Ausgabe 
4.1.1929
 
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Zrettag, 4. Januar 1929

Erstes Blatt Nr. 3

179. Jahrgang

Osteuropa und der Kelloggpakl

eben wurde. Bei einer Haussuchung

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gerichtet ist.

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzoorschrift 20° , mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen.

Eine seltsame Zwangsversteigerung. Verfahren gegen die deutsche Gesandtschaft in Prag.

Prag, 3. Ian. (TU.) Vor einiger Zeit wurde

Reuyork, 3. Jan. (ÖIB.) Parker Gilbert er« klärte bei seiner Ankunft an Bord derveren- gacia den Pressevertretern, er komme ganz in­offiziell zu seinem üblichen weihnachtsbesuch nach Amerika, werde sich mehrere Tage in Neuyork aushalten und sodann nach Washington und Louis- ville Weiterreisen. 3m ganzen werde er etwa vier­zehn Tage in den Vereinigten Staaten bleiben und dann zur Wiederaufnahme seiner Tätigkeit nach Berlin zurückkehren. Der Rückweg nach Berlin werde wahrscheinlich über pari» führen. Für die Dauer seines Aufenthaltes in Ame­rika feien keine Konferenzen vorgesehen. Auf die Frage, ob er C00 l i dge . Schahsekretär Mel« l 0 n u. 0. in Washington sprechen werde, antwortete Parker Gilbert:V e r m u t l i ch." Er wiederholte jedoch, daß alle Besprechungen ganz inoffi­ziellen Charakter trogen würden.

Gilbert lehnte e» ab, seinen Jahresbericht zu erörtern und erklärte, er habe noch keine Kom­mentare gelesen. Die Pressevertreter wiesen auf die deutschen Kommentare des Berichtes hin und besonders auf die Kritik, die von deutscher Seile an den Feststellungen des Berichts hinsichtlich der Auslandanleihen geknüpft werden. Gilbert meinte lächelnd, die deutschen Kommentare beruhten wahrscheinlich aus einer hastigen Durchsicht seines Ber chlev, und erklärte, der deutsche Text des Jahresberichtes liege noch nicht vor. werde aber vorbereitet, hätte der deutsche Text vorgelegen, so fügte er hinzu, so würden die deutschen Kommen­tare wahrscheinlich anders lauten, was im Jahres­bericht über die Auslandonleihen gesagt werde, be­sage alles, was darüber zu sagen sei. Aus die Frage, ob er der Sachverständigenkommission irgendwelche Vorschläge unterbreiten werde, erhärte Gilbert, dies sei nicht seine Sache. Auf die weitere Frage, ob er ersucht worden sei, Vorschläge zu unterbreiten, lehnte Gilbert eine Beantwortung ab, indem er erklärte, dies sei eine Sache, die nur die verschiedenen Regierungen ougehe.

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delsbilanz stets passiv gewesen ist, und die Besserung seines Wechselkurses i't, wenn nichr völlig, so doch in der Hauptsache m i t d e n st ä n - bigen neuen Anleihen im A u s l a n dH zur Begleichung der täglichen Verpflichtungen verbunden. Anscheinend sind diese Anleihen in» folge der sehr hohen Zinssätze so ausgedehnt gewesen, daß sie nicht nur den Wechselkurs ge­stützt haben, sondern ihn auch bis auf einen der Goldeinsuhr günsti zen Punkt gebracht hab n, wäh­rend gleichzeitig d i e hohen Zinssätze die Importeure von Gold ermutigt haben, die Mittel zur Ausdehnung der Kreditbasis zu erlangen. All dies bedeutet an sich noch nicht Wohlfahrt, wenn es auch bei richtiger und kluger Derwen- foung des im Auslande geborgten Goldes ein Borstadium dafür sein mag. Abgesehen davon must daran erinnert werden, foaß infolge der Entwertung der Mark, welche die inländischen wie di-- ausländischen Gläubiger Deutschlands in gleicher Weise schädigte, der wirkliche Kredit Deutschlands als Borger zer- st ö r t war, bis G ostbritannien und die Ber­einigten Staaten b:i Deutschlands finanziel­ler Wiederherstellung freundliche Hilfe leisteten.

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Oer Reparationsagent in Amerika.

Inoffizielle Besprechungen mit Eoolidge und Mellon.Rückkehr über Paris.Ein seltsamer Kommentar zum Jahresbericht.

Der Fall Benoit.

