Ausgabe 
2.7.1929
 
Einzelbild herunterladen

ßen und Grohen-Linden, der Tanz der Turnerin­nen Wiesecks, das Barrenturnen der Lauterbacher Turnerinnen, das Flachturncn der drei Wiesecker Turner, Gymnastik am Ring der Krofdorfer Turner, Pferd- und Reckturnen der Bezirksriege, sowie die gymnastischen Hebungen der Turner Wiesecks. Wegen der vorgeschrittenen Zeit konn­ten nicht alle im Programm vorgesehenen Son- dervorsührungen zur Ausführung gelangen, und so nahm diese Veranstaltung einen Verlauf, dessen sich die Besucher noch gerne erinnern werden.

Sonntag früh 5.C0 iHjr wurden die Einwohner und Sportler durch einen Weckruf auf die Be­deutung des Tages aufmerksam gemacht, und mit wenig Verspätung traten über 500 Teilnehmer zur Fortsetzung der Wettkämpfe an. Bald entwickelte sich sportliches Leben auf dem Zestplah; zur festgesetzten Zeit fanden die Proben zu den Massensreiübungen der Sportlerinnen und Sportler statt. Der Vachmittag brachte einen Festzug, der sich würdig einschloh in die Fest­stimmung der Ortseinwohner. Fast jedes Gebäude trug Flaggen- und Girlandenschmuck, ein Zeichen dafür, dah die Heuchelheimer Bevölkerung ihren alten Ruf als Gastgeber gewahrt hat. Rach dem Eintreffen des Festzuges auf dem Festplah fanden die Massenfreiübungen der Sportle­rinnen und Sportler statt, die gut aus­geführt wurden. Die Begrüßungsansprache hielt Bezirksvertreter Kuntzemüller. Rach ihm sprach Kreisvertreter Heiliger über die Ent­stehung und den Aufbau, sowie über die kultu­relle Bedeutung der Arbeiter-Sportbewegung. Anschließend wurden noch verschiedene Sonder­vorführungen gezeigt, wobei die Volks­tänze und die Hebungen am Federbrett nicht unerwähnt bleiben sollen.

Den Sanitätsdienst hatte der Arbeiter-Sama- riterbund übernommen, wobei die Kolonne Heuchelheim die Führung hatte. Ernstliche Hn- fälle waren zum Glück nicht zu verzeichnen.

Die Wettkämpfe, bei denen sehr schöne Einzel- leistungen erzielt wurden, hatten folgendes Er­gebnis:

Turner.

Oberstufe Ach t kamps : 1. Karl Dettin (Wieseck) 288 Punkte; 2. Rudolf Pfaff (Launs- dach), 270; 3. Otto Kreiling (Wieseck), 267; 4. Willy Winter (Launsbach), 265; 5. Albert Winter (Launsbach), 253; 6. Heinrich Koch (Wih- mar), 252; 7. Willy Theist (Raunheim), 249; 8. Karl Leib (Launsbach), 248; 9. Hch. Decker (Krofdorf), 247; 10. Ludw. Fink (Staufenberg). 246; 11. Ferd. Würtz (Krofdorf), 240 Punkte.

Mittelstufe Elfkampf: 1. R. Schaum (Krofdorf), 321 Punkte; 2. Karl Gath (Weiden- Hausen). 294; 3. Karl Schepp (Weidenhausen), 288; 4. Hermann Ruppert (Weidenhausen). 287; 5. Ernst Sack (Heuchelheim), 282; 6. 2af. Happel (Weidenhausen), 278; 7. Wilhelm Hirschhäuser (Odenhausen), 276; 8. Wilhelm Rabenau (Wei­denhausen), 267 Punkte.

