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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Die Jagd im September.

Gemäht sind die Felder, der Wind weht über die Stoppeln und in den Dörfern brummt die Dreschmaschine. Bald werden die weihen Fäden des Altweibersommers dahintreiben und des Herbstes Einzug verkünden.

Aach sonnendurchglühten Tagen kühlen sich die Aächte gern stärker ab. Tau fällt und der Rebel braut in den Tälern, llnb dann kommt der Lag, wo zum erstenmal des edlen Hirsches Schrei durch die Abendstille dringt und des Weidmanns Herz höher schlägt. Aach alter Iägerregel tritt der Feisthirsch zu Aegidi (1. Sept.) in die Brunft. Die Jagd auf den starken Drunfthirsch stellt den Höhepunkt im jagdlichen Erleben des deutschen Weidmannes dar. Wem es vergönnt ist, dies Weidwerk zu Pslegen, dem lacht Dianens Gunst.

Die Drunstrudel beziehen gewöhnlich von Jahr zu 2ahr wieder ihre gleichen Drunftplätze, von denen alle Unruhe fernzuhalten ist. Liegt die Gefahr des Beschüsses am Feld durch schlechte Rachbarn vor, die unserem edelsten Wild mit Posten gar nachstellen, so empfiehlt sich Füttern mit Kastanien und Obst oder Kartoffeln, um das Rudel dem Felde fernzuhalten.

Der Damhirsch ist noch in der Feiste, aber auch hier beginnen bereits die Geschlechter sich zusammenzurudeln.

Das Schwarzwild hat seine beste Zeit. Auf dem Felde locken Kartoffeln- und Rübenschläge, im Walde aber fallen Eicheln und Bucheckern.

Die Brunft des Rehwildes ging zu Ende. Die starken Böcke sind heimlich geworden und pflegen der Ruhe. Wiesen, Kleeäcker und Blößen werden aber bald wieder mit außerordentlicher Regelmäßigkeit angenommen.

Der Fuchs ist noch rauh und ruppig, und wenn er nicht mit Rücksicht auf die Aiederjagd abgeschossen werden soll, lasse man ihn laufen, bis sein Balg vollwertig geworden ist.

Der Dachs wird immer feister, steckt tagsüber im Dau und unternimmt nachts weite Streifzüge, bei denen er Obstgärten gern einen Besuch ab* stattet, um sich am Fallobst gütlich zu tun.

Für den Hasen ist die ruhigste Zeit auf dem Feld vorbei. 3n Kartoffeln und Rüben findet der letzte Satz seine Kinderstube. Die Deckung wird immer weniger.

Am 1. September beginnt die 3agd auf das Rebhuhn. Wo gefüttert und das Raubzeug zurz gehalten wurde, sollen Hühner sein. Warten wir es ab! An Enttäuschungen hat uns gerade die Hühnerjagd in den letzten Jahren ja gewöhnt.

Erfreulicherweise hat der Staat die Schuhzeit der Fasanen hinausgeschoben. Damit ist den Herrschaften ein Riegel vorgeschoben, die zur Hühnerjagdzeit die Gesperre junger, wirtschaft­lich minderwertiger Fasanen wahllos herunterzu­knallen pflegen. Für das Aussehen und Füttern von Fasanen haben diese Jäger nichts übrig. Sie handeln nach dem Rezept: Sie säen nicht, aber sie ernten doch. Bei der sorgsamen Pflege, die der Fasan in den meisten unserer Reviere erfährt, mühten wir in seiner Weiterverbreitung schon viel weiter sein, wenn diese freundlichen Aach­barn nicht wären. Jetzt wird es möglich, bei Iagdausgang Hahn und Henne schon zu unter­scheiden und danach den Llbschuh einzurichten.

Die Entenjagd ist ganz schlecht geblieben. Die Winterfolgen waren zu schwer.

3m Herbst kann auch der Schnepfen st rich wieder ausgeübt werden, ebenso wie sich bald Gelegenheit zur Suchjagd auf Zugschnepfen bietet.

Der letzte Winter möge uns ein Mahner sein, jetzt schon an etwaige Winterfütterung zu denken. Aun sammelt man Hinterkorn bei der Dreschmaschine, behält einige Hafergarben unge­droschen zurück und kauft Kastanien auf, die einem die 3ugent> gern bringt. Die alten Futterstellen sind nachzusehen und auszubessem.

