Ausgabe 
5.9.1929
 
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Oer Sternhimmel im September

39W/V2

Wito

beiden anderen Mitfahrenden wurden leicht ver­

letzt.

Kreis Büdingett.

Hansaplatz, esse I geben, ich habe mir einen neuen Anzug bestellt, bden zusammen, esse wieder imSunterfjof und gehe wieder ins

Nachdruck verboten.

22. Fortsetzung.

zur

war

noch

Meine Papiere sind gestiegen, steigA rapide

schöne Wohnung ! .hnten Behaglich- |

von Tag zu Tag. Ich habe eine von zwei mit aller früher gewvl

//em a: Meine Such- staben

STERNBILDER:

GRO/ZE BUCH-, STABEN

'O Vertuz

nd. Ridda, 3. Gebt. Gestern feierte hier einer unserer ältesten Mitbürger, Bahnhofsvorsteher i. R. Kvnr. Wilhelm Hammel, seinen 89. Ge­burtstag. Er ist in Hungen geboren, hat die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht und war dann viele Jahre hier und in Grünberg Bahnhofsvorsteher. Dem Kriegervereinswesen brachte er bis heute stets reges Interesse ent­gegen und lange Iah re war er Dorftandsmit- glied des Veteranenverbandes von Ridda und Umgegend. Heute noch erfreut er sich guter Ge­sundheit, körperlicher und geistiger Rüstigkeit, hinter den zahlreichen mündlichen und schriftlichen Glückwünschen zu seinem Geburtstag befand sich auch ein Glückwunschschreiben des Reichspräsi-

6 teile.

Ich hatte mich ausweisen formen und frei gelassen.

Aber innerlich fühlte ich mich weder frei

leit eingerichstaten Zimmern am imIunkerhof" mit Kemp und Zehden zusammen, besuche des Abends das Theater oder trinke im Ratskeller meine Flasche Wein.

Gewiß... ich freue mich darüber. Warum

deuten von Hindenburg nebst Bild und eigenhän­diger Unterschrift.

}:[ Gelnhaar. 2.Sept. Am Samstag nach­mittag fand die feierliche Einweihung der neuerbauten Wasserleitung der hie­sigen Gemeinde statt. An der Einweihung nahmen alle Vereine sowie die gesamte hiesige Ein­wohnerschaft teil. Don den Behörden waren er­schienen: Kreisdirektor Dr. Gähner, Büdin­gen, Külturbaurat Lorenz, Friedberg, und Kreisfeuerwehrinspektor G ö ck e l, Büdingen. <yür die Baufirmen waren vertreten: Ingenieur Da­vid, Frankfurt a. M., und Fr. Leiner, Bir- steiu. Rach Aufstellung des Festzuges am Ge­fallenendenkmal widmete Bürgermeister Bur- l e in dem Andenken der Gefallenen einige Worte. Dann setzte sich der Festzug in Bewegung. Der Zug bewegte sich zunächst nach der Brunnen -

sollte ich es leugnen?

Dann kommen Stunden, wo mir alles das nichts rrützt, wo ich mit Entsetzen sehe, dah ich selber dem Geist verfallen bin, den ich einmal so tief verachtet Hobe... den der alte Oberst ver­flucht hat.

Dann will ich zurück, nehme nur fest vor, keine Papiere mehr zu kaufen oder zu ver­kaufen und mache die furchtbare Entdeckung, daß, wer diesem Dämon einmal verfallen ist, nicht mehr von ihm lassen kann. Ich gehe eifriger als je auf die Dank, spekuliere in Effekten und Devisen und fühle, daß ich durch das ewige Hin und Her nervöser geworden bin und nicht mehr mit der alten Ruhe und Sicherheit meine Auf­träge gebe.

Eine neue Aufwärtsbewegung hat eingesetzt. . ,

Wer Rerven hat, der verkauft letzt, meinte Kemp beim Mittagessen,unb deckt sich, wenn der Riederschlag kommt, der in einigen Wochen mit Sicherheit einsehen wird, aufs neue ein.

Da mir der Gedanke einleuchtend erschien und es an den Rerven bei mir nicht fehlen sollte, so ging ich zu Herrn Derghahn und gab einen Teil meiner Papiere gegen hohe Limita auf.

