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Daten für Freitag, 3. Mai.

3. Mai 1469: der italienische Staatsmann und Geschichtsschreiber Riccolo Macchiavelli in Florenz geboren (gestorben 1527); 1761: der Dichter August von Kotzebue in Weimar geboren (ge­storben 1819).

Aus dem Amisverkündigungsblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt R r. 2 9 vom 30. April enthält: Reichssteuerüber- weisungen. Verhütung von Waldbränden. Feldbercinigung Rabertshausen^ Polizeiver- ordnung über die Reinigung der Straßen und das Wegschaffen des Mülls in der Stadt Gießen. Dienstnachrichten.

oussetzung bewilligt, daß die Gemeinde Wieseck zu' den Baukosten einen Zuschuß von weiteren 6000 Mk. leistet. Die erforderlichen Arbeiten werden dem Bau­unternehmer Heinrich O ß w a l d, Wieseck, zu seinen Angebotspreisen von 5009,20 Mark für die Verle­gung und 4831,30 Mk. für den Neubau der Trans- formatorenstation übertragen.

Für die Umschaltung der Spannung des Ortsnetzes Londorf von 120/208 Volt auf 220/380 Volt wurde ein Kredit von 14 000 Mk. bewilligt. Das Elektrizitätswerk wurde zur Verge­bung der erforderlichen Lieferungen ermächtigt.

Die Lieferung des für die Akkumulatoren­batterie erforderlichen Einfachzellenschalters, so- wie von drei einpoligen Ueberftromschaltern mit Fernbetätigung und eines einpoligen Ueberftrom- und Rückstrom-Ausschalters des Elektrizitätswerkes wurde zum Angebotspreise von 7035 Mark den Siemens-Schuckert-Wcrkcn - A.-G., Frankfurt a.M., übertragen.

Für die Lieferung und Derlegimg von 2100 Meter Hochspannungskabel, 1000 Meter Riederspannungs- kabcl, 2100 Meter Telephonkabel wurde ein Betrag von 48 650 Mark zu Lasten des Elektrizitätswerkes bewilligt.

Die Lieferung der erforderlichen Kobel wurde der Firma Vereinigte Zünder- und Kabelwerke ° A.-G., Meißen, übertragen.

Für das Rechnungsjahr 1929 sind in gleicher Weise wie für das Rechnungsjahr 1928 die er­forderlichen Einfach- und Doppeltarif­zähler zu gleichen Teilen von der Allgemeinen Elektrizitäts-Gesellschaft und von den Siemens- Schuckert-Werken und die Dreifachtarifzähler mit .Uhren von den Aronwerken zu Lasten des Elek­trizitätswerkes zu beziehen. Das Elektrizitäts­werk wurde ermächtigt, die Zähler nach Bedarf von den vorgenannten Firmen zu beziehen.

Eine ganze Reihe von Arbeiten beim Reubau von Obdachlosenwohnungen an der Margaretenhütte und beim Um» und Erweiterungsbau derGewerbeschule wurde an Gießener Handwerksmeister vergeben.

Die Lieferung von Zement zum Angebotspreis von 1753,50 Mk. wurde an die Firma Th. G e i l f u h , und die Lieferung von Traß zum Angebotspreis von 450 Mk. an die Firma Ge­brüder Kahl, Gießen, die Lieferung von Stein­zeugröhren zum Angebotspreis von 8448,20 Mk. an die Firma Sack & Llughardt, Gießen, und die Lieferung von Zementröhren zum An­gebotspreis von 4420 Mk. an die Firma Dern & So. vergeben.

Die Erd-, Maurer- und Dctonarbeiten zum Reubau einer Wartehalle mit Reben- «inlagen und einer Transformatorenstation an der Vv lksh al le wurden an die Bauhütte Gießen zum Preise von 19 099,19 Mk. vergeben. Stadtratsmitgl. Schwieder (D. Dp.) erinnerte bei dieser Gelegenheit erneut an die Schaffung einer Dedürfnishalle für Männer und Frauen auf Oswaldsgarten.