Mittelstufe Achtkampf: 1. K. Wag­ner (Launsbach). 271 Punkte; 2. Adolf Kreiling (Wieseck). 270; 3. Rob. Schaum (Krofdorf). 268; 4. Willy Frey (Wißmar), 262; 5. Alsr. Oswald (Wieseck). 261; 6. Karl Gath (Weidenhausen). 257; 7. Gustav Steuernagel (Beuern). 254, Her­mann Ruppert (Weidenhausen). 254; 8. Karl Schepp (Weidenhausen). 253; 9. Ludwig Ding (Lauterbach). 252; 10. Ernst Sack (Heuchelheim). 251 Punkte.

Achtkampf der Turner von 16 bis 18 Jahren: 1. Hugo Kreiling (Wieseck). 262 Punkte; 2. Walter Seth (Grosten-Linden). 260; 3. Ernst Schöffmann (Wieseck). 257; 4. Otto Koch (Wißmar), 256; 5. Wilhelm Ziegler (Lol­lar). 250; 6. Erich Lang (Klein-Linden). 248; 7. Ernst Där (Wistmar). 247; 8. Wilhelm Stadt­müller (Annerod). 245; 9. W. Albach (Großen- Linden). 240" 10. Karl Volk (Klein-Linden). 239 Punkte.

Achtkampf der Turner von 14 bis 16 Jahren: 1. Karl Schneider (Wieseck). 251

Punkte; 2. Alb. Weigand (Grosten-Linden). 247; 3. Ernst Läufer (Lollar). 239; 4. Ludw. Reuter (Staufenberg-, 236; 5. Jakob Durk (Steinbach). 232, Ad. Ziegler (Lollar) 232; 6. Ang. Dierau (Lollar), 231; 7. Hans Mattern (Krofdorf), 230, 8. Armin Wagner (Krofdorf). 229, Willy Hof­mann (Steinbach). 229, W. Vogelhöfer (Wieseck). 229; 9. Wilhelm Weber (Weidenhausen), 228; 10. Arthur Mährländer (Wieseck), 226 Punkte.

Fünfkampf der Sportler über 18 Jahre: 1. Franz Krämer (Heuchelheim) 307 Punkte; 2. Ewald Beppler (Heuchelheim) 291 Punkte; 3. Rud. Engelhardt (Annerod) 265 P.; 5. Wilh. Dechtlinger (Rodheim) 245 P.; 6. Gust. Göbler (Gleiberg) 241 P.; 7. Erwin Mattern (Krofdorf) 238 P.; 8. Alb. Forbach (Wistmar) 233 P.; 9. Ad. Psaff (Kinzenbach) 206 P.; 10. Ewald Oestreich (Kinzenbach) 187 Punkte.

Fünfkampf der Sportler von 16 bis 18 Jahren: 1. O. Seibert (Launsbach) 381 P.; 2. Rudolf Oswald (Wieseck) 372 P.; 3. Willi Rühl (Raunheim) 369 P.; 4. Ludwig Kreiling (Wieseck) 365 P.; 5. Ludwig Heidelbach (Als- feld) 340 P.; 6. Otto Gerlach (Rodheim) 320 P.; 7. Walter Seth (Gr.-Linden) 319 P.; 8. Adolf Hofmann (Rodheim) 315 P.; 9. Reinhold Bellos (Deuern) 313 P.; 10. Otto Schneider (Beuern) 310 Punkte.

Fünfkampf der Sportler von 14 bis 16 Jahren; 1. Willy Frey (Wißmar) 324 P.; 2. Ad. Bernhardt (Rodheim) 321 P.; 3. Ernst Schaf (Wistmar) 308 P.; 4. Willy Henkelmann (Wistmar) 307 P.; 5. Albert Weigand (Gr.-Lin- den) 297 P.; 6. Richard Leib (Gleiberg) 290 P.; 7. Richard Wagner (Krofdorf) 263 P.; 8. Erich Zinh (Staufenberg) 257 P.; 9. Karl Pfeifer (Steinbach) 249 P.; 10. Franz Schäfer (Launs­bach) 242 Punkte.