Run setzte die eigentliche Haussee erst ein, stieg von Tag zu Tag und erreichte eine solche Höhe, daß ich, den man zuerst wegen seiner gelungenen Spekulation beglückwünscht hatte, trotz aller Li­mita viel zu niedrig abgegeben hatte, mit der völlig entwerteten Mark festsaß und statt der erwarteten Gewinne bedeutende Verluste zu buchen hatte. r ,

Ich werde meine schöne Wohnung aufgeben und wieder in eine bescheidene Studentenwohnung ziehen müssen. ImIunkerhof" esse ich lange nicht mehr, und im Theater bin ich feit Wochen nicht mehr gewesen.

Zwei Aussprüche fallen mir ein. Der eine stammt von Faßbender, der die schöne Edith bald verschmerzt hat und mit einer reichen Kauf­mannstochter glücklich verheiratet ist:Ich habe viel erlebt aber niemals einen Spekulanten reich sterben gesehen." Den anderen hörte ich einmal auf der Dank von einem Arzt, der dort auch seine kleine Schiebereien macht:Die ganze Spekulation besteht im Grunde darin, daß man statt seiner guten Papiere schlechte kauft." Grad so habe ich es gemacht.

Es geht aufwärts. Ganz unerwartet hat die Hausse wieder eingesetzt. Die deutsche Mark zieht an. Schmalenberger wie Aida, die ich neu gekauft, steigen. Ich beginne mich von meinem Verluste zu erholen, ja, beträchtliche Gewiime einzuheim- | feit Meine Wohnung brauche ich nicht aufzu­

durchgemacht, hat aufrüttelnd auf mich gewirkt. Ich weih, was ich zu tun habe.

Dämonen der Zeit

Vornan von Arthur Brausewetter.

Der die 24 Stundenzahlen von Mitter­nacht bis Mitternacht emo» Tagt» ent­haltende Kreit und die dich punktierte Linie, der »ogenannte Horizont, rind fett- stehend zu denhen. Der Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei­ger der Himmelsuhr m 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht­baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo- natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man »ich den Sternhimmel »amt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu'dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrohenden Horizont hin­eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo­natsmitte ist der gerade Pfeil */3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monate­mitte */3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche di» nächste Monatskarte. Der

Eine umfassende Razzia ist am Werke. Die Leute werden zu größeren Haufen zusammen- getrieben, in den besetzten und schnell geräumten Artushof gebraut oder auf dem Markte ver­nommen. Wer sich nicht ausweisen kann, wird abgeführt und auf einen der bereitstehenden großen Kraftwagen gebracht. Kriminalbeamte und Beauftragte der Steuerbehörde sind-

yuejonne j)/Vierte, @ Vol/mond d J. Fiertet

ansehen, und zwar nach der herkömmlichen Ein­teilung des Himmels kein einheitliches Sternbild ausmacht, weil sein einer Stern zur Andromeda, die drei anderen Sterne aber zum Pegasus ge­hören, das aber doch vom Auge als zusammen­gehöriges Gebilde empfunden wird. Die Ramen der vier Sterne sind Sirah, Algenib, Scheat und Mark ab, also sämtlich arabischen Ursprungs. Die linke Seite des Quadrats führt, um sich selbst verlängert, ungefähr auf den nur gedachten, also nicht wirklich sichtbaren Frühlingspunkt, während man in der Verlängerung der rechten Seite den Fornalhaut, den südlichsten bei uns sichtbaren Stern findet.

Das Erscheinen der Wintersternbilder wird m diesem Iahr vielleicht eher als sonst bemerkt

WEN. Friedberg, 4. Sept. Die Stadtverwal­tung macht vorsorglicherweise bekannt, daß bei an­haltender Trockenheit mit Tr i n k w a f s e rma n- gerechnet werden muß. Bis auf weiteres ist

Mond nimmt die gezeichneten Stelhen- (Qjuprfer ein, wenn er die angedeutete Licht Z^/atum gestalt zeigt.

macht werden, höchstens wäre noch die Venus zu erwähnen. Sie strahlt etwa 2V2 bis 3 Stunden lang des Morgens als helleuchtender Morgen­stern. Die meisten Zeitgenossen werden also feinen großen Wert auf ihre Beobachtung legen. Das ist insofern recht schade, als ihr Vorübergang am Regulus, dem sie am 24. auf mehr als eine Vvllmvndbreite nahekommt, außerordentlich ein­drucksvoll zu werden verspricht. Dem ümffanb, daß die Venus zur Zeit noch in günstigeren Teilen des Tierkreises steht als die Sonne, ver­danken wir es, daß ihre Sichtbarkeit trotz ihrer Annäherung an die Sonne nur langsam abnimmt. In den tiefsten Teilen des Tierkreises steht der abends nur noch kurze Zeit sichtbare Saturn.

