Ausgabe 
5.4.1929
 
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Aus aller Welt.

Meuterei auf hoher See.

Die Privatjacht des Neuyorker Millionärs Le­land Roh wurde frühmorgens führerlos mit vollen Segeln in der Nähe der New Perseher Felsen von einem Küstenkutter gesichtet. Ms der Schoner geentert wurde, fand man vier Ma­trosen der Mannschaft sinnlos betrun­ken in der Kabine liegend. Sn den Kapitäns­räumen und auf Deck waren Dlutspuren sichtbar, ein Zeichen, daß ein wütender Kampf stattgefun­den haben muß. Offenbar hat die Mannschaft gemeutert, den Kapitän ermordet und überDord geworfen und dann das Schiffs- logg vernichtet. Die Jacht des Millionärs hatte in den letzten Wochen eine Kreuzfahrt in den Süd-Atlantik gemacht. Angeblich soll Roh in Florida von Bord gegangen sein, jedoch war über sein Verbleiben bis zur Stunde nichts zu erfahren, so dah die Befürchtung..besteht, dah er ebenfalls ein Opfer der Meuterei ge­worden ist.

Sechs Tote bei einer Explosion in einer belgischen Kohlengrube.

In einer Kohlengrube bei Lambrechjes?Paturagos wurden infolge einer Explosion schla­gender Wetter sechs Bergarbeiter getötet und drei verletzt.

Lreuzot kauft den Besitz Fran; Ferdinands.

Wie dasNeue Wiener Extrablatt" erfahren haben will, hat der französische Großindustrielle Schneider-Creuzot den 40 000 Joch umfassenden Grundbesitz des ehemaligen Thronfolgers Franz Ferdinand in Obersteiermark und Körn- t e n von dessen Kindern, den Fürsten Hohenberg, gekauft.

Schlafwagenbrand in einem japanischen v-Zuge.

3n der Rähe der Station Fusan (Korea) ent­stand in einem v-Zug ein Brand. Viev Schlaf­wagen gingen in Flammen auf. Soweit bisher festgestellt werden konnte, sind neun Perso­nen ums Leben gekommen; 21 Ver­letzte wurden geborgen.

Ein Fischerboot gekentert.

Aus der Ostsee vor Heckeritz auf der Insel Hsedom kenterte ein Fischerboot beim Neheein- holen. Der 28jährige Fischer Otto Blunck ertrank vor den Augen seiner am Hfe'r war­tenden Frau. Sein 24jähriger Bruder konnte sich solange am Boot festhalten, bis Hilfe heran- kam.

Das Muckkonzerl in Kopenhagen.

Das erste Konzert der Hamburger Phil­harmoniker unter Leitung ihres Dirigenten Dr. Karl Muck gestaltete sich zu einem außerordent­lich großen Erfolg. Der große Saal des Old- Fellow-Palastes war überfüllt, als nach dem Ein» treffen der Königin sowie der Prinzessinnen Thyra und Helene Dr. Muck den Takistock hob. Unter dem Publikum sah man zahlreiche Vertreter des diplomatischen Korps mit dem deutschen Ge­sandten v. Hassel an der Spitze, Vertreter von Kunst, Wissenschaft und Presse usw. Das Publikum stand ganz im Banne der Musik Beethovens, dessen 3. und 5. Symphonie auf dem Programm stand. Mit nicht endenwollendem Beifall zollte das Public kum den Gästen seinen Dank. Die Presse widmet dem Konzert ausführliche Besprechungen.

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neuen Krieg so schnell wie möglich zu beenden.

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sigruppe, Paitsungtschi, der Kommandant von Peking, muhte von dort infolge des Heber» ganges seiner Truppen zur Nankingregierung nach Japan fliehen. Vor einigen Tagen erklärte sich nun auch die südchinesische Provinz Kwang­tung mit der Hauptstadt Kanton bis jetzt ein Hauptstühpunkt der Kwangsigruppe für die Nankingregierung. Das Herrschaftsbereich der Kwangsigruppe erstreckt sich gegenwärtig nur noch auf die drei Provinzen Kwangsi, Hunan, Hupe, die allerdings zu den reichsten und be­völkertsten Teilen Chinas zählen.

