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diese Drohung waHrgemacht toütbe. Tb wfftc das für die Gestaltung der politischen Veryalt- msse tm Reich sicherlich nicht angenehm. Aber eine Gesamtdemission der Regierung Müller würde es nicht zur Folge haben. Sur Regierung würde zunächst Weiterarbeiten und es darauf ankommen lassen, ob das Zentrum sich entschlichen könnte, sie im Reichstag kurz vor Beginn der Reparotionsverhandlungen durch ein Mißtrauensvotum zu stürzen.

Für eine Reform

Ser Invalidenversicherung.

Gewerkschaftliche Forderungen.

Berlin. 2. Febr. (Priv.-Tel.) Die Spitzen- organisationcn der Gewerkschaften haben an den Reich-arbeitsministcr cme Ei ng a be gerichtet, in der für die Reform und den Ausbau >der Invalidenversicherung folgende Hauptforde­rungen aufgestellt werden: Erhöhung der Renten durch Aufbau weiterer Lohn- und Beitragsklassen: Herabsetzung b er 3 n - validitä tsgrcnze von 662/3 auf 50 Pro;.: Gewährung von Witwenrenten auch ohne vorliegende Invalidität: Beseitigung der Kur- zungsbestimmungen nach § 1311 der Reichs­versicherungsordnung und Reuregelung Der Lastenverteilung -wisch:n Inval d:n- und Angestelltcnvcrsichcrung. Erhöhung des Grund­betrages der Renten und Herabsetzung der Al ter-s grenze von 65 auf 60 Jahre werden von den Gewerkschaften als zur Zeit nicht dringlich betrachtet.

Wie derVorwärts dazu nntterlt. besteht wenig Wahrscheinlichkeit, daß die Gewerkschafts- sorderungcn in ihrer gegenwärtigen Form vom Reichstag angenommen werden. Die Meinungen find auch bei den Befürwortern der Reform noch nicht einheitlich. Im Reichstag sucht man nach einem anderen Ausweg aus den Schwie- rigteiten.

Erst Rheinlandräumung - dann Reparationsanleihe.

Angebliche amerikanische Bedingungen.

London. 1. Febr. (TU.) Der diplomatische Mit« arbeitet desDaily Telegraph" will aus amerikani« sehen Kreisen hören, daß man dort einer kürzlichen Erklärung des Senators B 0 r a h , in der dieser die baldige Räumung des Rhein land es Der- langte, große Bedeutung beimesse. Dieft Erklärung, so werde versichert, müsse im Zusammenhang mit den Bemerkungen der amerikanischen Mitglieder des neuen Reparationsausschusses gelesen werden, wo­nach die Kommerzialisierung der deut- schen Dawesobligationen nur dann als möglich in Erwägung gezogen werden könne, wenn die Sachverständigen die Gesorntver- pflichtungen des Deutschen Reiches festgesetzt hätten. Rach Ansicht der führenden amerikanischen Dankfirmen sei offenbar e t n Abkommen über eine baldige Rdeinlandräumung für die amerikanische Teilnahme an der Auflegung einer Reparationsanleihe Voroussetzuna. Der Mitarbeiter derDaily Telegravh" erinnert in die- Jem Zusammenhang daran, daß die amerikanischen 'und britischen Bankiers, die die erste Dawesan- leihe nach der Londoner Konferenz im Sommer 1924 auflegten, sich hierzu nur verstanden hatten, nachdem Frankreich und Belgien der baldigen Räumung des Ruhrgebiete» Äuge­st i m m t hatten und nachdem ein System der Schiedsgerichtsbarkeit zwischen den Alliierten und Deutschland geschaffen war, das in Zukunft ähnliche Ereignisse verhindern will. Während der kom­menden Verhandlungen würden die amerikanischen und englischen Bankiers eine ähnliche Hal­tung im Zusammenhang mit der Finanzierung der Reparationsobligattonen einnehmen.

Die Ukrainer im Polenstaat.

