lichen Wünschen für eine glückliche und erfolgreiche
den Betrieb in den letzten Jahren öfters gc-
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Zukunft gewidmet von
Gebrüder Klingspor.
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und unseres Seniors Herrn Hei „Aus Stadt und Land" oder „Mi
ütt Gesang und
der
'trikuliert; das bedeutet, daß die Universitäten sie
Druckkunst zum hundertjährigen Bestehen mit Herz-
Nachdruck verboten
34 Fortsetzung
den Kopf. „Lauter
(Fortsetzung folgt.) _
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Wien hat kn.ren Platz für mich und keine Da hab ich and.-rswo mein Gluck ver-
„3al Arbeit, sucht!"
und liefe, läfet, h a t
vor den nächsten Schnellzug, Wasser."
unter ihre Fittiche nahmen und ihnen den Schutz auch in der Universitäts-Gerichtsbarkeit gewahrten. Das Verhältnis der Universitäten zu den Druckern war auch aus Innern Gründen so nahe, weil durch
der schlichten, bescheidenen Persönlichkeit Herrn Lange, dafe er einen Tag sangklanglos vor der Oeffentlichkeit verstreichen den ein anderer sicherlich sich nicht nehmen
den. Anschließend stieg die grofee Revue, ein Werk unseres Feuillelonkollegrn Dr. Thyriot ~ rmann <3lle.
diesem weg nach dem Gesicht des Bruders, der über einen halbdrschriebenen Bogen geneigt war. Rach einer Weile hob er den Kopf. „Ich bitt dich um Gottes willen, Mizzerl, red! So druckst dir je das Herzl ab!" Mitleidig bog er sich zu ihr hinüber und streichelte ihre Wangen.
An ihm vorbei starrte sie nach dem Stück blauen Himmels, das zu den Fenstern hereinlugte. „Wenn eS wirklich wahr ist, Poldl, was mir Dr. Sanders und die Gräfin Harrach und
Spitze steht. Herr Lange hat sich aber nicht damit begnügt, dafe er seinen Betrieb in die Höhe gebracht hat. er hat auch immer Interesse für die Buchdruckkunst und für die Welt der Buchdrucker im allgemeinen gehabt. Cr interessierte sich für den Zusammenschluß in unserer Vereinigung und leistete uns darin wertvolle Dienste. Aber auch für die Ausbildung unseres Rachwuchses hat er immer großes Interesse gezeigt. Das danken wir ihm am heutigen Tage ganz besonders. Als Ausdruck unserer Glückwünsche und als äufeeres Zeichen unseres Dankes an Herrn Lange habe ich die Ehre, ihm diese Ehrenurkunde zu überreichen.
Die Urtunta lautet:
Bezirk Niesten
Deutscher Buchdruckeroerein Kreis III (Main).
An dem Tage des hundertjährigen Bestehens der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei
• R. Lange in Gießen
und anläßlich der vor 30 Jahren erfolgten Besitzübernahme durch
Herrn Buchdruckereibesitzer R. Lange gedenkt der Bezirk Gießen seiner Mitgliedsfirma und besonders des verdienstvollen Inhabers der Firma, indem er zu den b iden bedeutsamen Jubiläen die herzlichsten Glückwünsche übermittelt, wie auch Herrn R. Lange für seine Tätigkeit, die er in ideellster Weise zur Förderung der Interessen des Bezirks Gießen ausgeübt hat, verbindlichft dankt.
Gießen, am 1. Januar 1929.
Der Bezirksvorstand.
Kurt Bindernagel. Curt Scharfe. Wilhelm Wagner.
Die Glückwünsche der hessischen Landes- Universität überbrachte
Se. Magnifizenz der Rektor Prof. Dr. Herzog:
Sehr geehrter Herr Ehrensenator!
in den grofeen, tiefblauen Äugen stand wieder ein warmes, stilles Leuchten, dafe man das nervöse
Lache Waiarr» 1
Roman von 3* Schneider-Foerstl.
Urheberrechtsschutz Oskar Meister, Werdau i. So.
Sie begriff. Erst mußte er den Verlust des Freundes verwinden, der ihm gestorben war, obwohl er lebte. Dann erst würde er wieder der Alte sein, lind sie wollte geduldig warten, bis diese Stunde kam. Mit nimmermüden Händen und unendlich gebender Liebe umsorgte sie ihn.
