Ausgabe 
3.10.1929
 
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Landesverbandslag hessischer Vnrgermeister.

* Frankfurt a. M., 1. Oft. Am gestrigen Montag hielt der Landesverband hes­sischer Bürgermeister unter zahlreicher Beteiligung der Bürgermeister aus dem ganzen Hessenlande hier im HotelKysfhäuser" seine diesjährige Hauptversammlung ab. Sei­tens des Ministeriums des Innern waren die Ministerialräte Weber und S ch w a m b er­schienen: ferner waren fast alle Kreisämter durch ihre Kreisdirektoren oder deren Stellvertreter vertreten: ebenso waren die Gewerkschaft der hessischen Gemoindebeamten und die Dersiche- rungsanstalt für gemeindliche Beamte durch ihre Vorsitzenden vertreten.

Vach einleitenden Degrühungsworten des Vor­sitzenden, Bürgermeister Alexander (Gonsen­heim), gab Ministerialrat Weber einen kurzen Lieberblick über den Stand der hessischen Verwaltungsreform, wobei die Mit­teilung von Interesse war, daß voraussichtlich bis zum Dezember der

Referentenenlwurf einer neuen Gemeindeordnung der Oeffenllichkeit übergeben werden. Auch wurde die Vorlage eines Gesetzentwurfs über die A b - ändernng des Versicherungsgesetzes für gemeindliche Beamte in Aussicht gestellt. Entsprechend der Bedeutung der Stel­lung der Bürgermeister wird die Regelung der Rechtsverhältnisse derselben in der Gemeinde­ordnung erfolgen.

Aus dem vom Vorsitzenden erstatteten Tä­tigkeitsbericht der beiden letzten Jahre ging hervor, daß der Verband sich sehr ein­gehend mit der kommenden Verwaltungsreform besaht und eine Reihe von Vorschlägen hin­sichtlich der Rechtsstellung der Bürgermeister der Regierung als Anträge und Material für die kommende Verwaltungsreform unterbreitet hat. Der Vorsitzende forderte zu reger Mitarbeit an den Aufgaben des Verbandes auf.

Die Rechnungsablage für die Jahre 1927 und 1928 erfolgte ohne Aussprache, und wurde dem Rechner, Bürgermeister Heinstadt (Heidesheim), Entlastung erteilt. Der Voran­schlag für das Jahr 1929 wurde ohne Aus­sprache genehmigt.

Dann hielt der Geschäftsführer des Deutschen Dürgermeisterbundes, Oberbürgermeister a. D.

Dr. Herrfurth (Deplin) einen Vortrag über das Thema:

Der Landbürgermeisler einst und jetzt.

wobei er sich zunächst mit dem veralteten Begriff desEhrenbürgermeisters" befaßte und in treffen­den Ausführungen darauf hinwies, daß ^ich der Aufgabenkreis auch der Landbürgermeister nach dem Kriege durch eine Fülle neuer Obliegenheiten auf Grund der zahlreichen neuen Gesetze und Arbeitsgebiete derartig erweitert habe, daß heute nicht mehr von einem Ehrenamt gesprochen wer­den könne. Auch seien die gewaltig gestiegenen Schwierigkeiten in der Amtstätigkeit der Bürger­meister durch die Politisierung des öffentlichen Lebens, auch in den Landgemeinden, zu berück­sichtigen. Das Verlangen der Landbürgermeister nach einer Aenderung ihrer rechtlichen Verhält­nisse und auch hinsichtlich ihrer Besoldung fei daher durchaus gerechtfertigt. Der Referent gab alsdann eine Darstellung der derzeitigen recht­lichen Grundlagen für die hessischen ehrenamt­lichen Bürgermeister, wobei er interessante Ver­gleiche mit der Rechtsstellung der preußischen Gemeindevorsteher auf Grund der preußischen Landgemeindeordnung gab und eine Revision der längst überholten, seitherigen Bestimmungen forderte. Er erläuterte sodann die vom Landes­verband der Hessischen Bürgermei­ster zur kommenden, neuen Gemeindeordnung gestellten Anträge und Wünsche hinsichtlich der Wahlzeit, der Besoldung und der Ruhegehalts­ansprüche mit dem Endziel einer Sicherstellung ihrer Rechtsverhältnisse. Der Vortragende ver­trat dabei die Auffassung, dah eine Trennung in zwei selbständige Gesetze (Städteordnung und Landgemeindeordnung) einer einheitlichen Ge­meindeordnung vorzuziehen sei.

