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tien mit Fahnenweihe, wur^-mgelaven. Nach Erledigung einiger kleine^/ Fragen schloß der Vorsitzende gegen 5 Uhr die Versammlung. Ver­schönert wurde die Tagung durch feinsinnig vor­getrogene Chöre des Gesangvereins Rupperts­burg, unter Leitung seines tüchtigen Dirigenten Lehrers Debus.

D. Klöring 20 Jahre alt.

Am 4. November feiert der seitherige Super­intendent der Provinz Starkenburg, Geheimrat D. Dr. Fr. Flöring, seinen 70. "G e b ur - tag. Zu Darmstadt geboren, hat der Geist­liche seine erste dienstlich« Verwendung in Ket­tenheim in Rheinhessen und sodann in Bickenbach gefunden. Am 1. November 1885 wurde er Pfar­rer bet neubegründeten Martinsgemeinde in Darmstadt. Die Marti ns tirche i.st bekanntlich von dem Privatgelehrten Dr. Max Rieger aus eigenen Kosten erbaut worden. Am 1. April 1893 wurde Flöring ordentlicher Professor der Theologie am Predigerseminar und zugleich Pfar­rer in Friedberg. Am l.Oanuar 1901 wurde er zum Obertonsistorialrat und Superintendenten der Provinz Starkenburg ernannt. Von 1907 bis 1914 bekleidete er die Würde eines Prälaten. Am 1.3uni d. 3. ist er in den Ruhestand ge­treten. Sowohl als Pfarrer wie als Professor hat sich Flöring große Verdienste erworben. 3hm war, als er noch junger Mann war, die Aufgabe gestellt, die Martinsgemeinde in Darm­stadt zu sammeln und auszubauen. Als Professor hat er auf die Kandidaten der Theologie sehr anregend eingewirkt und ihnen den Weg in das praktische Pfarramt gezeigt. Seine Haupt- tätigkcit hat er als Mitglied des Oberkon- sistoriums und späteren Landsslirchenamies ent­faltet und sich während dieser Tätigkeit auch in schweren Zeiten als charaktervoller Mann erwiesen. Ein Hauptanliegen ist ihm stets die Pflege der Kirchenmusik und des Kirchengesangs gewesen; darum ruft auch in diesen Tagen der Vorstand des Evangelischen Kirchengesangvereins zur Begründung einer Flöring-Stiftung - auf, die sich die Pfelge der evangelischen Kir­chenmusik in Hessen angelegen sein lassen will. Möge dem verdienten Kirchenmanne, der sich völliger körperlicher und geistiger Rüstigkeit er­freut, noch manches 3ahr der Wirksamkeit be- schieden fein.

Direktor Sauerbrey verhaftet.

Frankfurt a. M., 2. Rov. (TU. Draht­meldung.) Den vereinten Bemühungen der Frank­furter Llntersuchungsbehörden ist es gelungen, den flüchtigen ehemaligen Direktor der Süd- westdeutschen Dank A.-G. (Konzern der Frank­

furter Allgemeinen), Siegfried Sauerbrey, zur Verhaftung zu bringen. Es war in letzter Zeit ermittelt worden, daß Sauerbrey sich bei seiner Flucht zunächst nach Köln gewandt hatte. Von dort führte die Spur über Leipzig nach Prag. 3n Prag ist die Festnahme erfolgt. Die Auslieferungsverhandlungen sind eingeleitet.

Marburger Derkehrstage.

Aehnlich wie im Vorjahre werden in Marburg vom 9.17. November Verkehrstage stattfinden. Geplant ist für sämtliche Tage eine festliche Be- kud;tung und Dekoration der Geschäfte, ferner bei Anbruch der Dunkelheit eine Anstrahlung der Elifabethtirche, der Universität, des Rat­hauses, der alten Sternwarte und des Hauvt- bahnhofes. Auch für Unterhaltung ist reichlich gesorgt. U. a. werden ein Opern- und ein Theaterabend, ferner drei »Bunte Abende" in den Stadtfälen geboten. (Man beachte die heu­tige Anzeige.)

Gießener Wochenmarktpreise.

Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210220, Matte 30-35, Wirsing 12 bis 15, Weißkraut 310, Rotkraut 1215, Gelbe Dü­ben 1012, Rote Rüben 1012, Spinat 25 bis 35, Römischkohl 1012, Unter-Kohlrabi 810, Grünkohl 2025, Rosenkohl 4045, Feldsalat 100120, Tomaten 3050, Zwieb 'ln 1015, Meerrettich 5080, Schwarzwurzeln 4060, Kür­bis 58, Pilze 25-30, Kartoffeln 4,5-5, Aepfel 1015, Birnen 1015, Dörrobst 3035, Prei­selbeeren 4045, Pfirsiche 4050, Honig 40 bis 50, 3unge Hähne 120130, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100120, Nüsse 5060, Tauben 7090, Blumenkohl 30100, Endivien 1020, Ober-Kohlrabi 1015, Lauch 515, Rettich 10 bis 20, Sellerie 1040, Eier 17 Pf. das Stück; Käse, 10 Stück, 60-140; Kartoffeln 3.504.00, Wirsing 1012, Weißkraut 56, Rotkraut 10 bis 12, Aepfel 8-12, Dirnen 8-10 Mk. pr. Ztr.

Spielplan der Frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag, 3.November, 20 bis 22.30 Uhr:Schwanda, der Dudelsackpfeifer". Montag, 4., 19.30 bis gegen 22.30:Die ver­kaufte Braut". Dienstag, 5., 20 bis 22.30 (zum ersten Mal):Maschinist Hopkins". Mittwoch, 6., 20 bis 22.30:Tiefland". Donnerstag, 7., 20 bis 22.30:Fra Diavolo". Freitag, 8.: Geschlossen (3. Museumskonzert). Samstag, 9., 19 bis nach 22.45 (in Anwesenheit des Kompo­nisten):Der Rosenkavalier".

Schauspielhaus. Sonntag, 3.November, 15.30 bis 17.45 Uhr:Katharina Knie". 20 bis 22: grau Didal hat einen Geliebten". Mon­tag, 4 20 bis nach 22:Der 14.3uli.

Dienstag, 5., 20 bis nach 22.15:Chankali". Mittwoch, 6., 20 bis nach 22.15:Cyankali". Donnerstag. 7., 20 bis nach 22:Der 14. 3uli". Freitag, 8.» 20 bis nach 22.15:Cyankali".

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 24. Okt. 3n der letzten Woche fanden drei Ortsbesichtigungen mit unmittelbar sich anschließenden Hauptverhandlungen gegen Autofahrer statt, denen die Anklagebehörde die Schuld an Kraftfahrzeugunfällen zuschrieb. Der eine Unfall ereignete sich an der Kreuzung der Südanlage und der Goethestrahe, der andere am Ortsausgang von Großen-Linden nach Klein-Linden zu, der dritte in Klein-Linden an der Einmündung der Wetzlarer Straße in die Hauptstraße. Zwei dieser Oertlichkeiten sind bekannte Unfallstellen. Die Verhandlungen über zwei.Fälle, in denen die beiden mit den Autos kollidierenden Motorradler erheblich verletzt wur­den, endeten mit der Verurteilung der Autoführer zu empfindlichen Geld- strafen. Der Unfall in Gießen wurde dadurch verursacht, daß der aus der Goethestraße kom­mende Angeklagte in allzu raschem Tempo und ohne die gerade an dieser Stelle besonders ge­botene Ausmerksamkeit etwaigen Wegebenuhern auf der Südanlage zuzuwenden, diese überquerte und bei dieser Gelegenheit den Zusammenstoß mit einem von der Ostanlage herkommenden Mo­torradfahrer, dem zudem das Vorfahrtrecht zu­stand, in schuldhafter Weise veranlaßte. Die Schuld an dem Unfall in Großen-Linden trug der aus der Richtung Gießen kommende, die r«hte Seite der Hauptstraße einhaltende Autosührer um des­willen, weil ec es versäumt hatte, als er An­stalten machte, von der Hauptstraße in eine links einmündende Nebenstraße am Eingang des Dorfes (sog. alte Heerstraße) einzubiegen, den Wechsel seiner Fahrtrichtung in vorgeschriebener Weise durch wagerechtes Halten des Armes kund- zutun. Er veranlaßte dadurch den Zusammenstoß mit einem ihm auf der Hauptstraße entgegen­kommenden Motorradler, der die Fahrbahn, die er einzuschlagen hatte, frei glaubte. Die Ursache des Unfalles in Klein-Linden Zusammenstoß zweier Autofahrer im vergangenen Winter war nur erklärlich, wenn man einen unabwend­baren Zufall annahm, der auf Vereisung und eine allzu große Glätte der Fahrstraße zurück­zuführen war. Diese Annahme war auch bei den Augenzeugen vorherrschend. Der von Gießen kommende Angeklagte wurde deshalb, weil ihm keine Schuld beigemessen werden konnte, frei­gesprochen. Der andere Autoführer stand nicht unter Anklage.