Acht Tage später teilte ihm der Chefarzt der Klinik mit, dec Baron hätte das Krankenhaus bereits verlassen fonnen und sich zu Isabella Ieska begeben. Die weitere Behandlung hätte Kollege Dr. Sanders übernommen.
tzefemann nickte. Er war für Joachim nur mehr ein Rame aus der Vergangenheit. Richts band ihn mehr an seine Person.
Don den beiden Menschen, die er über alles liebte, blieb ihm nur einer: Sein Weib!
Anderen Tages schickte er die Summe von tausend Schilling, die er von Joachim geliehen hatte, an diesen ab. Sie kam postwendend an ihn zurück mit dem Bemerken, er müßte sich geirrt haben, er hätte nie Geld an jemand geliehen.
Fefemanns Zähne knirschten aufeinander. Er hatte den Freund endgültig verloren!
sehen habe: ich habe mich immer innig gefreut, wie er unter der zielbewußten Leitung des Herrn Lange stetig emporgewachsen ist, und ich will wünschen und hoffen, dafe dieser Aufstieg auch weiterhin anhallen wird. Es entspricht ganz des
noch einige Damen gesagt haben, werf ich mich oder ich spring ins
DaS grofee mit bequemen Ledermöbeln ausge- stattele Kontor Richthofens lag ganz in helle, goldfarbene Herbstsonne getaucht. Die beiden großen Fenster standen weit offen und ließen den leichten Windhauch über den mächtigen, mit Zeitungen, Briefen und losen Zetteln bedeckten Diplomatenschreibtisch gleiten.
Richt Hosen gegenüber, in einem tiefen Stuhl gelehnt, saß dessen Schwester und hatte die Hände reglos int Schoß liegen. Zuweilen blickte sie auf und sah nach den Sonnensunken, die über den roten Belag des Bodens huschten und von
Cs ist mir eine ganz besondere Freude, Brüblschen Universitätsdruckerei die herzlichen Glückwünsche der Landes-Universitätzu ihrer Hundertjahrfeier zu überbringen. Die . Beziehungen der Universitäten zu den Buchdruckern waren ja seit den Mnfänacn der schwarzen Kunst ganz besonders innig. Die Buchdrucker waren lmma-
dann redst wieder vom Ueberfahrnlassn und in die Donau gehn! Ich kann das auf die Dauer nimmer machn! Das ganze Gschäft leidet schon darunter. Meine Äerven sind alleweil im Zittern. Das mußt doch einsehn, Kindl!" Er stand auf, kam zu ihr herüber und hob ihre Hände gegen seine Brust, um sie dort festzuhalten. „Wann's dir recht ist, fahr ick hin zum Hettingen und frag ihn auf Ehr <und Gwissn — und bring dir den Bescheid!"
„Was brauche ich denn noch einen Drscheid, Poldi?" weinte sie. „Ich hab es selber gesehn, wie er noch spät nachts unter der Ieska ihrer Haustüre gestanden ist — Hand in Hand mit ihr — und als er ging, hat er sie auf den Mund- geküfet — und bann noch einmal. Ich werde sterben daran, Poldl!"
Ihre Hänta aus den seinen reifeenb, wühlte sie das Gesicht hinein. Aicht)o en stand ratl S. Rach einer Weile Schweigens knöpfte er seinen Rock zu und ging zur Ture. „Ich fahr jetzt zu ihm! In einer Stund kann ich wieder zurück sein."
„Rimm mich mit!" bat sie verzweifelt.
Cr drückte sie fest an sich und bog ihr Gesicht gegen feine Brust. „Schau, das mußt einsehn, daß das nicht geht! Was müßt er sick denkn? Und ich kann auch ganz anders mit ihm redn! Du kannst ihm doch nicht alles sagn, was gsagt
Offenbach am Main, den 1. Januar 1929.
