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(Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt.)

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auch bereits in weitenTeilen Deutschlands beliebt. Es hat sich erwiesen, daß das eigenartige, herbsüße, starkeAroma der aus bulga­rischen Edeltabaken her­gestellten Zigaretten die Ge- schmacksrichtungdesdeut sehen Rauchers trifft.

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Juni, also der 2. 3 u n i, be­würbe u. a. beschlossen, in einer Revue die wechselvolle und

Kunst und Wissenschaft.

Der schöne Mensch in der neuen Kunst".

Die große Ausstellung auf der Mathildenhohe in DarmstadtDer schöne Mensch in der neuen Kunst" soll durch die Beteiligung von Künstlern aus allen europäischen Ländern zu einer repräsentativen internationalen Schau werden. Es werden außer Deutschland vertreten sein: Frankreich, Belgien, Hol­land, England, Norwegen, Schweden, Rußland, Polen, Tschechoslowakei, Oesterreich, Rumänien, Griechenland, Italien, Schweiz unb Spanien. Die Ausstellung, die nur Werke der Malerei und Plastik enthält, öffnet Mitte Juni und schließt Anfang Oktober.

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meinsam den geschäftsführenden Ausschuß der 800-3ahrfeier des Schiffenbergs bilden.

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vorgenommen. Es wird dadurch eine bessere Belichtung der Wohnungen und gleichzeitig auch eine bessere Cntwicllungsmöglichkeit der Bäume, die zu dicht standen, herbeigeführt.

* Dom Friedhof am Rodberg. 3m letzten Quartal fanden auf dem neuen Friedhof im ganzen 133 Erdbestottungen (gegen 95 im gleichen Zeitraum des Vorjahres) statt. Aus die einzelnen Monate entfallen davon: 3anuar 24 (25), Februar 45 (42) und März 64 (28). Die höchste Zahl von Beerdigungen innerhalb eines Monats erreichten wir bisher in Gießen im Dezember 1907 mit 59 Bestattungen, während sonst bisher die Zahl von 40 bis 45 Fallen in einem Monat nie überschritten wurde. Die Feuerbestattung im letzten Vierteljahr beziffert sich auf 35 Einäscherungen, gegen 20 im gleichen Zeitraum 1928. 3m März d. 3s. allein wurden

außerordentlich ------------- . . . .

Schiffenbergs durch zahlreiche lebende Bilder darzustellen. Die Bearbeitung dieses Teiles der Veranstaltung hat Oberspielleiter T a n n e r t vom Stadttheater übernommen, dem als beratende Mitarbeiter Amtsgerichtsrat Gros, Professor Helmke und der oberhessi­sche Mundortdichter Georg Heß zur Seite stehen werden-, unter der Leitung von Georg Heß soll bei dieser Aufführung auch die ober» hessische Trach t und die Eigenart der boden­ständigen bäuerlichen Kultur in gebührender Weise mit zur Geltung gebracht werden. Diese historische Revue soll auf demSchiffenberg zum ersten Wale bei der Eröffnung des 3ubi- läumsfestes zur Aufführung kommen, im Laufe der anschließenden Woche aber noch einige Wieder­holungen erfahren, damit weitesten Devöl.erungs- kreisen Gelegenheit gegeben wird, sich diese einzig­artige Darbietung anzusehen. Ein großes Aus­maß von Kostümen der verschiedensten Jahrhun­derte, Reitergruppen, Sprechchöre, Mitwirkung von Gesangvereinen usw. usw. ist für dieses Er­eignis vorgesehen. Oberspielleiter T a n n e r t wird sich unverzüglich mit aller Kraft seiner großen, aber auch dankbaren Aufgabe im 3nter- esse des Schiffenbergfestes widmen, und man darf Wohl hoffen, daß hierbei ein ausgezeichnetes Werk zustande kommt. Weiter ist geplant, das 3ubiläumsfest durch Dolksfestdarbietun- gen der verschiedensten Art, Tänze inTrach- ten, Feuerwerk, große Festbeleuch­tung und allgemeinen Tanz den weitesten Kreisen zu einer Stätte froher Stunden zu

machen.

Die weiteren Verhandlungen galten der srage der Finanzierung des Festes. Hierfür wur­den verschiedene Möglichkeiten ins Auge gefaßt, die man mit Eifer verfolgen wird. Es steht zu hoffen, daß auch in dieser Hinsicht ein befriedigen­des Resultat erzielt wird. Schließlich wurde noch die Bildung eines Ehrenausschusses und eine« Festausschusses beschlossen, dem Ehren­ausschuß sollen die Spitzen der Behörden an- gehoren.

