Einzelbild herunterladen

L§ tft deshalb schon außerordentlich oft zu Straf­verfahren gekommen, und immer wieder muh dar­auf hingewiesen werden, daß der Vermieter, wenn er seinen Mieter zur Aufgabe der Räume zwingen will, dabei nicht eigenmächtig vorgehen darf, um ich nicht etwaiger Strafverfolgung auszusetzen. In >ieser Beziehung sei daran erinnert, daß schon viel- ach Bestrafungen erfolgt sind, weil z. B. der Ver­mieter Türen und Fenster ausgehoben hotte oder in ähnlicher Weise aggressiv gegen den Mieter vor- ging.

Ein warnendes und lehrendes Beispiel gibt eine Entscheidung des Reichsgerichts (Jur. Wochenschrift Rr. 47,1928). Der wegen Nötigung Angeklagte hatte den zu dem Zimmerofen führenden Schornstein mit einer Maurerkelle und Dachpappe verstopft. Das Reichsgericht hat darin eine strafbare Gewaltanwen- düng erblickt, wenn sich diese Tätigkeit allerdings unmittelbar nur gegen eine Sache, aber mittelbar auch gegen die Bewohner des Zimmers richtete, da aus dem Ofen der Rauch durch den verstopsten Schornstein nicht abziehen konnte, so daß er das Zimmer füllte und auf die Zimmermieterin und ihr Kind körperlich derart einwirkte, daß dies« un­päßlich wurde und ihr Kind fast erstickt wäre.

Wettbewerbsverbot und Auskunfispflicht.

Wer als Angestellter einer Firma nach seinem Ausscheiden aus dem Dienstverhältnis durch ein Weltbewerbsverbot zum Unterlassen solcher oder ähnlicher Geschäfte verpflichtet ist, ist, wenn er gegen diese Besttmmungen verstößt, zum Schadensersatz verpflichtet. Für den von dem verbotenen Handeln Betroffenen ist aber die Feststellung seines Schadens außerordentlich schwer, wenn er über die entgegen dem Wettbewerosoerbot getätigten Geschäfte keine genügende Auskunft erlangen kann. Es entsteht also in dieser Verbindung die Frage, ob von dem Wett- bewerbtreibenden eine Auskunft über die von ihm entgegen dem Verbot getätigten Geschäfte verlangt werden kann. Das Reichsgericht hot diese Frage in einem rechtskräfttgen Urteil (Jur. Wochenfchr. Nr.33, 1928) bejaht.

In dem genannten Falle handelte es sich um einen Handlungsagenten, und das Reichsgericht führt in seiner Begründung aus, daß es dem den gesamten Rechtsverkehr beherrschenden Grundsatz von Treu und Glauben widersprechen würde, wenn der Agent, der sich schadensersatzpflichtig gemacht hat, gleichwohl sich der Auskunft über Geschäfte ent- ziehen dürfte, die er unter Mißachtung des bei Ver- ttagsschluß in ihn gesetzten Vertrauens abgeschlos- sen hat und die zu erkunden und zum Gegenstände eines substantierten Schadenersatzanspruches zu machen, dem Geschästsherrn in aller Regel jede Möglichkeit fehlt. ______

Oberheffen.

Großzügi es Wohnungs­bauprogramm in Bad-Nauheim.

