Wirtschaft.
Oie internationale Goldbewegung.
Die internationale Goldbewegung hat im laufenden Jahre die in den Kriegs- und Rach- kriegsjahren eingeschlagene Bewegung verlassen. Der Anteil der Vereinigten Staaten von Amerika an den Goldbeständen der Welt hatte sich von 19 v. H. im Oahre 1913 auf 42 v. H. Anfang des Jahres 192? erhöht. Gleichzeitig waren die Goldbestände der europäischen Länder stark zurückgegangen. Mitte 1927 begann jedoch diese Bewegung umzuschlagen. Die Vereinigten Staaten wurden Goldaügabeland, während eine Reihe von europäischen und südamerikanischen Ländern in größerem Umfange als Goldkäufer auftraten. Der Goldabfluh aus den Vereinigten Staaten wurde durch entsprechende Diskontpolitik der Federal Reserve-Banken bis zum Ende des Jahres 1927 weitgehend unterstützt. Das aus den Vereinigten Staaten abgeflossene Gold wurde in der Hauptsache von Ländern ausgenommen, die vornehmlich infolge von Währungsreformen einen wachsenden Bedarf an Gold halten: Frankreich. Brasilien, Deutschland, Italien, Polen und Großbritannien. Diese Länder traten aber auch über den Goldbezug aus den Vereinigten Staaten hinaus als Käufer auf dem Londoner Gold- marlt auf.
Die Richtungsänderung in der Goldbewegung sühne, wie das Institut für Konjuickturforschung berichtet, dazu, daß Frankreich am monetären Goldbestand der Welt bis Mitte 1928 auf 10,1 v. H. (gegen 6,6 v. H. Anfang 1927) erhöhen konnte; der Anteil Großbritanniens stieg in der gleichen Zeit von 6,9 v. H. auf 7,5 v. H., der- lenige Deutschlands von 4,2 auf 4,6 v. H. Gleichzeitig sank der Anteil der Vereinigten Staaten von 42 aus 37 v. H.
Seit August 1928 ist die Gold ausfuhr der Ver- einigten Staaten zum Stillstand gekommen. Es ergab sich sogar wieder ein geringer Einfuhrüberschuß an Gold. Es liegt nah?, diese Wand- tung der amerikanischen Goldbilanz als eine gewisse Reaktion auf die Anspannung der inneramerikanischen Kreditlage anzusehen. Jedenfalls suchen die Federal Reserve-Banken seither dei Goldabfluß, den sie ursprünglich untersticht hatten, wieder zu erschweren. Runmehr verlegte sich der Schwerpunkt der Goldbewegung nach Großbritannien. An sich bringt, es die Funktion des Londoner Marktes als älmschlagplah mit, daß normalerweise Sin- und Ausfuhr von Gold in England rasch wechseln, daß es also nicht zu ausgesprochenen Ein- und Ausfuhrperioden kommt. Seit Anfang September zeigte sich aber in Großbritannien ein deutlicher Ausfuhrüberschuß, der bis in die jüngste Zeit angehalt-en hat. Trotz der bedeutenden Einfuhr von Gold aus Transvaal und aus anderen Ländern ergab sich bis Mitte Dezember ein Ausfuhrüberschuß von 13,3 Millionen Pfund Sterling. Ein Teil der englischen Goidausfuhr floß nach den Vereinigten Staaten zurück, ein weitaus größerer Teil ging nach Deutschland. Die gesamte Goldeinsuhr Deutschlands in den ersten zehn Monaten 1928 betrug rund 706 Will. Mk., von denen allein aus Großbritannien rund 268 Mill. Mk. tarnen, aus Rußland 282 Mill. Mk., aus den Vereinigten Staaten rund 117 Mill. Mk. Von Anfang Rovernber bis Mitte Dezember ist and Großbritannien Gold im Werte von rund 105 Mill. Mmck eingeführt worden. Die Goldausfuhr aus England wurde durch die Schwäche des Pfundkurses begünstigt. Hinzu kommt, daß neuerdings die freie Goldargllrage offenbar wieder größeren Einfluß auf die Goldbewegung gewonnen hat, nachdem der dringendste Währungsbedarf in den meisten Ländern gedeckt ist.
*
• Konkurse Im Dezember 1928. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Drzember 1928 durch den Reichsanzeiger 624 (im Rovernber 674) neue Konkurse ohne die wegen Massemangels abgelehnten Qlnträg« auf Konkurseröffnung und 252 (282) eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben.
