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Nr. 180 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheften)Samstag, 5. August (020

Wirtschaft.

Zur Lage des Baumarktes.

DaS Institut für Konjunkturforschung ver­öffentlicht in feinem neuesten Wochenbericht eine eingehende Darstellung über die gegenwärtige Lage des Baumarktes und seiner ver­schiedenen Sparten sowie über den Stand der Wohnungsbau-Finanzierung. Wenn gegenwärtig die Beschäftigung im Baugewerbe einen niedrigeren Stand gegenüber der gleichen Zeit der Jahre 1927 und 1928 aufweist (um 5 bzw. 2.5 Prozent geringer), so ist dies in der Hauptsache durch eine starke Verminderung der gewerblichen und öffentlichen Bautätigkeit be­dingt. Dagegen ist die Produktionsleistung des Wohnungsbaus im bisherigen Verlauf des Jah­res kaum hinter der der gleichen Zeit des Vorjahres zurückgeblieben und die Zahl der im Jahre 1929 fcrtiggestellten Wohnungen dürfte die des Jahres 1928 erreichen. Im gewerb­lichen Bau sind zwar die Bauvollendun- gcn etwas höher (1,9 Prozent), doch sind die Baubeginne sowohl der Zahl als auch dem Bauvolumen nach stark gesunken (um 12,3 bzw. 26,6 Prozent).

Alles in allem dürfte die Arbeitsleistung im gewerblichen Hochbau in der ersten Hälfte der Bausaison um mehr a l s 10 Prozent geringer sein, als in der gleichen Zeit des Borjahres. Roch stärker ist die Beeinträchti­gung bei den Bauplanungen, die erteilte Boucrlaubnisse in den ersten fünf Mo­naten des laufenden Jahres sind um rund 30 Prozent geringer. 2m öffentlichen Bau beein­trächtigte die gespannte Finanzlage der öffentlichen Körperschaften die Bau­tätigkeit. Der Gesamtabsah an Bau­

stoffen dürfte entsprechend dieser Ent­wicklung in den ersten sechs Monaten des Jahres um 10 bis 15 Prozent unter der Dor- jahrshöhc liegen, wobei zu berücksichtigen ist, daß gegenwärtig der saisonmähige Höhepunkt des Baustossabsahes bereits erreicht ist. Die Beeinträchtigung des gewerblichen und öffent­lichen Baues sowie die Finanzschwierigkeiten für Wohnbauten lassen es fraglich erscheinen, ob in diesem Jahre der Baustoffabsah den vorjährigen Umfang erreichen kann.

Der Zugang an langfristigen Mitteln für den Wohnungsbau war etwas geringer als im ersten Halbjahr 1928, nämlich 1525 Millionen Mark gegen 1625. Wenn bisher die für den Wohnungsbau aufgebrachten Mittel nur wenig hinter dem vorjährigen Betrag zurückgeblieben sind, so war dies nur dadurch möglich, daß die Geldinstitute einen erhöhten Teil ihrer Gesamt- ausleihungen dem Wohnungsbau zugeleitet ha­ben. Der Anteil der städtischen Hypotheken- und Kommunaldarlchcn am gesamten langfristi­gen Kredit Hot sich weiter stark erhöht. Es hat sich in den Finanzierungsquellen eine be­deutsame Umschichtung vollzogen, indem nämlich die Sparkassen entgegen den Erwartungen als Kreditgeber stärker hcrvorgetreten sind und min­destens etwa 100 Millionen Mark mehr Woh­nung s b a u h y p o t h e k e n als in der ent­sprechenden Zeit des Borjahrcs ousgeschüttet haben.

Wochenbericht

oom Frankfurter Effektenmarkt.