Heftige Nngrisse gegen die polnische MinderheitenpoUtik

Warsch au. 1. Febr. (WTD.) Der polnische Landtag hat gestern in später Abendstunde die Beratungen über das Budget abgeschlossen. Das Wort ergriffen hierbei fast ausschließlich oppo­sitionelle Redner. Gröhes Aufsehen erregte eineRede deS LlkrainersPalijis. Die polnischen Erklärungen, den Ukrainern zu helfen, seien lügenhaft, unö diejenigen Ukrainer, die den Polen glaubten, seien entweder Raive oder Verräter. Die Ukrainer seien keine Feinde des polnischen Staates, wohl aber Feinde jenes historischen Irrtums, den Polen in seinen heutigen Grenzen darstellr. Ein anderer ukrainischer Redner. W a l n i ck i. betonte den revolutionären Charakter der ukrainischen Freiheitsbewegung, die keinrK 0 m- promiss« kenne. Er warnte die Polen davor, auf die Soldaten ukrainischer Rationalität zu zählen, sie könnten sich nur grimmig verrechnen. Der Sprecher des ukrainischen KlubSudi, be­tonte. dah die polnische Wirtschaftspolitik nur dazu diene, die nationalen Minderheiten zu untrr- drücken.

Die polnische Rechtspresse ist über diese Er­klärungen der ukrainischen Abgeordneten sehr ent­rüstet.Kurjer Warszawski" nennt sie eine mit kalter Berechnung fabrizierte Pro­paganda, um die seit Iahrhunderten zu Polen gehörigen ruthenischen Länder abzutrennen. Die nation ^demokratischeGazetta Warszawska" ver­langt scharfe Maßnahmen gegen die ukrai­nische Agitation, da der polnische Sejm nicht die Tribüne abgeben dürfe für die gegen den polni­schen Staat und das polnische Volk geschleuderten Schmähungen.

polnische Phantasieblüten.

Berlin, 2. Febr. (Priv.-Tel.) Gin Beispiel für die muntere polnische Ersindungsluft zum Schaben Deutschlands gibt eine Mitteilung der polnischen ZeitungIllustrowanh Kurier Cod- zienny". die in Krakau erscheint und als Berliner Vertreter den seinerzÄt durch Öen Höllenmaschr- nenslcmdal bekannt gewordenen Korresponden.ten Heller zu ihren ^Mitarbeitern, zählt. Das Blatt behauptet,.im Dezember habe in Berlin eine Geheimsitzung ukrainischer Pvliti- k e r stattgefunden, mit dem Ziel, ein Programm für die Zerreißung deS friedlie­benden Polens aufzustellen. Die Phantastik erreicht aber ihren Höhepunkt, indem behauptet wird, daß natürlich deutsche Militärs diese Aktion finanziell unterstützen und dah General

Der Reichstag

lehnt das Wartefiandbeamtengesch ab.

Keine verfassungsändernde Mehrheit. - Die Oeuischnationaien lehnen ab. Die bayrische VolksparLei enthält sich.

Ein böses Borzeichen.

Am Freitag stand die dritte Beratung und die Schluhabstimmung über das Wartestands­beamtengesetz auf der Tagesordnung. Schon das gut besuchte Haus zeigte. welches Interesse man iiesem Bera.>,ngsgcgens.an') e tg g .b achte, der in den letzten Lagen den Ausschuß sehr ein­gehend beschäftigt hatte und von dem man un­mittelbar nach der Vorlegung des Gesetzentwur­fes bereits, annahm, daß er schon mit Rücksicht auf die verfass ungsänüern den Be­stimmungen. die er enthält, eine quali­fizierte Mehrheit nicht auf sich vereinigen würde. Außerdem hatten aber auch die Regie­rungsparteien selbst mancherlei Bedenken, so dah sich die Vorlage im Ausschuß verschiedene Aen- derungen gefallen lassen mußte. Infolgedessen blickte man nach der Beendigung der Ausschuß­beratungen wesentlich optimistischer in die Zu­kunft. Man sprach bereits davon, daß alle Ge­fahrenklippen umschifft worden seien, und dah es nunmehr gelingen werde, den Entwurf durch den Reichstag zu bringen. Bei der Schluhabstimmung gab cS aber doch einige Überraschungen. Von den 412 Abgeordneten, die im Saale anwesend waren, stimmten nur 250 mit ja, während 122 Mitglieder des HauseS Rein-Karten abgaben. 140 Reichstagsabgeordnete dagegen entstiel- t e n sich der Stimme, unter ihnen f a st sämt­liche Bayrischen Volksparteiler. So kam die für dieses Gesetz erforderliche Zweidrit­telmehrheit nicht zustande, weil 26 Stimmen an ihr fehlten. Präsident Loebe muhte also fest­stellen. dah das Gesetz vom Reichstag abge­lehnt worden ist. Für die Reichsregierung ist dieser Ausgang der Schluhabstimmung höchst unerfreulich. Ganz abgesehen davon, dah das Kabinett Müller sich eine Riederlage zugezogen hat, läßt sich die Tatsache nicht übersehen, dah bei der Beratung der Steuergcsehe die Dinge genau so laufen werden, wenn es nicht rechtzeitig gelingt, dem Kabinett eine ausreichende Mehrheit zu sichern und vor allem auch die Bayrische Volkspar­tei so weit zufrieden zu stellen, daß sie nicht wie­der wie in Diesem Falle beiseite bleibt und die Regierung ihrem Schicksal überläßt.

