Ausgabe 
3.1.1929
 
Einzelbild herunterladen

Wirtschaft.

Oie internationale Goldbewegung.

Die internationale Goldbewegung hat im lau­fenden Jahre die in den Kriegs- und Rach- kriegsjahren eingeschlagene Bewegung verlassen. Der Anteil der Vereinigten Staaten von Ame­rika an den Goldbeständen der Welt hatte sich von 19 v. H. im Oahre 1913 auf 42 v. H. An­fang des Jahres 192? erhöht. Gleichzeitig waren die Goldbestände der europäischen Länder stark zurückgegangen. Mitte 1927 begann jedoch diese Bewegung umzuschlagen. Die Vereinigten Staa­ten wurden Goldaügabeland, während eine Reihe von europäischen und südamerikanischen Ländern in größerem Umfange als Goldkäufer auftraten. Der Goldabfluh aus den Vereinigten Staaten wurde durch entsprechende Diskontpolitik der Federal Reserve-Banken bis zum Ende des Jahres 1927 weitgehend unterstützt. Das aus den Ver­einigten Staaten abgeflossene Gold wurde in der Hauptsache von Ländern ausgenommen, die vornehmlich infolge von Währungsreformen einen wachsenden Bedarf an Gold halten: Frankreich. Brasilien, Deutschland, Italien, Polen und Groß­britannien. Diese Länder traten aber auch über den Goldbezug aus den Vereinigten Staaten hinaus als Käufer auf dem Londoner Gold- marlt auf.

Die Richtungsänderung in der Goldbewegung sühne, wie das Institut für Konjuickturforschung berichtet, dazu, daß Frankreich am monetären Goldbestand der Welt bis Mitte 1928 auf 10,1 v. H. (gegen 6,6 v. H. Anfang 1927) erhöhen konnte; der Anteil Großbritanniens stieg in der gleichen Zeit von 6,9 v. H. auf 7,5 v. H., der- lenige Deutschlands von 4,2 auf 4,6 v. H. Gleich­zeitig sank der Anteil der Vereinigten Staaten von 42 aus 37 v. H.

Seit August 1928 ist die Gold ausfuhr der Ver- einigten Staaten zum Stillstand gekommen. Es ergab sich sogar wieder ein geringer Einfuhr­überschuß an Gold. Es liegt nah?, diese Wand- tung der amerikanischen Goldbilanz als eine gewisse Reaktion auf die Anspannung der inner­amerikanischen Kreditlage anzusehen. Jedenfalls suchen die Federal Reserve-Banken seither dei Goldabfluß, den sie ursprünglich untersticht hatten, wieder zu erschweren. Runmehr verlegte sich der Schwerpunkt der Goldbewegung nach Großbri­tannien. An sich bringt, es die Funktion des Londoner Marktes als älmschlagplah mit, daß normalerweise Sin- und Ausfuhr von Gold in England rasch wechseln, daß es also nicht zu ausgesprochenen Ein- und Ausfuhrperioden kommt. Seit Anfang September zeigte sich aber in Großbritannien ein deutlicher Ausfuhrüber­schuß, der bis in die jüngste Zeit angehalt-en hat. Trotz der bedeutenden Einfuhr von Gold aus Transvaal und aus anderen Ländern ergab sich bis Mitte Dezember ein Ausfuhrüberschuß von 13,3 Millionen Pfund Sterling. Ein Teil der englischen Goidausfuhr floß nach den Vereinig­ten Staaten zurück, ein weitaus größerer Teil ging nach Deutschland. Die gesamte Goldeinsuhr Deutschlands in den ersten zehn Monaten 1928 betrug rund 706 Will. Mk., von denen allein aus Großbritannien rund 268 Mill. Mk. tarnen, aus Rußland 282 Mill. Mk., aus den Vereinig­ten Staaten rund 117 Mill. Mk. Von Anfang Rovernber bis Mitte Dezember ist and Groß­britannien Gold im Werte von rund 105 Mill. Mmck eingeführt worden. Die Goldausfuhr aus England wurde durch die Schwäche des Pfund­kurses begünstigt. Hinzu kommt, daß neuerdings die freie Goldargllrage offenbar wieder größeren Einfluß auf die Goldbewegung gewonnen hat, nachdem der dringendste Währungsbedarf in den meisten Ländern gedeckt ist.