In der neuen Derichtswoche bot das Aus­sehen der Börse wieder ein t r o st l o s e s Bild. Der bevorstehende Liquidationstag legte derSpe- kulativn große Zurückhaltung auf, und verein-

ze'te günstige Momente konnten sich nicht aus- | Wirten. Der a ngespannlere Geldmarkt, die Einstimmigkeit über den Derhandlungsvrt der schon in aller Bälde stattfindenden Regierungs- lonserenz, die zumeist schwächeren Auslandbörsen und die großen Goldabslüsse der Bank von Eng­land an Frankreich und Deutschland drückten merklich auf die Stimmung. Das Geschäft be» wegte sich in den denkbar engsten Grenzen und stagnierte fast vollkommen, da die Beteiligung des Auslands sowie der Dankkundschaft wieder fehlte, was der Börse eine Stühe hätte bieten können. Dazwischen kam noch die zweitägige Anierbrechung des Geschäftes, wodurch sich die Dör'enbesucher noch weniger geneigt zeigten, ir­gendwelche Engagements ernzugehen. Doch nahm die Haltung ein etwas freundlicheres Aussehen an; der Rücktritt des Ministers Poincare löste aber eine gewisse Besriedigung aus. und zwar insofern, da man aus diesem Grunde hofft.

B r i a n d werde eine größere Handlungsfreiheit besitzen. Doch neigte die Stimmung bald wieder nach unten, man vertrat die Ansicht, daß durch die Reubildung des französischen Kabinetts, die doch sicher längere Zeit in Anspruch nehmen dürfte, der auf den 6. August festgesetzte Der- Handlungsbeginn nicht eingehakten werden könne. Auch einzelne nachteilige Momente traten jetzt wieder stärker hervor unö trugen zu einer er­heblichen Dcrschlechterung der Tendenz bei. Die Goldabflüsse der Bank von England, wo­durch wieder Diskontcrhöhungsbc- fürchtungen auftauchten, der Rückgang der Ruhrkohlenförderung, die Rede Snowdens im llnterhause über den Doungplan, dies waren vor allem die nachteilig empfundenen Gründe. Bei der immer mehr um sich greifenden Ab­wärtsbewegung unternahm auch wieder die Baissepartei einen Borstoh, der jedoch nie besonders an Ausdehnung gewinnen konnte, da der Grundton der Börse eine gewisse Wider­standskraft zumeist immer behielt. Die Spekula­tion schritt aber doch infolge der sich auch hier bemerkbar machenden schlechteren Geldmarkt­verhältnisse zu Abgaben, zum Teil sogar zu Angstverkäufen. Als jedoch weitere Exekutionen ausblieben, schlug die Tendenz um, und es war eine allgemeine Befestigung zu erkennen. Das Rachlassen der Goldabflüsse der Dank von Eng­land, wodurch di.e Mutmaßungen einer Dis­konterhöhung an Bedeutung verloren, und die daraufhin eingetretene Erholung des Sterlings­kurses gaben der Börse einen starken Anreiz. Die Spekulation bekundete jetzt wieder lebhaf­teres Deckungsbedürfnis; auch hält man den 111- timo für überstanden. Es machte sich verschiedent­lich Interesse von Ausland- und anderen Kreisen bemerkbar, so daß sich das Geschäft reger ge­stalten konnte. Aber nur Spezialwerte konn­ten in erster Linie hiervon profitieren. Die Rebenmärlte lagen weiter still. Besondere Rach­frage bestand siir Montan- und Elektro­papiere. Die in dieser Woche eingetretenen Berluste konnten nicht immer aufgeholt werden; denn der Repo-rtgeld auf schlag muß berücksichtigt werden. Die Kurse lagen eher noch unter dem Riveau der' vergangenen Woche. Besonders schwach waren wieder Glanz st offaktien mit minus 12 Prozent. S iemens lagen 5Pro­zent, K a l i w e r t e bis 7 Prozent, Berliner Handelsgesellschaft 4 Prozent. Licht & Kraft, Deutsche Erdöl, Stahlver­ein. Schuckert und AEG. bis 2 Prozent niedriger. Don internationalen Aktien konnten dagegen Svenska 5 Mark gewinnen. Aber auch Zellstoff Wald Hof. Schiffahrt s- popiere, Ilse Bergbau, Harpener und Rheinische Braunkohlen waren ge­suchter und fester. Bei letzteren muß der Divi­dendeabschlag berücksichtigt werden. Besonders erwähnenswert waren Mansfelder, die 5 Prozent höher lagen. Die übrigen Märkte waren gehalten.