In dem nun entbrannten Bürgerkrieg wird die entscheidende Rolle wahrscheinlich demlachen­den Dritten", demchristlichen" General Feng zufallen, der in der Provinz H 0 nan eine ab­wartende Stellung einnimmt. Dieser Meister der chinesischen militärisch-politischen Diplomatie will allem Anschein nach, solange Neutralität bewah­ren, bis er seine Hilfe bei einer entscheidenden Wendung der Ereignisse möglichst teuer verkau­fen kann. Ein Teil seiner Truppen steht dicht an der Nordgrenze von Hupe, unweit von H a n - kau, während ein anderer Teil die Entwicklung in Schantung, an der Westgrenze dieser Pro­vinz, Gewehr bei Fuß beobachtet. Nord-Schan»

truppen ergeben habe. Man habe auch schwere Artillerie erbeutet. Die übergegangenen Truppen feien nach ihrer Ver­eidigung den Nantingtrup- pen einoerleibt worden. Die übrigen Truppen hankaus befanden sich auf dem Rück­zug. Tschiangkaischek drahtete an die Nankingregierung, daß seine Vorhut bereits in die Stadt ein marschiere. Der erste Abschnitt des neuen Bürgerkrie­ges ist durch den Fall der Stadt hankau abgeschlossen. Dio Nan­kingregierung will General Tfchi- angkaischek, der bisher den Titel General führte, für den Sieg über die hankantruppen den Titel des Marschalls verleihen. Die Fremdenkonzessio­nen in hankau sind verbar­rikadiert worden, um den von den Regierungstruppen be­siegten hankantruppen das Ein­dringen unmöglich zu machen. Zur Aufrechterhaltung der Ord- nuna wurde ein Bürgerausschutz gebildet.

3m Norden des Landes machen die Streitkräfte General Tfchang- tschunglschangs weitere Fort­schritte und haben nach Berichten aus Hongkong die Stadt M u - ping eingeschlossen. Die Lrklä-

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Schließlich hat mir der Reichspräsident e in e Monatsrente von 100 Mk. aus seinem Dispositionsfonds bewilligt. So bin ich am Leben geblieben. Sonst hätte ich mich erschossen." Der Verteidiger regte an, daß Präsident Kar­pinski vom Reichsentschädigungsamt vor Ge­richt sich darüber äußert, warum er sich ge­weigert habe, seinerzeit den Zeugen persönlich zu empfangen. Auf Anregung des Ersten Staats­anwaltes Köhler erklärte sich Regierungsrat Lazarus vom Reichsentschädigungsamt bereit, aus den Entschädigungsakten im Falle Ruhland zur Aufklärung das nötige vorzutragen. Ruhland gehöre zweifellos zu den am schwersten geschä­digten Personen, denn er habe außer dem er­littenen Sachschaden auch feine Existenz verloren. Die Gesetzgebung berücksichtige aber nur den Sachschaden, der in diesem Falle auf 147 000 Mk. beziffert worden sei. Davon habe Geheimrat Ruhland bis jetzt 10 000 Mk. erhalten.

Dann äußert sich der Angeklagte L am g k 0 p p noch über seine Maßnahmen zur Verhinderung einer wirklichen Entzündu n g des Koffers, die in der Abschließung der Patrone und der Mündung des Revolvers durch Papierpfropfen und Klebestoff bestanden hätten. Der Sachverstän­dige, Feuerwerksoberleutnant a. D. Nürnber­ger, Hannover, bezeichnet die Art der Anbrin­gung des Brennstoffes und des Revolvers im Koffer als höchst ungeschickt, unvoll­ständig und unzweckmäßig, so daß man wohl nicht an die Absicht Langropps glauben könne, den Koffer wirklich zur Entzündung zu bringen. Der 56jährige damalige stellvertretende Präsident des Reichsentschädigungsamtes, Geh. Iustizrat Dach, erklärt auf die Frage des Vor­sitzenden, ob seine Amtsniederlegung irgendwie mit diesem Vorgang vom 2. März zusammen- hange, daß er aus Gesundheitsrücksichten von sei­nem Amt geschieden sei. Auf Ersuchen des Schieß- sachverständigen Schmuderer zeigt der Zeuge Bach an dem am Boden liegenden Sachverständigen das Handgemenge mit Langkopp und die Richtung, in der die drei Schüsse abgegeben wurden.