*

Konkurse Im Dezember 1928. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wur­den im Drzember 1928 durch den Reichsanzeiger 624 (im Rovernber 674) neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehnten Qlnträg« auf Konkurseröffnung und 252 (282) eröffnete Ver­gleichsverfahren bekanntgegeben.

* Gesfürel beteiligt sich an der Ober­bayerischen Ueberland-Zentrale A.-G. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat die Gesell­schaft für elektrische Unternehmungen vor kurzer Zeit mehr als 10 v. H. des Aktienkapitals der Ober- bayerischen Ueberland-Zentrale A.-G., München (7 686 400 Mark Aktienkapital) erworben. Damit finden die in letzter Zeit an der Berliner Börse beobachtenden Käufe in Aktien dieser Gesellschaft ihre Erklärung.

* Besseres Geschäft am Fitting- markt. Die in letzter Zeit eingesetzte Besserung am Fittingmarkt hat angehalten. Aufträge kommen regelmäßig herein, auch wurden die Verbandspreise im allgemeinen eingehalten. Die Bestrebungen,

einen festen Verkaufsverband zu bilden, haben zwar die besten Aussichten auf Verwirklichung, dürften aber sobald nicht zu einem endgültigen Erfolg führen.

Die Lage a u f dem Röhrenmarkt. Vom Röhrenverband wird mitgeteilt: Das Jn- landgeschäft, das während des Rovembers im Zeichen der Lohnstreitigkeiten im rheinisch-west­fälischen Tezirk gestanden hatte, zllzte in deren Rachwirkungen auch noch im De.sichtsmonat ein unbefriedigendes Bild. Der Auftragseingang lieh sowohl in Gas- und S.ederöhren, wie auch in Qualitäts- und Muffenröhren zu wünschen übrig. Auch auf dem Auslandmarkt wirkten die durch die Lohnstreitigkeiten hervorgerufenen 2lus- sperrungen des letzten Monats im Derichts- monat nach, so daß das Auslandaeschäft sowohl hinsichtlich des Umfanges, als auch in der Preis­gestaltung unbefriedigend geblieben ist. Aller­dings ist es gelungen, mit den englischen und amerikanischen Röhrenwerken eine Preisrerstän- digung für Gasrohre für den Export herbei­zuführen, die vorläufig bis zum 23. Februar 1929 abgeschloffen worden ist, deren Auswirkung jedoch noch nicht in Erscheinung treten konnte.

* Aus der Drahtverfeinerungs- industrie. 3m Jnlandgeschnft für d.e Erzeug­nisse der Drah.vrrfcin'.rcngsindustrie macht sich, der Jahreszeit entsprechend, ein verstärkferA w- tragseingang bemerkbar. Die Preise blie en un­verändert. Wie weit sich d.e durch den Eisen­schiedsspruch bedingte Lohnerhöhung in den Selbstkosten der Drahtindustrie bemerkbar machen wird, muß noch abgewartet werden. 3m Aus­landgeschäft haben die Preise weiterhin feste Tendenz, Der Auf.ragseingang war befr'ed'.gend.

* Die Bonds der I. - G. ° F a r b e n. Nach­dem ein erheblicher Tell der noch im Besitz der J.-G..Farbenindustrie vorhanden gewesenen Bonds entsprechend den früheren Mitteilungen durch ein Bankenkorsortium unter Führung der Deutschen Bank verkauft worden ist, ist nunmehr auch, wie WTB.'Handelsdienst hört, der Rest dieser Bonds zur festen Anlage untergebracht werden.