Zum Schluß der Woche war die Stimmung weiter recht freundlich, vor allem stimulierte der unverändert belassene Diskontsatz der Dank von England. Das Geschäft nahm in Spezialwerten recht lebhafte Formen an, da eintreffende Aus­landorders mitbestimmend waren. Aus dem Rah­men traten vor allem am Elektromarkt Elek­trische Lieferungen; man vermutet hier die Einbeziehung dieses Unternehmens in den Jnteressenkreis der General Electric, und dieses Papier gewann bei sprunghaften Steigerungen 14 Prozent. Auch die übrigen Elektrowerte konn­ten hiervon gewinnen. Rur AEG. hatten hier­unter leiden und lagen auf Tauschoperattoncn eher etwas vernachlässigt. Etwas mehr in den Vordergrund rückten noch Montanwerte. Es traten im allgemeinen weitere Besserungen bis zu 3 Prozent ein. Renten schlossen sich der allgemeinen Bewegung ebenfalls an. Am Geld­markt war Tagesgeld nach vorübergehendem Mangel wieder angeboten und leichter. Am De­visenmarkt konnte sich das Pfund erholen, sonst waren hier Donderbewegungen nicht auf­zuweisen.

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Arn P rodelt enmarkt war in dieser Woche das Geschäft wieder stiller, da kaum Anregungen Vorlagen. Die Tendenz neigte zumeist eher zur Schwäche, da die niedrigeren Auslandmel­

dungen ungünstige Aufnahme fanden. Inland- an gebot war zur Genüge vorhanden, die Provinz muhte mit ihren Forderungen nach­geben. und erst auf dem ermäßigten Riveau ka­men Umsätze zustande. Weizen wurde immer noch nicht notiert. Roggen war gesuchter. Das Angebot blieb hierin klein. Am Mehlmarkt wurde Weizen- und Rvggenmehl gegen Ende der Woche lebhafter begehrt. Besonders Weizenmehl konnte sich träftig erholen. Am Futtermittel markt lagen Mais für Futtermittel und Weizen- und Rog­ge n k l e i e vrnachlässigt und schwächer. Bis zum Wochenschluh wurde die Stimmung auf hö­here Auslandnotierungen wieder freundlicher, und es konnte sich eine allgemeine Befestigung durch­setzen. Rur der Futtermittelmarkt blieb gedrückt. Im Dergleich mit den Rotierungen der vorigen Woche zogen Roggen eine viertel Mark, Wei­zenmehle je dreiviertel Mark und Roggen» m e h l eine halbe Mark an. Weizen- und Roggenkleie gaben je eine viertel Mark, und Mais eine halbe Mark nach. Die Woche schloß zu folgenden Rotierungen: Roggen 22,50, Hafer (inländischer) 22,75 bis 23, Mais 22,25, Weizenmehl 39,25 bis 42,50, niederrheinisches 39.25 bis 42,50. Roggenmehl 31,25 bis 32,25, Weizenkleie 11 und Roggenkleie 12,50.

Wochenbericht

vom Frankfurter Schlachtviehmarkt.

3n dieser Woche entwickelte sich am Frank­furter Sch^ichtviehmarkt recht lebhaf­tes Geschäft. Der Grund war aber in erster 2i» nie in dem sehr geringen Auftrieb zu suchen. Die Preise schnellten an allen Märkten sprung­haft in die Höhe. Besonders Schweine, aber auch Rinder waren schon nach ganz kurzer Zeit ausverkauft und im Preise beträchtlich er­höht. Am Rebenmarkt lieh dagegen das Ge­schäft am Anfang wieder nach, da im Gegen­satz zu den sonstigen Rebenmärkten beträchtlich mehr Bieh angetrieben war. Die Preise erfuh- ren auch selbstverständlich einen ganz empfind­lichen Abschlag. In Kälbern und Schafen blieb das Geschäft unverändert rege, doch blieb bei ersteren ein Rückgang der Preise nicht aus. der Gesarntauftrreb bestand aus 1032 Rin­dern, darunter befanden sich 145 Ochsen, 58 Dul­len, 432 Kühe, 186 Färsen, ferner 1660 Kälber, 224 Schafen und 4215 Schweinen. 3m Vergleich mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 820 Rinder und 670 Schweine weniger an­getrieben, während 87 Kälber und 75 Schafe mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A I 62 bis 65, 11 56 bis 61, 6 I 50 bis 55, Dullen A 55 bis 59,