Hubertus.

l?r. 207 Drittes Blatt

Wirtschaft.

Dislontermäßigung der Reichsbank?

An der Börse erhält sich seit einigen Tagen mit Hartnäckigkeit das Gerücht von einer als­bald erfolgenden Ermäßigung des Dis­kontsatzes der Reichsbank. Dieses Ge­rücht muß zunächst überraschen, denn die inter­nationale Geldmarktlage, die bei einer Diskont- Maßnahme der Reichsbank eine ausschlaggebende Berücksichtigung zu finden hat, ist keineswegs so geklärt, dah von dieser Seite eine Diskont- ennähigung als berechtigt angesehen werden könnte. Allerdings ist die Geldmarktlage in Deutschland so verändert, daß, zumal der Sta­tus der Reichsbank einen bisher seltenen Grad der Entlastung erreicht hat, eine Diskontermähi- gung aus diesem Grunde durchaus möglich wäre. Sie wäre sogar zweckmäßig insofern, als die deutsche Wirtschaft unter dem starken Zinsdruck gegenwärtig sehr zu leiden hat und der dar- niederliegenden Konjunktur durch eine Geldver­billigung bzw. Herabsetzung des Diskontsatzes ein neuer Antrieb gegeben werden könnte, der wirtschaftlich in Anbetracht des bevorstehenden Winters und der wahrscheinlich hohen Arbeits­losigkeit von höchster Bedeutung wäre. Dah das Reichsbankdirektorium unter diesen Umständen sich mit der Frage einer Diskontermähigung be­schäftigt, liegt auf der Hand; es haben aber, was ausdrücklich betont werden muh, offizielle Besprechungen in dieser Hinsicht noch nicht statt­gefunden, da auch der Reichsbankpräsident Dr. Schacht längere Zeit durch die Haager Kon­ferenz in Anspruch genommen war und noch nicht wieder nach Berlin zurückgekehrt ist. An sich spricht erfahrungsgemäß der Monat Sep­tember gegen eine Diskontermähigung. Denn in diesem Monat tritt saisonmähig ein Spitzende darf an Geld auf, nicht zuletzt um den Anforderungen der Landwirtschaft für die Finanzierung der Ernte zu genügen. Ader die Reichsbank ist an­scheinend in diesem 3ahre für die Erntefinan­zierung nicht herangezogen worden, das hinter der Getreidekommissions- und 3ndustrie-A.-G. stehende agrarische Bankenkonsortium (Renten­bank-Kreditanstalt, Preuhenkasse) hat den Betrag von 40 Mill. Mk. für die Zwecke der Ernte­finanzierung zur Verfügung gestellt, um die Fi­nanzierung der Ernte, die bereits seit längerer Zeit im Gange ist, sicherzustellen. Wenn die Reichsbank den Diskont ermäßigen würde, so würde sie damit entscheidend zur Klärung der internationalen Geldmarktlage beitragen, denn eine Diskontsenkung würde unmittelbar zum Auf- Hören deutscher Goldabzüge bei der Dank von England führen und somit die schwierige Lage dieses Instituts in erheblichem Maße verringern. Infolgedessen wird die Reichsbank, wenn sie überhaupt eine Diskontmahnahme beraten wird, dies nicht ohne Abrede mit der Dank von Eng- land tun. Selbstverständlich würde eine Diskont- f en hing von nur einem halben Prozent in Frage kommen.

Die Reichsbank Ende August.

Aach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. August hat sich die gesamte Kapital­anlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lom­bard und Effekten in der Ultimowoche um 748,0 Millionen Reichsmark auf 2927,0 Mill. Reichs­mark erhöht. 3m einzelnen haben die Destände an Wechseln und Schecks um 614,1 Mill, auf 2634,5 Millionen Reichsmark, die Lombardbestände um 118,4 Millionen auf 162,1 Mill. RM. und die Bestände an Reichsschatzwechseln um 15,5 Mill, auf 37,6 Millionen Reichsmark zugenommen.