< Lad-Rauhelm, 1.Februar. Die heutige Stadtverordnetensitzung behandelt« in zweistündiger Beratung das von Bürgermeister Dr. Ahl ooryelegte Wohnungsbauprogramm für das Rechnungsjahr 1929. Die Vorlage, di« von verschiedenen Seiten desHauses als großzügig und weitblickend anerkannt wurde, fand noch geringfü­gigen Abänderungen die große Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung. Dagegen waren nur die zwei Vertreter der Wirtschaftspariei und der kommunistische Stadtverordnete, letzterer, weil ihm die Mietsätze zu hoch erscheinen. Die Stadtver­waltung, die in den letzten Jahren der Wohnungs- not In vorbildlicher Weise schon nach Straften steu­ert«, indem sie jährlich etwa 40 neue Wohnungen schuf, will in diesem Jahre einen verstärkten Wohnungsbau (zusammen etwa 70 Wohnun­gen) ausführen und damit die größte Not im we­sentlichen abstellen, um sich in den kommenden Iah- ren mehr auf andere kommunale Aufgaben (Kran- kenhaue usw.) einrichten zu können. Sie hat deshalb für dos Bau>ahr 1929 an verbilligtem Geld insge­samt 460 000 Mark zur 'Verfügung gestellt. Die Verwendung der Mittel wurde wir folgt beschlossen: 140 000 Mark für den Privatwohnungsbau, und zwar 20 Darlehen zu je 7000 Mark pro Wohnung, 20 000 Mark für den Altwohmmgsbau: 116 000 Mk. für eine moderne Siedluna in der Blücherstraße, be­stehend aus 16 Reihenhäusern, von denen zwölf als Dreizimmerhäuser (Küche, 3 Zimmer, Bad, Kammer) und 4 als Vierzimmerhauser (Küche, 4 Zimmer, Bad, Kammer) errichtet werden. Ein Dreizimmerhaus wird sich einschließlich Straßen- und Kanalbaukosten aber ohne Grund und Boden auf 14 000 Mark, ein Vierzimmerhaus auf 18 000 Mark stellen. Die Häu> ser werden von der Stadt erbaut und können nach Fertigstellung entweder vermietet, ober zu Eigen­tum, ober in Erbbaurecht verkauft werben. Der Rest der verbilligten Wohnungsbougclber wirb zur wei- teren Bebauung des Daublocks in der Homburger Straße verwandt. Vorgesehen ist die Schaffung von 24 Zweizimmer, und 10 Dreizimmer-Wohnungen. Wichtig ist der Beschluß, daß die Mieten der neuen Häuser so festgesetzt werden, daß sie bi« der Stadt erwachsende Lasten decken. Bei den Reihenhäusern in der Blücherstraße wird sie monatlich etwa 80 Mark für das Dreizimmerhaus, 110 Mark für dos Vierzimmerhau» betragen.

Rabiate Zigeuner.

st. G a m b a ch, 1. Febr. Seit einiger Zeit macht fine Harfe Z i g e u n e r b a n d e 7 Wagen und 15 Bären die hiesige Gegend unsicher. Gestern abend erschienen sie nun in der hiesigen Gastwirtschaft Haas und verlangten für etwa 14 Pferde und die Bären Stallung. Als der Wirt nicht soviel Platz zur Verfügung stellen konnte, ver­suchten sie fid) gewaltsam Unterkunfts- räume für die Tiere zu schaffen. Dadurch tarn es zu tätlichen Auseinandersetzungen, in deren Verlaus von den Zigeunern Mobiliar und F e n st e r des Wirtshauses demoliert wurden. Der Gastwirt Haas erhielt ziemliche Verletzun­gen, besonders im Gesicht. Der Zugang zur Gast­wirtschaft wurde'von den Bürenbewacht", so daß die Ortseinwohlier kaum HUfe bringen konnten. Erst ein herbeigerufenes Kommando der Schutz­polizei Butzbad) konnte weitere Ausschreilun- gen dadurch unterbinden, daß die Zigeuner zwangs­weise adtransportiert wutden. Sie mußten vor Eberstadt lagern und wurden in der Nacht von vier Mann Schutzpolizei bewacht. Heute morgen erfolgte ihr Abtransport unter polizeilicher Bedeckung nach Aufleilung der Bande zur Grenze. Ihrem Abtransport widersetzten sie sid) nod) mit der Behauptung, sie seien feine Zigeuner, da sie als Bärenführer Wandergewerbescheine besaßen. Wegen ihrer Vorgehen in der hiesigen Wirrsch!t werden sie gerichtlich bestraft werden. Der Fall zeigt, daß es höchste Zeit in Hessen war, das Zi­

geunergesetz zu erlaßen. Sache der Polizeiorgane ist es nun, für die strikte Durchführung Sorge zu tragen.

