Einzelbild herunterladen

Freitag, 5. Zuli 1929

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Ar. ^55 Zweites Blatt

Bekleidung]

Zinsknechtschaft.

11«

ta BereinSlokal

|en.

, erforderlich. 58 in Ter Vorfl.

0

nck-svorm.. am H

rsen.

rL

«Utfl

W

SCI

>r. llhr. graf-

Slngeb. [beieiL

jogen

d mit , zum

zu i9D

r'mes rieb«

ner-

J19D,

an an nb

von i gut :ra&e mge- igert itten» B16D

üch'

!hcn iefe> tags 09D igen

st- 4 und r am 6785D nck

^aud, kbof^n

iU Iwertenftrtttw lQouä)to Tonntag, ius--h. gtii, D* . I

Samstag, öen 6. aöeuös 8", nur

Stammtiich 6. Juli fällt-

Teilnehmer Festzug d. Schi veremS wolle- bet Gruvve bei beitSgemelnli anschlteficn. S

Ml bittet. , , , _ r

Am Samstagmittag plötzlich kommt Leben in lic Bude Wie ein Lauffeuer verbreitet sich iic Nachricht von der Auffindung der

Matrone in Baltimore.

Noch ein anderer Herrscher mit dem Namen Napoleon nahm sich eine Amerikanerin zur Frau. Der Onkel des Königs Manuel II. von Portugal, der Herzog Alfonso Napo­leon von Oporto heiratete 1917 Misses Philipp van Dolkenburg aus Florida. Diese Ehe war zwar eine nach dynastischen Be­griffen und Hausgesetzen unebenbürtige Mes­alliance, aber sie fand doch ohne weiteres die Zustimmung des Exkönigs Manuel, der mit Hilfe der Millionen seiner amerikanischen Tante den Thron wieder zu erobern hoffte. Der Plan wurde indeh durch den plötzlichen Tod des Herzogs von Oporto vereitelt und die Witwe zog sich aus dem politischen Leben zurück, in dem sie gewiß eine wichtige Rolle gespielt hätte, wenn ihr fürstlicher Gatte am Leben geblieben wäre.

So wenig Glück Miß Kelly in Griechenland hatte, soviel mehr Glück hatte ihre Landsmännin Molly Steward, die es vom Tippfräulein zur königlichen Prinzessin von Griechenland brachte. Sie war die Tochter einfacher Leute aus Cleve­land in Ohio. Als ihr eine alte Indianerin in frühester Iugend prophezeit hatte, daß sie einst auf den Stufen eines Tyrons stehen würde, wurde sie von einem brennenden Ehrgeiz ge­packt. Ihr märchenhafter Aufstieg begann damit, daß sie die Stenotypistin eines reichen Industri­ellen und Bankiers mit Namen Leeds wurde. Dieser Krösus, der ein Darvermögen von einigen vierzig Millionen Dollar hatte, verliebte sich prompt in die intelligente Sekretärin und hei­ratete sie vom Fleck weg. Bald veranlaßte die energische Frau ihren Gatten, nach Paris über­zusiedeln. Als Mr. Leeds 1908 starb, war seine damals erst 25jährige Witwe ein tonangebender Faktor des Highlife geworden. Während des Krieges verdoppelte sich das unerhört große

g, Degen reit Dkwtechung i EM

Der Vertrag von Versailles, d. h. die Versklav vung unseres Dolles steht und fällt mit der Lüge von Deutschlands böswilliger ANemschuld am Kriegsausbruch. ,

Diese Tatsache ist im Vertrage selbst sowie in zahlreichen feierlichen Noten der Feindmächte und in Wort und Schrift von Poincare und Lloyd George und anderen Staatsmännern der Entente immer und immer wieder nachdrücklich bestätigt worden.

Heute aber, wo kein ehrlicher Forscher mehr an der deutschen Kriegsschuld im Sinne des Versailler Fehlurteils festhält, hören wir auf einmal aus Feindesmund die verlegene Aeutze- rung:Deutschland muh zahlen, well es den Krieg verloren hat." Vor Tische las mam'8 anders! ,

Auf diesen Roßtäuscherkniff der Ententediplo­matie kann nicht ernstlich genug hingewiesenwer- den, denn er nimmt uns die schärfste Waff< im Kampfe um Deutschlands Befreiung.