Dreikampf der Fußballer über 18 Jahre: 1. Heinz Lsuthäuser (Gießen) 264 P.; 2. Willy Bücking (Alsfeld) 251,5 P.; 3. Willy Rahn (Gießen) 244,5 P.; 4. Otto Schleenbecker (Gleiberg! 237,5 P.; 5. Heinrich Bill (Raun­heim) 236,5 P.; 6. Emil Becker (Lollar) 235,5 P.; 7. Karl May (Watzenborn) 229,5 P.; 8. Ar­thur Volkmann (Heuchelheim) 228 P.; 8. Karl Balser (Oppenrod! 228 P.; 9. Otto Muhly (Beuern) 226 P.; 10. Heinrich Bromm (Gießen) 225 Punkte.

Dreikampf der Fußballer unter 18 Jahre: 1. Hermann Schäfer. Raunheim, 270 P. 2. Willy Henkelmann, Wißmar, 259'/» P. 3. Karl Keusch, Raunheim, 247V» P. 4. Ernst Scharf, Wißmar, 247 P. 5. Albert Dormehl, Klein-Linden, 2461/2 P. 6. Ludwig Heidelbach, Alsfeld, 246 P. 7. Willy Lenz, Leun, 232'/» P. 8. Willy Debus, Leun, 226 P. 9. Otto Weih, Watzenborn, 220 P. 10. Otto Bolz, Watzenborn, 219'/» P.

Turnerinnen.

Siebenkampf derTurnerinnen über 18 Jahre: 1. Hilde Bremer, Wieseck, 240 P. 2. Marie Reeb, Marienberg, 231 P. 3. Klara Bremer. Wieseck, 224 P. 4. Elise Biehl, Gießen, 221 P. 5. Elisabeth Derk, Lauterbach, 203 P. 6. Anna Diehl, Gießen, 195 P. 7. Marichen Balser, Gießen, 189 P. 7. Helene Oswald, Wie­seck, 189 P. 8. Anna Henkel, Alsfeld, 160 P. 9. Gustel Enders, Alsfeld, 160 P. 10. Greta Rah, Alsfeld, 152 P.

Sieb enkampf der Turnerinnen un­ter 18 Jahre: 1. Karola Körber, Wieseck, 219 P. 1. Othilie Weller. Wieseck, 219 P. 2. Berta Werner, Wieseck, 216 P. 3. Gretel Traband, Lauterbach, 213 P. 4. Anna Rösser, Wieseck. 211 P. 5. Klara Reuschling, Klein- Linden, 210 P. 6. Lina Döh, Wieseck, 209 P. 9. Helene Volk, Klein-Linden, 202 P. 10. Othilie Luh. Grohen-Linden, 200 P. 10. Hedwig Schuch- Hard, Alsfeld, 200 P.

Sportlerinnen.

Fünfkampf derSportlerinnen über 18 Jahre: 1. Emilie Lindenstruth, Heuchelheim,

346 P. 2. Therese Klein. Herborn. 324 P. 3. Marie Kümmel, Herborn, 300 P. 4. Emma Resseldreher, Heuchelheim, 297 P. 5. Elise Viehl, Gießen, 289 P. 6. Erna Henkel, Alsfeld, 251 P. 8. Lina Wurstius, Alsfeld, 191 P. 9. Erna Krei­ling, Heuchelheim, 186 P. 10. Anna Viehl, Gießen. 181 P.

Fünfkampf der Sportlerinnen un­ter 18 Jahre: 1. Paula Schmelz. Grohen- Linden. 220 P. 2. Else Schwalb, Heuchelheim, 218 P. 3. Gustel Enders, Alsfeld, 196 P. 4. Lina Börding, Heuchelheim, 184 P. 5. Kälchen Hof­mann, Heuchelheim, 180 P. 6. Lina Lückel, Heuchelheim, 176 P. 7. Hedwig Schuchard, Als­feld, 154 P. 8. Emma Hofmann, Heuchelheim, 147 P. 9. Käthe Schuchard. Alsfeld. 145 P. Handball im Turnverein 1846 Gießen.