** Veränderung im Gießener Kreis­tag. Nach Beschluß der Kreiswahlkommission für den Kreis Siegen ist an Stelle des verstorbenen Kreistagsmitglieds Haas (Steinberg) der Former Ludwig K l ö ß in Treis a. d. Lda. in den Gießener Kreistag berufen worden.

» Weitere Rotwohnungen. 3m An­schluß an die an der Margarethenhütte errichte­ten Rotwohnungen kommen jetzt weitere Drei- Häuser-Blocks mit zusammen 32 Wohnungen, je aus 2 und 3 Räumen bestehend, zur Ausfüh­rung. Da der Bedarf für diese Wohnungen dringend ist, sollen die Bauarbeiten mit Be­schleunigung durchgeführt werden.

Baumfällungen werden jetzt in der Löberstraße zwischen Bismarck- und Bleichstrahe

Berliner Börse.

Berlin, 6. April. (WTB. Funkspruch.) Heute zum Wochenschluß scheint die (Brunbftimmung freundlich bleiben zu wollen. Vormittags waren die bei den Banken einlaufenden Aufträge zwar noch minimal, so daß von einem Geschäft noch nicht die Rede sein konnte. Die vorliegenden Momente wur­den aber eher günstiger gewertet. Besonders Wurde die internationale Geldmarktlage beruhigter be­urteilt. Interessant dürfte heute die weitere Kurs­gestaltung der Metallwerte sein. Von Kursen sind zu hören Schlickert 246,5 Geld, Siemens 404,5 bis 406,5, I.-G.-Farben 258 bis 259. Am Devisenmarkt nennt man: London gegen Paris 124,21, London gegen Mailand 92,75, London gegen Spanien 32,30, London gegen Amsterdam 12,1075, London gegen Schweiz 25,2150, London gegen Kabel 485,33, Lon­don gegen Berlin 20,47, Kabel gegen Berlin 2,217250-, Tokio gegen Kabel 44,70.

mal wvhl, wenn ich einen Menschen finde, der dem Lärm und dem Geräusch immer so aus dem Wege geht unb gerne allein ist. Der, denke ich dann, hat Wohl ein gutes Gewissen; er läßt die schnöden Linsengerichte stehen und geht vorüber, um bei sich einzukehren, wo er bessere Kost hat und seinen Tisch immer gedeckt findet. Selig ist der Mensch, der mit sich selbst in Frieden ist unb unter allen Umständen frei und unerschrocken auf und um sich sehen kann. Es gibt auf Erden kein größer Glück."

3a, den Tisch in sich gedeckt finden, vor allem von dem göttlichen Tischoereiter nach dem Worte des Psalmisten! Denn alle innerste Heimeligkeit und Wärme, alle wahre Strahlkraft und Schön­heit müssen ihren Grund in Gott haben . . . Alle Fülle wächst nur aus Gottes Fülle.

Wohl dem Menschen, der es heute zuwege bringt, zuinnerst aus eignem Fenster in die Welt zu schauen und Herr in sich zu bleiben. Es leben zu viele im Vorübergehenden und von ihm, leben gleichsam immer in fremder Wohnung und ken­nen nie die hohe Freude des wahren Zu-Hause- seins. Und niemandem gelüstet es infolgedessen, bei ihnen Einkehr zu halten. Es gibt nichts Trost­loseres als solche dauernden Koffer- und Gast­hausmenschen, im inneren Sinne genommen.

Sie betrügen sich selbst um diebeste Freude" und bleiben arme Schlucker zeitlebens. Wir wol­len eingehen in diesebeste Freude", wollen um sie kämpfen mit heißem Herzen und wollen uns aus ihr gegenseitig beschenken und hell machen Sinn und Leben! Aus solchem Willen soll Tat werden und stiller, reiner Lebenssieg.

S00-Iahrfeier des Schiffenbergs.

3n diesem 3ahre jährt sich zum 800. Male die Gründung des damaligen Augustinerklosters Schiffenberg Längst ist der Schiffenberg einer ganz anderen Benutzung zugängig gemacht wor­den, aber feine starke Bedeutung für unsere Stadt als ein beliebter Aufenthaltsort der Bevölke­rung stellt ihn nach wie vor in den Mittelpunkt des öfsentlichen 3nteresses.

