Ausgabe 
4.12.1929
 
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Aus der Provinzialhauptstavi

Gießen, den 4. Dezember 1929.

Eine ernste Erziehungsaufgabe.

In einem Nachbarstädtchen war ich kürzlich Zeuge eines Vorfalls, der mir stark zu denken gab. Mitten auf der Straße ging, vielmehr tau­melte ein älterer Mann, scheinbar ein Hand» Wertsbursche, nach links und rechts, dabei fort­während Reden mit sich selber haltend. Er hatte einige Glas über den Durst getrunken. Hinter ihm her aber kam ein ganzer Schwarm Kinder und halbwüchsiger Barschen, denen der Betrun­kene einen Hauptspaß zu machen schien, denn sie riesen ihm allerhand Anzüglichkeiten, Schimps- namen u|w. zu, damit er sich herumwenden, die Faust erheben und drohen sollte. Dann gab es jedesmal ein dröhnendes Gelächter. Einige kleine Knaben versuchten, den Mann an dem Rock zu zupfen, und wenn es gelang, setzte wieder neues Gelächter ein.

Erwachsene gingen vorüber, andere schauten aus den Fenstern. Ich sah viele lächelnde Ge­sichter. und alle schienen dieses Treiben in Ord­nung zu finden, auch die Eltern der Kinder, die dem armen Menschen folgten. Und gerade die Eltern geht es anl Ich war fremd in dem Städtchen, ich sah auf meinem Rad und sollte hier vielleicht Erziehung^aufgaben erfüllen? Aber richtig wäre es vielleicht gewesen, toenn_ ich wenigstens den halbwüchsigen Buben gesagt hätte: Schämt Ihr Euch nicht, einem Betrunkenen nach- zulausen und hier auf der Straße zu johlen?" Ich war den ganzen Tag unzufrieden mit mir und dachte noch öfters an dieses Erlebnis.

Ich bin überzeugt, daß es anderswo, besonders auch aus kleinen Orten, sich genau so abspielt. Solche betrunkenen Menschen, die eigentlich unser Mitleid verdienten (jawohl!), werden als Ziel­scheibe des Spottes von jung und alt benutzt. Freche Lausbuben, die sonst vor einem .leinen Köter Weglaufen, können hier ihrenMut" zeigen.

Wir Eltern sollten doch, wenn wir unsere Kinder von solchen Aufläufen erzählen hören, oder womöglich selber dabei antreffen, ganz ener­gisch einschreiten und scharf zugreifen, nicht nur im Interesse des armen Menschen, sondern im ureigensten Interesse des Kindes selber. Wir wissen, daß Kinder grausam sein können, so grausam und schadenfroh, auch unter sich, daß wir oft erschrecken. In vielen Fällen aber genügt schon ein einfacher Hinweis, und sie zeigen statt Schadenfreude Anteilnahme. Daß die Kinder nach allem schauen, was nicht alltäglich ist, ist uns bekannt. Kommt also an Stelle eines Betrunkenen ein kleiner verkrüppelter Landstreicher oder ein armes Zigeunerwägelchen, flugs! sind die wilden Jungen dahinter her, und an Redensarten wird es nicht fehlen.

Cs ist oft ein Leichtes, das Kind davon zu überzeugen, daß es hier Unrecht tut! Wir dürfen es nur nicht an Hinweisen fehlen lassen. In unserem besonderen Falle also hätten wir die Aufgabe, den Kleinen klarz imachen, daß ein be­trunkener Mensch, der so in dem Dann des Alkohols steht, daß er alles, was er hat. für einige Glas Schnaps ausgibt, alles andere ver­gißt. seine Mitmenschen, ja seine Familie. GotteS schöne Ratur ringsum, daß ein solcher Mensch nur bedauert werden kann. Ebenso ist es unsere Aufgabe, darauf aufmerksam zu machen, daß vor

(Sott alle Menschen gleich sind. Das sehen Kinder sofort ein, und wir lassen uns das Versprechen geben, daß sie sich in Zukunft von solchen Auf­läufen fernhalten.

Auf der Straße selber sollten die Erwachsenen stets eingreifen und die johlende Jugend nach Hause schicken. Die Eltern aber, die da meinen, das wäre doch nicht schlimm, wenn die Kinder mitschreien, sollten daran denken, daß sich solche scheinbaren Kleinigkeiten sehr oft rasch summie­ren, und mit Schrecken müssen sie dann fragen: Woher hat das Kind das eigentlich?" Daß sie selber aber Unterlassungssünden begangen haben, daran denken sie nicht. R. W.

Zestgenommene Diebe.