Die erste Mannschaft verlor ihr Spiel gegen Fried­berg 2:1. Sie war den Gästen an Technik und Stel­lungsspiel sichtlich überlegen. Wie fast immer, war der Sturm das Schmerzenskind. Er war vollständig hilflos und konnte sich gegenüber der eifrigen und vielköpfigen Friedberger Verteidigung nicht durch­setzen. Lediglich der Mittelstürmer bot eine an­sprechende Leistung, doch mangelte es, da er zum erstenmal in der Mannschaft spielte, sichtlich am Ver­ständnis mit den Halbstürmern. Das ganze Spiel war sehr zerfahren und befriedigte sehr wenig.

Auch die zweite Mannschaft muhte eine knappe 3:2-Niederlage einstecken, obwohl sie in der zweiten Halbzeit durchweg überlegen spielte und Ausgleich und Sieg verdient gewesen wäre.

Faustballspiele der Turnerinnen im Gau Hessen O. T.

Die am Samstag ausgetragenen Spiele nahmen auf dem Universitätsplatz einen guten Verlauf. Der Neuheit des Uebungsgebietes gemäß standen die Leistungen noch auf keiner hohen Stufe. Das fehlende Können wurde aber von allen Turnerin­nen durch großen Eifer ersetzt. Wenn die Mann­schaften eifrig weiterüben, können sie bald zu einer beachtlichen Spielstärke kommen und mit anderen Mannschaften des Kreises in Wettbewerb treten. Die G a u me ist e r s ch a f t errangen die Turnerin- nen des M t v. Gießen. An zweiter und dritter Stelle folgten Turngemeinde Friedberg und Tv. 1846 Gießen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

v. f. V. Kurhessen Marburg Spog. 1900 Gießen 3:3 (1:3).

o. In diesem letzten Spiel der Saison, das am Samstagabend in Marburg ausgetragen wurde, konnten die Gießener den schon bis zur Pause errungenen 3:1-Vorsprung nicht bis zum Ende durchhalten, sondern nur ein Hnentschieden er­reichen. Der kleine und sehr glatte Platz stellte an die Körperbeherrschung der Gießener recht große Anforderungen. Die Gästeelf hatte von Anbeginn an das Spiel in der Hand -und führte auch bald mit 2:0 Toren, die beide der jugendliche 1900 Linksaußen in feiner Manier erzielte. Durch die Sonne geblendet, ließ Sack im 1900-Tor einen überraschenden Fernschuh unter die Latte passieren, aber bald stellte der Gießener Halblinke nach einem Pfostenschuh die alte Tordifferenz wieder her, mit der man trotz leichter Heberlegenheit der Dlauweihen in die Pause eintrat. Rach dem Wechsel wurde Mar­burg um so eifriger, je mehr die Giehener nach- liesten. Der Gastgeber erreichte den Ausgleich und damit das für ihn recht günstige unent­schiedene Resultat. Die Spielvereinigung 1900 kann auch das Hnentschieden immerhin als einen schönen Erfolg buchen, da es feit Jahren der erste Erfolg in Marburg ist. Berücksichtigen muh man außerdem, daß der D. f. B. Kurhessen zur westdeutschen Sonderklasfe gehört, also eine Klasse höher als 1900 rangiert, was, die derzeitige Spielstärke der Giehener erst tn8 rechte Licht setzt.

Die Reserven der Spielvereinigung weilten ant Sonntag beim D. f. L. Lauterbach, konnten aber trotz weit besseren Feldspiels nur eine 3:2-Riederlage mit nach Hause bringen, da cs durch Ausbleiben eines Spielers an der nötigen Durchschlagskraft vor dem Tore fehlte.

Leichtathletik der Sp.-Vg. 1900.

