sechs Zoll darüber hrncmsstanden. Bei jedem Stück der Leiter banden wir die Sprosse mit Bindfaden an den Pflock fest, damit wir sie auch im Dunkel der Rächt leicht zusammenfügen konnten. Iedesmal, wenn wir eins dieser Stücke biS ins Kleinste fertiggestellt hatten, verbargen wir eS zwischen den Dielen." w , .L
Lieber achtzehn Monate unermüdlicher Arbeit dauerten allein diese Vorbereitungen, die nur unter allergrößter Vorsicht unternommen werden tonnten, denn schon das geringste Geräusch, der kleinste Hobelspan konnte die Ausbrecher verraten. Es ist unglaublich, an welche Einzelheiten sie gedacht habens da sie z. B. die Strickleiter durch das Reiben der Sprossen an der Mauer verderben konnte: machten sie dem Ganzen aus Westen und Schlafröcken einen Lieberzug. Ihr letztes Werk war dann noch ein Strick von nicht weniger als 360 Fuß Länge, an dem sie sich über die äußere Dastillemauer hinablassen trollten. Lind wirklich, diese kühne Flucht gelang, sie entkamen nach Brüssel, aber schon
waren ihnen- die französischen Beamten auf den Fersen, die es vermochten, die Vertrauensseligen wieder nach Frankreich zurückzuführen — in neue Kerker und neueQualen. Denn dieser Fluchtversuch steht ziemlich am Beginn der Leidenszeit des Latudes. Was hernach folgte, steigerte sich an planmäßig erdachter Quälerei, je länger seine Gefangenschaft dauerte. Auch seine Befreiung nach fünfunddreitzig Jahren Kerkers verdankte er eigentlich nur einem Zufall: er hatte einen Schließer bestochen, eine seiner zahllosen Denkschriften und Bittgesuche zu befördern, aber der Mann verlor die Schrift in einer Pariser Straße und eine einfache Bürgersfrau fand fte, die, obwohl selbst arm, nicht zögerte, alles für die Befreiung des LInglücklichen zu tun. Aber diese endgültige Befreiung Latüdes ist wiederum ein Roman für sich, reich an Lieberraschungen und I wechselvollen Zwischenfällen, wie denn das Leben überhaupt zuweilen die schauerlichsten und großartigsten Romane dichtet, denen gegenüber die Phantasie des Dichters versagen muh.
Turfmillionen.
Oer Roman des Rennpferdes Oleander. - Statt eines Schusses Pulver 358000 Mark Renngewinne. — Was Rennpferde kosten.
Von Kurt Hallberg.
Als Nasreddin, Schah von Persien, eines Tages auf Einladung des Königs von England ein Rennen besuchen sollte, ließ er dem britischen Monarchen sagen: „Ich weiß, daß ein Pferd schneller läuft als das andere — welches, interessiert mich nicht." Kopfschüttelnd würde dieser Perser die Scharen der Turffreunde betrachten, die jetzt endlich, nach der langen Wartezeit des Winters, wieder auf den grünen Rasen hinauspilgern und beim Totalisator ihr Geld opfern; aber er könnte diese abendländische Sportleidenschaft und Wettlust, wenn er noch leben würde, inzwischen auch in unmittelbarer Nachbarschaft seines Staates studieren, wenn er eine Reise nach Bombay oder nach Kairo unternehmen würde, wo Pferderennen heute mindestens ebenso beliebt sind wie in Europa und Amerika. Die Mehrzahl der Turfbesucher würde den Rennplätzen wahrscheinlich fern bleiben, wenn sie sich nicht zu der Hoffnung berechtigt glaubte, mit guten Tips beim Totalisator ober beim Buchmacher das eingesetzte Geld zu vervielfachen. Natürlich gibt es daneben auch echte Sportsfreunde, Pferdekenner, Pferdeliebhaber und Züchter. Aber selbst bei einem Teil der Rennstallbesitzer ist nicht die Sportleidenschaft ausschlaggebend, sondern der Wunsch, mit dem Rennstall ein Vermögen zu verdienen.
