ung, zu einem zweiten Vortragskursus einzuladen. Die Teilnehmerzahl aus den Kreisen der genossen­schaftlichen und landwirtschaftlichen Praxis, der ©enos'ensch. ftsvcroände, der öffentlichen Ksrper- schafken und Behörden, Landwirtschaftsämtcr und ihren Schulen war diesmal eine erheblich größere.

Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversilät Professor Dr. Lrüggemann

begrüßte zu Beginn des Lehrgangs in einer kurzen Ansprache die Kurstei.nehmer und wies darauf hin. dah der Kursus eine äußere Be­stätigung fei für die innere Verbundenheit der Universität mit der Landwirtschaft. Mit kurzen Worten zeigte er die Bedeutung der Landwirt­schaft.ichen Institute für Wissenschaft und Praxis und wünschte den Verhandlungen besten Erfolg.

Den VortragSkursus eröffnet der geschäftsfüh­rende Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts

Professor Dr. Sessous.

Er begrüßte die erschienenen Ehrengäste, ins­besondere den Minister für Arbeit und Wirtschaft, K o r e l l, die Vertreter der Provinzial- und Krei.behürden. der Landwirtschaftskammern von Hessen und Reg.-Dez. Wiesbaden, sowie die Vertreter der Stadt Gießen und der Presse. Solche Kurse seien eine Rotwendigkeit, um den in der genossenschaftlichen Praxis Tätigen die Waffen zu schärfen und sie mit den Problemen der Zeit vertraut zu machen.

Minister Lorell

überbrachte die Grüße des Staatspräsidenten und der Hessischen Regierung. Er verwies bei der heutigen Lage der Landwirtschaft auf die Rotwendigkeit, auch den letzten Landwirt von der Wichtigkeit und Bedeutung des Genos'enschaHs- wesens zu überzeugen. Für die Genossenschaften sprechen zwei Gründe: der eine sei ein reiner Rutzenstcmdpunkt, der zweite das Erfordernis, dah der Landwirt mit feinem Rachbarn soli­darisch werden müsse nicht nur als Landwirt an seinem Boden, sondern auch als deutscher Produ­zent. Es müsse eine innere Gemeinschaft unter den Landwirten herbeige ührt werden: um dies zu erreichen, möge auch dec ehige Kursus bei­tragen.

Generalsekretär Dr. Strub (Darmstadt)

sprach dann im Rainen der drei Genossenschafts­verbände der Universität und insbesondere dem Landwirtschaftlichen Institut, dem das Zustande­kommen dieser Kurse in erster Linie u verdanken sei, seinen Dank aus und gab der Hornung Aus­druck, dah die Erwartungen, die an diesen Lehr­gang geknüpft werden, reich in Erfüllung gehen mögen.

Professor Dr. Günther (Gießen)

hielt dann den er ft'n Vo trag über ..D i e Per­sönlich k e i t i m© nosscnschaftswesen'. ©x> ist Ausgabe unu Hauptvervien.t dec ©enolsen- schästen, ihre Mitglieder zu großer ©eschäfts- tüchtigkeit zu erziehen. So wichtig nun diese ge­schäftliche Seite sein mag. so ist das aber nur eine Seite. Das Wesentlichste und Wertvollste, was die Genossenschaften als neues Element brachten, ist, daß durch sie das Menschliche, Per­sönliche, in die Wirtschaft kam. Genossenschaft ist keine Interessengemeinschaft, keine Kapital­gesellschaft, sondern sie ist eine Personengesell­schaft, eine menschliche Gemeinschaft. Hier gilt nicht der rein ökonomische Mensch, sondern der Mensch als Persönlichkeit. Der Erfolg der Ge­nossenschaften hängt zur Hauptsache von der Menschlichkeit, von der genossenschaftlichen Treue und Gesinnung ab. Zuerst müsse genossenschaftliche Gesinnung vorhanden sein, dann komme später das nötige Kapital von selbst. Weiter wurde darauf hingewiesen, daß im Zeitalter der Ver­herrlichung der Technik derMensch" ganz ver­nachlässigt wurde, daß aber heute allmählich wieder der Gedanke sich Bahn bricht: am Ende der wirtschaftlichen Entwicklung steht der Mensch. Die wichtigste Aufgabe der ©enossenschaftsbe- toegung sei. unermüdlich an der Vertiefung des genossenschaftlichen Geistes mitzuwirken.