B 50 bis 54, Kühe A 51 bis 54, B 45 bis 50,

C 38 bis 44, Färsen A 62 bis 66, B 56 bis 61,

C 50 bis 55, Kälber B 73 bis 77, C 68 bis 72,

D 60 bis 67, Schafe A I 50 bis 59, B 42 bis 49, Schweine B 86 bis 90, C 87 bis 91, D 87 bis 91, E 84 bis 88. Verglichen mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Rinder bis zu 7 Mark, Kälber bis zu 2 Mark und Schweine bis zu 6 Mark teurer.

* 8,19 Milliarden Sparkassenein­lagen im Deutschen Reich. Ende 3uni beliefen sich die Spareinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 8190,1 Mill. Mk. gegen 7998,9 Mill. Mt. Ende Mai 1929. Der Derichtsrnonat weift mithin einen Zuwachs von 191,2 Mill. Mk. auf. 3m einzelnen betrugen die Einzahlungen 631,2 Mill. ME (davon aus Aufwertung 123,9 Mill. Mk. und aus Zinsgutschriften 2.5 Mill. Mk.). und die Auszahlungen 440,0 Mill. Mk. Die Scheck-, Giro-, Kontokorrent- und Depositenein­lagen stellten sich Ende 3uni auf 1384,4 Mill. Mk. gegen 1418,1 Will. Mk. Ende Mai.

* Konkurs des Franks urter Dank­hauses Gustav Wolff & Co. äleber das Vermögen der kleinen, vor kurzem zahlungs­unfähig gewordenen Dankfirma Gustav Wolf & Co., Frankfurt a. M., ist das Konkursverfahren eröffnet worden, da ein Vergleich mit den Gläu­bigern nicht herbeigeführt werden konnte. Der Fall ist für die Frankfurter Dorfe ganz ohne Bedeutung.

* DieWeinernteaussichten inRHein- Hessen. Bis jetzt ist das Auftreten von Pero- nospora und Oidium in Rheinhessen zwar er­folgt, aber die Witterung begünstigte die Aus­breitung dieser Krankheiten nicht, und die Be­kämpfung wurde in der besten Weise durch­geführt. An einzelnen Stellen wird freilich ein stärkeres Auftreten der Peronospora gemeldet. 3m allgemeinen stehen die Reben günstig, sie

weisen viel Laub und einen schönen Behang auf. Rur dort, wo der Winterfrost geschadet hat. ist die Situation wesentlich ungünstiger. Viel« Reben sind in letzter Zeit gelb geworden und in der Entwicklung zurückgeblieben. Dringt der August noch die erforderliche Hitze, die zum Durchreisen der Trauben nötig ist, so ist mit einer einigermaßen erträglichen Ernte zu rechnen.

Rumän ischer Lokomolivaustraa 1 ür Deutschland. Wie WTD.-Handelsdienst auf Anfrage von beteiligter Seite hört, ist ein Auftrag auf Lieferung von rund 100 Lokomo­tiven für die rumänische Staatsbahn gegen star­ken ausländischen Wettbewerb nach Deutschland an ein unter Führung der A.C.G. stehendes Konsortium gefallen.