Ein prächtiges Buchdruckerfest gab dem IubiläumStage einen' weiteren schönen Gehalt. Am Rachmittag trafen sich die Betriebsangehörigen mit ihren Frauen und Kindern im Saale der Licbigshöhe zu einem Kinderfest, das sich dank der umfangreichen und großzügigen Vorbereitungen durch die Damen der Familie Lange unb des Betriebsleiters Reu Hof er in reizvollster Weise abwickelte. Dft Kaffee und Kuchen und flotter Musik kam rasch eine frohe Festesstimmung auf. die eine toeitcre starte Steigerung erfuhr durch die wunderhüb sehen Reigen und Spiele der Kinder unter hingebender Anleitung einer Anzahl junger Damen. Blitzblank vor Freude strahllen die Augen der kleinen Gesellschaft, ganz besonders aber, als die Festbescherung, bei der die große K ntarschar mit hübschen Geschenken der verichicdnsten Art e.freut tourbe, vor sich ging. Gegen 6 Ufer sand diese Feier, die auch den Kleinen und den Kleinsten der grofeen Werkfamilie Brühl einen Abglanz des Jubiläums festes bereitete, ihren Abschluß.
Der Abend war der Geselligkeit der Erwachsenen im Saale der Lie^igshöhe gewidmet. Zunächst fand ein gemeinsames Abendessen sta!t. bei deck Herr Lange dir grofee Schar seiner Gäste auch an dieser Stätte des Frohsinns herzlich toilltommen hieß. Darauf liefe man es sich bei den ausgezeichneten Erzeugnissen der Küche des Herrn T e x t o r wohl sein. Der Dr- triebsratsvorsitzende, Herr Heinrich Sch ne i- d e r, gaa in bered.en Worten an Herrn Lange dem herzlichen Danke aller Festteilnehmer für die großzügige Gastfreundschaft Ausdruck, der in besten Wünschen für das weitere Blühen und Gedeihen der Drühlschen Druckerei seine Bekräftigung fand und in einem dreifachen Hoch ausklang. Dann trat der Sängerchor ■ unter der Leitung des Herrn G u t j a h r aus die Büyne und erfreute die grofee Festgemeinde durch den Vortrag zweier Volkslieder. Und dann trat flottes Theaterspiel die Herrschaft an. Unser Kollege vom Feuilleton, Dr. Thyriot, die Damen Hertha und Irmhild Lange, sowie Betriebsleiter R e u- Hofer hatten mit außerordentlicher Mühe und feinstem Verftändnis diese Seite der Darbietungen organisiert. Zunächst kam das Fastnachtsspiel „Der fahrend Schüler im Paradeis" von Hans Sachs zur Aufführung: Frl. Hertrich und die Herren Weife und Kahl als Darsteller zeigten famose Leistungen, die in verdienter Weise mit starkem Beifall belohnt tour-
denn wir sehen da nicht Zusammenbruch, sondern Ausbau und Ausbau. So möge uns das zweite Jahrhundert der Brühlschen Druckerei ein gutes Omen auch für die Entwicklung des deutschen Vaterlandes fein.
Als Vertreter des Verbandes hessischer Imker sprach sodann
LehrerX Buß, Leihgestern:
Für den Verband hessischer Imker bringe ich heute an dem Iubeltage der Brühlschen Druckerei die herzlich st en Glückwünsche zum Ausdruck- Rn dem Kopf unserer Verbandszeitschrift ist ein Bestehen von 67 Jahren verzeichnet. Wenige Jahre _ nur wurde sie in Ortenberg gedruckt, aber schon über 50 Jahre wird sie von der Drühlschen Druckerei hergestellt. Anfänglich ein kleines, wenig beachtetes Blättchen, ist sie allmählich angewachsen zu einer führenden bienenwirtschaftlichen Zeitschrift Deutschlands. Das haben wir Ihnen mit zu verdanken, Herr Lange. Ich darf auch ba3 innige Verhältnis, das jetzt schon über 50 Jahre und gerade in den letzten 30 Jahren zwischen Ihnen und uns besteht, betonen, und ich darf auch die Z.it erwähnen, in der es uns sehr schwer fiel, unsere Verbandszeitschrift über die Rachkriegszeit und die Inflation hinweg zu erhalten. Da sind Sie es gewesen, Herr Lange, der uns unter die Flügel griff. Ich danke Ihnen recht herzlich und wünsche, dafe das innige Verhältnis zwischen Ihnen, der Drühlschen Druckerei und dem Verband hessischer Imker weiter bestehen möge.