Landkreis Gietzen.

Bg. Großen-Buseck, 1.Februar. Bei der gestrigen Holzoersteigerung bewegten sich die Preise auf der nun schon fast zur Gewohnheit geworbenen Höhe. Für 2 Raummeter Buchenscheit­holz würben im Durchschnitt 40 Mark, für Buchen­knüppel 35 Mark, für Buchenreisig 20 Mark erzielt. Bei Nutzholz kostete der Festmeter Eichen etwa 100 Mark.

: Beuern, 1. Febr. Der Voranschlag für das Rechnungsjahr 1929 unserer Gemeinde stand gestern in öffentlicher Gemeinderatssitzung zur Be-. ratunfl. Der Haushaltsplan schließt mit einer Summe von 83609 Mark in Einnahme und Ausgabe ab. Er wurde vom Gemeinderat einstimmig gutgeheißen.

: Aus der Rabenau, 1. Febr. Bei der gestern in den Freiherrlich von Rabenauschen Wal­dungen, Distrikt Eichwald, abgehaltenen H o l z v er­st e i g e r u n g machte fid) gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung der Brennholzpreise bemerkbar. Es kosteten Buchenscheiter 28 bis 31,50 Mark, Buchen­knüppel 25 bis 27 Mark, Eichenknüppel 12 bis 14 Mark, Buchenftücke 12 bis 14 Mark für zwei Raummeter, wahrend Duchenreisig mit 2 bis 3 Mk. pro Raummeter bezahlt wurde.

Bersrod, 31. 3an. Der hiesige Gesang­vereinSänger kränz" brachte bei seinem diesjährigen Wintervergirügen ausgezeichnete ge­sangliche Leistungen unter der. Leitung des Chor- meisters Christ. Möbus, Reiskirchen, zu Gehör. Dankbarer Beifall belohnte die Sänger für ihre Mühe. Die von der Kapelle Möbus dar- gebotenen Konzertstück« ernteten gleichfalls rei­chen Beifall. Der Verein steht erst seit 3uni vorigen JahreS unter der Leitung des Chor­meister M ö b u s, und er hat sich in d'.eser kurzen Zeit gesanglich schon gut aufwärts entwickelt.

Daubringen, 31. Ian. Der hiesige Männcrturnverein. der dem Turngau Lahn-DunSberg angehört, hielt jetzt sein Winter­vergnügen ab. Der Vorsitzende Hch. Michel entbot den Turnern und Gästen den Willkom- mengruß des Vereins. Die Kapelle der 5tev- willigen Feuerwehr Lollar brachte ihre musika­lischen Darbietungen in vortrefflicher Weise zu Gehör. Ferner wurde durch humoristische Vor­träge die frohe Stimmung des Abends noch be­reichert.

f Grünberg, 1. Febr. Am Donnerstagabend hielt die hiesige Freiw. Feuerwehr ihre Hauptversammlung im GasthausWilden Mann" ab. Es waren über hundert Kameraden an­wesend. Aus dem Jahresbericht ist folgendes zu ent­nehmen: Im Jahre 1928 fanden sechs Hebungen statt, darunter eine Nachtübung, Brände fanden nicht statt, bei zwei kleinen Zimmerbränden war das (Eingreifen der Wehr nicht erforderlich Die Wehr beteiligte sich mit ihrer Kapelle an dem Herbftver- banbstag in Heuchelheim, desgleichen nahmen ihre Vertreter teil am Kreisverbandstag in Gießen und der erste Kommandant am Landcsoerbandstag in Frankfurt, über dessen Verlauf Bericht erstattet wurde. Erwähnt wurde noch und lobend anerkannt, daß Kamerad, Bäckermeister Heinrich Meyer im Dezember auf eine 52jährige aktive Mitgliedschaft zurückblicken konnte. Aus diesem Anlaß wurde ihm damals ein Anerkennungsschreiben des Reichspräsi­denten v. Hindenburg zugesandt. Für 20jährige Mitgliedschaft wurden ausgezeichnet die Kame­raden: Hermann Eiertänzer und August Leineweber. Kamerad Möller hielt einen lehrreichen Vortrag über Autobrände. Beschlossen wurde, eine Sanitätskolonne ins Leben zu rufen. Der Vorstand wurde durch Zuruf mieberge- wählt, an Stelle von Heinrich Meyer, der zum Ehrenmitglied ernannt wurde, trat Kamerad Kon­rad Trinkaus. Der Vorstand fetzt sich folgender­maßen zusammen: 1. Kommandant: Karl Sei­fart II., 2. Kommandant: Carl Schmidt, Schriftführer: Friedrich Jäckel L, Rechner: Otto Allmendinger, drei Beisitzer: Wild Schorn- b e r, Karl Jöckel VI. und Karl Hoffmann II. Obmann der Steigmannschaft: Gebauer, Stell­vertreter: Georg Haas; Obmann der Spritzen­mannschaft: Karl Böß, Stellvertreter: Konrad Trinkaus, Obmann der Hydrantenmannschaft: Karl Heidt, Stellvertreter: Karl Möller, Ob­mann der Wachmannschaft: Hermann Eiertän­zer, Stellvertreter: Karl Decker.