Ein gutgeleiteter Rennstall ist eine hervorragende Kapitalanlage. Es gibt schon Rennpferde für 2000, 3000 oder 4000 Mark; aber das ist „dritte Klasse", während für Pferde von großer Klasse auch 80 000, 100 000 oder 120 000 Mark bezahlt werden. Durchschnittlich kann man rechnen, daß ein Rennpferd etwa 12 000 bis 15 000 Mark kostet; ein Stall, in dem etwa 25 Pferde stehen — und es gibt weit größere Rennställe — kostet also ein hübsches Vermögen. Der Besitzer muß aber noch viel mehr Geld hineinstecken, da die Unterhaltung eines Rennpferdes mit Training und Transport hu den manchmal sehr weit entfernten Rennbahnen jährlich etwa 6000 Mk. verschlingt, so daß für einen Stall von 25 Pferden mindestens 150 000 Mark Betriebsspesen aufgebracht werden müssen. Dafür kann ein einziges gutes Pferd allein in einer Rennsaifon so viel einbringen, wie der ganze Stall kostet. Das hat das Wunder- pferd Oleander bewiesen, der edle Vollblüter, der dem Stall Oppenheim gehört. Zweimal war er gestartet, beide Male mit Erfolg. Plötzlich stellte sich eine Krankheit ein, die unheilbar schien. Das Pferd schleppte sich mühsam in den Stall, legte sich hin und war nicht mehr zum Aufstehen zu bewegen. Die Tierärzte und die Sachverständigen glaubten, einen Beckenbruch feststellen zu müssen, und empfahlen, dem Hengst den Guaoenschuß zu geben. Aber der Trainer weigerte sich, und tatsächlich erholte sich Oleander, der im nächsten Frühjahr, im Jahre 1927, wieder starten konnte. In diesem Jahre stattete er dem Stall seinen Dank ab, indem er insgesamt 105 000 Mark Reingewinne erzielte. Im vergangenen Jahr hat Oleander sechs weitere Erfolge errungen, die 253 000 Mark einbrachten, so daß der gesparte Gnadenschuß bisher insgesamt 358 0 00 Mark für den Besitzer abgeworfen hat. Dabei ist Oleander zwar ganz stattlich und hübsch, doch äußerlich kein Blender. Erst im Rennen beweist das Tier, daß es wohl das beste Pferd der deutschen Vollblutzucht ist. Ein anderes Pferd aus dem Stall Oppenheim, Weißdorn, brachte es im Jahre 1925 auf 205 000 Mark Renngewinne, und vor dem Krieg hat Gulliver II. im Jahre 1912 Preise von insgesamt 239 000 Mark errungen.
Die höchsten R e n n p r e i s e, um die der Kampf der großen Ställe hauptsächlich geht, werfen dem Sieger ganz erkleckliche Gewinne ab. 100 000 Mark kann man im Hamburger Derby verdienen, 70 000 Mark beträgt der Große Preis von Berlin, 50 000 Mark und 60 000 Mark sind die Preise von Wiesbaden, 50 000 Mark werden auch im Metropol- Rennen im Grünewald dem Sieger gezahlt, 36 000 Mark gibt es bei den Hindernisrennen und 25 000 Mark für das Parforcerennen in Karlshorst. Es ist verständlich, daß die Grandseigneurs des Rennsports, die Freiherrn von Oppenheim und Grafen Arnim-Muskau, in den letzten Jahren Kon- kurrenten erhalten haben, die den Rennbetrieb
geschäftsmäßig aufziehen und methodisch Gewinne zu erzielen versuchen, da die Rennprämien solche Unternehmen wirklich lohnend machen. Ratürlich können die Rennstallbesitzer nicht nur an den Preisen, sondern auch im Wettbewerb verdienen: aber das ist weit schwieriger, und wirklich große Wetten abzusch liehen, ist in Deutschland nicht immer möglich. Mehr als 10 000 Mk. wird man unter deutschen Verhältnissen bei einem Rennen kaum einsetzen können, während in England und Amerika die Wettumsätze im Laufe des Jahres nicht in die Millionen, sondern in die Milliarden gehen. Bei den Wetten verdienen freilich fast nur die Eingeweihten, die einen sicheren Sieg vvrauskalkulieren können und nicht auf unbekannte Tips angewiesen sind, während das naiv wettende Publikum fast immer um sein Geld kommt. Die großen Rennställe, die einen guten Ruf zu verlieren haben, arbeiten dabei sicherlich stets durchaus ehrenhaft und verschmähen es, irgendwelche geheimen Abmachungen zu treffen, die den Sieg einem bestimmten Pferd zuschanzen. Richt so einwandfrei ist allerdings die Arbeitsweise mancher Jockeys, deren Sturz nicht in jedem Fall zu erklären ist. Es gibt übrigens eine Sturzversicherung, bei der der Wetter einen Aufschlag von 20 Prozent bezahlt und dafür sein Geld zurückerhält, falls das Pferd nicht geschlagen wurde, sondern durch Sturz aus dem Rennen ausscheidet.
