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M. 182 Erstes Blatt

179. Jahrgang

Dienstag, 6. August 1929

Erscheinl lägilich, außer Sonntags und Feiertags.

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Die Illustrierte Gießener Familienblätter

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Erste Fühlungnahme im Haag.

Ois Organisation der Konferenz.Oer Belgier Laspar wird der ersten Vollversammlung präsidieren, dann wechselnder Vorsitz. Sofortige Aufnahme der offiziellen Verhandlungen.

Oie Ankunst der deutschen Delegation.

Tie deutschen Delegierten beziehen in Lchcveningen Quartier.

Haag, 5. Aua. (WB.) Die deutsche Delegation für die Haager Konferenz mit den Reichsministern Dr. S t r e s e m a n n, Dr. C u r t i u s, Dr. Wirth und Dr. Hilferding an der Spitze, traf heute vormittag im Sonderzug um 11.15 ilt)r im Haag ein. Zur Begrüßung hatten sich am Bahnhof u. a. eingefunden der niederländische Außen­minister Sonkheer Beelaerts van Blök- l a n d und sein Kabinettschef van Reen, ferner Gesandtschaftsrat Roediger und Gesandt­schaftssekretär Dr. Gregor. Der deutsche Ge­sandte Graf von Zech-Burkersroda war der deutschen Delegation bis Lltrecht entge­gengefahren. Bor dem Bahnhof hatte sich neben zahlreichen Journalisten und Photographen eine große Menschenmenge angesammclt, die den deutschen Reichsauhenminister, als er zusammen mit dem deutschen Gesandten im Auto Platz nahm, lebhaft begrüßte. Die gesamte deutsche Delegation fuhr vom Bahnhof sofort in Auto­mobilen nach Scheveningen weiter, wo sie im Oranje-Hotel abstieg. Die deutsche Delegation besteht einschließlich der vier Minister aus 43 höheren Beamten und erforderlichem Begleit­personal. Noch vor ihrer Ankunft hatte sich das am Morgen trübe Wetter aufgeheitert und in Hellen Sonnenschein verwandelt.

Vorbesprechung der Haupidelegierien.

Am heutigen Dienstag Eröffnungssitzung der Konferenz.

Haag, 5. Aug. (TU.) heute um 19.30 Uhr kamen die h a u p l d e l e g i e r t e n der sechs als Einberufcr der Haager Konferenz gellenden Mächte, nämlich Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Italien und Japan, beim französischen Mi­nisterpräsidenten B r i a n d im Hotel des Indes zu einer ersten formellen Vorbesprechung zusammen, vriand war mit dem Hauptteil der französischen Delegation erst um 18.15 Uhr im Haag angenom­men, so daß die meisten der zur Besprechung er­schienenen Delegierten sich bei dieser Gelegenheit zum erstenmal wieder sahen, von deutscher Seite waren Reichsaußenminister Dr. Strefemann und Reichssinanzminifter Dr. hilferding er­schienen.

Wie verlautet, stand die Frage der Wahl des üonferenzvorsihenden und die eventuelle Ernennung eines Generalsekretärs für die Konferenz sowie auch die Aufstellung eines vorläufigen Arbeitsprogramms im Mittelpunkt dieser Besprechungen, nach deren Ab­lauf folgendes Kommunique herausgegeben wurde:

Die Delegierten der Mächte, die die Konferenz einberufen haben, haben sich heute abend in den Räumen der französischen Delegation vereinigt, um die Bedingungen zu prüfen, unter denen sich die Arbeiten der Konferenz abspielen werden. Sie tjüben beschlossen, daß morgen vormittag um 11 Uhr die Konferenz mit einer öffentlichen Sit­zung eröffnet werden foll. Herr vriand ist von feinen Kollegen gebeten worden, die Er­öffnungsrede des Herrn Beelaerts van Blok- land zu beantworten. Die ersten fachlichen Be­ratungen (seances effectives) werden morgen um 16 Uhr mit einer geschloffenen Sitzung be­ginnen.

