Ausgabe 
4.5.1929
 
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Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarli.

1 Auch in dieser Woche war keine Ge­schäftsbelebung festzustellen. Die einmal höheren und einmal niedrigeren Auslandnotierun­gen blieben ganz ohne Einfluß auf die Stimmung. Dieses andauernde Hin und Her hatte auch eine vorübergehend freundlichere Haltung zur Folge, die aber an der allgemeinen Geschäfts- stille und älnlust der Händler bald wieder scheiterte. Es waren daher zumeist Preis­rückgänge zu verzeichnen, da dem Markt eine Stühe fehlte. Doch bot das sehr geringe An­gebot zeitweise eine Anregung. Aber bald unter­lagen die meisten Warcngattungen der allgemei­nen Stagnation, so daß die anfangs gehaltenen Preise ebenfalls unter dem Druck dieser Lage zu leiden hatten. Die Händler und Exporteure beteiligten sich !oum am Geschäft. Obwohl die Provinz zeitweise mit mehr und billigerem Ma­terial an den Markt lam, konnte sich auch auf der ermäßigten Basis kein Geschäft entwickeln. Auch an den Hauptrnarlttcigen blieben die Um» sähe äußerst gering. Nur für Weizen und Rog- gen bestand verschiedentlich etwas mehr Interesse, und die Preise blieben hier die ganze Woche hin­durch gut behauptet. Das Termingeschäft war aber im Gegensatz zur übrigen Marktlage all­gemein etwas lebhafter; hier konnten auch an verschiedenen Tagen höhere Preise erzielt wer­den, doch war der Druck von der Ällgemein- tendenz so stark, daß am andern Tage die Ge­winne wieder eingebüht wurden. Auch _ für Sommergerste, und zwar für bessere Qualitäten, machte sich hie und da Nachfrage bemerkbar. Geringe Sorten kamen dagegen in etwas größe­rem Umfange an den Markt, und der Preis hierfür war leicht gedrückt. Vereinzelt war zu bemerken, daß die Brauereien, aber auch ver­schiedentlich der Export kleinere Deckungskäufe vornahmen. Hafer (inL). der im allgemeinen immer nur träges Geschäft aufzuwcisen hatte, blieb, da wenig Ware vorhanden war, dem aber auch verschiedentlich Nachfrage gegenüber» stand, gut behauptet. Das Mehlgeschäft war nach wie vor schleppend, und die Preise zeigten weiter eine rückläufige Bewegung. Umsätze kamen hier, wie schon immer in der letzten Zeit, nur im Bedarfsfälle zustande. Größeres Angebot war am Futtermittelmarkt vorhanden. Die Nachfrage blieb gering, oa die Deckungen der Landwirt­schaft infolge der vorgeschrittenen Iahreszeit auf» gehört haben dürften. Mais hatte besonders hierunter zu leiden und verzeichnete einen ganz erheblichen Preisrückgang. Aber auch Weizen- und Noggenkleie war im Zusammenhang hier­mit vernachlässigt und schwächer. Trotz der un­regelmäßigen überseeischen Notierungen wurde es zum Wochenschluß etwas fester, da sich nach der stillen Periode doch jetzt etwas mehr Be­darf bemerkbar machte. Da auch das Angebot von Brotgetreide gering blieb, konnten verschie­dentlich kleine Erholungen eintreten. Das Mehl­geschäft blieb still; auch Futtermittel waren weiter angeboten, doch blieben die Preise unverändert. Verglichen mit den Notierungen der vergangenen Woche konnte Weizen eine viertel Mark an­ziehen. Behauptet blieben Roggen, Sommer­gerste und Hafer (inL). Mais gab bis dreiviertel Mark nach. Dis zu einer viertel Mark schwächer lagen Weizenmehl, Roggenmehl, Weizen- und Roggenkleie. Die Woche schloß zu folgenden Notierungen: Weizen 24, Roggen 22,75, Sommer­gerste 23,75 bis 24, Hafer (InL) 24 bis 24,25, Mais für Futterzwecke 22, Weizenmehl 32,25 bis 32,75, Nlederrh. 32 bis 32,25, Roggenmehl 30 bis 31, Weizenkleie 13 bis 13,10, Roggenkleie 12,75.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Der Frankfurter Schlachtviehmarkt stand diese Woche im Zeichen einer lebhafteren Tä­tigkeit, als in den vergangenen Wochen. 3n fast allen Viehgattungen war der Handel etwas reger. Besonders Kälber und Schafe hatten ver­stärktes Interesse auf sich lenken können. Auf dem Rinder markt war der Auftrieb auch in dieser Woche wieder geringer. Die Nachfrage konnte jedoch befriedigt werden. Der Export be­teiligte sich nicht so stark wie in den vergange­nen Wochen. Bei regem Handel und anziehenden Preisen wurde der Markt geräumt. Auf dem Kälbermarkt konnte sich trotz des stärke­ren Auftriebs lebhaftes Geschäft entwickeln. Die Preise gaben hier, wahrscheinlich infolge des größeren Austriebs, etwas nach. Der Markt wurde jedoch geräumt. Auch am Schafmarkt war die Geschäftstätigkeit eine recht lebhafte, doch muhten die Notierungen infolge des schwa­chen Auftriebs von der Notierungskommifsion wieder ausgesetzt werden. Der Schweine-

