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ren kann. daß efte Deutschen wi«der in M« Opposition gedrängt werden, daß dann aber die Stärke der deutschen Opposition durch die erfolglose Mitarbeit an der Regierungsver- antwortung gebrochen ist.

Kundgebung der Kriegervereine gegen die Kriegsschuldlüge.

Berlin, 3. Febr. (WLB.) 3n der großen Mehrzahl aller dem Deutschen Reichs- trieaerbund ,Kyff Häuser" angeschLosse- neu 30 000 Kriegervereine fanden am 2. und 3. d. M. im ganzen Deutschen Reiche Kund- Hebungen gegen die Kriegsschuld- ü g e statt. 3n zahlreichen Kriegervereinen wer­den die Kundgebungen auch im Lause der näch­sten Zeit anläßlich besonderer Sitzungen durchge- führt werden. Der Vorstand des Deutschen Reichskriegerbundes ^Kyffhäuser" hat seine 30 030 Kriegervereine mit ihren drei Millionen ehe­maligen Soldaten in einem besonderen Aufruf aufgefordert, in diesem Jahre, in dem sich zum zehnten Male die Llnterzeich- nung des Versailler Vertrages jährt, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln für Wahrheit und Ehre gegen die Kriegsschuldlüge zu kämpfen. Die vom Vorstand des ^Kyff Häuser"--Bundes an die Kriegervcreine gerichtete Kundgebung wurde gleichzeitig dem Ehrenpräsidenten des Deutschen Reichskriegerbundes ^Kyffhäuser". Reichs­präsidenten v. Hindenburg, und der deutschen Rcichsregierung vorgelegt.

Aus aller Welt.

Untergang eines deutschen Dampfer- bei Oporto.

Ser in Bremen beheimatete Dampfer ,.D eister" (1769 Tonnen) fuhr, während er versuchle, in den Hafen von 0 p o r I o einzulaufen, heule in einem heftigen Sturm auf einen Felsen und be­gann zu finken. Die Mannschaft, die zu dieser Zeit an Deck versammelt war. wurde von den riefigcn Wellen in die See gespült, wobei 21 Mann sofort ertranken. Bier weitere Mann flam- I merlen sich an die Takelage. Rettungsboote fuhren unverzüglich zu ihrer Rettung trotz der wütenden See ab. aber alle ihre Anstrengungen waren vergeblich, das Schiff verschwand rasch in den wellen, indem es die unglücklichen Männer mit sich nahm. Die gesamte Mannschaft be­stand aus Deutschen außer einem Portugiesen.

Cs bleibt vorläufig noch kalt.

Berlin. 4. Febr. (WTD. Funkspruch.) Das kalte Wetter, das fast überall in Deutschland seit mehr als einer Woche herrscht, halt noch immer an. Zn der DerlinerBinnenstadt war d-ie niedrigste Temperatur heute minuß 13 Grad Celsius, in den Außenbezirken maß man Tem­peraturen bis zu 18 Grad. Auch aus den anderen Gegenden Deutschlands werden der örtlichen Lage entsprechend tiefe Temperaturen gemeldet. So hatte Stettin 20 Grad Kälte, das Pommer- sche Küstengebiet in der Gegend von- rtxtfbe 13 Grad, in W arnemLude wurden

Grad gemessen. An der Aordseeküste herrschten Temperaturen von 2 bis 4 Grad Cel­sius. 3n Wilhelmshaven sank das Thermometer sogar auf minus 11 Grad. Am Mittel- und Oberrhein muh man durchschnittlich minus 12 Grad. München meldet sogar 22 Grad Cel­sius. Äehnüch tage* die Temperaturen tn den anderen Gegenden. Eine Ausnahme macht nur Ostpreußen, wo infolge des Ginflusses mil­derer. von der Ostsee kommender Rordwestwinde in Königsberg das Thermometer bis atst minus 1 Grad Celsius und in Memel sogar vis auf den Gefrierpunkt stieg. Man rechnet damit, daß mindestens heute und morgen das Frost- loettcr nochanhalte n wird. Trotz teilweiser eingelretener Bewölkung ist jedoch die Aussicht auf Riederschläge verbunden mit Tauwetter ge­ring. Wahrscheinlich wird eine allmählige Milderung des Wetters eintreten.

Der Reichspräsident beim Berliner Reitturnier.