* Elektrizität A.-G. u o r m. Lahmeyer & C o., Frankfurt. Der schon im letzten Jahres- bericht erwähnte Bauauftrag für die untere Iller- Wasserkraftwerke im Werte von etwa 16 Millionen Mark ist jetzt endgültig perfekt geworden. Die Gesell­schaft hat weiterhin die Gesamtbauleitung für die erste Stufe des Schluchsewerkes erhalten. Der Gegen- wert dieses Auftrags dürfte sich auf etwa 30 bis 35 Millionen belaufen.

Frankfurter Börse.

Fra n k f ur t a. M., 3.3an. Tendenz: unsicher. Nachdem an der Vorbörse die Stimmung noch allgemein freundlich und zuversichtlich war, machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine größere Unsicherheit und Lustlosig­keit bemerkbar. Die Rachwirkung der zu opti­mistischen Beurteilung der deutschen Wirtschasis- lage im Gilbert-Bericht verstimmte; die Speku­lation war zurückhaltend und im allgemeinen nur auf sich selbst angewiesen, da auch Orders von außen her kaum vorlagen. Die vollständige Placierung der Farbenbonds löste «inen größeren Pessimismus aus, so daß auch hiervon ausgehend die Kulisse auf fast allen Marktgebieten zu Ab­gaben schritt. Auf den meisten Marktgebieten stellten sich gegenüber der gestrigen Abendbörse Verluste bis zu 3 Prozent ein. Hiervon angeregt, unternahm die Baissespekulation einen starken Vorstoß, so daß bei vereinzelteH Werten im Derlau e rapide Kursstürze eintraten, die jedoch bald begrenzt wurden, da sich auf der anderen Seite ver chiedentlich einiges Deckungs-- bedürfnis geltend machte. Die festere Reu- Yorker Dorfe, der erleichterte TaaesgeldmarA am dortigen Platze und die flüssige hiesige Geld- marlllage fanden kaum Beachtung, doch ver­halfen diese Momente zu einer gewissen Wider- stanLsfähigleit. Stark angeboten waren am Auto- markt Kleyer mit minus 4 Prozent, Daimler 1 Prozent abgeschwächt. Schuckert eröffneten 3,25 Prozent niedriger. Bis 1,5 Prozent nachgebend waren Siemens, Farben, Gelsenkirchen, Rhein­stahl, ferner Otavi-Minen mit minus 1,5 Pro­zent. Scheideanstalt, Zellstoff-Waldhof lagen bis 3 Prozent schwächer. Interesse bestand dagegen für Zellstoff Aschaffenburg mit plus 3 Prozent und Wansfelder mit plus 1 Prozent. Chade- Aktien plus 2 Mk. und Licht & Kraft mit plus 1,5 Prozent. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen etwas schwächer. Für Ausländer, be­sonders für Anatolier, machte sich auf die be­kannte Ratifizierung des Anatolierabkommens Rachfrage gellend. Rach der ersten Kursfest­setzung war die Tendenz auf weitere Abgaben erneut schwächer, doch machte sich dann etwas Deckungsbedürfnis gellend und das Kursniveau konnte sich allgemein heben. Man hörte jedoch bis zu 3,5 Prozent unter Anfang liegende Kurse. Am Geldmarkt erfuhr Tagesgeld mit 5,5 Pro­

zent eine weitere Erleichterung. Am Devisen- marll blieb die Mark weiter schwach. Man nannte: Mark gegen Dollar 4.2035, gegen Pfund 20.397, gegen Paris 124.12, London gegen Kabel 4.8513, gegen Mailand 92.63, gegen Madrid 29.75, Holland 12.0813.

Benner Börse.