Das Abkommen der A. E. G. mit der 3ntcrnational General (Electric C o. Zwecks Derteisung der Zusammenarbeit A. E. G. - 3nternational General Electric Company wird diese auf Grund eines Abkommens 30 Millionen Reichsmark Stammaktien der 2L E. G. zum Kurse von 200 Prozent erwerben. Gin Teil dieser Ak­tien soll durch Erhöhung des Aktienkapitals der A E. G. um bis zu 23,75 Millionen Reichsmark beschafft werden, der andere Teil aus den in Stammaktien umzuwandelnden Dorzugsaktien der A. E. G. im Gesamtbeträge von 36,25 Mil­lionen Reichsmark. Bon diesen, durch Umtausch der Vorzugsaktien geschafsenen Stammaktien sol­len die bisherigen Vorzugsaktionäre 50 Prozent auf ihren Rennbettag an Vorzugsaktien zuzüg­lich einer Barentschädigung von 120 Reichsmark erhalten für je 600 Reichsmark nominell Vor­zugsaktien. Der Plan der in Aussicht genom­menen weitergehenden Zusammenarbeit umfaßt alle Teile der Welt und bezweckt vor allem eine Verstärkung der freundschaftlichen Beziehungen zu den nationalen Starkstromfabrikattonsunter­nehmungen in den Hauptindustrieländern Euro­pas, die yrit beiden Konzernen im Vertragsver­hältnis stehen.

frankfurter Abcudbörse.

Frankfurt a. M., 2. Aug. An der Abendbörso blieb die Stimmung freundlich, wobei sich das In­teresse weiter auf den Elektromarkt konzentrierte. A.E.G., die gegen den Berliner Schluß c twas niedriger einsetzten, später aber wieder anAogen, standen wieder im Mittelpunkt des Geschäftes, trotzdem über das Ergebnis der Aufsichtsratssitzung der A.E.G. noch nichts bekannt war. Etwas leb­hafter gefragt und fester waren ferner Schuckert und Chadeaktien. Auch J.-G.-Farben konnten leicht anziehen. Im Freiverkehr waren Kaliwerte auf die Einigung Wintershall-Burbach weiter gesucht, Kali- Industrie 235 Geld, Bürbach 215 Geld. Die übri­gen Märkte lagen bei wenig veränderten Kursen fast geschäftslos. Gegen Schluß, als die Abmachun­gen zwischen A.E.G. und General Electric bekannt wurden, verstärkte sich die Nachfrage nach A.E.G. Abi. Schuld 10,50, Barmer Bank 127,50, Com­merzbank 184,25, Danatbank 277, Diskonto 154,75, Neichsbank 314, Buderus 76, Gelsenkirchen 136, Harpener 145,50, Aschersleben 237, Westeregeln 243, Mannesmann 120,25, Mansfeld 139, Phönix 104,75, Rheinische Braunkohlen 284,50, Rheinstahl 126, Stahlverein 112, A.E.G. 201,50, Bergmann 231.

(In einem Teil der Auflage wiederholt.)

Kommunistenverhastungen in Hamburg

Hamburg, 2. Aug. (DTB. Funkspruch.) 3m Zusammenhang mit den gestrigen k o m m u ni st i - scheu Demonstrationen nahm die Polizei im Laufe der Rächt eine größere Anzahl von Leu­ten fest. 2 2 Personen werden dem Gericht zugeführt.

Neuer Rekord derBremen".

Bremen, 2. Aug. (DTB. Funkspruch.) Die Bremen hat für die Rückfahrt von R e u - york nach Bremerhaven 4 Tage und 17 i Stunden gebraucht. Das ist für diese Richtung ein neuer Rekord.

Zur Begrüßung derBremen nach glücklicher Fahrt hatten sich Vertreter der Reichs­regierung und des Bremer Senats nach Bremer­haven begeben. Auf der Kommandobrücke waren Kapitän. Offiziere, Ingenieure und eine Deputation der Mannschaft derBremen versammelt. Bei den Begrüßungsansprachen wurde der neue Rekord, die Erwerbung desBlauen Bandes, er­wähnt. Der Dank Bremens und ganz Deutschlands sei den Erbauern, dem Führer des Schiffes und allen am Bau des Riefendampfers Beteiligten sicher.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.

Berlin, 2- August

>traut)an a.

der.tn

Datum

1.8.