Oberfinanzrat Prof. Dr. hlllringhaus (Berlin) führte als nächster Redner in seinem Vortrage überGenossenschaftliches -Wollen und Wirken in Vergangenheit und Gegenwart" etwa folgendes au3: Der deu- schen Landwirtschaft steh:n heute in unserem Wirtschaftsleben im w.sentlichen große Konzerne und Intercsfcngruppen entgegen, denen gegen­über Zusammenschluß aller Landwirte g beten ist. Die praktischste Form des Zusammenschlusses ist

die Genossenschaft. Heute herrscht in der moder­nen Genossenschaft.b w gung überall So idarität, wenn man sich klar ist. was man will und weg sein soll. Es ist nicht allein mit den Vorteilen und Rechten für die einzelnen Mitglieder getan, sondern die Genossenscha Her haben auch Pfsich­ten. Man hat erkannt, daß eine wirkliche Leistung der Genofsrnschast n erst durch genossenschaftliche Erziehung möglich ist, die beim einzelnen zu be­ginnen hat. Redner führte als Beispiel für solche genossenschaftliche Erziehung Dänemark an, wo die kleinen Dauern fast restlos zusammenge- schlossen sind, und denen es gelungen ist, sich den englischen und deutschen Markt für ihre Quali­tätsprodukte zu erob rn. Unter Umständen muß eben Zwang bei der genossenschaftliche Crzie- hungstätigkcit ausgeübt werden. Wer sich einer Genossenschaft anschließt, der muß auch restlos alle Pflichten übernehmen. Zum Schluß kam der Referent auf die Stellung der Jugend zum Genossenschaftswesen zu sprechen. Es sei not­wendig, rechtzeitig für Ersah zu sorgen, wenn die Alten einmal die Führung in dem Genossen­schaftswesen niederlegen. Die Jugend müsse für die Genossenschaft gewonnen und ihr Gelegenheit geboten werden, sich unter Führung ihrer Väter in die ©enosfenschaftöarbeit einzuleben.

Professor Dr. kleberger (Gießen) sprach dann überQleuere Dünge- und gut t ermittel. Er kam zuerst auf die p^os- phorsäurehaltigen Düngemittel zu sprechen. 03,m Thomasmehl befänden sich leider immer noch ziem.iche Mengen ausländischer Thomasmehle auf dem deutschen Markt. Die Euperphosphate hätten in den letzten Jahren den deutschen Markt er­obert. Das Ammoniak-Euperphosvhat habe sich gut bewährt. Das Kaliammoniak-Superphosphat zeige namentlich auf tätigen Boden gute Wir­kung. Gan; besonders für den Zuckerrübenbau habe sich Salpeter-SuperphVsphat bewährt. Rhe- naniaphosphat komme für alle Boden in Be­tracht und wirke auf die Dodenstruktur. Kali- Rhenaniaphosphat könne mit gutem Erfolg für Hackfrüchte, aber auch für Getreide Verwendung finden. Die Versuche mit schwefelsaurer Kali­magnesia in Deutschland hätten keine befriedigen­den Ergebnisse gezeitigt. Es liege kein Grund vor, an Stelle der bewährten Kaliumchlorid­salze zu den bedeutend teureren schwefelsauren Salzen überzugehen. Die Wirkungen des neuen Düngemittels Kalkammon seien, soweit bis jetzt Untersuchungen vorliegen, befriediger.d. Auch Kalkammonsalpeter habe sich sowohl bet Ge­treide, wie auch bei Rüben gut bewährt. Er gestatte, genau so wie Kalkammon, beträchtliche Mengen Stickstoff gleichzeitig mit Kalk in den Boden zu bringen. Bewährt habe sich Olitro- phoska I und Ritrophoska III. Diese Dünge­mittel können sowohl als Grunddünger, wie Kopfdünger (bei zeitiger Verwendung) dienen. Von den neueren Futtermitteln aus dem Ge­biete der Zuckerindustrie wurden die Melasse- schnihel hervorgehoben. Aus dem Gebiet der Dierlraucrei seien besond rZ die Trockenh.fen als neues Futtermittel zu erwähnen. Von den bita- minehaltigen Futterstoffen empfahl der Redner besonders Vigantol, ein Präparat, daS rachi­tische und steife Tiere in kurzer Zeit zu heilen vermöge, und das etwas teurere Diovita.