Berlin, 3. 3an. Während man im heutigen Vvrmittagsverkehr bei lebhafteren llmsähen durchweg hchue Kurse nannte und die Tendenz fest war, machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine große llnsicherheit bemerk­bar, da der Reparationsbericht Parker Gil­berts erstens auf das Geschäft hemmend wirkte, dann aber auch die hohen Vormittags- und vor­börslichen Kurse nicht aufrechterhielten. Die Grundstimmung war aber trotzdem eher freund­lich. und es ergaben sich zum größeren Tell noch Besserungen gegen gestern mittag Schluß, wenn auch die K u r s g e st a l t u n g nicht ganz einheitlich war. Die Besserungen hiel­ten sich im Rahmen von 1 bis 2 v. H. Der Or^er- eingang bei den Banken war sehr gering und di« Spekulation verhielt sich ziemlich zurückhal­tend. Die ausländischen Kommentare zum Parler- Gilverl-Dericht wurven viel besprochen und ver­stärkten die schon durch den Bericht hervor­gerufene Verstimmung, da aus allen auslän­dischen Blättern die Möglichkeit größerer Lei­stungen Deutschlands hervorgeht, die natürlich nur aus dem zu opttmistisch gehaltenen Repa- ratio:isbericht foergeLFet wird. Der Wirtschasts- beriapt der '-iveicyskreoitg«ssll|chaft bildlle ebenfalls das Gesprächsthema, da er im Gege.tteil zu dem er­wähnten Gilbert-Bericht Deutschlands Wi.tschast und Kapitalöildung in ihrer Wirklichkeit schil­dert. Die feste Reuhorler Börse regte dagegen etwas an, und die fortschreitende Erleichterung des hiesigen Geldmarktes befriedigte ebenfalls. Lagesgeld war mit 5 bis 7 Prozent ftaif an- geboten, Monatsgeld 7,5 bis 9 Prozent, Waren­wechsel 6,75 Prozent. Es besteht die Möglich­keit, daß b'v Privatdiskont auch heute eine Er­mäßigung erfahren kann. Farben waren etwas lebhasier, da die Mitteilung von der Plaüerung der restlichen Farben-Bonds anregte. Dessauer Gas, Leonhard Tietz. Salzdetfurth. Akkumula­toren, Chade-Aktien, Barmer Bank waren bis 3 Prozent fester. Dagegen tagen Adlerwerke, Karst, Sachsenwerk und Stolberger Zink 2 bis 4 Prozeß schwächer. Sehr fest lagen Demberg mit plus 9,5 Prozent auf die Berichte von gün­stigen Abschlüssen Deutsche Anleihen unverän­dert. Ausländer bis auf Bosnier fester. Türken fester. Ter Pfandbriefmarkt ruhig, doch freund­lich. 3m Verlaufe wurde es ausgesprochen schwach, da mit keiner höheren Dividende bei A.E.G. als im Vorjahre gerechnet werden kann. Die Rückgänge betrugen 1 bis 4 Prozent. Salz­detfurth üoer 7 Prozent schwächer.

Frankfurter Getre^vebörse.

Frankfurt a. M., 3. 3an. Am heutigen Frankfurter Produktenmarkt war die Haltung ruhig. Die etwas erhöhten Auslandnotierungen blieben ohne Einfluß. Die Händler hielten sich weiter stark zurück. Preisveränderungen traten nicht ein. wurden notiert: Weizen 22,90, Roggen 22,50, Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24, Hafer, inländischer 22,75 bis 23, Mais 22, Weizenmehl, südd. Spezial 0 32,50 bis 32,75, Roggenmehl 29,25 bis 30, Weizenkleie 13,75 bis 13,85, Roggenlleie 14,25 bis 14,50. Tendenz ruhig.

Frankfurter Schtachtviehmartt.

Frankfurt a. M., 3. 3ar. Auftrieb: Rin­der 20, Kälber 1029, Schafe 169, Schwein« 1316 Stück. Es kosteten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74, mittlere Mast- und Saug­kälber 64 bis 69, geringe Kälber 58 bis 63; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, 1. Weide- mast, 45 bis 50, 2. Stallmast 33 bis 44; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Leoendgewicht 73 bis 76, von 160 bis 200 Pfund Leoendgewicht 73 bis 77, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 74. Marktverlauf: Schweine mäßig rege, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Rorddeutsche Mastkälber über Rotiz.

