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nur die Volksgenossen dl« Parteien irnd Be­kenntnisse in Hessen, sondern bn ganzen deutschen Vaterlande einig zusammenfinden. In dieser Hoffnung wünsche ich von Herzen ein gesegnetes neues Jahr!"

Poincars beugt sich.

Der Ministerpräsident verzichtet auf seine Demissiondabsichten.

Paris, SL. Dez. (XU:) Der M.inisterrot prüfte heute vormittag die politische Lage. Minister­präsident P o i n c o r Ö erklärte seinen Kollegen, er habe, als er sein Kabinett vom 11. November ge­bildet habe, die Absicht gehabt, eine Verlängerung der Krise zu vermeiden, um die Diskussion und die Abstimmung für den Haushaltsplan 1929 sicherzu- stellen. Heute aber, da das Budget verab­schiedet werde und die Stabilisierung auf der anderen Seite ihre Probebe st anden habe, sehe er seine Aufgabe, die er sich gestellt habe, als vollbracht an und habe daher die Absicht, seine Demission einzureichen.

In dem lebhaften Meinungsaustausch, der diesen Erklärungen des Ministerpräsidenten folgte, war sich die Mehrzahl der Minister darüber einig, daß trotz der Bedeutung der bereits erledigten Aufgaben die wichtigen internationalen Fragen und die innerooli- tischen Schwierigkeiten einerLösunaharrten, von der die Durchführung des Haushaltsplanes und die Aufrechterhaltung des Frankenkurses abhängig fei. Daher sei das Verbleiben Poincares an der Spitze des Kabinetts eine dringende Notwendigkeit, um den Erfolg zu sichern. Der Ministerpräsident beugte sich diesen Argu­menten seiner Kollegen und zog vorläufig bis zum Zusammentritt der Kammer seine Demission zurück.

Der Kabinettsrat wandte sich hierauf der Behand­lung der politischen Fragen zu, die bei dem Zu­sammentritt der Kammer am zweiten Dienstag im Januar zur Aussprache stehen werden. Er beschloß, die allgemeine politische Generalaus­sprache sofort nach Wiederzusammentritt der Kam­mer auf die Tagesordnung zu setzen. Poincars er­klärte seinen Kollegen, daß er vor der Kammer fein politisches Programm entwickeln und die Kammer ausfordern werde, dazu Stellung zu nehmen.

Oie Gazette du $ranc.

Poris, 31. Dez. (WTD.) Der angebliche Vermittler zwischen Frau Hanau von k<r Gazette du Franc und Georges Anquetil einer- feitS und dem Journal andererseits. Amard, der, wie einige Dlätt«r behaupten, in Tunis, nach anderen Versionen an der Levante geboren sein soll, ist gestern abend nach der Gegenüber­stellung mit Frau Hanau, dem Divettor des Journal, Mouthon. und dem Ghefredak'eur de Marsillac verhaftet worden. Soweit man aus den Berichtend er Zeitungen er'ehen kann, wird ihm Betrug und Hehlerei vorgeworsen. Frau Hanau behauptet, daß Amard von ihr 1 Million Frank in Empfang genom­men habe, die für daS Journal zu ver­anlassen, seine Kampagne gegen die Gazet e du Franc e i n z u st c l l e n. Der Direktor des Journals dagegen behauptet, überhaupt nichts erhalten zu haben. Er habe sich sogar, als Amard sich zum ersten Male in den Eeichästsraumen des Journal meldete, über'e^t, ob er ihn nicht kurzerhand abweisen solle. Schließ ; lich aber habe et geglaubt, ihn empfangen zu sollen, um zu sehen, waL an der ganzen Ange legenyeit sei. Amard seinerseits bestritt bei i seiner gestrigen Vernehmung, überhaupt eine Million Frank von Frau Hanau erhalten zu haben. Seine Aussagen erschienen jedoch dem Untersuchungrrichler so widerspruchsvoll, daß dieser den Eindruck gewann, Amard habe die Million Frank in die eigene Tasche ge­steckt. Unter diesen Umständen wurde er ver­haftet.

Die Lage in Afghanistan.

Amanullah bezahlt seine Truppen.

Die Ausländer in Kabul.