m ä r £ f erfreute sich in dieser Woche eines rege­ren Geschäfts, nachdem er in den letzten Wochen recht vernachlässigt lag. Die Beschickung war fast unverändert. Die Preise gaben etwas nach, da die Metzger nicht gewillt sind, höhere Preise au bezahlen. Der Markt wurde jedoch ausverkaust. Der Gesamtauftrieb bestand aus 1410 Rindern, darunter 283 Ochsen, 67 Bullen, 521 Kühen und , 320 Färsen, ferner aus 1801 Kälbern. 116 Scha­fen und 5282 Schweinen. Im Vergleich mit dem Austrieb der vorigen Woche waren 306 Kälber und 7 Schweine mehr, dagegen 91 Rinder und 21 Schafe weniger angetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen Klasse Al 58-63. II 5457, BI 47-53. Bullen

A 5356, B 4852. Kühe A 4550, B 4044,

C 3539, D 3234. Färsen A 5963, B 5458,

C 50-53. Kälber B 7580, C 70-74. D 63-69.

Schafe nicht notiert. Schweine B 7072. C 70 bis 73, D 7073, E 6871. Verglichen mit den Preisen der vergangenen Woche konnten Och­sen. Kühe und Färsen je 2 Mark und Bullen 1 Mark anziehen, dagegen gaben Schweine 2 Mk. nach. Kälber konnten ihre Preise behaupten.

*

* Regreßklage bet der Rheinischen Handelsbank. Der derzeitige Vorstand der Rheinischen Handelsbank in Mannheim hat gegen die ehemaligen Mitglieder des Aufsichtsrates die Regreßklage eingereichL Die Streitsumme wird mit 400 000 Mark angegeben. Gingeklagt wird die Summe, die nötig ist, um die Gläubiger mit 100 Prozent ihrer Forderungen zu. befriedigen. Termin wurde anberaumt vor dem Landgericht Mannheim, Zivillammer III. am 9. Iuni.

* G.-G. für Zellstoff- und Papier- fabrikation. Aschaffenburg. In der gestrigen Aufsichtsratssihung wurde der Abschluß für das Geschäftsjahr 1928 vorgelegt und be­schlossen. der auf den 17. Iuni einzuberufenden G.-V. die Ausschüttung einer Dividende von wieder 12 Prozent vorzuschlagen. Des weiteren soll der G.-V. eine Kapitalerhöhung vorgeschlagen werden, über deren Ausmaß noch Erwägungen schweben.

* Angliederungen an d ie Einkaufs­organisationen von Leonhard Tietz. Die Warenhäuser Gebr. Alsberg A.-G., Bochum und Gebr. Alsberg, Gelsenkirchen A.-G. in Gel­senkirchen haben sich in den Artikeln der Haus­haltswaren, Lebensrnittel und Spielwaren der Einkaufsorganisation der Leonhard Tietz A.-G. in Köln angeschlossen. In dem Vertrag ist vorge­sehen. daß die zum Alsberg-Eteg-Konzern gehö­rigen Geschäfte dem Anschluß in den genannten Artikeln beitreten können. Das Abkommen be­zieht sich nicht auf die Textilwaren, die der Alsberg-Eteg-Konzern selbst bzw. durch die Groß­handelsfirma Gebr. Fried & Alsberg G. m. b. H. in Köln wie bisher einkauft. Im Zu- fammenhang mit dieser Vereinbarung hat die Tietz A.-G. den ersten und zweiten Stock des in Köln im Bau befindlichen Richmodishauses ge­mietet, um hier die Einkaufsbureaus für die Haushalts- und Spielwaren unterzubringen. Die Eröffnung des Etagenkaufhauses im Richmodis- Haus unterbleibt infolgedessen.

