Einzelbild herunterladen

des Marschalls, den Posten eine- Vizeminister- präsidenten übernehmen soll. Man erwartet, bah noch in dieser Woche die Entscheidung fallen soll.

General Le Rond Aufsichisrais- vorsitzender der Danziger Werst.

Berlin, 4. April. DieD. A.Z."" meldet aus Danzig, daß der französische General Le Rond mit der Stimmenmehrheit Englands, Frank­reichs und Polens zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Danziger Werft gewählt wurde. Die Danziger Werft, die frühere Kaiserliche Werft, wurde nach der Abtrennung Danzigs vom Reich internationalisiert, und zwar mit französischer und englischer Kapitalbeteiligung von je 40 Prozent. Polen und Danzig beteiligten sich mit je 10 Prozent.

Oie Lehrerbildung in Preußen.

Eine Rede des Kultusministers Dr. Becker.

Dortmund, 4. April. (Priv.-Tel.) Der preußische Lehrerverein trat in Dort­mund zu seinem 9. Verbandstag zusammen. Auf der Tagung sprach der preußische Kultusmini­ster Dr. V e ck e r über die Lehrerbildung in Preußen. Wenn sich auch, so führte er u. a. aus. die Wege der Schulverwaltung und die der Lehrerschaft häufig trennen und überschnei­den, so stehe doch immer am Ende das gleiche Ziel. Die Interessen der Volks­schule. der Mittelschule und der höheren Schule seien ebenso verschieden wie die Interessen der hinter ihnen stehenden Lehrergruppen. Jede emp­fange ihre Gesetze und den Adel ihrer Wirk­samkeit von der Arbeit an der deutschen Ju­gend.

Wie für die Schüler, so sollten auch für die Lehrer Hebergangsmöglichkeiten von einer zur anderen Schulart geschaffen werden. Der Lehrerausbildung und der An­gleichung der Lehrergruppen an­einander soll im Ministerium besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Kampf um die Schule im Widerstreit der Weltanschau­ungen dürfe nicht in die Schulen hineingetragen werden. Der Minister bekannte sich zur Si­multanschule und ließ keinen Zweifel dar­über, daß er mit derneuen Lehrerbildung" stehe und falle. Eine grundsätzliche Verstaat­lichung des gesamten Schulwesens sei das erstrebenswerte Ziel, demzuliebe andere, we­niger wichtige Interessen zurücktreten mühten.

Die Erziehung zur Republik sei eine der wichtigsten Aufgcchen der Volksschule. Der Zweck der pädagogischen Akademien fei nicht allein der der Lehrerbildung, sondern auch der Volksbildung ganz allgemein. Die pädagogi­schen Akademien mühten neben den Hniversi- täten ausgebaut toerben, weil sie etwas an­deres. etwas neues sind, und weil sie eine neue, richtig verstandene Humanität in sich ber­gen sollten, weil sie besonders volksnahe sein mühten. Der Volksschullehrer wird auch aum Baumeister unserer staatlichen Zukunft werden. Wie die geistige Erneuerung nach 1800 ein Werk der Hochschule gewesen ist. so mühte die Erneuerung nach dem Weltkrieg das Werk des Volksschullehrers werden.

Oie Eroberung von Jiminez.

Mexiko. 3.April. (WTB.) Von der Re­gierung wird der Sieg über die Rebellen in Jiminez als gleichbedeutend mit dem Zu­sammenbruch des Aufstandes im Ror- d e n bezeichnet. Rach einem gleichzeitig ausge­gebenen durch General Calles übermittelten Fliegerbericht über die Kämpfe um Jiminez sind durch Zerstörung einer Brücke nördlich der Stadt acht Eisenbahnzüge mit flüchtenden Aufständischen aufgehalten worden. Die Straßen von Jimi­nez sollen voller Toter und Verwundeter sein. Die Kavallerie der Degierungstruppen hat bei der Verfolgung der bei Jiminez geschlagenen Aufständischen 11 Meilen nördlich von Jiminez bei La Reforma mehrere Truppenzüge der Aufständischen eingeholt. Rach einem kurzen, für die Insurgenten verlustreichen Gefecht, fielen die Züge in die Hände der Ne­gierungstruppen.

Aus aller Wett.

(Ein neuer Ozeanflug.