Peschawar, 1. 3an. (WB.) König Ama­nullah hat den Truppen in Kabul nls Zeichen seiner Anerkennung dafür, daß sie die Aufstän­dischen zurückgetrieven haben, für zwei Mo - nateLöhnungauszahlen lassen. Die Löh­nung der Leibwache des Königs ist von 14 auf 20 Rupien den Monat erhöht worden. Wegen der strengen Kälte in Kabul gilt eine neue An­sammlung der Aufständischen vor Frühlings­anfang als unwahrscheinlich, wenn nicht unmöglich. In Ialalabad ist kein Schnree gefallen und die Schinwaris sind noch immer imstande, gegenüber der Stadt das Feld zu behaupten. Mitteilungen von der britischen Gesandtschaft in Kabul treffen jetzt regelmäßig in London ein. Sie beziehen sich hauptsächlich auf die Pläne zur Räumung der Stadt durch die aus­ländischen Staatsangehörigen, die von der britischen Regierung übernommen wor­den. aber noch nicht gänzlich burchge- fuhrt ist.

Schwere Gas^aiastl-ophe in Duisburg. Bier Tote.

Duisburg, 1. Jan. (WV.) (Eine große Gas- 'otaslrophe ereignete sich heute im Hause Gärtner- lcahe 38 im Stadtteil Wanheimerort. Das Z u luhrohr derGassernleitung, durch das »as niederrheinische Industriegebiet von der Ruhr- |a9-2t.-®. mit Gas versorgt wird, ging unter dem Hause Gär tniftraße 38 zu Bruch. Durch das aus- kämenbc Gas wurde ein in dem Haufe wohnender ürbeitec mit feinen beiden Tächtern und eine bei hm zu Besuch weilende Schwägerin getötet. Mehrere andere Bewohner des Hauses liegen zur Zeit noch bewußtlos darnieder und werden von nehrcren Aerzten betreut Die Polizei hat das »urch den Unfall betroffene Hans und die wohn- läufer in der nächsten Umgebung räumen und ab- perren taffen. Die Untersuchung ist noch im Gange.

Bisher hat sich nicht einwandfrei feststellen lassen, »b das Unglück aus einen R i h der Gasleitung »der aus das Undichtwerden eines Ben- Hs zurückzuführen ist (Einige Anwohner der öärtnerstrahe hatten schon im Laufe des Tages inen leichten Gasgeruch wahrgenommen, der sich legen abend verstärkte. Sie alarmierten deshalb He Feuerwehr. Diese fand die Wohnung des Ar- »eiters weinand verfchlosten. Sie verschaffte ich (Eingang in die Wohnung und sand hier feine

IZjöhrlge Tochter Marie tot, fein ZjShriges Töchter­chen Anna und feine Schwägerin in tiefer Bewußt­losigkeit auf. Die beiden letzteren starben wenige Stunden nach ihrem Auffinden. Die Häuser Gärt- nerslrahe Kummer 38, 39 und 41 wurden ge­räumt. Ihre Bewohner waren fast ausnahmslos durch das der Leitung entströmte Gas erheblich er-

I krankt. Insgesamt sind siebzehn Personen, fünf ! Männer, vier Stauen und acht Kinder Kranken. Häusern zugeführt worden. Zurzeit ist man mit umfangreichen Ausschachtnngsarbciten be­schäftigt, um zu der schadhaften Rohrleitungsstelle zu gelangen.

SttZahresbrnchi des Repamionsageoten

Parker Gilbert betont die Notwendigkeit, eine endgültige Reparakionssumme für Deutschland festzusehen.

Berlin, 1. Jan. (WB.) Der Generalagent der Reparationszahlungen, Parker Gilbert, legte heute seinen Jahresbericht über das vierte Jahr seiner Tätigkeit vor. Der Dawesplan hat, so wird darin u. a. dargelegt, mit Bezug auf die Re­parationszahlungen und den Transfer weiter erfolg­reich gewirkt. Deutschland hat, wie in den Vorjahren, alleZahlungenloyalundpünktlicher- füllt. Das Transferkomitee hat regelmäßig und laufend, ohne Störung für l.2 deutsch? Währung, seine Uebertragungen ausführrn können. Die Sach - lieferungen haben erheblich zugenom­men, und zugleich ließ sich die Uebertragung eines wachsenden Teiles der Annuität in fremder Wahrung durchführen. Im vierten Jahre wurden Bar-Trans- fers in Höhe von rund 943 Millionen Goldmark oder 54 v. H. des gesamten Transfers vorgenommen, während die Reichsmarkü'.ertragungen, meist für Sachlieferungen, sich auf rund 796 Millionen, also etwa 46 v. H. des Gesamttransfers, beliefen.

