• Echzell, 2. Mai. Dieser Tage fonft hier eine gut besuchte Versammlung der Deutsch- nationalen Volkspartei statt. Der Provinzvorsitzende der Partei, Studienrat Dr. L e n z , Gießen, sprach in längerem Vorträge über die aktuellen Fragen der Innen- und Außenpolitik, wobei er u. a» erklärte, die Reparationsfrage könne nur dann zu einer für uns erträglichen Lösung gebracht werden, wenn zunächst die Kriegsschutdfrage wieder aufgerollt und unparteiisch geklärt werde und bei der Revision des Dawesplanes unsere gesamten bisherigen Leistungen voll angerechnet würden. Die Abrüstungskonferenz in Genf sei nichts anderes als eine Komödie. Er übte weiterhin scharfe Kritik an der Entwicklung des Parlamentarismus in Deutschland und forderte zum engen Zusammenstehen der bürgerlichen Parteien gegen den Marxismus auf.
g. Ober-Mockstadt, 2. Mai, Gestern hat uns Pfarrer Dock mit seiner Familie verlassen und ist nach Hungen, seinem neuen Wirkungs- orte, verzogen. Am Sonntag hatte er sich in der vollbesetzten Kirche mit einer eindrucksvollen Predigt verabschiedet. Die Gemeinde veranstaltete am Dienstagabend noch eine kleine Abschieds- feier. Aach Darbietungen des Posauncnchors, des Kirchengesangvereins und der Oberklasse der Schule sprach Lehrer Jung herzliche Worte des Dankes an die scheidende Pfarrersfamilie. Die Gemeinde sieht Pfarrer Bock sehr ungern schei-, den. Er war nicht nur ein guter Redner, sondern auch ein tüchtiger Dirigent des Kirchengesangvereins und des Posaunenchors. Beide Vereine sind durch ihn sehr in ihren Leistungen gesteigert worden. Mit bewegten Worten dankte Pfarrer Bock für die Ehrung.
Kreis Schotten.
V Gedern, 30. April. Am Sonntag fand hier eine auch von auswärts gut besuchte Versammlung der Milchproduzenten statt. Sämtliche Dezirksgemeinden bis auf Sichenhausen und Dolkartshain waren vertreten. Der Vorsitzende der hiesigen Landbundortsgruppe, Richard Birx, leitete die Versammlung. Mplom- Landwirt Langsdorf aus Friedberg sprach zunächst über Milcherzeugung und das Reichs- milchoeseh. Er verglich die Milchproduktion mit der Kohlenproduk.ion in Deutschland und stellte fest, daß erstere 4,5 Millionen Mk. betrage, gegenüber 2.1 Millionen Mk. bei der letzteren. Mithin übersteige die Bedeutung der Milchproduktion ganz wesentlich diejenige der Kohlenproduktion. Hm einen besseren Absatz und auch bessere Bezahlung der Milch und ihrer Produkte zu erhalten, sei der Zusammenschluß aller Mitch erze uger unbedingt nötig. Der neugegründete Milcherzeugerverbmck» mit Sih in Friedberg habe bisher überall bei den Landwirten Verständnis gefunden, es war ihm möglich, in kurzer Zeit 2000 Mitglieder mit einem Diehstand von 10 000 Kühen und einer täglichen Milchlieferung von 75 000 Litern zu organisieren. Der Redner forderte vor allem restlose Erfassung der gesamten Milchproduktton, sodann aber auch eine planmäßige Versorgung der Großstädte. Ohne planmäßige Organisation sei der Auslandskonkurrenz nicht beizukommen. Der Redner forderte sodann die Herstellung von Qualitätsware. Für unsere Gebiet käme voraussichtlich Lieferung von frischer Vollmilch in Frage, da durch das bessere Futter natürlich auch eine bessere Milchqualität erreicht würde.
diesen Wunsch des kroatischen Volkes erstickt, denn Kroatien weiß, was es will. Es will keinen Zentralismus und keine serbische Hegemonie. Immer lauter erhebt sich die Stimme nach einer neuen Regierung, die unbelastet von den Fehlern der jetzigen Diktatur und der früheren parlamentarischen Regierung zu einem Kom
promiß kommen kann. So kläglich daS Regime gewesen sein mag. das der Staatsstreich des Königs beendete — auch die jetzige Regierung hat sich festgefahren, auch sie ist unfähig, den großen nationalen Konflikt in Iugoslawien zu lösen, was ihre hauptsächlichste Aufgabe hätte sein müssen.
gemeinde 71, aus der Lukasgemeinde 146, aus der Iohannesgemeinde 62, aus der Luthergemeinde 28. Beerdigt wurden 316 Gemeindeglieder; 60 aus der Matthäusgemeinde, 48 aus der Markus- gemeinde, 84 aus der Lukasgemeinde, 68 aus der Iohannesgemeinde.
