Ausgabe 
5.6.1929
 
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wurde darauf hingewiesen, daß allmählich immer mehr Städte mit ihren Märkten Lotterien ver­bänden. Der Beigeordnete konnte mitteilen, daß zur Zeit nicht weniger als 5 oberhessische Städt­chen Lose von ihren Markt-Lotterien zum Ver­trieb an die Bürgern,eisterei gesandt hätten. Die Inhaberin der Bahnhofswirtschaft hat wegen eines im Oktober 1928 im Bürgermeistereigebäude erlittenen Unfalles eine Schadenersahfor- derung von 308 Mark an die Stadt eingeklagt. Da der Unfall seinerzeit nicht fristgemäß, d. h. innerhalb einer Woche, der Frankfurter Allge- meinen Dersicherungs-2lktien-Gesellschaft, bei wel­cher die Stadt gegen Haftpflicht versichert ist, ge­meldet wurde, lehnt die Gesellschaft eine Erledi­gung ab und die Klägerin tritt daher mit ihrer Forderung an die Stadt heran. Der Gemeinde­rat beschloß einstimmig, die Angelegenheit durch gerichtliche Entscheidung erledigen zu lassen. Dem Weißbindermeister Ludwig Weiß (Lin­denstruth) wurde die Erbauung einer Werkstatt in der Schulst raße (Heege) gestattet, nachdem er sich verpflichtet hat, im Laufe von 2 Iahren den Bau eines Wohnhauses folgen zu lassen. Das Hochbauamt wünscht an dem Abzweig der Frankfurter Straße beim Aeubau Binde­wald, dem seitherigen Promenadeweg, die Fest­setzung einer Baufluchtlinie, die eine Ver­breiterung dieses Weges vorsieht. Vor der endgültigen Beschlußfassung soll eine Ortsbesich­tigung stattfinden. Von mehreren Seiten wurde dos in den letzten heißen Tagen von einzelnen Bewohnern, besonders Besitzern von Schläuchen, deren Zahl immer mehr zunehme, beliebte über­mäßige Besprengen der Straßen scharf gerügt. Ein Gemeinderat regte an, einer derartigen Wasservergeudung, die mitunter für andere Leute Wasserknappheit zur Folge haben könne, entgegenzutreten, vielleicht im Einzelfalle die Anbringung eines Wassermessers in Erwä­gung zu ziehen.

5 L i ch, 4. Iuni. Mehr als anderorts hat sich in unserer Stadt der Brauch erhalten, an den Häusern Weinstöcke zu pflanzen. Viele dieser Traubcnstöcke, wie sie hier heißen, haben jahr­zehntelang jeder Witterung getrotzt und immer fleißiggetragen. Dieses Iahr wird man hier aber auf die Weintrauben verzichten müssen. Denn bis auf zwei oder drei Ausnahmen sind alle hiesigen Weinstöcke dem strengen Winter zum Opfer gefallen und stehen nun kahl und vertrocknet da. Auch unter den Obstbäumen be­merkt man in unserer Gemarkung jetzt hin und wieder die Spuren des Winters und der langen trockenen Witterung. Dürre Bäume und solche mit teilweise dürren Zweigen sind keine Selten­heit, und dem aufmerksamen Beobachter entgeht es auch nicht, daß mancher Baum zwar schön geblüht hat, aber in der Bildung des Blatt­werks in der Entwicklung zurückbleibt. Iedoch ist der Schaden im allgemeinen nicht erheblich. Die älteren Leute erzählen übrigens, daß nach dem harten Winter 1879, dem besonders viele Stein­obstbäume zum Opfer fielen, viele der frostge- fchädigten Bäume im Frühjahr noch stark ge­blüht haben und dann erst eingegangen sind.

Kreis Friedberg.

2$. Bad-Rauhei rn, 4. Iuni. In der Reihe der diesjährigen Deutschen Meisterfest- spiele war die zweite Festveranstaltung gestern dem großen Meister Beethoven gewidmet. Das

Der Sternhimmel im Juni.

Sonnenaufgang von 3,45 bis 3,40 Ufjt. Son­nenuntergang von 20,10 bis 20,25 Uhr. Licht­gestalten des Mondes: 1. Viertel am 14. um 6 Uhr, Vollmond am 22. um 5 Uhr, 3. Viertel am 30. um 5 Uhr.

