Ausgabe 
3.9.1929
 
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des Polizeibeamlen in der Brust. Die Leiche wurde nach dem Lrnfer Rathaus gebracht. Der Mörder ist nach den bei ihm Vorgefundenen Papieren der langgesuchte mehrfache Raubmörder 23 i e l u f, gebürtig aus Sorau (Riederlaufih). Dec Erschießung des Raubmörders ging ein erbit­terter Kampf voraus, in dessen Verlauf der Koblenzer Beamte in ernste Gefahr geriet, ebenfalls erschossen zu werden. Durch die Unterstützung zweier Rieverner Einwohner konnte der Mörder überwäl­tigt werden.

Oer Standort desGraf Zeppelin".

Friedrichshafen, 3. Sept. (B3B. Funk­spruch.) Mie von der Funkstation des Luftschiffbaus mitgeteilt wird, können die dortigen Funkbeamten feit etwa 23 Uhr die Funkzeichen der vordstation deutlich vernehmen. Um 1 Uhr MEZ. funkte das Schiff der Friedrichshafener werft folgenden Stand­ort: 1 Uhr MEZ. 35 Grad 22 Min. Nord, 26 Grad 40 Min. West. Alles in Ordnung. 3 Uhr M E Z.: 35 Grad 52 Min. Nord, 24 Grad West: 5 Uhr M E Z.: 36 Grad 15 Min. Nord, 21 Grad 12 Min. West: 9 Uhr vormittags M E Z.: 37,30 Grad Nord und 15,30 Grad West mit dem Kurs aus Kap Finlsterre. An Bord alles wohl?

Das Große Los auf Nr. 158 149 gefallen?

Montagnachmittag kurz vor 14 Uhr ist das Trohe Los in Höhe von 500 000 Mark gezogen worden. Cs entfiel auf die Nummer 158 149. Die Besitzer des Großen Loses, die es in der ersten Abteilung in Vierteln spielen, wohnen i n Groh-Strelitz in Oberschlesien. Die anderen Lpsinhaber, die die Glücksnummer in der zweiten Abteilung besahen, spielten sie in Achteln und haben ihren Wohnsitz in Braun­schweig.

Furchtbares Vrandunglück in England.

Bei dem Brande eines Wohnhauses in Smeth­wick bei Birmingham kamen elf Perso­nen in den Flammen um. Ein weiterer Haus- bewohner dTrb vermißt. Drei Mädchen retteten sich durch einen Sprung aus dem Fenster. Sie hatten bereits schwere Brandwundenn erlitten und muß­ten in ein Krankenhaus geschafft werden. Sämt­liche Opfer des furchtbaren Brandunglücks gehören drei Familien an. Unter den Opfern befindet sich eine ganze, aus Vater, Mutter und vier Kindern bestehende Familie. Das Feuer war in einem Laden in der Nähe des Thea­ters ausgebrochen, hatte den benachbarten Laden ergriffen und sich dann auf die über diesen Läden befindlichen Wohnungen ausgedehnt.

Roch ein Todesopfer von Vulr.

Die bei dem Eisenbahnunglück in Buir schwer verletzte Frau L e w t o w aus Poitiers ist im Laufe des Sonntags im Krankenhaus in Düren g e st o r b e n. Damit erhöht sich die Zahl der Todes­opfer auf 16. Das Befinden des Lokomotivführers Nordhaus hat sich gebessert.

Die Ueberschwemmungskalastrophe in Indien.

Die Meldungen über die großen Heberschwem- mungen in Sind und anderen Gegenden bis zur afghanischen Grenze werden immer ernster. Weite Strecken Landes sind Bereits überschwemmt. In dem Lleberschwemmungsgebiet liegen zahl­

reiche wichtige Städte und Dörfer. Die Negierung von Bombay steht nicht nur der Aufgabe des Abtransportes, sondern auch der Unterbringung und Ernährung der 100 000 von Menschen gegen­über, die, von Panik ergriffen, aus den betrof­fenen oder bedrohten Gebieten fliehen. Alle ver­fügbaren Truppen, sogar die Insassen der Ge­fängnisse werden zur Befestigung der Fluhufer an den wichtigsten Punkten verwendet.

Ein Trauerfall im Hause de» Reichspräsidenten.