Ein guter Jockey bringt dem Rennstall, dessen Farben er trägt. Summen ein, von denen sich der Laie keine rechte Vorstellung macht. Der unbestrittene Meister der Rennreitergilde war bis jetzt Otto Schmidt, der es insgesamt auf über 1100 Siege gebracht hat. Am 7. Oktober 1915 ist dieser Jockey zum erstenmal siegreich gewesen, und seitdem hat man ihn achtmal zum deutschen Champion des Jahres erklärt. Als löjähriger Lehrling trat Otto Schmidt im Jahre 1912 in den Rennstall ein. dem er noch heute angehört und für den er Jahr für Jahr mehr Siege errungen hat. In der vergangenen Saison ist es dem tüchtigen Reiter gelungen, 119mal den Sieg davonzutragen; aber noch weit erfolgreicher war er im Jahre 1924, da er damals für den Stall Weinberg nicht weniger als 143 Preise geholt hat. Man muß die leichte und sichere Art bewundern, in der dieser Jockey das Pferd führt: dabei gibt es freilich Leute, die Otto Schmidts Haltung bemängeln, weil er bald nach dem Start durch rhythmische Bewegung das Pfnd anzufeuern sucht. Wer das nicht schön findet, mag bedenken, daß es tatsächlich die Leistung des Pferdes erhöht und das der Erfolg für die Methode spricht.
Otto Schmidts größter Konkurrent ist der Amerikaner Everett Hahnes, der feit vier Jahren in Deutschland reitet, im vorigen Lahr 474mat startete und dabei 105 Siege erfocht. Die Rivalität zwischen den beiden Rennreitern ist sehr groß, doch ist Haynes von der Ratur in diesem Wettkampf sehr benachteiligt, da er ziemlich groß ist und infolgedessen manchmal etwas zu viel wiegt. Der leichteste Jockey, den es gegeben hat, war wohl George Archibald, der vor zwei Jahren, erst 38 Jahre alt, gestorben ist. Er war der Sohn eines amerikanischen Apothekers, zeigte schon als Heiner Junge Talent als Reiter; zeichnete sich bald auf dem Pferd vor allen Altersgenossen aus, kam im Jahre 1911 nach Deutschland und trug damals den rot-blauen Dreh des Freiherrn von Oppenheim. Aus mancher klassischen Schlacht ist er siegreich hervorgegangen; denn er war ein Reiter von hohen Qualitäten, ein glänzender Beurteiler des Tempos, ein Kämpe mit kühlem Kopf und starker Hand, im Endgefecht eine Klasse für sich. Archibald liebte Deutschland und bewies dies auf seine besondere Art, indem er sich in Hoppegarten mit einer deutschen Frau verheiratete. Der Krieg vertrieb ihn bann aus Deutschland.