Die Maurerarbeiten zur Reubefestigung der Wagengasse wurden an die Firma M. Abermann in Gießen zum Angebotspreis von 3180,50 Mk. übertragen. Staütrolsmitgl. Horn (D. Vp.) bot im Ramen der Anlieger, die Herstellung dieser Straße doch alsbald in Qlngriff zu nehmen, damit sie noch bis Pfingsten serttggestellt werde.

Die Pflasterarbeiten zur Reubefestigung des WetzlarerWegs wurden an den Unter* nehmer H. Krombach in Wetzlar zu seinem Angebotspreis von 11 177 Mk. vergeben.

Die Lieferung einer Waage mit 20 000 Kilo Wiegefähigkeit wurde der Firma Schenck in Darmstadt zum Angebotspreis von 3255 Mk. übertragen.

seiüeS UeberkritfeS irr den DckchLöienst alL Seifet des Frankfurter Arbeitsamtes anzeigt. Dr. Frey gedenkt in dieser Zuschrift mit warmen Worten der Jahre seiner Tätigkeit bei der Gießener Stadtverwaltung, dankt der Stadtverwaltung und den Stadtratsmitgliedern für das Vertrauen und die Unterstützung, die sie ihm bei der Erfüllung seiner Pflichten zuteil werben ließen und ver­sichert mit besten Wünschen für Gießens weitere Entwicklung, daß er Gießen stets tn_ guter Er­innerung behalten werde. Oberbürgermeister Dr. Keller gab dem Bedauern der Stadtver­waltung über das Ausscheiden des Herrn Dr. Frey in warmen Worten Ausdruck und betonte, daß Bürgermeister Dr. Frey sich in seiner hie­sigen Tätigkeit als ein Beamter erwiesen habe, der allen seinen Obliegenheiten mit größter Sach­kunde und hohem Pflichtgefühl gerecht geworden sei. Sn seinem Wirkungskreise als Leiter des städtischen Wohlfahrtsamtes habe er mit starkem menschlichen Empfinden und großem Verständnis für die Linderung wirtschaftlicher Rot gearbeitet. Er sei den Mitgliedern der Stadtverwaltung ein geschätzter Kollege und Mitarbeiter, den Beamten ein wohlwollender und gerechter Vorgesetzter ge­wesen. Seine Tätigkeit werde in Gießen in bester und dankbarer Erinnerung behalten werden. Er (Redner) behalte sich vor, bei einer demnächstigen kleinen Abschiedsfeier für Dr. Frey dessen Tätigkeit noch besonders zu würdigen.

Weiter gab der Oberbürgermeister Dr. Keller mit dem Ausdruck lebhaften Bedauerns bekannt, daß der bisherige Stadtschulrat Professor Dr. Alles wegen Erreichens der Altersgrenze aus seinem Amte ge­schieden sei. Professor Dr. Alles, der erste Gieße­ner Stadtschulrat, habe sechs Jahre lang dieses Amt bekleidet und durch seine hervorragende pädagogische Begabung, seinen Pflichteifer und seine Tatkraft einen segensreichen und nachhaltigen Einfluß auf unfer Volksschulwesen ausgeübt und dadurch unsere Stadt zu großem Danke verpflichtet.

Auf Antrag des Oberbürgermeisters gab ihm der Stadtrat einstimmig die Ermächtigung, den beiden verdienten Beamten den herzlichen Dank der Stadt Gießen zum Ausdruck zu bringen.

Anfragen und wünsche.

Stadtratsmitglied Balzer (Wirtsch. Vg.) fragte an, wie es mit dem Fortgang des Baues des Marktlaubengebäudes stehe. Die Arbeiten seien im Frühjahr nicht wieder ausgenommen wor­den. Es solle alles daran gesetzt werden, daß die Arbeit so rasch wie möglich wieder in Gang komme. Beigeordneter Dr. Hamm erklärte, daß die Bau­arbeit in nächster Zeit wieder ausgenommen werde. Daß die Arbeit eine Stockung erfahren habe, liege nicht an der Stadtverwaltung, sondern an dem Un­ternehmer. Der Bauausschuß stehe einmütig hinter der Stadtverwaltung. Mehr möchte er zu dieser Sache öffentlich nicht sagen.