Kunst und Wissenschaft.

Verschärfung der Frankfurter Thealerkrise.

Nach dem Intendanten des Frankfurter Opernhauses, Professor Clemens Krauß, und dem Opernregisseur Wallerstein will nun auch der Intendant des Schauspielhauses, Richard Weichert, Frankfurt den Rücken kehren. Wie aus einer Zuschrift Weicherts an denFrankfurter Ge­neralanzeiger" hervorgeht, hat er bereits Mitte Ok­tober den maßgebenden Stellen mitgeteilt, daß er nach seiner Heimatstadt Berlin überzusiedeln beab­sichtige. Dis zur Beendigung des organisatorischen

Neuaufbaus beabsichtigt er aber auf seinem Poftetz zu bleiben. Der Weggang Weicherts wird in Frank­furter Theaterkreisen mit Recht allgemein bedauert, und man befürchtet, daß es schwer sein wird, einen gleichwertigen Ersatz für ihn zu finden.

Büch erlisch.

Eduard Zellers Grundriß der Grie­chischen Philosophie in neuer Bearbeitung von Dr. Wilhelm Restle, Leipzig, D. R. Reislande, 1928, 13. Ausl. Preis geh. 12 Mk.. geb. 14 ML (553) Zellers bekannter Grundriß, der die Ergebnisse seiner großen grundlegenden Geschichte der griechischen Philosophie auf knappem Raum zusammenfaßt, vornehmlich in der Absicht, dem Studenten einen Leitfaden an die Hand zu geben, liegt in neuer Auflage vor. Der Herausgeber hat den Zeitpunkt für gegeben erachtet, das kleine Werk durchgreifend neu zu bearbeiten. Das ist aller Bedenken ungeachtet, die Restle selbst in Rechnung stellt, mit Beifall zu begrüßen, denn ein Grundriß zu Studienzwecken muß die Er­gebnisse der fortschrei. enden Forschung immer erneut verwerten und eine Verarbeitung in Er­gänzungen und Anmerkungen läßt sich auf längere Zeit nicht durch führen. So müssen die einze^' n Kapitel neu angelegt und ausgeführt werden und toeitn der Herausgeber hier seinen persön­lichen Geschmack walten läßt, kann man ihm das um so weniger verübeln, als eine Anpassung an den früheren Stil des Buches doch nicht gelingen, kann, älebrigens gereichen die Aenderungen, die der Bearbeiter DDcgenonuncn hat, dem Werk nicht zum Schaden. Wir möchten im Gegenteil glauben, daß Restle recht hat, wenn er der Schilderung der Persönlichkeit der Denker mehr Beachtung geschenkt hat als dies früher geschah. Die ®efamtbarftetlung erhält so mehr Schwung und ist damit berufen, auch weiter« Kreise zur Beschäftigung mit der griechischen Philosophie anzuregen. Eines der bleibendsten Verdienste jener reichen Kulturepoche ist ja gerade, daß sie den Typus des abendländischen Philosophen ge­schaffen hat, also den Typus einer Persönlichkeit. Hier flieht eine der Quellen der nicht zu ver­kümmernden Lieb« zum llassischen Altertum, für die uns auch das Werkchen Zellers in seiner neuen Gestalt Seite für Seite beredtes Zeugnis ablegt.

