Ausgabe 
3.7.1929
 
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Die Jagd im Juli

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WSN. Frankfurt a.M., 1. Juli. In der gest­rigen Sitzung des Landesausschusses der

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

Klein-Linden, 2. Juli. Seit einiger

" Oeffentliche Dücherhalle. 2mIum wurden ll 45 Bande ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 793, Zeitschriften 60, Iugendschriften 63, Literaturgeschichte 6, Ge­dichte und Dramen 7, Länder- und Völkerkunde 61, Kulturgeschichte 1, Geschichte und Biogra­phien 90, Kunstgeschichte 15, Naturwissenschaft und Technologie 25, Heer-; und Seewesen 3, Haus- und Landwirtschaft 1, Gesundheitslehre 2, Religion und Philosophie 8, Staatswissenschaft 7, Sport 2, Fremdsprachliches 1 Band. Nach auswärts kamen 6 Bände. Neu angeschafft und gern gelesene Bücher in Auswahl: Schöne Literatur: Hans Friedrich Dlunck: Kampf der Gestirne: Gustav Friedrich Renker: Der ster­bende Hof: Bernhard Voigt: Auf dorniger Pad: Io van Ammers-Küller: Die Frauen der Coorn- velts: Ioher Galsworthy: Die Forsyta-Sage: Martin Andersen Rexö: Stine Menschenkind. Länderkunde: Arthur Dix: Politische Geo­graphie: Hans Grimm: Dreizehn Briefe aus Deutsch-Südwestafrika; Arthur Heye: Brennende Wildnih: derselbe: Unter afrikanischem Groh- wild; Leo Frobenius: Zur Herrlichkeit des Su­dan: Erich Koch-Weser: Rußland von heute. Geschichte des Weltkriegs: Kriegsbriefe gefallener Studenten: Hans Carossa: Rumäni­sches Tagebuch. Lebensbeschreibung: Heinrich von Treitschke: Deutsche Männer; Fried­rich Ebert: Kämpfe um Ziele; Karl Storck: Mozart. Naturwissenschaft: Richard Goldschmidt: Die Lehre von der Vererbung: Joh. Thienemann: (Die Vogelwarte) Rossitten: Bengt Berg: Abu Markub. Technik: Anton Flettner: Mein Weg zum Rotor: Ludwig Selt­mann: Mit demZeppelin" nach Amerika (Auf­nahmen eines Malers über dem Ozean mit er­läuterndem Text): Michael Pupin: Vom Hirten-

Partei Hessens will der Entscheidung der mahgeben» den Instanzen in Sachen der Ferngasver« s o r g u n g nicht vorgreifen. Sie erwartet jedoch aufs bestimmteste, dah bei der Entscheidung nicht allein die rein wirtschaftliche Betrachtungsweise des Augen­blicks den Ausschlag gibt, sondern dah im Interesse der künftigen Entwicklung des Rhein - M a i n Gebietes auch dem Gesichtspunkt des Zusam­menschlusses dieses Gebietes Rechnung getragen wird. Schon aus diesem Grunde begegnet die vertrag­liche Bindung an die R u h r g a s - A.- G. schwersten Bedenken. Die Demokratische Partei wünscht, ohne sich nach der einen oder anderen Richtung zu binden, dah das neue Angebot der S ü d w e g a und alle weiteren Angebote ebenso gründlich geprüft werden, wie die übrigen Angebote. Wir verlangen ferner, dah vor der Entscheidung die wesentlichsten Verbraucher und die größeren Städte als Verbraucher gehört werden."