Bleibt auch der Sommersternhimmel an Pracht hinter dem Wintersternhimmel etwas zurück, teils weil die prächtigen Wintersternbilder verschwun­

achtung. Sie sind fast gleich hell, so daß der jeweils höher stehende Heller erscheint: aber ihre Färbung ist gänzlich verschieden. Don der gelblichen Farbe des Arctur sticht daS bläuliche Weiß der Wega wahrnehmbar ab. Zwischen beiden Sternen erblicken wir das Sternbild des Herkules, an das sich nach Süden zu unmittel­bar der Schlangenträger anschlieht. Dieses echte

@ Vollmond d J. Vierte!

STERNBILDER: GROTTE BUCH-, STABEN //

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Sterne t Kleine Buch- X stoben

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den sind, teils weil die nicht völlig dunkeln Rächte die schwächeren Sterne nicht sichtbar werden lassen und teils schließlich, weil in diesem Iahr hellere Wandelsterne am sommerlichen Abend­himmel fehlen, so gibt es doch immerhin mancher­lei Merkwürdiges und Beachtenswertes zu sehen. Da ist vor allem die Mitternachtsdämmerung, die jeder Raturfreund beobachten sollte. Es ist ganz auffallend, wie stark sich bei ihr verhält­nismäßig geringfügige Unterschiede in der geo- graphischen Breite bemerkbar machen. Wer in ieser Iahreszeit auch noch in der ersten Hälfte des Iuli reift, wird bei einiger Achtsamkeit leicht gewahr werden, wie es um Mitternacht im Rorden Heller, im Süden aber dunkler wird. Aber auch der Fixsternhimmel bietet uns schöne Bilder; vor allem die beiden hellsten Sommersterne Arc­tur und Wega reizen immer wieder zur Deob-

Drr di» 24 Stundenzahl von Mitter­nacht big Mitternacht eine» Tage» ent­haltende Kreit und dit dich punktierte Linie, der eogenannte Horizont, rind fest- »tehrnd tu denken. Der Sternhimmel dreht eich lamt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei­ger der Himmelruhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne de» gebogenen Pfeilt einmal um »einen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt di» zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um di» Monatrmitt» richt­baren Sterne. Unter» Kart» zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo­natrmitt». Will man zu einer anderen Stunde beobachten, »o denk» man »ich den Sternhimmel »amt dem geraden Pfeil »o gedreht, daß dieser auf di» Be­obachtung »stunde zeigt; dadurch werden die zu ' dieser Zeit richtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin­eingedreht. Für je 5 Tagt vor der Mo- natsmitte ist der gerade Pfeil V3 Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats­miete */3 Stunde später zu »teilen. Man vergleiche dit nächste Monatskarte. Der Mond nimmt di» gezeichneten Stellun­gen ein, wenn er die angedeutete Licht- ^^Safum gestalt zeigt.

Sommersternbild ist leicht daran zu erkennen, daß drei seiner Sterne mit dem links unten stehenden des Herkules ein Trapez bilden.

Don den Wandelsternen sind am Abendhimmel nur der Mars und der Saturn zu sehen. Die Sichtbarkeitsdauer sowie auch die Helligkeit des Mars nimmt dauernd ab. Besser sichtbar ist der Saturn, der am 19. des Monats inGegenstel­lung zur Sonne gerät und infolgedessen die ganze Rächt sichtbar ist. Er beschreibt dann na­türlich denselben kleinen Bogen wie die Sonne zur Zeit des kürzesten Tages. Als Morgenstern erstrahlt die Venus in hellstem Glanze, aber trotz­dem sie gegen Schluß des Monats den Höchstwert ihres Abstandes von der Sonne erreicht, ist sie wegen ihres tieferen Standes doch nur iy2 Stun­den vor Sonnenaufgang sichtbar.

(Küstermann.)

bedeutend verstärkte Kurorchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Heinz D o n g a r tz spielte die Egmont-Ouvertüre und die große Schicksalssinfonie (Rr. 5 E-Moll). Zwischen den Orchesterwerken erfreute Professor Frederic 2a« mond (Berlin), einer der bedeutendsten Beet- hovempieler, mit dem 4. Klavierkonzert in O- Dur. Wohl kaum ist im Großen Bühnensaale so feinsinnige und hinreißende Musik geboten wor­

den wie bei der gestrigen Veranstaltung, die ein Triumph für alle Mitwirkenden war und den Besuchern zu einem tiefen Erleben wurde.