Tas Attentat aus eigener Initiative.

Paris, 3. Jan. (Havas.) Der Tlntersuchungs- richber hat heute Georges Benoit, der das Att-rntat aus den ehemaligen Colmarer General­staatsanwalt F a ch 0 t ausge'dhrt hat, vernom­men. Er befragte ihn insbesondere über den Sinn einiger Stellen in einem von Benoit an die Straßburger ZeitungDer Bockswilie" gesandten Bries. Benoit erklärte, er habe angedeutet, dast er jemanden töten wolle, aber nicht angegeben, wen. Er habe geschrieben, er allein plan-e das Komplott, weil er habe ver­meiden wollen, daß man zu der Ansicht komme, daß foie in den Colmarer Prozeß verwickelten Führer verantwortlich seien, lieber foie Her­kunft von zwei Eintrittskarten zur Kammer be­fragt, -erflärte er, daß er sie von zwei elsäs­sischen Abgeordneten erhalten habe. Der Abgeordnete Meurer habe zu ihm bei einem Gtspräch gesagt:Wir elsässische Abgeordnete könnm hier nichts ausrichten. Sie s ' alle flogen u n s."

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verhandeln, sondern es solle eben durch den vor- geschlagenen Pakt zur Tagesordnung übergehen. Rumänien habe das größte Inter- esse daran, sich mit Rußland zu verständigen, da auf diese Weise Rußland praktisch auch die Ein­verleibung Bessarabiens durch Ru­mänien anerkenne.

Zu dem Arttkel desAdeverul" muß noch hin­zugefügt werden, daß feit einigen Tagen der ru­mänische Gesandte in Warschau in Bukarest weilt und daß in den letzten Tagen mit dem polnischen Geschäftsträger wiederholt über den Beitritt Rumäniens zu dem Polen vorgeschlagencn Protokoll verhandelt wurde. Man kann annehmen, daß Rumänien sich bereiterklären wird, dem russisch­polnischen Protokoll beizutreten. In diesem Falle dürfte Rumänien, nachdem es seinerzeit dem Kel° loggpakt beigetreten ist, den Pakt bei Wiedereröff­nung des Parlaments ratifizieren.

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Die Enteignungen in Südtirol

Eine segensreiche Kulturtat der Hombatantenvercinigungen.

R 0 m, 3. Jan. (WTB.) Ag-rnzia Stefan i. foi-2 offiziöse Depeschenagentur der italienischen Regierung, teilt mit: Einige ausländische Blätter haben tendenziöse Nachrichten über die Enteignung von Ländereien gebracht, die i t a l i e- nisch-2n Bürgern deutscher Zunge im Oberetschgebiet gehören. 2m Zusammenhang da­mit vrrössentticht dieTribuna" innerhalb einer Unterredung mit dem Vorsitzenden derOpera di Combattanti, des Abgeordneten Qlanareri, der darauf hinwies, daß die Satzung der l..chl Gesetz gebildetenOpera di Combattanti i h m das R-rcht gibt, alle Ländereien und an "ec Jen Grundstücke zu enteignen, foie für eine wichtige älrnwankstung der Ländereien ober ihre inbu* stvi-rlle Ausnutzung zwecks vollständiger Erschließung italienischen Gebiets in 5rage kommen. DieOpera di Combattanti hat, wie er ausführte, dieses Recht in allen. Provinz-en des Königreiches geltend gemacht, namentlich dort, wo die Besitzer zeigten, daß sie ihren Besitz nicht zu nutzen wußten. Sie zahlte überall einen sehr angenDessenen, ja sogar großmütigen Preis, besonders aber im Oberetschgebiet. Die von den ausländischen Zeitungen veröffentlichten Zahlen sind vollkommen falsch. 3m ganzen wurden im Oberetschgebiet nicht 1200 Hekcar, sondern 180 Hektar enteignet. DieOpera di Combattanti setzt namentlich im Oberetschgebiet sehr bedeu­tende Summen für die Aufwertung foer Län­dereien aus. Diese Summen sind höher als anderswo.Giornale fo'Italia" bezeichnet die von gewissen ausländischen Blättern verbreiteten falschrn Gerüchte als unerträgliche Her­ausforderungen.

Reparationsgläubiger das mit den Regierungen Jugoslawiens, Rumäniens oder Griechenlands selber ousmachen. Auf dem Rücken Deutsch­lands darf ein solches Geschäft nicht gemacht werden. Wahrlich keine angenehme Lage für Paris, daS um feinen politischen Einfluß vor allem in den Balkanstaaten kämpft.