Dieser Auffassung wurde jedoch in der an den anregenden Vortrag sich anschließenden lebhaften Aussprache von einem Diskussionsredner ent­schieden entgegengetreten.

Zu den übrigen Punkten der Tagesordnung wurde der Beitritt des hessischen Landesver­bandes zum Deutschen Dürgermeister- bund beschlossen.

Mit Dankesworten an die Erschienenen und der Aufforderung zu reger Mitarbeit an den wich­tigen Aufgaben des Dürgermeisterverbandes schloß der Vorsitzende dann die anregend ver­laufene Versammlung.

KommunalpMische Arbeitsgemeinschaft der Städte Friedberg und Bad-Nauheim.

X Friedberg, 1. Oft. Wie Burg und Stadt Friedberg das ganze Mittelalter hindurch in Fehde lagen, so bestand in neuerer Zeit jahr­zehntelang ein gespanntes Verhältnis zwischen den Vachbarstädten Friedberg und Dad-Vauheim. Roch vor einem Jahr loderte der alte Streit in der Klärbeckenfrage erneut auf. Gleichzeitig bemühten sich aber auch die beiden Stadtoberhäupter, Wege und Formen für ein gedeihliches Zusammenarbeiten in gemeinsamen komm unälpolitischen Fragen zu finden. Das Ergebnis der Bespre­chungen und eingehenden Beratungen war die Gründung des gemeinsamenüberstädtischen"

Städteausschusses Frledberg-Dad-Vauheim, der sich aus Mitgliedern beider Stadtparlamente zusammensetzt und Aufgaben und Arbeitspro­gramm in einem von beiden Stadträten ein­stimmig angenommenen Entwurf festgel gt hat.

Bürgermeister Dr. Seyd, der derzeitige Vor­sitzende des Städteausschusses, hatte für heute nachmittag zur Eröffnungssitzung des Städteausschusses eingeladen, die im Sitzungssaal des hiesigen Rathauses stattfand. Außer sämtlichen Mitgliedern des Ausschusses konnte der Vorsitzende in seiner Eröffnungs­ansprache auch Kreisdirektor Rechthien und die Vertreter der Presse als Gäste will­kommen heißen. Bürgermeister Dr. Seyd be­trachtete dann weiter in wohldurchdachten Aus­führungen die Aufgaben des Städte­ausschusses, der das verkörperte Organ des Derständigungswillens beider Städte sei. Wenn auch die Zeit des engsten Zusammenschlusses beider Städte, d. h. der Verschmelzung zu einem einzigen Gemeinwesen, noch nicht gekommen sei, so gelte es doch, diesem Zusammenschluß, der im Laufe der kommunalpolitischen Entwick­lung kommen müsse, in vorbereitender Arbeit die Wege zu ebnen. Wenn auch die beson­dere Eigenart jeder der beiden Städte beachtet werden solle und müsse, so schließe das nicht das so dringend notwendige harmonische Zu­sammenwirken aus, wie es in den letzten Monaten nach Beseitigung schwebender Diffe­renzen schon segensreich getätigt worden sei.

Als brennendste Zukunftsaufgabe, die beide Stabte angehen, bezeichnete Bürgermeister Dr. Seyd die Frage des Schlachthauses, der Gas- und Wasserversorgung und des nach gleichen Gesichtspunkten aufzustellenden Ortsbauplans.

Die Aera der Mißverständnisse und des gegen­seitigen Argwohns müsse endgültig der Ver­

gangenheit angehören, und im Zeichen des Ver­trauens und im Geiste aufrichtiger Loyalität wolle der Städteausschuß seine Arbeit auf­nehmen und durchführen: die gemeinsame Lösung wichtiger kommunaler Fragen in der nächsten und weiteren Zukunft.