* Gießen, 28. Oktober.

Ein Kraftwagenführer soll in einer verkehrs­reichen Straße dahier infolge Zuwiderhandelns

gegen eine Reihe von Verkehrsvorschriften einen Zusammenstoß mit einem Radfahrer, der dadurch zu Schaden kam, veranlaßt haben, indem er die rechte Straßenseite nicht einhielt, die normale Geschwindigkeit überschritt und keine Warnungs­zeichen abgab, obwohl solches geboten gewesen fei. Sämtliche Anklagepunkte konnten auf Grund der heutigen Beweisaufnahme, zu der der An­geklagte zwei neue Entlastungszeugen mitgebracht patte, nicht aufrechterhalten werden; vielmehr er­gaben sich eine Reihe von Schuldmomenten auf Seiten des Verletzten, der kurz vor dem Zusam­menstoß aus einer Toreinfahrt heraus in un­zulässiger Weise über den Fußsteig auf die etrafjc gefahren war und dort der Fahrstraße offensichtlich nicht diejenige Aufmerksamkeit zu- gcwendet hatte, die man von ihm erwarten muhte. Hätte er diese Aufmerksamkeit beobachtet, wäre der Unfall vermieden worden. Der Kraftwagen­führer wurde daher freigesprochen.

Die scherzhafte Bemerkung eines aus einem Wirtshaus über die Lahn heimkehrenden jungen Burschen, der seinem Begleiter drohte, er werde ihn ins Wasser werfen, gab die Veranlassung zu einer Schlägerei zwischen jungen Burschen zweier benachbarter Ortschaften, die aber heute ihre Sühne nicht fand, da nicht festgeftellt wer­den konnte, wer der angegriffene und wer der angreifende Teil gewesen ist, auch Notwehr eine Nolle spielte. Nur einer der Burschen, der an­geblich Die scherzhafte Bemerkung ernst genommen hatte, dem Bedrohten zu Hilfe geeilt war und auf den Drcchenden eingeschlagen hatte, wurde unter Annahme mildernder Umstände zu einer Geldstrafe von 40 Mark verurteilt.

Berliner Börse.

Berlin, 2. Nov. (WTB. Funkfpruch.) Nach einer leichten Abschwächung gestern abend ist man im heu­tigen Vormittagsverkehr wieder fester. Die Stim­mung ist recht zuversichtlich, und man erwartet, daß die für heute 11 Uhr einberufene Zentralausschuß- sitzung der Reichsbank ebenfalls eine Diskontermäßi­gung, wahrscheinlich um 0,5 o. S). bringen wird. Die Umsatztätigkeit ist vorläufig noch klein. Von Kursen hört man Siemens 314 (Geld), J.-G.-Farben 189,5 bis 190. Am Devisenmarkt nannte man London gegen Paris 123,8250, London gegen Mailand 93,14, London gegen Spanien 34,25 zu 34,30, London gegen Amsterdam 12,0890, London gegen Schweiz 25,17 zu 25,50, London gegen Kabel 4,8795 zu 4,8800, London gegen Berlin 20,3975 zu 20,40, Kabel gegen Berlin 4,18 zu 4,1810, Tokio gegen Kabel 48,13 zu 48,25.

Aus dem Amtsverkündigungsblati.

* Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 79 vom 29. Oktober enthält: Falsche Bank­noten. Dienstnachrichten.

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Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: 9030C

Dienstag. 5. November 1929: Rindvieh-

(Nutzvieh-) Markt;

Mittwoch. 6. November 1929: Schwtine- markt.

Auftriebszeit an beiden Markttagen von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rind- oiehmarkt wird sämtliches Bieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpst.

Gießen, den 2. N-- ember 1929.

Der Oberbürgermeister.

___________2. D.: Klingspor.

Wegebauarbeiten.

Die Gemeinde Grohen-Vuseck vergibt im Wege des schriftlichen Angebots die Pla­nierungsarbeiten eines Waldwegs von zirka 480 lfd. Meter (der sog. Rabenauer Straße) in der Nähe der Grenze mit Beuern, Allendorf a. d. Lda. und Treis a. d. Lda. 6069D

Arbeitsbeschreibungen und Bedingungen liegen auf der unterzeichneten Bürger­meisterei zur Einsicht offen, woselbst die Angebote bis zum Donnerstag, dem 7. No­vember. mittags 1 Uhr. einzureichen sind und anschließend die Eröffnung erfolgt.

Großen-Buseck. den 1. November 1929.

Bürgermeisterei Großen-Buseck.

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