Deutschlands wirtschastliche Scheinblüte. Eine zutreffende englische Darstellung. London, 3. Januar. (WB.) 3n ihrem Fi­nanzteil schreibt dieMorning Post": Ohne die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Frankreich ober Deutschland schlechter machen zu wollen, als sie ist, formen wir doch sagen, daß der AusdruckWohlfahrt" vielleicht et­was leichtfertig angewandt wird. Ge­genwärtig erfreut sich Deutschland, wenn man auf Grund seines Wechselkurses und der Gold­reserve der Reichsbank urteilt, scheinbar einer noch nicht dagewesenen Wohlfahrt, aber foie Tatsache bleibt bestehen, daß ungefähr bis zum letzten Monat seine sichtbare Han -

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ein Urteil auf Zahlung von etwa 1,5 Millionen tschechischer Kronen erwirkt. Mit Zinsen dürfte die Summe zwei Millionen überschreiten. Die Firma versuchte nun, in Deutsch­land die Exekution durchzuführen, doch habe, wie hier erklärt wird, der Vertreter des Reichs im Schiedsgericht die Vollstreckungsklausel verwei­gert. Der Anwalt der Firma beantragte hierauf

Bespitzelung deutscher Vereine im besetzten Gebiet.

Die Zugehörigkeit zum Stahlhelm unter Strafe gestellt

Koblenz, 3. Ian. (Telun.) Die französische Geheimpolizei ist zur Zeit damit beschäftigt, die deutschen Vereine im besetzten Gebiet, vor allen Dingen die Turn - und Iugendvereine. zu bespitzeln. Sie versucht, festzustellen, ob zwi­schen diesen Vereinen und Vereinen dos unbe­setzten Gebietes Interessenverbi n dün­ge n bestehen. Im Verlaufe dieser Vermittlungen wurden mehrerejunge Leute festgestellt, die zu­gleich auch Mitglieder von Stahl- h e Im or g a n i f a t i 0 n c n im unbesetz- t c n Gebiet sind. Einige von ihnen wurden fest genommen.

Die französische Behörde sieht in der Mit­gliedschaft eines Einwohners des besetzten Ge­bietes bei einer Organisation im unbesetzten Ge­biet einen Verstoß gegen die Sichert; ei t der Besahungstruppen. Sie verbietet nicht nur den Stahlhelm im besetzten Gebiet, sondern sie gestattet auch nicht den Einwohnern des besetzten Gebietes, dem Stahlhelm im un­besetzten Gebiet anzugehören. Wegen dieser Zu­gehörigkeit zum Stahlhelm haben sich die Fest­genommenen in der nächsten Zeit vor dem französischen Militärpolizeigericht zu verantworten.

Litauen stimmt Moskaus Vorschlag zu.

Für sofortiges Inkrafttreten des Kclloggpakics in Osteuropa.

k 0 w n 0, 4. Jan. (WTB.) Die Litauische Tele- graphenagenlur(Eifa*4 ist bevollmächtigt, folgendes zu erklären:Die litauische Regierung hat durch ihren Gesandten in Moskau eine Kopie der Rote dec Sowjctregierung an Polen erhalten. Nachdem sich die litauische Regierung mit dem Inhalt dieser Role bekannigemacht hat, hat sie z u g e st i m m t, den Kellogg-Pakt auf Grund des dritten Para­graphen für eine Gruppe Länder in Kraft treten zu lassen, bevor er von den übrigen Mächten, die ihre Unterschrift unter den Pakt setzten, ratifiziert worden ist. Die litauische Regierung Hal beschlossen, den Kellogg- Pakt anzuerkennen und die baltischen Staaten einzuladen, sich dem Protokoll anzuschlletzen."

polnische Angstpsychosen.