Hessische Biographien im Auf­trage der Historischen Kommt sion für den Dvlks- float Hefen in Verbindung mit Karl Esselborn und Georg Lehnert hrg. von Hermann Haupt. Band 3. Heft 1. Darmstadt 1323. Hes.i'cher Ctaatsverlag. (792) 3n diesem neuen, kürz­lich zur Ausgabe gelangten Hefte ist unser Ober- b:f en besonders reich vertreten. Gießen se'bst stellt die älniaersitätsprose'soren Bischoff, den bahnbrechenden Biologen, die Mineralogen und Geologen von K ipstein und Streng, den einst viel gelesenen Aesthetiker (Saniere und den Chs- muer und Mineralogen Ettling, ferner den Ver­leger Anton Ricker, der nach dem frühen Tode des Begründers. - seines Bruders Zo.eph, das Geschäft zur Blüte brachte, den Vater unseres geschätzten Dichters Alfred Bock, Siegmund Dock, seinerzeit bekannt und verdient als Musikfreund, und den Bibliothekar Rumpf. Weiter sind zu nennen die beiden Düdinger Gymnasiallehrer Bender, später in Darmst<ü)t, der die Chöre antuer Dramen geschickt vertonte, und Blümmer. und dessen Frau Wilhelmine, die d':e erste Sonn- tagsschule Hessens begründete, sowie dm Lehrer zu Marienschloß. Funk, den Schöpfer d«S noch heute im Rothschrn Verlage erscheinenden Hessi­schen Lehrerkalenders. Für die beiden andeeen Provinzen möge diesmal der Hinweis auf den feurigen, später nach Mexiko ausgewandereen Patrioten Sartorius, auf den Zwingenberg er Löwenwirt Diefsenüach. benVater der hes i- schen Verfassung" von 1820, auf Wi Helm vo.r Plönnies, seinerzeit Autor tät in Gew ehr fragen und nebenbei eisriger VolrSsund er. und aus den Vorkämpfer des Deulschlatho i i-mus Eduard Duller genügen. So ist auch dieses Heft wieder, wir seine Vorgänger, eine Fundgrube für jeden Geschichts- und Hei.natsfreund und ein anregen­des Geschenk für unsere heranwachfende 3ugen&. Hoffentlich findet es bei seinem bi l.gen Prei'e (2 Mark) den Weg auf recht viele Weihnachts­tische.

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 5. Januar. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9 Uhr; Predigt; abends 4.50 und 5.30 Uhr.

Israelitische Religlonsgefells oft Sabbatfeier den 5. Januar. Freitag abend 4.15 Uhr; Samstag vor­mittag 8.30 Uhr; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbataus­gang 5.30 Uhr. Mochengotte'dienst morgens 7.10 Uhr; abends 4 Uhr.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Retchsbankdistont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.

Frwtdfuri a. M

Vertin

Srmifcfurt a. M

Berlin

Fraudiurt a. M j

Berlin

Berlin, t. Januar

(»eib

Bries

^rantö'vaie Jloien .

foüflanbridje Nokea .. .

HtuUeniftfie Noten.....-

Norwegische Noten. .... Demlch-Oesterr, 5100 Änraen

Rumänische Noten......

Schwedische Noten ......

Schweiler Noten .......

Spanische Noten.......

Tschcchoilowalische Noten . .

Ungarische Noten

Devisenmarkt Berlin

Telegraphische

liJ.39

168.28

41,89

111.73

58.99

2,5.2

112.08

80.785

68.26

12.39

73.00

Arank' rt

Auszahl

(6.45 168.96

21.97 112.17

59.23

2.54 <12,53 81.,05

8,54

12,45 >.30

a. M.

u n g.

Schlutz-I Kurs j

1-Uhr- Hur»

Sch-uh

Rnri»

2rniang flurs

Schluh- Kur»

1-Uhr- üirs

Sch uh, Rurs

Uin.ang Rur«

Schluh-!

K»r» |

I-Uhr- Kurs

Sch uh- ftirs

iun.ang Kur«

Datum

2.1.

3. 1.

2 1. | 3 t.

Datum: | 2. I.

3 1.

| 2.1. | 3 t

Datum:

2.1

3. 1

2. 1. | 3. 1

5% Dl «eichlanleihe o 1927

Dt. ÄnL.jlblil.-Sdjulb tbi» Un.-^rditrn

Eeeel ohne AuÄol.-Rechie r% Kran«. Hyp.-Bk ®olbt>1. un kündbar bis 1932

iRbrtntidx Hyp.-Da«! Stau choldvl.

«LS.» dbo Bortriegt-Obttgaüon. rückzahlbar 1932

4% Schweiz eunortb.-Siü..