i. Ettingshausen, 1.Febr. Auf Grund des Altersgrenzeaesetzes wurde unser erster Lehrer Heinrich Knöll in den Ruhestand versetzt. Aus diesem Anlaß fand gestern abend eine Feier statt, nachdem sich Herr Knöll schon nachmittags von den Schülern und Fortbildungsschülem verabschie­det hatte. Um acht Uhr abends versammelten sich im festlich geschmückten Schulsaale der ersten Klasse der Ortsoorstand, der Sd)uloorstand und zahlreiche Gemeindemitglieder. Der GesangvereinKon­kordia" trug unter Leitung von Lehrer D ö r» m e r (Lich) einen einleitenden Chor vor. Hierauf hielt Bürgermeister O p p e r eine Ansprache, in der er der Verdienste des scheidenden Lehrers um die Gemeinde gedachte. Als äußeres Zeichen der Aner- kennuna überreichte er Lehrer Knöll einen wert­vollen Armstuhl. Nach einem Chor des Gesangver­einsS ä n g e r l u fr, geleitet von Lehrer S i - man, ergriff dieser selbst als Vorsitzender des Schulvorstandes das Wort und gedachte der eigent­lichen Lehrertätigkeit des in den Ruhestand versetz­ten Kollegen. Für den Kirchenvorstand sprach Pfar­rer Nies über das rechte Verhältnis von Kirche und Schule, die beide berufen sind, Dienst am Volk zu leisten. (9anx besonders dankte er Herrn Knöll für seine langjährige Mühewaltung als Organist. Zum Schluß ergriff Lehrer Knöll das Wort. Er Ätc der langen Jahre, die er in der Gemeinde t hatte, feiner Tätigkeit als Lehrer und als Leiter der von ihm gegrünbeten Sparkasse und sei­ner sonstigen Bemühungen um unser Dors. Man merkt« es ihm an, wie schwer ihm der Abschied von seinem Amte wurde. Auf seine Aufforderung hin fangen alle Anwesenden gemeinsam das LiedNun danket alle Gott". Im Anschluß an die Feier lud Herr Knöll die Vorstände der Gemeinde, der Schule und der Kirche zu einem Beisammensein im Saale des Gastwirts Sommer ein. Hier blieb man mehrere Stunden bei gemeinsamen Liedern und Chorgesängen in schönster Harmonie beisam­men. Als Nachfolger des Herrn Knoll wurde Schuloerwaller Nummer Ich aus Worms bestellt.

W,a tzenLorn - Stetnberg, 31. San. Der hiesige Ätie gerne rein feierte int Gast- hauseZur Krone" fein 55. Stiftungsfest. Der Vcreinsvorsitzende Schäfer begrüßte die Mit­glieder und Döste mit ctr.?r Ansprache, an deren Schluß er ein begeistert aufgenmnnrened Hoch auf den Reichs Präsidenten. General e > -arschall von I Hindenburg, au brachte. Rach dem von Frl. Marie 3 ung gesprochenen Prolog erfreute I eine Theateroufsnhruna die Besucher des Abends.

ferner wurde gute Unterhaltungsmusik von der Iugendkapelle geboten.