Krcis Alsfeld.

mr. Grebenau, 4. Iuni. In den letzten Wochen hat sich hier und in den umliegenden Ortfchaften ein starker Deamtenwechsel vollzogen. Forstrat Zimmer, der seit ungefähr 4 Iahren dem Forstamt Grebenau Vorstand, hat

eine Berufung in das Ministerium der Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralvertvaltung. erhalten. Er hat am 1. Iuni seine neue Stell« bereits angetreten. Unser Ort sieht ihn ungern scheiden, da et sich allgemeiner Beliebtheit er» freute. Mit großem Eifer hat Forstrat Zim» m e r für den Wald gearbeitet und besonder- viel für den Waldwegbau getan. Mit dem 1. August verläßt auch Lehrer Lichtenstein unfern Ort, in dem er 20 Iahte gewirkt hat. Er hat eine Lehrctstelle in Offenbach a. M. erhalten. In dem benachbarten Schwarz wurde Lehre« Wilhelm von Rieder-Gemünden eine desini» tive Lehrer stelle übertragen. Schulverwalteie Grether wurde deshalb nach Alsfeld versetzt. Da aber Herr Wilhelm franl ist und infolgedessen seine Stelle in Schwarz noch nicht an treten konnte, muß ein Schulamtsanwärter seinen Dienst ver­sehen. Auch Dieben hat eine neue Lehrkraft erhalten, da Schulverwalter Büttel an die katholische Schule in Rackenheim versetzt wurde. In diesem Iahte dürfte die Heidelbeere in unseren ausgedehnten Wäldern eine Re­kordernte liefern. Hoffentlich erhalten die Sträucher durch einen tüchtigen Regen bald die nötige Feuchtigkeit, damit die angesetzten Früchte auch vollständig zur Entwicklung kommen können. Das Beetenobst in den Gärten weist einen ebenso reichen Fruchtansatz auf.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

| Groß«Rechtenbach, 4. Iuni. Auf eine 25jährige Tätigkeit im Dienste der Ge­meinden Groß-Rechtenbach und Klein-Rechtenbach konnte am Samstag die Hebamme Rühl von hier zurückblicken. Aus diesem Anlaß fand im Hause der Iubilarin eine kleine Feier statt, an der Bürgermeister Dt. Reumann, Groh-Rech­tenbach und die Amtsverordneten der Gemeinden Groß- und Klein-Rechtenbach teilnahmen. Bür­germeister Dr. Reumann überreichte als Ge­schenk der beiden Gemeinden eine Schreibtischuhr.

Die Gtuhlverstopsung.

Ihre Folgen und ihre Beteiligung. Stuhlverstopfung kann für die Gesundheit viel nach­teiliger werden, als man gewöhnlich amummt. Denn die infolge unzureichender Entleerung zu lange im Darm zurückgehaltenen Speisereste bilden Fäulnis­stoffe, die in das Blut übertreten und dadurch viel­fach Appetitlosigkeit, Beklemmungen, Angstaesühle, Müdigkeit, Verstimmung und Kopfschmerzen Hervor­rufen. Die mangelhafte Verdauung kann ferner schlechtes Aussehen und häßlichen Teint verursachen, weil das verunreinigte Blut häufig Pickel, Pusteln und Ausschläge auf der Haut hervorbringt. Es ist daher angezeigt, Stuhlverstopfung nicht anstehen zu lassen, sondern rechtzeitig Abhilfe zu schaffen. Hierzu bedient man sich am besten eines unschädlichen, aus- schließlich aus pflanzlichen Bestandteilen zusammen- gesetzten Abführmittels, das regelmäßige und ergie­bige Entleerungen bewirkt. Ein derartiges Mittel find die lediglich aus pflanzlichen Auszügen und Stoffen ohne Zusatz irgendwelcher scharfen Substanzen hergestellten Apotheker Richard Brandt's Schweizer- pillen, die man in jeder Apotheke erhält. Sie wirken mild, angenehm und zuverlässig. Bei ihrem Gebrauch gewöhnt man sich nicht an das Mittel, sondern an pünktlichen Stuhlgang. 4733v

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