sich nicht bereit erklärt, den status quo ante vor Ausnahme der Verhandlungen herzustellen, währen.) die Russen auf der Wiedereinschaltung der Kontrolle über die Bahn bestünden. Bisher habe keine der beiden Parteien einen ernsthaften Versuch gemacht, zu verhandeln: beide liehen die Angelegenheit laufen in der Hoffnung, daß sich schon irgend etwas ereignen werde, um die Sache beizulegen. Der einzig mögliche Weg sei die Ernennung eines Russen und eines Chinesen zu Leitern der Dahn, ein Weg, der jedoch sehr zweifelhaft sei.
Inzwischen schaffe die Tätigkeit der Weißrussen an der Grenze eine neue Krise. Der Meldung über den Vormarsch der Weißrussen gegen Tschita in Sibirien werde in Schanghai kein Glaube geschenkt. Führende Kreise der Weißrussen in Schanghai wiesen darauf hin, daß in der Amurprovinz seit dem Fall Kol- tschaks st e t s ein Kleinkrieg zwischen den „Roten" und „Weißen" herrsche. Der Vormarsch sei nur eine Verstärkung dieses ewigen Krieges, die jedoch den Sowjetrussen zu denken geben sollte, da bei einem weiteren Vormarsch der Russen die Aufständischen die Eisenbahn hinter ihrem Rücken zerstören würden.
Die Haltung Japans werde als ganz klar angesehen, da es die südmandschurische Eisenbahn besitze sowie große Interessen in der Mandschurei habe und daher nichts unternehmen werde, um d t e russische Kontrolle ar der Ostbahn abzuschaffen. Wenn diese aufgegeben würde, werde eine chinesische Kontrolle der japanischen Bahn in der Mandschurei folgen. Japan bestehe darauf, daß außer ihm niemand sich in den Streit einmische. Es hege Befürchtungen, daß der Erfolg einer Konferenz zwischen Rußland und China auf Grund des Washingtvoner Uebereinkommens der vier Mächte England, Amerika, Frankreich und Japan, eine internationale Kontrolle der ostchinesischen Bahn sein könnte. Hieraus könnten sich höchst ungünstige Folgen für die japanischen Interessen in der Mandschurei ergeben. Daher habe Japan beiden Ländern geraten, diese Forderung der Vermittlung nicht anzunehmen. Im übrigen wird in Schanghai vermutet, daß Japan mit Rußland bezüglich der Mandschurei ein Geheimabkommen habe.
Aus aller Welt.
Der Erfinder des Gasglühlichls gestorben.
Auf Schloß Welsberg bei Tretbach starb am Sonntag der bedeutendste der österreichischen Erfinder, Karl Freiherr Auer von Welsberg im 72. Lebensjahr an den Folgen eines Magenleidens. Freiherr von Auer, der sich bereits als junger Mann mit physikalischen und technischen Fragen beschäftigte, machte als 27- jähriger die Erfindung des Gasglühlichts, die den Sieaeszug durch die ganze Welt antreten sollte. Auer war Mitglied der Wiener akademischen Wissenschaften, korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie, Ehrendoktor der Technischen Hochschulen von Wien und Karlsruhe. Anläßlich seines 70. Geburtstages wurde er zum Ehrendoktor der Technischen Hochschule von Graz ernannt.
Deutsche Schüler im französischen Außenministerium.
Etwa 2C0 deutsche und französische Schüler, die das deutsch-französische Komitee für Schüler- a u s t a u s ch miteinander in Fühlung gebracht hat, wurden in einem der historischen Säle des Ministeriums des Aeußeren von dem Leiter der Kulturabteilung des Quai d'Orsay, P i l a , im Rqmen des Ministers des Aeußeren empfangen. 3m Anschluß an den Empfang wurden die Schüler im Garten des Ministeriums bewirtet.
heimalstagung der Auslanddeulschen.