* Diskonterhöhung in Rumänien. Die rumänische Nationalbank setzte den Diskont­satz von 6 auf 8 Proz., den Lombardziys von 7 auf 9 Proz. herauf. Diese Regelung tritt so­fort in Kraft.

Frankfurter Börse.

Frankfurt, 4. Mai. Tendenz zuversichtlicher. Die kräftige Erholung an der gestrigen Äbendbörse konnte sich nicht fortsetzen, da sich die Gerüchte hin­sichtlich eines in Paris zustande gekommenen Pro­visoriums nicht bestätigt hatten. Schon von Bureau zu Bureau wurden Angaben in erheb­lichem Umfange voraenommen, so daß die Kurs­gewinne von gestern Abend wieder verloren gingen. Die gedrückte Stimmung änderte sich jedoch zu Be- ainn des offiziellen Marktes rasch wieder, da neuere ^Reibungen aus Paris, die Hoffnungen auf einen doch günstigen Fortgang der weiteren Ver­handlungen aufkommen liehen, eintrafen. Das Ge­schäft war aber nicht besonders umfangreich, da zum Wochenschluß, wie gewöhnlich bei dem frühen Marktgewinn, Aufträge nur wenig vorlagen. Die Kulisse war aber doch zuversichtlich und freundlicher gestimmt, und von dieser Seite wurden Inter- essenkäufe in größerem Umfange vor­genommen, so daß sich gegenüber der gestrigen Äbendbörse Besserungen bis durchschnittlich 3 v. H. ergaben. Nur Spezialwerte wurden lebhafter gehan­delt, und von diesen besonders Eletkroaktien und Kalipapiere. Salzdetfurth konnten 8, Aschersleben 3, Siemens 3,5, AEG. und Schuckert je 1 o. H. er­öffnen. Interesse bestand noch für Deutsche Lino­leum, Karstadt und Reichsbankanteile, die um 2 bis 3 v. H. anziehen konnten. Die übrigen Märkte lagen still, aber zumeist leicht gebessert. Renten still. Ablösung ohne Option leicht gedrückt. Rach den

ersten Kursen wurde es erst wieder etwas fester, doch nahm die Spekulation Abgaben vor und die Kurse senkten sich wieder etwas. Die meisten Werte blieben jedoch behauptet, einige lagen sogar bis 1 v. H. über Anfang. Man war über ein Gerücht, wonach die Reichsbank in Zukunft nur noch Wechsel mit kurzfristiger Laufzeit annehmen würde, sehr verstimmt, und sogar das Dementi dieses Gerüchtes konnte nicht voll beruhigen. Am Geldmarkt war Tagesgeld mit 8,5 o. H. unverändert. Am Devifen- marfF nennt man Mark gegen Dollar 4,2185, gegen Pfund 20,475, London gegen Kabel 4,8530, gegen Paris 124,87, gegen Mailand 92,58, gegen Madrid 33,95, gegen Holland 12,0690.

Berliner Börse.