Liebestätigkeit.
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Für die Sitzung der evangelischen Ge- samtgemeindevertretung Gießen, die am 1. Mai stattsand, von Pfarrer Bechtolsheim e r geleitet und von 80 Mitgliedern besucht war, stand auf der Tagesordnung an erster Stelle die Beratung des
Voranschlages für 1929.
Der Voranschlag gliedert sich in zwei Teile; im ersten werden die Einnahmen und Ausgaben der Kirchengemeinde, im zweiten die Einnahmen und Ausgaben der Pfarreien berechnet. Die Haupt- einnahmequelle ist nach wie vor die Lokal- kirchensteuer. Sie wurde in diesem Iahre auf dieselbe Höhe festgesetzt, wie im Vorjahre. Cs sollen 6i/2 Prozent von der Reichseinkommensteuer erhoben werden, weiter 5 Pf. auf je 100 Mk. des unbebauten Grundbesitzes und 10 Pf. auf je 100 Mk. des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals. Auf dieser Grundlage hofft man, den Betrag von 115 000 Mk. zu bekommen. Die übrigen Einnahmen sind nicht erheblich. Zur Deckung eines Fehlbetrages sollen 21 000 Mk. ausgenommen werden. Die Ausgaben sind im wesentlichen dem Vorjahre angepaßt. An Besoldung sind im ganzen 29 413,13 Mk. zu zahlen. Der Zuschuß in andere Kassen beträgt 17 815 Mk.; hier handelt es sich in der Hauptsache um die Versorgung der Gemeindeschwestern und um Zuschüsse an kirchliche Vereine. Die Reparaturen an kirchlichen Gebäuden wurden auf das Mindestmaß beschränkt, hierfür wurden vorgesehen 5634 Mark. Erhebliche Ausgaben verursachen die öffentlichen Abgaben, Heizung und Beleuchtung, sowie die zu entrichtenden Gebühren. An Kapitalzinsen sind aufzubringen 3774,25 Mark. Der Kirchenrechner erhält in Anerkennung seiner seither für die Kirchengemeinde geleisteten Arbeit eine jährliche Zulage von 300 Mark, so daß sein Gehalt nunmehr auf 1200 Mk. festgesetzt ist. In Einnahme und Ausgabe beziffert sich der Voranschlag im ersten Teil auf 147 340,05 Mark. Eine rege Aussprache bezog sich auf die einzelnen Positionen. Einstimmig wurde der Steuerausschlag fest gesetzt. Der zweite Teil des Voranschlags beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 8775,51 Mark.
Als zweiter Punkt stand auf der Tagesordnung der
Bericht des Gesamtkirchenvorstandes an die Gesamtgemeindevertreinng über die kirchlichen Ereignisse des Jahres 1928.
Diesem aufschlußreichen Bericht entnehmen wir folgendes:
Iahresgeschichte.
Seit dem schönen Verlaufe des großen Gu- stav-Adols-Festes im Iahre 1925 wird Gießen fast in jedem Iahre von kirchlichen Organisationen als Kongreß- und Feststadt ausersehen. Am 29. April 1928 tagte hier der Allgemeine Protestantische Missionsverein, der namentlich in Ost- asien arbeitet. Am 16. September fand hier das Iahresfest des Mittelrheinischen Verbandes evangelischer Arbeitervereine statt. Am 7. Oktober tagte hier der „Bund für christliche Erziehung in Haus und Schule".
Für die neugebildete Petrusgemeinde wurden Gottesdienste in der Elisabeth-Kleinkinderschule eingerichtet, der erste Gottesdienst fand am zweiten Pfingsttage statt. Im Sommer verließ Pfarrassistent Hertel unsere Gemeinde, um die Stelle eines Iugendpfarrers in Kreuznach zu übernehmen. Im Dezember wurde Pfarrverwalter D 0 tz e r t in gleicher Eigenschaft nach Engelrod versetzt.