Eine vom Bund der Auslanddeutschen vorbereitete „Zweite Tagung des Auslanddeutschtums in der Heimat" findet vom 31. August bis 5. September in Berlin, Magdeburg und Goslar statt. Lieber 100 bevollmächtigte Vertreter deutscher Vereine und Verbände aus dem Auslande haben sich bisher angemeldet. Dem am 18. August 1919 von verdrängten Auslanddeutschen gegründeten „Bunde der Auslanddeutschen", der sich in seiner Auslandarbeit der letzten Iahre besonders um die Zusammenfassung der deutschen Kolonien an den großen Handels- und Verkehrsplähen der Welt und des Einwanderungsdeutschtums bemüht hat, sind bis jetzt 75 Landesverbände bzw. einzelne deutsche Vereinen Verbände und Einrichtungen der deutschen Kolonien in 41 Ländern angeschlossen.
Beginn des Luropa-Rundflugs.
55 Teilnehmer an dem internationalen Europa- ■ flug haben in Gruppen von je vier Flugzeugen auf der Strecke Orly—Arthenay (164 Kilometer), die zweimal hin und zurück zu durchfliegen war, die Prüfung des Brennstoffverbrauchs durchgeführt. Der deutsche Pilot o. Bismarck sowie ein serbischer und zwei französische Piloten erlitten kurz nach dem Start in Orly Pannen. Sie müssen infolgedessen die Prüfung noch einmal beginnen. Die Flieger Schütz und F i n a t erlitten bei der Ankunft leichte Unfälle, wobei die Apparate beschä- digt wurden, die Insassen aber unverletzt blieben. Der Flieger Carberry erreiche mit 174,597 Kilometern in der Stunde auf einem deutschen Apparat die größte Geschwindigkeit. Von den Franzosen erzielte Delmotte mit 150,708 Kilometern Durchschnittsstundengeschwindigkeit die beste Leistung.
Spanien baut ein Groh-Flugzeug.
Das „Journal des DLbLts" meldet aus Madrid, daß im Flugzentrum von Carabanchel gegenwärtig an einem Riesenflugzeug gearbeitet werde, das mit sechs Motoren von je 750 PS. ausgestattet sein werde. Das Gesamtgewicht werde elf Tonnen betragen. Der Apparat wird 9000 Kilogramm Belastung aushalten und 50 Personen an Bord nehmen können. Seinen Aktionsradius veranschlage man auf 12 000 Kilometer.
Russischer Kriegsschiffbesuch in deutschen Häfen
5n der Zeit vom 17. bis 31. August werden rus- fische Kriegsschiffe deutsche Häfen besuchen. Zwei russische Kreuzer werden nach S w i n e m ü n d e kommen, und zwei Torpedobootszerstörer werden P i l l a u anlaufen.
Drei Todesopfer eines Bubenstreichs.
Auf der Straße von Rückersdorf in der Rühe von Korneuburg bei Wien ist in der vergangenen Rächt ein furchtbares Verbrechen verübt worden. Quer über die Straße war einKupserdraht gespannt worden, dessen eines Ende an eine Starkstromleitung angeschlossen war. Durch Berührung deK Drahtes sind drei Personen getötet und eine schwer verletzt wor-
Englands neuer Kurs in Aegypten.
Oie Faust im Glacehandschuh.
Man muß es der englischen Arbeiterregierung lassen, daß sie keine Zeit verliert und mit großer Stoßkraft innen- wie außenpolitisch ihre Existenzberechtigung nachzuweisen sucht. Die Verhandlungen mit Aegypten sind in erstaunlich raschem Tempo geführt worden, und wenn man nur die Formulierungen ansieht, muß der Eindruck entstehen, daß hier in der Tat das Steuer herumgeworfen wurde, daß die altbewährten Grundlagen der englischen Politik verlassen oder wenigstens zugunsten einer neuen Methode grundlegend geändert worden sind. Wer indessen näher zusieht, wird zu dem Ergebnis kommen, daß es sich bei der neuen Regelung doch mehr um eine auf den Bluff berechnete G e st e handelt. Das Prinzip ist das gleiche geblieben, nur d i e Taktik hat sich etwas verschoben.