Berlin, 4. April. (WB.) Im Laugkopp- Prozeß, dessen einzelne Phasen in den Kreisen der durch den Krieg Geschädigten mit großer Erregung und Spannung verfolgt werden, begann heute die Vernehmun g der Zeugen, die über ihre Erfahrung mit dem Reichsentschädi­gungsamt berichten sollen, wobei es mehrfach zu bewegten Auftritten kam. Als erster wurde der frühere Iustizrat R u h l a n d vernom­men, der sich der Verteidigung freiwillig als Zeuge zur Verfügung gestellt hat. Cs handelt sich um einen 76jährigen schwerleidenden Mann, der, von Justizwachtmeistern gestützt, auf Krücken den Saal betrat. Er war früh er Rechts­anwalt am Oberlandesgericht in Col­mar. Nach dem Kriege wurde sein Haus von Franzosen beschlagnahmt und verkauft, ohne dah er einen Heller bekommen hätte. Auch sein Der- mogen von 450 000 Mk. ist und zwar durch die Inflation verloren gegangen. Auf Bei fragen durch die Verteidigung äußert sich Ruh» land sehr erregt über seine Erfahrungen mit den Entschädigungsbehörden. Seine Ansprüche seien bisher nur in ungenügender Weise befriedigt worden. Er sollte im Jahre 1940 20 000 Mk. er­halten, habe aber bis jetzt nur kleine Abschlagszahlungen bekommen, die etwa 18 000 Mk. erreichten und zum großen Teil zur Abdeckung neuer Schulden Verwendung finden mußten. Der Zeuge brach wiederholt in Tränen aus und erklärte:Ich habe oft ge­hungert!" Der Zeuge hat im Interesse eines an­deren Geschädigten wiederholt versucht, beim Ent­schädigungsamt vorstellig zu werden, ist aber nach seiner Aussage schroff abgewiesen worden, als er versuchte, den Präsidenten K a r p i n s k r zu sprechen.

Als der Verteidiger Dr. F r e h an den Zeugen schließlich die Frage richtet:Haben Sie monate­lang mit dem Gedanken des Selbst­mordes g e spiel t?" bricht der Zeuge erneut in Tränen aus und erklärt dann auf eine er­gänzende Frage des Verteidigers schluchzend: Ich habe nur aus Rücksicht auf meine Tochter von diesem letzten Schritt Abstand genommen.

©er Kall Langkopp vor Gericht.

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A Kommunist. Aufstendsgebiet. _ .'Provinznr, ©KwantoigruSe ==Eisenb.

Preffegeogrdphi? A/9 2<Q ^CHINES. M, tung Kanlöns für die Nanking- regiecung ist durch eine ähnliche Kundgebung M u k d e n verstärkt worden. Die Verwaltung in Mukden. bedauert den erneuten Ausbruch des Bür­gerkrieges in China, für den der Provinzialregie­rung in Wuhan die Verantwortung zugeschoben wird. Die Nankingregierung war nach Ansicht Muk- dens in ihren Bemühungen, einen neuen Krieg zu verhindern, nicht sehr erfolgreich, nachdem aber einmal die Kämpfe begonnen hätten, müsse Non- fing von allen Gruppen unterstützt werden, um den