Die nachträgliche Behauptung, daß die Deutsch­land auf erlegten Strafen eine Folge unserer Niederlage seien, steht nicht nur in krassem Widerspruch zu demFriedensvertrag", sondern ihre Anerkennung wäre auch der Beweis, daß wir die Hoffnung auf einneues Zeitalter des Rechtes". Der Döllerversöhnung und der Ab­rüstung für immer begraben müssen.

Radrid im Aumancia-Taumel.

Von unserem v. Qss.-Derichterstatter. Tachdruck. auch mit Quellenangabe, verboten!

Madrid . 3uli 1929.

fortan chr eifrigster Verehrer wurde. Sie mach­ten gemeinsame Autotouren und auf den Hof­bällen zeigte sich die Amerikanerin öffentlich an der Seite des Monarchen. Die Gerüchte von einer bevorstehenden Verlobung nahmen immer festere Formen an. Da gelang es einer Griechin, Fräu­lein Manos, die anscheinend ältere Anrechte auf das Herz des Königs hatte, ihre gefähr­liche Nebenbuhlerin aus dem Felde zu schlagen. Die temperamentvolle Griechin soll Miß Kelly eine sehr handgreifliche Szene gemacht haben, was zur Folge hatte, daß die Amerllanerin tief- gekränkt Athen und Griechenland verlieh. Bald nach chrer Rückkehr nach Amerika wurde be­kannt, dah König Alexander eine heimliche Ehe mit Fräulein Manos geschlossen hatte. Das Liebesglück der beiden dauerte freilich nicht lange.

Selten ist bei der Deurtellung einer großen und politischen Streitfrage

MiMW e.v. .

"K»h

Erreicht...

Die Verbindungen amerllanischer Dollarprin­zessinnen mit europäischen Fürsten reichen bis in die ersten Iahre des neunzehnten Iahrhun- derts zurück. Im Iahre 1801 schickte Napoleon, damals noch Erster Konsul der französischen Re- publll. seinen jüngsten, erst 17jährigen Bruder Ierome als Warine-Offiziers-^AsPirant nach den französischen Besitzungen in Nordamerika. In Baltimore lernte Ierome die gleichaltrige Tochter des angesehenen und sehr vermögenden Grohkaufmanns Patterson kennen. Die schlanke und anmutige Erscheinung der blonden Elisa­beth entflammte im Augenblick das leicht ent­zündbare torsische Herz des Iünglings. Eine Ver­bindung ihrer Tochter mit dem Bruder des be­rühmtesten Mannes Europas war der Familie Patterson durchaus nicht unerwünscht. Nach dem französischen Gesetz konnte Ierome jedoch ohne die vorherige Zustimmung seiner Eltern oder seines Vormundes nicht vor dem vollendeten fünfund- zwanzigsten Lebensjahre heiraten. Gleichwohl verlobte er sich mit Elisabeth, obgleich er wußte, dah sein ehrgeiziger Bruder niemals seine Ein­willigung zu der Ehe mit einer amerllani- schen Kaufmannstochter geben würde, und am 24. Dezember 1803 wurde das Paar in aller Heimlichkeit vor dem katholischen Bischof von Baltimore getraut. Ierome zweifelte keinen Augenblick daran, dah seine Familie sich der vollendeten Tatsache beugen würde. Aber wider Erwarten billigte Madame Laetitia, die Mutter, keineswegs den Schritt chres Sohnes. Napoleon selbst, der sich am 2. Dezember 1804 in der Notre-Dame-Kirche vom Papst zum Kaiser der Franzosen hatte krönen lassen, be­fahl seinem Bruder, sich sofort nach Europa einzuschiffen und verbot dem französischen Ge-

Llieoesgiull uvl uviutm uuucuc

denn eines Tages starb König Alexander plötz­lich an den Folgen einer Blutvergiftung, die er sich durch den Dih eines Affen zugezogen haben soll, während andere behaupten, er sei aus Be­treiben der Venizelisten vergiftet worden.