Gihungsbenchi.

Berlin, 1. Febr. (D.D.Z.) Auf der Tages­ordnung steht die dritte Beratung des Warte­standsbeamtengesetzes.

2ll>g. Gottheiner (Dnl.) erklärt: Der jetzt in das Gesetz aufgenommene Antrag Morath sei ein zweifelhaftes Manöver. Wenn die volle Anrechnung der Wartezeit nach diesem Antrag erst beim Inkrafttreten deS neuen Beamtengesetzes wirksam sein soll, so habe das gar keinen Wert, denn mit dem neuen Beam­tengesetz werde alles frühere Recht, also auch daS vorliegende Gesetz, aufgehoben. Der Redner beantragt die volle Anrechnung deL Wartezeit. Bei Ablehnung dieses An­trags würden die Deutschnationalen die volle Anrechnung vom 1. April 1931 ab beantragen. Sollten alle Aenderungsanträge abgelehnt wer­

den. so würden die Regierungsparteien bei der Annahme des Gesetzes dis Deutschnationalen nicht an ihrer Seite haben.

Abg. Siegfried (Wirt.P.) stimmt der Vor­lage zu. Sie bringe immerhin den Wartestands­beamten eine wesentliche Verbesserung ihrer bis­herigen Rechtslage.

Die Aussprache ist damit geschlossen.

Der von den Deuischnationalen und den kommu- nisten gestellte Antrag auf volle Anrechnung des IDavtegeibes wird mit 285 gegen 120 Stimmen abgelehnt. Abgelehnt werden auch alle weiteren Aenderungsanträge. In der namentlichen Schluß- abstimmmrg über die Vorlage werden 250 Stim­men dafür. 122 dagegen abgegeben bei 40 Stimm­enthaltungen. Danach ist die für verfassungsändernde Gesetze erforderliche Zwei-Drlttel-Mehr- h e i f der Anwesenden nicht erreicht und das Gesetz ist a b g e l e h n t. Geschlossen gegen die Vor­lage haben gestimmt die Deut? ^nationalen, die Som- munislen, die Rationalsozialisten, die meisten Rill' glieder dec Dayrischen Volkspartei haben sich der Stimme enthalten.

Es folgt die zweite Beratung der Hand­werksnovelle zur Gewerbeordnung. Der Ausschuß hat nur unwesentliche AenLerungen, an der Regierungsvorlage vorgenvmmen. Wirt- schaftsminister Dr. Eurtlus erklärt sich mit den vom Ausschuß gefaßten Beschlüssen einver­standen und wendet sich gegen die auch jetzt noch folgenden Aenderungsanträge. Die Innungs- kcankenkassen hätten mit dieser Vorlage nichts zu tun. Eine Heraufsetzung des WahlalterS über 21 Iahre hinaus würde nicht zu recht- fertigen sein, weil die Handwerker mit 21 Iahren selbständige Meister und Innungsmitglieder wer­den tonnen.

Abg. Robert Schmidt (Soz.) weist auf die große Zahl der proletarisierten Allein- meister im Handwerk hin. Diese wirtschaftlich schwachen Handwerker hätten von der Orggni- sallon des Handwerks wenig Rutzen. Der vor­liegende Entwurf bedeute sicherlich einen Fort­schritt gegenüber der bisherigen Organisations­form.

2lbg. Dr. Wienbeck (Dntl.) äußert einige DedeÄen gegen Einzelheiten der Vorlage, beson­ders gegen das allgemeine Wahlrecht der Handelskammer im Gegensatz zu dem bis­herigen Verfahren des Wahlrechts der Innungs­vorstände. Die Wahlordnung werde hoffentlich so ausfallen, daß demagogische Wahlmanöver innerhalb der Handwerksorganisation vermieden werden. Die Innungen müßten gegen einen wei­teren Abbau ihrer Rechte geschützt werden. Der Vorlage würden die Deutschnationalen Kustimmen.