Stadtratsmttgl. Homberger (Soz.) regte an, eine Entlastung der gefährlichen Straßenecke Walltor-Warburger Straße dadurch herbeizu­führen, daß an der Eteinstraße ein Richtungs­pfeil angebracht werde, der die in Richtung Frank­furt fahrenden Kraftfahrer durch diese Straße weise, damit durch die Steinstrahe über die West­anlage ein großer Teil des Kraftverkehrs um* geleitet werde. Die Anregung wurde allseitig als aussichtsreiches Mittel zur Verhütung von Unfällen begrüßt, sie soll von der Verwaltung baldmöglichst geprüft und bann, wenn irgend an-" gängig in die Tat umgesetzt werden.

Stadtratsmitgl. Balzer (Wsch. Dgg.) regte an, die in der Hammstrahe liegenden und jetzt nicht mehr benutzten Schienen der Diebertalbahn zu entfernen und bei der Reichsbahnverwaltung auf die Erhöhung der Schornsteine des Reichs­bahngebäudes am Wetzlarer Weg in der Räße der Brücke zu dringen, damit die Rauchbelästi­gung der Passanten vermieden werde. Stsdtrats- mitgl. L o e b e r (D. Vp.) empfahl die baldige H e r st e l l u n g der K l i n i k st r a ß e , die sich zur Zeit in einem sehr schlechten Zustand befinde und bet den Krankentransporten für die Kranken eine Quelle von Schmerzen sei. Beigeordneter Dr. Hamm erkannte die Berechtigung dieses Wunsches an, betonte aber, daß er durch den Zwang zum Ausgleich des Voranschlages auf möglichst niedrigem Stande zwei Drittel des Strahenbauprogramms habe streichen müssen und dem auch viele dringende Straßenerneuerungen zum Opfer gefallen seien. Wenn der Verwal­tung die Mittel zur Verfügung gestellt würden, stände der Erfüllung der Wünsche nichts im Wege.

Aus 6er Provinzialhaupistadi.

Gießen, den 2. Mai 1929.

Wie wir den Frühling erleben sollten!

Es ist eigentlich merkwürdig, wie verschieden die einzelnen Menschen den Frühling erleben. Mit Freuden begrüßt wird er allerdings von allen.

Wenn nach langem Winterschlaf die Ratur erwacht und durch die erwärmenden Sonnenstrah­len überall neues Leben hervorquillt, schauen zu­nächst die Landwirte und Gärtner froh nach den: Himmel und freuen sich, daß sie nun mit ihrer Arbeit beginnen können. Ungeduldig haben sie von Tag zu Tag gewartet und alle Vorbereitungen getroffen. Run fängt ihre Tätig­keit an. Die dampfende, jungfräuliche Erde emp­fängt den Samen, und mit hoffender Zuversicht harren die Landwirte auf die Ernte. Das frische Grün auf den Kleeäckern und Wiesen ist für ihre Augen eine Wohltat; denn bald können sie junges, zartes Futter für ihr Vieh holen. Wenn die Bäume blühen, denken sie an die Obsternte. Die Blumen am Rain und auf den Wiesen be­irren sie nicht in ihrer Arbeit. Sie erleben den Frühling wenn man so sagen darf rein praktisch. Sie haben ihn nötig wie das täg­liche Brot.

Ganz anders schauen die Schönheits­sucher nach den sprossenden, blühenden Pflan­zen. Ihr Auge s ch w e l g t in den zarten Farben, ihr Ohr lauscht auf den Gesang der befiederten Sänger. Mit allen Sinnen nehmen sie andächtig die ganze Pracht der schönen Frühlingstage in sich auf. Sie genießen den Frühling.