109,5

393

394

156,25

54,5

51

55

65,75

123,5

123,75

122

117

Banknoten.

239.5

158

Schluv Sitte

220

152,5

90.5

207,25

222

150,4

10 , 8

10

12 12

18 14

12

12

299,5

239,5

392

305

239

155,5

109,13

195,75

51,75

54,65

50,5

201

8 0 0

6

10 , 0 . 5 , 6 . 0 . 6

11 . 0

220

150,75

54,75

64

301,5

239,5

394

305

238,75 156,25 108,65

195,5

53,4 54

205,5

24

90.9

207

Amft-.Nott. Buen.-Aires Brss.-Antw- Cbristiania - Kopenhagen Stockholm . Helnngfors.

S chlu&- Rur.

Devisenmarkt Berlin - Frankfurt a. UL

Telegraphische Auszahlung.

Network . . Paris.... Schweiz .. Spanien. . Japan - - . >Hio de Jan. Wen in D-« £et- abgest.

. 8

. 8 10

. 8

. 8

10

. 8

. 8

Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruguay. . Cairo . . .

Französische Noten.....

Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Skaten Deutsch Lestrrr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten Schweizer Noten .

Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten.......

-I

50 I

.vrant'un a.'.'.u. | Merlin

18- 70975"

Geld

16,46 167,68

21,98 111,40 59,055

2,47 112,03

80,65 61,03

12,385

72,90

Philwo Holzmann ....

Heidelberger Cement . - Gement Karlstadt Waytz & Freitag

Schultheis Patzenhoser . . . Cftaerte.........

Ser. Glanzstoss Bemberg goss Waldhos oh Aschaffenburg . . . ottenburger Wasser . .

Dessauer Gas.......

Daimler Motoren Deutsche Maschinen-Fadrst . Adlerwerte Klever.....

Ludw. Rat. Automobil ..... Crenftcin 4 Koppel . . . . Leonhard Tietz . . . . . Bamag-Meauin......

Franks. Maschinen Gritzner..... . . .

aenftaebt......

.........

Lechwerie. Mainlrasiwerke......

Miag...........

Nelmsulmer.......

Peters Union ...... Gebr. Roeder.......

Boigt» Haessner.....

Südd- Zucker.......

LM-utzl. Abend- bdne

2-8.

109 134

Brief

16,52

168,36

22,06

111,84

59,295

2,49

112,47

80,97

61,27

12,445

73,20

Schlugt. Mittag. bdne

2 8-

109

Frank,urt u. ?j<.

L« » < >-

Schluß- Kur:

Schluß!. Abend bör-r

Schlup Kurt

Schlutzl Mittag- b6rle_

Datum

1.8.

2-8.

1.8.

2 8.

5% Dt. Retchsanleche u.

Dt. Anl.-Ablös.Schuld mit 8ÜtS-

87,35

51,1

87,25

87,25

los.-Reckiten

51

51

51

Desal. ohne AuSlos.-Rechte . . - 7% Franks. H»p-Bk. Goldpf. un-

10,275

10,3

10,38

10,4

lUriDDul DU» 1JO6«

*y2% Rheinische Hyp.-Bank Ligu.-

_

A-E.G- abg. Borkriegs-Obligation.,

4% Schweiz. Bundesb.-Anl.. . .

4% Lesterreichische Goldrte.. . -

2,35

2,35

4,2U/o 8-'C|icri. cuuituv. .

4% Oesterreich, einheitl. utte. . -

1,925

1,925

1,920

22,8

22,75

22,9

23

4,0 ungan,u)e vyuium.. - -

4% Ungarische Siaatsr. v. 1910 .

19,9

19,9

20

4*2/0 vevgl. von *

Ungarische Kronenrie.....

1,85

1,8

1,85

4% Türk. Zollanlethe v. 1911 . - 4% Türkische Bagdadbahn-Anl., Serie ............