Auch die englische Arbeiterregierung denkt nicht daran, Aegypten aus ihrer Gewalt zu entlassen, sie kann gar nicht daran denken, weil das Land am Suez-Kanal d i e wichtigste Etappe auf dem Wege nach Indien darstellt, der Verzicht auf Aegypten also die Axt an die Wurzeln der englischen Weltherrschaft legen würde. Lind uns will scheinen, als ob Herr Henderson sehr klug gerechnet hat. Er mutz sich sagen, daß er auf die Dauer gegen den ägyptischen Rationalismus nicht operieren kann. Die Dinge sind in Kairo zu weit gediehen, als datz mit Gewalt die Bewegung unterdrückt werden könnte. Eine vorsichtige Politik wird also darauf
hinarbeiten, den Stotz auszufangen, zumal wenn sie damit rechnen muh, datz der Kampf um das ganze System in absehbarer Zeit mit verdoppelter Schärfe in Indien entbrennt.
So hat also Henderson in Wahrheit nur den Aegyptern bewilligt, was er nicht mehr verweigern könnte, um auf diese Weise wenigstens den Versuch zu machen, die ausgesprochen antienglische Linie des Rationalismus abzubiegen und der Form nach aus dem Vasallen einen Bundesgenossen zu machen. Allerdings nur he r Form n a ch. Natürlich kann England viel aufgeben, wenn an seine militärische Position nicht gerührt wird: und dafür ist gesorgt. Die Kanalzone bleibt mit englischen Truppen besetzt, die Küste kann, wenn die Aegyp- ter unbequem werden sollten, jederzeit unter englische Kanonen genommen werden, und i m Sudan hat England mit den Mitteln der modernen Technik jederzeit alle Möglichkeiten in der Hand, durch Sperren der Wasserzufuhr jeden Widerstand zu brechen. Auch ein Aegypten, das in den Völkerbund eintritt, das also dort das Schwergewicht der englischen Stimmen verstärkt, bleibt, an der Lagerung der Macht gemessen, fest in derHand Englands, nur mit dem Llnterschied, datz diese Hand jetzt einen Glacehandschuh übergestreift hat: wobei allerdings gerade vom Standpunkt der englischen Arbeiterpartei interessant bleibt, datz diese Zugeständnisse einer ägyptischen Diktatur bewilligt sind, die ihr ordnungsmäßig gewähltes Parlament nach Hause gejagt hat.
„Graf Zeppelin" trifft Vorbereitungen zum Rückflug. Or. Eckener hofft Mittwoch abend starten zu können.
Reuyork. 5.Aug. (WB.) Es find bereits Borbereitungen getroffen worden, den „Graf Zeppelin" für die Rückreise fertigzumachen. Dr. Eckener erklärte, er würde am Mittwochabend zum Flug nach Friedrichshafen starten. Die Luftschiffmotoren feien in betriebsfähigem Zustande. Die auf dem Ozean herrschenden Winde hätten nur einige winzige Löcher in die Luftschiffhülle gerissen, die leicht ausgebessert werden könnten und dann überstrichen würden. Außer den schon bekannten Passagieren fahren nach Friedrichshafen Nathan Wexler und William Weber aus Reuyork, ferner Herman Schlatter aus Philadelphia und hapagdireklor kiep. linier den Teilnehmern am Weltflug befindet sich auch der Photograph Otto hillig. Unter der verstauten Ladung für die Rückfahrt sind zwei Autoreifen, zwei Pakete Filme, eine Slanzmaschine, eine Kiste wissenschaftlicher Instrumente, eine Kiste mit Reklamematerial einer Elevelander Firma, eine Kiste Insektenpulver.
Fahrteindrücke der Zeppelinpaffagiere.
„Ein reiner Genuß."