Am Ende des Iahres fanden die kirchlichen Wahlen statt. Der Gesamtkirchenvorstand besteht nunmehr aus 16 gewählten Mitgliedern, von denen je 3 auf die seither schon bestehenden, öe 2 auf die neubegründeten Gemeinden kommen.
Richt wenig Arbeit machten die Derwaltungs- geschäfte, namentlich die Geschäfte finanzieller Art und die Organisation der beiden neubegrün- deten Gemeinden. Im Iahre 1928 führte die Kirchengemeinde die Aufwertung ihrer Kirchenobligationen durch. Diese Schulden rührten von dem Bau der Iohannestirche in den Iahren 1891 bis 1893 und der Reuher- rrchtung der Stadtkirche im Iahre 1898 her. Die Gläubiger wurden mit 15 Prozent abgefunden; niemand hat sich geweigert, diese Abfindung^ anzunehmen, wenn auch in einigen toeni- gen Fällen sich Stimmen der Unzufriedenheit geregt haben, die sich aber weniger gegen die Kirchengemeinde, als gegen die allgemein übliche Art der Aufwertung alter Anleihen richteten. Der Gesamtkirchenvorstand hielt 12, die Gesamtgemeindevertretung 4 Sitzungen ob.
Hefter die Handhabung fter Todenwart-
11 u n g gab es langwierige Verhandlungen.
Statistik.
Rach der Volkszählung des Iahres 1925 betrug die Zahl der Evangelischen in Gießen 28 527; diese Zahl verteilt sich auf die Matthäusgemeinde mit 6210, die Markusgemeinde mit 4499, die Lukasgemeinde mit 5800, die Iohannesgemeinde mit 5000, die Luthergemeinde mit 2670, die Petrusgemeinde mit 3874, die Garnison mit 474 Personen. Die Zahlen für die Lukas-, Johannes-,^ Luther- und Petrusgemeinde beruhen auf Schätzung, da eine genaue Unterlage noch nicht vorliegt. Die Zahl der Kirchenbesucher betrug am 1. Ostertage 3475 Erwachsene und 512 Kinder, am 12. Sonntag nach Trinitatis 1349 Erwachsene und 490 Kinder, am 3. Adventsonntag 1317 Erwachsene und 544 Kinder. Am heiligen A b e n d m a h l nahmen insgesamt 465Z Gemeindeglieder teil. Im Berichtsjahre fanden im ganzen 189 Trauungen statt; sie verteilen sich mit 36 auf die Matthäusgemeinde, mit 31 auf die Markusgemeinde, mit 71 auf die Lukasgemeinde, mit 51 auf die Iohannesgemeinde. Getauft wurden 670 Kinder; davon entfallen 86 auf die Matthäusgemeinde, 65 auf die Markusgemeinde, 143 auf die Lukasgemeinde, 110 auf die Iohannes- gemeinde. Konfirmiert wurden 395 Kinder; aus der Matthäusgemeinde 88, aus der Markus-
Derßaushall derLvang.Krchmgemeinde
Die Entwicklung der Gemeinde im Zahre 1928.
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Kreis Friedberg.
* Friedberg, 2. Mai. Der Verein ehemaliger Obstbaufchüler des Kreises Friedberg hielt am Sonntag in Ober-Rosbach seine zweite diesjährige Hauptversammlung ab. Dabei wurden zunächst die bekannten Ober-Rosbacher Kirschboumanlagen und die von der Gemeinde mustergültig angelegten Apfel- und Birnbaumpflanzungen besichtigt. Zu der anschließenden Hauptversammlung war der Leiter der Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft zu Friedberg, Direktor Dr. Schad, erschienen. Rach den Degrüßungsworten des Vorsitzenden, Obstbautechniker i. R. D i l l a s ch , besprach Dr. Schad das mit Hilfe von Reichsmitteln in mehreren Gemarkungen des Kreises Friedberg durchgeführte planmäßige Hmpsropsen, sowie die gemarkungsweise Schädlingsbekämpfung mit der Motorspritze. Weiter empfahl er die rege Beschickung des im kommenden Herbst in Friedberg stattfindenden Obstmarktes. Anschlietzerä berichtete der Vorsitzende über seine Beobachtungen auf dem Zwingenberger Obstmarkt. Sodann besprach man den gemeinsamen Bezug von Baumwachs und die Erfahrungen in der Daumpflege. Anschließend hielt Studienrat Dr. Heßler einen Vortrag über rationelle Schädlingsbekämpfung. Rach Erledigung einiger weiterer Vereinsangelegenheiten wurde die anregende Versammlung geschlossen.