Das Reichsbudget steht noch immer, fo führt der Reparationsagent weiter aus, unter dem Einfluß einer Tendenz 5 u Übermäßi­gen Ausgaben und Anleihen, die in dem Memorandum vom 20. Oktober 1927 er­wähnt war.

Die steigenden Ausgaben ergeben sich vornehmlich aus den durchgreifenden Erhoyungen der Beamtengehälter und -Pensionen, und aus den fortgesetzten Anforderungen des Finanzausgleichs mit den Landern und Gemeinden, die dem Reich automatisch den Hauptanteil an den wachsenden Einnahmen der Einkommens- und Körperschattssteuern entziehen. Auch die Finanzlage des Reiches steht unter dem Druck außerordentlicher Ausgaben in früheren Jah­ren, die ursprünglich durch Anleihen finanziert werden sollten, aber au einem großen Teil aus den jetzt für die laufenden Ausgaben nötigen B e« triebs Mitteln entnommen werden müssen. Das Problem des Finanzausgleiches wird immer dringender. Wenn die Rcichsregierung nach einer vierjährigen Frist die geeigneten Schritte zum Schutze ihres eigenen Budgets unternehmen würde, könnte sie hierdurch allein Hunderte von Millionen sparen, die jetzt willkürlich den Ländern und Ge­meinden übertragen würden. Die Notwendigkeit eines ausgealichenen Budgets steht nicht in Frage. Die praktische Aufgabe besteht aber darin, d i e 9t e * gierungsmahnaymen im Rahmen der Einnahmen zu halten, und es naht der Zeitpunkt heran, wo entschiedenere Maß­nahmen in dieser Richtung noiwettvlg seien. Ob und in welcher Höhe Steuererhöhungen notwendig r "b, wird von den zu treffenden internen Maßnah- n abhängen. Wie im vorigen Bericht erwähnt, ine normalerweise und im Lichte der bisherigen

Erfahrungen kein Fall eintreten, wonach das Reichsbudget nicht in der Lage wäre, feinen Normalbeitrag an Reparationen plan­mäßig zu leisten.

Die Aufgaben der Dährungsstabili- f i e r u n g, die andere Hauptaufgabe des ur­sprünglichen Sachverständigenplans, ist nach dem Bericht voll erfüllt. Die Reichsmark ge­währleistet weiterhin alle Anforderungen in bezug auf ihre Stabilität, wie zu allen Zetten seit Ausstellung des Sachoersländigenplcme». Die Goldreserven der Reichsbank sind höher als je, und während des größten Teiles des abgelaufenen Jahres ist die Reichsmark eine der stärksten Währungen der Dielt gewesen.

ES scheint, so wird weiter ausgeführt, daß die Steigung zu einer übermäßigen Expan - f l o n der Wirtschaft, wie sie sich 1927 entwickelte, jetzt eingedämmt ist, und daß die Schwankungen, wie sie bis zum Frühling 1923 beobachtet wurden, nach Ausdehnung und Zahl stark zurückgeganaen sind, Deutschlands Produk­tion und Handel, wie auch die Kreditverhält- nisse haben den Charakter einer größeren Beständigkeit angenommen als zu irgend­einer Zeit seit dem Kriege. Der Auhenhan- d e I habe sich deutlich in der Richtung auf größere Stabilität und elften Ausgleich entwickelt. Die Lieberproduktion, die übermäßige Aus­dehnung. scheint gegen Ende 1928 so e i n g e - dämmt, daß eine verhältnismäßige Stabilität erreicht werde. Das Volumen des Konsums scheint 1928 etwa auf einer beträchtlichen Höhe des Vorjahres geblieben zu fein, was der Bericht als ein eindrucksvolles Anzeichen deS ver­besserten Lebensstandards der deut­schen Bevölkerungsmassen bezeichnet. Aber so groß der Fortschritt Deutschlands während der letzten vier Jahre gewesen fei, könne nicht angenom­men werden, daß er die Zerstörungen des Krieges oder den Produktionsausfall gutgemacht hätte, den der Krieg verschuldet habe.