wissenschaftlichen ... . -

innerhalb weniger Iahre ein so gründlicher Um­schwung eingetreten, wie in der sog. Kriegsschuld­frage. lind zwar sind es nicht nur Vertreter neutraler Staaten, besonders Norweger und Hol­länder, die hinter die Kulissen von Versailles geleuchtet haben, sondern in noch weit höherem Mähe verstanden es Wissenschaftler der früher eindlichen Staaten, die morschen Stützen des Versailler Schanddiktates freizulegen. Allen weit voran amerikanische Gelehrte und Franzosen, während die englischen Historiker sich zurückhal­ten, weil das Inselvolk mit seinem politischen Instinkt fühlt, welche Folgen dje Zerstörung des Märchens von der deutschen Kriegsschuld ha­ben muh: nämlich die Herausgabe der riesigen Deute von 1919 und das Ende der deutschen

Vermögen durch die gerissenen Spekulationen der jungen Frau. Nun wollte sie ihre Millionen in die Politik eingreifen lassen. Die siegreichen Ententemächte waren allerdings auf ihr Geld nicht angewiesen und bei den Desiegten war ihr das Risiko zu groh. Es kam also nur ein neu­traler Staat in Frage. Ihre Wahl fiel auf Griechenland. In Paris hatte bereits Prinz C h r i st o p h zu ihrem Freundeskreis gehört. Es fiel ihr daher nicht schwer, durch seine Ver­mittlung Beziehungen zur griechischen Königs­familie anzuknüpfen. Prinz Christoph machte sie in der Schweiz mit seinem Druder, dem ver­bannten König Constantin bekannt. Misses Leeds machte sich dem König nützlich, indem sie ihm ein größeres Darlehn anbot, das Constantin freudig annahm. Inzwischen hatte der Flirt mit dem um einige Iahre jüngeren Prinzen Chri­stoph ernstere Formen angenommen. Immerhin muhte der Prinz nicht weniger als viermal um die Hand der hochmütigen Dollarprinzessin an­halten, dann erst sagte sie3a. Königin So­phie, die Schwester Wilhelm II., war von dieser Mesalliance ihres Schwagers wenig erbaut. Aber Mrs. Leeds war die Gläubigerin der verbann­ten Königsfamilie und wohl oder übel muhte da­her König Constantin seine Zustimmung zur Hoch­zeit geben, die am 1. Februar 1920 in Vevey stattfand. Mrs. Leeds war vorher zum ortho­doxen Glauben übergetreten und hatte ihren we­nig fürstlichen Vornamen Molly in eine wür­digere Anastasia verwandelt, während König Con­stantin ihr den Titel und Rang einer Prin­zessin von Griechenland verlieh. Die neugebackene Prinzessin wurde eine der mächtigsten und ein­fluhreichsten Frauen auf der politischen Dühne Europas. Mit zehn Millionen Dollar soll sie die Volksabstimmung finanziert haben, durch die König Constantin nach dem Tode des Königs Alexander auf den Thron zurückberufen wurde. Frellich wurde er kurz danach wieder gestürzt, aber seine amerikanische Schwägerin setzte ihre Verschwörungen fort und vielleicht hätten ihre Millionen eine Restauration des griechischen Kö­nigshauses herbeigeführt, wenn sie nicht im Som­mer 1923 einer tückischen Krankheit erlegen wäre.

tlebrigens hat auch ein deutscher Fürst eine Dollarprinzessin geheiratet. Prinz Friedrich von Schleswig - Holstein - Sonderburg - Augusten­burg, der in erster Ehe mit einer dänischen Grä­fin vermählt war, heiratete sechs 3ahre nach deren Tod 1864 die Neuyorker Kaufmannstochter Marie Esther 2 t e, nachdem er auf seinen Na­men und Stand verzichtet hatte. Kaiser Franz 3 o s e p h erhob den Augustenburger zum Für­sten von Noer: die Che dauerte indeh nur ein knappes halbes 3ahr, da der Fürst be­reits im 3uli 1865 starb. Seine Witwe wurde, in zweiter Ehe die Gattin des aus dem China­feldzug bekanntenWeltmarschalls Graf Wal- dersee.