Auftrage des Städtischen Elektrizitätswerkes Gießen und der Prometheus-Gesellschaft das Thema be- handelte, besprach eingehend die Vorteile, die der Gebrauch des elektrischen Bügeleisens gegenüber dem Kohlen- und Gaseisen biete und gab wertvolle An­weisungen für die Behandlung der Wäsche, vom Einseifen und Einweichen an bis zum vollendeten Bügeln. Die Nachteile der bisher gebräuchlichen Gas- und Kohleneisen seien das Hinterlassen von Flecken durch anhaftende Aschenteile, die ungleich­mäßige Erhitzung des Eisens, das Hin- und Her­gehen zum und vom Gas- oder Kohlenherd und nicht zuletzt die Gefahren der Kohlenoxydgasvergiftung. Das elektrische Prometheus-Eisen sei mit Birkaregu- lierung versehen, die bei Erreichung der Höchsttempe­ratur den Strom selbsttätig ausschalte und bei Ein­tritt des niedrigsten Hitzegrades wieder einschalte, o daß ein Verbrennen der Wäsche ausgeschlossen sei und in Fällen, in denen aus Vergeßlichkeit oder sonstiger Verhinderung das Herausziehen des Steckers unterbleibe, die Entstehung von Bränden ausgeschlossen sei. Die während des Vortrages ge­bügelten Wäschestücke fanden den Beifall der an­wesenden Damen. Frau Dr. Jakobi besprach weiter die ausgestellten Koch-, Heiz-, Back-, Bratöfen, die Waschmaschinen unter Hinweis auf die notwendigen Zeit- und Geldersparnisse und die ebenso notwendige Entlastung der Hausfrau. Durch den am Schlüsse vorgeführten Film wurde die Verschiedenartigkeit und Verwendungsmöglichkeit der Elektrizität im Haushalt nochmals erläutert. , , ,.

* Dullenversteigerung in Alsfeld. Wie der Landwirtschaftskammerausschuß für Oberhessen im Anzeigenteil bereits bekanntgab, findet gelegentlich des bekannten Prämienmarktes in Alsfeld am Montag, 8. Iuli, vormittags 11 Uhr beginnend, eine Bullenversteigerung des Landwirtschaftskammerausschusses statt. Dazu sind rund 40 Bullen der hessischen Fleckviehrasse gemeldet, die vorwiegend aus den bekannten Zuchtgebieten der Kreise Alsfeld und Lauterbach stammen. Gemeinden und Zuchtgenossenschaften seien auf diese Versteigerung besonders hin­gewiesen.

Die Demokraten zur Gasfernversorgung.

Während der heißen Iunitage ist es still gewor- den im Revier. Rot- und Rehwild verließen vielfach den Wald und nahmen in der Riesendickung der zu- sämmenhängenden Getreidefelder, weniger von Fliegen und Stechmücken geplagt, ihren Einstand. Fernab vom nächsten Wald zeigt ein Feldweg die Fährten oder kommt zu ganz ungewohnter Stunde auf verborgenem Feldrain oder lockendem Kleeacker ein Stück zu Gesicht. Bald wird das wogende Aehrenmeer beginnen, sich zu verfärben, und bald wird die Sense klingen, die das Wild dann wieder dem Walde zuführt.

Im R o t w i l d revier beginnen die Hirsche im Laufe des Iuli mit dem Fegen, das sich bis zur Feistzeit, d. h. Mitte August, hinziehen kann. In Preußen genießt der Geweihte noch den Schutz des Gesetzes, während er in Hessen frei ist. Kein Weid­mann wird aber den Hirsch strecken wollen, ehe er vollkommen gefegt hat. Das Alttier führt sein Kalb und ist vor Beunruhigungen durch Menschen und vor allem Hunde zu schützen.

Auch das Damwild hat Schonzeit. Ende des Monats tritt es in die Feiste. v

Das Schwarzwild hat gute Zeit. Besonders wenn der Hafer vor der Reife steht, ist sein Tisch reich gedeckt. , _

Alles Wild, das sich zu suhlen pflegt, nimmt die Suhlen bei der Hitze und der Insektenplage gern an und ist dort leicht zu beobachten oder zu bejagen.