)( Lich, 31. 3an. Aus dem kirchlichen Bericht des Jahres 1 928 sind außer den bereits mitgeteilten Zahlen noch folgende An­gaben von allgemeinem Interesse: Es wurden 61 Haupt- und 52 RebengotteSdienste gehalten und von 18 371 Erwachsenen besucht (Durch­schnittszahl der erwachsenen Kirchenbesucher an einem Sonntag also etwa 20 Prozent). Zum Heiligen Abendmahl gingen 1080 Gemeindeglie­der, oder etwa 57 Prozent der Erwachsenen. An Kollekten usw. gingen ein: allgemeine Kirchen- kollekten 366 Mark, an Gaben für Vereine und Anstalten 2086 Mark, für Arme und Kranke 190 Mark, für sonstige kirchliche Zwecke 983 Mk., zusammen 3625 Mark, oder 1,92 Mk. auf den Kopf der erwachsenen Gemeindeglieder. Das Ver­mögen des einst reichen Marienstlfts ist infolge der Inflation fast völlig verloren gegangen und beträgt heute nur noch 6145 Mk., das der 1. und 2. Pfarrei, die ebenfalls über ein großes Ver­mögen verfügten, 4577 bzw. 4065 Mark. Infolge Ablösung der Baulast an den Pfarrhäusern in Langsdorf und Dillingen mutzten etwa 21 Mor­gen Grundstücke an diese beiden Gemeinden ab­getreten werden, eine weitere Verringerung er­fuhr der Grundbesitz des Marienstifts durch Ab­tretung mehrerer Bauplätze. Das Grundvermö­gen besteht heute für das Marienstift aus etwa 90 Morgen, für die erste und zweite Pfarrei aus 82 bzw. 26 Morgen. Eine in den letzten Tagen für Die Jahre 1924 bis 1927 gemachte Zusam­menstellung ergibt jedoch, daß die Einnahmen aus den Grundstücken des Marienstifts noch nicht ein mal ausreichten, die Steuern und sonstigen Ab­gaben des Marienstifts für feine eigenen Grund­stücke und diejenigen der beiden Pfarreien zu bestreiten. Für die kommenden Iahre dürfte sich hierin eine Deine Besserung geltend machen. Daß unter solchen Umständen daS Marienstift nicht in der Lage ist, seinen baulichen Verpflichtungen an der sehr erneuerungsbedürftigen Kirche nach­zukommen. muh im Interesse der Erhaltung die­ses herrlichen Baudenkmals sehr bedauert werden.

# Hungen, 1. Febr. Der Zweigver- ein Hungen und Umgegend deS Oberhe s- fischen Bienenzüchterverbandes hielt imSolmser Hof" seine erste diesjährige Ver­sammlung ab, in der sich der Vorsitzende. Pfar­rer Göckel, von den Mitgliedern verabschie­dete. An seine Stelle wurde durch Zuruf Loko­motivführer H. Kich von hier zum Vorsitzenden gewählt. Stellvertreter des Vorsitzenden ist Pfar­rer Weber, Trais-Horloff. Die Dechnungsab- lage durch Gustav Kohlheyer ergab, datz der Zweigverein finanziell gesichert dasteht, verfügt er doch einschließlich der Bestände an EinheitS» gläsern und Kunstwaben über einen Kassenbestand ton über 300 Mark. Der Verein beabsichtigt, Im Vorsommer eine Lehrfahrt zu einem größeren Musterstand der Provinz zu unternehmen.

r Obbornhofen. 1. Febr. Der hiesige Kriegerverein hielt dieser Tage seine dies­jährige ordentliche Generalversammlung im Gasthaus3um Adler" ab. Der Vorsitzende, Landwirt Wilh. Müller, erstattete den Iahres- bericht, aus dem hinsichtlich des Mitgliederstan­des zu entnehmen war, daß trotz nahezu völligen Fehlens neuer Beitritte der Verein 49 ehemalige Feldzugsteilnehmer und gediente Leute als Mit­glieder z hlt Rechner März verlas die Rech­nung: daraus war zu ersehen, daß die Kassen­verhältnisse in Ordnung find und der Verein be­reits wieder über ein Vermögen von 124 Mk. verfügt. Man beschloß u. a.. sich an. dem Bezirks- kriegerfest In Langd zu beteiligen.

