Ausgabe 
2.11.1929
 
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Deutsche T a g es ze i tu ng" schreibt, Polens Verzicht auf weitere Liquidationen sei an sich natürlich seyr erwünscht, habe aber heute, nach­dem der weitaus größte Teil a(Ier Liquidationen langst durchgeführt sei, keine große Bedeutung mehr. Eine ausreichende Sicher­heit des deutschen Besitzes bestehe auch nach Ein­stellung dec Äquidationen schon deshalb nicht, weil die Polen den Bern ich tungskampf gegen die deutschen Grundbesitzer ohne jeden Zweifel auch i n Z u k u n f t unter dem Deckmantel der Agrar­reform fortsetzen würden. Hiergegen aber biete der neue Vertrag nicht den geringsten Schutz.

Agrarpolitische Forderungen des Reichslandbundes. Der Handelsvertrag mit Polen.

Berlin, 2. Rov. (Priv.-Tel.) Der Dundes-- vorstand des Reichslanübundes hat zur han­delspolitischen Lage eine Entschließung gefaßt, in der es heißt: Die Lage der deutschen Landwirtschaft hat sich seit der Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Handelsvertragsverhand- lungen in verhängnisvoller Weise weiter verschlechtert. 3n der heutigen Lage der deutschen Landwirtschaft bedeutet eine Gewährung der allgemeinen Meistbegünstigung, wie die Aufhebung der Kampfzölle Polen gegenüber eine Völle Preisgabe der E rn ä hr u ng s ba s i s des deutschen Volkes. Keinesfalls darf ein deutsch-polnischer Handelsvertrag mit Meistbegünstigung vor Wiederher st ellung der Zollauto­nomie für landwirtschaftliche Er­zeugnisse, also im besonderen nicht vor Lö­sung der deutsch-polnischen Bindungen in bezug auf Getreidezölle in Kraft gesetzt werden. Ferner fordert der Reichslandbund sofortige Einberufung des handelspolitischen und volkswirtschaftlichen Ausschusses des Reichstages und weiter, daß die Reichsregierung ungesäumt die Initiative ergreift, um die in den letzten Beratungen dieser beiden Ausschüsse sowie in den erneuten An­trägen unö Schreiben von der Reichsbauern­front geforderten Maßnahmen beschleunigt in die Tat umzusetzen. Wir richten an alle Parteien des Reichstages, die für die Er­haltung der deutschen Landwirtschaft einzutreten bereit sind, den dringenden Appell, sich für die Forderungen der Reichsbauernfront einzusehen und insbesondere darauf hinzuwirken, daß ein Handelsvertrag, der die deutschen land­wirtschaftlichen Interessen in dem dargelegten Maße bedroht, nicht zustande kommt.

Das vorläufige Ergebnis des Volksbegehrens.

Bis Freitagnacht 9,78 Prozent aus 97,83 Prozent des Reichsgebiets.

Berlin, 1. Rov. (WB.) Rach den beim Reichswahlleiter bis zum 1. Rovember 22 LIhr eingegangenen Meldungen stellt sich das Ergebnis wie folgt: Zahl der Stimmberechtigten 38 117 837, Zahl der Eintragungen 3 729 205, mit­hin Beteiligung 9,78 v. H. Gemessen an der Gesamtzahl der Stimmberechtigten (41 278897) liegen d'.e Eintragungsziffern aus 97,83 v. H. des Reichsgebiets vor. Die obengenannten Zahlen enthalten die nahezu voll- ständigen vorläufigen Gesamtergebnisse a u s 2 6 Stimmkreisen sowie Teilmeldungen aus den übrigen neun Stimmkreisen. Teilmeldungen stehen noch aus folgenden Stimmkreisen aus (die Zahl der Stimmberechtigten für das noch aus- st e h e n d e Gebiet ist in Klammern beigesetzt): Rr. 1 Ostpreußen (1 156 000), Rr. 14 Weser- Ems (113000), Rr. 17 Westfalen (Rcrü) (376 000), Rr. 19 Helsen-Rassau (458 000), Rr. 24 Ober- bayern-Schwaben (33 000), Rr. 25 Riederbahern (623 000), Rr. 31 Württemberg (22 000), Rr. 32 Baden (352 000), Rr. 35 Mecklenburg (27 000).