ö. Zu den am Sonntag im Duisburger Stadion zum Austrag gekommenen westdeutschenMei- st e r s ch a f t e n hatte die Spielvereinigung ihre vier besten Leichtathleten enijanbt, denen jedoch ein Er­folg versagt blieb. Große Hoffnungen hatte man auf die Mittelstreckler Tönges , Bepperlin g und Peters gesetzt, die über 800 Meter starteten. Merk­würdigerweise mußten alle drei Gießener in einem Vorlauf starten, in welchem sie mit Eberhardt, Feldmüller undHobus den 2., 3. und 4. End­laufsiegern zusammentrafen. Durch einen mühelos be­legten 3. Platz kam Peters in die Entscheidung. Bepperling schied durch Sturz aus, während Tönges, ebenfalls in die Kollision verwickelt, zu viel Terrain verlor, um sich durchsetzen zu können. Den Endlauf gewann der Favorit Ko h l e r t (Alten­essen) in 1:58,4 Minuten. Peters lief ein recht gutes Rennen und hielt sich lange in der Spitzen- aruppe, fiel aber, verletzt, auf den 5. Platz zurück. Auch hier wurde durch unfaire Machenschaften wieder ein Sturz verursacht, dem Saarn (Köln) zum Opfer fiel. Der Werfer E. Schäfer ist zur Zeit nicht in bester Form und konnte im Kugelstoßen mit einem Stoß von 12,68 Meter nur ten sechsten Platz belegen. Im Diskuswerfen versagte Schäfer, dem es auch noch an Kampferfahrung mangelt, vollständig. Die Sieger in den von ihm bestrittenen Konkurrenzen waren W e r r i n g (Gronau) mit 13,29 Meter bzw. Hoffmeister (Münster) mit 45,79 Meter.

Kanusport und Sportabzeichen.

Zum erstenmal wurde das Sportabzeichen für Gruppe 5 (10 Kilometer in 75 Minuten) im Kanu (Faltboot) durch Gießener berechtigte Prüfer ab­genommen. Dem ftub. Walter Loh gelang es, in guter körperlicher Verfassung die Bedingung ein­wandfrei zu erfüllen.

Tennis.

Gießen Frankfurt- 1880 8:22.

Der Giehener Tennis-Club 1922 blieb am Sonn­tag gegen den in Süddeutschland in Hockey und Rugby führenden Frantsurter Sportklub 1880 nach teilweise prächtigen Kämpfen mit obigem Resultat geschlagen. Frankfurt trat in stärkster Aufstellung an und konnte viele Spiele nur ganz knapp in drei Sähen gewinnen.

Im Einzel hielt sich Dr. Kirchner anfäng­lich "famos gegen den technisch ausgezeichneten Weinmann, muhte dann aber klein beigeben. Roll hatte Schlichtermann stets sicher in der Tasche und siegte klar. Sack bewies aufs neue durch einen Zwei-Sah-Sieg feine Zuver­lässigkeit. Eine Cxtraleistung vollbrachte Dr. Schopper, der nur drei Spiele an Dr. Jeitter abgab.

Bei den Damen hielt sich Frau Dumur glän­zend gegen Fräulein Menges, die Dritte der Bezirksrangliste. Rur nach härtestem Kampf im zweiten Satz konnte Frankfurt mit 2:6, 6:8 den Sieg sicherstellen. Sehr gut aufgelegt war Fräu­lein Li S t ü ck r a t h, sicher schlug sje ihre spiel­starke Gegnerin. Alle anderen Einzelspiele wur­den eine Beute der Frankfurter.

Don den Herren-Doppels konnte Gießen nur eins gewinnen. Dr. Kirchner-Roll erzwan- gen drei Sähe gegen Weinmann-Kayser und verloren den Cntscheidungssah knapp 4:6. Auch Dr. Schopper-Scriba mußten sich der starken Frankfurter Kombination S ch lich­te r m a n n - Dr. I e i 11 e r beugen. Das einzige siegreiche Paar war K. F i s ch er - C n g i s ch.

