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Donnerstag, 3. Gttober 1929
Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Rr. 232 Drittes Blatt
nennen.
Nachdruck verboten.
2. Fortsetzung.
rw. Frankfurt a.M., 30. Sept.
Der hessische Landes-Lehrerverein hielt heute im großen Saale des Gesellschaftshauses des Zoologischen Gartens in Frankfurt am Main eine auherordentlicheDertre- ter-Vers ammlung ab, da bei der letzten Tagung in Gießen, am 26. März 1929, die Satzungen nicht mehr beraten werden konnten.
Um 10.15 Uhr eröffnete Obmann Reiber, Darmstadt, die Versammlung, die aus allen Teilen Hessens gut besucht war, begrüßte die Vertreter aller Dezirksvereine, besonders herzlich den Abgeordneten des Deutschen Lehrervereins, Rektor Lüpke, Berlin, und dankte dem Offenbacher Lehrerverein für die Dorbereitungsarbeiten. Er hob hervor, daß die heutige Tagung eilte reine Arbeitstagung sein werde.
Durch die Beschlüsse auf der Haager Konferenz ist nun auch die Befreiung von Rheinhessen in die nahe Zukunft gerückt. Obmann Reiber beglückwünschte die Lehrer des besetzten Gebietes zu dieser freudigen Tatsache und schlug im Ramen des Hauptvorstandes vor, daß die nächste Hauptversammlung, die im Frühjahr 1930 in Mainz stattfinden sollte, auf Anfang Juli verschoben werden soll, damit sie mit den allgemeinen Befreiungs-Feierlichkeiten verbunden werden kann. Die Versammlung stimmte zu. Reu h, Mainz, dankte dem Obmann für diese Mitteilung und lud zu dieser Befreiungs-Versammlung herzlichst ein.
Darauf trat man in die Beratung der neuen S atzungen ein. Die zur Zeit bestehenden Satzungen waren seit dem 7. April 1924 in Kraft. Inzwischen aber waren einige Änderungen nötig geworden. Ein Ausschuß hatte vorbereitende Sitzungen abgehalten und legte nun der Versammlung einen Entwurf vor. Zu den 77 Paragraphen waren über 130 Anträge eingegangen.
Ein Vertreter des Sahungs - Ausschusses, S t a u t h, Worms, gab darauf einleitende Worte für den neuen Entwurf. Er führte kurz aus: In den Satzungen lägen die starken Wurzeln der Vereinskraft. Deshalb mühten sie sorgfältig, klar und übersichtlich ausgearbeitet sein. Da seit 1924 auf jeder Versammlung Aenderungsanträge eingelaufen seien, wäre diese neue Satzung nötig geworden. Er ford'erte, daß keine Flickarbeit, sondern ganze Arbeit bei der Beratung gemacht werde.
Liebe in Ketten.
Roman von Hans Mitteweider. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale).
mich fort von hier. Und du wirst doch nicht lange bleiben?"
„Wo ich mich so nach meiner kleinen Frau sehne!" entgegnete er.
Er sah auf die älhr.
„Jetzt ist es acht Uhr. Um zehn Uhr spätestens bin ich wieder zurück. Wenn du nicht hier bleiben willst, kannst du ja in mein Zimmer hinübergehen, das schon aufgeräumt ist."
„Rein, nein! Ich bleibe hier!" wehrte sie angstvoll ab.
„Wie du willst, Kätherle. -Und noch eins! Ich möchte nicht mein ganzes Geld bei mir tragen, wie bis jetzt immer. Ietzt habe ich ja meine Frau, der ich es übergeben kann. Willst du es an dich nehmen, bis ich zurückkomme?"
Schweigend nahm Käthe die Brieftasche und schob sie zunächst unter das Kopfkissen.
„Ich werde sie nachher zu mir stecken und immer festhalten," sagte sie.
Da lachte er fröhlich auf.