* Gesfürel beteiligt sich an der Oberbayerischen Ueberland-Zentrale A.-G. Wie WTB.-Handelsdienst erfährt, hat die Gesellschaft für elektrische Unternehmungen vor kurzer Zeit mehr als 10 v. H. des Aktienkapitals der Ober- bayerischen Ueberland-Zentrale A.-G., München (7 686 400 Mark Aktienkapital) erworben. Damit finden die in letzter Zeit an der Berliner Börse beobachtenden Käufe in Aktien dieser Gesellschaft ihre Erklärung.
* Besseres Geschäft am Fitting- markt. Die in letzter Zeit eingesetzte Besserung am Fittingmarkt hat angehalten. Aufträge kommen regelmäßig herein, auch wurden die Verbandspreise im allgemeinen eingehalten. Die Bestrebungen,
einen festen Verkaufsverband zu bilden, haben zwar die besten Aussichten auf Verwirklichung, dürften aber sobald nicht zu einem endgültigen Erfolg führen.
• Die Lage a u f dem Röhrenmarkt. Vom Röhrenverband wird mitgeteilt: Das Jn- landgeschäft, das während des Rovembers im Zeichen der Lohnstreitigkeiten im rheinisch-westfälischen Tezirk gestanden hatte, zllzte in deren Rachwirkungen auch noch im De.sichtsmonat ein unbefriedigendes Bild. Der Auftragseingang lieh sowohl in Gas- und S.ederöhren, wie auch in Qualitäts- und Muffenröhren zu wünschen übrig. Auch auf dem Auslandmarkt wirkten die durch die Lohnstreitigkeiten hervorgerufenen 2lus- sperrungen des letzten Monats im Derichts- monat nach, so daß das Auslandaeschäft sowohl hinsichtlich des Umfanges, als auch in der Preisgestaltung unbefriedigend geblieben ist. Allerdings ist es gelungen, mit den englischen und amerikanischen Röhrenwerken eine Preisrerstän- digung für Gasrohre für den Export herbeizuführen, die vorläufig bis zum 23. Februar 1929 abgeschloffen worden ist, deren Auswirkung jedoch noch nicht in Erscheinung treten konnte.
* Aus der Drahtverfeinerungs- industrie. 3m Jnlandgeschnft für d.e Erzeugnisse der Drah.vrrfcin'.rcngsindustrie macht sich, der Jahreszeit entsprechend, ein verstärkferA w- tragseingang bemerkbar. Die Preise blie en unverändert. Wie weit sich d.e durch den Eisenschiedsspruch bedingte Lohnerhöhung in den Selbstkosten der Drahtindustrie bemerkbar machen wird, muß noch abgewartet werden. 3m Auslandgeschäft haben die Preise weiterhin feste Tendenz, Der Auf.ragseingang war befr'ed'.gend.
* Die Bonds der I. - G. ° F a r b e n. Nachdem ein erheblicher Tell der noch im Besitz der J.-G..Farbenindustrie vorhanden gewesenen Bonds entsprechend den früheren Mitteilungen durch ein Bankenkorsortium unter Führung der Deutschen Bank verkauft worden ist, ist nunmehr auch, wie WTB.'Handelsdienst hört, der Rest dieser Bonds zur festen Anlage untergebracht werden.
* Elektrizität A.-G. u o r m. Lahmeyer & C o., Frankfurt. Der schon im letzten Jahres- bericht erwähnte Bauauftrag für die untere Iller- Wasserkraftwerke im Werte von etwa 16 Millionen Mark ist jetzt endgültig perfekt geworden. Die Gesellschaft hat weiterhin die Gesamtbauleitung für die erste Stufe des Schluchsewerkes erhalten. Der Gegen- wert dieses Auftrags dürfte sich auf etwa 30 bis 35 Millionen belaufen.
Frankfurter Börse.