Berlin, 4. Mai. Bemerkenswert war die Hausse im gestrigen Nachmittagsverkehr und an der Frankfurter Äbendbörse. Man wollte angeblich wissen, daß bereits einProvisoriuminParis zustande gekommen wäre, und darauf schritt die Spe­kulation zu starken Deckungen. Trotz eines D c - m c n t i 5 dieses Gerüchts blieb aber die Tendenz doch fest, und die Kurserholungen gegen gestern mittag gingen bis zu 6 o. H. und mehr. Im heutigen Vormittagsoerkehr trat eine gewisse Nervo­sität wieder hervor, und es hatte den Anschein, als ob die Gewinne der gestrigen Abendbörse wieder ver­loren gehen wollten. Auch die Vorbörse blieb unein­heitlich und abwartend. Zu Beginn des offiziellen Verkehrs fetzte aber wieder eine gewisse Auf­wärtsbewegung ein. Das Geschäft war zwar nicht sehr umfangreich, doch nahm die Spekulation wieder Deckungen vor, da sie an verschiedenen Märk­ten Auslandkäufe beobachten wollte. Die Stimmung wurde angeregt durch die Aussichten, daß in Paris doch noch ein Kompromiß erzielt werden wird. Man führte einen sehr optimistisch gehaltenen Havas- bericht an und glaubt, daß die Einigung besonders aus dem Grunde wahrscheinlich sei, weil Amerika hieran bas stärkste Interesse habe und diese Einigung herbeiführn wolle. Die Geldmarktlage war immer noch ziemlich unübersichtlich, wenn sich auch am Tagesgeldmarkt eine gewisse Entspannung bemerkbar machte. Tagesgeld stellte sich auf 8,25 bis 10,5 v. H., Monatsgeld auf 8,5 bis 9,5 o. Sy, Warenwechsel ohne jeden Umsatz. Die ersten Kurse lagen 3 bis 6 v. Sy über gestern mittag Schluß. Einzelne Werte waren stärker befestigt. Lebhafter waren wieder Farben, Siemens, die 8,5 v. Sy anzogen, und Kaliwerte. Bei letzteren regten die heutigen Generalversammlungen an. Salzdetfurth waren 12 v. Sy höher. Auch Poly­phon konnten sich wieder um 14 v. H. erhöhen, da eine Einigung im Weltgrammophontrust angeblich wieder eher möglich sein soll. Auch Rheinische Braunkohlen waren auf den guten Absatz lebhafter. Glanzstoff zogen 11 ü. Sy an. Die Jahresberichte der amerika­nischen Glanzstoff und Bemberg, in denen größere Reingewinne angeführt wurden, fanden günstige Aufnahme. Deutsche Linoleum, Schubert & Salzer, Stöhr, Spritwerte und Karstadt waren ebenfalls leb­hafter und fester. Deutsche Anleihen erholten sich weiter. Ausländer uneinheitlich. Pfandbriefe ruhig. Das Angebot scheint zu überwiegen. Nach den ersten Kursen wurde es allgemein schwächer, dann aber, von Farben, Salzdetfurth und Schuckert ausgehend, fester, doch gegen 11.30 Uhr ruhiger und wieder etwas niedriger.

Dücheriisch.

C. I. O'Donnell. Weltherrschaft. Das Britische Reich, die Vereinigten Staaten und Deutschland. Aus dem Englischen übertragen von Freiherr E. A. Henikstein. Amalchea-Verlag. Wien IV. Leinen 5,50 Mk. (80) O'Donnell. ein englischer Parlamentarier, behandelt mit wohltuender Objektivität die brennende ak­tuelle Kriegsschuldfrage, indem er an der Hand authentischer Daten die langjährigen Kriegs­vorbereitungen Frankreichs. Rußlands und Eng­lands beweist. Er schildert weiter die katastro­phal verfehlte Politik der Liberalen in England, welche ihr Land der Entente und damit dem Weltkrieg verschrieben, anstatt im Vereine mit dem Deutschen Reiche Europa den Frieden zu erhalten. Rücksichtslos geißelt der Autor die skrupellose Propaganda der mächtigen englischen Presse, welche die ganze Welt vor und während des Krieges systematisch belogen und betrogen. Er widerlegt unter Vorlage zahlreicher Doku­mente und Belege die in Europa, Asien und Amerika verbreiteten, höchst albernen aber all­gemein geglaubten Märchen über deutsche be- stiale Greueltaten und deutsche Barbarei. Als gründlicher Kenner Nordamerikas führt uns Mr. C. I. O'Donnell in die Politik der Vereinigten Staaten ein und gelangt zur Erkenntnis, daß bas Wohl und Wehe der Welt in den nächsten 50 Iahren von der Verständigung zwischen Groß- britannien, den Vereinigten Staaten und dem Deutschen Reiche abhänge.