„3a, ja, die Frauen verstehen das gut!" sagte er. Dann küßte er sie nochmals, erhob sich und schritt zur Tür, von der aus er ihr nochmals einen Gruß zuwinkte und sie anlachte.
Dann war Käthe Klausen allein.
Cie hatte aufspringen und hinter ihm die Tür wieder verriegeln wollen, aber sie war nicht dazu imstande.
Wie eine Lähmung fühlte sie es in allen ihren Gliedern, eine Lähmung, die vom Herzen ausging und mit dem Blute überallhin wanderte. Eine Angst überkam sie, daß ihr war, als müsse irgend etwas Schreckliches geschehen, und sie wußte doch nicht, was...
Cie wollte aufschreien, wollte Klaus zurückrufen. Eie konnte es nicht, denn die Stimme Besagte ihr, und so sah sie lange, lange starr und regungslos, schwer atmend.
„Mutter!" stöhnte sie endlich auf. „Oh, lieber Gott, warum habe ich keine Mutter!"
Da endlich flössen erleichternde Tränen, denen sie nicht wehrte, aus ihren Augen. Und nachdem sie sich ausgeweint hatte, wusch sie sich, kleidete sich an und wartete.
Eie besaß keine Uhr. Berndt hatte noch nicht daran gedacht, ihr eine zu schenken. Auch im Zimmer war keine. Eie wußte nicht, wie spät es schon geworden war, aber sie öffnete ein Fenster und lauschte.
Irgendwo mußte doch eine Kirche sein oder ein anderes Gebäude, wo eine Ufjr angebracht war. die die Stunden schlug!
Sie hörte nichts. t
Alles war in dieser Stadt so anders als in Deutschland. Es schien, als wollten sich diese kühlen, nüchternen Menschen nicht durch den Glockenschlag daran erinnern lassen, wie rasch die Zeit entflog.
Das Monopol-Gere-e.
Die finanziellen Rotwendigkeiten des Reiches machen es natürlich, daß man sich auch tn den weniger dazu berufenen Kreisen den Kopf über die Möglichkeiten, neue Einnahmequellen zu erschließen, mehr oder weniger zweckmäßig zerbricht. Dor wenigen Tagen hat man m diesem Sinne von der Schaffung eines Zündholz- Monopols gesprochen, das nut einer Anleihe des schwedischen Finanzmagnaten Kreuger verbunden sein wollte: heute taucht die Behauptung auf, daß der größte deutsche Zigarettenkonzern mit den Reichsbehörden wegen der Schaffung eines Tabakmvnopols in Verhandlungen getreten sei. Auch diese Meldung, die von kommunistischer Seite lanciert wurde, wird Dementiert
Grundsätzlich darf dazu festgestellt werden, daß die Finanzgebarung Deutschlands niemals Vie Schaffung von Monopolen begünstigt hat Die starke Dezentralisierung unseres gesamten Erwerbslebens, das Interesse an der Erhaltung möglichst vieler selbständiger Existenzen des Mittelstandes, das schon vor Jahrzehnten ahnlichmi Monopolplänen entgegengestanden hat, gut noch. Heute wo der Mittelstand ohnehin zwischen den großen industriellen Konzernen und durch die Rationalisierung der Produktion^ immer mehr eingeschränkt wird, und wo die Möglichkeiten zur Selbständigmachung obendrein durch die Verluste der Inflation und den allgemeinen Kapitalmangel äußerst erschwert sind, wird man die Verantwortung für das Schicksal selbständiger Industrie- und Handelsbetriebe noch viel schwerer empfinden. Dabei ist es mindestens fraglich, ob die Monopolisierung eines großen Industriezweiges, im ganzen genommen, wirklich Möglichkeiten zu einer Vermehrung