Reichspräsident von Hindenburg wohnte in Begleitung seines Sohnes, der Gene­rale von Tschischwttz, von Schleinitz und von Kayser, sowie zahlreicher Vertreter der Ministerien dem vom Reichsverband für Zucht und Prüfung deutschen Warm­bluts veranstalteten Reit- und Fahrturnier im Berliner Sportpalast bei. Auch Prinzge­mahl Heinrich der Riederlande und der frühere Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg waren zugegen. Das Haus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Turnier­leitung hatte ein großes Programm zusammen­gestellt. Rach der mit Exaktheit gefahrenen Viererquadrille erreichte die Stimmung bei der Vorführung der Hindenburg-Quadrille ihren Höhepunkt. Der Reichspräsident freute sich ersichtlich über die Kleinen auf ihren Zwerg- ponhs. Rach der Quadrille erhob sich Las Pubsi- lum in spontaner Begeisterung und sang des Deutschlandlied. Zum Schluß gelangte der .apfenstreich zu Pferde in besonders wir­kungsvoller Weise bei verdunkelter Arena unter Zackelb'eleuchtung zur Vorführung. Die Musik intonierte am Ende aufs neue bas Deutschland­lied und mit begeisterten Hochrrlfen auf den Reichspräsidenten schloß die eindrucksvolle Vev- anstaltung.

Was den Tresorräubern in die Hände fiel.

An den Anschlagsäulen wird ein Aufruf der Kriminalpolizei erscheinen, in dem nach einer kurzen Schilderung über die Aus­führung des Einbruches in der Filiale der Dis- . onto-Gesellschaft in der Kleiststrahe verschiedene Fragen an das Publikum gerichtet werden. Rach dem bisher bekanntgewordenen 3nhalt der ausgevlünderten Safes wird die Kri­minalpolizei nunmehr Listen unfertigen lassen, die allen Pfandleihern, 3uwelieren und Schmel­zen zugeleitet werden. Auch die großen aus­länd i s cb e n Handelsplätze für Zuwelen werden mit solchen Listen versehen werden. Bis- her haben sich etwa 80 Safe-Inhaber gemeldet und den Znhalt angegeben. Unter den vielen gestohlenen Schmuckstücken befindet sich auch ein Goldgeschmeide, das ein Gescheiü des Sultans von Sansibar war. Ferner wur­den u. a. sechs Handschriften Richard Wagners zu der Oper Tristan und 3svlde" gestohlen. Der rede Wert der entwendeten Kost­barkeiten läßt sich auch nicht annähernd be­ziffern, da die meisten Sachen hauptsächlich Ra- ritäts- und Liebhoberwert für die Bestohlenen haben. 3nsgesamt dürfte sich die Beute der Verbrecher auf viele Millionen belaufen.

Deutschland und der Kettogg-Pakt.

Giresemann begründet die deutsche Zustimmung im Reichstag.

Berlin, 2. Febr. (D. D. Z.) Ohne Aussprache wird im Reichstag zunächst der deutsch-litau­ische Handelsvertrag dem auswärtigen und dem handelspolitischen Ausschuß überwiesen. Die erste Beratung des Vertrages über die Aechtung des Krieges, des sogenannten Kellogg-Pak- t e s, wird eingcleitet durch eine kurze Erklärung des Reichsaußenministers Dr. S t r e s e m a n n. Der Minister erklärt, die im Krieasächtungspakt ausge­sprochenen Grundsätze seien durchaus die Grund­sätze der deutschen Außenpolitik. Und so hat die Reichsregierung nicht gezögert, den Entschluß zu fassen, als erste der beteiligten Regie­rungen dem amerikanischen Entwurf ohne Vorbehalt zuzustimmen Sie war dabei von der Ueberzeugung getragen, daß die Inkraft­setzung dieses Entwurfes mit den bereits bestehen­den internationalen Abmachungen, vor allem mit der Völkerbundssatzung und mit dem Rheinpakt von Locarno nicht nur in keinem Widerspruch stehen, sondern vielmehr geeignet sein würde, die Grundgedanken jener Abmachungen zu d e r ft ä r f e n. Deutschland hatte durch die schnelle und entschiedene Antwort und ebenso durch seine weitere Haltung zu der Entwicklung beigetragen, die am 27. August 1928 zu der feierlichen Unter­zeichnung des Paktes in Paris führte.