4% Veslerreichllche Soldrre.. .

4,20% Offen Silberne.....

4% Österreich elntjeiU Rtt- . 4% Ungarische Goldne. . . 4% Ungarische Sraalsr. v. IMO 4%% beegk von 1913 .

4% UngorildR fttonentte.. . 4% türt. äoüanletiK v. 191) 4% Türkische 6aflbflbbabn»8toL.

Serie 1

4% besfll. Serie II .... 4% Rumänen connett Bitt. . .

«u tu inen Solbtml wi 1913

tm» Deunckr iLNea'-aba . . 4fo Hamburg-Amerika Solei ... 8 Hamb.-Zübam. Damvstch. . . 8 Hansa DampsschiN / . . 10

Norddeutscher Lloyd . . 8

311 g Deutsche OeoitanU 10

Barme« Bankverein 10

Berliner Panoelrg eie Usch. 12

Lommeq- und i!ripai-®«n! 11 tarmft u Nationaldaick 12

Deutsche Bonk 10

DWomo-iÄeteUkbeli leL. 10 Dresdner Bank . . 10

Rtttelbeuridw ... 9

Metall dank ° 8

F JjfcXjJ tt

s. Ü?ö:U w * y r «8»« 8 5

fc?.; kV 8 > i I 8 i l i i o. & ® tr

i «2 1 1 1 1 1 1 i 1 1 1 1 Mil S 1 ' 13 51

s Z Z s §

''l.Ö

i,2 15

33

26

25,5 1.7-

11,8

11,7

20.25

141,5

174.75 <..7.25 <42.k

146.75 .51

201.2.

41».5

15.2.

<►8.75 174.

216,5

147.v

1 .35,6

53,3

15,2

1,8

12,1

12,4

140,25

142.13 148 i - .51.75

201. -96..

<75. l

<-8.7.

.74-75

416,;.

146.75 .37

-L.IL.« .......8

®lefa. Lieserunge« .«. 10 Licht und firafi . . 10 weiten 4 Guilleaume. . 6 Ge|. f. (Siehr Unrerru. ... 10 Hamb. Siehr Gert« . 10 «Hein. Gleku. .......S

Schiel. ............10

Schuckert ....... 8

Siemen» & Halsk» ..... 12 Lransravio . ...... 8

Ladmever 6 6»...... . 10

HudeeuL ....... 6

Teutsche ............«

Ebener Steinkohle ...... 8 Geilenkirchener ... 1 H 3- 1 Haroencr . ...... . 6

Hoelck Eilen. ...... 8

.ßle Bergbau ........ 8 Kiöcknerwerke .,. 7 ftöln-Äeueflee..*

Mannesmann ....... 8 Manrlelder ...... . 7

Lderichiel- Eil end Bedarf. . . s Cber1d)l;f. Lottwerke ... 8

Lhöni; Bergbau . . 8%

Siheiniiche Braunkohle» 10

rRbefoftabJ 1. % 3*

«iebed Montan ... 7,2

Bereinigte Stadl». .... 6

Olavi Minen . . ih

ft all Alchersleben .... 10

ft all Weiterrgelo ... 10

ftaltmrrf ®al*bert«t| .

J » .Vitberu^ntudtt» ... 12

ScheiDeanftaU . ...... 8 Golblchrnid: ....... K

tRüifletercede . ....... 4 KelallgeiellichM. ..... tl

tU5 7o

25? 150

267

130.5

185

83.5

126,1

138.5

238

105,5

133

118

91

294.5 141

03

-98 00

538

71

190,5 !'6 5

106

204.5

194,0

253,6

256.5

129 5

184,7.

125

139

132,6

119

139.5

8.7. '.

-96

298

70

188

196 236.

185.25 ^52. ü

15t

267,9

159 183.25 «27

259.75 130,5 loti

183,75

83.25

Ia8 125.7a 127.2.1

139

125..

235 105.7.