Lakehurst, 5. August. (WTB.) Sämtliche Zeppelin-Passagiere äußerten ihre größte Befriedigung über den Atlantikflug, der voll herrlicher, unvergleichlicher Eindrücke gewesen sei und weder Unbequemlichkeiten noch Befürchtungen verursacht habe. Von vielen Passagieren wurde hervorgehoben, daß der Atlantik-Flug ein reiner Genuß gewesen sei und datz man nicht unter Seekrankheit zu leiden gehabt habe. Das Luftschiff sei ruhig dahingeglitten, während unten die Schiffe auf den Wellen tanzten. Herr und Frau Gregory B u r o w i t f ch, die ihre erste Zeppelinfahrt machten, sprachen begeistert von der genußreichen Fahrt. Sir Hubert Wilkins äußerte sich im gleichen Sinne. Oberst Rilson Morris bemerkte, er habe niemals auf einem Dampfer eine so glatte Seereise erlebt wie im Zeppelinluftschiff. Frau Crouse erklärte, sie ziehe eine Fahrt mit dem Zeppelinluftschiff bei weitem einem Flug mit einem Flugzeug vor. Dr. Walter ©tief
vom Reichsverkehrsministerium meinte, bis Gibraltar fei die Fahrt durch das Wetter etwas beeinträchtigt worden, später jedoch sei sie ein außerordentlicher Genutz gewesen. Die gute Or» ganisation der Wetterinformationen habe zu dem glänzenden Erfolg der Atlantikfahrt beigetragen.
Dr. Kiep von der Hamburg-Amerika-Linie erklärte: Untere Lieberfahrt war äußerst erfolgreich und angenehm. Lieber 5000Seemeilen haben wir durch die Luft zurückgelegt. Wir fuhren 67,5 Stunden von Kontinent zu Kontinent mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 Kilometern in der Stunde. Das Luftschiff zeigte sich allen Anforderungen gewachsen, so daß wir sicher sein können, datz das neu zu erbauende Luftschiff mit stärkeren Maschinen und höherer Geschwindigkeit eine weit schnellere Lleberfahrt mit größerer Regelmäßigkeit durchführen kann. Die Ham- burg-Amerika-Linie, von dem Wunsch geleitet, mitzuhelfen an der modernen Entwicklung dieser modernsten Art internationalen Verkehrs, hat ihre große Organisation dem Zeppelinluftschiffbau zur Verfügung gestellt. Wir sind der Ansicht, bah das neue Verkehrsmittel neuen Verkehr erzeugt und glauben, daß jede Verkürzung der Entfernung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten einen Schritt vorwärts zum Frieden und zur Wohlfahrt der Welt bedeutet.
Künftige Organisation des Lustschiffverkehrs.
Reuhork, 5. Aug. (Associated Preß.) Rach einer Meldung der „Evening Post" soll der Vertreter des Luftschiffbaues Zeppelin und der Maybach Motorenwerke von Meister erklärt haben, Anfang 1931 dürften Schritte getan werden, Richmond in Virginien zum Zeppelin- Hafen zu machen, da festgestellt worden sei, daß Richmond geeigneter als Reuhork sei, da es nebelfrei sei. Von Meister habe ferner angekündigt, datz vier Zeppelinluftschiffe von der doppelten Gröhe des „Graf Zeppelin" für die regelmäßigen Transatlantikflüge gebaut werden würden. Die Verbindung mit Richmond und den großen Städten des Landes würde durch Flugzeuge hergestellt werden.
den. Bei den Toten handelt es sich um zwei Radfahrer und einen Fußgänger. Verletzt wurde eine Frau. Es steht noch nicht fest, ob diese Personen zu gleicher Zeit getötet wurden, oder ob sie einzeln im Laufe der Rächt an die verhängnisvolle Stelle kamen. Rach der behördlichen Untersuchung handelt es sich um den Streich eines Iugendlichen, der einen Anschlag auf einen unbekannten Rebenbuhler unternehmen wollte.
Bisher elf Todesopfer beim Ostender Dampfer- unglück.
Bei dem Dampferzusammenstoß im Hafen von Ostende find nach den bisherigen Ermittlungen elf Personen getötet und 23 verletzt worden, fünf oder sechs werden noch vermißt.
Gerüsteinsturz in München.
Auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld stürzte das 20 Meter hohe Laufgerüst des Neubaues einer Flugzeughalle der Süddeutschen Lufthansa in sich zusammen und begrub vier Arbeiter, die auf dem Gerüst beschäftigt waren. Drei von ihnen konnten nur als Leichen aus den Trümmern gezogen werden, während der vierte so schwer verletzt wurde, daß er kaum mit dem Leben davonkommen dürfte.