Sie mutz der Auffassung entgegen treten, daß die der Unterzeichnung voraufgegangenen d i plomallschen Verhandlungen dcm Pakte von vornherein einen Teil feiner Mirk- famfeif genommen Hütten. Die zum Teil schwierigen und oerwickelken (Erörterungen sind vielmehr letzten Endes nur ein Beweis dafür, daß die beseitigten Regierungen den amerika­nischen Vorschlag nicht nur als eine Geste mib Demonstration, sondern als einen fol­genreichen Akt ausfassen mutzten.

Es ist von überragender Bedeutung, wenn die in Paris vertretenen 15 Regierungen und ihnen soll gend, aller Voraussicht nach auch die überwiegende Mehrzahl aller anderen Regierungen sich feierlich und bindend verpflichten, auf den Krieg als 3 n ft r u m e n t der nationalen Politik au verzichten. Ich kann dieser Bedeutung nicht besser Ausdruck geben, als mit den Worten, die der französische Außenminister bei dem Akt der Unter­zeichnung sprach. (Zuruf bei den Kommunisten: Heuchelei!) Wie kann man hier von Heuchelei reden, da sich gerade die Sowjetunion aufs äußerste bemüht, die Ratifikation des Paktes zu beschleunigen! (Lebhafte Zustimmung bei der Mehrheit.)

Die hohe Bedeutung des Vertrages liegt darin, daß er dem Krieg das nimmt, was ihn so gefähr­lich macht, seine Rechtmäßigkeit im Völ­kerrecht. Wir Deutsche haben keinen Anlaß, die Bedeutung de» Paktes ungünstiger zu beurteilen,

als es der französische Außenminister getan hat. Wenn das deutsche Volk den Verttagsabschluß mit einer gewissen Skepsis verfolgt hat, so war das nicht ein Beweis für mangelnden Friedenswillen, sondern

mau vermitzte die Zolge», die die­ser paff haben mutzte. Er bedeutet ein ver­sprechen auf weitere Ausgestaltung dec sried- lichen völkerrechllichen Mittel, die den Krieg als Mittel der Auseinandersetzung der Ratto­nen unnötig machen.

So war auch die erste deutsche Rote gehalten. Tas notwendige Gegenstück zum Verzicht auf ben Krieg muß die Schaffung von Mitteln sein, um die Gegensätze der Volkevinleressen in friedlicher, gerechter Weise auszugleichen. Darin liegt die Aufgabe, die der Packt an uns stellt, wenn er das werden soll, w-as er zu sein verdient, die Ein­leitung einer neuen Epoche. (Beifall.)

Aba. Graf zu Reventlow (Rat.-Soz.) bezeichnet den Rellogg-Pcckt als ein Doku­ment schlimm st er Verlogenheit, als einen Betrug der Völler. Dr. Stresemann habe oft genug bewiesen, daß ihm alles andere gleichgültig ist. wenn er nur den einen Zweck erreicht, seine Person in das sogenannte Welt- gespräch zu bringen. Die Rationalsozialisten wür­den den Vertrag ablehnen, weil sie in diesem ein Dokument internationaler und deutscher Verlogen­heit sehen. (Präsident Lobe ruft den Redner wegen des letzten Satzes zur Ordnung.)

Abg. v. Lindeiner-Wildau (Dn.) be­antragt die ileberweisung der Vorlage an den Auswärtigen Ausschuß und behält sich die Stel­lungnahme seiner Fraktion für die zweite Le­sung vor.

Abg. Stöcker (K.) bestreitet, daß der Kel- lvggpakt irgendeinen Wert zur Ausschaltung des Krieges habe. Wenn Sowjetrußsand diesen in­haltlosen Vertrag unterzeichnet, so ist das ein ehrlicher Schrttt aufrichtiger Friedenspolitik. (Lachen.) Die Unterzeichnung dieses Paktes durch die imperialistischen Mächte, auch durch Müller und Hindenburg, ist dagegen die wider­lichste Komödie eines Massenbetru- ges. (Der Redner erhält einen Ordnungsruf.) Auch in diesem Falle habe sich wieder die Ein­heitsfront der imperialistischen Machte gegen Sowjetrußland gezeigt. Die llnehrlichkeit dieses Paktes werde schon da­durch bewiesen, daß die Deutschnationalen seine schnelle Unterzeichnung fordern. Die Kommunisten würden den Pakt ablehnen, denn wir, so schließt der Redner, haben von solchen Friedens­komödien die Aase derart voll (große Heiterkeit), daß wir auf weiteres nicht hereinfallen. Der Kelloggpatt wird dem Auswärtigen Ausschuß überwiesen. Montag, 15 Uhr, zweite Beratung der Hand Werks Novelle.