# Aus der Wetterau. 1. Febr. Obwohl wegen der herrschenden Kälte die Schweinemärkte schlecht befahren werden, -eigen die Ferkel- preise steigende Tendenz. Die Verkäufe wer­den hauptsächlich im sog. Stallhandel getätigt. Gegenwärtig kosten 7 bis 8 Wochen alte Jung­tiere 24 bis 27 Mk., die um Weihnachten noch zu 20 Mk. zu haben waren. Die niedrigen Kar­tosselpreise bei hohem Stand der Fettschweine­preise regen zur Mast an, wodurch in letzter Zeit wieder stärkere Nachfrage einsetzt. Auch die Preise der Schlachtschweine sind In der leht"n Woche um etwa 2 Pf. auf 72 bis 74 Pf. je Pfund Lebendgewicht gestiegen.

Kreis Friedberg.

--- Bad-Nauheim. 31. Ian. Im Bil­dungsverein hielt Prof. Dr. Blecher (Fried­berg), ein trefflicher Kenner der Vorgefchichte unserer Heimat, einen fesselnden Lichtbildervor­trag über .Der Mensch der Steinzeit und die früheste Besiedelung der W e 11 c r a u". Der Redner, der zunächst eine Einführung in den Werdegang der vorgeschicht­lichen Wifenschast gab, ging aus von den ältesten menschlichen Kulturfunden und Kulturäußerungen, behandelte kurz die Kultur der älteren Steinzeit, wie fie uns in den berühmten Funden von Treis a. d. Lumda hinterlassen ist. um dann ausführlich die jüngere Steinzeit (5000 bis 2000 v. Chr.) zu fchildern. Die hinterlassene Töpfe­rei (Keramik) ermöglicht es, die Herkunftsländer der verlchieoenen Wetterauer Siedler festzu­stellen. Dir finden hier an Ackerbauvölkern Ab­kömmlinge der Pfahlbauern aus dem Schweizer Borland und Angehörige der sog. Bandkeramiker aus dem Donaugebiet, an Iägervölkern vor allem in den angrenzenden Waldgebieten aus der Thüringer Gegend die sog. Schnurkeramiker und R ö s s e n e t (nach dem Hauvtfundort Rössen). Die letzteren gingen in der Wetterau durch bandkeramifchen Einfluß zum Ackerbau über. Bon Frankreich her drang das Iägervolk der Zonenkeramiker bei uns ein. Die zahlreichen Lichtbilder von Wetterauer Fundorten der jüngeren Steinzeit zeigten an­schaulich den Hüttenbau, die Entwicklung ver­schiedener Geräte usw. Dabei erscheint besonders beachtlich, daß eine ganze Reihe technischer For­men (Radel, Henkel. Meißel. Fachwerkbau) in ihrer Entwicklung schon in der jüngeren Stein­zeit zur Vollendung geführt wurden.

Griedel, 1. Febr. Nachdem von der Krie- gerkameradfcha'tHassia". Bezirk Butzbach-Dad» Nauheim, dem hiesigen Kriegerverein das Bezirksfest des Iahre» 1929 über­tragen worden ist, beginnen in unserem Dorfe allmählich die Vorbereitungen zu diesem Feste. Der Verein verbindet damit Die Feier seines 55jährigen Bestehens. Als Festtage finb der 7. und 8. Iull bestimmt. Der Festplay tolrb, wie bei dem letzten großen Sangersesto, der In unmittelbare: Nähe xs Dorfes gelegene Din- gertberg 'ein. Es ist ein historischer Festzug, sowie die Ausgabe eines Festbuches geplant.