Abg. R i e n t i m p (Ztr.) beantragt öie Wieder- Herstellung des im Ausschuß gestrichenen Para­graphen 7, wonach diejenigen Mitglieder, welche einer Zwangsinnung anzugehören haben, auS der bisherigen Innung auszuschallen, es sei denn, dah sie einen entgegenstehenden Willen ausdrücklich erflären.

Der Reichstag vertagt sich auf SamStag: Ver­träge mit auswärtigen Mächten.

Groener sich zusammen mit Ludendorff in das Protektorat und den Vorsitz der ukrai­nischen Versammlung geteilt hatten. Wie ah­nungslos diese Konchinationen hergestellt sind, ergibt sich schon aus der einfachen Tatsache, daß bei den bekannten nicht gerade freundschast- lichen Beziehungen zwischen Groener und Luden- dorsf von einer solchen Zusammenarbeit g a r keine Rede sein kann. Diese beiden Männer setzen sich nicht zusammen an einen Tisch. Dar­über hinaus aber ist e3 selbstverständlich aus­geschlossen, daß sich deut'che Militärs und ein Mann wie Groener mit derartigen ukrainischen Uiiternehmunoen abgeben.

Spaniens Lage nach dem putsch. Keine Lösung der inncreu Schwierigkeiten.

Paris, 1. Febr. (WB.) DasIournal des Debats" hat von einer gestern abend aus Spanien eingetrofsenen. zu dem Blatt in Beziehungen stehenden Persönlichkeit nähere Angaben über die Lage in Spanien erhalten, aus denen sich ergibt, dah die Situation doch ernster zu sein fefceint. als man auf Grund der offiziösen und osfiziellen Mitteilungen annehmen könnte. Be­sonders schwere Unruhen seien in Ciudad Real, aber auch in Merida, Burgos, C 0 - runa, Cartagena und Bilbao zu ver­zeichnen. Der verhaftete Sanchez ©uerra habe allem Anschein nach Grund gehabt, in Valen­cia auf Unterstützung zu rechnen. Die Inter­vention Guerras fei jedenfalls ein ernstes Symptom, und gewiß habe er sich nicht leichtfertig in ein Abenteuer gestürzt. Er besitze immer noch ein großes Prestige, und wenn er gehandelt habe, so deshalb, weil er auf einen Erfolg zu hoffen berechtigt gewesen fei Die ilnierbrudung der gegenwärtigen Rebellion fei jedenfalls keine Lösung. Es fei bezeich­nend, daß die Oppositionskundgebungen gegen die Diktatur einen wachsenden Umfang annähmen. Das gegenwärtige Regime wird von dem Ge­währsmann desJournal deS Debats" als ver­braucht und beim Volke wenig beliebt bezeichnet.

In einem von den Aufständischen In Spanien verbreiteten Manifest werden die Gründe für die Erhebung angegeben. Unter an­derem wird In diesem Manifest erklärt, daß die Wiederherstellung eines normalen Regimes in erster Linie gefordert werden müsse, um dem Lande den unteren Frieden zu geben, den es vor allem angesichts der bevor­stehenden großen Ausstellungen in 'Bar­celona und Sevilla haben müsse Das Manifest fordert für alle Spanier die Eigenschaft von Bürgern und nicht von Unter­tanen. Das Volk verlange, daß die Armee der Schirm der Ration sei, und nicht die Eskorte des Diktators aber des Königs. v.um Schluß wird auch die Rotwendigkeil betont, die Finanzen, die ernstlich bedroht seien, zu sanieren.

Oie Gründe des Scheiterns.