WWSaO.t Es--» er.iv. jjiite1- £ie,e" W« biefÄefi

Olumancia durch das englische Kriegsschiff. Obwohl es in Strömen reg­net, stauen sich die Massen vor dem Aeroklub, vor dem Kriegsministerium und den Zeitungen. Kurz darauf erscheinen die Extrablätter. Alles umarmt sich, lacht und weint vor Freude, wie es gerade kommt. Hochrufe auf die Flieger, auf Spanien, auf den König, auf England. Massen ziehen vor die englische Dotschaft, Reden wer­den gehalten, der Dotschafter muh auf den Bal­kon, auch er spricht, freut sich, dankt. ^Eng­lische Fahnen werden geschwungen,Vivas und Hurras" lösen sich ab, kurz es ist Betrieb. Zum Glück ist Feiertag, wäre das nicht so, so wur­den alle Angestellten vor Freude davongelaufen sein. Die Abendzeitungen kann man kaum lesen, sie sind wirklich zu gerührt. Das schreiben sie auch, sie sagen, eine sachliche Würdigung muhten sie auf später verschieben, Redakteure, Meister, Setzer, kurz das ganze Personal stehe derart unter dem Eindruck des freudigen Er­eignisses, daß ihm klares Denken nicht möglich sei. Vier Seiten lang liest man, um herauszu­bekommen, was denn nun den Fliegern eigent­lich zugestohen sei. tlmsonst es steht nirgends I Dafür um so mehr von den Familienangehörigen der Flieger, wie sie geweint haben, wie ge­lacht, was sie anhatten, als der Reporter zu ihnen kam, was sie gedacht haben, was sie den­ken, was sie denken werden. Es ist wirklich des Guten zu viel, wenn man lesen muh, daß ein Fliegervater, ein ehemaliger General,die typische Tracht des alten vornehmen Spaniers an hatte und dann hört, diese bestände aus einem abgetra­genen Sakko, einer Leibbinde, einem Hemd ohne Kragen und einer etwas herunterhängenden alten Hose!

Heute hat sich die Begeisterung organi­siert. Der Fliegerklub hat Massenkundgebungen veranstaltet, die vor den Botschaften der an dem Rettungswerk beteiligten Nationen England, Frankreich, 3talien und Portugal abgehalten wurden. Die Kirchenglocken läuten, Dankgottes­dienste, Tedeums, Begnadigungen, Empfangskom­missionen sind nach Gibraltar abgereist, um die Flieger dort gebührend einzuholen. Für Mitte dieser Woche ist ein großes F r e u d e n f e st im Kriegsministerium geplant: Sommernacht, Lampions, Uniformen, Orden, Fracks usw. 3n der heutigen Morgenpresse steht übrigens end­lich, was eigentlich los war: die Flie­ger fanden starke Wolkenbildungen, die ihnen die Sicht vor den Azoren versperrten. Außerdem wurden sie durch starke Winde südlich abgetrie­ben. Sie beschließen niederzugehen und sich in Ruhe zu orientieren, worauf sie wieder aufstei­gen, um den nächsten Hafen der Azoren anzu- steuern. Dabei geht ihnen vierzig Meilen vor dem Ziel der Brennstoff aus und sie setzen sich neuerdings aufs Wasser und warten. Sieben Tage lang, Verpflegung hatten sie reichlich, Wasser auch, es wäre also ganz gut auszuhalten ge­wesen, wenn nicht in den letzten Tagen starker Seegang Kentergefahr gebracht hätte. Diese Flie­ger sind schneidige Offiziere, sie bestanden die Gefahr, bis endlich derEagle auf seinem Nach­hauseweg sie aus dem Wasser zog. Stimmung der Flieger ausgezeichnet, Apparat fast unbe­schädigt.

Ieder wird sich ehrlich freuen über den glück­lichen Ausgang des Wagnisses, wir alle bang­ten um baä Schicksal der tapferen Flieger, aber trotzdem fällt es uns schwer, diesen Ueber- schwang zu verstehen bei solchen Gelegen­heiten merkt man am besten den großen inne­ren Unterschied in der Mentalität, den besonders unsere Politiker besser erkennen und in Rech­nung stellen sollten...