An Reichsbanknoten und Renten­bankscheinen zusammen sind 768,3 Mill. RM. in den Verkehr abgefloffen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 744,2 Mill, auf 5897,3 Mill. RM., derjenige an Rentenbank- scheinen um 24,1 Mill, auf 431,7 Mill. RM. er­höht. Dementsprechend sind die Bestände an Rentenbankscheinen auf 8,7 Mill. RM. zurückge- gangen. Die fremden Gelder zeigen mit 433,9 Millionen RM. eine Abnahme um 10,9 Mill. Reichsmark.

Die Bestände an Gold und d e ck u n g s - fähigen Dev ifen zusammen haben sich um 2,2 Mill. RM. auf 2491,5 Mill. RM. erhöht und zwar haben die Goldbestände um 6,4 Mill, auf 2183,4 Mill. RM. zugenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 4,2 Millionen Reichsmark auf 308,1 Millionen RM. abgenommen.

Die Deckung der Roten durch Gold allein betrug 44,6 Prozent gegen 52,4 Prozent in der Vorwoche, diejenige durch Gold und deckungs­fähige Devisen 50,9 Prozent gegen 59,9 Prozent.

Die Wirtschaftslage im August.

Aach der im preußischen Ministerium für Han­del und Gewerbe auf Grund von Berichten der preußischen Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammer­tages zusammengestellten Uebersicht stand die Wirtschaft im August unter dem Ein­druck der Haager Konferenz. Die Börse war infolgedessen zurückhaltend und wurde außer­dem noch durch den Zusammenbruch des Kon­zerns der Frankfurter Allgemeinen Versicherungs QI.»®, gehemmt. Die Ausfuhr stieg gegenüber dem 3uli um 21 Mill. Mk., doch hat sich das Tempo der Steigerung verlangsamt und bleibt hinter dem Frankreichs, Englands und der Ver­einigten Staaten erheblich zurück. Auf dem Ar­beitsmarkt zeigt die Gesamtziffer des Beschäf­tigungsgrades bereits einen geringen Rückgang. Dies gilt nicht für die Produktionsmittelindu­strien, die im allgemeinen eine befriedigende Ge­schäftslage aufweisen.

Rindermarkt in Gießen.

Der gestrige Rindviehmarkt war beschickt mit 1179 Stuck Groß- und Kleinvieh und 231 Kälbern. Der Handel war infolge der trockenen Witterung bis zum Ende schleppend, so daß Ueberstand verblieb. Schlachtvieh war fast nicht begehrt, so dah letzteres weit unter Wert gehandelt wurde. Bezahlt wurden für Kühe 1. Qualität 600 bis 650 Mk., 2. Qualität 450 bis 550 Mk., 3. Qua­lität 150 bis 250 Mk., Schlachtvieh 150 bis 350 Mk., Rinder, ein- bis zweijährig, 110 bis 250 Mk., Kälber das Pfund Lebendgewicht 55 bis 60 Pf.

*

* Großer rumänischer Lokomotio - auftragfürdieAEG. Auf Grund einer inter­nationalen Ausschreibung der rumänischen Staats­bahn auf 100 Dampflokomotiven, an der 24 Loko- motivfabriken von sieben europäischen Ländern be­teiligt waren, hat die A.E.G. dieser Tage endgül­tig den Auftrag auf 100 Lokomotiven erhalten. I Um die Bestrebungen einer Konsolidierung im deut­schen Dampflokomotivbau möglichst zu fördern, hat I die A.E.G. von den führenden deutschen Lokomo-

tivbauanstalten fünf für die Durchführung des Auftrages herangezogen.

* Abkommen D o r s i g-H u m b o 1 d t im Kältemaschinengeschäft. Wie WTB.- Handelsdienst erfährt, haben die QL Dorsig- G.m.b.H., Berlin-Tegel, und die Maschinenbau- Anstalt Humboldt, Köln-Kalk, ein für die Ent­wicklung des deutschen Kältemaschinengeschäftes wichtiges Abkommen getroffen. Die jahrzehnte­langen Erfahrungen beider Firmen beim Dau von Kälteanlagen sollen auf dem Gebiete der Konstruktion und des Vertriebs zusammengefaht werden mit dem Ziel, durch gemeinsame Ver­wertung der Erfahrungen die Weiterentwicklung kräftig zu fördern und die Fabrikation und den Vertrieb wirtschaftlicher zu gestalten. 3n welcher Form das Zusammengehen erfolgen soll, ist noch nicht endgültig festgelegt.