Oberst Fihmaurice erklärte in Reuhdrk bei einem Empfang durch Bürgermeister Walker, er hoffe, bei seinem nächsten Atlantikflug mit Köhl, der von Potsdam nach Reuyork gehen solle, das bisherige Gewichtsrisiko der Ozean­flüge durch eine zweimalige Ergänzung des Ben­zinvorrats beim Verlassen des Kontinents und auf den Azoren beträchtlich verringern zu kön­nen. Hauptmann Köhl teilte einer Korrespon­denz auf Anfrage mit, daß der Zeitpunkt des neuen Ozeanfluges, den er mit Fihmaurice plane, noch nicht f e st st e h e. da die Finanzierungs­verhandlungen der abermaligen Ozeanüberque­rung noch in der Schwebe seien. Die Kosten des Fluges würden erheblich größer sein als bei demDremen"-Flug. da eine dreimotorige Iunkersmaschine, und zwar ein Wasserflug­zeug verwendet werden soll, dessen Anschaf- sunaspreis sich allein auf etwa 60100 000 Mk. stellen dürfte. Außerdem würden mit diesem Tankflugzeug, bevor man den Ozeanflug wage, längere Versuche notwendig sein. Der Start würde vom Müggelsee oder von einem der Ha­velseen in der Rähe von Berlin erfolgen, da man eine sehr große Startfläche für das schwer mit Brennstoff belastete Flugzeug be­nötige

3m Flugzeug nach Nieder ländisch-Jndten.

Drei holländische Dornier-Wal-M a r ine » flugzeuae, die zur Verstärkung der hollän­dischen Luftstreitkräfte in Riederländisch-Indien bestimmt sind, sind vom Marineflughafen Helder nach Riederländisch-Indien glatt gestartet. Der Flug soll in 14 Etappen zurückgelegt werden. Die heutige erste Etappe führt nach Bordeaux. Die weitere Strecke berührt folgende Städte: Reapel, Athen, Bagdad, Bombay, Sabang und Batavia

Ausbildungsreise der Flotte.

Au der ersten Ausblldungsreise der Flotte (16. April bis 11. Mai 1929) werden teilneh- En: Die LinienschiffeSchleswig-Holstein". »Hessen .Elsaß" undSchlesien, von der 2. Torpedvbootsflotille die Boote Woll" und -T 151". ,T 157" undT 158" und die 4. Tor- pedobootshalbflottille mit den BootenAlba-

Oie Zusammenkunst von Florenz.

Mit einer betonten Plötzlichkeit hat zwischen Mussolini und Chamberlain als besondere Oster- Überraschung eine mehrstündige Aussprache in Florenz stattgesunden, zur selben Zeit fast als in Frankreich das fünfundzwanzigjährige Ju­biläum der Ententepolitik gefeiert wurde, bei dem die englische Regierung sich nicht vertreten ließ. Es muß deshalb doppelt auffallen, daß in diesem Augenblick England neue Fühlung mit Italien sucht. Seit der fast schon historisch gewordenen Aussprache Chamberlains mit Musso­lini in Livorno war das Verhältnis Italiens au England sehr herzlich geworden, so herzlich, daß Italien fast als der Vertreter der eng­lischen Interessen im Mittelmeer galt. Dann kamen im vorigen Jahre die Enthüllungen über das englisch-französische Flotten­abkommen, das seine Spitze unmittelbar zwar gegen Amerika richtete, mittelbar aber doch auch die Machtposition Itallens berührte. Die not­wendige Folge war eine starke Abkühlung der Verbindung zwischen Rom und London.

Sie hat Mussolini nach außen hin sichtbar wenigstens nicht wehe getan. Er hat die Zeit fleißig benutzt, um die italienische Stellung Stein für Stein weiter zu festigen. Seine Tätigkeit auf dem Balkan ist sehr erfolgreich gewesen. Er hat die Jugoslawen eingekesselt, hat die Verbindung zur Türkei gepflegt und auch eine Aussöhnung zwischen Griechenland und der Türker wenigstens angebahnt: er hat vor allem seinen Frieden mit dem Papst ge­schlossen und dadurch den Wert der italienischen Dundesgenossenschaft wesentlich erhöht. Immer­hin. die italienische Küste liegt im Ernstfall fo schutzlos vor den Kanonen der englischen Kriegs­schiffe, daß eine antienglische Politik für Ita­lien eine Unmöglichkeit bleibt.

