Ausgabe 
6.3.1929
 
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1. Schriftführer passives Mitglied wurde. Aach längerer Aussprache schloh der Vorsitzende die Generalversammlung mit der Ditte, bemüht zu sein, neue Mitglieder zu werben. 3n unserer altehrwürdigen Kirche wurde am Freitagabend der Palästina-Film vorgeführt. Die Dar­bietung fand das lebhafte Interesse der zahlreich erschienenen Besucher.

Landwirtschaftlicher BortragerkurS in Grünberg.

xx Gründer g. 5. März. Am Sonntagnach. mittag fand, wir alljährlich, im Gasthaus ,Zum "Rappen" ein Vortragskurs des Land- Wirtschaftsamtes Grünberg statt. Landwirtlcha Nasselsor Dr. Selz er hicß in Ver­hinderung des erkrankten Direktors Traut­mann die Besucher willkommen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der diesjährige Dor- tragskurs zur vollsten Zufriedenheit der An- wesenden verlaufen möge. Er begrüßte insbe­sondere die Vortragenden, Geh.imrat Prof. Dr. G i s e v i u s (Gießen) und Landwirtscha tslehrer Frech von der Landwirtschaftlichen Zentral- genosscnfchast Darmstadt. Leider konnte infolge mißlicher Umstände Diplomlandwirt Hammer- s ch m i d t von der Kalkstickftosfb^ratunasstelle Köln nicht erscheinen. Es mußte deshalb eine Aenderung der Vortragsfolge eintreten, auch insofern, als Londwirt'cha'tslehrer Frech seinen milchwirt'cha't ichen Filmvortrag richt hal'en konnte, da Herr Hammerschmidt seinen Filrn- apparat auch hierzu zur Verfügung stellen wollte.

Zunächst svrach Landwirt'cha tllassessor Dr. Bocher (Grnnbcrg) über iesenpf lege". Aach kurzen Worten über die Verunkrautung, allgemeine Vernachlässigung und stiefmütterliche Behandlung des Grün'andes. unter Hinweis auf die außerordentliche Bedeutung der W.e'en, ganz besonders in der heutigen Zeit, ging er in län­geren, sehr interessanten Ausführungen auf die Pflege der Wiesen ein. Er führte aus, daß die moderne GränlanLw.r'.scha't h:u'e zwei Wege in der Verbesserung der Wiesen kennt, und zwar einmal die Verbesserung durch Umbruch und andererseits die Verbesserung durch wirtschaft­liche Maßnahmen. Der Redner betonte, daß wir in den meisten Fällen in der hiesigen Gegend mit der Verbesserung durch Wirtschall iche Maß­nahmen ouskommen können. Er nannte hier ins­besondere eine richtige Bearbeitung. Düngung und Wasserregulierung, wobei er letztere mit der Kalkdüngung zusammen als grundlegend be­zeichnete. Bei den Düngungsmahnahn-en crl'rterte er insbesondere die Frage der Stickstossdüngung. Seine vortrefflichen Ausführungen klangen aus in den Worten eines unserer Altmeister der Landwirtschaft. Ioh. Rep. von Schwerz: ®ute Wiesen find die Stützen der Viehzucht, die Hilfe des Ackerlandes, der Reichtum des Wirt­schafters und das Kleinod eines jeden ländlichen Besitzers!"

Als nächster Redner sprach Geheimrat Prof. Dr. G i s e v i u s (Gießen) über das Thema: ^Gegenwartsfragen aus der Schweine­zucht". In interessanten Ausführungen zeigte er an Hand von zahlreichen Lichtbildern die Entwicklung der Schweinezucht seit der napoleo­nischen Zeit Sehr schlln illustrierte und besprach ec die Rossenfrage, und kennzeichnete die An­sprüche des Marktes. Rach Ansicht des Redners darf die Rassensrage heute nicht allein behan­delt werden, sondern nur im Zusammenhang mit der Leistungskontrolle, die das Mittel in die Hand gibt, auf schnellstem Wege in der Schweine­zucht vorwärts zu kommen. Rach weiteren lehr­reichen Ausführungen über die Absatz- und Preis­verhältnisse schloh er seinen Vortrag mit der Auf­forderung, den von ihm gezeigten Weg baldigst zu beschreiten. ir5.