Scharfe Ausfälle gegen Deutschland und Rußland

W a r s ch a u , 3. Ian. (TU.) Das AbendblattAbc" ergeht sich in scharfen Ausfällen gegen Sowjetruß­land und erklärt u. a., die sowjetrussifche Außenpoli­tik habe mit der Litwinow-Rote über die Durchfüh­rung des Kelloggpaktes in erster Linie einen R e - klameefsekt erzielen «ollen. Die Bolschewisten seien Me.ster foer Reklame un- Propaganda und überträfen in dieser Beziehung sogar die Deutschen. Die Sowjetunion, die unaus­gesetzt in jeder Weise rüste, und unter deutscher Leitung Munitionslager anlege, wolle nach außen hin den Anschein des Pazifismus er­wecken. Sie kenne die Schwierigkeiten, genau, die der Unterzeichnung des vorgeschlagenen Sonfoerprotokolls entgegenstünden und wollte nur die Gelegenheit her- beiführen, um foie ganze Welt mit dem Geschrei über ihren Friedenswillen und die angeb­lichen Angriffsabsichten Polens zu er­füllen. Der Vorschlag Litwinows sei ebenso zynisch wie heuchlerisch.

Das Interesse Rumäniens.

Em Weg zur Liquidierung der bcsfarabischcn Frage.

Bukarest, 3. Ian. (TU.) Das von der Sowiet- regierung an Polen gerichtete Angebot über Den Abschluß eines Nichtangriffspaktes beschäftigt die rumänische öffentliche Meinung im höchsten Grade. DerA d e v e r u l , foer über gute Beziehungen zum Ministerium des Auswärtigen verfügt, schreibt, wenn auch Rußlands Angebot an Polen hauptsäch­lich aus der Erwägung heraus oemacht worden sei, daß Rußland amerikanisches Kapital brauche, und es nur bekommen könne, wenn es seine Friedensliebe bezeuge, so habe doch Rumä­nien allen Grund, sich mit Rußland zu ver­ständigen.

In der Tat sehe Artikel 4 des von Rußland Polen angebotenen Protokolls vor. daß es jedem Staat, der den Kelloggpokt ratifiziert habe, mög­lich sei, neben Polen und Litauen das vorge­schlagene Protokoll zu unterzeichnen. Auf diese Weise sei auch Rumänien foie Mög- lichkeit geboten, dem von Litwinow oorgeschlagenen Protokoll beizutreten. Da der Kellogapakt den Krieg als politisches Mittel ausschalte, so bedeute dies, daß Rußland auf jede kriegerische Handlung verzichten müsse, um Bes­sarabien wieder au erhalten. Rußland solle über die bessarobische Frage nicht besonders

publik anstrebten und die slowakische Jugend zur Vorbereitung einer Revolte militärisch organisieren wolle. Es wurde gegen Tuka Strafan­zeige erstattet und das Auslieferungsbe­gehren an das Abgeordnetenhaus gerichtet, dem nach langwierigen Verhandlungen in der Koalition ftattge^eben wurde. Bei einer Haussuchung wurde die gange Korrespondenz Tukas beschlag­nahmt. Der Parteiführer Hlinka beauftragte foie Parteileitung, beim Landesamt gegen die Verhaf­tung Einspruch zu erheben.

beim Prager Landesgericht Exekution durch Einver­leibung des Pfandrechtes an dem Gebäude foer deutschen Gesandtschaft in Prag zwecks Eintreibung foer Forderungen. Das ßanfo» geeicht hat die Exekutionsbewilligung verwei­gert. Die Entscheidung der zweiten Instanz ist ilsher den Parteien nicht zugestellt worden. Das Oberlandesgericht hat das Ministerium um eine Erklärung ersucht, ob die Einverleibung des Pfand­rechtes an dem Gesandtschaftsgebäude nach den Grundsätzen des Völkerrechtes zulässig sei. Diese Erklärung steht noch aus. Man dürfte jedoch in der Annahme nicht fehlgehen, daß foie Stellungnahme des Justiz-Ministeriums, die im Einvernehmen mit dem Außenministerium zu erfolgen hat, im ungarischen wie im deutschen Falle die gleiche sein wird.

Die Auffassung des Reparationsagenten, daß die deutschen Kommentare zu seinem Jahresbericht an­ders gelautet hätten, wenn der deutsche Text Vorgelegen hätte, ist zumindest sehr seltsam Es ist doch wohl kaum denkbar, daß die Uebersetzunaen aus dem vermutlich englischen Original je nach der Volksstimmung in Deutschland, Frankreich, England oder Amerika besonders zurechtfrisiert sind. Im an­dern Fall muß Herr Parker Gilbert uns schon zu­trauen, auch den englischen Originaltext richtig zu interpretieren.

Auch die Kleinen melden sich.