WEN. F r a n k f u r t a. M., 4. 3uli. Auf dem Baugelände der I.-G.-Farbenmdu- st r i e, auf dem bekanntlich das Verwal­tungsgebäude dieser Gesellschaft errichtet wird, ereignete sich (wie in einem Teil unserer gestrigen Ausgabe schon gemeldet; d. Rd.) heute mittag gegen 1.30 Uhr ein schwerer Unglücksfall dadurch, daß die Pfeiler eines Stahl­skeletts, die weder in den Boden eingelassen, noch miteinander verbunden waren, bei einer plötzlich auftretenden Böe dem Druck nach- gaben und auf die dahinterftehenden Pfeiler, sowie auf einen Kran fielen, der dadurch voll­kommen zertrümmert wurde. Durch die nieder stürzenden Pfeiler wurde em Arbeiter getötet, während vier Ar­beiter mehr oder minder schwere Verletzungen davontrugen. Sanitätsmannschaften waren so­fort zur Stelle und schafften die Verunglückten in die Krankenhäuser.

Die Ilnglücksslelle bietet ein wüste«; Gewirr durcheinander liegender Masten und Kranteile. Die eingestürzte Eisenkonstruktion eines der sechs Querflügel des künftigen gewaltigen Ver­waltungsgebäudes der I.-G.-Farbenindustrie, von denen bereits zwei in der Eisenkonstruktion voll­kommen fertiggestellt find, wird von der Firma C. H. 3 u ch o - Dortmund ausgeführt. Auch zwei der verunglückten Arbeiter, darunter der Tote, sind Im Auftrage der Dortmunder Firma zu Zwecken der Niontage der Eisenkonstruttion nach Frankfurt gekommen. Die beiden anderen ver­letzten Arbeiter stammen aus der Frankfurter Llmgebung. Das tlnglüd hätte leicht noch größere Ausmaße annehmen können, denn bis kurz vor dem Zusammensturz waren auf der in Frage kom­menden Cisenkonstruktion 10 Arbeiter beschäf­tigt, von denen aber sechs anderweitig benutzt und daher abberufen worden waren.

Lieber die Ursachen des Unglücks gehen die Meinungen vorläufig noch stark auseinander.

Ob der herrschende Wind eine maßgebende Rolle spielte, ist mehr als fraglich, ja es wird sogar von während des Unglücks anwesenden Personen be­hauptet, daß der Wind zur Zeit des Unglücks nicht besonders stark gewesen sein soll.

Die Baupolizei Hal zunächst die Einstellung der Arbeiten angeordnet.

Wie gesagt, handelt es sich aber nur um einen verhältnismäßig kleinen Teil des Gesamtobjekts, so dah in der Fertigstellung des Projekts keine allzu große Verzögerung eintreten dürfte.

Eine Erklärung der Bauleitung.

Die Bauleitung des I.-G.-Fatben-Ver- waltungsgebäudes teilt zu dem Llnglücksfall er­gänzend mit: Es wurde ein Mann getötet und drei Arbeiter verletzt. Von den Verletzten ist leider einer mittlerweile seinen Verletzungen erlegen. Das Llnglück ge­schah in einem Augenblick, in dem die einzelnen Eisenteile

wegen der im Gange befindlichen Moulage noch nicht endgültig vernietet

werden konnten. Die ausführende Konstruktions­firma ist eine erprobte und bedeutende Fach­firma des rheinisch-westfälischen Industriegebietes. Der betroffene Teil des Gebäudes stellt in sei­nem Umfange nur 2 v. Sy des Gesamtstahl­gerüstes dar, das in feineii übrigen bisher mon­tierten Teilen unversehrt geblieben ist. Der Fort­gang der Arbeiten an den übrigen Teilen des Gebäudes wird durch den beklagenswerten Un­glücksfall nicht in Mitleidenschaft gezogen.

Der bei dem Cisenkonstruktionseinsturz schwer verletzte Arbeiter Heinrich Wagenknecht aus Arheilgen, der eine schwere Verletzung der Schädeldecke davongetragen hatte, ist heute nach­mittag im Städtischen Krankenhaus seiner schweren Verletzung erlegen. Damit hat das Unglück das zweite Todesopfer verlangt. ________________

fcnvlbrt Kam. Mn tön:|flortQnlaoel, 'Teilnahme M june beö 2t.