In der Aussprache, die außerordentlich an­regend und interessant verlies, zeigte Landwirt­schaftsichrer Frech (Darmstadt) in kurzen, aber um so interessant ren Ausführungen den volks­wirtschaftlichen Wert und die ein­wandfreie Gewinnung der Milch. An der Aussprache, die sich im wesentlichen mit dem Stoff der Vorträge bifahte, beteiligten sich u. a. Geheimrat Gisevius, Dr. S e l z e r, Dr. Bocher, Landwirte Bausch (Grünberg). R e i n m u t h (Reinhardshain) und Keller (Wetterfeld).

Trotz der obenerwähnten mißlichen Umstande konnte man mit dem Verlauf des diesjährigen Vortragskurses sehr zufrieden sein. Dr. Selz er konnte nach Beendigung der Aussprache mit Dankesworten an die Vortragenden und an die erschienenen Landwirte die wohlgelungene Ver­anstaltung schließen. ____________________

Sprechstunden der stiedaktion

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachm klag geschloßen.

Oie Jagd im März.

Schwere Zeiten sind über unsere Reviere hin­weggegangen. oder lasten noch auf ihnen. Wo­chenlang breitet schon der Winter sein weißes Tuch über Forst und Flur und bedroht mit grimmiger Kälte den durch Hunger geschwächten Körper unseres Wildes. Mit banger Sorge sieht der Weidmann dem kommenden Frühjahr ent­gegen. Wie wird sein Wild die Winternot über­standen haben, wie wird es die Gefahren über­stehen, die alljährlich der Aesungswechsel im Lenz mit sich bringt? Erschütternd sind die Be­richte der Iagdzeitungen. Die Aufbauarbeit lan­ger Iahre und hingehender Hege scheint vieler­orts vernichtet. Der echte Weidmann wird den Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Hessen- Rassaus Dank wissen, daß sie mit der gleichen Energie,' mit der der erstere den Wiederaufbau der Rehbestände seiner Provinz durch gesetzlichen Zwang gefördert hot, dem notleidenden Wild Russe vor jeder Iagd gaben. Leider zeigen die Berichte aus vielen Teilen des Reiches, daß es allerorts auchIäger" gegeben hat, die die Rot des Wildes in ihrem Sinne auszubeuten wußten. Für sie sind Wildhege und Wildpflege Fremd­wörter. während der Weidmann sein ganzes Sinnen und Trachten daransetzen wird, seinem Wilde über die Rot und ihre Folgen hinweg- zußelfen. Wenn auch ein Lleberblick über die Wirkungen des Winters in unserem engeren Bezirk noch fehlt, so kann wohl im allgemeinen gesagt werden, daß solche kata­strophalen Einbußen, wie sie aus Höhenlagen und dem deutschen Osten gemeldet werden, nicht zu verzeichnen sind. Die Meldungen an Fall­wild sind noch ziemlich spärlich und dann auch meist auf wenige Stücke beschränkt. Erfreu­licherweise kann gesagt werden, daß in sehr vielen Revieren gefüttert worden ist. Wenn man dabei beobachtete, wie rasch und aus­giebig die Fütterungen angenommen wurden, so war dies der beste Beweis für die vor an- dene Rot. Glücklicherweise ist bei uns eine Ver- harschung des Schnees nicht eingetreten, so daß das Schalenwild im Pulverschnee immer noch nach Aefung schlagen konnte.Die reicheEichel- mast war die Rettung unseres Reh­wildes, das daneben auch Heufütterung rasch und gern annahm. Am meisten scheint der Hase unter Aesungsmangel gelitten zu haben. Wo ihm im Wald und Feld Weichholz. Rüben usw. ge- bo'en wurden, war er steter Gast.

Der Iagdkalender für den März zeigt Schon­zeit für die meisten Wildarten. Wo in Preußen die Iagd gestattet war, ist sie in der Rheinprovinz (Kreis Wetzlar) zunächst bis 10. März, in Hessen- Rassau bis 23. März geschlossen.

Das Rotwild hat (außer dem Hirsch in Hessen) Schonzeit. Die Hirsche werfen ab.