Namens der IndUstrie und Handelskammer Gießen - Alsfeld ° Lauterbach beglückwünschte
Handelskammerpräfideni, Kommerzienrat Schirmer, G eßen: Als Vertreter von Handel und Industrie überbringe ich der Brühl'schen Druckerei zu ihrem Jubiläum die herzlich ft en Glückwünsche. Hande!, Industrie und Presse gehören heute zujammen. Ein getrenntes Arbeiten ist hier undenkbar. Wir sind ja auch die ganze Zeit gut ausge- kommen. Ich spreche Ihnen herzlichen Dank dafür aus. Ich hoffe, daß das a u t e Einvernehmen, das mir feit jeher gepflegt haben, weiter b ef- stehen wird, und daß es dem Handel, der In- dustrie und der Stadt zum Segen gereiche.
Herrn Langes Dank.
In herzlichen Worten brachte hierauf Herr Lange seinen Dank für die reichen Ehrungen, die ihm und seinem Unternehmen an diesem Tage zuteil wurden, zum Ausdruck. Er bekannte sich dabei zu dem Grundsatz des weiteren hingebungsvollen Dienstes an der Fortentwicklung der Buchdruckerkunst.
Einer Einladung des Herrn Lange folgend, begab man sich von der Morgenfeier nach dem Heim des Oberhessischen Kunstvereins im Turmhaus am Drandplatz, wo Herr Lange eine
Ausstellung von Druüerreugniffen seines Sauses
hergerichtet hatte. Der Vorsitzende des Ober- • hessischen Kunstvereins, Landgerichtsdirektor i. R.
Bücking, beglückwünschte hier, im Heim des Vereins, den Chef des Hauses Brühl zu dem bedeutsamen Iubiläurnstage und hob ba3ei hervor, dafe der Kanstvercin d'.e'er Druckausstellung gerne Raum gewährt habe, um hierdurch der Oeffentlichkeit auch diesen Zweig des deutschen künstlerischen Schaffens — denn die Schrift sei ja auch eine Ausdrucksform der Kunst — vor Augen zu führen. Herr Lange dankte dem Vorsitzenden des Kunstvereins in herzlichen Worten für das Entgegenkommen und gab sodann in großen Zügen einige Hinweise auf die Leitgedanken bei der Herrichtung dieser Schau. Alle Besucher nahmen die ausgestellten Gegenstände, die ein bedeutsames Stück deutscher Kulturarbeit zeigen, mit großem Interesse in Augenschein. Den anwesenden Pädagogen konnte empfohlen werden, diese Ausstellung, die noch zwei Wochen geöffnet ist, auch den Kindern zugänglich zu machen, damit diese ihr Wissen aus dem Gebiete der Schriftkunst erweitern und vertiefen können.
A' dieser Stelle sei der Wortlaut der führenden Werkstatt für künstlerisches Schriftwesen, der Schriftgießerei Gebrüder Klingspor in Offenbach am Main, wiedergegeben: Der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen,
Tanz" in acht Bildern zog hier ein buntscheckiges Bild darstellerischen Wirkerrs an den Augen bre außerordentlich stark interessierten Zuschauer vorüber. Mitwirkende waren die 5)amen Hertha Lange, Irmhild Lange, Gretel Blum- schein, Therese P r e s ch e r, Marg. H u l d i s ch, Helene Rohrbach, Marie Fink, Gina Dender, Marie Weber, Ria Kasper, Gertrud Veite und Anna Hertrich, sowie die Herren Dr. Thyriot, Hans Hamann, Willi Müller, Klaus Steinhäuser, Gruft D ö tz, Felde, Seibert, Otto Henkelmann und der kleine Willi Haupt. Was konnte man da nicht alles sehen und hören! Ein flottes Zei- tungsmädel und ein schneidiger Zeitungsjunge, reizend in ihren Kostümen, huldigten mit Gesang der schwarzen Kunst und der DrühlschenDruckerei; zwei Bäuerinnen und ein Bauer aus dem Du- secker Tal, ebenfalls trefflich in der Kostümierung. machten auf dem Grünkram-Wochenmarkt in hoher ©iefeener Kommunal-oli.ik; ein reizendes Tanzpaar zeigte, tote man Tan^o tanzt nach der Melodie. „3d) küsse Ihre Hpnd Madam". Flotte Girls sangen und tanzten Erinnerungen an die Presto; ein famoses Tanzpaar führte einen Schwälmer Bauerntanz in echter Kostümierung vor; dann kam die „Gautsche" (Lehrlingstaufe der Jünger der schwarzen Kunst); unter der schmissigen Leitung unteres Feuilletonkollegen konnte man bann ,/Dlc neue Illustrierte" durchgehen und hier einen Boxkampf bewundern, die Pawlowa sehen, die Filmdiva Mia Ria begrüßen, die neueste Errungenschaft der Ber- kehrsruszeichen kennenlernen und schließlich als Clou keinen geringeren als Charlie Chaplin, den großen Helden des Films, über die Bretter promenieren sehen. Das war ein Lachsturm, der da durch den Saal brauste; unglaubliche Talente offenbarten sich hier unter den Mitarbeitern. Und zum Schluß dieser Revue konnte man einen Blick in die
toerdn muß! Die Wahrheit erfahr bloß ich allein — auch wenn's bitter ist!"