K üstermann.

g e l gerechnet werden muß. Bis auf weiteres ist das Besprengen von Hausgärten und dergleichen verboten. Auch in dem benach­barten Ockstadt sind bereits Wasiersparmaßnahmen ergriffen worden. Zum heutigen Schweine- m a r f t waren 406 Jungtiere angetrieben. Man hrmhlte für 6 Wochen alte Tiere 30 bis 35 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte Tiere 35 bis 40 Mark und für 8 bis 12 Wochen alte Tiere 45 bis 60 Mark. Der

Theater. Es wird nicht mehr lange dauern, dann werde ich ein Auto haben.

Lind--bin doch weniger glücklich denn je.

Dieses ewige Steigen und Fallen, dieses tägliche Wetten und Wagen. Berechnen und lieber- schlagen hat mir jede innere Ruhe genommen. Ich hadere mit mir, fühle mich unbefriedigt und unwürdig und vermag doch die Ketten nicht zu sprengen, die mich an dies Leben fesseln.

schuldlos.

Gehörte ich moralisch nicht zu diesen allen?

Einmal ein Kaufmann, groß und angesehen überall heute in dieser Gesellschaft I

Wie gut und achtenswert war ich doch, als ich mir als Buchhalter bei Reichenbach & Co. mein ehrliches Brot verdiente, als ich im Winter­garten Abend für Abend meine Geige spielte!

Hat der Dollar solche Gewalt über meine Seele gewonnen, daß sie ihm rettungslos verfallen ist? Gibt es kein Entrinnen mehr?

Doch! Was ich heute auf dem Langenmarkt I

Markt wurde geräumt.

WSR. Vilbel, 4. Sept. In der vergangenen Rächt fuhr der Lieferwagen der Mineralwasser- fabrif Fritz Kloß zwischen Bergen und Vilbel an einer abschüssigen Stelle gegen einen Baum. Bei dem Anprall wurden die Insassen des Wa­gens auf die Straße geschleudert, von denen der Lenker des Wagens, der Sohn des Be­sitzers, auf der Stelle getötet wurde. Die

ab Gemeinderat unsere Gemeinde zu einer Ab­schi e d s f e i e r für Lehrer Höchst ein­geladen, der nach 48jähriger Dienstzeit am 1. September in den Ruhestand getreten ist. Die ganze (Gemeinde beteiligte sich ausnahmslos an der Feier für ihren allseits verehrten und ge­liebten Lehrer. Rach dem machtvoll gelungenen ChoralLobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" wieh Pfarrer Thorn in feiner Rede auf die großen Verdienste hin, die Lehrer Höchst sich in Schule und Kirche erworben hat, und sprach ihm den Dank des Kirchenvorstandes für seine langjährigen treuen Dienste als Or­ganist, Lektor und Kirchenvorsteher aus. Auch das Landeskirchenamt ließ ihm durch ein Schrei­ben seinen Dank und seine besten Wünsche für einen gesegneten Lebensabend aussprechen und als äußeres Zeichen der Dankbarkeit ein mit einer Widmung ausgestattetes Gesangbuch über­reichen. In buntem Wechsel folgten nunmehr Musikstücke, die von dem Musiklehrer Schweit­zer mit seiner Kapelle vorgetragen wurden, Ge- oichte der schulentlassenen Mädchen, die em wissen schenkten, Gedichte der Schulkinder, die eine Palme überreichten, Chöre des Gesangvereins, ein Lied der Schulkinder, ein Mädchenchor und ein Doppelquartett, dirigiert von Oberlehrer S e h b 0 l d. Vürgermeister R a ch t i g a l l sprach dem scheidenden Lehrer den herzlichen Dank der Gemeinde aus und übergab ihm im Ramen der Gemeinde und der Kirche einen Ruhesessel. Der Schützenverein lieh durch seinen Vorsitzenden Wilhelm Werner eine Pfeife überreichen, und der Kriegerverein ernannte sein scheidendes lang­jähriges Mitglied zum Ehrenmitglied und ließ durch seinen Vorsitzenden, Bahnhofsvorsteher Weber, der in längerer Ansprache einen Rück­blick über die 16 schweren Iahre gab, ein Ehren­diplom aushändigen. Der Kreisschulrat, der in letzter Stunde an seinem in Aussicht gestellten Erscheinen verhindert war, hatte ein Telegramm gesandt, in dem er der Feier einen schönen Ver­lauf wünschte und auch dem scheidenden Lehrer seine besten Wünsche aussprach. Tief ergriffen von der Liebe und Verehrung, die ihm an diesem Abend entgegengebracht wurden, dankte Lehrer Höchst allen, besonders seinen Kindern, und ge­lobte, seine ihm liebe Rabenau nie vergessen zu wollen. Möge unserem scheidenden Lehrer ein gesegneter Lebensabend beschieden sein! Das ist unser aller herzlichster Wunsch.