Der Re hbock ist feist. Er geht wenig um sich, bis dann gegen Monatsende die Brunft des Reh­wildes beginnt. Dann treibt er in langen Fluchten feine Auserwählte durch die Felder und Wiesen, undZirkel" im hohen Holz verraten dem Kundi­gen, daß hier ein Bock seine Liebste trieb. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo auch der älteste Schlaumeier, der gerissen war wie ein Feisthirsch, der nur aus­trat, wenn das Büchsenlicht schwand oder wenn der Jäger nach den Anstrengungen der Frühpirsch sich der Ruhe hingab, seine schwache Stunde hat, in der das Fiepen der Sehnsucht eines zierlichen Schmal­rehes ihn alle Vorsicht vergessen läßt. Nur allein schon der Aufenthalt im Revier wird bei Ansitz oder Pirsch jetzt manchen guten Anblick bieten und auch den einen oder anderen Freiersmann im roten Frack vors Rohr bringen, von dem man sagen kannman wußte nicht, woher er kam". Eine große Unruhe hat sich des ganzen Rehstandes bemächtigt und weit wechseln die Böcke oft auf der Suche nach den Schönen umher. DieBlattzeit" ist da, wo es dem Weidmann möglich ist, sich durch Nachahmung der Stimmlaute des Rehwildes seinen Bock vor die Büchse zu zaubern. Der Erfolg hängt dabei sowohl von der Kunst des Jägers wie von der Geschlechts­zusammensetzung des Reviers ab. In einem mit Ricken überhegten Revier wird man vergeblich auf große Erfolge bei der Blattjagd hoffen. Grundsatz

Zeit mußte ein hiesiger Gärtner in seiner Erd­beeranlage die Beobachtung machen, daß ihm allnächtlich durch einen Dieb großer Scha­den angerichtet wurde. In einer der letzten Nächte suchte er den Dieb zu erwischen und setzte sich auf die Lauer. Seine Bemühungen waren vom Erfolg gekrönt, denn es gelang ihm, den Dieb auf frischer Tat zu ertappen. Cs war ein Dachs, der sich unter dem Gartenzaun durch­gegraben hatte und sich allnächtlich an den süßen Fwichten labte. Meister Grimbart konnte schnell noch die Flucht ergreifen und verschwand im be­nachbarten Fruchtfeld. ., , ,

§ Saubringen, 2. Iuli. Die Reichsbahn­verwaltung hat in den letzten Tagen die elek­trische Beleuchtung auf unserer Sta­tion durchgeführt und damit einem dringenden Bedürfnis Rechnung getragen. Es erhellen jetzt fünf Lampen in genügender Weise den langen Bahnsteig, der besonders in den Morgen- und Abendstunden in voller Länge von den Haupt­zügen in Anspruch genommen wird. Außerdem wurden noch je eine Lampe im Wartesaal, im Zimmer für das Bahnpersonal und im Abort­haus angebracht. Hoffentlich entschließt sich nun unsere Gemeindeverwaltung, auch die etwa 200 Meter lange Derbindungsstraße zwi­schen Dors und Haltestelle ebenfalls mit einigen Lampen zu versehen.

+ ©rünberg, 2. Juli. Der hiesige Motor­sport-Club veranstaltete am Sonntag eine Sternfahrt. Zugelassen waren nur Mitglieder des Klubs. Der Start erfolgte von morgens 6 bis 6.30 Uhr, die Schlußzeit war 11.30 Uhr. Die Fahrtstrecke war jedem Teilnehmer frei- gestellt, Bedingung war nur, daß innerhalb der vorgeschriebenen Zeit mindestens 100 Kilometer zu» rückgelegt wurden. Der Nachweis mußte durch Be­scheinigungen von Tankstellen, Hotels bzw. amt­lichen Stellen der durchfahrenen Orte erbracht wer­den. Es beteiligten sich sieben Fahrer, die sich in folgender Reihenfolge placierten: 1. Karl Schlörb (Walkmühle bei Lauter, auf BMW. (500 ccm), 263 Kilometer, Endziel Limburg. 1. Preis: Goldene Plakette. 2. Hans Ranft (Lich) auf Standard (500 ccm), 228,1 Kilometer, Endziel Höchst a.M. 2. Preis: Silberne Plakette. 3. Freiherr v. Für- ft e n b e r g (Oberrealschüler in Grünberg), auf Zündapp (200 ccm), 205,9 Kilometer. Endziel Frank­furt a.M.Homburg v. d. H. 3. Preis: Bronzene Plakette. 4. Alois Muth (Grünberg) auf Horex (500 ccm), 170,6 Kilometer, Endziel Weilmünster. Bronzene Plakette. 5. Ernst Appel (Lehnheim) auf NSU. (500 ccm), 140,8 Kilom., Endziel Weil­burg. Bronzene Plakette. 6. Jacob B ü r ck y (Grün­berg) auf NSU. (500 ccm), Endziel Friedberg, etwa 130 Kilometer. Bronzene Plakette. 7. Zahnarzt Dr. Weber (Grünberg) auf NSU. (500 ccm), Endziel Lauterbach, etwa 120 Kilometer. Bronzene Plakette.