Der Gcneralkapitan von Valencia versagt die Gefolgschaft

Paris, 2. Febr. (WTB. Funkspruch.)Journal" berichtet aus Valencia, daß die Hauptursache des Scheiterns der Aufstandsbewegung in der Wei­terung des Generalkapitäns der Provinz 23a- encia, E a st r 0 Girona, zu suchen sei, dem Aus- tanb die versprochene Unterstützung zu leihen. Einige der Leiter der Bewegung in Spanien hätten dem General schon längere Zeit mißtraut und zu Sanchez ©uerra nach Paris Delegierte gesandt, um ihn davon zu überzeugen, daß es notwendig sei, die Leitung der Aufstandsbewcgung in der Gegend von Valencia in andere Hände zu geben. Sanchez ©uerra habe erwidert, daß er das Ehrenwort ©ironas erhalten habe und a u f seine Loyalität rechne. Valencia habe der Pfeiler der ganzen Verschwörung werden sollen. Als Sanchez ©uerra eingetrofsen war, habe ihn Girona gebeten, nach Frankreich zurückzukehren. 2lls ©uerra unter Berufung auf die Verabredung sich geweigert habe, habe ©irona den Gouverneur von der 2lnkunft Guerras benachrichtigt. Auf diese Weise fei die Verhaftung des ehemaligen Ministerpräsidenten erfolgt.

Aus aller Welt.

Die Bankräuber als Trefarmieler.

Da c3 jetzt als sicher angenommen wirb, baß die Räuber deS Tresvreinbruchs selbst ein Tresor gemietet haben, um an Ort und Stelle die Räumlichleiten auszukundschasten, wird die Kriminalpolizei voraussichtlich alle Tresor­inhaber, die in der Depvsitenkasse der Disconto- Gesellschaft ein Tresor besaßen, vernehmen, um etwa auftauchenden Verdachtsmomenten, die zur Ergreifung der Täter führen könnten, nachzu- gehem Dieses Vorgehen der Polizei ist im Augen- blick das einzig aussichtsreiche Unternehmen, das eventuell zu einer Klärung des Einbruchs führen kann. Durch den Anschlag ist, wie jetzt fest- gestelll werden konnte, auch die Dank , elbst geschädigt. Die Täter haben u. a. eine Safe erbrochen. In dem ein Teil bet Kasse der Bankfiliale untergebracht war. Allein aus die­sem Safe haben die Verbrecher etwa 20 000 Mk. erbeutet.

Der Totgesagls mit den zwei Frauen.

Der 51jährige Instrumentenmacher Sngeler hatte sich vor einem Berliner Schöffengericht we­gen Bigamie zu verantworten Cs handell sich rnn einen ungewöhnlichen Fall, da Engeler auf Antrag feiner ersten Frau ohne sein Wissen amtlich sür tot erklärt worden war. Engeler erklärte bei seiner Vernehmung, daß seine erste Che sehr unglücklich gewesen sei, so daß er es als Erlösung betrachtet habe, als er bet Ausbruch des Wellllieges ins Feld rücken mußte. Tatsächlich habe er im Welt­kriege den Tod gesucht, um dem .Höllenleben" mit seiner Frau zu entrinnen. Das Gericht

konnte feststellen, daß Öngeler in der Tat al- erster in seiner Kompagnie wegen Tapferkeit vor dem Feind das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhalten hatte. Rach dem Krieg war der Angeklagte nicht mehr zu seiner Frau zu­rückgekehrt und hatte 1919 t n Königsberg zum zweiten Male geheiratet. Er er­klärte, daß ihm damals gar nicht der Gedanke gekommen sei, sich von seiner ersten Frau schei­den zu lassen. Erst als er 1925 bei feiner Rück­kehr nach Berlin erfuhr, daß seine erste Frau ihn für tot hatte erklären lassen, strengte er die Scheidungsklage an und die Ehe wurde dann auch ohne weiteres geschieden. Die ge­schiedene Frau hatte aber durch den Prozeß von der Doppelehe Kenntnis erhalten und An zeige erstattet. Das Schöffengericht verurteilte den bisher unbescholtenen Mann, der mit seiner zweiten Frau in glücklicher Ehe lebt, wegen Bi­gamie zur MindeAstrafe von sechs Monaten Ge­fängnis mit Bewährungsfrist.

Gerichtliche» Rachspiel

zu den Schwelgasoergislungen In Halle.

©egen vier Direktoren und den Betriebs« fthrer der GrubeAlwine" der Gewerkschaft dec Bruckdorf-Nietlebcner Bergbauvereins in Druckbar! bei Halle ist Anklage wegen Unterlassung geeig' neter Vorsichtsmaßnahmen und fahrlässige: Körperverletzung erhoben worden. Durch die Abgase der Schwelerei der genannten Grube sind vor einiger Zeit schwere gesundheitliche Schädigungen m der Bevölkerung von Halle und Umgebung verursacht worden.