Wie weiter verlautet, wird die Eröffnungssitzung nur einen formellen Charakter fragen und von ganz kurzer Dauer fein. Man rechnet damit, daß fie nur eine halbe Stunde in Anspruch nehmen wird. In den Beratungen ist ferner, ohne besonders dar­über Beschluß zu fassen, eine Uebereinftimmung lediglich dahin festgestellt worden, daß an der Er- öffnungskonferen; sowie an der geheimen Rachmil- tagssihung um vier Uhr auch die übrigen eingeladenen Mächte Rumänien, Südsla- wien, Tschechoslowakei, Griechenland, Portugal und Polen teilnehmen werden. Iedoch erscheint es selbst­verständlich, daß diese sechs Mächte lediglich zu den Verhandlungen über die sie direkt berührenden Kriegsentschädi- gungsfragen hinzugezogen werden, ohne daß den Regierungen dieser Mächte in irgendeiner Rich­tung ein Einfluß oder eine Mitarbeit an den ent- scheidenden politischen Fragen eingeraumf wird. Griechenland wird an der Sitzung am Dienstag durch den Ministerpräsidenten V e n , z e l o s , die Tschechoslowakei durch Dr. Benefd); die übrigen Mächte werden durch ihre Gesandten vertreten sein. Auf die Eröffnungsansprache des holländischen Außenministers sollen außer Brianö auch die Ver­treter von England und Deutschland antworten.

Die Frage des Vorsitzes der Konferenz hat größere Schwierigkeiten bereifet, ist jedoch nun da­hin gelüst worden, daß die Eröffnungssitzung von dem belgischen Ministerpräsidenten Iaspar als dem ältesten der anwesenden Ministerpräsidenten, ge­leitet werden wird. Die nächste Vollsitzung wird vriand leiten, worauf nach der alphabetischen Reihenfolge die übrigen Abordnungsführer den Vorsitz in den Vollkonferenzen führen werden.

lieber die Teilung der Konferenz in einen politischen und einen wirtschaftlichen Teil ist am Montag noch kein endgültiger veschluh zustande gekommen. Ebenso ist die Einsetzung von Unterausschüssen noch nicht geregelt worden. In maßgebenden Kreisen erwartet man, daß Diens­tag nachmittag der englische Schahkanzler Snow­den, als Führer der englischen Abordnung, den Standpunkt der englischen Regierung zum Zoung- plan entwickeln wird, und zwar in der gleichen Weise, wie Snowden das bereits in seiner letzten großen Unferhausrede getan hat. Die englischen

Koblenz, 5.Aug. (wv.) Der Wirtschaftsaus­schuß für die besetzten Gebiete faßte eine Entschlie­ßung, die der öeulfdjen Delegation im Haag zuge­leitet werden wird. Sie hat folgenden Wortlaut: Der WictschaftLausschuß für die besetzten Gebiete als ©efamtoertretung von Industrie, handel, Hand­werk und Landwirtschaft des beseht'en Rheinlandes hält fich angesichts der sich von Tag zu Tag verschärfenden Wirtschaftslage für verpflichtet, von der Reichsregierung zu ver­langen, bei den kommenden politischen Verhandlun­gen im Haag darauf zu bestehen, daß die sofor­tige Räumung des befehlen Gebiets und die Wiedervereinigung des Saar­gebiets mit feinem Mutferlande zur Vorbe­dingung der Annahme des Poungplanes ge­macht werde, der für die deutsche Wirtschaft kaum tragbare Bela ff ungen bringen wird. Die Rheinlandräumung darf nicht von irgendwelchen wirtschaftlichen oder politischen Zugeständnissen ab­hängig gemacht werden. Insbesondere muß die Einsetzung einer Feststellung^ und Vergleichskommission nachdrücklich a l> g e l e h n t werden, weil sie der Ausdruck eines die endliche Befriedung gefährdenden Mißtrauens ist. Das Saarland bildet eine mit dem deut­schen Mutterland untrennbare wirtschaft­liche Einheit. Die unnatürliche Grenzziehung schädigt insbesondere die Grenzgebiete aufs fdjroerffe. Eine Wiedervereinigung des Saargebiefs mit Deutschland ist um so notwendiger, als Deutschland die ihm auferlegten ungeheuren Lasten des Poung- plans nur dann wird tragen können, wenn es feine gesamten wirtschaftlichen Kräfte, zu denen eine starke Wirtschaft des Saarlandes von jeher gehört hat, wieder einheitlich zufam- m e n f a f \ e n und in voller Freiheit ent­falten kann.