Bürgermeister Dr. Ahl (Dad-Vauheim) stimmte den Ausführungen seines Amtskollegen in allem zu und gab in beachtenswerten Ge­dankengängen nach der theoretischen Seite hin noch einige Ergänzungen. Die zwischen beiden Städten getroffenen Vereinbarungen seien nichts durchaus Veues, in ähnlicher Art seien zwischen- gemeinschaftliche Arbeitsgemeinschaften auch in dem jetzt herausgekommenen preußischen Um« gemeindungsgesetz vorgesehen. Aber der Dad- Vauheim-Friedberger Plan, der schon vor dem Dekanntwerden des preußischen Entwurfs zur Beratung stand, gehe weiter, weil er nicht eine zwangsmäßige, sondern eine freiwillige Zusam­menarbeit erstrebe.

Bei der Durchführung der Einzelaufgaben solle weniger die Form des Zweckverbandes, mit dem man nicht immer gute Erfahrungen gemacht habe, angewandt werden.

In möglichster Anpassung an das hessische Der- waltungsrecht wolle man in jedem Fall die beste Lösungsart suchen. Bürgermeister Dr. Ahl hofft, daß der in der hessischen Kommunalpolitik erst­mals von zwei Städten gemachte Versuch zur Zusammenarbeit in gemeinsam berührenden Fra­gen sich segensreich auswirken und andere Ge­meinden, bei denen die Verhältnisse ähnlich liegen, zur Vacheiferung anspornen möge.

Kreisdirektor Rechthien führte aus, daß er als Vertreter der Aufsichtsbehörde den Eini­gungsbestrebungen der beiden größten und wich­tigsten Städte seines Kreises das größte Inter­esse entgegenbringe. Er glaubt, daß eine ganze Reihe für beide Städte dringender Aufgaben nur auf dem Wege der Gemeinschaftlichkeit gelöst werden können, und er richtete an den Städteausschuß die Bitte, in erster Linie die Schlachthausfrage einer baldigen Lösung zuzuführen.

Sämtliche Redner fanden die einmütige Zu­stimmung des Ausschusses, und 'Bürgermeister Dr. Seyd konnte in seinem Schlußwort mit Befriedi­gung feststellen, daß der feste und aufrichtige Wille bestehe, die eingeleiteten Bestrebungen zu unterstützen und zu fördern.

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Lebensdauer von etwa 10 000 Jahren besitzen. Da diese Abteilung sich mit sehr kleinen Geld­mitteln begnügen muß, ist die Werkstatt nicht groß. Hier werden auf Wachsplatten, ine einige Stunden vorgewärmt wurden, mit Hilfe eines geschliffenen Saphirs oder Rubins, die Laut- schwingungen auf die Platte übertragen und von diesen Positiven von einer Schallplattenfabrik auf galvanoplastischem Weg Kupfermatrizen her- gestellt. Solche Aufnahmen sind für Linterrichts- zwecke auch im Handel zu haben. Leider reichen die Mittel nicht einmal für den bescheidenen Plan aus, zunächst eine Auswahl von etwa 500 berühmten Persönlichkeiten zu treffen. Jeden­falls hat dieses Werl, das auf Vortragsreisen weiten Kreisen, auch des Auslandes, zugänglich gemacht wurde, den denkbar größten Wert für alle möglichen Studienzweige, was immer mehr gewürdigt wird. Erst eben wurde eine Ver­einigung gegründet, um die Schallplatte über­haupt intensiver zum Unterricht heranzuziehen.

Oberheffeu.

Landkreis Gießen.