der fiskalischen Einnahmen bietet. CBei Zündhölzern mag das noch angehen, weil es sich im Handel um ein Objekt von verhältnismäßig geringer Bedeutung und um eine Rebenware handelt, die von Kolonialwaren-, Drogen- usw. Geschäften mitgeführt wird. Bei Tabakerzeugnissen, insbesondere Zigaretten, handelt es sich aber um dre Existenzgrundlage von mindestens 40 — 50 000 selbständigen Kaufleuten: nimmt man die gemischten Betriebe hinzu, bei denen Tabakwaren ein Hauptteil ihres Geschäftes darstellen, so kommt man vielleicht sogar auf die doppelte Zahl. All diese Betriebe sind Steuerträger und nicht unerhebliche Einnahmequellen für Post, Eisenbahn usw. Der Wettbewerb selbständiger Fabriken beschäftigt überdies eine Reihe von Kunstgewerblern, Re- llamedruckereien usw. und gibt als Grohinserent der gesamten deutschen Presse wichtige Einnahmequellen ab. All das würde durch ein Staatsmonopol, etwa nach französischem, italienischem oder österreichischem Muster unterbunden, Und damit würden indirekte Einnahmequellen für Reich, Länder und Gemeinden in Wegfall kommen, die wahrscheinlich mehr einbringen, als man durch eine Verteuerung und monopolartige Dertviebsweise von Tabak und Zigaretten über die beträchtlichen heutigen Erträge der hohen Banderole- usw. Steuern hinaus für den Staatssäckel vereinnahmen könnte. Es wäre ein äußerst primitives Rechenexempel, wenn man ohne Berücksichtigung all dieser wichtigen Rebenfaktoren sich einfach von dem Gedanken leiten lassen wollte, daß man die unmittelbaren Einnahmen durch eine Monopolisierung erhöhen könnte. Bei Zigarren ist das zudem wegen der Betriebsweise ganz unmöglich, denn diese Industrie beruht größtenteils auf der Ausnutzung der saisonmähigen Beschäftigungslosigkeit eines Teils der landwirtschaftlichen Bevöl-
„Spaliung in der Evangelischen Volksgemeinschaft."
Frankfurt a. M., 1. Oft. (Wolff.) Zu der Meldung über eine Spaltung in der Evangelischen Volksgemeinschaft wird von beteiligter Seite mitgeteilt: Es ist falsch, daß Pfarrer Weidner, der Gründer der Evangelischen Volksgemeinschaft, aus der Bewegung ausgeschieden ist. Wahr ist, daß Bruchteile der Volksgemeinschaft zum christlichen
dort — eine sehr gute Stellung zu erhalten."
„In England?" fragte sie erschrocken.
„Rein, Kind, nein! Ich selber hielt es hier nicht aus, jetzt gleich gar nicht: aber ich will dir weiter nichts verraten. Es soll eine äleberraschung für dich sein. — Unb nun komm! Wir müssen mit den beiden Trauzeugen speisen. Es geht nicht anders: heute abend tanzen wir miteinander."
Da lächelte Käthe unter Tränen, die noch an ihren Wimpern perlten.
„Ach, Demdt, ich kann doch gar nicht tanzen!' flüsterte sie. „Wie sollte ich es denn gelernt haben!"
Wieder kam das tiefe Erbarmen, das sie schon einmal so beglückt hatte, in seine Augen. Er erwiderte nichts mehr, preßte sie nur noch einmal an sich und führte sie hinaus.
Käthe atmete zwar auf, als sie die kahle Stube verlassen konnte: aber sie ward nicht froh, denn wieder umbrandete sie der Riesenverkehr der Weltstadt, der sie so ängstigte. Sie stieg in das Auto, das sie erwartete und hinausbrachte zu einem kleinen Orte mitten im Grünen.
