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Schießbuden zuläht, für diese Aleberwachung sorgen. Dann würden solche Anfälle jedenfalls weitgehend verhütet werden können.

Für den Getroffenen und seine Angehörigen ist es außerdem ein unerträglicher Mißstand, dah man sich nur an den Täter selbst wegen Scha­densersatz halten kann. 3m vorliegenden Falle hat aber der Täter keinen eigenen Verdienst, kein eigenes Vermögen. Sein Vater, der eigentliche Schießbudenbesitzer, braucht für diese Fahrlässig­keit feines Sohnes nicht aufzukommen. Denn der Täter war volljährig, und es wird auch dem Vater eine Verpflichtung aus § 831 BGD. nicht nachgewiesen werden können. Hier könnte nur die Vestimnrung gesetzlicher Haftpflicht für einen derartig gefährlichen Betrieb helfen. Auch die Gemeinde, der Kreis und der Staat lehnen jede Haftung ab. Denn die Schießbude war vor­schriftsmäßig konzessioniert, und niemand kann beweisen, daß der Anfall infolge irgendeines Verschuldeirs von Gemeindeorganen. Kreis- oder Staatsbeamten verursacht worden ist.

Es muß danach die Forderung gestellt wer­den, daß:

1. für Schießbuden ganz bestimmte Vorschriften über Einrichtung, Art der Schußwaffen aufge­stellt werden,

2. die Inhaber und Bedienung der Konzession bedürfen,

3. der Schießbudenbetrieb auf allen Märkten an Stellen verwiesen wird, die vom allgemeinen Verkehr auf dem Markt möglichst entfernt sind,

4. jeder Betrieb auf dem Markt durch die Marktpolizei dauernd überwacht werden muß,

5. für alle Anfälle, die durch einen solchen Be­trieb entstehen, eine Haftpflicht eingeführt wird, für die letzten Endes der Konzessionserteiler, sei es Gemeinde oder Staat aufzukommen hat. Ge­meinde und Staat können sich ja ihrerseits da­durch schützen, daß die Konzession an die Stellung einer erheblichen Kaution gebunden wird.

3m vorliegenden Falle hat die Familie Schmidt einen Sohn im besten Alter verloren, hat weit über 1000 Mk. effektive Ankosten gehabt und fin­det niemanden, an dem sie sich wenigstens für diese Ankosten schadlos halten kann, geschweige denn, daß sie irgendwelchen Ersatz für den schwe­ren Verlust findet, der sie betroffen hat. -p-

Oberhessen.

Landkreis Gießen.

X Wieseck, 3. April. An den Ostertagen wehte zum ersten Wale auf unserem Kirchturm die neue Kirchenfahne, eine Stiftung der Konfirmanden. Auf ihre Aufgabe wies der Orts­geistliche im Eingang der Osterpreüigt hin. Wäh­rend der Gottesdienst des ersten Ostcrtags vom Frauenchor unter Leitung seines Dirigenten Philipp Groß verschönt wurde, brachte der Konfirmandenchor unter Leitung von Lehrer Petri am zweiten Ostertag drei Chöre zu Ge­hör. Eingesegnet wurden 51 Konfirmankum, 31 Knaben und 20 Mädchen. -Zur Osterfeier der Kinderkirche hatte wiederum der Frauen­verein denOsterhasen" geschickt, mit dem etwa 90 Kinder erfreut werden konnten. Der Orts­geistliche übergab der 3ugend einen neuen Kinderkirchenwimpel nach dem Muster der Kirchenfahne von einer Freundin der Kinder­kirchensache gearbeitet.

J Alten-Buseck, 3. April. Ein wohlgelun- gencs Konzert veranstaltete am ersten Oster- feiertag die hiesige Sängervereinigung im Saale von PH. Einhäuser. Die Veranstaltung stand unter der bewährten Leitung des Chor­meisters Konrad Aicolai. Grohen-Buseck, unter dessen Stabsührung die Leistungen des Chores bestens zur Geltung kamen und dann ver­dientermaßen auch lebhaften Beifall fanden. Die Instrumentaldarbietungen der Kapelle E i n - brodt-Weller, Gießen wurden ebenfalls mit größter Aufmerksamkeit und starkem Beifall aus­genommen. Besonders hervorgehoben zu werden verdient das Diolinsolo Air varia von Beriot, welches^ von Herrn E i n b r o d t in einer Weise zu Gehör gebracht wurde, daß nicht endenwollen­

der Beifall den Künstler zu einer Wiederholung nötigte. Mit Genugtuung kann noch die Tatsache verzeichnet werden, daß derartige Veranstaltun­gen hiesiger Vereine, die begreiflicherweise nur unter Aufwendung von erheblichen Opfern zu ermöglichen sind, immer mehr Anllang und Ver­ständnis auch bei dem jüngeren Tell der Bevölke­rung finden.