Der Polizeibericht meldet: Am 26. November 1929 wurden aus dem Chemischen In­stitut der Hnioeriitit ach t Herren- und zwei Damenmäntel entwendet. Aus der Kleiderablage der O b e r r e a l s ch u le wur­den ebenfalls zwei Mäntel gestohlen. Am 27. November 1929 wurde ein vor der Volks- b a n k in der Westanlage aufgestelltes Fahr­rad gestohlen. Der Täter, der einiger­maßen beschrieben werden konnte, wurde in Klein-Linden bis zum Erscheinen der Kriminal­beamten festgehalten. Es handelt sich um einen Koch aus Dänemark. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt.

Am 28. November 1929 wurde von der Kri­minalpolizei ein sogen. Klingelfahrer (Dieb der bettelt und bei günstiger Gelegenheit Dieb­stähle aussührt) festgenommen. Es handelt sich um einen 22jährigen Schneider aus Wien. Er wurde in einem Hause der Echühenstraße über­rascht, als er nach vorherigem Betteln aus einem nicht verschlossenen Zimmer kam. Die sofort ver­ständigte Kriminalpolizei nahm den Täter fest. Unter allerlei Ausflüchten versuchte er die An­wesenheit in dem Zimmer harmlos hinzustellen. Beim genauen Nachsehen stellte sich aber heraus, daß sich der Täter in dem Zimmer bereits aus einem Kleiderschrank einen neuen Anzug und Mantel zum Mitnehmen bereitgelegt hatte. Durch eine unliebsame Störung muhte er von seinem Plan ablassen. Anschließend an die Festnahme wurde ermittelt, daß der Beschuldigte in der Herberge zur Heimat einen offenen Koffer zur Aufbewahrung übergeben und einen Mantel ver­kauft hatte. In dem Koffer wurden S ch m u ck - fachen, Herrenwäsche und neue Toi­letteartikel vorgefunden. Koffer und Inhalt bezeichnete er hartnäckig als fein Eigentum. Hier wurden derartige Stücke nicht als gestohlen ge­meldet. Aus einer vorgefundenen Aufzeichnung ging hervor, daß sich der Beschuldigte auch in Dad-Nauheim aufgehalten hatte. Durch eine Anfrage bei der dortigen Kriminal­polizei wurde festgestellt, daß der größte Teil des Kofferinhaltes aus verschiedenen Wohnungen in Dad-Nauheim entwendet war. Einem Schnei­dermeister war die Entwendung einer zur Ab­lieferung bereitgelegten Hose noch nicht bekannt, als er diese von der Polizei vorgelegt bekam. Bei einigen Stücken, so auch Mantel, konnte der Eigentümer noch nicht ermittelt werden. Es han­delt sich um einen fast neuen Wintermantel für einen 16- bis 17jährigen, ganz klein tariert, blau rot grau, mit gelbem Taschenlutter und Ringsgurt. Die Ermittlungen werden weiter fort­

gesetzt. Der beschuldigte Schneider Friedrich P a l l e n d a l, wurde dem Amtsgericht zugeführt.

Bei den Fahndungen nach den Manteldieben wurde ein Sattler aus Hagen, der ver­schiedene Pakete mit sich führte und verdächtig vorkam, festgenommen. Es stellte sich heraus, daß er seinem früheren Arbeitgeber in Heisters unter erschwerten Umständen 200 Mk. entwendet hatte. Die fast restlos für das Geld angeschafften Klei­dungsstücke konnten sichergestellt werden. Der Be­schuldigte hat außerdem noch eine Gefängnis­strafe wegen Diebstahls au verbüßen. Er wurde dem Amtsgericht zugeführt.

Weiter wurden auf Grund von Ausschreiben auswärtiger Behörden drei Personen fest- genommen und dem Amtsgericht zugeführt.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Stadttheater:Robert GuiSkard" undDeme­trius", 20 bis 22.15 Uhr. 117er: Monats-

Wenn Ihre Empfehlungsanzeige

In der Freitags- oder in der Samstags­nummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll

dann geben Sie sie bitte spätestens Im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf

Versammlung, 20 Uhr, bei Kamerad E. (Sied, Hammstraße. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Die weiße Holle von Piz Palü". Astoria- Lichtspiele:Gärendes Blut" undIm Taumel von Paris".