Z Steinfurth, 2. Mai. In der Feldstein- Brennerei des Iosepi) Burkard von hier wurden im Verlaufe der Abräumungs- und Grabarbeiten eine größere Zahl vorgeschichtlicher Gräber aufgedeckt, die außer den Knochenresten noch Waffen und Tongefäße der Vorzeit enthielten. Die Gefäße gehören verschiedenen Zeitabschnitten an. Einige Scherben sind steinzeitlich (2000 bis 5000 v. Ehr.). Sie zeigen Spiralkeramik. Andere Gefäße weisen wieder ganz andere Verzierungen auf, haben eine vollkommenere Form und stammen aus fränkischen Gräbern. In diesen Gräbern fanden sich auch Waffen, ein fränkisches Schwert, eine Lanzenspitze, zwei Messer. Die interessanten Funde sind dem Heimatmuseum in Friedberg zur Aufbewahrung gegeben worden.
Kreis Büdingen.
f Ridda, 2. Mai. Dieser Tage hielt der Sängerbund „Mittleres Riddatal" hier eine Vorstandssitzung ab, bei der das Iubi- l a u m s b u n d e s f e st am 26. Mai in Dauern- heim als wichtigster Punkt auf der Tagesordnung stand. Der Vorsitzende, Lehrer Lentz (Geiß- Ridda), berichtete über die Ausführung der Beschlüsse der ordentlichen Dertreterversammlung, wonach als Wertungsrichter Reallehrer Blaß von Gießen bestimmt worden war, der seine Zusage erteilt hat. Jeder Dundesverein singt zuerst den Pflichtchor „Soviel der Mai auch Blümchen beut“ und hieraus ein Volkslied, oder ein Lied im Volkston. Als Massenchöre kommen von über 400 Sängern zum Vortrag „Wer hat dich, du schöner Wald'^ und „Das deutsche Lied". Es wurde den Vereinen zur Pflicht gemacht, daß alle Sänger zum Massenchor antreten. Einstimmig gebilligt wurden die vorgeschlagenen Ehrungen verdienter Mitglieder und langjähriger Sänger aus den Dundesvereinen. Rachdem noch die Reihenfolge der Vereine beim Wertungsgesang durchs Los bestimmt und über die Frage des Beitritts zum Hessischen Sängerbund gesprochen worden war, schloß der Vorsitzende die Versammlung.
Bekanntlich hat der Kanzler Antonius Wolff von Todenwart im Iahre 1635 eine Stiftung von 50 Goldgulden zum Andenken an feine am 10. Iuni jenes Iahres verstorbene Ehefrau errichtet. Die Zinsen dieser Stiftung sollten nach der Bestimmung des Testators alljährlich in der Sterbestunde seiner Ehefrau, morgens zwischen 5 und 6 Hhr, in der Stadtkirche ausgeteilt werden. Dis zum Iahre 1922 ist hiernach auch verfahren worden, der Währungsverfall hat die Auszahlung dann unterbrochen, vom Iahre 1929 an soll diese wieder fortgesetzt werden. Das ist deshalb zu begrüßen, weil sonst eine Hebung der Darmherzigkeit, die beinahe 300 Iahre in der Stadt Gießen bestanden hat, untergegangen wäre.
Mit der Stadt Gießen führte die Kirchengemeinde Verhandlungen wegen A u s t a u s ch s von Gelände. Die Kirchengemeinde besaß einen Acker an der Ausmündung der Klinik- stratze, in der Richtung nach der „Schönen Aussicht", dieser Platz wurde benötigt zur Errichtung von Kliniksbauten. Hierfür gab die Stadt der Kirchengemeinde einen Platz am Wartwege, auf diesem Platze soll später eine Kirche errichtet werden.