Professor Dr. kraemer (Gießen) sprach überDas Genossenschaftswesen in der Tierzucht. Er schilderte hierauf zu­nächst kurz die unmittelbaren Maßnahmen des Staates, sodann seine Hilfeleistung durch die landwirtschaftlichen Berufsvertretungen. Von größter Bedeutung seien aber gerade auch in der Tierzucht die Genossenschaften. In den Herd- buchvercinen und ähnlichen großen Organisatio­nen, sowie deren Verbänden, lasse sich trefflich am Fortschritt arbeiten. Große Verdienste um die Tierzuchtvereinigungen habe auch die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft in Berlin. Auch die Deutsche Gesellschaft für Züchtungskunde habe sehr viel zum Aufschwung der deutschen Tier­zucht beigetragen. Ununterbrochen führte der Weg aufwärts zu den heutigen Leistungsprüfungen, die für alle Haustierarten durchgeführt werden, besonders durch die Tätigkeit der segensreichen Tierzuchtinstitute. In den Kontrollvereinen hät­ten solche Leistungserhebungen für Milch ihren organisatorischen Aufbau gefunden. Durch erhöhte Wertung der Konstitutionsfrage sei es dabei gelungen, Spihentiere mit 12 000 Liter und gegen 5000 Kilogramm Milchfett ohne Gefahr für die Gesundheit der Herden in das deutsche Rinder- leistungsbuch einzutragen. Das alles aber sei, wie die übrigen fabelhaften Entwicklungsvorgänge auf dem Gebiete der Tierzucht, ganz wesentlich dem genossenschaftlichen Zusammenschluß der Züch­ter zu verdanken. Auf diese Dinge müsse immer wieder hingewiesen werden. Hoffentlich würden sich die Regierungen allmählich mehr und mehr von der einseitigen Ueberschähung der Export­industrie frei machen und die viel größeren ma­teriellen und ideellen Werte in der deutschen Landwirtschaft erkennen.

plätschernden Bach, dem Rauschen des Windes im Wald. Ich wanderte im Mondschein über die Heide und durch das schaurige Moor. Und still, ganz still stand ich am brausenden Meer. Das Hvlchgebirge in Schnee und Cis, den Säntis, den allgewaltigen Greis, ihn durfte ich grüßen. Und auf den grünen Matten, im Jubel der Land­schaft, da jubelte ich hinaus:Dank dir, Schöner, der du uns kleinen Mensc-.en solch eine scyone Welt beschertest!' So trug mein Fuß mich, nie des Wanderns müde, durch viele _©aue und da lernte icy vor allem unser so schönes deutsches Vaterland kennen und lieben. Und wenn ich fern der Heimat im fremden Lande weilte, da brach das Heimweh auf und ich fand, dah es nir­gends so schön ist wie in unferm deut­schen Land.

Doch nur wenigen war es damals vergönnt, während ihrer Freizeit zu wandern, denn es fehlte an den.igen Untertunftßftätten. Rach dem Kriege kamen jedoch warmherzige Menschenfreunde zunächst in Deutschland auf den Gedanken, für die wandernde Jugend sogenannte Jugendherbergen cinzurictzten. Auch in unserm schonen Hessenland wurden in den letzten 10 Jahren wohl 50 solcher Jugendherber­gen mit über 2000 Betten eingerichtet. Sie zu erhalten und zu verbessern, diese schöne Aufgabe hat sich der Verband für Jugendher­bergen gestellt. Dieser Verband veranstaltet zur Zeit mit Genehmigung der Regierung

denn diese fördert das Jugendherbergswerk ganz besonders eine Haussammlung im gan­zen Land, und er bittet, wie im Anzeigenteil un­serer Dienstag-Ausgabe bekanntge eben, das Herz und den Geldbeutel recht weit aufzutun, den Geldbeutel für unsere Jugend und das Herz zum Hineinströmen der Freude darüber, Freude bereiten zu können.