(Strafantrag des Reichsinnenministers gegen Or. Hugenberg.

Berlin, l.Rov. (WTB.) ImBerliner Lo­kalanzeiger" ist in einem vom Geheimen Finanz- rat Dr. Hugenberg, M. d. R., verfaßten Ar­tikel schwere Beschuldigungen gegen die mit der amtlichen Feststellung des Cintragungs- eraebnisses beim VolksbegehrenFreiheitsgeseh" befaßten Beamten ausgesprochen. In dem Ar­tikel finden sich folgende Sähe:Ist die Schlacht gewonnen oder verloren? Der sozialistische Reichsinnenminister will es uns erst am 6. Ro­vember verraten. Ho'fcntlich wird inzwischen nicht allzusehrretuschiert"." Gegen Schluß des Artikels heißt es:Aber wir haben den Kampf ausgenommen und hoffen Gutes von ihm für unser Land und Volk, einerlei, was die Organe des Reichsmnenministers beim Volksbegehren herausrechnen." Der Reichsminister des In­nern hat wegen der in diesen Sätzen enthaltenen Beleidigung der ihm unterstellten, mit der Ermittlung des Cintragungsergebnifses befaßten Beamten Strafantrag gestellt.

Ein Aufruf des Iungdeutschen Ordens.

Die Bildung einer Bolksnationalen Äeichsvereinigung.

Bvrlin, 1. Rov. (WTB.) Der Hochmeister des Iungdeutschen Ordens, Arthur M a h r a u n, veröffentlicht einen Aufruf zur Bildung einer neuen Partei, in dem erklärt wird, daß die **.tion des Volksbegehrens, durch die der nationale Gedanke zum Spielball niedrigen Zankes gemacht worden fei, die völlige Zerrüttung der Front des nationa- l e n W l d e r st a n d e s zur Folge gehabt habe. Die burgerlich-national.e Parteifront sei zerstört Die Volksgemeinschaft sei durch den glatten Kampsgedanken bürgerlicher und proletarischer Prägana bedroht. Rur eine große und Wil­lensstärke Sammlungsbewegung könne der weiteren Zersetzung Einhalt gebieten. Zu die­sem Zweck schlägt Mahraun die Bildung einer v o l k s n a t t o n a l e n Reichsver­ein igung vor, in der sich die Iungdeutschen mit allen national und sozial empfindenden er- neuerungswilligen Personen zu einer politischen Gruppe vereinigen wollen, um die Bildung einer großen Partei der nationalen Erneuerung zu erstreben. Die neue Partei soll auf der Grundlage christlicher Weltanschauung und in Anerken­nung gesunder konservativer und liberaler Lieberlieferung mit dem Be-

programmfordermgea der Bolksparlei.

Das Volksbegehren. Oie Finanz- und (Steuerreform. Oie Agrarkrisis

Berlin, 2. Rov. (DDZ.) Die Reichstags­fraktion der Deutschen Bolkspartci faßte einstim­mig folgende Entschließung: Die Fraktion der Deutschen Dollspartei stellt mit Befriedigung fest, daß das deutsche Volk das Hugenberg- s ch e Volksbegehren richtig verstanden und durch Stimmenthaltung von rund 90 Prozent der Stimmberechtigten dem nunmehr zu sicherer Aus­sichtslosigkeit verurteilten Hinter fangen eine un­zweideutige Absage erteilt hat. Die Fraktion ist der Anschauung, daß die Ablehnung noch stärker zum Ausdruck gefommen wäre, wenn das Ver­bot des »Stahlhelms" für die Rhein- provinz und Westfalen, des weiteren aber auch jede Maßregel unterblieb en wäre, welche als Eingriff in das freie Abstim- mungsrech t der Beamten gedeutet wer­den kann. Eine Rachprüfung der rechtlichen Zu­lässigkeit der Maßnahmen ist geboten, um die

Gleichberechtigung aller Staats­bürger und die Rechte und Pflichten der Beamtenschaft flar und sicherzustellen und jeden Zweifel an dem freien Abstimmungs­recht der Beamten auszuschließen.