Ministerpräsident Brauns Antwort an Bayern.

Berlin, 3. Febr. (Priv.-Tet) In einer Presse- konferenz gab der preufcitoe Ministerpräsi­dent Dr. Braun eine Erkläruna ab. In der er auf die Aeutzerungen antwortete. Die nach einem Bericht derMünchener Telegrammzeitung" der bayerische Ministerpräsident Held und die bayerischen Minister Dr. Schmelzle und Gürtner vor Presievertretern gemacht haben.

Ministerpräsident Braun gab dann einen lieber blick über die Konferenz, in Der unter Dem Vorsitz des Reichskanzlers im 3anuar die zwi­schen dcm Reich und den ßänöern schwebenden Finanzf ragen behandelt worden sind. Die Vertreter Bayerns hätten dabei durchzusetzen versucht, baß ihre Ansprüche vor allen anderen rangierten und demgemäß unter Aus­schaltung der Vertreter der Cänbet, die an bcffi Postabfindung und an der Bier st euer abfindung desinteressiert seien, erledigt werden müßten. Da­gegen wandten sich die Vertreter anderer Länder, auch Preußen. Um zu einem praktischen Ergebnis zu kommen, schlug der preußische Mi­nisterpräsident vor. die Regelung der Restentschä- digungen für den Liebergang der Eisenbahn auf das Reich bis zu dem Zeitpunkt hinauszu­schieben, wo die Reichsbahn wieder unter die freie Verfügungsgewalt der Reichsregierung kommt. Da schon diesem ersten Vorschlag, bei dem Preußen, daS ja einen Anspruch von fast fünf Milliarden Rest­entschädigung hat, am meisten aufgab, Widerspruch von den Ländern entgegengesetzt wurde, hat Preußen den Vorschlag nicht wei­ter verfolgt, sondern vorgeschlagen, die Reichsregierung möge nach der Aussprache aus der Konferenz einen Vorschlag ausarbeiten, der ihr im Hinblick auf die Reichs­finanzen tragbar erscheine. Heber diesen Vorschlag sollte dann in einer demnächst ein- zuberufenden Konferenz der Länder erneut beraten werden.

Ministerpräsident Braun erklärte weiter, es sei u n r i ch t i g. daß Preußen auf der Konferenz die allergrößten Schwierigkeiten gemacht habe, indem es neu« Forderungen m die Debatte warf. So habe es einen neuen Anspruch für ver­lorengegangenes Staatsvermögen xn Höhr von 3.5 Milliarden erhoben. Diese Forderung ist aber bereits im 3ahre 19 19 geltend ge­macht und vom Reichskabinett anerkannt worden. Auch ist bereits eine Abzahlung hieraus geleistet worden. Bayern habe zwar die Post mit ihrem Defizit im bayerischen Teil ab­getreten. die Preußen bereits 1867 ohne Ent­schädigung hingegeben habe, dagegen habe Preu­ßen jetzt wertvolle Vermögensobjekte wie Forsten. Domänen und Bergwerke, die ihm jährlich erhebliche Erträge abwarfen, zugunsten des Reiches verloren, dem sie auf Reparations- fonto aulgebracht sind. Auch die Behauptung des bayerischen Ministerpräsidenten. Bayerns Gegner sei Preußen, das durch feine Aus- höhllmgspolitik die Vernichtung der Län­der herbeiführen wolle, entbehre jeder tatsäch­lichen Grundlage.

Ministerpräsident Braun sprach fein Bedauern darüber aus. daß die preußenfeindliche Stim­mung, die in Bayern Tradition zu sein scheine, von den verantwortlichen Stacttsmännern noch durch unrichtige Behauptungen genährt werde und schloß mit den Worten:lind wenn der bayerische Finanzminister aat in der erwähnten

Konferenz die Haltung Preußens eine Schamlosigkeit genannt hat, wie sie im Staatsleben noch nie dagewesen sei, so kann ich angesichts der Tatsache, die ich vorstehend kurz dargelegt habe, dazu nur bemerken, daß ein derartiger Verkehrston im innerdeut­schen Staatsleben bisher wohl nie dage- wesen ist und «n Interesse der gedeihlichen Zusammenarbeit der Länder zum Besten des Reiches auch nicht Platz greifen sollte. Bedauern kann ich nur. daß durch dieses Vor­gehen der Herren bayerischen Minister die» süng eines so überaus wichtigen Problems so ungemein erschwert worden ist."