„Aber du kannst nicht vor ihm fnicn, Poldi! Du kannst die Hände nicht yi ihm aufheben und ihn bitten, daß er verz i i t.
.Rein, Kinder!, das kann ich nicht! Aber ich wachs schon recht! Alnb glaub mir nur, ich —"
Draußen im Gang hörte er den ersten Buchhalter mit jemand sprechen und dann eine Sti nme, die schon dicht an seiner Tür stand. .Ich danke Ihnen, Herr Wolfert! Sie sehen, der Schlüssel steckt, demnach habe ich es gut erraten."
Maria kon.lle gerade nach hinter dem Vorhang Schuh suchen, der einen Waschtisch verbarg, als es klopfte und, ohne das Herein abzutoarten, sich die Türe in den Angeln drehte.
„Recht gut n Abend, Poldl!"
Mit ausgestreckten Händen stand Hettingen in der Türfüllung. „Komme ich dir ungelegen, mein Aller 7"
Richthofen schluckte an den Worten und tappte dann mehr, als er ging, dem Freunde entgegen. „Rimm mir's nicht übel, Joachim — aber mir hat's die Sprach verschlagn, und das Gehwerk sunktioniert auch net vor lauter Freud! Mufe rein ein Sonntag im Kalender stehn. — well du zu mir kommst!"
Hettingens warmes, Helles Lachen der früheren Tage tlang auf. „Wo anders tonn ich dich ja nicht treten! Ausgehen soll ich noch nicht soviel. Die Mutter wird ganz blaß vor Sorge, wenn ich Hut und Mantel nehme, und die Isabella bevormundet mich wie einen Minderjährigen. Da bleibe ich ban.i immer wieder lieber zu Hause. Aber so gaiu ohne Abschied wollte ich mich doch nicht drückens Von dir nicht, mein Alter!"
„Abschied? Hast du im Sinne svckzugehen?"
Zukunft auf die „Bruhlfche Terrasse- in Metzen anno 2028 tun und hier Wunderdinge erleben, von denen wir kleine Zeitgenossen von heute nicht Im entferntesten eine Ahnung haben. Als Chronisten' pflicht erscheint es uns, hier zu berichten, daß die Gießener Kommunalpolitik auf dem Wochenmarkt von unserem Senior, Herrn HermannElle, mit feinem Blick für das Zeitgeschehen und mit witzi- ger Verarbeitung geschrieben wurde, und daß die vielseitigen und famosen Lieddichtungen unfern Kollegen Dr. Thyriot zum Derfaster haben. Der Vollständigkeit halber sei aber auch betont, daß diese ganze Theatervorstellung in der Person unseres Be- triebsleitcrs, Herrn Neuhofer, als außerordentlich rege schaffende organisatorische Kraft eine wichtige Stütze hatte. Allen, die in das L cht der Rampe traten, und denen, die in stiller Arbeit hinter den Kulissen wirkten und in der Vorbereitung mittätig waren, galt der lebhafte Beifall, der am Schlüsse dieser Darbietung sich erhob. Die steife g musizierende Kapelle widmete sich dann mit Eifer dem Auf- spielen zum Tanze, der die große Werkfamilie noch lange in schönster Harmonie zusammenhielt.