Kreis Büdingen.

Nidda, 1. Febr. Wiederholl waren in der letzten 3cit in dem großen Harbwald vnb auf

den angrenzende« Seibern mehrere Rude! DI TU» chweinc beobachtet worden. Deshalb begaben ich in dieser Woche mehrere Säger auf die Iagd dieses sonst hier seltenen Wildes. Sie trafen in der Harb in der Schmidtswiese auf ein Rudel Wildschweine von zehn Stück, konnten aber keines der Borstentiere erlegen. Gestern wurde die Jagd der Stadt Nidda, die 1050 Hektar, Dar­unter 80 Hektar Wald, umfaßt, auf neun Iah« verpachtet. Höchst bietender blieb Mühlenbesiver Hermann Erk von hier mll 1255 Mark jähr­lichem Pacht betrag. Die hier seither bestandene Jagdgesellschaft wird sich weiter an der Aus­übung Der Jagd beteiligen. Der seitherige Pacht- betvag war 600 Mark jährlich.

# Unter-Widdersheirn, 31. Ian. Zu der hiesigen Verpachtung derGemeinde- j a g d hatten sich zahlreiche Liebhaber au» der Umgegenb eingefunden. Höchstbietender blieb Brennmaterialienhändler Ferd. D i r-l a m m, Frankfurt a. M, mit dem Gebot von 625 Mark. Das Jagdgebiet umfaßt 235 Hektar Feld und 52 Hektar Wald und weist einen guten Wild- bestand auf. Der seitherige Pächter Landwirt Karl Schneider von Berstadt zahlle jährlich 280 Mark Pachtgeld.

Hirzenhain, 3L Jan. Der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs hielt dieser Tage feine Jah­reshauptversammlung ab. Der 1. Vor­sitzende Albrecht Stein gab einen kurzen Bericht über den Stand der Gesamt-VL.C.-Bewegung, die im vergangenen Jahre durchgeführten Der­besserungen in den Klubhäusern, den Ankauf deS Dr. Jägerfchen Anwesen Z und das DereinSleben im allgemeinen. Der Mitgliederstand mit 72 bat sich gegen das Vorjahr nicht wesentlich verscho­ben. Fünf Neuanmeldungen konnten gebucht wer­den. Die Jugendgruppe zählt 28 Jugendliche. Das Wandern wurde eifrig gepflegt. Der Jah­resbeitrag blieb in unveränderter Höhe. Der Wanderplan für das neue Dereinsjahr wie» 12 Pflichtwanderungen auf. Der Vater-Benderheim- Gemeinde trat der Verein als Mitglied bet In den Vorstand wurden einstimmig gewählt: Al­brecht Stein 1. Vorsitzender, Wilhelm Hill 2. Vorsitzender, Heinrich Meih 2. Rechner, Hans Kraft Schriftführer, Willi Weber Wander- wart und Wegebezeichnungsobmann. Konrad I ö r d e n S und Georg Stroh Beisitzer, Ri­chard Rupp Jugendobmann.

Dodenhausen I bei Ortenberg, 31. Ian. Unser Turnverein hielt seine diesjährige Generalverfammllmg unter der Leitung deS Vor­sitzenden Otto Wacker ab. Nach der Be­grüßungsansprache des Borsitzenden, der dabei zu weiterer eifriger Mitarbeit an den Bestrebun­gen deS Vereins aufforderte, erftattet« her Rech­ner Reuter den Kassenbericht, der mit Ent­lastung des Rechners genehmigt wurde. In den Vorstand wiedergewähll wurden die seitherigen Beisitzer Albert Dietz und Iohs. C h r i st, neu- gewählt wurde als Zeugwatt Reinhard Nies Nach der Annahme verschiedener Anträge d«S Turners Ernst Wacker konnte der Dorsitzend« die Versammlung schließen.