schäftsträger in Lissabon, dem Paar Pässe nach Frankreich auszustellen. Nur Ierome sollte auf dem kürzesten Wege nach Italien kommen, wo sich Napoleon eben die Eiserne Krone der Lom­barden auf das Haupt setzte. Elisabeth, die ein Kind erwartete, muhte in Lissabon von ihrem Gatten Abschied nehmen. Es war ein Abschied fürs Leben. Napoleon erklärte chre Ehe für null und nichtig, trotzdem der Papst als Ober­haupt der Katholischen Kirche die Genehmigung zu Napoleons Schritt verweigerte. Der schwache Ierome gab dem Drängen seines Bruders nach und wagte nicht die Rechte seiner Gattin zu verteidigen. Ia, er ging sogar im August 1807 eine neue Ehe mit der Prinzessin Katharina von Württemberg ein und wurde König von Westfalen. Dis zum Sturz des Kaiserreichs be­zog Elisabeth, die sich nach England begeben hatte, und dort einen Sohn gebar, eine jähr­lichen Pension von 60 000 Franken, wofür sie allerdings auf die Führung des Namens.Bona­parte verzichten muhte. Sie starb als 94jährige

Schweres Bauunglück in Frankfurt.

Gerüsteinsturz auf dem Neubaugelände der Z.-G.-Farbenindustrie.

W MAY.W'

15D

Amerikanerinnen auf Königsthronen.

Von Hilde Stein von Zobeltih.

Beinahe...

Der Ehrgeiz amerikanischer Milliardärstöchter Md -Witwen eine Verbindung mit Mitglie­dern europäischer Herrscherhäuser einzugehen is! bekannt. Ebenso der Wunsch alter Herricher- hauset, ihre Kronen frisch zu vergolden. Aber mich! immer gelangen ersehnte Eheschließungen.

Fast wäre eines Tages Miß Maud Wil- lireg, die Tochter eines Millionärs aus Phila­delphia Königin der Franzosen geworden, wenn n:d)d ihr Vater streng republikanische Gesinnung gchobt hätte. Um ihre Hand hielt kein Geringerer 016 der spätere König Louis Philipp ai. Mister Willing jedoch wies die Werbung bis Orleans mit der Erklärung zurück, der Prinz teire nicht gut genug für seine Tochter. Der energische Vater konnte damals, als Napoleon I. noch im Zenith seiner Macht stand, nicht ahnen, daß der als armer Flüchtling von Land zu Land eilende Bourbon eines Tages selbst Herrscher Mit Frankreich werden könnte. .

Auch die romantische Liebe von Miß E l - ! n s, der Tochter eines Neuyorker Senators, rit dem Herzog Luigi der Abruzzen, hi em Vetter des Königs von Italien, scheiterte cn unüberwindlichen Hindernissen. In Neapel batte der Prinz, der sich später als Nordpol- und Ifrikaforscher einen bedeutenden Namen machte, fcte schöne Katharina Ellins kennen und lieben ficlernt. Sie verlobten sich unter der Voraus- pyung, daß alle gesellschaftlichen Hindernisse furch das Eingreifen und die Vermittlung der verwandten aus dem Wege geräumt würden. S>nig Viktor Emanuel gab seine Einwilligung zu liefet Ehe, verlangte jedoch, dah die protestan- tsche Miß Ellins ihren Eintritt in das Haus kavoyen mit dem Wechsel des Glaubensbekennt- nifles erkaufen sollte. Damit aber war ihr Vater acht einverstanden und so wurde die Verlobung Lieder gelöst. Miß Ellins reiste nach Amerika zurück und heiratete dort einen Landsmann, ton dem sie sich nach kurzer Zeit wieder scheiden ließ. Der Herzog dex Abruzzen aber blieb Iung- geselle.

Ein nicht minder reicher und hübscher ameri- Iitischet Goldfisch wäre vor zehn Iahten bei- rahe Königin von Griechenland geworden. Im Nre 1918 kam Mih Kelly aus Chikago h;f dem amerikanischen Roten Kreuz nach Athen ini erfreute sich bald in der dortigen Gesell- fhast groher Beliebtheit. Die blonde Mih wurde ton den feurigen Hellenen umschwärmt, bis sie iines Tages bei einem Tanztee die Bekanntschaft ks jungen Königs Alexander machte, der

feiles anzuiM MslM du

Anzug, erben; anzulegen.

Ter Vorit«

F,G.I (Schützen! DleKanierabeiu den Qcbeierend Festzugeb. LA Vereins Sonmi Julivorm.,',1 recht zahlreich r> (eiligen, äntrei ilbra-Spriheich Abmarsch: M. Anzug: Tu- Helm- Ä

Das flommai M

SamötaM 9 Udr Pool» MM imAMttv : .D DerJ^

Vor Tische las man's anders."