Die Fraktion ersuchte die Reichsregierung und die in der Regierung vertretenen Parteien, eine grundlegende Reform der Steuer-, der Fjnanz- und der Wirtschafts­politik herbeizuführen, damit das Reform- Programm dem Reichstag vorgelcgt und seine Verabschiedung im Interesse der aufs äußerste gespannten wirt­schaftlichen und finanziellen Lage Deutschlands sobald wie möglich er­folgen kann. Die Fraktion wird jeder Maß­nahme zustimmen, wenn sie geeignet ist, der Landwirtschaft in ihrer verzweifelten Lage Hilfe und Erleichterung zu bringen.

Soll Indien Dominion werden?

Eine Erklärung -es Vizekönigs w verholt das Versprechen der englischen Regierung auf Gewährung des vollen Dominionstatuis.

London, 1. Rov. (DB.) Der Vizekönig von In­dien, Lord Irwin, veröffentlicht heute in Indien eine Erklärung, in der als Ziel der allmähtichen konstitutionellen Fortentwicklung des Landes bezeich­net wird, daß Indien schließlich sich unter einer hei­mischen Regierung auf gleichem Fuße mit denübrigenDominionsindenRahmen des Britischen Reiches eingliedert. Der Vizekönig erinnert an die englische Deklaration vom August 1917, in der dieses Versprechen bereits ent­halten sei. Da aber sowohl in Indien wie in Groß­britannien Zweifel über die Auslegung der damals angekündigten Absichten entstanden feien, sei er von der englischen Regierung er­mächtigt worden, dasversprechenderGe- währung des Dominionsslatuls noch einmalinooller Deutlichkeilzu wieder­ho len. Der Vizekönlg erinnert ferner daran, daß der Vorsitzende der vom englischen Parlament er­nannten parlamentarischen Kommission zur Prü­fung der indischen Verfassungsfragen Sir Iohu Simon in einem Briefe an den Premierminister die Rokwendlgkeit dargetan habe, die Studien dec Kommission nicht nur auf den unter direkter englischer Verwaltung stehenden Teil In­diens zu erstrecken, sondern auch auf die auto­nomen indischen Staaten auszudehnen. Die englische Regierung billige, so erklärt der Vize- könig weiter, diese Ansichten in vollem Umfange. Sie beabsichtige deshalb, nach Abschluß der Arbeiten der Simonkommissiou und der Prüfung des Ergebnisses Vertreter sämtlicher Parteien und Interessen in Bri- kisch-Indlen wie Vertreter der autonomen indischen Staaten zu einer gemeinsamen oder getrennten Erörterung des Verfassungsproblems für Gesamt­indien zusammenzuberufen.

Die Haltung der Konservativen.

DerDaily Mail" greift Baldwin an.

London, 1. Rov. (WTB.)Daily Mall", das ultrakonservative Sensationsblatt Lord Rot- hrrmeres, sieht in der Erklärung des indischen Vizekönigs, Lord Irwins, die Indien erneut den Dominion-Status zusichert, einen Ausfluß der persönlichen Politik des Bize- k ö n i g s, den das Blatt anllagt, den Planzu­sammen mit der sozialistischen Regierung fabri­ziert zu haben". Lord Irwin soll, ehe er sich zu seinem Schritt entschlossen habe, mit Baldwin, der sich zu dieser Zeit zur Erholung in Aix-les- Bains aus hielt, darüber konferiert haben. Baldwin habe nicht nur den Plan gebilligt, sondern auch sich und seine Partei zu seiner Unterstützung verpflichtet.Daily Mail" macht es Baldwin zum besonderen Dor­wurf, daß er dies getan habe, ohne öie übri­gen führenden Persönlichkeiten der Konservativen, das fogenannte Schallen- kabinctt, darüber zu unterrichten, geschweige denn zu Rate zu ziehen, obwohl immer in ein­flußreichen und mit der Materie vertrauten Kreisen der Partei sehr nachdrücklich die Ansicht vertreten worden sei, daß die Gewährung des un­beschränkten Dvminion-Stctus an Indien das Ende der britischen Herrschaft dort bedeuten werde. Baldwin habe damit einen ganz außerordentlichen Fehler begangen, und seine konservativen Kollegen im letzten Kabinett seien darüber höchst empört. Daskonservative Schattenkabinett" habe deshalb gestern was