Kreis Schotten«

Y Gedern, 1. Febr. Bel der gestrigen Brennhol§oersteigerung der fürstl. Der- roaltung wurden hohe Preis« erzielt. Es wurden geboten für Buchenscheit enter Klass« 16 bis 20, zweiter Klasse 12 bis 15, Knüppel durchschnittlich 10, Astreifer 1, Stammreifer 2 bis 3 Mark. Die Ver­steigerung war sehr stark besucht.

/ Rainrod. 30. Ian. Unter der Leitung feine» ersten Borsitzenden, Bürgermeister De­cher t, hielt der hiesige Kriegerverein die­ser Tage seine diesjährige Generalver­sammlung ab. Nach einem kurzen Rückblick des Vorsitzenden auf daS verflossene Jahr erstat­tete der Schriftführer V i e h l seinen Bericht, hieraus brachte der Bereinsrechner den Stand der Kasse in Einnahme und Ausgabe zur Kennt­nis der Mitglieder. Die Rechnung schließt mit einem Ueberschuh ab und wurde unter Ent­lastung des Rechners genehmigt. Der seitherlae Vorstand wurde in seine Aemter wledergewählt. Man beschäftigte sich weiter mit der Errichtung einer S ch u tz e n a b t e i l u n g Innerhalb deS Kriegervereins, und bestimmte dabei, daß nun­mehr der Schießstand endgültig fertiggestellt und die Schießabtellung ins Leben gerufen wer­den foIL

-fc Sellnrod, 31. Ian. Gestern traten der Kirchenvorstand und die Kirchenge- meindcvertretung zusammen, um den Voranschlag für 1 929 zu beraten. Der Voranschlag wurde von beiden Instanzen ge­nehmigt. Der erste Teil schließt ab mit 2494,94 Man in Einnahme und Ausgabe. Den örtlichen Fehlbetrag von 1959,53 Mk. tragen die bürgen lichen Gemeinden Sellnrod, Schmitten und Alten­hain nach einem bestimmten Verhältnis. All­jährlich wird eine größere Summe für die ge­plante Kirchenheizung eingestellt und verzins­lich angelegt. Am Pfarrhaus fallen einige Re- paraturarbeiten zur Ausführung kommen. Der zweite Teil des Voranfchlags schließt ad nut 1489.12 Mk. in Einnahme und Ausgabe.

Kreis Alsfeld.

Dieder-Ohmen. 1. Febr. Dieser Tag« hiell der Geflügel- und Vogelzucht- Verein für Nieder-Ohmen und Umgegend fetne diesjährige Generalversammlung ab. Der 1. Vorsitzende, Fißler. erstattete den Iahres- bericht und wies dabei auf die d.esjährtge Drut- saison und die in Niedev-Ohmen stattfindende Bezirks-Geflügelschau hin. Sodann erstattete der Rechner und Schrislsührer M o h r den Deicht über das vergangene Bereinsjahr. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Bei der folgenden Vor­standswahl wurde der 1. Vorsitzende 8161er wiedcrgewählt. Als 2. Vorsitzender wurde W. Böck berufen Rechner wurde Otto Reichel. Schriftführer O. Reiz. Der Vorstand wurde dann noch erweitert durch die Mllglieder H. Seibert, H. Tröller und Ph. Laub. Zum Devrinsdiener wurde K. Mohr in. bestimmt. 3ixw Schluß wurde noch ein Antrag angenommen der bestimmt, daß jedes Vorstandsmllglied für den ihm anvertrauten Posten die volle Veranl Wortung zu übernehmen Hai.

r Ober-Ohmen. L Febr. Die hiesige K ir chengemcinde trägt sich mit der Absicht der An läge einer Kirckenheizung. Da eigene Mittel nicht zur Verfügung stehen, wird geaenroärlig eine flaue sainmlung veranstaltet. Zur Zeit sind schon über 1000 Mark eingegangen, doch dürfte sich naH den bisherigen (Erfahrungen und nach Vorsicht gen Schat­zungen die Endsumme auf ungefähr 1500 Mark be­laufen. Zur leichteren Begleichung der gezeichneten Beiträge ist ein Drelmonatsratensystev' eingenign l worden