124.5

133 118.5 H3.25

117. l

91

294. a <41,5

J3.4

'.4 297. .99.5

538

71

97.5 106,5

195,6

2:35 5

185.5

25..25

151

269.5

159

183

238.7a .58.5 130.5

16 .5 186.5

187,9

127.25

139 25

125

235

125

132.a

119.5

117

91

295.75

142

157 '3,3 j,4

298

21.9.3

>40 5

271

'.'7

106

Lduivo vuymann . ..... 7

Heidelberger Cemenl .... 10

f8at)6 4 äreitag .... 10

SchultveiS Prchenhof« ... 16

Cfttocrfe ...... 12

Ver. iSIanrftoN ...... 18

Bemberg ...... . 14

ScUftoff DalvKoi.....12

fiellftof! Mchastenburg ... 12

Charlottenburger Waller ... 7 tejiauer Gas ...... 8

Daimler Molare» ...... 0

L'abto. Loewe .,* 10

Rat. «utomobü . ...... 0

Orenllein » ftovvet . .... 6 Leonhard Tietz . ..... S Bamag-Meguin . ...... 0 ,Ytan?f. Malchine» ...... 6

Gritzner ...... 11

Hevligensioedl ....... 0

Lechwerke . ....... 8

Maindastwert, ....... 8

Mag ...... 10

Nekarlulmer ........ 8 Beter» Union ....... 8 Gebe. Roeder ...... 10 Böig, ck Haefy« ...... 8 Sbdd Suda ..... 8

Boni

140.5

138,5

289

76.5

87

68.5

117

83.25

116

123

140

<8

105 5

125

158

noten.

287 212

75.5

- 83

-

141.0

135.5

29

285.5 »35

444.5

288

208

134.2..

76^»

46.25

87

246.25

55 65

103 25

294

69

118.25

82

40

48

105

210

158,25

4 539 454 289 212

133.4

228 76,2o 46.1.

83.5

248..

56,5 100.13 296.75

140

2. Januar

3. önixuar

Amtliche (Selb

Nolirung Brie,

Amtliche Oioiieruna «Seid i Brie'

ÄmfL-tHoit. Bnen^Streö Brss-'Antw Cdristionia Rooenbaatn Stockholm Selnnarort. ataliea . . . London. . . Neuport . . DoriL. . .. Schweiz .. Spanco .

SoDan . . . »io de Aon Wien tn D-- Ceft abatfl Prag Belirad «ndav.'ft i*ui arten '»ssabon Danna ftnnft.ntin- Atden lanabe V\VD 009 -

U>8,6u 1,763

>8.385

114,04

. 112,32 1'1.55, -1.955 4U.oi7 1,19 5 1.40.5 .0.865

8.49 1,928 .-498

.14 12,4.3 <.>82

>,18 ,02J <8.58 >1.42 4.068 >.4A) 4.186 4.276

5.872

l68,0) " 1,767

58,505 112,18 U2,;6 112,54 lU,u7l

41. 4O,4u7 l,201d 16,14.5 81,025

o8.h3 1,932

-.500

59.26 12,455

7, «96 «3,34

,O. 3 18.62 1,58 -,072 5.435 1.194 4.284

1 0.912

168.61 l.7b8 ü8,L9

111.95 114.06 112.33 10.555

21.68 '2d.72 4,2000 16.,05 >0,87 >8,5i 1,949 >.499

J9,12 12.433 7,388 <3,12 ,029 18.60 M.46 4,066 J,42u 4,187 4,276 -0.877

168,95 1.772 08.59

112.17

112.28

112.55

Iu.u75

22.02

2U.4I3 4.2680

16.445

1.03 -8.65

1,933 u.501

0'0.24

12,453

7.403

<3,.6

.0 5

18 64 »1.62 2.670 5.435

4.1'5

4,284

20.117

Berlin, 2. Januar

"ietv

Ö ne;

«merikanliche Wette ..... Belgrick» Noten ....... Dan licke Noten ....... Eoglttzdc Itottü........

4,18

58.2:1

111.83

20.812

58,47

112.27

-0.402