I Baubringen, 2.Oktober. Die Mädchen« klasse der hiesigen Fortbildungsschule machte dieser Tage unter Führung von Berufsschul­lehrer Eberle aus Lollar und der technischen Leh­rerin Frl. Liefert aus Gießen einen Lehraus - flug nach Bad-Nauheim. Dort wurden die mustergültigen Betriebe unseres hessischen Bades (Elektrizitätswerk, Saline, Wäscherei. Badehäuser, Fernheizung, Eisfabrik usw.) einer eingehenden Be­sichtigung unterzogen, wobei Obersekretär Wittich von der Bade- und Kurverwaltung führte und Er­läuterungen gab. Die rationelle Ausnutzung der Kräfte zu den verschiedensten Zwecken erregte beson­ders die Bewunderung und das ungeteilte Interesse der Mädchen. Nach einem Rundgang durch Stadt, Trintkuranlagen, Park und um den Teich wurde der Johannisberg mit dem Aussichtsturm erstiegen: auf dem Wege dorthin waren alte Befestigungswälle und Reste eines römischen Wachtturmes zu sehen. Leider war die Fernsicht durch das neblige Wetter stark beeinträchtigt. Vom Johannisberg aus ging es weiter nach Friedberg, von wo aus nach Besichtigung von Burg und Stadt die Heimreise angetreten wurde. Der Ausflug war für die Schüle­rinnen außerordentlich interessant und lehrreich.

§ Daubringen, 2. Oft. Im verflossenen Som­mer war in unserem Dorfe die Bautätigkeit wohl rege, aber doch nicht so ausgedehnt, als in den voraufgegangenen Jahren. Drei neue Wohn­häuser wurden an der neuen Baulinie zwischen Wald- und Alten-Busecker Straße errichtet, dazu noch eine Anzahl Um- und Anbauten fertiggestellt. Die Bauflucht an der Wald st raße machte die Verlängerung der Wasserleitungsan­lagen notwendig, die gegenwärtig vor^enommen wird. Die letztgenannte Straße befand sich infolge der schweren Fuhrwerke in den letzten Jahren in einem trostlosen Zustand: sie ist nun neu beschottert worden. Außerdem wurden zu beiden Seiten Bür­gersteige errichtet, so daß die Straße nach ihrer end­gültigen Fertigstellung eine Zierde des Dorfes dar- stellen dürfte. Die starke Steigung an der Mündung in die Hauptstraße hat man gleichzeitig durch Ab- heben des Geländes um fast einen halben Meter vermindert. Dabei waren schwierige Arbeiten zu vollbringen, da der felsige Untergrund eine ganze Reihe Sprengungen notwendig machte. Die Gieße­ner Straße von hier bis zur Hauptstraße Gießen Marburg ist gegenwärtig in einem derart schlechten Zustand, daß es bald unmöglich wird, sie mit Fuhrwerken und Kraftwagen zu befahren. In­folge der trockenen Sommerwitterung und dem ge­steigerten Umleitungsverkehr ist die Straße völlig aufgerissen, und die ausgefahrenen Steine sind in einer solchen Menge vorhanden, als ob neu beschot­tert worden wäre. Die vielen Arbeiter, die täglich mit dem Fahrrad den Weg zur Arbeitsstätte nach Gießen zurücklegen müssen, benutzen diese Straße nicht mehr, sondern müssen den Umweg über Lollar nach Gießen nehmen. Es ist ein dringendes Be­dürfnis, diese Straße baldmöglichst in einen ord­nungsgemäßen Zustand zu bringen.

ch'Aus der Rabenau, 2. Okt. Die Kar t o f - f e le r n te in unserer Gegend, die bei der günsti­gen Witterung rasch vorangekommen ist, bringt als Ergebnis eine gute Mittelernte, mit der die Landleute im allgemeinen zufrieden find. Die in neuerer Zeit in unserer Gegend angebauten Sorten haben sich gut bewährt.

)( Lich, l.Oft. Der hiesige Zweigverein vom Roten Kreuz hält im Herbst in Ver­bindung mit dem Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz einen Lehrgang zur Ausbildung von Frauen und Mädchen i n der häuslichen Krankenpflege und der ersten Hilfe­leistung bei Llnglücksfällen ab. Die Ausbildung soll in 20 Doppelstunden erfolgen. Dr. Schad von hier hat sich als leitender Arzt in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt. Der Kursus ist allen Frauen und Mädchen in den Orten des Amtsgerichtsbezirks Lich zu­gänglich.