I_1 R 0 d h e i m a. d. Horloff, 4. Sept. Nachdem im vorigen Jahre bei der Hungener Herbstmarktver­losung der 1. Preis einem hiesigen Einwohner, dem Straßenwart W. K 0 ch, zufiel, konnte in diesem Jahre wieder ein Einwohner von hier sich dieses Glückes erfreuen. Der Steinbrucharbeiter Karl Stör gewann auf dem Niddaer Markt am vergangenen Montag den 1. Preis, eine Kalbin im Werte von 450 Mark.

Kreis Friedberg.

Wir waren auf der Landwirtschaftlichen Dank. Ich kenne sie noch von früher her, als sie Landschaftliche Dank" hieß, einen Verhältnis- mäßig einfachen Betrieb hatte und alles in ihr in ruhiger, fast behaglicher Geschäftstätigkeit ^Äie^ völlig hatte sich das Bild verändert! In der großen Eintrittshalle ein Hin und Her, ein Gesumme und Gemurmel, ein Gewoge und Ge­schiebe wie in einem kribbelnden Ameisenhaufen, und doch meinte Zehden, daß der Verkehr merk­bar eingedämmt wäre. In den mit durchsichtigem und undurchsichtigem Glas vom Publikum ge­trennten Geschäftsräumen an hohen Pulten, lan­gen Tischen, auf Stühlen und Drehschemeln em §eer von Beamten, alten und jungen, frischen Mädchen darunter mit blühenden Wangen und lachenden Augen, andere mit feierlich geschäf­tigen Mienen und angegrauten Häuptern.

Wir werden zuerst nach unten in die Effekten­abteilung gehen," sagte der kleine Zehden.Ich werde >Äe Herrn Derghahn vorstellen, der wird uns schon die nötigen Weisungen geben."

Wir begaben uns eine bequeme Treppe hinab in das untere Stockwerk. Ein noch junger Mann mit regelmäßigen Zügen, deren rosige Frische das an den Schläfen leise ergraute Haar nur um so mehr hervorhob, stand von seinem die ganze Abteilung üibersehenden Sitze auf und trat uns entgegen: Herr Ewald Derghahn, der unbestrit­tene Gebieter in diesem Reiche.

Sofort hatte er sich eingestellt, mein Verzeich­nis durchgesehen und mir zurückgereicht.

^ch kann keinen verantwortlichen Rat geben. Es ist jetzt alles unsicher. Die deutschen In­dustrieaktien man weiß nicht recht, was man zu ihnen sagen soll. Ich würde jetzt nichts kaufen. Und die Danziger? Wir stehen vor der Einfüh­rung der neuen Guldenkoährung, und niemand kann voraussehen, in welcher Weise unsere Aktien durch sie beeinflußt werden. Vorläufig stehen sie leidlich. Vielleicht nehmen Sie von allem ein wenig: Danziger Privatbank, Schmalenberg, Fach und auch Raiffeisenbank."

Da der kleine Zehden zuredete, tat ich nach diesem Vorschläge, und wir begaben uns nach oben in die Kontoabteilung. Einige Menschen standen vor dem Schalter, dann waren wir an der Reihe, und ich setzte meinen Ramen unter das mir gereichte Formular.

Sonnenaufgang von 5,15 bis 6 Uhr: Sonnen­untergang von 18,50 bis 17,40 Uhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 10. um 24 Uhr, Vollmond am 19. um 0 Uhr, 3. Viertel am 26. um 3 Uhr.

Am Fixsternhimmel macht sich nun schon all­mählich das Heraufziehen der Wintersterne be­merkbar, während sich die Sommersterne mehr und mehr mit der Westhälfte des Himmels be­gnügen müssen. Als Grenze dieser beiden Ge­biete können wir etwa das große Himmelsquadrat

Die kleine Fink und der glückliche Pintscher machen Hochzeit.

Ich habe eine Einladung erhalten. Trauung in der Marienkirche. Nachher Essen im Frauen- klub an der Promenade.