Unter den Jockeys, auf die man heute große 1 Hoffnungen setzt, ist vor allen Dingen Grabsch
zu nennen, der im vergangenen Jahr 80 Siege errungen hat. Gr war im ersten Teil der Saison für die Ställe Haniel und Arnim tätig und ritt dann für den Frankfurter Rennstall- besiher M. I. Oppenheimer, dem der Zuchthengst Aditi gehört. Aditi ist eins der wertvollsten deutschen Pferde, für das Oppenheimer 200 000 Mk. bezahlt hat; von amerikanischer Seite wurden ihm für den Zuchthengst schon 2 Millionen Dollars geboten, also 8V2 Millionen Mark, ohne daß er ihn für diesen Preis verkauft hätte. Im deutschen Rennsport stecken also gewaltige Werte, es sind in ihm hervorragende Sportsleute tätig, und man kann erwarten, daß auch die neue Saison den Beweis für den Satz erbringen wird: gutgeleitete Rennställe sind eine hervorragende Kapitalanlage.
Aus Oer provinzialhauptfiadi.
Gießen, den 4. Mai 1929.
Das Schützenfest in Gießen.
Die Ausgestaltung des Schützenfestes in Gießen vom 6. bis 14. Iuli nimmt immer mehr greifbare Form an. Rührige Hände sind — wie man uns schreibt — am Werke, die Einzelvorbereitungen so zu gestalten, daß die Veranstaltung ein volles Gelingen in Aussicht stellt. Die Arbeiten auf den Schiehständen gehen ihrem Ende entgegen. Es wird eine moderne Schießanlage geschaffen, die sich allen anderen an die Seite stellen kann. Das Protektorat hat in liebenswürdiger Weise der Staatspräsident von Hessen, Herr Dr. Adelung, übernommen. Der Schützenverein Gießen e. V. ist sich des Ernstes seiner übernommenen Aufgabe voll bewußt. Er weih, daß er vaterländische Pflichten zu erfüllen hat, und daß das Fest zu einem Erlebnis und zu einem Bekenntnis zum deutschen Daterlande werden muß. Reben dem Ernst soll aber auch die Freude zu ihrem Recht kommen. Dazu ist mit dem Schießen ein Volksfest verbunden. Das vorgesehene Programm ist sehr reichhaltig, alle sollen auf ihre Kosten kommen. Der Besuch von auswärts wird allen Anzeichen nach sehr stark werden. Die Quartiere in den Hotels, Gasthäusern usw. werden nicht genügen, 6ie Massen unterzubringen. Bei der bekannten und gerühmten Gastfreundschaft der Gießener Bürgerschaft wird es dem Wohnungsausschuß wohl leicht gelingen, die nötigen Privatquartiere zu bekommen. Alle Bürger werden gern bereit sein, das Gießener Schützenfest, ihr Volksfest, in dem geplanten Ausmaß zu einem Markstein in der Geschichte Gießens werden zu lassen. Gut Ziel!
•* Männerturnverein Gießen. Dieser Tage hielt der Männerturnverein seine Frühjahrs-Hauptversammlung in seinem Vereinsheim (Faulstich) ab. In Verhinderung des gesundheitlich noch sehr angegriffenen 1. Sprechers Gg. Kling wurde die Versammlung von dem 2. Sprecher W. Georg geleitet. Aus den Berichten ging hervor, daß in turnerischer Beziehung das abgelaufene Vereinsjahr sehr erfolgreich für den Mtv. gewesen ist. Es sei nur an das 14. Deutsche Turnfest in Köln erinnert, von dem 7 Dereinsangehörige sieggekrönt heimkehrten. Bei dem 75. Feldbergfest errang die Tumerinnen-Stasfel den Brunhilde-Schild. Das Gautumfest in Butzbach brachte dem Verein über 30 Turner- und Turnerinnen-Siege, ebenso zahlreiche Siege das Bezirkswetturnen in Wetzlar« Riedergirmes. Ganz hervorragende Leistungen hatte die Leichtathletik-Abteilung aufzuweisen, die 128 Siege errang. Die Svielabteilung zeigte eine hohe Stufe der Entwicklung, hat über die Hälfte aller Spiele gewonnen und steht mit an der Spitze im Gau Hessen. In der Jugendklasse hat sie die Gaumeisterschaft errungen. Auch die Fechtabteilung hat zahlreiche Erfolge erzielt, ebenso die Schwimmabteilung. In gesellschaftlicher Beziehung stand der Verein ebenfalls auf der Höhe. Das bewiesen die sehr gut besuchten Vereinsveranstaltungen. Die Rechnungsablage ergab wohl einen Barbestand, trotzdem ist aber die finanzielle Lage des Vereins gespannt, einerseits durch die hohen Beiträge zur D.T., zum andern durch die Ausgaben für seine 12 Abteilungen, für die turnerischen Veranstaltungen im Kreis, Gau usw. Bei den Turnratswahlen ergaben sich einige Verschiebungen. Für den aus gesundheitlichen Gründen eine Wiederwahl ablehnenden Ober- turnwart K. H u s k e wurde als Oberturnwart Lud. Heb streit gewählt; ihm zur Seite stehen als Turnwarte Gg. Hofmann und A. Kr ei - l i n g. In den Turnrat treten neu ein L. Thöt und K. Strack. Rachdem noch einige innere Vereinsangelegenheiten, besonders auch der Ausbau des Turn- und Spielplatzes, besprochen worden waren, wurde die gutbesuchte Versammlung mit einem kräftigen „Gut Heil!" geschloffen.