Auf der andern Seite ist es verständlich, daß Chamberlain, dessen Zeit im foreign Office im Zeichen der Unfruchtbarkeit stand, kurz vor den Wahlen eine regere Tätigkeit entfaltet, und den Beweis der Nützlichkeit einer konser­vativen Außenpolitik für England noch zu er­bringen versucht. Er gefällt sich dabei in der Rolle des Vermittlers zwischen Italien und Frankreich. Denn in diesen beiden Gegensätzen kulminiert tatsächlich die ganze Mittelmeerpolitik, auf der einen Seite Frankreich, durch den gewonnenen Krieg nach jeder Richtung saturiert, überladen mit Kolonien auch am Mittelmeer, die es nicht besiedeln kann, auf der andern Seite Italien, in seinen Groß machtsträumen ent­täuscht, aber stolz auf die Aufwärtsbewegung im letzten Jahrzehnt, zudem eingeengt durch das Problem eines Volks ohne Raum, das gewalt­sam Abfluß seiner überzähligen Millionen suchen muh und bei jeder Gelegenheit auf den Wider­stand des übersättigten Frankreichs stößt. Wir glauben nicht, daß es Chamberlain gelingen kann, vier mehr als eine Vertagung der Krisis zu

erzielen, indem er Italien Zugeständnisse macht, die vorübergehend helfen.

Oas Interesse in Frankreich.

Der Weg ParisRom führt über London.

Paris, 3. April. (Id.) Die Zusammenkunft Mussolinis und Chamberlains in Florenz hat in französischen politischen und diplomatischen reifen große B eachtung gefunden.

DerPetit p a r i s i e n" weist daraus hin, daß Mussolini bei seinem Besuch in Florenz zweifellos die letzten Spuren des ärgerlichen Eindrucks, den der Tirana-vertrag in England ausgelöst habe, ver- wischen wollte und zu dem in Livorno geschlos. Jenen freundschaftlichen Beziehungen zurückzukehren suchte. Angesichts der Tatsache, daß Großbritannien sich am Vorabend von Wahlen befinde, müsse man annehmen, daß die Zusammenkunft sich auf eine allgemeine politische Aussprache beschränkt habe, ohne daß eine besondere Frage angeschnitten worden sei. Frankreichs Beziehungen zu ton- don seien im Laufe der letzten Jahre so eng ge­rn o r d e n , daß eine Verbesserung der italienisch- britischen Beziehungen nur die französisch-italienische Annäherung begünstige. Aehnlich meint ,.E ch o de Paris", zwischen London und Rom scheinen für den Augenblick keine besonderen Fragen zu schweben. Jedoch dürfe man cmnehmen. daß Cham­berlain keine angenehme Erinnerung an den hef­tigen italienischen pressefeldzug im letzten Sommer gegen das französisch-englische Flottenabkom- men bewahrt habe. Mussolini sei ebenso, wie alle anderen konservattoen Regierungen der Welt, an dem Siege des kab inetls Baldwins bei den kommenden Wahlen interessiert. In der Frage der Kriegsentschädigungen und der vorzeitigen Rheinlandräumung seien sich Italien und England einig. Mussolini und Cham­berlain seien der Ausfassung, daß der Abschluß einer endgültigen Finanzregelung das Ende der Besatzung herbeiführen müsse, obgleich Mussolini gelegentlich anerkenne, daß die von Deutschland seit vier Jah­ren erhaltenen Zahlungen auf die Anwesen­heit der Besatzung in den rheinischen Brückenköpfen zurückzuführen sei. In letzter Zeit sehe es fo aus, als ob Italien seine Kriegsentschä­digungsforderungen erhöhen wolle. Mau dürfe nicht darüber erstaunt fein, wenn auch die Ver­handlungen mit Frankreich über die Südgrenze von Lybien und das Statut der Jta- liener in Tunis besprochen worden sei. Man wisse, daß der Weg Paris-Rom oft über London führte.

Ser ZannerümAopp auf der Anklagebank.

Oie Tragödie des Auslanddeutschen.