Fra n k f ur t a. M., 3.3an. Tendenz: unsicher. — Nachdem an der Vorbörse die Stimmung noch allgemein freundlich und zuversichtlich war, machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine größere Unsicherheit und Lustlosigkeit bemerkbar. Die Rachwirkung der zu optimistischen Beurteilung der deutschen Wirtschasis- lage im Gilbert-Bericht verstimmte; die Spekulation war zurückhaltend und im allgemeinen nur auf sich selbst angewiesen, da auch Orders von außen her kaum vorlagen. Die vollständige Placierung der Farbenbonds löste «inen größeren Pessimismus aus, so daß auch hiervon ausgehend die Kulisse auf fast allen Marktgebieten zu Abgaben schritt. Auf den meisten Marktgebieten stellten sich gegenüber der gestrigen Abendbörse Verluste bis zu 3 Prozent ein. Hiervon angeregt, unternahm die Baissespekulation einen starken Vorstoß, so daß bei vereinzelteH Werten im Derlau e rapide Kursstürze eintraten, die jedoch bald begrenzt wurden, da sich auf der anderen Seite ver chiedentlich einiges Deckungs-- bedürfnis geltend machte. Die festere Reu- Yorker Dorfe, der erleichterte TaaesgeldmarA am dortigen Platze und die flüssige hiesige Geld- marlllage fanden kaum Beachtung, doch verhalfen diese Momente zu einer gewissen Wider- stanLsfähigleit. Stark angeboten waren am Auto- markt Kleyer mit minus 4 Prozent, Daimler 1 Prozent abgeschwächt. Schuckert eröffneten 3,25 Prozent niedriger. Bis 1,5 Prozent nachgebend waren Siemens, Farben, Gelsenkirchen, Rheinstahl, ferner Otavi-Minen mit minus 1,5 Prozent. Scheideanstalt, Zellstoff-Waldhof lagen bis 3 Prozent schwächer. Interesse bestand dagegen für Zellstoff Aschaffenburg mit plus 3 Prozent und Wansfelder mit plus 1 Prozent. Chade- Aktien plus 2 Mk. und Licht & Kraft mit plus 1,5 Prozent. Am Rentenmarkt lagen deutsche Anleihen etwas schwächer. Für Ausländer, besonders für Anatolier, machte sich auf die bekannte Ratifizierung des Anatolierabkommens Rachfrage gellend. Rach der ersten Kursfestsetzung war die Tendenz auf weitere Abgaben erneut schwächer, doch machte sich dann etwas Deckungsbedürfnis gellend und das Kursniveau konnte sich allgemein heben. Man hörte jedoch bis zu 3,5 Prozent unter Anfang liegende Kurse. Am Geldmarkt erfuhr Tagesgeld mit 5,5 Pro
zent eine weitere Erleichterung. Am Devisen- marll blieb die Mark weiter schwach. Man nannte: Mark gegen Dollar 4.2035, gegen Pfund 20.397, gegen Paris 124.12, London gegen Kabel 4.8513, gegen Mailand 92.63, gegen Madrid 29.75, Holland 12.0813.
Benner Börse.
Berlin, 3. 3an. Während man im heutigen Vvrmittagsverkehr bei lebhafteren llmsähen durchweg hchue Kurse nannte und die Tendenz fest war, machte sich zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine große llnsicherheit bemerkbar, da der Reparationsbericht Parker Gilberts erstens auf das Geschäft hemmend wirkte, dann aber auch die hohen Vormittags- und vorbörslichen Kurse nicht aufrechterhielten. Die Grundstimmung war aber trotzdem eher freundlich. und es ergaben sich zum größeren Tell noch Besserungen gegen gestern mittag Schluß, wenn auch die K u r s g e st a l t u n g nicht ganz einheitlich war. Die Besserungen hielten sich im Rahmen von 1 bis 2 v. H. Der Or^er- eingang bei den Banken war sehr gering und di« Spekulation verhielt sich ziemlich zurückhaltend. Die ausländischen Kommentare zum Parler- Gilverl-Dericht wurven viel besprochen und verstärkten die schon durch den Bericht hervorgerufene Verstimmung, da aus allen ausländischen Blättern die Möglichkeit größerer Leistungen Deutschlands hervorgeht, die natürlich nur aus dem zu opttmistisch gehaltenen Repa- ratio:isbericht foergeLFet wird. Der Wirtschasts- beriapt der '-iveicyskreoitg«ssll|chaft bildlle ebenfalls das Gesprächsthema, da er im Gege.tteil zu dem erwähnten Gilbert-Bericht Deutschlands Wi.tschast und Kapitalöildung in ihrer Wirklichkeit schildert. Die feste Reuhorler Börse regte dagegen etwas an, und die fortschreitende Erleichterung des hiesigen Geldmarktes befriedigte ebenfalls. Lagesgeld war mit 5 bis 7 Prozent ftaif an- geboten, Monatsgeld 7,5 bis 9 Prozent, Warenwechsel 6,75 Prozent. Es besteht die Möglichkeit, daß b'v Privatdiskont auch heute eine Ermäßigung erfahren kann. Farben waren etwas lebhasier, da die Mitteilung von der Plaüerung der restlichen Farben-Bonds anregte. Dessauer Gas, Leonhard Tietz. Salzdetfurth. Akkumulatoren, Chade-Aktien, Barmer Bank waren bis 3 Prozent fester. Dagegen tagen Adlerwerke, Karst, Sachsenwerk und Stolberger Zink 2 bis 4 Prozeß schwächer. Sehr fest lagen Demberg mit plus 9,5 Prozent auf die Berichte von günstigen Abschlüssen Deutsche Anleihen unverändert. Ausländer bis auf Bosnier fester. Türken fester. Ter Pfandbriefmarkt ruhig, doch freundlich. 3m Verlaufe wurde es ausgesprochen schwach, da mit keiner höheren Dividende bei A.E.G. als im Vorjahre gerechnet werden kann. Die Rückgänge betrugen 1 bis 4 Prozent. Salzdetfurth üoer 7 Prozent schwächer.