Die Kuomingtang-Partei und die Kwangsi- Gruppe können nicht gleichzeitig bestehen. Die Exi­stenz des einen bedeutet die Ausrottung des andern. Die Nationalregierung hat beschlossen, die feudalen Gegenrevolutionäre der Kwangsi-Gruppe zu ver­nichten." Mit diesen Worten kündigte der chinesische Staatspräsident Tschiangkaischek, der Wort­führer der von den Vereinigten Staaten von Ame­rika unterstützten Kreise des chinesischen Handels­kapitals, auf dem Kuomingtang-Parteitag den neuen Bürgerkrieg in Mittel-China an. Noch vor drei Monaten wurde von Nanking aus die angeb­liche Einigung des chinesischen Reiches feierlich in die Welt posaunt und schon ist der seit Jahren wütende Krieg der Generalskliquen wieder in vollem Gange. Der Kriegsschauplatz ist das Jangtse- 4-at, wo die Hauptkräfte der Nanking-Regierung unter dem Kommando von Tschiangkaischek soeben Hankau eingenommen haben. Hankau loder wie es nach der Vereinigung mit den Nachbar- städten heißt: Wuhan), der strategische Schlüstel des Jangtse-Tales, war der Hauptsih der K w a ng sigruppe, einer reaktionären, von England unterstützten militärischen Gruppierung. Noch vor Beginn der eigentlichen Kampfhandlun- ' gen erhielt die Kwangsigruppe seitens der Nau» fmgregicrung einige bedeutende politische Schlap­pen. Ihre hervorragendsten Führer: Li t i s i n (Lttschalsum), der Diktator von Kanton und L i t- 'Ungoshen, der Herrscher von Hankau, die auf dem Kuomingtang-Parteitag in Nanking teil- nahmen, wurden bei diesergünstigen Gelegen­heit von ihrem Parteifreunde Tschiangkaischek verhaftet. Während es Litsungdshen gelun­gen ist, zu entkommen, wurde Litisin angeblich schon hingerichtet. Der dritte Führer der Kwang-

Peking, 4.April. (TU.) Der Stab des Generals Tschiangkai­schek meldet, daß der Oberbesehls- yaber der Hankaugruppe, hwang- Sei, die weiße Flagge ge­hißt und sich den Nanking-

verwendet wird, nur bann teilnehmen dürfen, wenn die Reichsfarben an hervor­ragender Stelle gezeigt werden und ihnen überhaupt ein angemessener und wür­diger Anteil an dem Flaggenschmuck einge­räumt wird. Bor der Entscheidung über oie Teilnahme der Behördenvertreter ist festzustellen, ob und inwieweit den Erfordernissen dieses Er­lasses genügt ist: nötigenfalls ist auf eine ent­sprechende Ausschmückung in den Reichsfarben hinzuwirken. Diese Feststellungen und die etwa erforderliche Einwirkung auf die Veranstalter liegen gegebenenfalls nach Fühlungnahme mit der am Orte befindlichen Landesbehörde dem Leiter der in Abschnitt II des Erlasses über Hoheitsanordnungen vom 20. März 1929 genann­ten Behörde ob. Die hiernach zuständige Stelle hat das Ergebnis ihrer Feststellung den übrigen Reichsbehörden, Reichsstellen und Reichsanstalten mitzuteilen."

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tung wurde kürzlich unter dem Schutze der ja­panischen Besatzung der Eisenbahnlinie Tsinan Tsingtau, von Den Banden des reaktionären Ge­nerals Tschang-tsun-tschang beseht. Nach dem Fall des Hafens T s ch i f u gehen hier die Kämpfe um die Stadt Ninghai, die letzte Zuflucht Der nankingtreuen Truppen. Allerdings sollten die Japaner, einem kürzlich getätigten chinesisch-japanischen Abkommen gemäß, in den nächsten Wochen die Eisenbahnzone in Tschan- tung räumen und in diesem Falle wird Tschang-tsun-tschang Die Provinz wieder frei­geben müssen. Da die Hauptkräfte der Nanking­regierung im Vangtse-Tal beschäftigt sind, wird Schantung wahrscheinlich Feng zufallen. Der Krieg unter den Generalen begünstigt die weitere Ausbreitung Der von Kommunisten geführten Arbeiter- und Bauernaufstände in Den Provinzen Kiangsi und Fukieu, wo die re­volutionären Truppen Ende März durch die Eroberung von Tingtschou, einer Stadt mit einer Viertelmillion Einwohnern, einen beachtlichen Er­folg erlangten.