# Hungen. 1. Oft. Als erste der Prvvin- zialdurchgangsstraßen in der Wetterau ist nun die Straße Hungen Friedberg voll­ständig neu befestigt. Bereits im Jahre 1915 hatte die Straßenverwaltung des Kreises Gießen mit Kleinpflasterung begonnen, und zwar von Inheiden bis zum Stratzenkreuz Trais- HorloffBellersheim. Während der Kriegs- und Inflationszeit ruhten die Straßenbefestigungs­arbeiten. In den zwei letzten Jahren ist nun der ganze Straßenzug teils mit Dasaltklein- pflaster, teils mit einer Asphalt-Betondecke neu hergerichtet worden. Rur noch verschiedene Orts­durchfahrten (Wölfersheim. Södel. Melbach und Dorheim) sind in schlechtem Zustand, da sich die Gemeindeverwaltungen noch nicht entschließen konnten, die erforderlichen hohen Zuschüsse zu leisten. Gegenwärtig ist man daran, das letzte Stück der Straße von Berstadt bis Wölfers­heim dem Verkehr zu übergeben. An den neu­hergerichteten Straßenstücken hat man auch einen erhöhten Fußsteig hergerichtet. Der Provinzial­straßenverwaltung wird seitens der Rad- und Kraftfahrer wie auch der werktätigen Land­bevölkerung Anerkennung gezollt, daß sie trotz der wirtschaftlichen Votzeit die Straßenerneue­rung durchführte. Hoffentlich kann sie sich dem­nächst auch der Bezirksstrahen annehmen, deren Fahrbahnen tiefe, ausgefahrene Rinnen zeigen.

s. Aus dem Horlofftal, 2. Oft. Vachdem bis auf einige Vachzügler die Kartoffelernte beendet ist, beginnt man mit dem Einbringen der Dickwurz. Wenn diese infolge des starken Deblätterns und der langen Trockenheit auch nicht die gewohnte Dicke erreicht haben, so ist es doch zu verwundern, daß der durch mangeln­des Dickenwachstum verursachte Ausfall nicht größer ist. Durch die anfallenden Blätter wird die

Futternot, die nach wie vor unseren Land­wirten ernste Sorge bereitet, zwar etwas ge» mindert, zumal auch die leichten Viederschläge der letzten Zeit den spät gesäten Stoppelerbsen etwas zugute kommen werden. Dagegen sind die Bestände an Mais, der in sonstigen Jahren bis in die Zeit der ersten Fröste verfüttert werden kann, Heuer fast einen ganzen Monat früher aufgebraucht worden. Auffallend stark ist in diesem Jahre der Futtermais von dem Deulenbrand, einem Verwandten der Brandpilze an Hafer und Gerste, befallen. Die an den Stengeln, Blättern und Kolben auf­tretenden Beulen, welche eine schwarze Sporen­masse enthalten, erreichen nicht selten Faustgröße und werden von dem Vieh gemieden.

Kreis Friedberg.

WSV. Friedberg, 2. Oft. Zum heutigen Schweinemarft waren 685 Ferkel aufgetrie­ben. Es wurden bezahlt für sechs Wochen alte Tiere 28 bis 30 Mk., für sechs bis acht Wochen alte 30 bis 40 Ml. und für acht bis zwölf Wochen alte 40 bis 55 Mk. Es blieb etwas Lieberstand.

# Södel, 2. Oft. Die älteste Ein­wohnerin unserer Gemeinde, Frau Som­

mer, Witwe, wurde dieser Tage zur letzten Ruhe gebettet. Die Verblichene hatte das hohe Alter von 9 0 Ja h r e n erreicht und war bis in Ü>re letzten Tage förperlich und geistig noch verhältnismäßig rüstig.

Kreis Büdingen.