Auf einer Terrasse über einem Flusse aßen sie, und der bartlose Herr, der frühere Chef Berndt Klausens, brachte in deutscher Sprache, die er ganz beherrschte, einen Trinkspruch aus das junge Paar aus. Die Gläser klangen aneinander, und Berndt drückte seiner jungen Frau heimlich die Hand, während er sie mit leuchtenden Augen ansch-aute. , , Ä..,c
Sie blieben lange beieinander, und Käthe schauderte, als sie in die häßliche Stadt zurückmutzte, als sie wieder in dem Zimmer stand, vor dem ihr fast graute; aber sie war müde, so müde, und als Berndt sie nun leise auf den Mund küßte, da spürte sie es kaum mehr, war so froh, als er sie allein ließ, nachdem er ihr allerlei gute Worte zugeraunt hatte.
Zum ersten Male schlief sie indem harten Bett die ganze Rächt durch, bis sie durch ein Klopfen an der Tür geweckt wurde.
„Kätherle, bist du schon wach?" fragte sie ihr Gatte vor der Tür. .
Da sprang sie schnell auf, warf den Schlafrock über, den er ihr gekauft hatte, und öffnete.
Berndt kam herein, umfaßte und küßte sie; dann aber sagte er: e
„Schah, ich will mich jetzt gleich auf den Weg machen, um mit Mister Frorne wegen meiner Stellung zu reden und alles zu ordnen. Ie eher das geschieht, desto eher können wir fort. Wirst du dich fürchten, wenn ich dich auf eine Stunde oder etwas länger allein lasse? Du brauchst ja nicht aus deinem Zimmer zu gehen. Ich werde dem Mädchen sagen, daß es dich nicht stört, bevor ich zurück bin.“
„Ach ja, geh', Berndt!" erwiderte sie. und zum ersten Male, seit sie sich in London befand, leuchteten ihre blauen Augen auf. „Ich sehne
dungsschule auch weiterhin günstig entwickel«, verlange aber gerechte Entlohnung. Eine entsprechende Entschließung wurde einstimmig angenommen.
Um 20.30 Uhr schloß Obmann Reiber die Versammlung mit den Worten: Auf frohes Wiedersehen im nächsten Lahre in Mainz!
HessischeLehreriagung in Frankfurt
Eigenbericht des „Gietzener Anzeigers".
Da sagte Käthe Fernau „Yes", und die Männer kamen zu ihr und wünschten ihr Glück. Aber so aufrichtig ihre Worte Hangen, sie konnte sich nicht freuen, vermochte die heimliche Angst vor etwas Schrecklichem, das ihr bevorstand, nicht aus ihrem Herzen zu bannen.
Sie sah noch, daß Berndt Klausen mit dem Fremden sprach, der sie getraut hatte, und ihm Geld gab für einen Schein, den er erhielt. Beinahe hätte sie weinend aufschluchzen müssen.
Wie ganz anders hatte sie sich ihre Hochzeit vvrgestellt.
Rur selten, sehr selten hatte sie daran gedacht, wenn sie über einer Räharbeit sah und die Gedanken kamen und gingen, ohne datz sie ihnen gebieten konnte.
Sie hatte nur einmal in ihrem Leben eine Hochzeit gesehen oder vielmehr blotz den Hochzeitszug — als der Förster seine junge Frau heimführte, hatte sie am Ufer gestanden, als die beiden aus der wunderbar mit Blumengewinden und Fahnen geschmückten Barkasse ausstiegen und auf den Teppich traten, der für sie auf dem Boden ausgebreitet war.
Die konnte sie vergessen, wie glückstrahlend die junge Frau ausgesehen hatte, wie eine Märchen- fee in Weitzern Kleide und Weitzern Schleier, ein grünes Kränzchen mit Weitzen Blüten im Haar.
Wie glücklich die Braut gewesen fein muhte! Wie das Herz sich ihr zusammenkrampfte.
Doch da trat Demdt Klausen zu ihr, ihr Mann.
Als seine Blicke sie trafen, da konnte sie nicht länger an sich halten, da muhte si eihr Köpfchen an seine Schulter lehnen und fassungslos weinen.