Keine Gelegenheit konnte mir günstiger kom­men. Die kleine Braut hat seit langer Zeit allen ihren Lieblingsgewohnheiten entsagt. Sie hat kein Kino mehr' besucht, ist nicht mehr nach Zop- pvt, weder zu den Kurhauskonzerten, noch zu den Gesellschaftsabenden, gefahren. Monatelang haben die beiden nichts getan als gearbeitet, gespart, gehamstert, um das Rotwendigste für ihre Aussteuer und Hochzeitsfeier zusammen- zubekommen, denn lumpen wollen sie sich nicht lassen. Das liegt nicht in beider Art. Sie ziehen in das hübsche Zimmer der kleinen Fink, die Wirtin hat ihnen eine Schlafkammer dazu ge­geben. And sie werden sehr glücklich werden. Beneidenswerte Menschen!

Ich war auf der Landwirtschaftlichen Bank... Seit langer Zeit. Man war ganz erstaunt, als ich meine ganzen Beträge bis auf einen nicht nennenswerten Rest abhob und zugleich Auftrag gab, den größeren Teil meiner Papiere zu ver­kaufen ... ohne Limitum. So gut und schnell als möglich.

Dann ging ich zu Stumpf und kaufte, einen großen Silberkasten. Von allem, was ein junger Haushalt braucht, ein Dutzend. Die Ramenszüge der beiden ließ ich verschlungen eingravieren.

Bei dem Essen im Frauenklub saß ich dem Geistlichen gegenüber. Ich hatte schon von ihm gehört. Seine Bittgänge für feine Armen, die er mit unermüdlicher Energie zu allen einhei­mischen und auswärtigen Firmen antritt, haben ihm den Spitznamender Dollarpastor" einge­tragen. Er war beinahe so fassungslos wie vorhin das glückstrahlende Brautpaar über mein könig­liches Geschenk, als ich ihm eine namhafte Summe für seine Armen zusagte, die ich in allernächster Zeit für ihn flüssig haben würde.

Dann ist das schlechterworbene Geld wenigstens gut angewandt, und ich bin frei geworden. Der Geist des alten Obersten wird mich nicht mehr im Traume heimsuchen und mit seinen Vorwürfen quälen.

Oertzen hat recht behalten. Ich muh fort aus der Stadt. Aufs Land muß ich, eine andere 2uft zu atmen. Ich habe an ihn geschrieben, ob ich zu ihm kommen und mich auf seinem Besitztum einarbeiten kann, bis ich irgendwo eine für mich passende Stelle als Verwalter oder, wenn es sein muß, auch als Rechnungsführer auf einem größeren Gute finde.

Er hat mir freundlich zugesagt. Schon morgen verlasse ich Danzig.

(Fortsetzung folgt)

karnmer. wo Bürgermeister Burlekn n<R9 einem Gesangvortrag des hiesigen Gesangverein Cvnkordia" die Festteilnehmer begrüßte. In kur­zen Worten schilderte er, welche große Ausgabe es unter den heutigen finanziellen Schwierig­keiten für die Gemeinde war, die Wasserleitung zu bauen. Aber sie mußte kommen, nachdem elek­trisches Licht. Schulhaus und Gefallenendenkmal zuvor geschaffen waren. Er dankte dem Gemeinde­rat. den Behörden, der Sparkasse und allen Unternehmern und Arbeitern für ihre Unter­stützung. Sodann sprach Külturbaurat Lorenz, der am Morgen die ganze Wasserleitung abge­nommen hatte, den Baufirmen seine Qlncrten- nung für die geleistete Arbeit aus. Kurz schil­derte er den Werdegang des Baues der Wasser­leitung. die den Kostenvoranschlag vorläufig nicht überschreiten weide. Glückwünschend und mit der Hoffnung, daß das köstliche Raß der Gemeinde zum Segen gereiche, übergab er den Schlüssel an Kreisdirektor Dr. Gaßner. Dieser führte aus. welche große kulturelle und soziale Arbeit trotz der riesigen finanziellen Schwierigkeit die hiesige Gemeinde vollbracht habe. Hier sche man, was bei Einigkeit in einer Gemeinde geschafft werden kann. Er wünschte der Gemeinde auch für die Zukunft alles Gute und übergab den Schlüssel an Bürgermeister Burlein, der ge­lobte. den Schlüssel zu bewahren und immer für die Erhaltung des Wasserwerkes zu sorgen. Er übergab den Schlüssel an den Rvhrmeister Georg Misar, der dann die Kammer aufschloß und die Motore laufen ließ. Nachdem derGemischte Chor" unter Leitung von Lehrer Hüner- Eg a st h ein Lied vorgetragen hatte, bewegte sich der Zug nach dem Hochbehälter, wo nach ver­schiedenen Ansprachen der Schlüssel übergeben wurde. Auch hier war die Feier von Gesangs­vorträgen der hiesigen Vereine umrahmt. Nach­dem der Festzug wieder im Orte angelangt war, machte die Feuerwehr einen schneidigen Brand - angriff auf die Kirche. Dieser fanb allgemeine Anerkennung auch seitens der Behörde. Rach Auflösung des Festzuges bekam jedes Kind von der Gemeinde eine Brezel und von unserem IagdPächter Direktor Bendmann, Frank­furt a. M. eine Erfrischungsrolle. Der Abschluß des Festes bildete eine Tanzbelüstigung.