Und die Kranken, die sich kümmerlich durch den Winter geschleppt haben, was erwarten sie nicht alles von den warmen Tagen, von dem Glanz der Sonne! Wie sie sich behaglich in ihrem Lehnstuhl, den sie in den Garten tragen ließen, ausstrecken! Leicht gerötet sind ihre Wangen von der Sonnenwärme, noch mehr von der Freude, daß sie wieder hinaus tonnen ins Freie, aus der dumpfen Stube in die frische, gewürzige Lust. Sie hoffen, daß ihnen der Frühling wieder volle Gesundheit und Lebensfreude zurückgibt.

Die Dichter aber, und solche, die es werden wollen, wie schwelgen sie in ihren Empfin­dungen! Wie formen sich bei ihnen die Worte zu Versen, zu Strophen! Der Wohllaut ihrer Reime läßt sie die Schönheit ringsum vergessen. Ein Vogelruf, ein Veilchen entzückt sie und reizt zu neuen Versen. Sm stillen Kämmerlein werden dann die Entwürfe der Frühlingsgedichte geprüft, ausgewählt und gehörig gefeilt. Zu feiner Jahreszeit werden uns Gedichte in solcher Zahl geschenkt" als in den Frühlingstagen.

Auch der Maler steht vor seiner Staffelei und schaut und mustert. Sein entstehendes Bild fesselt ihn mehr und mehr. Die Frühlings­wunder ringsum möchte er /bannen auf seine Leinwand und kommt vor lauter Eifer nicht zum Sichversenken in die Schönheit der Ratur.

Alle miteinander fühlen sich gewissermaßen er­haben über den Frühling, über die uns um­gebende Ratur. Sie gehen dahin, erfüllt von den Gedanken an ihre Arbeit... in schwelgerischem Genießen... in Worten stammelnd und der eige­nen Liebe gedenkend...

Aber den Frühling erleben sie alle nicht! Wenn wir uns nicht eins fühlen mit Wald und Feld, mit blühenden Bäumen _ unö duftenden Blumen, jubilierenden Vögeln j und gaukelnden Schmetterlingen, wenn wir nicht fühlen, daß wir Menschen doch nur ein Teil des Ganzen sind, dann sehen wir wohl den Frühling, aber er zieht nicht in unser Herz ein, wird nicht zum Erlebnis.

Den Frühling muß man in sich aufnehmen wie ein kleines Kind, das mit Ungestüm die blumen­reichen Wiesen umarmen und ans Herz drücken möchte. Es steht noch nichtüber der Sache", sondern mitten darin. Es hat denerhöhten Standpunkt" noch nicht errungen, Gott sei Dank! 2hm sind Blumen, Käfer, Schmetterlinge und Vögel liebe Spielgenossen, Kameraden, mit denen es spricht, lacht und spielt. Die Fäuste voller Blumen, ein Kränzchen auf dem Kopf, so nimmt es in greifbarer Form den Frühling an sich. Am sonnigen Rain ein Purzelbaum, ein Rachahmen der Vogelstimmen und eine kurze Jagd auf fliehende Hasen, ein Pfeiflein vom Weidenbaum und ein frohes Lied, das in den aufhorchenden Wald geschmettert wird, all das legt Zeugnis da­von ab, wie frische Kinder den Frühling be­grüßen.

Und auch wir müssen in diesem Gesühl, daß wir nichts Besonderes, sondern nur ein winziges Teilchen der uns umgebenden Ratur sind, den Frühling erleben. Das erst weckt auch in uns die rechte Freude über das Wachsen und Blühen ringsum und gibt uns fröhlichen Mut zu neuer Arbeit. P-

Gießener Wochenmarktpreisc

Es losteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Butter 180 bis 190; Matte 30 bis 35; Käse (10 Stück) 60 bis 140; Wirsing 20 bis 50; Weißkraut 20 bis 30; Rotkraut 20 bis 30; gelbe Rüben 20 bis 25; rote Rüben 20 bis 30; Spinat 40 bis 50; Spargel 130 bis 160; Unter-Kohlrabi

Vougefuche.