Von Professor Ferdinand Dreher, Friedberg (Hessen).

Fällt die Allein schuld Deutschlands, so ist auch der ganze Vertrag nichtig." Lloyd George in der Londoner Kon­ferenz, 3. März 1921.

Sie ganze abgelaufene Woche stand itn. Zei - .itn der verschollenen Ozean u b e r - ue r e r.Himmelhoch jauchzend, zu Tode be- ticübt, unter diesem Eindruck befand sich Madrid, ße nachdem die eingelaufenen Nachrichten gunstrg aftr ungünstig waren. Die Spanier haben einen Sitz mders schönen Charakterzug, das ist die un- iSingte Teilnahme aller Devolkerungsschichten tfjxc Ausnahme und ohne älnterschied an allen J Kien die das Prestige des L an des tüt das Schicksal ihrer Nation al-

Li" Iben betreffen. So erklärt sich, dah in den Iliiisterien, in den Klubs, den Cafes, aus Strahe. in Gesellschaften, ausschließlich von :Jnrico und seinenNumancia"-Gefährten ge- Imochen wurde. Nicht einmal die Niederlage Waotino Llzcuduns gegen Schmeling in Amerika, Sie unter anderen Umständen als nationale Be­legung empfunden worden wäre, konnte hier aWenfen. Sieben Tage wußte man nichts von Seh Wasserflugzeug. Die einlaufenden Meldun- ocer. widersprachen sich stündlich. Nachrichten über onizcbliche Funde von Resten eines Flugzeuges, , foc starke Stürme und ergebnislos verlaufene Steifen der Kriegsschiffe jagten sich. Plötzlich die richt aus Barcelona, die Flieger seien ge- furdcn, großer Iubel! Aber nur wenige Stun- i!*en: es wat eine Falschmeldung! Der Gouverneur TMfn Barcelona teilt mit, daß er die Leitung, ;>ie die falsche Freudenbotschaft erfunden hatte, mit Verbot und tausend Pesetas bestraft habe. Inzwischen hatte man sämtliche Schiffe die erreich- .3ar waren, mobil gemacht und auf die Suche .Mickt. Zwei spanische Kreuzer, vier Zerstörer, :tn portugiesisches Kanonenboot, zwei rt<llienis<^ mb zwei französische Zerstörer, und schließlich englische FlugzeugmutterschiffEagle .

Line Spiritistin schreibt an den Bruder eines >tt Flieger, man sollte doch alle Nachforschun- jen einstellen, sie habe heute nacht mit den :Stiftern der Verschollenen gesprochen, welche ihr .erzählten, daß sie mit Mann und Maus unter­lege ngen seien. Man glaubt hier aber nicht in dcn Spiritismus und so suchte man weiter. Ales umsonst Madrid setzt ein trauriges Ieficht aus, man gibt die Hoffnung auf. Nur .«hier nicht: Primo de Rivera glaubt in seinen Stern. Als die Meldung kam, berEagle gäbe die Suche auf und kehre nach Sibraltar zurück, seht er neue Schiffe und Flugzeuge ein. Ein besonders Begeisterter ärgert sich wütend darüber, dah die Engländer fchvn heimgehen wollen und fordert von der Gierung, sie solle sich mit Deutschland in Ver­bindung setzen, damit das LuftschiffGraf Zeppelin sich an der Suche beteilige. Die brutsche Botschaft muh leider antworten, dah bas Luftschiff vor Mitte des Monats Iuli nicht startbereit sei. Primo überlegt in der Zwischen- »rit, ob er ein großes, zur Ehrung der Flieger __ Iimenez und Iglesias (die vor kurzem den Se° Itornrmwinrilh villa-Rio de Ianeiro-Flug durchsührten) ange- letztes militärisches Bankett absagen sollte. Er tut ».I w Kainein denn der Soldat hat den Sieg über die

Stauer zu stellen. Zwölfhundett Offiziere aller Baffen bereinigen sich am Freitag um den Dik­tator und die beiden zu feiernden Flieger. Eine Minute steht alles schweigsam und gedenkt der Erschollenen, um deren Rettung man den Hirn-

5765A