Hoffnungen auf dieReparalionskommission

Berlin, 3. Januar. ' (Priv.-Tel.) Rachfoem durch den Bericht Parker Gtlberts, wie aus Öen Pressestimmcn hervorgeht, in Frankreich und Amerika, weniger wohl in England, der Glaube an Deutschlands günstige wirtschaftliche Lage auf- gekommen ist, scheinen nach englischen Meldun­gen jetzt auch die Heinen Mächte auf foie Idee gekommen zu sein, an dem Geschäft mit neuen Forderungen beteiligt zu werden. Es ist zweifellos, daß, wenn es wirklich zu einer Ak­tion der kleineren alliierten unfo assoziierten Mächte in dieser Richtung kommen sollte, foie kommenden Reparationsverhandlungen totefoer eine Erschwerung erfahren müßten. Je mehr Köche an einem Drei kochen, um so weniger wird er gelingen und es war immerhin ein Fortschritt, daß nach dem Chaos der Pariser Verhandlungen zur Festlegung des Versailler Vertrages das Problem der Reparationszahlun­gen nur von einem kleinen Kreis der großen Gläubiger und Deutschland behandelt wird.

Bei der Verteilung foer deutschen Reparations­zahlungen hat Frankreich etwa foie Hülste erhalten, während foie Quoten für die übrigen V^stmächte immerhin etwas günstiger find, als die Jugoslawiens, Rumäniens unfo Griechenlands, foie dafür einen um so grö­ßeren Anteil aus den ungarischen, öster­reichischen unfo bulgarischen Repara­tionszahlungen zugesprochen erhielten. Diese Zah­lungen sind aber zum Teil auf Grund von Ver­einbarungen von den ehemaligen Verbündeten Deutschlands nicht in her Höhe geleistet worden, wie sie die Gläubiger beanspruchen. Aus diesem Grunde will man sich letzt anscheinend an Deutschland halten unfo stützt sich dabei vor allem auf Anlage 1 zum Artikel 232 des Versailler Vertrages, wo erklärt wird, daß Deutschland oder feine Verbündeten für alle Schäden, wo es auch immer sei, veraittwvrt- lich sind, welche foie alliierten unfo assoziierten Regierungen bzw. ihre Angehörigen erlitten haben. Anscheinend hegt man in den Kreisen dieser Mächte befonfoere Hoffnung aus die Ein­schaltung der Reparativnskommis- s i 0 n. Aber toerm die Oftftaafen stärker al£ bis­her an den deutschen Reparationszahlungen be­teiligt werden sollten, so müssen die großen

Slowakischer Separaiismnr.

Eine aufsehenerregende Verhaftung in Preßburg

Prag, 3. Jan. (TU.) Der Abgeordnete foer Slo­wakischen Bolkspartci, Dr. Bela Tuka, wurde am Donnerstagnachmittag verhaftet unfo Nach kurzem Berhö? durch den Untersuchungsrichter in das Preßburger Gefängnis gebracht. Tuka ist eine führende Persönlichkeit foer S l 0 wa k i s ch e n V 0 l k s pa r t e i und gehört seit den ersten Tagen feiner politischen Tätigkeit dem radikalen Flügel der Partei an. Zu Beginn dieses Jahres trat Tuka mit der Behauptung an die Oeffentlichkeit, daß die Slowakei vor zehn Jahren in Trentfchin St. Mar- t.n mit den Tschechen nur einen zehnjähri­gen Probevertrag vereinbart hätte, so daß 1929 ein oertragsloser Zustand zwischen den beiden Nationen entstünde und Beamte und Soldaten ihres Eides ledig feien. Daran knüpft sich die Behauptung, daß Tuka mit staats­feindlichen Elementen in Verbindung stehe, die die Losreißung der Slowakei von der Re-

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gegen die ungarische Gesandtschaft in Prag eine Zwangsversteigerung beantragt. Run spielt sich ein zweites Zwangsversteigerungsverfahren ab, das gegen das Gebäude foer reichsdeut- jchen Gesandtschaft in Prag

Die Firma Loy & Markus in Mombassa in Britiick)- Osta ri'a hat beim gemischten tschechoslowakifch- foeut chen Schiedsgericht in Genf gegen das Deutsche Reich und die ldeutsch-Ostafrikanische Dank - A.-G.

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Sonntags und Feiertags. JseifcAär

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Sranifurtnm ma'tn0fiese. vn»ck und Verlag: vrühl'sche UniverfilSts-vuch- und Zleindruckerei H. ranze in Gietzen. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulftraße 7.