Die einzige Schwester des Reichspräsidenten, Fräulein Ida von Benneckendorf und Hindenburg ist nach einer Operation im Auguste-Biktvria-Krankenhaus in Potsdam gestorben. Fräulein von Hindenburg lebte als Stiftsdame im Fräuleinstift in der Dehlert- strahe. Sie stand vor der Vollendung des 7 8. Lebensjahres. Reichspräsident v. Hin­denburg wird Dietramszell verlassen und sich nach De tlin zurückbegeben, um der Be­erdigung seiner Schwester beizuwohnen. Eine Reise des Reichspräsidenten nach Friedrichs­hafen zur Rückkehr des «Graf Zeppelin" wird unter diesen Umständen nicht in Betracht kom­men. Ramens der Reichsregierung hat der Reichskanzler dem Herrn Reichspräsiden­ten anläßlich des Hinscheidens seiner Schwester telegraphisch innige Anteilnahme aus­gesprochen

Der Berliner INädchenmord.

Sn der Mordsache Zäpernik hat das che­mische Untersuchungsamt des Polizeipräsidiums das Gutachten über die Kleider des Wäch­ters Schulz fertiggestellt. Die Blutflecken am Rocke des Wächters liegen so tief im Gewebe, daß man über ihre Zusammensetzung nichts Ge­naues sagen kann. Wie weit sie für den Wächter belastend sind, steht noch nicht fest. Schulz gab an, daß er den Rock bereits neun b i s zehn Sabre trage. In Stettin sei er einmal in eine Schlägerei geraten. Die Blutflecken konn­ten wohl daher rühren. An den Hosen des Wächters ist nichts Verdächtiges gefunden wor­den. Durch Zeugenvernehmungen wurde fest- gestellt, daß Schulz an jenem verhängnisvollen Montag zum letztenmal um 5.34 Uhr gesehen wurde.

Die Rrassenvergiftungen in Ungarn.

Von den 27 Frauen und drei Männern, die sich wegen der Massenvergiftungen im Szvl- noker Bezirk in Untersuchungshaft befinden, ljaben bisher zehn ein Geständnis ab­gelegt. Mehr als dreißig Leichen sind exhu­miert worden, bei fast allen wurden Spuren von Arsenik vorgefunden. Die Verteidigung beabsichtigt, den Boden des Friedhofs chemisch analysieren zu lassen, da die Möglichkeit be­stehe, daß das Arsenik aus dem Erdreich in die ©arge gedrungen ist. Sn den Dörfern Tisza- kürt und Czibakhaza ist man gleichfalls Dergif- tungsfällen auf die Spur gekommen. Auf dem Friedhof von Czibakhaza wurde vor einigen Ta­gen aus einem Grabe der Sarg beseitigt, ver­mutlich um die Untersuchung zu verhindern.

Das Ende des Trinkers.

Dor wenigen Tagen verübte in Berlin die 27jährige Frau GertrudTaub er mit ihren zwei- und einjährigen Kindern in ihrer Woh­nung Selbstmord. Frau Tauber hatte wäh­rend der Abwesenheit ihres Mannes, der dem

Alkohol stark zuneigte, die Gashähne geöffnet Der Mann, der zunächst verschwunden war, fand sich am Dienstag wieder in der Woh­nung ein. Er nahm sich die Tat seiner Frau so zu Herzen, daß er sich aus dem Fenster der im vierten Stockwerk gelegenen Wohnung auf den H o f hinab stürzte. Er starb bald an den erlittenen Verletzungen.

Berliner Börse.

Berlin, 3. Sept. (WTD. Funkspruch.) Nach­dem es gestern abend in Frankfurt auf Deckungen eher freundlicher war, ist im heutigen Früh­verkehr bei stillem Geschäft eine Tendenz noch nicht ausgesprochen. Man taxiert vorläufig we­nig veränderte Kurse, doch wird viel für die Börse selbst von der Weiterentwicklung ,des Kunstseidenmarktes abhängen. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,93, London gegen Mailand 92,70. London gegen Spanien 32,91, London gegen Kabel 4,8480, London gegen Berlin 20,37 und Kabel gegen Berlin 4,2015.

Erweitertes

Schöffengericht Gießen.