kenntnis zum nationalen Gedanken das Bekenntnis zur Volksgemeinschaft und zum V o l k s st a a t verbinden. Ser Aufruf ent­hält eine Reihe weiterer Programmpunkte zur Reugliederung des Reiches. Finanzreform, Ueberwindung des Klassenkampfes und Schutz der nationalen Wirtschaft. Außenpolitisch for­dert er eine Bündnispoltiik, deren Ziel die Be­seitigung der einseitigen Entwaff­nung Deutschlands, die Befreiung von den Fesseln und Lasten Les Versailler Dik­tats und die Reuregelung der deutschen Oft - grenze sein soll.

preußische Hochschulpolitik.

Wie Minister Becker sich die Repnblj. kanisierung der Führerschicht denkt.

Berlin, l.Rov. (WB.) Dor dem Deutschen Republikanischen Aeichsbunde über die staats­bürgerliche Erziehung des deutschen Studenten machte der preußische Kultusminister Dr. Becker programmatische Ausführungen über Fragen des Hochschulwesens. Der Minister warnte vor zu Pessimistischer Beurteilung der Zustande an den Universitäten. DaS Korporationswesen sei zwe fcllos eine unerf reuli d>: Er , ch i. nuntz, well dadurch der Gesichtskreis der Stu- benten verengt und der Kastengeist großgezogen werde. Dre Universitäten und ihre Lehrkörper feien gar nicht so reaktionär, wie sie scheinen. Dw staatsfeindliche Gesinnung werde genährt rn den Elternhäuser der Studenten.

ganz ungewöhnlich sei gefordert, daß Baldwin die von ihm persönlich gegebenen Zusicherungen hinsichtlich der indischen Frage zu rück nehme. Es habe Baldwin er­sucht, ein Schreiben an den Premierminister Zu richten, in dem etwa ausgeführt wird, ev habe ohne Auftrag seiner Kollegen vor zwei QHonaten dem Vizekönig von Indien Las Versprechen gegeben, Home Rule für Indien Zu unterstützen, sehe sich aber jetzt veranlaßt, dieses Versprechen zurückzuziehen. In höchst ein­flußreichen konservativen Kreisen sei konstatiert worden, daß Baldwin durch sein unerklärliches Verhalten in einer so ernsten Angelegenheit eine akute Führerkrise innerhalb der Partei herauf­beschworen habe. Lord Irwin habe stets zu dem Teil der Konservativen Partei gehört, der schon immer zu einem platonischen Flirt mit dem Sozialismus geneigt gewe­sen sei.

Baldwin dementiert.

Zndienbebatte im Unterhaus.

London, 1. Noo. (WB.) Im Unterhaus ver­neinte der Staatssekretär für Indien, Oberst Wedg­wood Benn, eine Anfrage Lloyd Georges, ob die Regierung die Kommission für indische Re­formen (Simon-Kommission) um ihre Ansicht befragt habe, bevor der Vizekönig von Indien seine gestrige Pröllamation oeröffenllichte. Der Staatssekretär fügte hinzu, die Frage der Reichweite und des Zeitpunktes der Abänderungen der indischen Verfassung könnte nicht erörtert werden, bevor der Bericht der Simon-Kommission vorliege und die Re­gierung von Indien alles Material geprüft habe. Lloyd George sagte, er habe den Eindruck, daß die Proklamation kein Abweichen von der Politik der früheren Regierungen bedeute, doch werde sie von den indischen Führern so aufgefaßll Wedg- wood Benn erwiderte, er könne feiner Erklärung nichts hinzufügen.