Frankfurter Getre^vebörse.
Frankfurt a. M., 3. 3an. Am heutigen Frankfurter Produktenmarkt war die Haltung ruhig. Die etwas erhöhten Auslandnotierungen blieben ohne Einfluß. Die Händler hielten sich weiter stark zurück. Preisveränderungen traten nicht ein. wurden notiert: Weizen 22,90, Roggen 22,50, Sommergerste für Drauzwecke 23,75 bis 24, Hafer, inländischer 22,75 bis 23, Mais 22, Weizenmehl, südd. Spezial 0 32,50 bis 32,75, Roggenmehl 29,25 bis 30, Weizenkleie 13,75 bis 13,85, Roggenlleie 14,25 bis 14,50. Tendenz ruhig.
Frankfurter Schtachtviehmartt.
Frankfurt a. M., 3. 3ar. Auftrieb: Rinder 20, Kälber 1029, Schafe 169, Schwein« 1316 Stück. Es kosteten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 70 bis 74, mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 69, geringe Kälber 58 bis 63; Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, 1. Weide- mast, 45 bis 50, 2. Stallmast 33 bis 44; Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Leoendgewicht 73 bis 76, von 160 bis 200 Pfund Leoendgewicht 73 bis 77, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 70 bis 74. Marktverlauf: Schweine mäßig rege, ausverkauft. Kälber und Schafe ruhig, geräumt. Rorddeutsche Mastkälber über Rotiz.
Kunst und Wissenschaft.
Verschärfung der Frankfurter Thealerkrise.
Nach dem Intendanten des Frankfurter Opernhauses, Professor Clemens Krauß, und dem Opernregisseur Wallerstein will nun auch der Intendant des Schauspielhauses, Richard Weichert, Frankfurt den Rücken kehren. Wie aus einer Zuschrift Weicherts an den „Frankfurter Generalanzeiger" hervorgeht, hat er bereits Mitte Oktober den maßgebenden Stellen mitgeteilt, daß er nach seiner Heimatstadt Berlin überzusiedeln beabsichtige. Dis zur Beendigung des organisatorischen
Neuaufbaus beabsichtigt er aber auf seinem Poftetz zu bleiben. Der Weggang Weicherts wird in Frankfurter Theaterkreisen mit Recht allgemein bedauert, und man befürchtet, daß es schwer sein wird, einen gleichwertigen Ersatz für ihn zu finden.
Büch erlisch.