Sanft strich er ihr über das lichte Blondhaar und preßte sie zärtlich an sich. Er fürchtete, er würde sie küssen vor diesen fremden Männern; er tat es nicht.
„Mut, Kätherle!" flüsterte er ihr zu. „Wenn wir deine Tante versöhnt haben, holen wir die kirchliche Trauung nach, und nicht eher will ich dich als mein Weib betrachten. Wir werden ja auch nicht länger hierbleiben, als unbedingt notig ist. Ich denke, morgen schon werden wir dieses Land wieder verlassen können, und vielleicht kann ich dich gleich mit mir nehmen in ein anderes Land, wo es herrlich ist. Kätherle, ich will dir nur sagen, dah ich Aussicht habe, durch meinen früheren Chef hier — den bartlosen Herrn
Ein guter Zang der Frankfurter Kriminalpolizei.
Bisher 35 Einbrüche feffgeffeUt — Ein ganzes » Warenlager von Diebesgut
"WSN. Frankfurt a. M., 2. DEL Der Frank« furter Kriminalpolizei ist ein großer Fang gelungen. Seit einigen Monaten liefen bei der Frankfutter Kriminalpolizei aus allen möglichen größeren und kleineren Orten der weiteren Umgebung, und zwar vom Odenwald bis hinauf an die Lahn, von der Rhön und vom Rhein Anzeigen ein übet Einbrüche in Villen, Geschäftslokale, Apotheken usw. Die Frankfurter Landeskriminalpolizeistelle bet faßte sich sofort intensiv mit der Angelegenheit und stellte fest, daß die Einbrüche so ziemlich alle von bet gleichen Bande verübt werden müßten, denn dafür sprach schon die Uniformität der Delikte. Die Tätet tarnen nachts auf Motorrädern und in Autos an die Tatotte, öffneten die Vorgartentüren mit Dietrichen und die Mansarden, Keller- und Woh* nungstüren mit Nachschlüsseln und stahlen dann zitt sarnrnen, was ihnen nur irgendwie erreichbar nxnk Nach langen, mühseligen Fahndungen verdichtete sich der Verdacht auf zwei bereits polizeibekannte Ein« brecher, die beobachtet wurden, und als die Kriminalpolizei das Material in der Hand hatte, „hoch gingen". An dieser Verhaftung hingen noch ein halbes Dutzend andere, aber bei dem ersten Verhör blieb die Täterschaft an den beiden Leuten hängen, deren Namen im Interesse der weiteren, Untersuchung im Augenblick noch nicht »erraten werden soll. Die beiden Verhafteten haben bisher 35 Einbrüche eingestanden, die sich in Wetzlar, Sprendlingen, Gonzenheim, Bad Homburg, Biebrich, Langen, Bad Orb und zahlreichen anderen Orten ab* gespielt haben. Die Polizei glaubt jedoch, daß noch weit mehr Delikte auf das Konto dieser beiden fährlichen Burschen zu setzen sind. Gleichzeitig nahm die Polizei eine Haussuchung bei Verwandten, Freunden und Freundinnen, sowie Bekannten bet Verhafteten vor, unb konnte ein ganzes Warenlager von Gegenständen beschlagnahmen, die sämtlich aus Einbrüchen stammen. Das Einbruchskommissariat der Frankfurter Kriminalpolizei hat sich in ein Hei« nee Warenhaus verwandelt, wo ganz enorme Wette aufgestapelt sind. Beginnend bei der goldenen Re- montoiruhr bis zum billigen einfachen Ledettasch- chen des Dienstmädchens, Photoapparate, Bllber, Kissen, Wäschestücke, Silberzeug u. a. m. wurden gestohlen und bei dem Polizeipräsidium vorläufig sichergestellt.
Schwerer Unfall am Bärenzwinger.