y Lollar, 3. April. Am zweiten Osterfeier- tage wurden in Gegenwart einer sehr zahlreichen Gemeinde 10 7 Konfirmanden aus dem Kirchspiel Kirchberg in der geschmückten Kirche Kirchberg eingesegnet, und zwar 58 Knaben und 49 Mädchen. Darunter befand sich ein 3unge, der in der Blindenanstalt zu Friedberg feine Ausbil­dung erhält. 3nteressant ist auch die Tatsache, daß eine Famllie ihre jüngste Tochter und ihren ältesten Enkel zugleich konfirmieren ließ.

v. Londorf, 3. April. Dieser Tage feierten Landwirt Heinrich Lich und Gattin, Helene geb. Rabenau, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Beide erfreuen sich noch einer guten Gesundheit und sind noch tüchtig in der Land­wirtschaft tätig. Das goldene 3ick>elpaar steht im 81. Lebensjahre.

ch Watzenborn-Steinberg, 3. April. Unsere Schule kaufte dieser Tage ein Radio­gerät. und zwar einen Rora-Reutrodyn-Vier- Röhren-Retzanschluh-Cmpfänger für Wechselstrom mit Lautsprecher. Es konnte festgestellt werden, daß der Apparat sich zum llangreinen Laut­sprecherempfang der meisten europäischen Fern­sender eignet. -Zur Bedienung des Gerätes be­nötigt man weder Heiz- noch Anodenbatterie, sondern entnimmt den erforderlichen Strom dem Lichtnetz. Der Stromverbrauch beträgt bei einem Kilowattstundenpreis von 30 Pf. weniger als 0,5 Pf. pro Stunde. Der Apparat wurde von der Firma Brinkmann in Gießen geliefert. Ansere Schulfparkasse macht gute Fort­schritte; bis jetzt wurde der ansehnliche Betrag von rund 8000 Mark gespart.

tt. G a r b e n t e i ch , 4. April. Am zweiten Osterfeiertag wurden hier 23 Kinder in feier­lichem Gottesdienste konfirmiert. Von den Konfirmanden find 14 Knaben und 9 Mädchen.

ri. Kloster Arnsburg, 3. April. Eine große Schar von jungen und alten Freunden des Rettungshauses Arnsburg aus der näheren und weiteren Amgebung hatte sich am Osterdienstag hier eingefunden, um die übliche Oster- und Missionsfeier zu begehen. Redner waren S^iftsdechant Kahn aus Lich, der über die Herrlichkeit, Schwierigkeit und Verant- wortllchkeit des großen Gedankens der Mission sprach, und Missionar Waus aus China, der in lebendigen Schilderungen einen Aeberblick über die gegenwärtige Lage der rheinischen Mission gab und dabei in besonders fesselnden Ausfüh­rungen ein Bild von der religiösen Lage in China zeichnete, wo er 38 3ahre lang, bis zmn 3ahre 1925, tätig gewesen war.

s. A t p h e , 3. April. Der hiesige Ziegen­zuchtverein hielt dieser Tage seine diesjäh­rige Generalversammlung in der Wirt­schaft Rühl ab. Der Vorsitzende, Friedr. Stauf, der schon über zwanzig Jahre die Geschäfte des Vereins führt, begrüßte die Versammlung und erstattete in Verhinderung des Rechners die Dechnungsablage, wobei ein Ueberschuß von 31 Mark festgestellt wurde. 3m abgelaufenen 3ahr beschickte der Verein die Dezirksschauen in Hungen und in Lich. Auf der ersteren erhielt der Gemeindebock einen ersten Preis, ferner wurden einige zweite und dritte Preise erzielt. 3n Lich erhielt eine Ziege des Landwirts Hein­rich Rühl einen ersten Preis. Ferner konnten durch die Körkommission zehn Jungtiere aus­genommen werden. Somit hat der Verein den früheren hohen Stand der Zucht auch in diesem 3ahr behauptet. Er zählt zur Zeit 28 Züchter der Weißen Edelziege als Mitglieder. Da der Verein in diesem 3ohre sein 25jähriges Bestehen feiert, soll im kommenden Winter ein Familien­abend veranstaltet werden. 3m letzten 3ahr wur­den Gewichtsmessungen der Tiere und alle drei Wochen Messungen der M i l ch m e n g e n vor­genommen, wobei eine Ziege des Bahnangestell-