Alles in allem ist zu sagen: Die Morgenfeier, wie auch die geselligen Veranstaltungen am Nachmittag und am Abend waren ein kostbares Erlebnis für alle Teilnehmer, das ihnen zeitlebens in schönster (Einnerung lebendig vor Augen stehen wird. Es war ein rechtes und außerordentlich schönes Duchdruckerfeft, wie es Herr Lange vor drei Jahren beim 175. Jubiläum des Gießener Anzeigers seinen Mitarbeitern bereits in Aussicht gestellt hatte. Die engen Bande, die den Chef des Hauses und seine Werksamilie miteinander verbinden, jinb durch den gestrigen Feiertag noch enger und in chrem seelischen Gehalt noch inniger geworden!
Zucken, welches zeitweise um feinen knabenhaft schön geschwungenen Mund ging, völlig übersah.
..Weifet du Poldl," Joachims Züge trugen ein fein?s Lächeln, „die Isabella hat gemeint, ich sollte es mit dem Singen probieren, aber sie hat schon nach dem ersten Versuche eingesehen, dafe es nicht geht. Das ist, als ob man einem Löwen das Ivtaln bribringen wollte. Seither quält fifl mich nicht mehr damit. Run habe ich durch Vermittlung eines bekannten Arztes eine Stellung in der Schweiz bekommen — beim Stollenbau der neuen Bellinzonaer Bahn. Das betautet für mich auf Jahre hinaus Beschäftigung."
„lind ich habe dir nix anbirtn bürfn, Ioachiml Keine Ingenieurstelle, keinen Dioettordosten — alles hast mir glattweg abgschto^n." In Richt- Hofens Zügen lag ein Ausdruck von Vorwurf un8 Trauer zugleich.
„Poldl!" Hettingens Rechte schob sich über den Tisch und legte sich auf die des Freundes. „Das weifet doch, dafe ich das nicht konnte, dafe das nicht geht, mein Alter."
Das toeife ich net, warum das nicht gehn soll! Ich hätt dir auch nicht mehr Arbeit aufgh-alst toic ein andrer und zahlt hätt ich dich auch so gut, wie die drunten i.t Bellinzona!"
„Poldl, das kann doch dein Ernst nicht kitt, daß du mich ft> furchtbar demütigen wolltest.'
„Joachim!" — Richthofen sprang in die Höh^ daß die Blätter und Briefe zu Boden flatteiten. „Als eine Demütigung hast du das aufgfafet? Do war's nicht gemeint! So nicht! Ich hab anders gerechnet, ich hab gedacht, es könnt doch einmal wieder ein Vergessen und ein Verzeil>«r fein, und dann wär der Weg von der Faorik in die Mariahilferstrafen nicht gar zu weit gwesn, für dich!"
„So hast du gerechnet!" Hettingen liefe bis Arme schwer über die Lehne seines Stuhles hängen. „Poldl, ich bin dir gut, tote immer, nichts steht zwischen uns — das weifet bu! Aber noch einmal zu dir kommen — als Freier in drin Haus — das mufet du nicht erwarten — das nicht."
um ein Fest zu feiern: Vor 30 Jahren Herr Lange den Betrieb übernommen, und zwar nicht als Fachmann. Herr Lange hat es aber verstanden, sich in die Welt des Duchdruckwesens einzuleben. Er hat ein außerordentliches Interesse für den Beruf mitgebracht und hat durch eifrige Arbeit feine Kenntnisse erweitert und vertieft. 11 n b wenn wir heute des Iubeltages der Drühl- fchen Druckerei gedenken, so müssen wir auch der Persönlichkeit gedenken, die seit 30 Jahren an ihrer
die schwarze Kvnst die Wissenschaft ihre Verbreitung und Freizügigkeit bekam. Die Verwehrung der Universitäten setzte nicht ohne Grund zu derselben Zeit ein, wie die Auswirkungen der Buchdrucker- kunft. Die Professoren arbeiteten mit ihren Druckern zusammen die großen Ausgaben „ und wissenschaftlichen Werke aus. Dieses Pieta t s- yerhältnis hat sich bann, als die Selbstverwaltung der Universitäten immer mehr vom Staate aufgelöst wurde, m ein mehr geschäftliches verwandelt. Aber auch in diesem mehr äußerlichen Verhältnis waren die Beziehungen zwischen unserer Universität und der Brühlschen Druckerei immer sehr gut, ganz b e - sonders mit ihrem Kern, dem Gießener Anzeiger. So konnte die Universität vor drei Jahren bei dem Jubiläum des Gießener Anzeigers chren Dank für sein verständnisvolles Interesse an allem, was die Universität betraf, zum Ausdruck bringen. Wenn wir nun in die Zukunft schauen, so ist die G e s ch i ch t e der Drühlschen Duchdruckerei gerade in den letzten , „ .