Kreis Schotten.

ch Kaulstoß, 4. Sept. Am Sonntag bekam unsere Gemeinde unerwartet Besuch von der Herchenhainer Höhe. Dem Segelflugzeug Mainzer Bub" gelang es, von der Her­chenhainer Höhe herab über das Ridder tal zu fliegen und dabei geschickt über die Häuser von Sichenhausen hinwegzu- fommen. Auf einem Kartoffelacker in der Rähe ging es, ohne Schaden zu nehmen, herunter. Der Führer, sowie der Beisitzer, nahmen das Flugzeug auseinander, worauf es abtranspor­tiert wurde. Die Strecke wurde bei geringer Luftbewegung zurückgelegt: sie betrug ungefähr 3000 Meter.

Kreis Alsfeld.

«er. Aus dem Oßmtale, 3. Sept. Rach der Hitze der letzten Tage dürfte die Grum­met e r n t e bald beendigt fein. Durch die trockene Witterung war der Graswuchs sehr zurückgeblie­ben. Die vorzügliche Qualität des Grummets wird die fehlende Quantität kaum zu ersehen! vermögen. Feuchte Wiesen liefern bessere Er­träge. Von der großen Trockenheit werden auch die Kar tof fei- und Dickwurzeläcker stark betroffen. Die Dickwurzblätter hängen bedenklich, und die Frühkartoffeln sind vielfach abgestorben, die Spätkartoffeln werden, wenn nicht bald ein ergiebiger Regen ein tritt, demselben Schicksal verfallen. Weil der K l e e nicht nachwachst, wird sich bald ein großer Mangel an Grünfutter fühl­bar machen. Dieselben Erscheinungen zeigen sich an den Gartengewächsen.

werden, weil sie von dem alle anderen Sterne an Helligkeit überragenden Iupiter herauf­geführt werden: et steht im Stier. Einige Auf­merksamkeit wird nötig sein, um seine ziemlich langsame Bewegung zu beobachten. Doch wird man fest stellen können, wie er sich von der Ver­bindungslinie des AldebaranPlejaden entfernt und sich der Verbindungslinie des Aldebaran mit dem als oberes Hom des Stiers bezeichneten Stern nähert. Don den übrigen Wandelsternen kann in diesem Monat nicht viel Aufhebens ge-

Worin unterscheide ich mich denn noch von den Kemps und Zehdens, auf die ich einmal so stolz herabsah? *

Gestern kam das befreiende Erlebnis. Und war auch diesmal wieder nur ein an sich gering­fügiger, man könnte sagen nebensächlicher Vorfall.

Es war um die Mittagsstunde, und ich wollte auf die Deutsche Bank gehen, auf der ich wieder feit einigen Sagen gleichfalls ein Konto hatte einrichten lassen.

Mit einem Male gerade als ich mich mitten auf d^m Langenmarkt befand und versuchte, mir den Weg durch das Gewimmel all der frag­würdigen und unsauberen Gestalten zu bahnen, die dort ihr lichtscheues Wesen trieben, erscheint wie aus dem Erdboden emporgestiegen, ein Auf­gebot der Schupo, so stark, wie ich es bisher noch nie gesehen.

Eine ungeheure Bewegung entsteht. Wie em Ameisenhaufen, dem Gefahr naht, rennt alles auseinander, eilt, flüchtet, sucht die Ausgänge durch die kleinen, auf den Langenmarkt münden­den Straßen zu gewinnen. Vergeblich. Alle Aus­gänge find durch die Kette von Schupoleuten besetzt. Ein Entrinnen ist unmöglich.