Ich bin heute ein alter Mann, aber ich denke mit Freude zurück an meine Wanderjahre, und weil das Jugendherbergswerk unserer wandern­den Jugend ohne Unterschied des Standes, der Partei und Religion und dadurch unferm gingen Volke dient, deshalb klopfe auch ich an die Türen und bitte um ein Scherflein. Und ich finde trotz der Rotzeit recht viele Menschen, die unsere Jugend lieben und mir spenden reich über mein Erwarten. So denkt auch ihr andern, die ihr noch nichts horte lom Jugendherbergswerk. an eure Jugend und hel.t, daß unsere heutige Jugend es besser hat. Helft und spendet dem 3u- gendherbergswerk 1

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag. Stadt­theater:Scribbys Suppen find die besten", 20 bis 22 Uhr. Bewegung für religiöse Erneuerung,Die Christengemeinschaft": Vortrag von Lic. 9tob. Goebel Was hat Friedrich Rittelmeyer unserer Zeit zu sagen?", 20.15 Uhr, Universität, Hörsaal 41. Zwecksparkaste der Selbsthilfe der Arbeit, Frankfurt

(Main): VortragZu Eigenheim und Eigentum durch Selbsthilfe der Arbeit", 20 Uhr, Caf6 Leib. Gesellschastsoercin (Klub): Mitgliederversammlung, 20.15 Uhr. Nationalsozialistische Deutsche Arbei­terpartei: Ocffcntliche Versammlung, 2015 Uhr, im Postkeller". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die fidele Herrenpartie", aus der Bühne Geschwister Lupescu (Equilibristik in höchster Vollendung). Astoria-Lichtspiele: /.König Cowboy" undDer Straßensänger von Venedig".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige VorstellungSkribbys Suppen find die besten", Lustspiel von Julius Berstl, beginnt um 20 Uhr. Sonntagvormittag, zweiter Kammerspieltag (zusammen mit dem Goethebund): Ein Spiel vom Schmetterlingstraum", nach dem Chinesischen übersetzt von Richard Wilhelm. Es wir­ken mit die Damen Fuhrmann, Heß, Jahn und die Herren Haeser, Hais, Heitzig, Linkmann, Ritter, We- Jener, Zingel. Bühnenbild: K. Löffler, Beleuchtung: Keim, Bühnenmusik: Ottmar Gerster. Beginn der Veranstaltung 111 Uhr. Einführungsvortrag Wen Vüan Ting. Sonntag, 18 Uhr: Operettengastspiele Frankfurt a. M.Schwarzwaldmädel", Fremdenoor­stellung.'Ermäßigte Preise. Mittwoch zum ersten MaleDas tapfere Schneiderlein", 15.30 Uhr, Spiel­leitung Karl Dolck. In VorbereitungDer Veil­chenfresser", Lustspiel.

Vom Konzert verein wird uns geschrie­ben: Der am Sonntag, 8. Dezember, in der Uni­versitätsaula stattfindende Gesangsabend ist der erste und zugleich letzte in gegenwärtiger Spiel­zeit. Colistin ist die geschätzte Primadonna Anna van Kruyswyk zur Zeit an der städtischen Oper in Nürnberg die von ihrer künstlerischen, von glänzenden Erfolgen gekrönten Tätigkeit an der Wiesbadener Staatsoper her gewiß vielen unserer hiesigen Musikfreunde bekannt fein dürfte. Fräulein Kruyswyk ist Koloratursängerin von Geblüt, und wie sie die Kunst der Passagen und Fiorituren mei­stert und mit duftiger, warmer Stimme vorträgt, wird sich wohl in dem von ihr selbst zusammen­gestellten Programm offenbaren. Sie singt die Arie der Konstanze aus Mozarts Entführung aus dem Serail, die der Rosine aus dem Barbier von Sevilla und schließlich die der Gilda aus Verdis Rigoletto. Die Künstlerin will aber nicht bloß Bühnensängerin sein, sie will sich auch auf dem Konzertpodium Aner­kennung verschaffen und hat sich nicht erst jetzt in dieser Beziehung versucht, sondern in einer Reihe glänzender Liederabende als Berufene bereits be­währt. Für bas Konzert find eine Anzahl Lieber von Schubert, Liszt und Jos. Marx ausgewählt wor­den, und bei der roarmqueüenden Empfindung und durchgeistigten Charakteristik des Ausdrucks, die ihr von maßgebenden Seiten nachgerühmt morden, darf den Darbietungen mit großen Erwartungen entge- gcngefehen werben. Am Schluß des Konzertes wird die Kis/istlerin übrigens die hier wohl noch nicht GehörtenGeschichten aus dem Wienerwald" von oh. Strauß zu Gehör bringen.

lieberNationale Opposition und Volksentscheid" wirb am nächsten Montag- abenb Dr. Stabiler (Berlin) vom Bundesamt des Stahlhelms sprechen. Siehe heutige Anzeige.