Oie Memiandräumung.

Tie Pariser Presse baut vor.

Paris. 5. Aug. (WB.) Sn einer Vorbespre­chung zur Haager Konferenz schreibt der T e m p s": Sn der Stunde, da die Konferenz beginnt, ist die Lage Frankreichs aus­gezeichnet. Frankreich hat den Buchstaben der Verträge für sich: aber es hat seit zehn Jahren fortwährend größtes Entgegenkommen be­wiesen. Es fordert nicht, sondern ist geneigt, in liberalem Geiste die Borschläge. die andere ma­chen könnten, zu prüfen und zu erörtern, voraus­gesetzt daß sie mit Frankreichs Rechten vereinbar sind. Dank der wunderbaren Tat­kraft Poincares hat Frankreich seine Finanzen und seine Wirtschaft saniert, so daß es in vol­ler Unabhängigkeit handeln kann, oyne einen direkten oder indirekten Druck, von welcher Seite er auch kommen möge, fürchten zu müssen.

Das Blatt geht sodann auf die deutsche These hinsichtlich der Rheinlandräumung em. Es erklärt die Forderung nach einer formellen Verpflichtung zur vorzeitigen Räumung vor An­nahme des Voung-Planes für rechtlich u n d sachlich unhaltbar. Deutschland kann nicht den Abzug der alliierten Truppen auf Grund des Artikels 431 des Friedensvertrages fordern, der doch die vorzeitige Räumung nur vorsieht, falls Deutschland vor Ablauf von 15 Sahren sämtliche Verpflichtungen aus dem Vertrag erfüllt hat. Tatsächlich wird es diesen Verpflichtungen erst nachgekommen sein, wenn die endgültige Reparations- lofung durch geführt sei, d. h. wenn der

Erklärungen werden bann vermutlich eine all­gemeine Aussprache auslöfen. Es ist ferner übereinftimmenb feffgeffclit worden, daß der Privat- fefretär des englischen Ministerpräsidenten Mac- donald, Sir Maurice h a n ck e y , der aud) General­sekretär der Londoner Konferenz war, zum Gene- ralfefrefär der Haager Konferenz ernannt werden wird.

Der übereinstimmende Eindruck der ersten Vor­besprechung der Abordnungsführer geht dahin, daß man schneller als allgemein erwartet wurde, die sachlichen Verhandlungen aufnimmt. Es besteht je­denfalls offenbar in sämtlichen Abordnungskreisen der Wunsch, mit Rücksicht auf die öffentliche Mei­nung unverzüglich ohne die sonst üblichen ersten Ruhetage für private Aussprachen in die Erörterung einzutreten. Man erwartet für Diens­tag abend das Eintreffen des Reichsbankpräsiden­ten Dr. Schacht und das Eintreffen der übrigen beiden Kriegsschuldensachverständigen K a ft t und Dr. Melchior.

Voung°Plan effektiv ins Werk gesetzt worden sei und seine Ausführung begonnen habe. Anter diesen Umständen wäre es eine Herausforderung an den gesunden Menschenverstand, die An­nahme bet endgültigen Reparationsregelung von der vorzeitigen Räumung des Rheinlandes ab­hängig-machen zu. wollen. Aus leben, Fall ist klar, daß die Frage der Annahme des Voung-Planes von vvrnh-erein klar- gestellt werden muß: sonst wird man in eine Verwirrung geraten, und die wenigen Monate, die noch bis zum Ablauf des Sahres übrig bleiben, werden für die Liquidierung des Krie­ges nicht ausreichen.