In feinen Schlußfolgerungen führt der Re­parationsagent aus, daß die Tatsache, daß noch immer keine endgültige Festsetzung der deutschenReparatronsverpslich- tungen bestehe, dem Plane selbst ein Ele­ment der Unsicherheit gelassen habe, daS alle an den Reparationen beteiligten Länder in Mitleidenschaft ziehe; und eS sei in wach­sendem Maße klar geworden, daß eine end­gültige Regelung des Problems, die in gegenseitigem Einvernehmen erfolgen sollte, den wahren Interessen der Gläubigermächte und Deutschland gleichermaßen dienen werde.

Das Bandenunwesen in Berlin-O.

Berlin, 31.Dez. sWTB.) lieber den bluti­gen Kampf im Osten Berlins zwischen Hamburger Zimmerleuten und Mitgliedern eines berüchtigten Vereins hat die Kriminalpolizei eine Reihe von Zeugen, namentlich aus den Rachbarhäusern, ver­nommen. Welche von den über 20 Organisationen an dem Hebers all auf die Zimmerleute beteiligt war. konnte noch nicht bestimmt festgestellt werden. Diesen Ringvereinen, die in verschiedenen Ge­genden unter dem Deckmantel von Lotterie-, Der- gnügungs- und Sportvereinen bestehen, gehören Zuhälter und Verbrecher aller Art an. Sie bilden in verschiedenen Stadtteilen vier Ringe, die aber untereinander nicht in Kartellverbindung stehen. Die Vereine haben hauptsächlich den Zweck, Mitglieder, die gefaßt werden, zu unterstützen. Die acht Mann im Smoking, die das Zun.ttokal des Vereins fremder Zimmergesellen in der Breslauer Straße betraten, bildeten ohne Zwei.el eine Deputation, man weiß aber noch nicht, von welchem Verein, ob vonImmer treu",Felsenfest" oder einem anderen. Die überfallenen Zimmerleute ha­ben sich übrigens, wie die Ermittlungen ergaben, auch nach Kräften gewehrt. Ohne Zweifel sind auch von iyren Gegnern mehrere erheblich verletzt worden. Don einem ist das bereits fest­gestellt. Ein Max Herder, der einem der be­rüchtigten Vereine angehört, wurde so schwer verwundet, daß er em Krankenhaus auf­suchte. Aus durchsichtigen Gründen blieb er aber nicht dort und konnte noch nicht er­mittelt werden. Kriminal- und Streifbeamten- schatt suchen heute weiter nach Verletzten aus den Kreisen der Vereine. Daß am Tage vorher eine Rempelei zwischen Vereinsmitgliedern und Zimmerleuten stattgefunden habe, wie von den Angreifern behauptet wird, wird von den Zimmerleuten entschieden bestritten. 3m Krankenhaus Friedrichshain liegen noch vier schwerverletzte Zimmerleute. Rach An­sicht der Aerzte besteht bei keinem dieser vier Lebensgefahr, obwohl sie zmn Teil fürchterlich durch Fuß tritt« und Messer st iche zu­gerichtet sind. Der Tod des 21jährigen Mau­rers Paul Rörbitz, der in einer kleinen Ortschaft bet Dresden beheimatet ist, ist um so tragischer, als er erst eine Stunde vor Beginn des Kampfes in Berlin von außerhalb einperroffen war und kurze Zett nach feinem Erscheinen in dem Ver­sammlungslokal unverschuldet in den Tu­mult hineingezogen wurde. Wie weiter mitgeteilt wird, sind mehrere Rädelsführer von Augenzeugen und Bewohnern der Breslauer Straße, die von ihren Fenstern dem nächtlichen Stratzenkampf zusahen, erkannt worden

Oer polizeiberichi.