Ich modelliere Tiere.

Von Christa Hatvany-Mnsloe.

Der Besuch sauf eine kleine Bronze zeigend): Was ist das?"

3ch:Ein Galago."

Besuch:Was ist ein Galago?"

3ch:Ein Galago ist ein Lemur."

Besuch (erleuchtet):Aha, ein Lemur . . . . bitte, was ist eigentlich ein Lemur?"

3ch:Ein Rachtaff."

Besuch (unsicher):Fledermaus?"

3ch:Rein, Haibaffe . . . wissen Sie nicht, im ,Fausr kommt das vor: Das Schweigen der Lemuren."

Besuch (unbefriedigt):Reden tut er nichts?"

3ch:Gott sei Dank, nein, sonst würde er wo­möglich fragen, was ein Mensch ist!"

Bei der Arbeit im Zoo. Schulkinder werden vorübergeführt. 3ch stehe mit einer fast fertigen Arbeit vor dem Affenkäfig. Ratürlich können es die Kinder nicht unterlassen, mir und meiner Ar­beit störendstes 3nteresse entgegenzubringen.

Erstes Kind:Fräulein, ist das Kitsch?"

Ich:.... hm."

Zweites Kind (erklärend):Sie meint Kitt." Ich atme erleichtert auf:Rein, das ist Pla­stilin."

Erstes Kind: stllin?"

Ich:Kitt."

Zweites Kind: das?"

Fräulein, was ist das, Pla-

Fräulein, wozu machen Sie

Ich (verlegen): . . .?

Erstes Kind:Fraulein, ist das Tier bos?" Ich:Rein, aber ich."

Llnterdessen verschwindet ein Tell meines Pla- stilins, drei Bleistifte und ein Taschenmesser. Schwer hat man's im Zoo, ich wechsle einen ver­ständnisinnigen Blick mit einem Pavian, von dmn man hundertfünfzigmal im Tag verlangt, sich in einem winzigen Taschenspiegel zu bewun­dern. Auch kein Vergnügen!

Ich bekomme von Hagenbeck Briefe folgenden -Inhaltes:

Zwecke besonders geeignet offeriere

ich Ihnen:

ein Präriehund .... (folgt der Preis)

eine Genettkahe . . .

eine Meerkatze . . .

usw.

Daß ein Präriehund kein Hund ist, sondern ein Ragetier, eine Meerkatze keine Katze, sondern ein Affe, das weih ich. das sind so die Raffinements

der Zoologie. Aber eine Genettkahe? War mir noch nicht vorgekommen; doch da sie für meine Modellierzwecke geeignet fein sollte, telephonierte ich einem Herrn Dr. S. der Tierärztlichen Hoch­schule. Da der aber Tierpathologe ist und nur mit toten Tieren und deren Bazillen arkMtet, konnte er mir keine Auskunft geben, sondern wies mich an die Kollegen der Zoologie, aber die wiesen mich wieder an Professor T der alten Akademie (Museum ausgestopster Tiere).

Ich rufe an.

Hier Portier, Museum usw."

Ich:Bitte, kann ich Herrn Professor T sprechen?"

Der Portier:Raa, der ist jetzt grad nöt da, was wollns denn eigentlich von ihm?"

Ich:Ich möchte gerne wissen, was eine Genett- katze ist und wie sie ausschaut?"