Lich, 3. Iuli .Der Licher Sommer­markt, einer der beliebtesten und besuchtesten Märkte unserer Stadt, wird am Mittwoch, 24. Iuli, wieder in hergebrachter Weise begangen. Nach dem Marktplan sollte der Markt am Tage nach dem Licher Iugendsest stattfinden. Er mußte aber mit Rücksicht darauf, daß mit dem Markte wieder wie in früheren Iahren eine Zucht­viehversteigerung verbunden wurde, um eine Woche verlegt werden. Außer dem üblichen Schweine- und Krämermarkt ist jetzt ein Handels­und Zuchtviehmarkt, Prämiierung von hessischem Fleckvieh und Vogelsberger Vieh und eine Zucht­viehversteigerung (Bullen) vorgesehen. Am glei­chen Tage findet auch, wie alljährlich, die Auktion von Iährlingsböcken der Stammschäferei der fürst­lichen Verwaltung in Lich statt. Zuchtviehsuchen­den Gemeinden, Handelsleuten und sonstigen In­teressenten bietet sich hier eine gute Gelegenheit zum Erwerb erstklassiger Tiere. Am Nachmittag soll ein Umzug der prämiierten Tiere durch die Stadt erfolgen. Die beliebte Tombolaverlosung wird in größerem Mahstabe als seither ge-

LaGeude sind der Ehrgeiz aller

Eltern. Ernähren Sie Ihr Kind mitKufeke"! Sie werden bald sehen, wie es aufblüht. Nicht dick und aufgedunsen, sondern kerngesund und fröhlich wird Ihr Kind bei

undfri scher

sollte bei der Ausübung dieser Iagdart sein, nicht zu früh damit zu beginnen, damit gerade die guten Böcke, auf die es der Weidmann abgesehen hat, ihre guten Eigenschaften noch vererben können. Und die Augen auf! Auch die Ricken springen aufs Blatt! Die Kitze sind schon wesentlich selbständiger ge­worden, sind aber immer noch durch Hund und Fuchs bedroht. Wo das Rehwild Salzlecken schätzen lernte, sind angenommene Lecken aufzufrischen. Um so eher wird sich das aus den Feldern zurückwech- selnde Wild wieder einstellen.

Es ist zu hoffen, daß die warme Witterung des Juni auf das Aufkommen des jungen Federwil­des günstig gewirkt hat. Alle Hühnerarten haben Schonzeit.

Auch der I u n g h a s e n b e f a tz hat nicht unter Nässe und Kälte zu leiden gehabt. Nun aber ein wachsames Auge auf Hunde und Katzen, Krähen und Wiesel. Dann dürste vielleicht der Iahreserfolg doch nicht so schlecht werden, wie man nach dem strengen Winter hätte annehmen können.