Berlin, 31. Dez. (WDB.) Der Polizei­präsident teilt mit: Die Schlägerei, die In der Rächt vom Samstag zum Sonntag in bet Rähe des Schlesischen Bahnhofs stattgefunden hat. ist sofort zum Gegenstand eingehender

Untersuchungen gemacht worden. Dabet haben die Ermittlungen einwandfrei ergeben, daß es sich nicht, wie es in einem Teil der Presse bargcfteUt wird, um eine wahre Straßenschlacht, die den Verhältnissen in Chikago in nicht- nach­stehe, gehandelt hat, sondern um eine der in dieser Gegend leider häusig vor­kommenden Schlägereien, die nur da­durch ihr besonderes Ausmaß gewann, daß ein Toten zu beklagen ist. Rach den eingehen­den Ermittlungen ist zunächst zwischen sechs und acht Personen, die von einer Beerdigung kamen, und einigen Mitgliedern einer Vereini­gung von Zimmerleuten, die in dem Lokal Bres­lauer Straße 1. tagte, auf Grund älterer Strei­tigkeiten ein Zusammenstoß erfolgt, der aer sofobrt von dem herbeigerufenen Uebersall- kommando und den Beamten des zuständigen Reviers beendet wurde. Der Reviervorsteher, der selbst zur Stelle war, ließ das Lokal so­fort schließen und die umliegenden Straßen durch mehrere Doppelstrcifen noch eine Zeit- lang beobachten. Erst geraume Zeit später, nach­dem die verschiedenen Doppelstreifen, da alles ruhig blieb, wieder eingezogen waren, kam es vor dem geschlossenen Lokal zu einem neuen Zusammenstoß. Die Gegner der Zimmer­leute, die sich in einem andern Lokal aufhielten, hatten inzwischen Verstärkungen herbcige- vufen und fielen nun erneut über einige Zimmer­leute her, die von dem Vorhergegangenen nichts wußten und Einlaß in das geschlossen Lokal begehrten. ES entspann sich ein Handge­menge, bei dem etwa ackt bis zehn Schüsse abgegeben wurden. Das sofort alarmierte lieber» falllommando trennte aber auch hier bereits nach wenigen Minuten die ftreitenben Parteien und säuberte die umliegenden Straßen, die sich immer wieder mit Reugierigen füllten. Rach diesem Er­gebnis der Ermittlungen handelt es sich also bei den bedauerlichen Vorkommnissen nicht um einen Vorfall, derin der Kriminalgeschichte noch nicht dagewesen" ist, sondern, wie schon bemerkt, um eine der Schlägereien, die leider in der Ge­gend des Schlesischen Bahnhofs nicht selten sind, wenn auch diesmal eine größere Zahl von Personen daran beteiligt war. Die Kriminalpolizei tennt bereits die Ramen eines Teils der Beteiligten, mit deren Festnahme bal­digst zu rechnen ist.

Regierungsknsis in Südslawien.

Belgrad, 1. 3ait (Priv.-Tel.) Die Bel­grader Regierung Korosetzsch hat ihre D e m i s - fi o n genommen. Damit ist eine der wesent­lichsten Bedingungen der Kroaten für die Einleitung innerpolittscher Friedensverhandlun- gen erfüllt worden. Dennoch hängt jetzt alles davon ab, wie der Rachfolaer des zurück- getretenen Ministerpräsidenten die Regieruirgs- bildung anpackt und welche Marschroute ihm vom König Alexander gegeben wird. Kommt es zu keinem Einvernehmen, bleiben also die Kroaten

weiterhin im Schmollwinkel, bann müssen daraus dem jugoslawischen Staat konsequent innen- wie außenpolitisch ernste Schädigungen erwachsen. Ramenllich auf außenpolitischem Gebiete kann man schon jetzt beobachten, daß der südslawische Bruderstreit Südsiawien selbst in eine Iso­lierung hineingetrieben hat, über die man sich in Belgrad durchaus nicht im Unklaren ist.

Aus aller Wett.

Professor von Kries gestorben.

Im Alter von 76 Jahren ist der emeritierte or­dentliche Professor der Physiologie an der Universität Freiburg, Geh. Rai Dr. Johann von Kries, Ritter des Ordens Pour le mörite für Wissenschaft und Kunst und mehrfacher Ehrendoktor, gestorben. Der Heimgegangene war einer der bedeutendsten Physiologen Europas. Seine Schriften haben Weltruf.