BayernsAbwehr".

München, 3. Febr. (T.-ll.) Die Bayerische Vollspartei-Korrefpondenz veröffentlicht Aweifel­los nach Mhlungnahme mit der zuständigen bayerischen Stelle einen längeren Artikel, in dem es u. a. heißt:Es ist durchaus falsch, wenn be­hauptet wird, Bayern verlangt für sich irgend­welche Bevorzugung. Tie bayerische Regierung wehrt sich nur gegen den unzulässigen und die vorhandene Rechtslage v.llig nichtachtenden Ver­such, die durch Slgatsver.räge gesicherten und nicht etwa erst festzufetzeixden Ansprüche Bayerns in die gleiche Linie der Entschädi- gungsforderungen zu stellen, denen dieser Aechts- charakter nicht anhaftet. Man kann das Entschä- digungsproblem eben nicht in einen Topf Wersen. Es fei denn, man will die gesicherten Rechts­ansprüche durch die unsicheren Rechtsan­sprüche entwerten. So steht die Preu» bische Forderung in Höhe von 3V, Mil­liarden Mark, die treten Mitotenengegangenen Staatsvermögen erhoben wird, in feinem Zu- fammenhang und in keinem Ver­hältnis zu for auf Grund eines StacttSvertra- ges bereits gelösten Frage der bayerischen For­derungen. Preußen schlägt eine Taktik «in. die die klare Rechtslage zu verwischen versucht. Dagegen wendet sich Bayern. Richt nur, weil es aus ftnanziellen Gründen auf einer loyalen Erfüllung der Verträge bestehen muß, sondern auch in der pflichtgemäßen Abwehr gegen Rechts- aufsassungen, die die notwendige Achtung vor Verträgen vermissen labe.

Der preußische Ministerpräsident beklagtdie preuhenfeindliche Stimmung, die in Bayern Tradi­tion zu sein scheint". Soweit darin der Vorwurf enthalten fein sollte, daß «s den verantworttichen Staatsmännern in Bayern darum zu tun sei, Stimmung gegen Preußen zu machen, so föiinte dem nicht scharf genug entgegengetreten »er­ben. Die bayerischen verantwortlichen Minister be­finden sich ausschließlich in der Abwehr gegen politische Methoden der preußischen Staats» regicung, die im Interesse des innerdeutschen Staatslebens und einer gedeihlichen Zusammen, arbeit der Länder zum Besten des Reiches auf das tiefste bedauert werden müffen. Es liegt allein an der preußischen Regierung, darauf bedacht zu sein, daß man in Deutschland das Ge­fühl lov wird, daß Preußen unter Deutsch­land s i ch in erster Linie Preußen cor- stellt. Preußen ist in einer so bevorzugten Lage im Vergleich zum deutschen Süden, daß es seins Pflicht ift, bei der Wahrung seiner eigenen Inter» essen dieHarmonie der gesamtdeutschen Interessen einigermaßen im Auge zu behalt«».

Der TD. Geburtstag von Professor JtrnTmL

Dessau, 3. Febr. (WT2.) Rach7em auS Anlaß d«S 70. Geburtstages von Prof. Dr. 3un< kers gestern eine W e r k f e i« r für die Beleg­schaft stattgefunden hatte, versammelten sich heute mittag die Spitzen- der Behörden und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu einer Feier. 3m Anschluß daran fand ein von der Stadt gegebenes Frühstück statt, auf dem Prof.' Dr. Keßner von der TechnischenHochschul« in Karlsruhe mitteilte, daß die Hochschule Pros. Dr. 3unkcrs zu ihrem Ehrenbürger ernannt habe. 3n seinem DankeSwort gab Prof. Junkers der Heba^uguna Ausdruck, dass' die deutsche Flugzeugindustrie sich auch im schärf­sten Konkurrenzkämpfe der ganzen Welt be- hanvten werde. Auf dem Essen wurden zahl­reiche Glückwunschtelegramme bekanntgegeben, u. a_ von Reichskanzler Müller. Prä­sident Löb«, den Ministern v. Gus.rard und Stresemann, Dr. Dorpmüller, dem Chef- der Heeresleitung, General Heye, und dem Ehe? der Marineleitung, Admiral R a e d e r.