Besser schnitt Gießen im Mixed ab, da es von sechs Spielen drei gewinnen konnte. Sehr zu beachten ist der Sieg von Frau Dumur -Dr. Kirchner über Frl. Menges-Kayser, der

Sie toten Augen« Won.

Roman von Edgar Wallace.

16. Fortsetzung. Nachdruck verboten.

Richts konnte besser zu Freds Plänen passen. Angenommen, die Summe wäre wirklich beträcht­lich, dann würden ihm die Hnbequemlichkeiten und Hnruhen neuer Schwindeleien erspart bleiben. Oder er könnte diese Muße vielleicht nutzbringend zur Erhöhung seiner sonstigen Einkünste ver­wenden ...

Einverstanden," sagte er nach längerer, diplo­matischer Pause. Doktor Judd sah ihn ernst an.

Aber Sie müssen Ihr Wort halten. Ich habe nicht die Absicht, zwölstausend Pfund loszu­werden

Zwölstausend Pfund," sagte Fred schnell. Warum nicht? Das ist eine hübsche, runde Summe."

Ich wiederhole aber nochmal," sagte der Dok­tor.ich habe nicht die geringste Absicht, eine der­artige Summe zu zahlen, wenn ich nicht die ab­solute Sicherheit habe, von Ihnen nicht wieder belästigt zu werden. Wollen Sie morgen abend acht Hhr bei mir in Chelsea essen?"

Fred nickte zustimmend.

Ich habe noch verschiedene andere Gäste," sagte der Doktor,und niemand kennt Sie, aber ich muh als eine persönliche Gunst von Ihnen erbitten, ihr Möglichstes zu tun, keine der Be­kanntschaften, die Sie morgen machen werden, für zukünftige Pläne vorzumerken."

Glauben Sie denn nicht, daß ich viel zuviel Kavalier bin, um so was machen zu können?" fragte Fred in tugendhafter Entrüstung.

Rein, das glaube ich, weih Gott, nicht," sagte der Doktor kurz und ließ ihn an der Ecke Bond Street stehen.

Zwölftausend Pfund! Das war ja ein wunder­bares Hebereinkommen. Fred, dessen Gelder be­denklich zur Reiae gingen, wandelte wie auf Wolken, als er Old Bond Street in der Richtung Piccadilly hinunterschlenderte.

In dem Heberschwang seiner Begeisterung, als seine Großzügigkeit nach Betätigung suchte, sein ganzer Geisteszustand in ungeahnten Genüssen schwelgte, säst er auf der anderen Seite der Straße ein junges Mädchen. Ihr Gesicht war nicht zu vergessen. Schon einmal war er ihr unter der elektrischen Bogenlampe zwischen St. Martin und dem Strand begegnet. Er beschleu­nigte seine Schritte, kreuzte die Straße und ging hinter ihr her, aber nicht, ohne sich vorher ängstlich umgeblickt zu haben. Larry Holt war wirklich einmal nicht in Sicht.

Es hätte nicht besser klappen können." sagte sich Fred. Er war sich seines eleganten Reicheren sehr bewußt.

An der Ecke von Piccadilly überholte er sie und lüftete lächelnd den Hut. Einen Augenblick war Diana unter dem Eindruck, diesen eleganten Herrn irgendwo kennengelernt zu haben und hatte schon halb ihre Hand erhoben, als er den Fehler beging, die abgedroschene Phrase zu äußern:

Sind wir uns nicht irgendwo schon mal be­gegnet?"

Sie zog ihre Hand zurück.

Kleines Fräulein," sagte Fred,Sie sind das wunderbarste Wesen in der weiten Welt, und ich muß Sie unbedingt näher kennenlernen."

Das gehörte übrigens auch zu der Phrase und hatte bei manchen anderen Gelegenheiten schon gute Dinge geleistet.

Dann müssen Sie mich besuchen," sagte sie, und Fred wagte kaum, an sein gutes Glück zu glauben.

Sie öffnete die kleine Handtasche, nahm eine Karte heraus und kritzelte eine Dummer auf diese.