Der Portier:O mei, dös wanns wiss'n woll'n, brauchetens fei nöt den Herrn Professor zu inkommondiern, dös Waas ja i eh, tus alleweil abstaum, dös is a ganz a langes Viech, a rechte spitze Rasen hat's und an großmächtig langen Schwaff und is gescheckat als wie a Katz, aber eigentlich is ja a Katz gar nicht gescheckat, aber döstweg'n ist ja doch a Genettkatzen, aber a Koh is gewiß nöt."

Soll ich nun eine Genettkahe modellieren?

*

Man soll mit Zoologen nicht befreundet fein, denn sie bringen einen unter Almständen in die gräßlichsten Situationen. Während des Krieges wurde ich einmal gebeten, ein paar Schlangen wohlverpackt von Wien nach Berlin mitzunehmen. An der Dahn beanstandete ich sofort, daß die Tiere in Zigarrenkisten verstaut waren, was mir bei der Grenzüberschreitung bestimmt Unannehm­lichkeiten bereiten würde. Richtig.

Der Zollbeamte:Haben Sie verzollbares Gut bei sich?"

Ich:Rein."

Der böse Zollbeamte (triumphierend):Lind die Zigarettenkisten?"

Ich:Machen Sie die ja nicht auf, da sind Schlangen drin."

Der Zollbeamte lächelt überlegen und nimmt kraft seines Amtes eine der Kisten, öffnet sie und schwup... saust ein langes Etwas Über die goffrieten Koffer der Mitreisenden, über Dienst­leute Zollbeamte, über die Grenze hin ohne Paß, ohne Erlaubnis, ohne Visum!!! Panik un­beschreiblich. Ich batte viel Schererei, aber einen Vorteil: Ich blieb bei der Weiterreise allein im Abteil, es war niemandem an meiner Gesellschaft gelegen. *

Zch werde so oft gefragt, ob es nicht schwer sei. Tiere zu zeichnen, weil sie nicht ruhig hielten.

aus Klein-

F l u g t a g

Die Raab­

und 9 Mädchen, darunter ein Knabe Eichen.

Ich pflege zu erwidern, daß gerade die Be­wegung das Interessanteste sei. Im übrigen haben ja alle Tiere Momente der Ruhe, wo man sie mit Muße studieren kann. Es gibt bei der Tiermodelliererei andere Schwierigkellen, zum Beispiel wenn man ein einzelnes Meerschwein modelliert, ein recht rundes, dickes, und kommt am nächsten Tag dazu und findet anftatt eines dicken, ein dünnes und vier neue. Das nenne ich Pech. Ich lasse, um sie gut kennenzulernen, meine Tiere frei im Atelier herumlaufen. Da habe ich ein Aguti. (Ditte fragen Sie nicht, was ein Aguti ist. sondern schlagen Sie im Brehm nach.) Aguti hat riesige Ragezähne und die Angewohn­heit. Hindernisse in Gestalt von Stühlen oder Türen einfach wegzunagen. Außerdem hat es die Leidenschaft, uneßdare Gegenstände zu fressen. So hat es einmal in einem unbewachten Augen­blick fein eigenes Plastilinporträt als Mittagmahl verspeist. Wenn mein Affe die Füllfeder zerkaut und meine Eichhörnchen Kohinoors (Stück 60 Pf.) zernagen, sind das schwere Schläge.

Ich habe aber jetzt die Absicht, zu ernsteren Dingen überzugehen. und habe mir für das Früh­jahr ein Kängurupärchen bestellt.

Ob sie aber auch boxen werden?

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 4. April. Großer und Marktplatzbeleuchtung. Katzensteinwerke veranstalten am

Sonntag.

7. April, in Alsfeld einen Flugtag. der Schau- und Zugstücke auf dem Gebiete des Flugwesens bringen soll, u. a. die Vorführung des Luft- schleppzuges, Fallschirmabsprünge usw. Es werden laut vertraglicher Vereinbarung fünf Flugzeuge neuester Typen (je 1Schwalbe".Pelikan".