Karl Benz f.

Mannheim, 4. April. Der Erfinder des Auto­mobils, Karl Benz, ist heute nacht im benach- barten Ladenburg im Alter von 84 Jahren an Altersschwäche gest 0 rben. Karl Benz wurde 1844 in Karlsruhe (Baden) als "Sohn eines Lokomotivführers geboren. Er verlor früh den Vater infolge eines Eisenbahnunfalls^ hatte aber offenbar von diesem die Vorliebe für Maschinen geerbt Die Mutter konnte es trotz sehr spärlichen Einkommens ermöglichen ihren Sohn Gymnasium und Polytech­nikum in Karlsruhe besuchen zu lassen. Eine prak­tische Lehrzeit machte Karl Venz als einfacher Ar­beiter bei der Maschinengesellschaft in Karlsruhe durch. Dann war er in verschiedenen Geschäften der Maschinenbranche tätig, bis er 1871 in Mannheim mit wenigen Arbeitern ein eigenes Geschäft begründen konnte. Schon seit Jahren erfüllte ihn nun der Gedanke, ein Fahrzeug zu bauen, das sich auf den Straßen mit eigener Kraft be­wegen könne. Endlich im Jahre 1878 gelang ihm zunächst die Konstruktion eines Zweitaktmotors, der dann, verbessert, 1880 auf den Markt kam.

Aber noch in dem Gründungsvertrag, den Benz 1883, bei Errichtung einer neuen Firma (Benz & Cie., Rheinische Gasmotorenfabrik) mit neuen Teilhabern schloß, wurde ihm zwar gestattet, ne­ben der Gasmotorenfabrikation auch den Motor­wagenbau zu betreiben, doch wurde ausdrücklich bemerkt, daß die darauf aufgewandten Kosten alä verloren angesehen werden sollten". Den­noch gelang es nun Karl Benz, 1885 seinen ersten, dreiräderigen Motorwagen in Gang zu bringen, der heute im Deutschen Museum in München steht Das Fahrzeug hatte jetzt einen Viertakt- Motvr mit 250 Umdrehungen in Der Minute und y, Pferdestärke. Der Motor war auf einer Querschiene über den Hinterrädern befestigt, ebenso der Gasapparat und das Kühlgefäß. Das Differentialvorgelege gab nur eine Geschwin­digkeit her. Die Hebertragung der Kraft erfolgte durch Ketten auf die Hinterräder, Fahrradfel­gen ohne Bereifung. Beim ersten Fahrversuch konnten mit vieler Mühe nur 100 Meter zurück- gelegt werden.

Aber bald war Benz so weit, daß er mit feinem Wagen 16 Kilometer StunDengeschwindigkeit er­zielte. Hnd trotz aller Mißerfolge,' trotz Spott und Hohn hielt Benz zähe an feinem Gedanken fest. Zwar in Deutschland fand er für seinen Wa­gen keinen Absatz, aber ein Franzose,. Emil Stöger, interessierte sich für das neue Vehikel, und so konnte Benz seine Fahrzeuge mehr Und mehr entwickeln und verbessern. Auf einer Aus­stellung in München 1888 wurde ein Benzwagen erstmals öffentlich ausgestellt und mit der ®ol- denen Medaille ausgezeichnet. Dennoch war es wieder das Ausland, namentlich England und Amerika, das mehr Interesse zeigte als das Vaterland. Erst der TypBenz Comsortable", der 2700 Mark, kostete, fand auch in Deutschland mehr Anklang. Inzwischen war Dann Die Zeit reif getoprDen. In allen Ländern machte Der Automobilbau rasche Fortschritte. Immer hoher wurde Die Leistung der Motoren gesteigert und Die Benz-Wagen liefen mit an der Spitze Der Entwicklung.