** Von der Feuerbestattung. Der vom Volksfeuerbestattungsverein am gestrigen Freitagabend im Cafe Leib veranstaltete Vortrag über die Feuerbestattung im Wandel "der Zeiten war gut besucht. Der Vortragende, Herr Struck aus Kassel, besprach ausführlich die von allen Völkern der Erde seit den ältesten Zeiten gebräuchlichen Leichenbestattungen, um zu dem Schluß zu kommen, daß die heute roch vielfach aus Unkenntnis der Vorgänge bei der Einäscherung und aus kirchlichen bzw. religiösen Bedenken angefeindete Feuerbestattung aus hygienischen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen die emp
fehlenswerteste sei. An etwa 100 deutlichen Lichtbildern zeigte der Vortragende die verschiedensten Arten der Bestattungen, sowie die äußere und innere Ausstattung der größten Krematorien Deutschlands und des Auslandes, die in hohem Maße den künstlerischen Ansprüchen, tote denjenigen der Pietät entsprechen. Daß das Verständnis für die Feuerbestattung sich weiter durchringe, beweise die steigende Mitgliederzahl der Vereine und der freien Anhängerschaft, die bisher rund 6 Millionen in Deutschland zählen. Mit werbenden Worten zum Beitritt in den Dolksfeuerbestattungsverein, der gegen mäßige, nach Altersstufen berechnete Beitrüge die kostenlose Feuerbestattung gewähre, fand eine kurze Aussprache über sachliche Fragen und Erläuterungen statt.
** Zuchtviehoer st eigerunginLauter- d a ch. Die am Mittwoch, 8. Mai, in Lauterbach stattfindende 3. Zuchtviehoersteigerung des Landwirtschaftskammer-Ausschusses für Oberhesseir-wird mit 59 Bullen der hessischen Fleckviehrasse, darunter zwölf Bullen mit Milchleistungsnachweis der Mutter, beschickt. Der Auftrieb findet in der Zeit von 8 bis 9 Uhr statt. (Siehe heutige Anzeige.)
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
00 Klein-Linden, 3. Mai. In der Nacht zum Freitag wurde bei einem Einwohner in der Lützellindener Straße ein Einbruch in den Keller verübt. Den Dieben fielen außer einigen Flaschen Wein namentlich Obst und andere Lebensrnittel in die Hände. Die Gendarmerie ist eifria auf der Suche nach den Einbrechern, die allem Anschein nach mit den örtlichen Verhältnissen vertraut gewesen fein müssen. — In Anbetracht der vielen Feste, die im kommenden Sommer in unserem Dorfe oder in der näheren Umgebung stattfinden, hat der G e - sellschaftsverein Burgundia, der in diesem Jahr sein 50. Gründungsjahr feiern wollte, beschlossen, das Fest auf nächstes Jahr zu verlegen. Als Ersatz für das ausgefallene Fest soll eine Rheinfahrt unternommen werden. — Der hiesige Männergesangverein „Harmonie" ,ist dem Hessischen und damit dem Deutschen Sängerbund beigetreten.