WSN. F r a n k f u r t a. M., 2. Oft. Heute morgen 11 Uhr ereignete sich im Frankfurter Zoologischen Garten ein schwerer Unglücks- fall. Eine Schulklasse der Praunheimer Schule war unter Führung der Lehrerin vor dem Bärenzwinger versammelt, als sich ein elfjähriger Junge in einem unbewachten Augenblick unter Nichtbeachtung der Sicherheitsvorrichtungen an bas Gitter heranschlich und einem Bären sein Butter- brot hinhielt in dem Glauben, baß es sich um ein harmloses Tier handle. Der Junge wurde von dem Bären an dem Rockärmel ersaßt, der Arm ganz in den Käsig hineingezogen und dann von bet Bestie bireft an ber Schulter abgebif« s e n. Der Junge würbe sofort in bas Krankenhaus gebracht und einer Operation unterzogen. Das Befinden des Kindes ist den Umständen nach gut
Käthe spürte Hunger, aber sie wagte nicht, durch die Klingel das Mädchen herbeizurufm. Berndt mutzte ja auch bald wiederkommen. Es dünkte sie so lange, seit er fort war.
Doch Käthe harrte und harrte vergebens.
Endlich entschloß sie sich, zu klingeln. Sie bat das Mädchen, das etwas Deutsch sprach, ihr Frühstück zu bttngen und fragte nach der Zeit.
„Gleich elf Uhr, gnädige Frau."
Das Mädchen erschrak und sprang hinzu, ms sie Käthe taumeln sah.
„Was ist Ihnen?" fragte sie besorgt
„Ach, nichts--ich--aber ist eS dennl
wahr? Ist es wirllich schon so spät?"
„Gewiß, gnädige Frau," antwortete das Mädchen verständnislos.
„Und mein Mann wollte schon um zehn Lhr spätestens zurück sein!" hauchte Käthe.
„Er wird auf gehalten worden sein, gnädige Frau!"
„Ia, ja, so wird es sein."
Käthe konnte nicht viel essen, trank nur etwaS Tee. Dann machte sie eine Ecke des Tisches frei und begann zu schreiben. Sie teilte der Tante Wit, daß sie hier in England getraut worden sei, nannte auch den Ramen ihres Mannes und bat um Verzeihung für alles. Ia, sie fand Worte warmen Dankes für das, was die harte Frau an ihr getan hatte, denn sie besann sich, dah sie doch ihre Iugend behütet hatte, und ihr war, als müßte sich unter der hatten Außenseite der Frau vielleicht doch ein fühlendes Herz verborgen haben. .
Sie schrieb lange und dachte dabei an daheim, sah den wunderbaren See, die alten Kastanien vor dem Hause, den Wirtshausgarten, das Forsthaus.
Käthe barg das tränenüberströmte Gesicht in den Armen, die sie auf die Tischplatte gelegt hatte. Ein wehes Schluchzen schüttelte ihren schlanken Leib.
„Liebe!" schrie es in ihr. „Liebel"
Wann je in ihrem jungen Leben hatte sie Liebe erfahren? ilnb sie sehnte sich doch so danach!
Sie konnte nicht glauben, daß das Liebe war, was in ihr lebte. And sie wollte doch nicht daran zweifeln, sie durste es nicht, denn sonst...
Mein Gott, wenn sie Berndt KlausenS Fran geworden war, ohne dah sie ihn liebte?
Erschrocken fuhr Käthe auf und starrte vor sich hin. Rie hatte sie diesen Gedanken gehabt, aber nun, als er ihr einmal gekommen war, konnte sie ihn nicht wieder bannen.
War die Stimme, die in ihr nach Berndt rtef, die der Liebe? Sehnte sich so eine junge Frau nach dem Manne ihres Herzens? War es nicht bloß die Angst vor der Fremde, in der sie allein war?