Die allergrößten Winterverluste haben unsere Wasservögel erlitten.Hurra, die Enten!" konnte man sonst am l.Iuli in Preußen rufen. Er­freulicherweise sind sie dieses Jahr den ganzen Juli hindurch geschützt. Gerade im Juli werden in den großen Brutgebieten der Seenplatten Norddeutsch­lands eine Masse von noch unreifen Jungenten ge­schossen, die zum großen Teil diesmal bis zum Jagdaufgang flugfähig und damit schwerer besag- bar sein werden. In Hessen beginnt die Entenjagb alljährlich am 16. Juli. Ob darin mit Rücksicht auf die vorerwähnten hohen Winterverlufte eine Aende- rung eintreten wird, ist nicht bekannt. Jeder Jäger, der in seinem Revier die Entenjagd ausüben kann, sollte es sich zur Pflicht machen, die Mutterente zu schonen. Erpel sind in weit größerer Zahl vorhan­den: Abschuß der Enten aber gefährdet den Be­stand. Auch aus einem anderen Grunde als aus jagdlichen Rücksichten muß auf die Erhaltung der Enten Wert gelegt werden, der den Jäger direkt nur gelegentlich berührt. Die Enten sind die Haupt­vertilger der Schnecken, die die Zwischenwirte des Leberegels sind, dieses Innenschmarotzers von Rind, Schaf und Ziege, der gewaltige Wirtschaftsschäden Hervorrufen kann. Auch Wild, das in nassen Wie­sen zur Aesung zieht, ist durch ihn bedroht

In Preußen ist ab l.Iuli auch die Schnepfe wieder schußbar, während sie in Hessen noch weiter- hin geschützt ist.

Der Jagdschutz muß sich vor allem neben der Bekämpfung der bekannten tierischen Wildfeinde auf eine Ueberwachungharmloser" Pilz- und Beeren­sammler erstrecken. Auch bei den Erntearbeiten geht manches Stück Jungwild verloren.

Hubertus.

und neben der Fahrbahn mit Dasaltschotter ge- ^^Die Vorzüge der Betonstraßen liegen wie bet ben Asphaltbetonstrahen im billigeren Preise wie Kleinpflaster, in ihrer Geräuschlosigkeit, ihrer geringen Staubentwicklung infolge ver­schwindend geringer Abnutzung der Decke, ihrer leichten Reinigungsmöglichkeit und ihrer großen Verkehrssicherheit infolge dauernd rauher Ober­fläche. , . .

Diese Vorzüge dauernd nutzbar zu machen liegt wenn die immer noch zu befürchtende Neigung zur Rissebildung sich vermeiden läßt im all­gemeinen volkswirtschaftlichen Interesse.

Bei dem Bau konnten viele ungelernte Arbei­ter Beschäftigung finden.

Daten für Mittwoch, 3. Juli.

Sonnenaufgang 3.49 Uhr, Sonnenuntergang 20.19 Uhr. Mondaufgang 0.49 Uhr, Monduntergang 'Vfilo^ber Schriftsteller Hans Jost in Seerhausen (Sachsen) geboren.

Daten für Donnerstag, 4. Juli.

Sonnenaufgang 3.49 Uhr, Sonnenuntergang 20.19 Uhr. Mondaufgang 1.15 Uhr, Monduntergang 18.04 Uhr.

1715: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert m Hainichen geboren; 1776: Unabhängigkeitserklä­rung Nordamerikas: 1888: der Dichter Theodor Storm in Hademarschen gestorben; 1910: der Astronom Giovanni Schiaparelli in Mailand gewor­ben; 1920: der Bildhauer und Radierer Max Klinger in Großjena gestorben.

Bornotizen.

Tageskalender für Mittwoch. Kundgebung gegen die Kriegsschuldlüge, Redner: Universitätsprofessor Dr. Rolosf, 20.30 älhr, im Eafe Leib. Verein Rudersport Gießen: Mo­natsversammlung 20.30 Ähr. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Wolga Wolga".

L. U. Von ber Landesuniversität. Dr. jur. Erich Sachers, der sich für römisches Recht, antike Rechtsgeschichte und vergleichendes bur- gerliches Recht an unserer Universität zu habilitieren wünscht, wird Freitag, 5. Juli, 17 Uhr, in der kleinen $lula seine öffentliche Probevorlesung halteMber das Thema:Das österreichische Eheproblem: Auflösung der Ehe und Wiederverehelichung".

* Don der Landesuniversität. Dem planmäßigen außerordentlichen Professor für experi­mentelle Physik an der Landesuniversität Gießen, Dr. Paul C e r m a k in Gießen, wurde die Amts­bezeichnungpersönlicher Ordinarius" verliehen.