Die Lagunen in Venedig zugeftoren.

Aus Trieft und Fiume wird ein neuer Stätte* einbrud) berichtet. In beiden Städten verzcichnek man 10 Grad Kälte. In Triest wurde ein Arbeiter von dem Sturm in das Meer geschleu­dert, wv er ertrank. Der Sturm hatte eine Ge­schwindigkeit von mehr als 100 Kilometer pro Stunde. 3n der Räh« Padis, eine Stund« von Triest, wurde «in Wolf erlegt Durch den Rordosiwind erlitten verschiedene Personen Arm» und Beinbrüche. 3n Gradiska verzeichnete man 13 Grad Kälte. Der 3 s o n z o ist lellweife zugefroren. 3n Pola ist ein Warm erfroren.1 3n Venedig sind die Lagunen tellweife zugefroren. 3nHnbine zeigte daS Di«r- momettr 17 Grad unter Rull. Wie aus Ron» berichtet wird, nimmt die Kält« In Wittel- und Süditalien ständig zu. A e a p e l meldet 7 ®taßj Auf dem Vesuv ist viel A e u f ch n « « gefallen- Die vielen Brunnen Roms tragen Eiszapfens 3nfolge der großen Kälte find die WasferkeittmgS» rohre an vielen Stellen gebrochen.

Bodensee und Untersee «gefroren.

3nfolge der neuen Kältewelle sind der Boden­see und der ganz« Hnterfee zugefroren. Lau­fende von Schlittschuhläufern tun^ mein sich auf dem Hnterfee. Durch daS glasklare Cis sind bei Mammern zwei Pfahlbauten beobachtet worden, von denen die eine bisher völlig unbekannt war. Durch daS klar« EiS können nicht nur di« Pfähle, sondern ganze Dalkenlager und Handwerkszeug erkannt werden

Simplon-Expretzzüge zwischen Adricmopel und Konstantinopel eingeschnett.

Die Züge des Simploiv-ExpveßdiensteS ftaß feit drei Tagen nicht eingetroffen, Sie sind bei Tsche^eskoi zwischen Adrürnopet und Konstantinopel einaeschneit Bersuche, sie herauszugraben, sind bisher fehlgeschla­gen.

Schwere AuloburunfÄle in den Pyrenäen.

Bei Tardets in den Pyrenäen stürzt« ein mttl sieben Personen besetzter AxxtobuS infolge ©teuer» brucheS tn eine Schlucht Es ist biS jetzt noch nicht bekannt, wieviel Insassen umS Leben gekommen find. 3m gleichen Departement ereig­nete sich zur gleichen Stund« ein ähnlicher äln-c fall. Hierbei handelt «S sich um zwei Kauf-( l e u t e , die mit ihrem Auto über eine Drückt in eine 12 Meter tiefe Schlucht stürzten. Deo eine wurde als Leiche geborgen, der ander« ifv schwer verletzt

Fahrlässige Brandstiftung,

In Hamburg «ntftanü in einem alten ein­stöckigen Hauß der DartholomäuSstrah« ein Brand, der schnell größeren Umfang annahm. Ein auf dem Dachboden schlafender Schlas­st e 11 e n m t e t c r, der 30jahrige Maurer Völsch. kam in den Flammen um. Di« 60jährig« Wohnungsinhaberin konnte rechtzettig in» Frei« gebracht werden, währeixd di« im ersten Stock untergebrachten Schlafstellenmieter sich nur durch den Sprung vom ersten Stock auf di« Straß« retten konnten. Soweit festgestellt werden konnte, ist der Maurer Völfch erst morgen» nach Haust gekommen und muh durch einen fortgetoorfencr Zigarren- oder Zigarettenstummel di« 5lur* garderob« in Brand gesetzt haben.

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Wettervoraussage.

Wettervoraussage für Dienstag Etwas ab|' vächender Frost: vielfach nebelig-wollik trocken.

Lufttemperaturen am 3. Februar: mittags6,' Grad Celsius, abends12,7 Grad Celsius: am 4. Februar: moraens17,4 Grad Celsius. Maxi mum6,5 Grad Celsius, Minimum17,8 Grad Celsius. Erdtemveraturen in 10 Zentimeter Tieft am 3. Februar: abends- 4,9 Grad Celsius: am 4. Februar: morgens5 Grad Celsius. Sonnen- |d) einbau er 8K Stunden.