# Grüningen, 3. Mai. In den letzten Wochen sind viele unserer Gärten und Pflanzungen von Spinatdieben heimgesucht worden. Die Betroffenen waren zum Teil sehr ärgerlich, daß noch niemals ein „Spinathamsterer" gefaßt worden war. Endlich sind die Bemühungen unseres Feldschützen erfolgreich gewesen. Auf frischer Tat erwischte er in der Nacht auf Sonntag einen Dieb mit gefülltem Rucksack. Eine empfindliche Strafe dürste die Felddiebstähle in hiesiger Gemarkung, die alljährlich im Frühjahr und Herbst ihre Höhepunkte erreichen, doch etwas eindämmen.
i. Lich, 3.Mai. Der Turnverein Lich hielt dieser Tage erneut eine Versammlung ab, die der Vorbereitung des Gaufrauenwett ur ne ns des Turngaues Hessen D. T., das im kommenden Sommer hier abgehalten werden soll, diente. Zu der Dersamlung waren der Bürgermeister, der Gemeinderat, alle Vereinsoorsitzenden und die für die Vorbereitung der turnerischen Veranstaltung vorgesehenen Ausschußmitglieder eingeladen. Der erste Turnwart, Hermann Schmidt, bat nach Begrüßungsworten die Stadtverwaltung unb^bic Ver- einsvorsitzenden um bie Unterstützung des Turnvereins und stellte sodann den toinn und den Wert eines Gaufrauenwetturnens wirkungsvoll heraus. Bei den weiteren Verhandlungen ergab sich, daß alle Ausschußmitglieder dem Turnverein mit besten Kräften beistehen werden. Nach der Einsetzung der verschiedenen Ausschüsse sprach Bürgermeister Geil dem Verein Dank aus für feine Ernennung zum Festpräsidenten und sichette dem Verein die volle Unterstützung der Stadtverwaltung zu. Mtt einem packenden Schlußwort des ersten Turnwartes, Hermann Schmidt, sand die Versammlung ihren Abschluß. Nunmehr werden sich die Ausschüsse mit aller Kraft der Vorbereitung des bedeutsamen turnerischen Festes widmen.
Kreis Schotten.
□ ßaubad), 3.Mai. Der Abendzug, der 9.30 Uhr von Mücke in Laubach emtrifft, wird auch in diesem Sommer verkehren. Damit hat man die Möglichkeit, bis 8 Uhr abends in Gießen zu bleiben. Die Gerüchte, daß das hiesige Lokomotio- und Zugpersonal von hier nach Mücke versetzt wird, sind nach einer Mitteilung der Direktion der Reichsbahn in absehbarer Zeit nicht begründet. — In nächster Zeit läßt die Sprengstoff-Verkaufsgesellschaft Zweigniederlassung Berlin durch einen Fachmann eine R 0 mperit L-Sprengkulturvorfuh rung hier abhalten. Es soll das Sprengen von Baumstümpfen, das Zertrümmern von Findlmgs- fteinen, Herstellung von Baumpflanzgruben, Baumscheibenlockerung, Tiefkultur (Rigolen) usw. vorgc- führt werden. Die Vorführung findet auf Anregung des Kaufmanns Ernst M 0 n n i g statt. Der Termin der Vorführung wird rechtzeitig im Anzeigenteil des „Gießener Anzeigers" bekanntgegeben
^Eichelsdorf. 3. Mai. Obgleich schon bald nach Kriegsende in der hiesigen Kirche eine Gedächtnistafel für die Gefallenen des Kirchspiels Eichelsdorf—Ober-Schmitten angebracht worden war. bestand hier schon längere Zeit der Wunsch, außerhalb der Kirche ein E h r e n m al s u r Die 46 Ges allenen unseres Dorfes zu errichten. In einer außerordentlichen Generalversammlung des Kriegerve re ins unter Leitung von Förster Schmitt wurde vor kurzem beschlossen, eine gemeinsame Sitzung des Qrts-
Dienstag. 7. Mal 1929. abds. 8 Uhr, Kautm.
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Warum mehr bezahlen Saasen ■** "■ to“Äe
JO Tourenrad, Luxuswodcii mit rassigem 1 wr W» I Redner: Herr Dr. med. W. Malcch.
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Naturheilverein (rieben.
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