— Eduard Zellers Grundriß der Griechischen Philosophie in neuer Bearbeitung von Dr. Wilhelm Restle, Leipzig, D. R. Reislande, 1928, 13. Ausl. Preis geh. 12 Mk.. geb. 14 ML (553) — Zellers bekannter Grundriß, der die Ergebnisse seiner großen grundlegenden Geschichte der griechischen Philosophie auf knappem Raum zusammenfaßt, vornehmlich in der Absicht, dem Studenten einen Leitfaden an die Hand zu geben, liegt in neuer Auflage vor. Der Herausgeber hat den Zeitpunkt für gegeben erachtet, das kleine Werk durchgreifend neu zu bearbeiten. Das ist aller Bedenken ungeachtet, die Restle selbst in Rechnung stellt, mit Beifall zu begrüßen, denn ein Grundriß zu Studienzwecken muß die Ergebnisse der fortschrei. enden Forschung immer erneut verwerten und eine Verarbeitung in Ergänzungen und Anmerkungen läßt sich auf längere Zeit nicht durch führen. So müssen die einze^' n Kapitel neu angelegt und ausgeführt werden und toeitn der Herausgeber hier seinen persönlichen Geschmack walten läßt, kann man ihm das um so weniger verübeln, als eine Anpassung an den früheren Stil des Buches doch nicht gelingen, kann, älebrigens gereichen die Aenderungen, die der Bearbeiter DDcgenonuncn hat, dem Werk nicht zum Schaden. Wir möchten im Gegenteil glauben, daß Restle recht hat, wenn er der Schilderung der Persönlichkeit der Denker mehr Beachtung geschenkt hat als dies früher geschah. Die ®efamtbarftetlung erhält so mehr Schwung und ist damit berufen, auch weiter« Kreise zur Beschäftigung mit der griechischen Philosophie anzuregen. Eines der bleibendsten Verdienste jener reichen Kulturepoche ist ja gerade, daß sie den Typus des abendländischen Philosophen geschaffen hat, also den Typus einer Persönlichkeit. Hier flieht eine der Quellen der nicht zu verkümmernden Lieb« zum llassischen Altertum, für die uns auch das Werkchen Zellers in seiner neuen Gestalt Seite für Seite beredtes Zeugnis ablegt.
— Hessische Biographien im Auftrage der Historischen Kommt sion für den Dvlks- float Hefen in Verbindung mit Karl Esselborn und Georg Lehnert hrg. von Hermann Haupt. Band 3. Heft 1. Darmstadt 1323. Hes.i'cher Ctaatsverlag. (792) — 3n diesem neuen, kürzlich zur Ausgabe gelangten Hefte ist unser Ober- b:f en besonders reich vertreten. Gießen se'bst stellt die älniaersitätsprose'soren Bischoff, den bahnbrechenden Biologen, die Mineralogen und Geologen von K ipstein und Streng, den einst viel gelesenen Aesthetiker (Saniere und den Chs- muer und Mineralogen Ettling, ferner den Verleger Anton Ricker, der nach dem frühen Tode des Begründers. - seines Bruders Zo.eph, das Geschäft zur Blüte brachte, den Vater unseres geschätzten Dichters Alfred Bock, Siegmund Dock, seinerzeit bekannt und verdient als Musikfreund, und den Bibliothekar Rumpf. Weiter sind zu nennen die beiden Düdinger Gymnasiallehrer Bender, später in Darmst<ü)t, der die Chöre antuer Dramen geschickt vertonte, und Blümmer. und dessen Frau Wilhelmine, die d':e erste Sonn- tagsschule Hessens begründete, sowie dm Lehrer zu Marienschloß. Funk, den Schöpfer d«S noch heute im Rothschrn Verlage erscheinenden Hessischen Lehrerkalenders. Für die beiden andeeen Provinzen möge diesmal der Hinweis auf den feurigen, später nach Mexiko ausgewandereen Patrioten Sartorius, auf den Zwingenberg er Löwenwirt Diefsenüach. ben „Vater der hes i- schen Verfassung" von 1820, auf Wi Helm vo.r Plönnies, seinerzeit Autor tät in Gew ehr fragen und nebenbei eisriger VolrSsund er. und aus den Vorkämpfer des Deulschlatho i i-mus Eduard Duller genügen. So ist auch dieses Heft wieder, wir seine Vorgänger, eine Fundgrube für jeden Geschichts- und Hei.natsfreund und ein anregendes Geschenk für unsere heranwachfende 3ugen&. Hoffentlich findet es bei seinem bi l.gen Prei'e (2 Mark) den Weg auf recht viele Weihnachtstische.
Kirchliche Nachrichten.
Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, den 5. Januar. Vorabend 4.30 Uhr; morgens 9 Uhr; Predigt; abends 4.50 und 5.30 Uhr.
Israelitische Religlonsgefells oft Sabbatfeier den 5. Januar. Freitag abend 4.15 Uhr; Samstag vormittag 8.30 Uhr; nachmittags 3.30 Uhr; Sabbatausgang 5.30 Uhr. Mochengotte'dienst morgens 7.10 Uhr; abends 4 Uhr.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Retchsbankdistont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.
Frwtdfuri a. M
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168.28
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