Daten für LamStag. 7. Dezember

1542 Maria Stuart. Königin von Schottland, in Linlithgow geb. (gest. 1587). 1835 Eröff­nung der ersten deutschen Eisenbahn Rürnberg- Fürth.

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** Reichsdahnpersonalie. Bahnhofs­inspektor Ludwig Fritz, der vor etwa vier Jahren von Weilburg nach Gießen versetzt wurde, übersiedelt nach Wetzlar. Er wird dort die Leitung der Stations­kasse Wetzlar, als Nachfolger des kürzlich verstorbenen Kasseninspektors Möbus, übernehmen.

Brückensperrung. Wie die Wege- Polizeibehörde zu Krofdorf im heutigen Anzeigen­teil bekannt gibt, wird die Eisenbahnbrücke auf der Straße GleibergGießen wegen Bauarbeiten vorn 9. Dezember bi3 24. Dezember gesperrt.

* Der Volksentscheid. Von Sonntag, 8. Dezember, bis einschl. Sonntag. 15. De e.nber, liegt für den VolksentscheidFreiheitsgesetz" im Stadthaus Bergstraße Zimmer Rr. 13 die Stimmkartei zur Einsichtnahme offen. (Siehe heu­tige Bekanntmachung.)

Fremdenvorstellung Int Stadt­theater. Aus dem Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Zum letztenmal kommt am näch­sten Sonntag, 8. Dezember, auf vielseitigen Wunsch die OperetteDas Schwarz­wal b m ä d e l" von August Reidhart als Frem- denvorstellung zur Ausführung. Di.se Operette mit der leicht ins Ohr gehenden Musik von Leon 3essel erfreut sich schon längst der größten Popu­larität. Hier beherrscht noch der gute alte Walzer das Feld, neben Rheinländer und Länd­ler, den Tänzen der Dorkriegsgeneration. Die früheren Aufführungen desSchwarzwald­mädels" erfreuten sich bei dem zahlreichen Publikum immer eines besonders herzlichen Beifalls. Beginn der Vorstellung 18% Uhr, Ende 21 Uhr. Ermäßigte Operettenpreise.

* Aus dem Gießener Standesamts­register. Cs verstarben in Gießen in der Zeit vom 16. bis 30. Rovember: 17. Theodor Heinrich Karl Bühner, Dureaudirektor L R., 77 Jahre, Schillerstrahe 7. 17. Agathe Klara Weiß, geb. Stornier, 49 Jahre. Steinstr. 52. 19. Hermann Lehncrt, Ob.rlehrer i. R., 88 Jahre. Henselstraße 10. 20. Albert Reubürger, Kauf­mann, 61 Jahre, Steinstraße 17. 20. Walter Friedrich August Cikmeier, Kaufmann, 26 Jahre, Deethovenstraße 2. 22. Hermann Josef ©roos, Privatmann, 52 Jahre, Klinikstraße 22. 22. Lud­wig Emil Beil, Schreinermeister, 69 Jahre, Kaiserallee 146/io. 23. Karoline Schneider, geb. Zi.nmermann, Witwe, 64 Jahre, Bahnhofstr. 63. 24. Heinrich Valentin Philipp Henn, berufslos, 62 Jahre, Reuen Bäue 5. 24. Marie Krüger, geb. Kimmel, Witwe, 69 Jahre, Kaiserallee 42. 25. Franz Karl Johannes Theodor Berthold Ludwig Heinrich Rudolf Prätorius, Land­gerichtsdirektor i. R., 72 Jahre, ©arienstraße 15. 27. Heinrich Dietrich. 1 Mrn. t, Walltcrflr. ß: 18. 28. Therese Daustcr, g.b. Buch, Witwe, 55 Jahre, Alicenstraße 23. 29. Karl Frensdorf, Kaufmann, 58 Jahre, Reustadt 1. 30. Margareta Lotz, geb. ©erner, 62 Jahre, Ludwigsplatz 15. 30. Helens Listmann, geb. Erb, 41 Jahre, Wetzsteingaffe 4.

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