Das Rehwild scheint bei uns verhältnis­mäßig gut durch den Winter gekommen zu sein. Infolge der guten Aesung hatten die Böcke schon früh gut geschoben. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Frost- und Schneezeit auf die Weiter­entwicklung der Stangen ausgewirkt hat.

Schwere Rot litt das Schwarzwild, well es infolge des reichen Schneefalles viel brjagt werden konnte und andererseits der Frost ihm das Drechen nach Rahrung sehr erschwerte. Die Dachen frischen im Verlaufe des März. Für den Weidmann ist die führende Dache geschützt. Denn kein Iäger. der ein fühlendes Herz in der Drust hat. wird durch Abschuß der Mutter die Frischlinge dem Hungertode preisgeben, und wenn es sich dabei um das vielgeschmähte Schwarzwild, unser einziges wehrhaftes Wild, handelt.

Trotz der Winternot hat der Hase nicht ver­gessen. daß die Iagden des Herbstes seiner Sippe schwere Wunden schlugen. Die Halenhoch- zeit hat begonnen. Der kommende erste Sah ist für den Ausfall der Hasenjagd von ganz be­sonderer Dedeutung, da er selbst noch in diesem Iahre fortpflanzungsfähig wird. Infolge der Kälte ober ist die Vegetation in diesem Iahre noch besonders weit zurück, so daß es der Hascn-

mutter schwer fallen mag, ihre Iungen gedeckt unterzubringen. Um so mehr muß der Weid­mann trachten, ihre Feinde kurz zu halten.

Im Dachs bau sind Junge. Gegen Ende des Monats finden sich auch mitunter schon Fuchs- gehecke.

Auer-, Dirk- und Haselwild tritt in die Dalz.

Die Rebhühner beginnen zu paaren. Ie besser die Deckung, um so eher schreitet die Henne zur 03tut und um so geringer ist infolge­dessen der Verlust durch Ausmähen. Das sollte jeden Weidmann veranlassen, in seinem Revier Deckung für sein Wild zu schaffen, sei es durch Anpflanzen von Sträuchern, oder durch Aussäen von Ginster oder Lupinen usw. Ein Eckchen dafür wird sich immer finden.

Auch der Fasan tritt in die Balz. Roch ist die Zeit zum Aussetzen von Fasanen günstig.

Die Wildente hat Schonzeit. Auch das Wasserwild hat z. T. unter dem Winter außer­ordentlich gelitten. Ein Wasser nach dem an­keren fror zu. so daß schließlich die kleinen rasch fließenden Ouellbäche die letzte Zufluchtsstätte bildeten. Die Berichte über mit der Hand ge­griffene Reiher, Gänse und Enten sagen über die Rot der Tiere genug. Leider scheint cs nicht an Iägern gefehlt zu haben, die sich mit dem Abschuß von Fischreihern ein Ruhmesblatt in der Reihe der Raturveröder zu erwerben wuß'en!

Reminiszere putzt die Gewehre!" Wer vor dem Schnepfen strich noch besonders die Ge­wehre putzen muh. braucht sich diesmal nicht zu eilen. Denn mit demOkuli da kommen sie" wird es wohl 1929 nicht stimmen. Aber der Weidmann wird den Vogel mit dem langen Ge­sicht in diesem Iahr als Frühlingsboten beson­ders herzlich wlllkommen heißen. Es ist halt ein eigener Reiz um diese Iagd, die wenig ma­teriellen Erfolg, aber dafür viel Freude an dev wiedererwachenden Ratur zu spenden vermag. Grundsätzlich sollte die Iaad nur auf dem Strich ausgeübt werden, da die Schnepfe von Iahr zu Iahr mehr und mehr Steigung zum Brüten bei uns zeigt.

Die reiche Eichelmast des Iahres 1928 hat die Wildtauben in ungewohnt großer Zahl zum Lleberwintern zurückgehalten. Bald wird das sehnsuchtsvolleO du. dudu" des Ringeltaubrrs den Wald durchdringen und dem "Weidmann, der den großen Hahn nicht jagen kann, einen Ersah bieten, der auch einige Anforderungen an fein Können im Pirschen und Anspringen stellt.