Heinrich Spiero: Schicksal und Anteil. Volksverband der Bücherfreunde,

Wegweiser-Verlag G. m. b.H., Berlin-Charlotten- bürg 2. (118) Dieses reizvolle Erinnerungsbuch führt uns durch alte und neue Kulturstätten, deren Geist mit feinem Verständnis erfaßt ist, und bringt markante Gestalten der deutschen Ge­schichte. mit denen der Verfasser in persönliche Berührung gekommen ist. menschlich nahe. Don Königsberg, der Stadt der kritischen Philosophie. Hamburg, dem Tor des Welthandels. Weimar, dem Schatzbehälter der llassischen Tradition. Ber­lin, Rußland und Amerika werden intime Bilder, die der großen Perspektive nicht entbehren, ent- warfen. Don Wilhelm Raabe. Richard Dehmel. Detlev von Liliencron. Gerhart Hauptmann, von Hindenburg, Ebert und Rathenau teilt der Ver­fasser ansprechende, unbekannte Züge mit. So führt diefes Vuch im Rahmen eines persönlichen, arbeitsreichen Lebens durch ganz Deutschland, in die Ferne und durch die geistige Welt.

Peter Lippert 0.3.: Aus dem Engadin. Briese zum Frohmachenmit 11 Tief- druckbildern. Halbleder 4,60 Mk. (VerlagArs Sacra" Ioses Müller, München 23.) (169) - Die Briefe dieses Iesuitenpaters wurden in einem Tal des Heils, an einem Ort der Heilung, im Engadin, niedergeschrieben. Was Wunders also, wenn über den Briesen die heilenbe Atmosphäre des Engadiner Hochlandes liegt? Der Dust, die Würze, das Aroma dieses gesegneten Erdenfleckes. Diese Briefe wollen nicht etwa die Leiden ver­gessen machen. Lippert reicht uns keine Betäu­bungsmittel. Aber er läutert die Ansicht, die wir vom Leiden haben, und läutert damit unS selbst. Lippert lehrt uns die Schönheit, die Fruchtbarkeit und den Sinn des Leidens sehen. Nicht wie ein pedantischer Lehrer, mit Geboten und Verboten, sondern als ein mitleidender Freund, mit Be­kenntnissen und Erkenntnissen. Was Lippert uns in die Hände legt, ist ein frisches und fröhliches Buch, darüber hinaus aber noch ein Werk, das um den ernsten Hintergrund menschlichen Schick­sals weiß und diesen in Gleichnissen sichtbar macht.

Allerlei Puppen und ihre De­rlei d u n g. Von Werklehrerin E. Taube. Mit 54 Abb., kart. 2.20 Mark. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. (56) Dieses Heft ist zuerst für die Kinder geschrieben, darüber hinaus aber mag es den größeren Geschwistern. Müttern und Lehrerinnen zur Anregung dienen. Freude aus völlig wertlosem Material zu schassen. Tech­nische Anweisungen sind nur soweit gegeben, wie sie ein Kind notwendig braucht, um nicht durch zu langes Herumprobieren die Lust zu verlieren. Das Material. Papier aller Art. Stoffreste und Draht, ist in jedem Haushalt vorhanden und mit geringem technischen Können zu verwenden. Der zweite Teil des Heftes gibt einige Anregungen für das Puppenschneidern. Die Schnitte sind aufs äußerste vereinfacht und dem Kind ist so die Möglichkeit geboten, mit ganz geringen techni­schen Fertigkeiten ohne große Mühe hübsche Klei­der zu machen.

Aus dem Amisverkündigungsblait.

* Das Amtsverkündigungsblatt 21 r. 30 vom 3. Mai enthält: Dierteljahrsaus- weis der Provinz Oberhessen. Straßensperre. Aufstellung der Voranschläge der Gemeinden. Das Abbrennen von Grasflächen. Der Feuervisitator im 4. Bezirk. Kartoffelkrebs. Merkblätter und Flugblätter der Biologischen Reichsanstalt in Berlin. Dienststunden bei dem Kreisschulamt Lehrgang für Turnlehrer in Offenbach. Urlaub für Lehrerinnen. Dienst­nachrichten.

Letzte Nachrichten.

Weitere sechs Tote in Berlin.

Berlin, 4. Mai. (DJIB. Funkspruch.) Bon den bei den Maiunruhen verletzten Personen, die in die Krankenhäuser eingeliefert worden waren, sind in­zwischen außer den bereits gemeldeten noch ro e i- tere sechs geslorben.