"DieKundgebunggegendieKriegs- fchuldlüge, die auf Einladung der Stadtrats- frattionen der Deutschen Volkspartei, der Mittel- ftanbsDtreinigung, der Freien Vereinigung (Deutsch- nation* Volkspartei und Zentrum) und der Deut­schen Demokratischen Partei he u t e um 20.30 Uhr im Cass Leib stattfindet, sei unseren Mitbürgern noch einmal in Erinnern g gebracht. Als Redner wird Professor Dr. R o l o f f von unserer Universität sprechen. Man darf wohl hoifen, daß die gemeinsame Kundgebung der genannten Parteivertretungen einen starken Besuch finden wird.

** Offenhaltung von Läden am S ch ü tz e n f e st - S o n n t a g. Das Polizeiamt Gie­ßen teilt mit: Den Bäckern, Metzgern, Zigarren- und Schokoladegeschäften sowie ausgesprochenen Spiel­warengeschäften wird aus Anlaß des Schützenfestes am Sonntag, 7. Juli, gestattet, ihre Verkaufs­stellen in der Zeit von 13 bis 18 Uhr offenzuhalten.

In ab en zum Erfinder. Wirtschaft und Ar­beit: Henry Ford: Mein Leben und Werk: Eugen Rosenstock: Werkstattansiedlung; Na­tionalisierung, Arbeitswissenschaft und Arbeiter­schuh, herausgegeben von der Kammer für Ar­beiter und Angestellte in Wien.

** Einreiseerleichterungen in das besetzte Gebiet. Für Reisegesellschaften die das besetzte Gebiet auf Grund eines Sammelaus­weises besuchen wollen, gelten, wie von zustän­diger Stelle mitgeteilt wird, zur Zeit die folgenden Anordnungen der Interalliierten Rheinlandkom­mission: 1. Die bevorstehende Neise ist bei dem Reichskommissar für die besetzten Gebiete in Koblenz, Rheinanlage 10, anzumelden Die An­meldung muß enthalten den Namen der Reise­gesellschaft, Tag der Einreise, Dauer des Aufent­halts im besetzten Gebiet, den Reiseweg und die zur Benutzung vorgesehenen Verkehrsmittel, die Zahl der Teilnehmer, Namen des oder der Reiseleiter. Die Anmeldung muß auch die Ver­pflichtung der Veranstalter enthalten, dah sie die Teilnehmer zur Beachtung der Verord­nungen und Entscheidungen der Rheinlandrom- mission anhalten werden. Namentlich was Äm- züge und Musik anbelangt, muh so rechtzeitig die Anmeldung erfolgen, dah sie der Reichskom­missar fünfzehn Tage vor Antritt der Reise der Rheinlandkommission übergeben kann. Wird von der Kommission die Benutzung eines Sammel­ausweises abgelehnt, dann erhält der Veran­stalter rechtzeitig Benachrichtigung. 2. Die Ver­anstalter der Reise haben ein Verzeichnis aufzu­stellen, das Name, Vorname und Wohnsitz aller Teilnehmer enthält. Dieses Verzeichnis muh der -Reiseleiter während der ganzen Reise bei sich führen. Außerdem muh jeder Reiseteilnehmer im Besitz einer von den Veranstaltern gestempelten und unterschriebenen Teilnehmerbescheinigung sein.

** Die Fünfmarkscheine werden zu­rückgezogen. Nachdem die deutschen Münzstätten in den letzten Monaten in ausreichendem Maße Fünfmarkstücke geprägt haben, sollen jetzt allmählich die noch im Umlauf befindlichen Papierscheine aus dem Verkehr gezogen werden.

** Vorträge über Glanzpla11en. t^rau I Dr. Iakob aus Frankfurt behandelte in zwei Vor­trägen am Donnerstag und Freitag im Saale des Cafä Leib vor zahlreich erschienenen Hausfrauen,..»... d --- - Q wiirh_

und Angestellten die Behandlung der Stärkewäsche D e m o k r a t i sch e n Partei He s |je n s würbe mittels Glanzplättens. Die Vortragende, die im | folgende Entschließung gefaßt^Die^Demokratsiche^

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