* Umsatz st eigerung b e i Daimler- Benz A. - G., Stuttgart. Ueber den Ge­schäftsgang bei der Daimler-Benz QI.»®., Stutt­gart hört WTB.-Handelsdienst von unterrichteter Seite, dah der Umsatz in den ersten acht Mo­naten des laufenden 3ahres trotz der Beeinträch­tigung durch die Kälteperiode rund 92 Mill. Mk., somit rund 10 Proz. mehr als in der gleichen Zeit des Vorjahres, betrug. Die übliche saison- mähige Drosselung der Produktion konnte in diesem 3ahre später als im Vorjahre vorge­nommen werden. Die Drosselung ist im wesent­lichen durch Arbeitseinschränkung erfolgt.

* Bankgründung von Warburg in 21 m ft e r b a m. Die Firma M. M. Warburg & Co. in Hamburg errichtet im Einvernehmen mit der International Manhattan Co., Neuyork, dem Emissions- und Effekten-Institut der Bank of the Manhattan Co. und der International Acceptance Bank Jnc., Neuyork, unter dem Namen Warburg & Co. in Amsterdam eine Bankfirma in Form einer Kommanditgesellschaft, deren persönlich haftende Ge­sellschafterin die Hamburger Firma ist.

Frankfurter Börse.

Frankfurt a.TL, 4.Sept. Tendenz: zurück­haltend. In Nachwirkung der Vorkommnisse am Glanzstoffmarkt war das Geschäft an der Effekten­börse wieder sehr klein. Orders waren auch heute kaum vorhanden, die Grundstimmung war jedoch all­gemein wieder etwas freundlicher und zu­versichtlicher, da überwiegend günstige Mo­mente neue Hoffnung auftommen ließen. Die Hausse an der gestrigen Neuyorker Börse, die immerhin

Mittwoch, 4. September 1929 « 1

noch flüssigen hiesigen Geldmarktoerhältnisse, die Zu­nahme der Spareinlagen und die hoffnungsvollerß Beurteilung der deutschen Wirtschafts- und Börsen­lage in einem Bericht der Dresdner Bank machte« einen günstigen Eindruck. Auch tauchten wieder er­neut Vermutungen auf, daß infolge ber g ü n ft i g e n Geldmarktverhältnisse evtl, an eine Er­mäßigung des Reichsbankdiskvntsge- dacht werden kann. Im Gegensatz zu den übrigen Märkten war die llmsatztätigkeit am Montanmarkt etwas lebhafter. Erstens regte der günstige Abschluß bei Klöckner und zweitens das Ansteigen der Kupfer­preise an. Gelsenkirchen gewannen 2 v. H., Klöckner, Phönix, Rheinische Braunkohlen und Stahlverein gewannen von 1 bis 1,5 v. H. Otavi plus 0,75 Mk. Rheinstahl etwas vernachlässigt und leicht nach­gebend. Chemiewerte lagen durchweg knapp behaup­tet. Am Elektromarkt überwogen kleine Abschläge. Siemens und AEG. büßten bis 1 v. H. ein. Sonst waren hier die Umsätze bescheiden. Zu erwähnen wären noch am Bankenmarkt Reichsbankanteile, die zur ersten Notiz stärker angeboten waren und 6 v. H. verloren. Ein stichhaltiger Grund war nicht zu er­kennen. Renten still. Ablösung mit Option etwas gebessert. Nach den ersten Kursen wurde die Umsatz» tätigfeit minimal. Die Kurse lagen leicht gedrückt. Die Abwärtsbewegung der Reichsbankanteile ver­stimmte. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 6,5 v. H. notiert. Am Devisenmarkt nannte man Mark gegen Dollar 4.2025, gegen Pfund 20,3' 2, London gegen Kabel 4,8480, gegen Paris 123,88, gegen Mailand 92,71, gegen Madrid 32,93, gegen Holland 12,10.