# Ober -Widdersheim, 2. Oft. Auf dem hiesigen Güterbahnhof herrscht gegenwärtig Hochbetrieb. Von hier und den umliegenden Ortschasten Unter-Widdersheim, Borsdorf, totetn- beim, Rodheim und Rabertshausen kommen täg­lich Bahnwagen mit Obst und Kar­toffeln zur Verladung, die meist nach dem Industriegebiet verfrachtet werden. Daneben findet noch lebhafter Stückgutverkehr statt, dem der in diesem Jahre um mehr als das Dop­pelte vergrößerte Güterschuppen gewachsen ist. Während die Vachfrage nach gelbfleischigen Speisefartoffeln (Edeltraud, Industrie, Gel- karagis) zur Zeit der Ernte gering war, hat jetzt lebhafter Handel eingesetzt, und demzufolge sind die Preise von 2,60 auf 2,90 Mark je Zentner gestiegen. Wirtschaftskartoffeln werden kaum noch gefragt, deshalb geht der Anbau von Jahr zu Jahr zurück. Die Preise für Obst haben bis jetzt keine wesentliche Aenderung erfahren. Das

gewöhnliche Eßobst (Wirtschaftsäpfel wie Schafs­nase, Gelber Richard, Ontario) löstet je Zent­ner 6 bis 8 Mark unfortiert, während Tafel­äpfel (Landberger Renette, Schöner von Bos- koop, Baumanns Renette) mit 8 bis 10 Marf je nach Güte und Größe bezahlt werden.

nd. V i d d a , 2. Oft. Das Künstler- theater Franffurt Rhein-Main" be­absichtigt, im fommenden Winter hier dreimal Aufführungen an je einem Abend zu veranstal­ten. Die Leitung hatte mit einigen interessierten Herren von Vidda und Llmgegend bereits eine Besprechung über die Ausführung des Planes. Es wurde eine Kommission bestimmt, die die Sache zum Ziele führen soll. An dem Gelingen besteht wohl kaum noch ein Zweifel, da die Künstler alle Kosten selbst tragen und an zwei Aufführungen keinerlei Bedingungen knüpfen. Vur bei einem Abend verlangen sie die Ga­rantie für eine Einnahme von 350 Mk. Als Aufführungslokal kommt die neue Turnhalle in Betracht.

# Vidda, 2. Oft. Der hiesige Ortsge­werbeverein hat in seiner jüngsten Mit­gliederversammlung beschlossen, bezüglich der G e * meinderats-, Kreis- und Provinzial- tagswahlen durch eine Kommission mit den einzelnen Parteivor ständen in Verbindung zu treten, damit an aussichtsreicher Stelle Kandi­daten in die Listen ausgenommen werden, die dem Handwerfer-und Gewcrbestand nahestehen. Sollte diese Anregung erfolglos fein, so wird der Gewerbeverein mit einem eigenen W ahlvor schlag hervortreten.

Kreis Alsfeld.

< 5 Homberg a. d- Ohm, 30. Sept. Der Ge­flügel-, Kaninchen- und Vogelzüch­ter-Verein 19 21 Homberg und Tlmgegend hielt dieser Tage unter der Leitung des ersten Vorsitzenden, Pfarrer P r ä t o r i u s, Homberg, hier eine Versammlung ab. Vach Bekanntgabe der Verhandlungsniederschrift aus der vorigen Versammlung widmete der Vorsitzende dem im Juni verstorbenen Vereinsmitglied Lehrer August Schneider, Ober-Gleen, der als Züchter reb­huhnfarbiger Italiener weithin bekannt geworden war, einen warmen Vachruf: die Versammlung ehrte das Andenken an den Entschlafenen in der üblichen Weise. Am 7. und 8. Dezember soll die alljährliche Geflügelausstellung stattfin­den, die diesmal auch für Mitglieder benachbarter Vereine zum Ausstellen offen sein soll. Als Preisrichter für Geflügel wurde der bekannte Züchter Vern, Pohl-Göns, vorgeschlagen. Mitte Januar 1930 soll die Vorführung eines Lehr­filmes über Geflügelzucht mit erläu­terndem Vortrag stattfinden. In der nächsten Versammlung am 20. Oktober sollen wichtige Aus­stellungsfragen besprochen werden. Im übrigen wurden noch einige Beschlüsse interner Art gefaßt.