Ter Raubvogelzug ist im Gang. Auf­fallend schlecht ist es den Mäusejägern Bussard und Eu'en in diesem strengen Winter gegangen. In großer Zahl sind sie verhungert und er- fro en gefunden worden. Unsere Raubvögel, die sto'.en Beherrscher der Lüfte, sind so wenige ge- worben, daß der Raturfreund im Weidmann die Oberband gewinnen sollte. Unsere Ratur ist schon einförmig und verödet genug.

Die wichtigste Arbeit muß die Bekämpfung der Feinde der Riederjagd, der Krähen und des Großwiesels, sein. Dem scharfen Auge der schwarzer Gesellen entgeht in dem deckungsarmen Märzse.d kaum ein Iunghäschen. fällt gar man­ches Gelege zum Opfer, während das blutdürstige kleine Däüberchen die brütende Henne in dichter Dornenhecke, den von der Mutter im alten Gras des Grabrnhanges wohlverwahrten kleinen Müm- me'mann abwürgt.

S a l z l e ck e n sind aufzufrischen oder neu an­zulegen. Ihre Bedeutung für die Gesunderhal­tung des Wildes in der Zeit des Aesungswechsels ist sehr groß. Dazu bieten sie ein billiges Mittel, das Schalenwild an das Revier zu fesseln. P i r s ch p f ä d e sind anzulegrn, jagenden Hun­ten und streunenden Katzen ist das Handwerk zu legen. Denn ihr Schaden ist häufig größer, als der aller wild lebenden Feinde unseres Wildes. Hubertus.

Hessische Geflögelzüchtertagung.

Der Landesverbandstag hessischer Geflügel- züchteroereine fand am Sonntag in Frankfurt a. M statt. Der Vorsitzende, K. Beith (Reichelsheim i. W.), begrüßte die zahlreich erschienen Vertreter aus ganz 5)essen. Den Jahresbericht erstattete Herr Ackermann (Sprendlingen). Die Rechnungsab­lage ergab eine Einnahme von 2229,71 Mk., eine Ausgabe von 1547,98 Mk., mithin 681,73 Mark Ueberschuß. Dem Geschäftsführer Ackermann wurde der Dank der Versammlung ausgesprochen; dem gesamten Vorstand einstimmig Entlastung er­teilt. Bei der Wahl des Vorsitzenden ergab sich eine

recht lebhafte Debatte. Der seitherige Vorsitzende, K. Beith erhielt 66, Direktor Geis (Ofsenbach) 27 Stimmen; ersterer ist also wiedergewählt. Der Züchterlag 1 9 2 9 findet in Gießen statt. Termin wird noch bekanntgegeben. Die Landes- ausstellung ist vom 15. bis 17. November in Worms. Für 1930 wurde die Landesausstellung wegen der schönen Ausstellungshalle wieder Gie­ßen zugesprochen. Die Leistungsstämme, die von Züchtern dem Universitäts-Tierzuchtinstitut zur Ver­fügung gestellt wurden, werden auf der Landes­ausstellung Worms und der Wanderausstellung der Landwirtschaftsgesellschaft ausgestellt.

Buntes Allerlei.

Die deutsche Lomw.erauSstcllung Gas und Wasser 1929.