Die Baugesuche von Wilhelm Hainer, Ost- anloge 7, zur Errichtung eines Werkstättenge- bäudes, H. Heyne, Walltorstraße 5, zu einem Hallenbau und des Konsumvereins zu baulichen Veränderungen am Hause Asterweg 6 wurden antragsgemäß befürwortet.

Instandsetzung einer Lagerhalle.

Für die Beseitigung baulicher Mängel an dem an die Keramchemie G. m. b. H. Gießen verpach­teten Fabrikationsgebäude an der Margareten­hütte wurde ein Betrag von 3000 Mk. zur Ver­fügung gestellt. Die Stadtverwaltung wurde er­mächtigt, den Vertrag mit der Keramchemie ab- zuschliehen.

Reue Baufluchtlinien in der Stephansmark.

Dem Plan über die Aenderung von Bauflucht­linien im Gebiete der Stephansmark (Ecke Gnauth- straße, Dismarckstraße und Schiffenberger Weg) wurde zugestimmt.

Reubefestigung in der Kaiserallee.

Die Reubefestigung der Kaiserallee vom Ollten Rödger Weg bis zum Schützenhaus mit Klein- vflaster wurde genehmigt und der erforderliche Kredit von 105 000 Mk. aud den im Voranschlag für 1927 vorgesehenen und verfügbaren Mitteln bereitgestellt.

Abschied zweier verdienter Beamten.

UnterMitteilungen" verlas Oberbürgermeister Dr. Keller ein Schreiben des bisherigen Bür­germeisters Dr. Frey, in welchem dieser den Rücktritt von seinem Bürgermeisteramt infolge

10 2fr FeWfÄÄ 200 big 250,- Tomaten 80 bis 100; Zwiebeln 20 bis 25; Meerrettich 50 bis 120; Schwarzwurzeln 40 bis 80; Rhabarber 60; Kartoffeln 6; ausl. Aepsel 40 bis 80; inl. Aepfel 30 bis 40; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 50; junge Hähne 120 bis 130; Suppenhühner 100 bis 120; Russe 70 bis 80; das Stück: Tauben 90 biS 100; Eier 11 bis 12; Blumenkohl 100 bis 150; Salat 20 bis 40; Salatgurken 80 bis HO; Lauch 10 bis 20; Sellerie 20 bis 100; das Bund: Radieschen 20 bis 25 Pfennig; der Zentner: Kartoffeln 5,50 Mark.

*

** Zum Schutze des Waldes. Das Kreis» omt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkün- bigungsblatt eine Bekanntmachung, in der es zur Verhütung von Waldbränden darauf hinweist, daß das Rauchen und Feueranmachen in Waldungen und auf Heiden, sowie im Umkreis von. 20 Meter davon auf die Dauer von vorläufig vier Wochen verboten ist. Zuwiderhandlungen werden mit Geld­strafen bis zu 300 Mark bestraft. Auch das An- zünden von Hecken und Gras in der Nähe des Wal­des ist streng verboten.

" Der Verkehr auf dem Wochen- markt. Das Polizeiamt weist nochmals auf die am 25. Märrz erlassene Polizeiverordnung über die Regelung des Verkehrs auf dem Wochen- Marktplatz in Gießen hin und erwartet, daß die Bestimmungen nunmehr von den Verkäufern und insbesondere auch von dem den Markt besucheir­den Publikum strengstens befolgt werden. Ra- mentlich ist das Befahren des Wochenmarktplatzes während der Marktzeit mit Fahrzeugen alter Art, einschließlich Kinder- und Handwagen, so­wie das Reiten, Viehtreiben und Mitführen von Fahrrädern verboten. Verboten ist ferner das Mitbringen und llmherlaufenlassen von Hunden auf den Marktplätzen während der Marktzeit, sowie das 11 eberschreiten der auf der Erde auS- gebreiteten Waren. Die Polizeibeamten, die feit Inkrafttreten der Polizeiverordnung belehrend und ermahnend vorgegangen sind, haben nun­mehr Anweisung, gegen alle die Bestimmungen dieser Polizeiverordnung übertretenden Personen mit Strafanzeigen Vorzugehen.