4°L desgl. Serie 1l. ... - - -

7,525

171

7,9

7,7

7,5

7,65

7,7

7,7

7,5

7,65

7,6

777

4% Rumänen convert. Rte. . - -

<yt% Rumänen Goldanl. von 1913

eilig. Deutsche Eisenbahn . . 4*/i

Hamdurg-Amerika Paket ... 8

123,75

123,75

123,65

1 _

123,75

Hamb.-Südam. Dampssch. . 8

186

163,25

162,75

Norddeutscher Lloyd.....8

115,75

115,5

115,75

115,75

eilig. Deutsche Creditanst. . . 10

126,5

126,25

126,5

126,5

Barmer Bankverein .... 10

127,5

127,5

127,25

127,5

Berliner HandelSgesellsch. . . 12

209

210

209,25

211

(Sommers- und Prioai-Bank . 11

183,75

184,25

183,75

184

Darmst. u. Nationalbank . . 12

277,5

277

277

276,75

Deutsche Bank......10

170

170

170,25

170

Diskonto-Gesellschast An».. . 10

155

154,75

154,75

154,75

Dresdner Bank......10

160,25

160,25

160,25

160

Metallbaui. ....... .8

_

fflMrfiahrmf ........ 12

314

314

314,5

Schluv- »ur

Schluß! Adens dörre

Schlup- Kur-

Schlugt. Mittag, dörre

Datum

1-8-

2-8.

1.8-1

2-8.

A.E.G............®

Bergmann.........y

Oeltr. Lieserungen.....1»

Licht und Straft......

Felten & Guilleaume.....6

Ges. f. Elektr. Untern.....10

Hamb. Elektr. Werke .... 10

Rhein. Elektr.........«

Schles. Elektr........W

Schuckert . . ........®

Siemens & Halske ..... 12

Deutsche Erd dl.......6

Essener Steinkohle......8

Geilenkirchener ... f. Yi 3- 4

Harpener..........6

Hoesch Eisen.........8

Ilie Bergbau..... 8

Klöcknerwerke........«

KSln-Neuessen........9

Mannesmann........8

Mansselder.........7

Lberschles. Eisenb. Bedars. . . 5

Lberschles. kokswerke.....6

Phönix Bergbau......bVi

Rheinische Braunkohlen... 10

Rbeinstahl . . . s. '/«Jahr 4H

Riebeck Montan......7,2

Bereinigte Stahl»......*

Otavi Minen.......L 5d

Kali Aschersleben.....10

Kali Westeregeln......10

Kaliwerk Salzdetsurth ... 15

I. ®. Farben-Industrie ... 12

Dynamit Rodel...... 6

Scheideanstalt........ 9

Goldschmidt ........ E

Metallgesellschast. U

197,5

228,5

168,5

211,75 138,75

216,25

229,5

383

171

76

136,5

146,5

219

112,5

121,5

105

285,5 126,5

112,25

237

243 397

226,5

158 75 85

126

201,5

231

170

215,5

142,5

219

234

387,25

172

76

136

145,5

219,5

112,5

120,25

139

104,75

284,5

126

112

237

243

398

226,4

157

76

84,5

126

197,65

22 ,13 168,75

210,75

138

215,5 142

151

186,75

229,5 384,75

144 171

76

114

139,25 136,4

145,5 132,5

218,5

113

128,75

121,25

140

88,25 108,75 105,13

284,5

126,4

138

112,4

65

237,25 243,25

397

226,25

76,5 85,25

125,75

200,4 231,75

169,75 213,25

141,5

218,5 142

153

187,25 231

386,9 147

76 114,75 138,25

136

132

219,5 112,75

128,5 120,4

139,25

109,4 104,75

283,5 126 138

112

65

236,25 243,5

398,25

226

76,75 85,25

125,75

1. August

2. August

Amtliche Notierung

Geld 1 Briet

Amtliche Notierung

Geld Brief

168,06

168,40

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1,763

1,759

1,763

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111,70

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20,343

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18,82

18,78

18,82

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5,42

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4,126

4,134

4,126

4,134

20,87

I 20,91

20,865

20,905

Berlin. 2. August

Geld

Brief

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4.168

4,188

58,32

58,56

111.40

111,84

Erratische Noten. » » ».

20,31

20,39