In Berlin steht jetzt der Farmer Langkoop vor den Schranken des Gerichtes, um sich für den Bombenanschlag auf das Reichsentschädigungsamt zu verantworten. Schon die Vernehmung des Angeklagten verschärfte den Eindruck, daß es sich hier um einen Mann handelt, der durch die Ent­täuschungen seines Lebens und insbesondere der Kriegs- und Inflationszeit und durch das jahr­zehntelange Leben außerhalb Deutschlands völlig aus dem Gleise geworfen ist. Diese Men­schen, die als Pioniere des Deutschtums im Aus­lande wertvolle wirtschaftliche und moralische Eroberungen gemacht haben, sind heute einfach nicht mehr in der Lage, sich in die engen Verhältnisse unseres Vaterlandes hineinzufinden, und besonders deshalb nicht, weil sie tatsächlich zum großen Te-l durch die Gesetzgebung und durch die Ver­waltungspraxis ungerecht behandelt wor­den sind. So sehr der Staat aus Gründen der Selbsterhaltung gezwungen ist. schwere Gesetz­widrigkeiten wie die des Farmers Langkoop zu sühnen, fo wenig darf man verkennen, daß es sich hier um einen Fall handelt, der nur aus den eigentümlichen psychologischen Doraussetzungenheraus verstanden kann. DieVemehmungdesAngeklaglen

B e Hin, 3. April. (WB.) Vor dem Erweiterten Schöffengericht Berlin-Schöneberg im neuen Krimi­nalgerichtsgebäude begann die Hauptverhandlung gegen den Farmer Lang kapp und den Mit­angeklagten Kaufmann Loof. Langkopp hat be- kannllich im vergangenen Jahr einen Erpressungs- versuch im Reichsentschädigungsamt unternommen und dabei mit Pistole und Höllenmaschine gearbc.tet, die er in einem Koffer mitgebracht hatte. Schon vor 8 Uhr standen vor dem Zuhörcreingang in der Turm­straße Hunderte von Menschen, meist Mitglieder des Reichsbundes der ihres Privateigentums beraubten und entrechteten Ausland-, Kolonial- und Grenz- landdeutschen", der dem Angeklagten Langkopp auch die Verteidiger gestellt hat. Nur diejenigen Zuhörer werden eingelassen, die sich vorher besondere Einlaß­karten besorgt haben. Ein besonderes Polizeiaufgebot achtet vor und im Gerichtsgebäude auf die strenge Durchführung der Kartenkontrolle. Die Verhandlung, die wegen des starken Zeugen-, Sachoerständigen- und Preßeaufgebots im großen Schwurgerichtssaal stattfindet, führt Landgerichtsdirektor Dr. Ziegel, während die Anklage von dem Staatsanwalt Dr. Köhler vertreten wird. Die Angeklagten haben vor der Verteidigerbank neben ihren Verteidigern, ben Rechtsanwälten Dr. Frey und Dr. L u e t g e - 5 r u n e (Göttingen) Platz genommen.

Jlad) Eintritt in die Verhandlung wies der Vorsitzende zunächst darauf hin, daß der Vorfall vom 2. März. v. I. zweifellos aus höchster

Erregung entstanden sei und daß er größtes Aufsehen verursacht habe. Hier im Gerichtssaal solle zwar Verständnis für Leidenschaften herr­schen, aber Erregung und Sensation mühten aus der Verhandlung fern bleiben. Rur wenn streng sachlich undnüchtern verhandelt wird, kann das Gericht zu einem Urteil kommen, das der Tat und dem Angellagten gerecht wird. Ich bitte alle Prozehbeteiligten, sich dies stets vor Augen zu halten. Kundgebungen irgendwelcher Art aus dem Zuhorerraum müssen unterbleiben. Die Angeklagten werden dann über ihre Per­sonalien gehört Dabei stellte der Vorsitzende fest, daß Langkopp einmal wegen Diebstahls mit einer Geldstrafe, Loof wegen Beleidigung vorbestraft ist. Langkopp, der jetzt 52 Jahre alt ist, schildert seinen Lebenslauf. Weiter seine allmählich immer hoffnungsloser werdende Stimmung. Seine Briefe an den Reichstag, in denen er sein Recht forderte, seien unbeantwortet geblieben. Auf Fragen des Vorsitzenden erklärte tengkopp weiter: Es sollte nichts passieren, er habe eben nur zu seinem Recht kommen wollen. Schon nach einer Viertelstunde habe er jedoch gefühlt, daß ihm sein Recht nicht mehr werde, und es sei ihm alsbald Har geworden, daß dieser Tag der letzte seines Lebens sein würde. Er habe dann noch vier bittere Stunden mit Geheimrat Bach gesprochen. Langkopp schildert dann, wie ein Barbetrag von 10CKX) Mark aus der Kasse herausgebracht wurde und wie Ge­heimrat Bach seinem Freunde Loof einen Scheck über 90 000 Mark zur Einlösung bei der Dank aushändigte. Inzwischen habe Bach ihm ein Flugblatt gegeben, von dem er kaum einige Zei­len gelesen hatte, als Dach plötzlich durch das Zimmer geflohen sei. Ich setzte ihm nach, so fährt der Angeklagte fort, warf unterwegs den Koffer beiseite und erreichte auch Bach bei dem Flur an einer Treppe. EZ kamen sehr schnell andere Leute hinzu, die mich offenbar nieder­drücken wollten, so daß ich sie dazu ermahnte, von mir abzulassen. Schließlich wurde ich niederge­drückt, und es fielen Schüsse aus mei­ner Pistole. Mehrfache Versuche, mich selbst zu treffen, gingen fehl, da ich so stark überwältigt worden bin. Langkopp betonte noch einmal, es sei für ihn gar nicht in Frage gekommen, einen Menschen wie Dach, gegen den er ja persönlich gar nichts gehabt habe, einfach übet den Haufen zu schießen.