** Verlängerung der Hegezeit für Rehwild in Hessen. Der Minister des Innern hat aus Anlaß der schweren Schädigungen des hessi­schen Rehwildbestandes durch den letzten Winter am geordnet, daß die Hegezeit der Rehböcke in Hessen im laufenden Jahre bis zum 31. Mai verlängert wird. Die Schußzeit beginnt also erst am l.Funi.

** Sonderzug von Gießen nach Ber­lin zur AusstellungGas und Waffe r". Vom Städtischen Gas- und Wasserwerk Gießen und dem Hapag-Reisebureau wird uns mitgeteilt, daß am 30. Mai von Gießen nach Berlin zur Ausstel­lungGas und Wasser" ein Sondcrzug fährt, um weitestgehenden Kreisen durch Fahrpreisermäßigung die Besichtigung der für jeden Gasverbraucher inter clsonten Ausstellung zu ermöglichen. In anschau kicher', allgemeinverständlicher Form werden dort die Verwendungsmöglichkeiten des Gases, die Gaser­zeugung, die benötigten Rohstoffe und anfallenden zahlreichen wirtschaftlichen Nebenprodukte vor Augen geführt. Die Zentralversorgnung der Städte mit ein wandfreiem Wasser als Grundlage für deren Ent­wicklung und für die Gesundheit der Einwohner, die ganze Frage der Wasserversorgung, -Untersuchung und -behandlung, speziell auch die Hygiene des Trinkwassers und Badewesens, wird zeigen, welche Bedeutung dem ElementW a s s e r" zufällt. Diese gewaltige, in die kleinsten Einzelheiten führende Schau ist auf dem 50 000 Quadratmeter umfassen den Ausstellungsgelände aufgebaut worden. Die Reichshauptstadt ist ferner bemüht, ihren Gästen während der Ausstellnngsdauer mit einem großen Weltstadtprogramm und den vielen Reizen ihrer schönen Umgebung zu dienen. Besonderen Reichtum an Darbietungen auf dem Gebiete der Oper, des Theaters und der Musik werden aber diejenigen Gäste vorfinden, die ihren Ausstellungsbesuch in die Zeit von Ende Mai bis Ende Juni legen, d. h. in die Wochen derBerliner Festspiele 1929". Näheres teilt die heutige Anzeige des Städtischen Gas- und Wasserwerkes mit.

** Schulpersonalien. Ernannt wurden der Lehrer Johann Fischer zu Ilbeshausen, Kreis Lauterbach zum Lehrer an der Volksschule zu Schwabsburg, Kreis Oppenheim; der Lehrer Heinrich Lichtenstein zu Grebenau, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volksschule zu Offenbach; der Lehrer Wilhelm Roddewig zu Munster, Kreis Fried­berg, zum Lehrer an der Volksschule zu Butzbach, Kreis Friedberg; der Lehrer Heinrich Michel zu Bernsburg, Kreis Alsfeld, zum Lehrer an der Volks- schule zu Wisselsheim, Kreis Friedberg.

** Eine Werbewoche des Reichsbun des deutscher Kürschner findet gegenwärtig allenthalben im Reiche statt. Auch die hiesigen Pelz Warengeschäfte haben sich dieser Werbeoeranstaltung angeschlossen und ihre Schaufensterauslagen dement sprechend hergerichtet. Im heutigen Anzeigenteil machen zwei einschlägige Firmen auf die 3e» mühungen aufmerksam.________________________.

Verstopfung ist eine Qual und schädigr den Organismus. Nehmen Sie abends 2 H e r b e r' K e r n e, die auch bet längerem Gc brauch ihre Wirkung nicht verlieren. Herber.Kerne erhalten Sie schon in Mengen von 30 ^rnnm in den Apotheken. l**60^