Hm die Kirchenbauschulden abzulösen und« ihre Gläubiger zufriedenzustellen, war die Kirchengemeinde genötigt, von dem Allgemeinen Verein für Armen- und Krankenpflege ein Kapital von 26 000 Mk. aufzunehmen. Der Eingang der Lokalkirchen st euer war befriedigend, wenn auch in vielen Fällen gegen die Steuer reklamiert wurde. „Leider wird es zur Gewohnheit, daß die Reklamanten von vornherein schon mit dem Kirchenaustritt drohen, wenn ihrem Wunsche auf Herabsetzung oder Erlaß der Steuer nicht willfahrt werden sollte. Aus Gründen der steuerlichen Gerechtigkeit, aber auch aus allgemein moralischen Gründen können diese Drohungen auf die Entscheidung keinen Einfluß aus- üben. Diese Entscheidung ruht übrigens beim Landeskirchenamte, der Kirchenvorstand wird über die Angelegenheit vorher nur gehört."
Am 2. Oktober 1928 beschloß der Gesamtkirchenvorstand, die Elisabeth-Kleinkinderschule für Gemeindezwecke anzukaufen, die Gemeindevertretung und das Landeskirchenamt stimmten diesem Deschluß zu. Im September wurde auch das neben der Elifabeth-Kleinkinder- schule liegende Gelände von den Erben Haubach erworben; es besteht die Absicht, hier zu gottesdienstlichen Zwecken einen Saal zu bauen.
In den Einzelgemeinden fanden viele Veranstaltungen statt, so Familienabende mit Vorträgen, Familientage, ebenso kirchenmufikalische Darbietungen und Vorführungen von Filmen. Die kirchlichen Vereine entfalteten eine rege Tätigkeit. Sie sind Gemeindevereine und sollen dazu dienen, das religiöse und kirchliche Leben in den Gemeinden zu stärken. Vielfach macht man jedoch die Erfahrung, daß man von außen her versucht, diese Vereine für andere Zwecke mobil zu machen und zu Geldspenden zu veranlassen, die sich nicht auf die Lokalkirchengemeinde beziehen.
Das Maienblasen vom Turm■ der Io- hanneskirche, das im Iahre 1927 von Herrn Amtsgerichtsrat Gros angeregt und eingerichtet wurde, fand wieder statt. Auch in dem Berichtsjahre wurde diese Veranstaltung von der Gemeinde dankbar ausgenommen, jedesmal waren Hunderte von Einwohnern der Stadt am Turme versammelt.
Für kirchliche Zwecke wurden im ganzen 33 147 Mark freiwillig gespendet. Für Heidenmission gingen ein 2333 Mk., für Innere Mission 8900 Mark, für den Gustav-Adolf-Derein 1716, für den Evangelischen Bund 420 Mk. Die in den Kirchen für verschiedene Zwecke erhobenen Kollekten betrugen 2091 Mk., die für Ortsarme bestimmten Kirchenopfer beliefen fich auf 5939 Mk., die bei Taufen und Trauungen eingchendenGaben auf 16^2 Mk. Mit den außerdem noch gespendeten Gaben wurden im ganzen 11 528 Mk. für die Armen der Gemeinde aufgebracht. Don den kirchlichen Vereinen zur Förderung des Gemeinde- lebens gingen im ganzen ein 6077 Mk. Sehr viele Gaben flössen nach außen; bei Veranstaltungen auswärtiger Redner und bei der Vorführung von Filmen wurden in der Regel Geldbeträge gesammelt, die für Zwecke bestimmt waren, die zu der Gießener Kirchengemeinde keine Deziehung haben. Es entzieht sich unserer Kenntnis, wie hoch diese Deträge insgesamt waren.
Zustand der kirchlichen Gebäude.
Die kirchlichen Gebäude sind im allgemeinen in gutem Zustand. Kleine Ausbesserungen wären an Der früheren Türmerwohnung der Stadtkirche nötig, die Iohanneskirche könnte im Innern eine Herrichtung erfahren, doch müssen diese Ausbesserungen aus Mangel an Mitteln auf eine spätere Zeit zurückgestellt werden.
an der Vervollkommnung der Hausbäckerei. Unzählige wertvolle Rezepte werden laufend aus Hausfrauenkreisen eingesandt, geprüft, ergänzt - und die bestgeeigneten in Form der k bekannten „Dr. Oetker-Rezepte” wieder herausgegeben. A
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Dr. Oetkerfc Bacfoulver.^Mw'