Derbindlichsten Dank," sagte Fred im Ka­valierston, als er die Karte entgegennahm.Ich werde Ihnen sofort meine Karte geben. Ja und nun, wie denken Sie über ein kleines Diner Er hob die Karte und las:Diana Ward ein wundervoller (Harne. Diana! Zimmer 47; und dann änderte sich sein Gesichts­ausdruck.Scotland Bard!" sagte er mit hohler Stimme.

2a," sagte sie zuckersüß,ich arbeite bei Mr. Larry Holt."

Fred schien irgend etwas zu verschlucken.

Wenn er nicht da ist, sind Sie hier, und wenn Sie nicht hier sind, ist er's sicherlich," sagte er wild.Warum kann man denn einen Kavalier nicht mal in Ruhe lassen?"

17.

An diesem Rachmittag hatte Diana ihrem Dor- gesetzten ein Gesuch vorgelegt, das diesen ein wenig enttäuschte.

Aber selbstverständlich," sagte er.Heute abend brauche ich Sie nicht. Sie gehen zu einem Tanzvergnügen, wie Sie sagen?"

Sie nickte.

Das ist nett," sagte er herzlich.Hoffentlich werden Sie sich gut amüsieren."

Er war etwas niedergeschlagen, denn er selbst ging so vollständig in seinem Fall auf, dah er gar nicht begreifen konnte, wie das für andere Arbeit" bedeutete, was für ihn Freude und (Ver­gnügen war. Sie mußte feine Gedanken gelesen haben, denn mit einem charakteristischen Oluf» werfen ihres Kinns sagte sie:

Ich gehe mehr im Dienst aus, Mr. Holt. Ich würde nie daran gedacht haben, zu einem Tanz zu gehen, wenn ich nicht von einem jungen Dersicherungsbeamten. bei dem ich sechs Monate als Sekretärin gearbeitet habe, eingelaöen wor­den wäre."

Es sieht ganz so aus, als ob Sie sehr früh angefangen haben, zu arbeiten, sagte er lächelnd. Haben Sie eine öffentliche Schule besucht?

Ich bin in eine Gemeindeschule gegangen, faefte sie einfach.Meine Tante, die mich erzogen hat, war sehr arm.

Haben Sie Ihre Eltern nicht gekannt?"

Sie schüttelte den Kopf.

Hoffentlich werden Sie mich nicht für die ge­suchte Clarissa halten," lächelte sie.Meine Her­kunft ist ein bißchen weniger romantisch, fürchte ich. Ich erwarte immer den Ramen meines (Va­ters in den Berichten von Scotland Bard auf- tauchen zu sehen, falls er überhaupt noch am Geben ist. Mrs. Ward hat fast niemals von ihm gesprochen oder nur in sehr wenig schmeichel­haften Ausdrücken. 2a, ich habe sehr früh an­fangen müssen, für meinen Lebensunterhalt zu sorgen."

Sie sagten, Sie gehen im Dienste dorthin," unterbrach Larry.Was' wollen Sie damit sagen?"

Sie ging an ihren Schreibtisch, nahm ihre Handtasche auf und aus dieser einen Brief.

Cs wird Sie interessieren," sagte sie mit einem feinen Lächeln,daß Mrs. Gray mich be­muttern wird und mich gleichfalls eingelaöen hat."

Das interessierte Larry ganz außerordentlich. Er sagte dies aber nicht, weil er befürchtete, indiskret zu erscheinen, und er war sich noch nicht ganz klar darüber, auf welche Weise er seine Freude über diese Mitteilung zum Ausdruck bringen konnte.

Hier ist der Absatz, der mich entschieden hat, die Einladung anzunehmen," sagte das junge Mädchen, und er las:

Wir haben in letzter Zeit viel Malheur ge­habt. Der Verlust eines Schiffes im Baltischen Meer hat meinen Kompagnon hart getroffen, und ich selbst habe eine sehr große (Versicherungs­summe für den Tod eines Mannes (Harnend Stuart auszahlen müssen."