Der Führer der konservativen Opposition, Bald­win, dementierte mit aller Entschiedenhell die in dem viel beachteten Artikel derDaily Mail" enthaltene Behauptung, daß er von feinen Partei- freunden aufgefordert worden sei, s e i n e Z u st i m - m u n g zu dem Brief des Premierministers an Simon hinsichtlich der indischen Frage zu wider­rufen. Baldwin erklärte, daß jede Behauptung und jede Schlußfolgerung, die der Artikel derDaily Mail" enthalle, unwahr und den Interessen des Britischen Reiches sehr schädlich seien. Die Er­klärung Baldwins wurde auf der Ministerbank mit Beifall aufgenommen.

Indische Politiker zur Proklamation des Vizekönigs.

Reu-Delhi, 1. Rov. (Reuter.) Einige her­vorragende Politiker, darunter G h a n d i und der Maharadscha von Wahmudabad, hatten heute im Hause des Präsidenten der Gesetz­gebenden Versammlung einen Meinungs- a u s t a u s ch über die gestrige Proklamation des Dizekönigs. Es verlautet, daß Die Vertreter des Kongresses im wesenllichen Ghandis Ansicht tei­len, daß das Angebot nur angenom­men werden sollte, wenn gewisse Vorbe- Dingungen erfüllt werden, nämlich eine allgemeine Amnestie, die Zusage, daß eine Konferenz abgebalten werden soll, um die Frage des Dominion st atuts zu erörtern, und ferner, daß die Vertreter der Auffassung des Kongresses die Mehrheit haben sollen.

besonders in den Kreisen des ver- arämten Mittelstandes und durch die Frauen, deren Sentiment mehr Befriedi­gung bei den mit Romantik arbeitenden reak­tionären Schichten finde. In der Zusammen- setzung de r Lehrkörper habe sich schon mehr geändert, als nach außen hin bekannt werde. Die Zusammensetzung der Studentenschaft habe sich auch etwas geändert. Rach den aller» neuesten Zahlen stellten die Väter mit abge­schlossener Hochschulbildung 22 bis 23 Prozent, untere Beamte 2,4 Prozent, kleinere Landwirte ^9 Prozent und Industriearbeiter 2,4 Prozent. QM der Studentenstiftung, die mit der Wirtschaftshilfe zusammenhänge und wo erheb­liche Staatsgelder zu Stipendien gegeben wer­den. seien 17 Prozent Arbellersöhne. Dem Ein­fluß der Korporationen konnte ein wirk­sames Gegengewicht entgegengesetzt werden durch den Bau von Studentenhäu» fern, in denen eine große Anzahl Arbeiter­studenten durch besondere Stipendien ausgenom- men werden müßten. Er habe früher alles Heil von den Uniberfitäten erwartet. Er habe ein- gesehen, daß das ein Irrtum war und daß von unten neu aufgebau werden müsse, um die Führerschicht zu republikanisieren. Deshalb habe er feine ganze Hoffnung auf Pädagogische Akademien gesetzt, durch deren Arbeit es ge­lingen werde, die große Ädasse mit einem neuen Geist zu erfüllen. In diesen Akademien stehe

öe m Boden deS neuen Staa­te«, öo werde es möglich sein, in edlem Wett­bewerb wirkliche Republikaner zu erziehen.

, DerIusammenbruchderBank für Deutsche Beamte.

'Berlin, 1.Rov. (WB.) In einer Presse- Anferenz der Bank für Deutsche Beamte G. m. b. H. wurde heute mitgeteilt. daß Dör- handlungen zur Sanierung des älnternehmens geführt werden. Sollten diese Verhandlungen ein günstiges Ergebnis haben, so werden die Beamtengehälter zunächst inHöhe Dön 5 0 u. H. zur Auszahlung gelangen, da- naq) sollen die Verpflichtungen gegenüber den Kontoinhabern und den Genossen ge­regelt werden.

Die Deutsche Bank und Disconto- g e s e l l s ch a f t hat ihre Bereitwillig leit erklärt, u. äl. die bei der Bank für deutsche Beamte ge­führten Deamlenkonten zu übernehmen und den, Inhabern dieser Konten durch Vor- schüsse aus der Bedrängnis zu helfen. Die Bank wurde, wie man hört, zur Bedingung für ihre Hilfsbereitschaft machen, daß die Dank für deutsche Beamte ihr Institut liquidiert.