(Fottsetzung folgt.)
keruna und ist durch das System der dezen- I Volksdienst überge gangen sind. Wie - - - »-«*«’*—*■*— cm—• die tatsächlichen Verhältnisse liegen, zeigt fol-
1 gende Entschließung der 5. Reichstagung der Evangelischen Volksgemeinschaft: „Bruchteile der von Pfarrer Weidner gegründeten Evangelischen Volksgemeinschaft sind zur Christlichen Volksgemeinschaft übergegangen. Es ist natürlich das gute Recht jeder Ortsgruppe und jedes Mitgliedes, nach bestem Wissen und Gewissen hier Entscheidungen zu treffen. Völlig unverständlich ist es aber, daß nach diesem Anschluß in die Presse eine Mitteilung kam, die eine Verschmelzung der beiden Gruppen meldete. Das geschah, obwohl bekannt war, dah der Gründer und Vorsitzende der Evangelischen Vollsgemeinschaft, Pfarrer Weidner, seine Zustimmung zu einer Vereinigung mit dem Christlichen Dollsdienst gar nicht gegeben hatte. Die zum Chttstlichen Volksdienst übergegangenen Gruppen haben kein Recht, sich Evangelische Volksgemeinschaft zu
tralisierten Dorffilialen und selbständigen Werk- meister monopolartig gar nicht erfaßbar. Wir glauben daher, daß man sich ernstllch mit dem Gedanken an neue Staatsmonopole nicht auseinanderzusehen braucht, daß vielmehr eine Einnahmensteigerung und Dudgetersparnis auf anderem Wege gesucht werden müssen.
I Die Satzungen wurden darauf paragraphenweise durchberaten, die Anträge besprochen und darüber abgestimmt. Die Sitzung dauerte, mit einer kurzen Mittagspause, bis 20.30 älhr.
Arn Rachmittag war der Verlauf mitunter sehr stürmisch, so daß der Obmann die Verhandlungen schließlich abbrechen mußte. Der Hauptvorstand zog sich zur Beratung zurück. Darauf wurde vom Ehrenobmann Bach, Darmstadt, die -Vertrauensfrage gestellt. Mit überwältigender Mehrheit sprach die Vertreterversammlung dem Obmann Reiber und dem geschäftsführenden Ausschuß ihr uneingeschränktes Vertrauen aus. Darauf wurden die Verhandlungen unter Leitung des zweiten Obmanns, Kaufmann, Gießen, zu Ende geführt.
Hauptantragsteller waren die Bezirksvereine Offenbach und Gießen. Besonders umstritten waren die Paragraphen 39, über die Zusammensetzung des geschäftsführenden Ausschusses, 54, Über den Hauptvorstand, und 72, über die Ausschüsse. In der Hauptsache wurden diese Paragraphen nach dem Vorschlag des Hauptvorstandes angenommen.
Bei der Gesamtabstimmung stellte Obmann Reiber fest, daß der neue Entwurf mit der vorschriftsmäßigen Mehrheit einwandfrei angenommen sei. Die Satzungen sollen am 1. April 1930 in Kraft treten.
Der Obmann dankte noch einmal herzlich dem Satzungsausschuß, dem geschäftsführenden Vorstand und dem Hauptvorstand für ihre mühevollen Vorarbeiten, ferner aber auch allen Vertretern für ihr treues Ausharren bei dieser Arbeitstagung.
Ganz kurz wurde dann ein Antrag über die Vergütung für den nebenamtlichen Fortbildungsschulunterricht besprochen. Obmann Reiber erklärte, daß nicht die geringste Meinungsverschiedenheit darüber bestehe, dah alsbald diese Vergütung neu zu regeln sei. Darin seien Kultusministerium und Landes- lehrerverein einig. Die Hauptschwierigkeit läge , beim Finanzministerium. Obmann Reiber ist überzeugt, datz der gegenwärtige' Zustand nur : der Fortbildungsschule selber Schaden bringt. Die l Stimmung für diese Schulart, die unser Hessenland der starken Mitarbeit der Lehrerschaft ver- i danke, werde dadurch zerstört und verwüstet. Die Lehrerschaft wünsche, dah sich die Fortbil-