* Gießen, 28. Aug. Wegen Rückfalldiebstahls hatte sich ein auswärts wohnender Althändler zu verantworten. Gelegentlich einer Fahrt nach Gießen sah er auf dem Feld in der Gemarkung Rödgen einen fast noch neuen eisernen Pflug stehen, den er abends auf der Rückfahrt auf seinen Wagen lud und mitnahm. Er bestritt den Diebstahl und will den Pflug durch seinen Mit­arbeiter erhalten haben, den dieser unterwegs während seiner Abwesenheit von einem Unbe­kannten gekauft haben wollte, was dieser aber entschieden bestritt. Das Gericht schenkte den An­gaben des Angellagten keinen Glauben und ver­urteilte ihn wegen Diebstahls zu fünf Mo­naten Gefängnis.

Der Vorsitzende einer auswärtigen Kranken­kasse hatte in einem an die Verwaltung der hiesigen Augenklinik gerichteten Schreiben, das der Geschäftsführer der Krankenkasse entworfen hatte, die Assistenzärzte dieser Klinik verdächtigt, daß diese aus persönlichen Gründen die Patien­ten an bestimmte Optiker verwiesen. Wegen dieses ungeheuerlichen Vorwurfs stellte die vorgesetzte Behörde der Betroffenen gegen den Verfasser und Unterzeichner des Schreibens Strafantrag wegen Beleidigung. Sn der heutigen Verhandlung wurde in eingehender Beweisaufnahme einwand­frei festgestellt, daß diese Unterstellungen jeg­licher tatsächlichen Grundlage entbehrten. Trotz­dem kam aber das Gericht zu keiner Verurtei­lung des Angellagten, da sich herausstellte, daß der erforderliche Strafantrag nicht innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist eingegangen toar. Das Verfahren muhte daher eingestellt werden.

Eine geschiedene Frau, die von einem auswär­tigen industriellen Unternehmen zum Werben von Anschriften von Sntereffcnten für Staub­sauger angestettt war, hatte in drei Fällen Be­stellscheine gefälscht und dem Gefchästsleiter zwecks Erlangung der Provision übergeben. Sn einem Fall erhielt sie auch sofort die Provision aus­gezahlt, in den beiden anderen Fällen wurde die Fälschung aber noch vorher aufgedeckt. Wegen

schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit m!t Betrug wurde die Angeklagte unter Zubilligung mildernder Umstände zu zwei Wochen ®<t'- fängnis verurteilt.

Oie Wetterlage.

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Montaa, iQ. Sept- 1929-7 aMs

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(3 wolkenlos. o neuer, o nato bedeckt. ® wolkig, q Gedeckt eKegtts V Schnee G GPaupein. s Nebel K Gewitlfr.@Windstille.-O-, sei» cicnter 0$i massige/ Südsüdwest, q stürmische» nordweft Oie Pfeile fliegen mit dem Winde. Pie oeiden Stationen stehenden Za» ten gehen die Temperatur an. Die Linien verbinden Orte mit gleiche® »ul Meeresniveau umoertxtineien Uilldruct

Wettervoraussage.

Durch die aufziehende nördliche Störung gelang­ten etwas kühlere Luftmassen nach Deutschland, die in den heutigen Morgenstunden einen schwachen Temperaturrückgang verursachten. Dabei hat sich der hohe Druck, der sich gestern über den britischen In- sein entwickelt hat, nach Mitteleuropa ausgebreitet. In seinem Bereich dauert zunächst das meist heitere Wetter fort, jedoch werden später durch die Fortbe» wegung des Hochdruckgebietes die Winde auf Süd- osten und Süden drehen. Dabei setzt Barometerfall ein und durch die westliche Störung dürfte es zum Auszug von Bewölkung kommen. Die Temperaturen behalten ihre hohen Werte noch bei.

Wettervoraussage für Mittwoch. Heiter, .später leichte Bewölkung, warm unb trocken.

Wetterausfichten für Donnerstag. Roch warmes Wetter und zeitweise Bewölkung.

Lufttemperaturen .m 2. September: mittags 29,9 Grad Celsius, abends 23,5 Grad: am 3. September: morgens 16,5 Grad. Maximum 30,1 Grad, Minimum 15,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. September: abends 27,2 Grad: am 3. September: morgens 20,2 Grad Celsius. Sonnenfcheindauer 10% Stunden.

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