Berliner Börse

Berlin, 4. Sept. Wie gestern, eröffnete die offi­zielle Börse auch heute nach einem freundlichen Dor­mittagsverkehr wieder ruhiger und meist schwächer. Einige günstige Momente, wie die Festigkeit der Auslandbörsen, und besonders des Neuyorker Platzes, die steigenden Kupferpreise, die sich aus dem guten Klöckner-Bericht ergebende bessere Beurteilung der Montan-Gesellschaften, nach unten gerichtete Geldsätze konnten nämlich gegen die Order- losigkeit nicht aufkommen, und bas Nachlassen des Auslandinteresses löste bei der Börsenspekulation, wenn auch relativ geringe, Abgabeneigung aus. Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor waren vorbörslich zu beobachtende stärkere Schwankungen am Kunst­seidenmarkt. Verschiedentlich rechnete man für heute vormittag mit einer offiziellen Stellungnahme der Glanzstoffverwaltung, doch ist eine solche nach unseren Informationen nicht zu erwarten. Die Ansichten betr. der Diskontpolitik in London sind wohl die­selben geblieben; vielleicht hat die Zahl derjenigen, die an eine Erhöhung des Diskonts glaubten, etwas zugenommen, obwohl die Goldverluste der Bank von England gestern nur gering waren. Die ersten Kurse zeigten keine einheitliche Tendenz. Spezialwerte, wie Montecatini, Licht & Kraft, Bemberg und Schultheiß, eröffneten fester; Deutsche Linoleum, R. W. E., Sie­mens, Polyphon und Telephon Berliner gaben da­gegen 2 bis 3 v. H. nach. Den stärksten Verlust hatten Reichsbankanteile, die 5,25 v. H. niedriger eröffneten und gleich nach der ersten Notiz unter die 300er-Grenze nachgaben. Deutsche Anleihen ruhig. Ablösung mit Auslosungsrechten auf den heran- rückenden Auslosungstermin 0,5 v. H. fester. Aus­länder geschäftslos. Mexikaner schwächer. Pfandbriefe still. Der Geldmarkt war eher leichter. Tagesgelb 8,25 bis 10,5; Monatsgelb 9,25 bis 10,5; Waren­wechsel 7,75 bis 7,60. Im Verlaufe wurde die Stim­mung zunächst, vom Montanmarkt ausgehend, etwas fester. Später übertrug sich aber die schwache Hal­tung des Reichsbankmarktes auf die übrigen Markt- gebiete und führte zu 1- bis 2-v. H.-2lbschwächungen. Nur Monanwerte lagen weiter recht widerstands­fähig. Das Geschäft L .'wegte sich aber im allgemeinen in sehr ruhigen Bahnen.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a. M., 4. Sept. Am heutigen Haupt- markt war die Tendenz allgemein etwas fester, wenn auch das Geschäft sich in verhältnismäßig engem Rahmen abwickelte. Etwas lebhaftere Nachfrage bestand am Getreidemarkt für Weizen. Ebenso konnte Hafer alter Ernte im Preise etwas anziehen. Am Mehlmarkt war das Geschäft still, doch lag hier Roggenmehl ebenfalls etwas fester. Für Futtermittel bestand im Gegensatz zu den Vortagen etwas regeres Interesse, und Weizen- und Roggenkleie konnten an- ziehen. Es wurden notiert: Weizen 25,50 bis 25,60 Mark, Roggen 20,25, Sommergerste für Brauzwecke 21,50, Hafer (inländischer), alter 19 bis 19,50, neuer 18,75 bis 19, Mais (gelb) für Futterzwecke 20,75, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 38,25 bis 39,25, Rogaenmehl 29,25 bis 30,50, Weizenkleie 10,85 bis 11, Roggenkleie 10,50 bis 10,75 Mark. Tendenz: weiter befestigt.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. - Reichsbankbiskont 7,5 Prozent, Lombarbzinsfuß 8,5 Prozent.

rankfuri a

Berlin

Schluß»!

Kurs |

'-Uhr flut-

Schluv-l

Kn re |

Anfang- Kur'

Datum

3.9.

4.9.

3 9.

4.9.

ܰX» Dt. fieichsanleche o. m« . .

Di. Anl.-Ablöi.-Schuld mit AuS-

87,4

87,5

los^Rechtcn.........

TeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . .

7% grants. Hyp.-Bk. Goldps. un-

t>3

53,5

53

53,5

11,3

11,2

1,25

11,25

kündbar bis 1932. .....

4yt% Rheinische Hyp.-Bank CiaiL-

85,5

Goldps............