Jahrzehnten und Jahren ein ganz besonders er» als einer bewährten Pflcgcstätte edelster deutscher freuliches Vorzeichen für unser Volk, D—
Hettingen liefe sich, seinen Hut zur Seite legcnb, auf tarn Staple nieder, in welchem zuvor Maria gesessen hatte. Sein Gesicht war noch etwas schmal und von schwachem Krlorit, aber
Er schüttelte mißbilligend ,. _ Extreme, Mizzl, — einmal willst bu zu ihm gehn und dich vor ihm auf die Kicke toerfn —
Generalleutnant von Oidtmau« Präsident der ^Hassia^.
WSN. Darmstadt, 1. Ian. Mit Wirkung vom 1. Januar 1929 ab übernimmt Generalleutnant von Dlbtmann das Amt des ersten Präsidenten der ,ft)assia".
Preußen.
Kreis Wetzlar.
-<5- Lützellinden, 30. Dez. Unsere Gemeinde wurde in diesem Jahre durch verschiedene außergewöhnliche Ausgaben sehr ift Anspruch genommen. Einige Arbeiten, die für hiesige Verhältnisse ansehnliche Beträge erforderten, haben die im Voranschlag für das laufenoe Rechnungsjahr angesetzten Betrage bei weitem überstiegen. Hierher gehört vor allem der Bau des neuen Gemeind «bullen ft alles, der mit 18 000 Mark veranschlagt war, aber nahezu 30 000 Mark erfordern wird, worin die Beihilfe des preußischen Landwirtschaftsministers in Höhe von 8000 Mark mit einbegriffen ist. Der Umbau des restlichen Teils des e l e l t r i f ch e n O r t s l e i t u n a 3- Netzes erforderte rund 5000 Mark. Um die Ge° meindekasie nicht zu sehr zu belasten, wurde eilt Drittel des Ortsleilungsnetzes bereits vor zwei Jahren umgebaut. Vor mehreren Monaten hat die Gemeinde mit den P l a n i e r u n g s a r b e i t e n des Weges an der „Alten Holzburg" begonnen. Da cs sich hier um beträchtliche Erdbewegungen handelt, dürften 3000 Mark hierfür kaum ausreichen. Zu der nachfolgenden Chaussierung dieses wichtigen Weges hat sich die Gewerkschaft Gießener Braun st einbergwerke vormals Fernie ver- tragiich verpflichtet, so daß unserer Gemeinde hierdurch eine bedeutende Kostenersoarnis entsteht. Durch den Bauunternehmer Al l e n o ö r s e r hat die Gemeinde in diesem Jahre auch verschiedene W e gebauten vornehmen lassen, die einen Kostenaufwand von mehreren tausend Mark erforderten. Es handelt sich hierbei um den Ausbau des Weges „Am Bitzen" in Länge von mehreren hundert Meter, ebenso wurde eine größere Teilstrecke des Weges „An der Tränk" ckaussiert. Die zum Wegebau erforderlichen Steine wurden in einem eigenen Bruche .der Gemeinde gewonnen. Mancherlei dringende Pläne harren im kommenden Jahre noch der Verwirklichung. So ist der Plan der Erbauung eines neuen Gemeindebackhauses in Erwägung gezogen: zwecks Erbauung einer zentraleit Wasserversorgungsanlage sollen innerhalb unserer Gemarkung Schürfungen vorgenommeit werden, ferner ist die Einrichtung einer elektrischen Heizung in der Kirche vorgesehen; außerdem sollen wieder verschiedene Wegebautcn ausgeführt werden. Die jährlichen Haupteinnahmen unserer Gemeinde begründen sich auf einen ansehnlichen Waldbesitz, auch hat sie in den letzten Jahren durch bedeutende Geländeoerkäufe in den nördlichen Gemarkungsteilen an die Gewerkschaft Gieße.reff Braunsteinbergwert erhebliche Einnahmen erzielt.