Am 19. April wird in den großen "Berliner Ausstellungshallen am Kaiserdamm die vom deut­schen Verein von ©?8- und Wasser,achmännern gemeinsam mit dem Messeamt der Stadt Berlin vcranstLltcte AusstellungGas und Wasser" er­öffnet werden. Der g:famtc große Ausstellungs- park Berlins steht dieser Ausstellung, die in ihrer Art einz garsig sein wird, ?ur Verfügung. Vertreter der Technik und Wirtschaft aus allen Teilen des Reiches arbeiten schon seit langem uni er lebhaftrr Anteilnahme der maßgebenden Behörden an der Verwirklichung des Gedankens, Gas und Wasser, die Eckpfeiler im Leben jeden Gemeinwesens, au '.stellungsmä' ig dar'ustc'len. In ter ersten Abt uung dieser gewaltigen Schau wird ausschließlich die Gaserzeugung gezeigt. Es wird u. a. das größte jemals hergestcllte Modell eines neuzeitlichen Gaswerkbetriebes in vollem Betriebe zu sehen sein. In der zweiten Olbteilung tri.6 di: GaLv:rwcndung im Haushall. Gewerbe und Industrie gezeigt. An diesen um­fangreichen Industrietlll werden zahlreiche be­lehrende Sonderabtci ungrn angeschio'sen, wo' ei man sehen wird, wie man mit Gas schweißt, schmiedet, gießt,'cht, bäckt. Auch die Belange der Hauswirtschaft werden hier in weitestem Um­fange berücksichtigt sein. Die nächsten Abteilungen werden ausschließlich dem Wa'scr gewidmet fein. Hier wird man einmal den Zusammenhang dcS Feuerlöschwesens mit Gas und Wasser veran- schaullchen, man wird ferner die Organisation und Ausrüstung der Feuerwehr als Wasscrwchr zur Darstellung bringen. Zum anderen wird die gesamte mit der "Dass erwerkversorgung und Wasserverteilung bischästgte Industrie in ihren mannigfachen Verschiedenheiten zu sehen sein. Die interessantesten Wasierversorgungs- anlagen zahlreicher d:u scher Städte werden zu sehen sein. Endlich wird auch der wissenschaft­lichen Erörte urg al er WalserversorgungLfragen ein breiter Raum eingeraumt werden, so daß sich schon jetzt sagen läßt, daß die von allen interessierten Kreisen geleistete Gemeinschafts­arbeit ein Werk von Weltgeltung der Verwirk­lichung entgegenführt.

Ein Eisenbahnunglück abgewendet.

Durch die Olufm.rkiamkeit eines Blockwärters wurde der B e r l i nH amburger O-Zug bei Karstädt vor einer Katastrophe bewahrt. Der O-Zug, der gegen 10 älhr Karstädt passieren sollte, wurde auf die Rachricht eines Block- Wärters in Karstädt angehalten. Der Tlockwä.ter hatte beolachtet, daß der Speisewagen schwankte und auf einer Seite hing Bei der Llnters'lchung in Karstädt wurde festgestellt, daß das et e Achsschenkellager ausgeschmort war: ebensans war die eine Feder des Speisewagens weggerissen. Hätte der O-Zug die Weichen in Karstädt mit voller Geschwindigkeit Pa siert, wäre der Wagen ohne Zweifel entgleist. Rach Ausrangierung des Wagens setzte der Zug feine Fahrt fort

Eine Automobilhalle nledergebrannt.

In Singen am Hohentwiel wurde die yroße Lager- und Reparaturhalle der Automobillitmn Bälle, Vollmer & Co. durch ein Großfeuer ein­geäschert. Infolge der Kälte konnte die Feuerwehr das große, mehrstöck ge Gebäude nicht retten, son­dern mußte sich auf den Schutz der angrenze- den Gebäude beschränken. Der Brand dürfte auf einen Dergaserbrand zurückzuführen fein. Zahlreiche in der Halle eingestellte Privatwagen sind verbrannt. Der Schaden ist sehr groß.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung )

Zuwachsskeuer. Die Wertzuwachssteuer wird in Ihrem Falle von der Differenz zwischen dem An­kaufspreis im Jahre 1925 und dem etwaigen Ver­kaufspreis berechnet. Maßgebend ist die Höhe der Differenz, die Dauer des grundbuchmäßigen Eigen­tumseintrags und der Betrag der von Ihnen in das Haus gesteckten Beträge zum Zwecke der dauernden Verbesserung. Näheres erfahren Sie auf dem Finanz amt, von dem die Steuer berechnet w.rd; ihr Betrag fließt in die Stadtkasie.

Drahtzaun. Der Fuhrwerksbesitzer ist für den un­gerichteten Schaden haftbar, da er nach Ihrer An­gabe das Fuhrwerk selbst gelenkt zu haben scheint. Einigen Sie sich mit ihm über die Kosten. Er wird sich wieder an seine Versicherungsgesellschaft halten. Sachgemäße Ausbesserung erfolgt durch einen Schlosser. Leisten Sie die Ausbesserung, so können Sie neben dem Material auch Ihren Zeitauftoand in Rechnung stellen. Kommt eine Einigung nicht zu stände, so müssen Sie gerichtliche Hilfe in Anspruch nehmen.

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