DasSoumal erklärt: Die Deutschen und bre Engländer möchten sehr schnell vorankommen, ohne sich darum zu kümmern, was nachher ein­treten könnte. Die Franzosen und die Velgier haben ernste Gründe, sich daran zu erinnern, daß die Besetzung ein Sicherheitspfand und eine Bürgschaft für bie Ausführung der Reparationen ist. Die Zurückziehung der Truppen seht deshalb ernste Garantien sowohl hinsichtlich der Aufrechterhaltung des europäischen Statutes, wie auch hinsichtlich der Ausführung des Boung-Planes voraus. Wenn die Deutschen wirklich die Räumung ihres Ge­bietes wünschen, hängt es nur von ihnen ab, die Stunde zu beschleunigen. S i e werden im Grunde genommen über den Erfolg der Haager Konfe­renz entscheiden.

Englands Rotte im Haag.

Britische Blätter am Vortage der Konferenz.

London, 5. Aug. (WB.)Evening Standard" Erwartet, daß die Haager Konferenz die schwierigste seit der Versailler Konferenz sein wird. Erstmalig werde England in der Rolle einer Nation erscheinen, die Forderungen zu stellen und nicht Zugeständnisse zu machen hat. In dem Führer seiner Delegation habe es einen Mann, dessen Kinn der Welt verkündet, daß er besser zu nehmen als zu geben versteht". Briand werde in Snowden einen von Chamberlain sehr verschiedenen Mann sinden.

Manchester Guardian" schreibt, die Interessen des Landes könnten nicht in zäheren und stärkeren Händen sein als in denen Snowdens. Das Blatt bedauert, daß die politische Schwierigkeit, die die Unterhändler im Haag behindert, nicht dadurch ver­mieden wurde, daß die Arbeiterregieruna bei ihrem Amtsantritt den Grundsatz der sofortigen vollständigen und bedingungslosen Rheinlandräumung verkündete. Sollte die­ser Grundsatz auf französischen und belgischen Widerstand stoßen, so würde die Abberufung der Mitglieder der interalliierten Rheinland- k o m m i's s i o n , die Zurückziehung der britischen Truppen sowie die A b l c h n u n g jeder Kontrolle außer dem Untersuchungs­recht des Völkerbundes bekanntgegeben werden. Beim augenblicklichen Stand der Arbeit sei die morgige Konferenz jedoch in Gefahr, tief, vielleicht verhängnisvoll durch diese politischen Fragen be­rührt zu werden. Man habe zugelassen, daß die Rheinlandräumung von der Zustimmung der Franzosen abhinge, die dadurch das Mittel behielten, die Konferenz zum eigenen Vor­teil und zum Nachteil nicht nur Deutschlands, son­dern auch Englands zu beeinflussen. Das Blatt betont, daß auch die Deutschen entschlossen sind, die Besetzung nicht weiter zu dulden und keine Kon­trolle über das Jahr 1935 hinaus anzunehmen. Zum Schluß fordertManchester Guardin" Tren­nung der wirtschaftlichen von den politischen Fra- acn und die Herbeiführung einer vollständigen, so­fortigen und bedingungslosen Rheinlandräumung ohne Rücksicht auf, wirtschaftliche Probleme.

Eine Verfassungsfeier im Gaargebiet.

Für die Nückkchr der Laar zu Deutschland.

B c r l i n , 6. August. (WTB. Funkspruch.) Dec Oberbürgermeister von Saarbrücken und die Stadtverordnctenfraktioncn dec Zentrumspartei, der Sozialdemokratischen Partei, der Deutsch-Saarländischen Volkspartei, der Deutschen Demokratischen Partei, sowie der Deut- chen Wirtschastspartci haben einen Aufruf, erlassen, in dem es heißt, daß die Bevölkerung des Saargebictes innerlich durch die gleichen Bande und Gefühle verbunden ist, die bei den! Verfassungsfeiern im Reich ihren Ausdruck fin­den. Die Saarbrücker Verfassungs- feier foll daher ein einmütiges Bekenntnis zur Derfafsung unseres deutschen Volksstaates wer- den. Zum Schluß wird der Wunsch nach baldi­ger Rückkehr zur Deutschen Republik ausgedrückt. Gleichwie sich vor zehn Fahren das deutsche Volk durch die Verfassung Weg und Ziel gege­ben, gleichwie es seit zehn Jahren auf dem ge­meinsamen Wege aus tiefster Rot der Wieder­genesung entgegenschritt, so möge es auch gemein­sam an diesem Markstein seiner Geschichte und Geschicke in ernster Feier sich finden, dankbaren Herzens für den bisherigen Aufstieg und zuver­sichtlichen Mutes für die zukünftige, noch au lei­stende Arbeit und unsere baldige Rückkehr zur deutschen Republik.