Die Firma Benz wurde in eine Aktiengesell­schaft umgetoanDelt, aus Der jeDoch Karl Benz sich balD zurückzog. Zum 70. Geburtstage promo­vierte ihn Die Karlsruher Technische Hochschule zum Ehrendoktor.

Oer Völker-un- und die Minderheiten.

Eine Gefahr für Genf.

London, 4. April. (WB.) DerMan che- ster Guardian" führt in einem Leitartikel aus, der Angriff auf die Rechte der Minder- ijeiten gipfelte in einer gemeinsamen Offen- sive der fünf interessierten Mächte: Bolen, Rumänien, Tschechoslowakei, Südslavien und Griechenland. Nicht nur diese Rechte seien rn Gefahr, sondern der Völkerbund selbst. Die fünf interessierten Mächte rechneten mit gutem ®runb auf die aktive Hnterstützung Frank­reichs und die passive Hnterstützung Ita­liens, auf die Schwäche oder Gleichgültigkeit der Neutralen, auf Die Isolierung und Ohnmacht Deutschlands und auf das Wohlwollen Chamberlains. Zweimal habe der Völker­bund einen verhängnisvollen Fehl­schlag erlitten: bei der B e s e h u n g Wilnas und der Beschießung Korfus. Er werde letzt von einem dritten Fehlschlag bedroht der Der verhängnisvollste fein toürDc Wenn Der Schutz Der MinDerheiten ausbleibe tourDe e« DeutschlanD schwer fallen, Mitglied Des Völkerbundes zu bleiben.

Hilfsaktion für notleidende Oomänenpächter in Mecklenburg.

41 A^il. (WB.) Sie medlen- burgllche Regierung hat sich angesichts Der Notlage Der Domänenp äch t e r zu einer großzügigen Hilfsaktion entschlossen, über welche Die Pressestelle Des Staatsministeriums folgendes mittettt; Die Landtagsvorlage vom 14. März 1929 betreffend Ermächtigung zur G e- währung von Betriebs - unDHmschul- Dungskrediten an Domänenpächter hat nicht mehr verabschiedet werden können. Der Zweck Der Vorlage, notleidenDen Betrieben noch während der Frühjahrsbestellung Hilfe zu bringen, wäre gefährdet, wenn bis zur Verabschiedung du.rch den Landtag gewartet wer­den müßte. Das Staatsministerium hat daher beschlossen, Die Hilfsaktion sofort Durchzufüh­ren und Die nach Der Vorlage erforderlichen Beträge von rund 3,5 Millionen Reichsmark zur Verfügung gestellt.

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Wettervoraussage.

Die nördliche Druckstörutzg ist südwärts 'weiter­gewandert und nimmt den westlichen und südwest­lichen Teil Deutschlands mit in ihren Bereich. Ihre aufgleitende Warmluft führte zu ergiebigen Nieder­schlägen, die durchweg als Schnee niedergehen. Die Temperaturen hatten in den heutigen Morgenstun­den den Gefrierpunkt schon etwas überschritten. Im übrigen Deutschland dagegen herrscht meist heiteres Wetter mit Temperaturen unter 0 Grad. In Schle­sien hat sich sogar der Frost noch etwas verschärft und erreichte dort bis zu minus 6 Grad. Da mir sehr rasch unter den Rückseiteneinfluß der Störung gelangen, so bleibt immer noch das veränderliche Aprilwetter bestehen, wenn auch zunächst wieder die Niederschläge nachlassen und mehr in Schauern niedergehen.

Wettervoraussage für Samstag: Wechselnde Bewölkung mit Aufheiterung, Tempe­raturen vorläufig noch etwas ansteigend, einzelne Schauer.

Wettervoraussage für Sonntag: Noch kein beständiges Wetter.

Lufttemperaturen am 4. April: mittags0,2 Grad Celsius, abends1,5 Grad; am 5. April: morgens 0,1 Grad. Maximum 4-1,5 Grad, Minimum4,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. April: abends + 4,3 Grad; am 5. April: morgens di 1,2 Grad Celsius. Schneedecke 4,5 cm.

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