Die mit Wahrnehmung der Interessen der Ge­schädigten beauftragten Beamtenvcrtreter haben sich mit dem Beamtenausschuß des Landtags ins Benehmen gesetzt. Sie wollen erreichen, daß der Landtag das preußische Fi­nanzministerium zu einer Hilfsaktion für öie Geschädigten veranlaßt. Ferner haben Vertreter der pensionierten Beamten im preußi­schen Finanzministerium versucht, zu erreichen, daß den völlig mittellosen Ruhe­standsbeamten und Witwen Vorschüsse auf ihre Bezüge gezahlt werden. Dom preußi­schen Finanzministerium wurde diese Bitte ab - gelehnt, weil nach einem bestehenden Brauch Vorschüsse an Pensionsempfänger nicht gezahlt werden dürfen. Auch ein Versuch, bei Reichs­behörden eine Hil'saklion für die Betroffenen einzuleiten, ist erfolglos geblieben. Die Ver­treter der Duhestandsbeamten haben daraufhin das Konkursverfahren gegen die Bank für Deutsche Beamte und ein Veräuhe- rungsverbot beantragt

Tal'dieus Kabinettsbildung.

Paris, 2. Rov. (WTB. Funkspruch) Die Morgenblätter berichten übereinstimmend sie bestätigen Somit die Auslassung der Agentur Havas daß es in Tardieus Absicht liegt, die Radikalen in seine Mehrheit einzuschliehen, die Marin-Gruppe dagegen außerhalb feiner Mehrheit Su lassen. Ob die Mehrheit der Radikalen, deren Entscheidung heute vormittag fallen dürfte, sich gegen eine Beteiligung ihrer Mitglieder aus- sprechen wird, weih man noch nicht DerMa- tin" bezweifelt sogar, daß einem ablehnenden Beschluß Folge geleistet werden würde. Die Zwi­schenfälle der letzten Tage haben, so schreibt Watrn", vielleicht die Einheit des Handelns der Radikalen Partei in Frage gestellt Jeden­falls ist eine Atmosphäre fe'stzustellen, die die Einheitlichkeit der Abstimmung der Partei ge­fährdet hat, so daß das Ministerium Tardieu mit der Zustimmung einer Anzahl Radikaler rechnen kann. Wenn die Ra­dikalen nein sagen, dann wird Tardieu die not­wendige Stimmenzahl für eine Mehrheit in der­selben Weise, wie feinerzell Poincare im Ro­vember 1928, bei der Mar in-Gruppe suchen. Die Auslassungen fast sämtlicher Blät­ter lassen erkennen, daß Tardieu, auch wenn die Radikalen sich an der Kabinettsbildung beteiligen, öie Gruppe Maginot in feine Mehrheit ein- beziehen wird, und zwar dadurch, daß er Maginot vermullich als 'Kolonialminister b e i - behält Die Losung der Krise wird für alle Fälle für heute abend erwartet Die Stellung­nahme der Radikalen Partei wird lediglich da­von abhängen, mit welcher Personlichäit das Innenministerium besetzt werden soll.

Oie Wetterlage.

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Lvcitervocaussage

Der Hochdruckrücken toirö durch daS weitere Vordringen des Islandtiefs, sowie durch die konstante Lage der Mittelmeerstorung immer mehr eingeengt und abgeflacht Wenn auch unser Gebiet jetzt mehr in fein Zentrum gelangt, so daß infolge der absinkenden Luft zeitweise Ausheite- rung eintreten kann, so wird doch durch das Zusammenstößen verschiedenartiger Luftmassen meist trübes und zu Riederschlägen neigendes Wetter vorherrschen. Denn vom Ozean her drin­gen Warmluftmassen immer weiter vor, die an den von dem Mittelmeertief an seiner Rord- seite herangeholten fontinentalen Luftmasen auf- gleiten. Die Temperaturen erfahren dabei noch Schwankungen, gehen aber allmählich etwas in die Höhe.

^Wettervoraussage für Sonntag. Dreifach wolkiges Wetter, auch zeitweise auf» beitemö. Temperaturen ein wenig ansteigend spater aufkommende Riederschlagsneigung,

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