Grasmücke",L. D. G -C. D. I.",Schmetter- ling") sich beteiligen. Abends veranstaltet der Verkehrs- und Derschönerungsver- e i n vor dem altberühmten Rathaus ein etwa 50 R ummern umfassendes Drillant-Feu er­weck und hieran anschließend eine benga­lische Deleuchtung der altertüm­lichen Dautengruppe Rathaus, Turm. Walpurgiskirche, die mit einem sogenannten elek­trischen Silberwasserfall von zwei Seiten des Turmes und darüber spielender farbigen Leucht­kugel-Fontäne abschließt. Rach der Marktplatz­beleuchtung fährt ein Sonderzug von Als­feld nach Gießen, der auf allen Stationen hält; Abfahrt Alsfeld 21,56 Uhr, Ankunft Gie­ßen 23,36 Uhr.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

-Z- Lützellinden, 2. Aprll. Die diesjähr!-* letzte Gemeindebrennholzver steig e- rung im Oberwald war von Käufern von hier und aus den umliegenden Orten wieder zahlreich besucht. Die starke Rachfrage brac te auch hier wieder recht hohe Preise. Es wurden folgende Tu chlchnittsang:bote abgegeben: Buchen- scheicholz 34 bis 41 Mk., Duchenknüppel 30 bis 33 Mk., Cichenknüppel 25 bis 28 Mk., Crlcn- knüppel 20 bis 30 Mk. je 2 Rm.; Buch en - durchforstungswellen 18 bis 20 Mk,, Buchenast­wellen 15 bis 18 Mk. je 50 Stück.

Bemerkenswerte Entscheidung.

Im übrigen ist Frau Mühlhens eine ganz brauchbare ältere Dame mit ihren 48 Iahren; aber manchmal hat sie besondere Ideen. So (am sie neulich, als vor den Berliner Häusern noch hoher Schnee sich mühsam türmte, aus der Haustür und bemerkte, daß der Hauswirt, wie sich das gehört, den Bürgersteig sauber hatte fegen lassen und daß der Portier dort, wo man vom Bürgersteig bequem über den Damm zu gehen pflegt, einen Durchgang in die Schnee­massen gebohrt hatte.

Statt dessen bekam Frau Mühlhens jugend­liche Anwandlungen und dachte sich, es müsse ganz putzig sein, wenn sie mit ihren 48 Iahren mal, wie ehedem, über einen Schneehaufen klettere. Gesagt, getan. Cs soll in der Tat besonders von hinter sehr putzig ausgesehen haben, jedenfalls brachte sie der Krankenwagen mit einer ge­brochenen Rippe ins nächste Lazarett, und Frau Mühlhens klagte nicht nur über starke Schmerzen, sondern auch gegen den Hauswirt auf Schaden­ersatz.

Man wird lächeln, solange man noch nicht weiß, daß Frau Mützchens recht bekam. Seitdem man das weiß, lächelt man nicht mehr. Besonders nicht, wenn man das Urteil gelesen hat, das besagt: der Hauswirt habe erstens den Schnee »in einen benutzbaren Zustand" zu ver­

sehen, zweitens Schneehaufen mit Salz zu be­streuen, drittens jeglichen Schnee vom Bürger­steig zu entfernen. Wohin soll er ihn entfernen? Auf die Straße? Da bekommt er die Polizei auf den Hals. Und wenn er Salz auf die Haufen streut, wird doch noch niemand (außer Frau Mützchens) auf die Idee kommen, Hochgebirgs- touren zu unternehmen. Wie Schnee in benutz­barem Zustand aussieht, weiß niemand so recht, und so wird (nach berühmtem Muster) dem Haus­wirt nichts anderes übrigbleiben, als den Schnee in Zukunft zu verbrennen, damit ihm die Asche bleibe, mit der er dann den ganzen Bürgersteig zur Zufriedenheit aller bestreuen kann. U. E.