Das Urteil im Sonnenburger Zuchihausprozeß.

Im Sonnenburger Zuchthaus r.zeß wurden 15 Beamte, darunter die sämtlichen Hauptwacht« meister, freigesprochen, der Oberwachtmei ster 01 aumann wurde wegen fortgesetzten ein- fachen Diebstahls a u vier Monaten Ge­fängnis verurteilt, von den übrigen wegen des gleichen Delikts bzw. Hehlerei der In­spektor Heinkel zu 100 Mark Geldstraf< an Stelle einer an sich verwirkten Freiheitsstrafe von 20 Tagen Gefängnis, die übrigen zu Geld­strafen von 15 bis 50 Mk. an Stelle von an sich verwirkten Freiheitsstrafen von drei bis zwanzig Tagen Gefängnis.

Auf einer Stllour tödlich verunglückt.

In S i l v a p l a n e (Graubünden) unternahmen zwei Hotelgäste eine Skitour ins benachbarte Ge­lände. Bei einem Abhang löste sich ein Schnee- breit los und riß belbe Touristen mit sich. Der eine, namens Gabler aus Zürich, tonnte sich, trotzdem er bis zur Brust mit Schn« bedeckt war, hevauLarbeiten; fein Freund, der 23 Iahve alte Diplombergbauingenieur Walter Rervegno auf Köln, war tn den Schneemassen ver­schwunden. Gabler setzte sich mit einem Berg­führer in Verbindung, um sofort Hil> zu holen Die RettungSkolonnen aus St. Moritz und Sil» vaplane konnten den Verunglückten rasch bergen Er Lag unter einer 1,70 Meter dicken Schnee» schicht, und war bereits tot. als man ihn fand

Oie Wetterlage.

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L tFeb.1929,.7* abds.

© vofxenmi s neuer o nei» oedeext » woitia. otoecei Schnee »Graupem «Hebei K6fWiter.(g)uind5itiit «O* teichie* Cm *«s$ioe« luasud-e» q Mormccne* -tordweil tie Pfeiie fliegen mn dem Wtnflt Du eei et* Stationen ittncnota Zafr len geoen die Temperatur an. Die Limen vero-oe» Oru M «UM»

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Wettervoraussage.

Wettervorhersage fürS 0 nnt 0 g. SRetf heiteres und wolkiges Wetter, nachts strenger Frost, tagsüber Erwärmung.

W i t t e r u n g s a u »s i ch t e n für Montag: Stellenweise neblig, wolkig, weiterhin Nachtfrost, tagsüber Temperaturen um Null und darüber.

Lufttemperaturen am 1. Februar: mittags1,5 Grad Celsius, abends9,9 Grad Celsius, am 2. Fe- bruar: morgens15,5 Grad Celsius. Mar mun 1,4 Grad Celsius, Minimum 15,9 ©rod Celliu« Erdtemperaturen am 1. Februar: abends2,8 örai Celsius: am 2. Februar: morgens 3,9 Grad Cel­sius. Sonnenscheindauer: 5% Stunden.

Mnlerfporlnachrichlev der Hess. Dellerdlenslstelle.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Heiter,11 Grad Celsius, 30 bis 35 Zentimeter Schnee, gekörnt Ski und Rodel sehr gut. Herchenhoiner Höhe Heiter, 11 Grad Celsius, 35 Zentimeter Pulver schnee. Ski und Rodel sehr gut.

Odenwald (Tromm): Heiter.11 Grad C. 50 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut. Reuickirchen: Heiter, 15 Grad Celsius. 50 Zentimeter Pulverschnee. Ski unö Rodel sehr gut.

TaunuS (Kleiner Feldberg): Heiter, 12 Grad Celsius. 45 Zentimeter vchnee, stark ver­harscht. Ski mäßig. Rodel gut

Sauerland (W nteeberg): Heiter.13G at Celsius. 45 Zentimeter Schnee, etwas verharscht Sti unb Rodel sehr gut

Schwarzwald (Feldberg): Heiter, 8 Gral Celsius, 115 Zentimeter Schnee, etwas verharscht unb Rodel gut. Ruhestein: Heiter, - 12 Grab Celsius, 88 Zentimeter Schnee, etwas verharscht. Sti und Rodel gut.

Alpen (Hirschberg): Heiter, 12 Grad Cel­sius, 270 Zentimeter Schnee, etwas verharscht: nur Ski möglich.