Stuart?" sagte Larry schnell.Das kann doch nicht unser Stuart sein. Was ich übrigens sagen wollte: Das Gutachten der Geschworenen in diesem Falle lautete: .Ertrunken aufgefunden*. Hns lag natürlich nichts daran, Widerspruch zu erheben oder irgendeine Behauptung vorzubrin­gen, die die Mörder aufmerksam gemacht hätte... So? Stuart?" sagte er zu sich selbst und nickte mehrere Male.2ch muß Sie um Entschuldigung bitten, Diana," zum ersten Male redete er sie mit ihrem (Vornamen an.2ch dachte schon, Sie wollten anfangen, leichtsinnig zu werden, und ich hatte gehofft, Sie hätten genügend 2ntereffe an unserem Fall, um sich mit Leib und Seele damit zu befassen."

Sie blickte ihn mit glänzenden Augen an; ihr Gesicht war rosig angehaucht.

Meine Gedanken beschäftigen sich mit nichts anderem," sagte sie mit leiser Stimme.2ch ar­beite zu gern mit 2hnen," und erzählte ihm dann, um das Thema zu wechseln, ihr Abenteuer mit Fred.

Armer Fred," kicherte Larry.2etzt haben Sie wenigstens eine gewisse Befriedigung in dem Bewußtsein, daß er 2hnen in Zukunft wie der Pest aus dem Wege laufen wird. Wann werden Sie ungefähr zurückkommen?" fragte er.

Warum?" fragte sie erstaunt.

2ch dachte eben daran, ob Sie vielleicht noch einmal hierherkommen könnten, oder ob ich vor der Tür in Charing Croß Road auf Sie warten müßte. 2ch möchte doch gern wissen, was Sie erfahren haben.

Sie knabberte nachdenklich an den Fingern.

2ch werde nach dem Präsidium kommen," sagte sie,und kurz nach elf hier sein."

Aus halbgeschlossenen Augen sah sie nach den blutunterlaufenen Stellen an seinem Halse.

Tut es nicht sehr weh?" fragte sie mitleidig.

Es ist nicht so schlimm," meinte Larry. Aber verletzte Eitelkeit schmerzt mehr. Es wird noch einige Zeit vergehen, bis die geheilt ist."

Er muh unheimlich stark sein," sagte sie mit einem Schauder.Die Rächt auf der Treppe werde ich niemals vergessen. Dis jetzt hat man noch nichts von ihm gehört?"

Absolut nichts," sagte Larry.Er ist in seiner Höhle verschwunden."

Halten Sie das Heim unter Beobachtung?" Das Heim?" wiederholte er überrascht.Rein, ich denke nicht, daß es notwendig ist. Der (Vor* sicher scheint ein sehr anständiger Mensch zu sein. Ich habe den Polizeiinspektor von dem (Viertel gesprochen, und der erzählte mir, daß jeder der Insassen des Heims als ehrlich bekannt wäre, und daß er für alle, mit Ausnahme des Mannes Lew, garantieren könne. Lew ist der Mann, den ich im oberen Stock gesehen habe und der halb blöde zu sein schien."

2ch möchte eine Gefälligkeit von 2hnen er­bitten, sagte sie.Wollen Sie mich morgen noch einmal nach dem Heim begleiten?

2aa, sagte er zögernd,aber"

Aber wollen Sie das tun?

Sicherlich, wenn Sie dahin gehen wollen, aber ich glaube nicht, daß Sie dort irgend etwas finden werden, das uns den Herrn näher bringt, der Stuart ermordet hat."

Wer weiß? sagte sie nachdenklich.

Sie gestattete ihm, sie an diesem Tage zum Lunch einzuladen. Es war eine sehr vergnügte Mahlzeit für Larry; er war ungewöhnlich ge­sprächig und schwatzte zusammenhanglos von al­len möglichen Dingen.

(Fortsetzung folgt)