Medizinalrat Dr. Dhrenfurth erstattete dann noch ein Gutachten über Langkopps Persönlich­keit. Es könne von irgendeinem Schwa^sinn oder irgendeinem Verfall der Persönlichkeit bei Lang- kovp keine Rede sein. Langkopp sei ein aufrechter Charakter, der mit starker Entschlossen­heit und auch ebenso großem Selbst­gefühl seine Ziele verfolge. Don irgendeiner krankhaften Störung des Geisteszustandes etwa im Sinne des § 51 sei nicht das Geringste sest- zustellen.

tros , Condor" und .Möwe". Das Reiseziel für den gesamten Verband ist die Arosabucht ^tere Ziele sind für .Schleswig-Holstein" und .Elsaß Brlbao vom 30. Aprll bis 6. Mai, su? ^Schlesien" und .Hessen" El Ferrol vom 3?; 6-W^Kr -Wolf" und die vierte

Torp^bvbvotShalbflottille Sevilla, 30. Aprll bis und für die Boote .T151",T157" und l9296°tUna tom 301 April dum

Lin nettes Früchtchen.

Der Berliner Kaufmann Michaelis hat der Kri­minalpolizei miigcteilt, daß sein 26jährlger Sohn Gerhard ihm den größten Teil seiner Woh - n u n g s e t n r i chtuug geraubt und außerdem Bargeld in Höhe von mehreren hundert Mark ge» (tobten bat Gerhard Michaelis hatte einen Ge­schäftsgang des Vaters benutzt, um mit Hilfe po n drei gleichaltrigen jungen Bur­schen vor den Augen ter Hausbewohner die

väterliche Wohnung auszuraumen und die Model auf einen bestellten Waoen zu laden. Man nimmt an, daß er alles versetzt und verschleu­dert hat und versuchen wird, mit dem Gelds ins Ausland zu flüchten. Der junge Mann war zuletzt als Filialleiter einer Zigarren-Großhandlung tätig gewesen und soll dort mehr als 800 Mark unter­schlagen haben.

Die Umstellung derLandwirtschafi im Hohen Vogelsberg.

Die Regierungsvorlage im Finanzausschuß.

WHP. Darmstadt, 3. April. Die heutige Beratung des Finanzausschusses drehte sich aus- schließliL um die Regierungsvorlage über die Hm Heilung der Landwirtschaft im Hohen Vogelsberg. In Berichtigung der amtlichen Drucksache ist zunächst au sagen, daß der Minister für Arbeit und Wirtschaft für die geplante Hmstellung zunächst nurwier Ge­meinden vorsieht mit einem Betrag von 100 000 Mark und außerdem für die Anlegung von Deispielswirtschaften 50 000 Mk. beansprucht. Mit zur Verhandlung gelangte ein Dauernbund- antrag, alle Kosten für die Feldberei­nigung. die Anlage von Weiden- und Wiesen- meliorationen auf den Staat zu übernehmen. Ein Antrag Glaser (Dbd.), der das gleiche für die Hmstellungsmaßnahmen im Odenwald for­derte, wurde bei Beginn der Beratung zurück­gezogen. Besonders von den Vertretern des Bauernbundes wurde in der Beratung darauf hingewiesen, daß der Plan des Wirtschafts- Ministers in seiner bestehenden Form ungenü­gend sei und bei den heutigen Verhältnissen Millionenbeträge erfordere, die von den Ge­meinden und der Landwirtschaft nicht aufzu­bringen seien. Außerdem wurden die von der Regierung in, Ansatz gebrachten Kosten für die Meliorationen der Weidenanlagen usw. als weit­aus zu niedrig bezeichnet.