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung Robert Guiskard" undDemetrius" beginnt um 20 Uhr. Freitag, 6. Dezember,Skribbhs Suppen find die besten", Beginn 20 Uhr. Mit dem Goethebund zusammen veranstaltet das Stadttheater am 8. Dezember den 2. Kammer- spicltag, bei dem das vom Professor Wil­helm übersetzte chinesische DramaEin Spiel vom Schmetterlingstraum", von Dr. K. R i 11 e r als Morgenveranstaltung herausgebracht wird. Fachmännische Assistenz leistet Wen Q3 ü a n Ting, chinesischer Lektor am China-Institut zu Frankfurt a. M der auch gleichzeitig einen einführenden Vortrag halten wird. In diesem legendären Stück soll die Art des China-Theaters gezeigt werden. Die Regie ist bemüht, vollkom­men den Stil der Chinesischen Bühne zu wahren. Die musikalische Untermalung wird nach chinesi­schen Motiven zusammengestellt. Abends auf besonderen Wunsch F.emdenvorstellung, die Ope­retteDas Schwarzwaldmädel". Die Ausführung beginnt nicht, »wie sonst, um 18 Uhr, sondern um 18.45 Uhr. In Vorbereitung ist das

MärchenDas tapfere Schnetderlein*. Nächste Lustspielpremiere Freitag, 13. Dezember,Der Deilchenfresser".

Gesellschaft für Grd- und Völ­kerkunde. Morgen. Donnerstagabend, in der Reuen Aula, Lichtditdervortrag von Dr. Rath- j e n s (Hamburg) überReisen in Südarabien". Näheres in der gestrigen Anzeige.

** Militärpersonalie. Der Oberbefehls- Haber des Gruppenkommandos II, Generalleutnant von Kayser wurde mit Wirkung vom 1. De­zember 1929 ab zum General der Kavallerie be­fördert.

** Die Gepäckabfertigung im Gieße­ner Bahnhofsgebäude wurde in der Nacht zum Montag aus der Bahnhofshalle nach dem neuen Gepäckabfertigungsraume verlegt. Durch diese Um­gestaltung ist nunmehr die Bahnhofshalle bis an die westliche Grenze des Raumes für den Publi­kumsverkehr frei geworden. Die zur Zeit noch in der Mitte der Halle befindliche Sperre nach den west­lichen Bahnsteigen wird in den nächsten Tagen ebenfalls an den Westausgang der Halle verlegt, so daß bann völlig unaehinderte Derkehrsmöglichkeit auch nach dem Wartesaal 2. Klasse gegeben ist. Das Reichsbahnoerkehrsamt veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Skizze über die neue Lage der Gepäckabfertigungsräume, die wir der aufmerksamen Beachtung unserer Leser empfehlen.

** Iubiläumstag in der Gießener Derkehrswerbung. Am morgigen 5. De­zember sind 20 Jahre verflossen, daß der erste Gießener Verkehrstag veranstaltet wurde. Den bei jener Veranstaltung mit besonderen Leistun­gen in der Schaufensterdekoration aufwartenden Nrmen wurde ein Diplom überreicht, das fol­genden Wortlaut hat:Der Ausschuß für den ersten Gießener Derkehrstag am 5. Dezember 1909 überreicht der Firma... diese Urkunde als An­erkennung für sehr gute Leistungen in der Aus­schmückung der Schaufenster. Gießen, Dezember 1909. I. QL Mecum, Helm, Franz Brück, Archi­tekt Meyer, Dr. Rauch, L. Petri HL, L. Seuling." Wie imGießener Anzeiger" vom 6. Dezember 1909 berichtet wurde, hatten sich die Kaufleute bei dieser ersten großen Werbeveranstaltung in Gießen sehr angestrengt. Der Erfolg der Be­mühungen des Ausschusses und der Geschäfts­welt sei hinsichtlich des starken Menschenzustroms von auswärts befriedigend gewesen, wenn auch der Verkauf selbst sich an jenem Tage (Kupsernen Sonntag) zunächst noch in mäßigen Grenzen hielt.

(Weitere Lokalnachrichten im 3. Blatt)

Berliner Börse.

Berlin, 4. Dez. (WTD. Funkspruch.) Heule früh ist natürlich im Effektensreiverkehr wieder noch nichts zu hören. Nachdem die Abschwä­chung gestern gegen Schluß der Börse wohl in der Hauptsache auf Baissevorstöße zurückzusüh- ren war, ist es leicht möglich, daß heute, nach­dem Neuyork sehr fest kam, wieder gedeckt wird. Stimmungsmähig kann man daher zuversichtlich fein. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,87, London gegen Mailand 93,20, London gegen Spanien etwa 35, London gegen Kabel 4,8804 zu 4,8808, London gegen Berlin etwa 20,3775, Kabel gegen Berlin 4,1750 zu 4,1755.

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