mr. Grebenau, 1. Okt. Herr R. Kroll, der 35 Jahre lang der hiesigen Molkerei als Der- walter vorstand, verließ mit dem heutigen Tage un­seren Ort, um nach Mühlheim a. M. überzusiedeln. Die Molkerei verliert in ihm einen treuen, uner- müdlichen Verwalter und die Gemeinde einen all­seits beliebten Bürger. Auch der hiesige Gesängver- einEintracht", dem er stets als eifriges Mitglied und lange Zeit als Vorsitzender angehörte, sah ihn sehr ungern scheiden. Der Verein ehrte den Schei­denden am Samstagabend durch ein Ständchen. In einer Ansprache dankte der 1. Vorsitzende dem Schei­denden für die dem Gesangverein geleistete Arbeit und überreichte ihm eine Ehrenurkunde für 35jährige treue Mitgliedschaft. Die Molkereileitung überbrachte Herrn Kroll einen Ruhefessel.

Starkenburg.

Oer Brand bei der Bahnbedarf-A. G.

Lin zweites Todesopfer.

WSV. Darmstadt, 2. Oft. Dem Brande und der Kohlenstaubexplosion bei der Bahnbedarf-A-G. ist ein weiterer Arbeiter zum Opfer gefallen. Der Hilss«- arbeitet Heinrich Saul ist heute früh an den schweren Brandverlehungen im Stadttrankenhaus verstorben. Auch zwei Feuerwehrleute er­litten schwere Brandverlehungen. Die Feuerwehr mußte mit Gasmasken an den Brand­herd Herangehen. Da es sich innerhalb weniger Tage um den zweiten Grohbrand in der Abtei­lung der Firma handelt, haben Polizei und Ge- werbeinspektion eine Untersuchung eingeleitet.

Berliner Börse.

Berlin, 3.Okt. (WTB. Funkspruch.) Durch den plötzlichen Tod des Außenministers Dr. Stresemann ist man völlig überrascht. Der heutige Vor­mittagsverkehr ist daher g e s ch ä f t s l o s. Kurse werden nicht genannt, die Tendenz ist natürlich schwach. Man erörtert in Sanftreifen einen Aus- fall der heutigen Börse als Trauer- funbgebung. Am Devisenmarkt sind die Kurse fast unverändert. Kabel Berlin 4,1965 bis 4,1970, London gegen Berlin 20,3875, London gegen Kabel 4,8575, London'/egen Paris 123,90.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.

Anzeigenauftcäge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten.

Verdauungsstörungen,

wie man sie beseitigt.

Von Dr. med. Griebel, Frankfurt a. M.

Bei normaler Verdauung werden die wertlosen Nahrungsreste und verbrauchten Säfte, die sich im Darrn angefammett haben, durch regelmäßige Ent­leerungen aus dem Körper entfernt. Bleibt jedoch der Stuhlgang infolge von Verstopfung aus, so wer­den die Schlacken des Stoffwechsels zu lange im Darrn zurückgehalten und bilden den günstigsten Nährboden für Fäulnisstoffe und Darmgifte. Diese können in das Blut einbringen und viele Beschwer- den Hervorrufen. Mattigkeit, Angstgefühle, Schlaf­losigkeit, Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit sind häufig nur auf ungenügende Stuhlentleerung zurück- zuführen. Deshalb muß man mit größter Sorgfalt darauf achten, daß die Verdauung stets in Ordnung ist. Stellen sich Unregelmäßigkeiten ein, dann emp- stehlt sich der Gebrauch eines pflanzlichen Abführ, mittels. Eines der besten Mittel dieser Art sind Apo­theker Richard Brandts Schweizerpillen, die man in allen Apotheken erhält. Infolge ihrer rein pflanz- lichen Zusammensetzung beseitigen sie Verdauungs- Störungen mild und angenehm. Sie wirken zuver­lässig und find auch bet längerem Gebrauch voll- kommen unschädlich. 4733v