in der Krankenpflege statt, der mit einer gestem erfolgten Prüfung seinen Abschluß fand. In allen Zweigen der Krankenpflege, in den Hauptgrund­zügen der Anatomie, Phnsiologie, Hilfe bei Unglücks- fällen, Chirurgie, war Unterweisung erfolgt. Zum Kursus hurten sich sehr viele Damen gemeldet, eine beschränkte Zahl (8) konnte nur ^u gelassen werden, die sämtlich ihre Prüfung bestanden, deren Ergeb­nis außerordentlick befriedigte. Der anwesende Kreis­arzt Dr. Orth sprach sich höchst lobend über die Leistungen aus; Frau Oberin v. Pflugk (Darm­stadt), übermittelte den Helferinnen die besten Glück­wünsche des Roten Kreuzes, Alicefrauenverein und sprach in sehr feinsinniger Weise über die Aufgabe der Frauen, zum Wohl der leidenden Mitmenschen mit beseelten Händen" zu dienen. Frau Direktor Hertlch überbrachte die Glückwünsche des hiesig gen Alicefrauenvereins; Bürgermeister Menge! sprach namens der Stadt und begrüßte die heute neu eingeführte Operationsschweswr. Der Kursus wird im Herbst wiederholt werden. Die 3 n nenarbei ten in der hiesigen Kirche zu deren Renovierung sind soweit beendet. Die bei­derseitigen Empore sind tiefer verlegt worden, mehr Licht kommt dadurch in die Kirche. Die Empore auf der Südwestseite ist besonders verschönt und ver­tieft worden. Die früheren unschönen Brüstungen sind entfernt und durch neue, in den gotischen Rah­men der Kirche passende Wände ersetzt, die H"he der Kanzel ist etwas vermindert. Bei einsetzender wärmerer Witterung wird ein neuer Innenanstrich und eine entsprechende Malerei vorgenommen wer­den, so daß die altehrwürdige, sehr wertvolle Kirche wieder ein außerordentlich stimmungsvolles Innere erhält.

Laubach, 3. Aprll. Gestern abend hat man imSchützenhof" die ersten Vorbereitungen zu dem Mitte Iuni hier stattfindenden Aus­schuß fest getroffen. Zum diesjährigen Haupt­mann wurde Bäckermeister P i tz gewählt.

± Groß-Eichen, 3. April. 21m zweiten Ostertag fand in unserer Kirche die feierliche Konfirmation des Kirchspiels statt. Die Zahl der Konfirmanden betrug diesmal 17. 8 Knaben

ten Hirzinger mit 5400 Gramm an der Spitze stand. Der Fettgehalt war durchschnittlich 2,5 bis 3 Prozent. Aufsallenderweise gingen am Ende der Frostperiode eine ganze Anzahl Ziegen und Jungtiere ein. So wurden allein an einem Tage sechs verendete Tiere nur aus der Alm* gegend durch die Kreisabdeckerei abgefahren.

Kreis Büdingen.

nd. Ridda. 3. April. Die hiesige Gewerbe­schule beendete gestern mit einer öffentlichen Schlußseier imGambrinus" ihr Winter­semester. In drei aufsteigenden Klassen wurden 77 Schüler unterrichtet, wovon 13 von hier und die übrigen aus verschiedenen Orten der Kreise Büdingen, Schotten und Gießen stammten. Q£m meisten waren unter ihnen die Dauhandwerker, Maschinenschlosser und Elektriker vertreten. 3ür den Alnterricht in den beiden letztgenannten Be­rufen war zu Beginn des verflossenen Winter­semesters eine besondere Lehrkraft in Diplom-Ing. Rutloh neu gewonnen worden. Außerdem unterrichteten noch neben dem Leiter der Schule, Rektor Vitt, vier Gewerbefachlehrer und fünf Hilfskräfte, unter letzteren ein Weibbindermeister und ein Dekorationsmaler von hier. Dor Ostern fand die fünftägige Abgangsprüfung statt, an der fast alle Schüler der Obertiaffe tellnahmen. Als Prüfungskommisfar war von der Ministericll- behörde Oberbaurat Frey von Büdingen be­stimmt worden. Sämtliche Prüflinge haben be­standen. Die im letzten Halbjahr angefertigten Zeichnungen. Modelle. Entwürfe und schriftlichen Arbeiten waren in den Sälen der Gewerbeschule zur Besichtigung öffentlich ausgestellt. Richt nur Die Mannigfaltigkeit, sondern auch die sorgfältige und musterhafte Ausführung der Zeichnungen fanden bei allen Fachleuten, die die Ausstellung recht zahlreich besuchten, lobende Anerkennung und Würdigung. Rach der Besichtigung der Aus­stellung fanb eine Schlußseier im©ambrinuS" statt. Hier begrüßte der zweite Vorsitzende des Aufsichtsrats, Pfarrer Laut, in herzlicher Weise die sehr zahlreichen Festteilnehmer, befonberS die beiden Kreisschulräte Gockel (Büdingen) und Scherer (Offenbach), und gedachte der Ver­dienste des nun ausscheidenden ersten Vorsitzenden, Geh. Iustizrat R ö m h e l d. der am Erscheinen verhindert war. Rach dem neuen Gewerbeschul- gesetz ist jetzt Bürgermeister Ringshausen Versitzender des Aufsichtsrats und Beigeordneter Rullmann fein Stellvertreter. Rektor Vitt erstattete einen ausführlichen Rechenschaftsbericht über das verflossene Schuljahr und dankte be­sonders den Gönnern der Schule für ihre be­trächtlichen Alnterstühungen. Zum Schlüsse richtete er herzliche Worte des Abschieds an die nun ent­lassenen Schüler. Bürgermeister Ringshausen übernahm fein neues Amt mit dem Versprechen, es in den Fußstapfen seiner bewährten Dergänger weiterzuführen, und bat um tatkräftige Mithllfe der Lehrer und Gönner der Anstalt. Kreisschulrat G ö ck e l betonte die Zusammengehörigkeit von Volks- und Gewerbeschule und sprach sich sehr lobend über die Leistungen der letzteren aus. Musikvorträge. Lieder der oberen Volksschultiasse unter Leitung von Lehrer Dieter, Gedichte, komische Vorträge und zwei von Gewerbeschülern gut gespielte Theaterstückchen fanden bei den Zu­hörern großen Beifall. Zum Schlüsse dankte Pfarrer Laut allen, die zu der schönen un­würdigen Feier beigetragen hatten.