Wirtschaftsminifter Korell erfiärte u. a.» daß es sich nicht um einen Generalkulturplan handele, sondern daß die Regierung zu dem Ent­schluß gekommen sei, etappenweise vorzu­gehen (ursprünglich batte bekanntlich der Minister vorgesehen, sofort für die nächsten 15 Jahre die Pläne für die Hmstellung der Landwirtschaft im Landtag genehmigen zu lassen). Man wolle zu­nächst in vier Gemeinden, die bereits die Feld­bereinigung beschlossen hätten, die Hmstellungs- arbeiten vornehmen lassen, um dann nach dem Vorlieaen der ersten Ergebnisse sofort die weite­ren Maßnahmen einzuleiten, so daß in etwa 15 Jahren doch alle 44 Gemeinden im Hohen Vogelsberg umgestellt sein könnten. Dor allem wolle man abwarten, wie sich die Landwirte zu dem Hmstellung5ergebnis in den vier Versuch ^gemeinden stellten. All­gemein sei die Ansicht vertreten, daß im Vo­gelsberg zur Zeit schon zuviel Vieh stehe, das aber durch die fast überwiegende Stal­lung geminderte Erträgnisse abwerfe und das durch die Herausbringung auf die neuanzulegen- den Weiden vom Frühjahr bis zum Eintritt des Frostes gesünder und leistungsfähiger gemacht werden soll.

Rach eingehender Aussprache wurde die Vor­lage vom Finanzausschuß bei zwei Stimment­haltungen als vordringlich endgültig verab­schiedet. Der obenerwähnte Dauernd und-- a n t r a g auf Hebernahme aller Kosten durch den Staat wurde gegen zwei Stimmen bei zwei Stimmenthaltungen abgelehnt. Gegen vier Stimmen für erledigt erhärt wurde ein vorjäh­riger Antrag des Bauernbundes auf alsbaldige Vornahme von Hllfsmahnahmen für den <c;i Vogelsberg.

Die Wetterlage.

MitWoch, <tXApriH929

Gwontemos Oneuer. ®naibbedeckt. » wolkig. bedecktRegen» »Schnee oCravpem »Kettel K6ewiter,(§)windstille. KS sehr leichte- Osi massige' Südsüdwest q stürmische' NordWesl bie Pfene fliegen mit dem winde. Die oei den Stiuoncn dienenden Zah­len geben die Temperatur m. Oie Limen verbinden Orte a"t gieichcot ecf rteeresnrteiu umoereehneten kchdruck

Wettervoraussage.

In ganz Deutschland lagen während der ver> gangencn Nacht und heute morgen die Tempera­turen unter dem Gefrierpunkt. Heute morgen mu. den von München und Dresden noch 5 Grad untc Null gemeldet. In unserem Bezirk lagen die Tem peraturen um minus 2 Grad, und das Minimun sank nachts stellenweise bis auf minus 6 Grad. D Nordmeerstörung hat bereits durch den Zustron milder ozeanischer Luftmassen im Norden Erwä mung gebracht, die auch allmählich weiter südwärts nach dem Kontinent durchgreifen dürfte.

Wettervoraussage für Freitag: Meist wolkiges Wetter, Temperaturen langsam etwas ansteigend, noch vereinzelte Niederschlag

Wettervoraussage für Samstag. Zunächst wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 3. April: mittags 1,9 Grad Celsius, abends1,1 Grad: am 4. April: morgen- 2,1 Grad. Maximum 3,7 Grad, Minimum6/ Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. April: abends 5,8 Grad: am 4. Apnil: morgens X2- Grad Celsius. Sonnenfcheindausr IM Ctanbea