Schwerer LlnglückSfall im Frankfurter Hauptbahnhof.

J r a n f f u r t a. 2TL, 4.2Hai. (2BIB. Drahtbericht.) Ein schwerer Unfall, dein zwei Post­beamte zum Opfer gefallen sind, ereignete sich heule früh kurz nach 4 Uhr beim Postamt IX im Frankfurter Hauptbahnhof. Die beiden Postbeamten h ü g e l e und M e h l i n g. die einen beladenen Handwagen im Aufzug vom Posttunnel im Kellergeschoß nach dem Bahnsteig zu befördern hat­ten, sind hierbei aus noch nicht aufgeklärter Ursache tödlich verunglückt. Die amtliche Unter­suchung ist im Gange.

Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuß 8,5 Prozent.

fitanffud a M.

Berlin

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Berlin

Frankfurt a. M.

Berlin

Berlin 3- Mai

Geld

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e% Dt Reichrrmleibe v. 1927 .

XL LluI.-Ablus^Schuld mit los.-Rechlen

Dergl. ohne AuSlos.-Rechte .

7% Frankl. HyP^Bl Goldvl. im- tünbbin bti 1932

<%% Rheinische Hyv.-Bank Sictu.- Goldpj.

S.E.B. aba. BorkriegS-Sbligatwu rückzahlbar 1932

4% Schweiz. Bunderb.-2ni..

*% Lelierieichiichc Goldrle.. . . 4,20% tDefUrr. Silbcrrte.....

4% Oesterreich, einhcill. Rle. . . 4% Ungarilche Goldrtc.....

4% Ungarische Staat», v. 1910 4'4% dcSgl. von 1913.....

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4% Türt. ZoUanIcche v. 1911 . 4% Türkische Bagdadbahn^lnl.,

«Seite 1

*% dcsgl. Serie 11 .....

4% Rumänen conöeti. Rte. . 44% Rumänen «SoIbanL von 1913

Wg. Deutsche Eisenbahn . . *y- Hamburo-Amerika Valet ... 8 Hamb.-Südam. Dampsich. . . 8 Hansa Dampsschiss ... 10 Norddeutscher Lloyd . .... 8 Llllg. Deutsche Crebttaust. . . 10 Bacmer Bankvmeü. ... io Berliner Haadellgesellsch. . . 12 Kommerz- undBnuat-Sanl. 11 Dormkt. u. Nattonatdant 12

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Bergmann . . ....... S Oeltr. Lieferungen..... io Licht und Krasl ..... 10 gelten & Guilleaume. .... 6 Ges. f. deltr. Untern.» ... 10 Hamb. Elektr. Werke .... 10 Mhein. Elektr....... . . o

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TranSradio .... 8 Lahmeyer & Go...... lu

Buderus...... .... 5

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Essener Steinlah!«......8

Gelsenkirchener . . . k- V* I-4

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Hoesch Eisen. ....... .S Ilse Bergbau ....... .8 ftlödnerroerte .......

Köln-Neuessen. ....... 9

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Heidelberger Zement .... 10 (Semem Karlstadt ...... S Waytz L- Freitag......10

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Zellstoss Waldhos.....12

Zcllslojs Aschasfenburg . . . 12 Charlottenburger Master ... 7 Dessauer <tzaS........8

Daimler Molaren......0

Deulsche Maschinen-Zabrik . . o

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Lubw. Loewe ....... 10 Rat. Automobil ....... O Crenflehi & Koppel » .... 5 Leonhard Tietz ...... 6 Bamag-Mcguin ....... 0 Franks. Maschine« ...... 6 Gritzner ... 11 Heylsgenstaedt ...... . 0 Slunghans. . ....... .4 Lcchmerle...... . . S

Mainkrastwerke ....... 8 Miag...........10

Nekmsulmer ........ 8 BcterS Union..... 8

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1.772

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20,45

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0.502

59,17

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169.7 1.77 58.6

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73,41

3.044

18,88

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2,058

5,455

4,183

4.076

20,975

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kotirrmra Brief

169,75 1.776 58,62

112,59 112,54 112,81 10,612 22,135 20,491

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7,421 73,35

3.050 18,92 31.92

2.062 5,465 4.191

4.084 21-025