* Ridda , 3. April. Zu dem Bericht in Rr. 75 desGieß. Anz." über die Schlußseier der Landwirtschaftlichen Schule Ridda ist berichtigend zu bemerken, dah nicht der Kreisdirektor a. D. Geh. Regierungsrat B ö ck - mann der Feier beiwohnte und eine Ansprache hielt, sondern dah der Redner Regierungsrat Weber-Büdingen war, der als Vertreter des Kreisamtes Büdingen an der Feier teilnahm und eine Ansprache an die Schüler richtete.

Kreis Schotten.

X'. S ch o 11 e n, 3. April. Im neuen städtischen Krankenhaus fand unter Leitung des Chefarztes Dr. Koeniger ein Ausbildungsrurfus von Helferinnen des Roten Kreuzes

Sochfchulnachrichten.

Professor Dr. Georg v. Hevesh in Frei­burg i. D. hat den an ihn vor einiger Zeit er­gangenen Ruf auf den Lehrstuhl der physikali- schen Chemie an der Alniversität Frankfurt als Rachfolger von Prof. R. Lorenz abgelehnt. Prof. Dr. Carl Wesle in 3ena hat den Ruf an die Alniversität Kiel als Ordinarius für Germanistik (an Stelle des Geh. Rats Friedrich Kauffmann) angenommen und bereits seine Er­nennung zum ordentlichen Professor in der Kieler philosophischen Fakultät erhalten.

Professor Dr. Otto M o u l l von der Uniberfitat Frankfurt ist zum ordenüichen Professor der Geographie an der Universität Graz als Nacl)- olger Robert Siegers ernannt worden und wird ein neues Lehramt zum bevorstehenden Sommer» emester übernehmen. Einen gleichzeitig an ihn er­gangenen Ruf auf das Ordinariat der Wirtschafts­geographie an der Handelshochschule in Königsberg hat Dr. Maull abgelehnt.

Zum zweiten Direktor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz ist der Direktorial­assistent Dr. Ernst Sprockhofs berufen worden. Dr. Sprockhofs war bisher Geschäftsführer der Provinzialstelle für Airgeschichte am Hannover­schen Provinzialmuseum. Die Ernennung des Geheimen Konsistorialrats D. Wilhelm Lütaert von der Alniversität Halle zum ordentlichen Professor der systematischen Theologie an der theologischen Fakultät der Alniversität Berlin als Rachfolger von Geheimrat Reinhold Seeberg ist erfolgt. Ernannt wurde der ordentliche Professor Dr. Benno Bl eher von der Hoch­schule für Landwirtschaft und Brauerei in Weihenstephan vom 1. April 1929 ab zum etatmäßigen ordentlichen Professor der pharma­zeutischen und Lebensmittelchemie an der Alniver­sität München als Rachfolger von Geheimrat Th. Paul.