A.E.G. abg. Borkriegs-Lbligatton.,

78

rückzahlbar 1932 ....

86,75

4% Schweiz. Bunderb.-Anl.. . .

98,75

4% Lesterreichische Goldrte.. . .

29

29

4,20% Oesterr. EUberrte.....

2,35

2,5

4% Lcstcrreich. einhciil. fite. . .

1,65

4% Ungarische Goldrte......

22,9

.2,9

4% Ungarische Staats!. v. 1910 .

20

4%% desgl. von 1913.....

22,2

4% Ungarische Kronenrte.....

1,65

7,4

1,65

1,7

4% Türk. Zollanlethe v. 1911 . .

4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,

7,4

Serie ............

7,2

7,4

4% desgl. Serie II.......

7,2

7,35

,% Rumänen convert. fite. . .

4¥s% Rumänen Goldanl. von 1313

15,1

«Illg. Deutsche (Slenbahn . 4% ßambutg-fimetifci Paket ... 8 Hamb.-Südam. Dampfsch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....1°

Norddeutscher Lloyd ..... 8 8111g. Deutsche Creditansk. . - 10 Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 Commerz- und Privat°Bank. 11 Tarmst. u. Nationalbank . . 12 Deutsche Bank......10

Tiskanto-Gesellschast Ant.. . 10 Dresdner Bank......io

Metallbau l ......... 8 Reichrbank ........ 12

121,75

_

162,25

162,25

113,75

113,75

114,65

114,25

125,75

125,5

125,75

127,5

127,5

209

209,25

209

181,75

180,75

181,75

181

273

273,5

275

168,25

167,75

167,75

153,5

153,5

153,25

160

160

160

159,75

-*»

306

300

06,5

301

Franksun a M.

Berlin

Schlub» Kurs

'-Uhr Kurv

Schlug-i Anfang- Sure | flut'

Datum

3.9.

4.9.

3.9.

4.9.

Bergmann.........®

Elektr. Lieferungen. .... 10

Licht und Kraft .....1°

Fellen 4 Guilleaume. .... 6

Ges. s. Elektr. Untern.....10

Hamb. Elektr. Werke .... 10 Rhein. Elektr.........«

Schief. Elektr........1°

Siemens 4 Halske . 12 Transradio........ . 8

Lahmeyer 4 So. 1°

Buderus..........5

Deutsche ErdSl.......6

Nlcner Steinkohle ...... 8 Gelsenkirchener ... f. V* 3- < Harpener.......... 6 Hoesch Eisen. ...... ..8 Ilse Bergbau ........ 8 Klöcknerwerke ........7 Köln-Neuessen. ....... 9 Mannesmann........8

Mansfelder.........7

cbersch'.es. Eisenb. Bedarf. . . b Lberschles. Kokswerke.....6

Phönir Bergbau......6%

Rheinische Braunkohlen... 10

Rheinstahl . . . % 3ol)r 4%

Riebeck Montan......7,2

Bereinigte Stahl»......

Otavi Minen..... . 2 sh

Kali Aschersleben.....10

Kali Westeregeln......10

Kaliwerk Salzdetfurth ... 15

3. ®. Farben-gndustrie ... 18 Dynamit Nobel.......6

Scheide anstatt....... .9

Goldschmidt ........ 6

RülgerSwerke ........ 6

Melallgeselljchast......11

197,5

215 141,5 217,5

172

146 149

221

19,5

121 >41,5

111,4

972

121,75

73 236 241 395

28,5

155 75,25 85,4

127

196,9

389,5

148

120,5

112,5

273,25

131,5

122

73,5

395

227,25

154,9

127

197 229,25

169

216

142,5 218,75

145 152,75

189,5 233,25

391

171

75,25

117 144,75 146,65 148,75

137 218,5 119,13

134 120'4

141

88 108,75 111,9 272 132

121,25 73,25

236 241,5

96

228,25 108,65

84,5 127

196,75 1227,5

213,5

217,5

152

188

233 388,5

116^9

145,75

147,5

150

138

119,75

134

141,75

los 112,5 272,5 131,5

122,25 73,25

242

394

227,75

84,9

Datum

P hUipv Hotz mann.....>

Heidelberger Eement .... 10

Gement Karlstadt ...... 8

Wayg 4 Freitag......10

Schultheis Payenhoser ... 15

ONwerke.........12

Ber. Glanzstoff......18

Bemberg.........14

BeUftofi Waldhos.....12

Zellstoss Aschasscnburq ... 12

Charlottenburger Wasser . . . '