Das 800jährige Bestehen des Schis- fenberges soll nun in diesem 3ahre in ge­bührender Weise festlich begangen werden. Zur Vorbereitung dieser Veranstaltung traten am Do .nerätagabenb im Hotel Köhler etwa 40H:r e.i aus allen Kreisen der Bürgerschaft zu einer Sitzung zusammen, deren Einberufer Forstrat R v colaus und Rektor i. R. Valentin Müller waren. 3n den Verhandlungen kam allgemein volle Bereitwilligkeit zur Mitarbeit an einer würdigen Ausgestaltung des 3ubiläumsfestes un­seres Schiffenberges zum Ausdruck. Man beschloß zunächst die Gründung einer Vereinigung von FreundendesSchiffenbergs, deren Gegenwartszweck die Herrichtung der 8,»-3ahr- Her fein soll. Sämtliche Anwesenden erklärten ihre Mitgliedschaft zu dieser Vereinigung, zu veren Vorsitzenden Forstrat Ricolaus gewählt wurde. Die Mitgliedschaft in dieser Vereinigung ist ohne Deitragsverpflichtung, die Mitglieder haben die Aufgabe, für ein breites Fundament zur Herrichtung der Feier in der Bürgerschaft zu sorgen. Zur Durchführung der Arbeiten wurde ein engerer Ausschuß gewählt, dem noch zwei Unterausschüsse beigegeben wurden, die ge­

Aus der Provinziatbauptssadt

Gießen, den 6. April 1929.

Oie beste Freude.

Don Reinhold Braun.

Die beste Freude ist das Wohnen in sich selbst. Goethe.

Wohin wir Goethe in seinem reichen Leben auch begleiten mögen, überall diese Kunst des Woh­nens in sich selbst!

Daher dieses Lebens Kraft und Fülle, dieser Besinnungsreichtum, diese feste, sich steigernde Adligkeit der Gesinnung!

An diesem Bei-sich-selber-sein wuchs nicht zu­letzt feine Alebertagcnfjcit Menschen, Dingen und Lebenslagen gegenüber. Er behielt in allem sei­nen Mittelpunkt.

Aus dieser Mlttelpunkiskunst erflärt sich auch die wohltuende Art einer gewissen vornehmen Behaglichkeit, die trotz überreicher Arbeit, ab­gesehen von einigen Hemmungen, dieses Leben ausströmt. Er selbst schreibt in einem Briese an die Mutter, daß er mit derhypochondrischen Unbehaglichkeit", wie er sie an anderen sieht, nichts gemein haben wolle. Aus dem /Kem- Erlebnis seiner selbst erfiart sich dann auch die Treue gegen sich und seinen jewelligen Lebens­auftrag. .

Dieses Wohnen in sich selbst war auch bei ihm keineswegs ein kampsloses Etwas, sondern ein täglicher, treuer Eroberungsgang. So grüßen wir ihm als den Führer in solcherlei notwendiger Kunst!

Das Wohnen in sich selbst! Ach, wie wenige wissen heutzutage noch davon. Sie sind bei sich selbst höchst selten zu Gast und dann meist nur aus einenHusch". Und dann wiederum befindet dieses innere Etwas sich oft in dem höchst tröst- losen Zustande der Unaufgeräumtheit, zuweilen auch argen Gerümpelhastigkeit.

Es gibt Menschen, deren 3nneres mehr einem fahrenden Zigeunerwagen gleicht, als der beschei­densten Wohnung eines Kulturmenschen, obgleich sie nach auhenhin sich den Anstrich eines solchen zu geben wissen, ja vielleicht sogar ein schönes, behagliches Haus ihr eigen nennen. Das 3n- sich-selbst-wvhnen setzt wie jedes andere Woh­nen einen festen Platz voraus, am besten ein Stück Schollengrund.

Iede echte Wohnung aber bleibt Ausdruck der Persönlichkeit. Von der inneren Wohnung gilt dieser Sah noch in verschärfterem Maße. _

Zur schöpferischen Lebensgestaltung gehört die­ses 3n-sich-selbst-sich°einrichten, nach seinem Ge- schmacke, seinem edlen Verlangen. Hier vor allem güt die Wahrheit des Satzes, daß das Selbst- erworbene, sozusagen sauer Verdiente, heiß Er­kämpfte die tiefste und reinste Freude immer wie­der erweckt. 3edes so erworbene Stücklein muh sich der Harmonie des Ganzen einfügen. Und der innerlich vornehme Mensch wird die schlichte ßinie lieben, wird nur dem Echten einen Platz gönnen. Es sind nicht die Schlechtesten, in deren 3nneres man eintritt wie in die reine, schöne Helligkeit eines Biedermeierhauses.

Kommt einem dabei nicht des lieben Matthias Claudius Wort ins Gedächtnis:Mir wird alle­

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen.

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