Familienfehdc.
In Siena (Mittelitalien) kam es zwischen zwei Familien, deren Beziehungen schon länger gespannt waren, zu einer schweren Schlägerei. Sechs Familienmitglieder muhten in das Krankenhaus gebracht werden, eine Frau ist an den Folgen der Verletzungen bereits gestorben.
Das Deutschland an Krafträdern herstellt.
Die deutsche Gesamtproduktion an Krafträdern betrug im ersten Halbjahr 1929 etwa 115 000 Stück. Bei einigermaßen anhaltender Entwicklung wird die deutsche Motorradindustrie im lausenden Iahre 190 000 Einheiten auf den Markt bringen und damit gegenüber 160 000 der bisher führenden englischen Industrie an die Spitze der Weltproduktivn rücken.
Das heiratsatter der deutschen Frau.
In Deutschland heiraten die meisten Mädchen zwischen ihrem zwanzigsten und fünfundzwanzig st en Lebensjahre. Die Zahl der Heiraten in diesem Lebensalter ist fast so hoch wie die aller Heiraten über 25 Jahre zusammen. Im Jahre 1927 verheirateten sich 38 741 Mädchen unter zwanzig Jahren, zwischen zwanzig und fünfundzwanzig Jahren heirateten aber 245 993 Mädchen: zwischen 25 und 30 Jahren schritten 157 992 Mädchen zum Altäre, und zwischen 30 und 40 Jahren waren es 73 328. Zwischen 40 und 50 Jahren fanden noch 16 438 Mädchen das Eheglück und über 50 Jahre noch 5971.
Eine Tagung für preußische Schulaufsichtsbeamte.
Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht in Berlin hat im Einvernehmen mit dem Landesverband der Schulräte und der Vereinigung der Regierungs- und Schulräte Preußens für die Zeit vom 22. und 23. Oktober eine Tagung für Schulaufsichtsbeamte in Kassel unter dem Leitgedanken „Volksschule und praktisches Leben" in Aussicht genommen. Die genaue Veranstaltungsfolge geht allen Regierungen und den Schulräten vorn Zentralinstitut rechtzeitig unmittelbar zu. Meldungen zur Teilnahme müssen bis spätestens 20. September dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht zugehen.
Berliner Börse.
Berlin, 6. August. (WTB. Funkspruch.) Rachdem sich gestern abend in Frankfurt und auch im späten Rachmittagsverkehr in Berlin angeblich auf amerikanische Käufe starkes Interesse für AEG. und die übrigen Elektropapiere gezeigt hatte, scheint dieses auch im heutigen Früh- verkehr anzuhalten. Das Geschäft ist aber rußig und die Allgemeintendenz abwartend. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,88, London gegen Mailand 92,82, London gegen Spanien 33,17, London gegen Kabel 4,8515, London gegen Berlin 20,3613, Kabel gegen Berlin 4,1960.
Aus der Provinzialhauptffadt.
Gießen, den 6. August 1929.
Nasenbluten.
Von Or. Gurt Kayser, Berlin-Wilmersdorf.