Dessauer Gas........8

Daimler Motoren......0

Deutsche Maschinen-Fabrik . . o

Adlerwerte Lleoer......6

Ludw. Loewe.......10

Rat. Automobil ....... 0

Orenstein 4 Koppel.....6

Leonhard Tietz - ...... 6

Bamag-Meguin.......0

Franks. Maschinen......6

Gritzner.........M

Heyligenstaedt ....... 0

Funghans...... .... 4

Lechworle. ...... ..8

Mainkrastwerke ....... 8

Miag...........10

Nekarsulmer ...... ..8

Peters Union........8

Sedr. Roeder.......10

Boigi 4 Haeffner......8

Südd. Zucker........8

Frankfurt a . ..

Berlin

Schlutz- Kurs

i-Ubr flure

Schlub- flurs

Anfang- Kur

3.9.

49.

3.9.

4-9.

108,25

132

185

104

105,5

300,5

302,5

234

234,75

144,5

342

344

341

273

278

241,5

241,75

242,5

159

158,75

108,5

198,25

196,75

52,75

52,0

53

53

56

56

43,5

43,75

208

209,5

-

25,5

89,25

88,5

206

55,75

55,75

60,5

60,-5

8,7

1

63,25

63

106

106

126,5

125,75

126,5

_

_

_

_

110

_

222

222

159

158,75

158,75

Banknoten.

Berlin, 3- September

Geld

Brief

Amerikanische Noten.....

4,176

4,196

Belgische Noten ......

58,18

58,42

Dänische Noten ........

111,43

111,87

Cnalilche Noten

20,318

20,398

Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M.

Telegraphische Auszahlung.

Berlin, 3. September

Geld

Brief

französische Noten. .

16,41

16,47

Holländische Noten ......

167,83

168,51

Italienische Noten......

22,00

22,08

Norwegische Noten......

111,50

111.94

Deutlch-Ocstcrr,210V Kronen

58,94

59,18

Rumänische Noten......

2,475

2,495

schwedische Noten......

Schweizer Noten.......

80'63

80^95

spanische Noten.......

61,68

61,92

Tschechoslowakische Noten . .

12,38

12,44

Ungarische Noten.....

73,09

73,39

3. September

4. September

Amtliche Notierung

Amtliche 'Notierung

Geld 1

Briet

Geld

Brief

Amst.-Rott.

168,16

168,50

168,13

168,47

Buen.-Aires

1,759

1,763

1,759

1,763

Brsi.-Antw-

58,32

58,44

58,33

58,45

Christiania.

111,74

111,90

111,73

111,95

Rotte ntjagen

111,72

111,94

111,70

111,92

Stockholm .

112,40

112,62

112,38

112,60

HelsingforS-

10,544

10,564

10,542

10,562

Italien. . .

21,95

21,99

21,945

21,985

London. . .

20,343

20,383

20,345

20,385

Network . .

4,1965

4,2025

4,197

4,205

Varis....

16,42

16,46

16,42

16,46

Schwei, . .

80,74

80,90

80,78

80,94

Spanien . .

61,79

61,91

61,79

61,91

Japan . . .

1,959

1,963

1,958

1,962

Rio de Jan. Wien in D--

0,497

0,499

0,498

0,500

S?eft abgcst-

59,09

59,2,

59,095

59,215

Prag . . . .

12,425

12,445

12,425

12,445

Belgrad . .

7,371

7,385

7,276

7,390

Budapest. .

73,20

73,34

73,18

73,32

Bulgarien .

3,035

3,041

3,035

3,041

Lissabon .

18,75

18,79

18,75

18,79

Danzig. . .

81,36

81,52

81,35

81,51

.Konstantin.

,006

2,010

2,015

2,019

Athen. ,

5,43

5,44

5,43

5,44

Canada . .

4,164

4,172

4,168

4,176

Uruguay.

4,101

4,109

4,101

4,109

Cairo . .

20,87

20,91

20,87

20,91