Der neue Reichsetai.

Sparsamste Voranschläge der Ressorts.

Berlin, 6. Aug. (Privattel.) Seht werden programmgemäß in den einzelnen. Ministerien die verschiedenen Voranschläge für den neuen Haushaltsplan aasgearbeitct. Schon jetzt liegen gewisse Richtlinien vor, nach Möglichkeit von der Ansehung neuer Besch affungs- p ost en, soweit sie in ein Zukunftsprogramm ge­hören, abzufchcn. Snwieweit sich das im einzelnen wird durchführen lassen, muß selbst­verständlich dahingestellt bleiben. Es kann jedoch damit gerechnet werden, daß die Etatsvoran­schläge der einzelnen Ministerien im Gegensatz zu den Vorjahren diesmal bis aufs äußerste kalkuliert werden, so daß kaum noch Posten übrig bleiben werden, über die Streichungsdis- lussionen entstehen können. Sm Hinblick aus die kommende Finanzreform wird sich schließlich noch eine völlige Umgruppierung der Positionen ergeben, so daß die Voranschläge auch nach dieser Richtung hin noch provisorischen Eharaktec haben. Allerdings wird sich die Reform mehr auf die Art und Weise der parlamentarischen Finanzpolitik erstrecken,/ und hinsichtlich dec Reichshaushaltsgebarung nur Fragen einer an­deren Lösung entgegensühren, die wie die übe r- tragbaren Posten bisher nur sehr pro­visorisch gelöst worden sind.

Oie Reform

der Arbeitslosenversicherung.

Berlin, 6. Aug. (Pnv.-Tel.) Die Beratungen im Reichsarbeitsministerium, in deren Mittelpunkt die weiteren Maßnahmen zur Durchführung der Reform der Arbeitslosenversicherung stehen, sollen in den kommenden Tagen ohne Unterbrechung fort­gesetzt werden. Da im übrigen Reichsarbeitsminister Wisse11 gestern abend von seinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt ist, darf damit gerechnet werden, daß schon in Kürze die gesetzgeberische Aktion in ihrer Vorbereitung abgeschlossen sein wird. Aller­dings läßt sich noch nicht überblicken, wann das Kabinett den Gesetzentwurf beraten kann, zumal ja jetzt nur wenige Reichsminister in Berlin anwesend, sind. Es soll aber dafür Sorge getragen werden, daß sowohl die Kabinettsberatungen als auch die Beratungen im Reichsrat dantt so schnell erledigt werden können, daß der Reichstag schon unmittelbar nach seinem Zusammentritt dos Gesetz verabschieden kann.

Einigung in der Mandschurei?

Undurchsichtige Lage im Fernen Osten.

C h a r b i n, 5. Aug. (Agentur Sndopacifique.) Der chinesische und der russische Vertreter haben in Mandschuli im Laufe von drei Unterredungen sich über folgende Punkte geeinigt: 1. Zurück­nahme der Truppen auf eine gewisse Entfernung von der Grenze. 2. Eröffnung der offiziellen Kon­ferenz innerhalb der nächsten vier Wochen. 3. Wiederaufnahme des transsibirischen Verkehrs noch vor der Eröffnung der Konferenz.

Weniger zuversichtlich und bestimmt klingen Meldungen aus Schanghai über die Lage int der Mandschurei. Rach einem Bericht desOb* ferner werden dort die Aussichten über den Verlauf der russisch-chinesischen Krise durchaus verschieden beurteilt. Allgemein wird angenom­men, daß der Konflikt erst begonnen habe, i| daß seine Beilegung noch lange Zeit dauern wird. Der chinesische Außenminister Wang l)abe

Die chemische Wirtschaft an die Haager Konferenz.

Sofortige voraussehungslose Räumung der Rheinlands und Rückgabe des Saargebiets gefordert.