Wenn Mäxchen und Richard „Räuber und Schuhmann" spielen, dann gibt es in d. Hitze des Gefechts wohl auch mal einen Schlag auf die Rase, daß sie blutet. Einen forschen Iungen kümmert das wenig, und auch die Eltern nehmen meist nicht viel Rotiz davon: denn das Rasenbluten hört ja bald wieder ton selbst auf. Ein bißchen schwieriger liegt der Fall, wenn ein blasses, junges Mädchen in den Entwicklungsjahren oder ein Säugling im gleichen Alter Rasenbluten bekommt. Hier spielen die Vorgänge im inneren Organismus eine ursächliche Rolle. Allein, auch dieses Nasenbluten ist, wenn es nicht zu oft wiederkehrt oder zu großen Umfang annimmt, meist harmlos und steht bei einigermaßen zweckmäßigem Verhalten von selbst. Beim erwachsenen Menschen liegen für das Auftreten von Rasenbluten gewöhnlich besondere Gründe vor. Richt selten ist es eine Teilerscheinung einer allgemeinen Vollblütigkeit. Es wirkt dann gleichsam wie eine Selbsthilfe der Ratur und muß nur dann bekämpft werden, wenn es allzu stark wird. Als Teilerscheinung eines inneren Leidens, etwa einer Herzkrankheit, einer Rierenerkrankung ober ganz besonders als sichtbares Zeichen vorgeschrittener Aderverkalkung, muß das Rasenbluten sowohl wegen der Häufigkeit seines Auftretens als auch wegen der Größe des Blutverlustes ernster bewertet werden und bedarf unbedingt der sachgemäßen Behandlung durch den Arzt, gegebenenfalls sogar durch den Facharzt. Auch örtliche krankhafte Veränderungen in der Rase wie Polypen oder Geschwüre, können den Boden für das Auftreten von Rasenblutungen abgeben, die durch geeignete ärztliche Behandlung 3um Verschwinden gebracht werden.
Ganz allgemein wird bei häufigerem oder stärkerem Rasenbluten ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden müssen. Da aber der Arzt nicht immer sofort erreichbar ist, sind gewisse Maßnahmen der ersten Hilfe notwendig und zweckdienlich.
Von größter Wichtigkeit ist dabei die Beachtung geeigneter allgemeiner Regeln für die erste Hilfeleistung. Man lege den Blutenden nach Entfernung aller beengenden Kleidungsstücke, wie Kragen, Rock, Weste usw. in horizontaler Stellung hin und sorge für möglichst ruhiges Der-
Die Wetterlage.
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Wettervoraussage.
Der hohe Druck von Westen her ist rasch vorgedrungen und hat vielfach Aufheiterung gebracht. Heute morgen liegt ein Hochdruckkern mit Barometerständen von über 765 Millimeter über Säd- und Mitteldeutschland. Er wird zunächst günstig auf unser Wetter einwirken, jedoch greifen von England her wieder neue Störungsgebilde an, die später Eintrübung verursachen und daher keine konstante Wetterlage aufkommen lassen.
Wettervoraussage für Mittwoch: Zunächst vielfach heiter und trocken, tagsüber warm, nachts starke Abkühlung, später wieder Eintrübung und Gewitterneigung.
Wettervoraussage für Donnerstag: Wieder mehr wolkiges Wetter und Niederschlagsneigung.
Lufttemperaturen am 5. August: mittags 22 Grad Celsius, abends 15,1 Grad: am 6. August: morgens 12,6 Grad. Maximum 22,1 Grad, Minimum 7,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. August: abends 21,3 Grad: am 6. August: morgens 15,6 Grad. — Sonnenscheindauer 3% Stunden.
Reisewetterdienst
der amtlichen Wetterdienststelle Gießen.
Bayern (Garmisch-Partenkirchen): Gestern warmer Tag und regnerisch: heute morgen 11 Grad, Windstille, heiter bis halb bedeckt. —
Rheingebiet (Köln): Gestern vorherrschend kühl und meist heiter; heute morgen 15 Grad, Südostwind, halb bis ganz bedeckt.
Baden (Baden-Baden): Gestern kühle Nacht und regnerisch: heute morgen 13 Grad, Ostwind, heiter bis halb bedeckt. — (Freiburg): Gestern kühle Nacht und meist trübe; heute morgen 13 Grad, Südostwind, heiter bis halb bedeckt.
Käste (Westerland a. Sylt): Gestern der Iahreszeit angemessene Temperatur, veränderlich mit Schauern: heute morgen 16 Grad, Südwind, halb bis ganz bedeckt.
(Swinemände): Gestern warmer Tag und meist heiter: heute morgen 17 Grad, Nordwestwind, heiter bis halb bedeckt.
Borkum: Gestern der Iahreszeit angemessen» Temperatur, teils heiter, teils wolkig: heute morgen 14 Grad, Nordwestwind, heiter bis halb bedeckt.