Professcr Reincke-Vloch f.

Der Professor der Geschichte an der Univer­sität Breslau. Dr. Hermann Reineke-Blochs ist an den Folgen einer Lungenentzündung im Alter von 61 Jahren gestorben. Reincke-Bloch, der früher in Rostock lehrt«, war im 3ahve 1320 I zunächst Ministerpräsident und dann Kultus- > Minister in Mecklenburg-Schwerin.

Tod in den Bergen.

Beim Aufstieg zum Peischellopf unweit von I Gt.Christoph am Vorarlberg ist bet Ingenieur Hermann Dölcker au8 Plauen im Vogtland tödlich verunglückt. Er war mit seinem Bruder, dem bekannten Hallenser Chirurgen Pro­fessor Dr. Dölcker, und drei anderen Herren m i t einem (abgetretenen Schneebreti ab- gexutscht und verschüttet worden. Wäh­rend die anderen Mitglieder der Gruppe sich ohne weiteres aus der wieder zum Stehen ge- fommenen Schncemasse befreien tonn.en, war bei Ingenieur Dölcker, als ihn seine Gefährten nach kaum fünf Minuten aus dem Schnee befreiten, bereits der Tod eingetreten

Beim Döllerschießen tödlich verunglückt.

Das Reujahrsschiehen hat in Hornbery im Schwarzwald ein Menschenleben gefordert. (Einem 23 Jahre alten Mechaniker, der in den städtischen Anlagen zwei von ihm selbst verfertigte Doller zur Entzündung bringen wollte, wu:h- durch die Explosion deS einen Böllers der Unterleib aufgetiff en, so daß der Tod nach kurzer Zeit eintrat.

Rücksichtsloser Autofahrer.

Auf der Wanheimer S'raße bei Duisburg fuhr ein Kraftwagen in voll?c Fahrt in eine Gruppe von einer S i lv e st e r f e re r heimkehrender Personen, denen es nicht möglich war, auszuweichen. Der Kran­führer Buchenheim wurde überfahren und auf der Stelle getötet. 1 während eine andere Person verletzt wurde. Ohne sich um die Opfer zu kümmern, fuhr der Fahrer mit ab- geblendeten Lichtern schleunigst davon.

Raubmord In der Silvesternacht.

In der Silvesternacht wurde die Zigarrenhand' ter in Witwe Marie Henke in ihrer in der Bött- cherstraße in Lübeck gelegenen Wohnung auf dem Fußboden mit einem Knebel im Munde von ihrem Sohne tot aufgefunden. Die Wohnungstür war mit einem Dietrich geöffnet. Es liegt Raubmord vor. Dem Täter bürjten etwa 30 Mark Bargeld und einige Zigarettenpackungen in die Hände gefallen fein.

Die Wetterlage.

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Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet, daS sich von den brttischen Inseln biS nach Skandinavien erstreckt, läßt es in Verbindung mit dem südlichen Lief zur toeö- terxm Zufuhr kalter Rordostluft kommen. Während des gestrigen Tages lagen di« Temperaturen durchweg unter dem Gefrierpunkt und das Mini­mum lag in der vergangenen Dacht noct) um «inen Grad Eelfius tiefer als In der vorletzten. Da wir zunächst noch im Kaltluftbereich ver­bleiben, so halten sich die Temperaturwerte wetrerhin unter Rull. Auch der WitterungS- charakter dürfte sich wenig ändern, so daß ferner­hin vereinzelte Schneeschauer nicht ausgeschlossen sind.

Wettervoraussage für Donnerstag: Wolkiges, auch stellenweise aufheiterndes Wetter, Temperaturen unter Null. Keine oder nur verein zelte Schneeschauer.

Witterungsausfichten für Freitag: Wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 1. Januar- mittags0,8 Grad Celsius, abends 0,9 Grad Celsius; am 2. Januar: morgens1,6 Grad Celsius. Marimum 0,5 Grad Celsius; Minimum 2 Grad Celsius. Erdtemperaturen am 1. Januar: abends 0,7 Grad Celsius; am 2. Januar: mordens 0,3 Grad Celstu».