Ausgabe 
1.11.1929
 
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Zreitag, 1. NovembeN929

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

zlr. 1.1 Zweites Blatt

s. wire, die Handlanger der Diplomatie

Englands hervorragender TlachrichLen

W e die Gehe.mdienfte arbeiten.

Berück-

der

schien, das Rüstungsabkommen zur Dee zu un­terzeichnen.

Gänge mit Wildbret versorgt sind: zum Beispiel eine Rebhuhnpastete und einen gebratenen Reh- rücken. AlS Zwischengericht ist vrelleicht auch ein kräftig gewürztes Gulasch üblich. Die Stelle des Wildbratens vertritt oft ein in Rotwein ge äinps- tes Hirschwildbret. Dazu gibt man Makkaroni oder gebackene Kartoffelkroketts. Als Salat ist Kraut- und Endiviensalat beliebt, von Kompott Preiselbeeren und Apfelmus. Süß eingekochte Früchte, zum Beispiel Mirabellen, Erdbeeren, reicht man nicht. Für den Rachtisch sind Käse­stangen beliebt. Gibt es Eis, so serviert man kein Frucht- oder Vanille-, sondern Kaffee- oder Kakaoeis. Don Torten zieht man Haselnutz- oder Schwarzbrottorte, auch Baumkuchen oder Daum­torte den gefüllten Eremetorten vor.

Gibt es anstatt des Gefrorenen eine sütze Speise und keine Torte, so ist Schwarzbrot-Pud­ding mit Weinschaumsohe passend. Die Getränke sind natürlich denen anderer Gasttafeln gleich, aber den Schmuck pflegt man durch Kletten. Disteln, Tannengrün, Ginster, buntes Laub und Ebereschenbeerenjagdlich" zu halten, ohne Blumen.

Oberhessen.

Keine Beihi fe zum Bahnhofsumbau in Großen-Lindrn.

~ Hoche lheim, 3D. Oft. Der hiesige Ge­meinderat hat den Antrag der Reichsbahn- dirck.ion Frank, url/Main auf Gewährung eines Zuschusses «für den Bau einer Unter- führung auf dem Bahnhof in Gro- tzen-Linden abgelehnt, da er einstim­mig der Ansicht ist, datz die Reichsbahn allein zur Beseitigung des von ihr selbst anerkannten Gesahrenzustandes verpflichtet ist, zumal sie auch die Verantworlung sür etwa vor­kommende Anfälle beim Uebcrschreilen der Gleise, oder der für unzweckmäßig gehaltenen Personen - e b e r südrung zu tragen hat.

Der Gemeinderat von Hornsheim lehnte

apparai. - polnische Sp onageabwehr. Ein französischer Tr ck. - Faszistrsches und bolschewistisches Spihelwesen.

Don Ferdinand Luck.

Zwei wichtige Faktoren erschweren jetzt, ver­glichen mit der Zeit vor dem Krieg, eine Kon­trolle der internationalen Spionage: die zu­nehmende Ausbreitung des Faszis- m u s und die feste Organisation der Kom­munistischen Internationale.

nach allem Weismannsbrauch demjenigen, der das Wild kunstgerechtaufbricht" und ausweidet, also dem Jäger oder dem Iagdgehilfen. Deshalb wird zum Beispiel Rehleder und Rehgehirn sehr selten im Wildhandel und im Kleinverkauf ge­funden.

Erst neuerdings hat man in der modernen Küche sich auch Der Rehschnihel, der Koteletten und Steaks bedient und damit der Wildbretküche wieder zu größerer Vielseitigkeit verholfen, einer Vielseitigkeit, die ihr als ursprünglich eigen, im Lause der letzten anderthalb Jahrhunderte ab­handen gekommen war. UnD es gibt noch heute zahlreiche, an der alten Art festhaltende Haus­frauen, die da erklären, datz es dochzu schade" sei, die schöne Keule, den schönen Rücken zu zer­kleinern.

Jedenfalls sei darauf hingewiesen, datz ge­bratene oder geschmorte Rehsteaks eine der köst­lichsten Beilagen zu grünem Bohnengemüse sind, Hie es gibt. Die ehemalige Vielseitigkeit der Wildbretgerichte lätzt sich unschwer aus alten gedruckten, noch besser aus geschriebenen Koch­büchern der Urahnen seststellen. So fand ich in dem geschriebenen Rezeptbuch der alten Forst- meisterin nicht weniger als fünfunddreitzig Hasen­rezepte, von denen das eigenartigste derHake im Schneehause" war. Nachdem der Hase gehäutet und gespickt ist, wird er in gut verdeckter Kasse­rolle mit Wasser, Salz, Gewürz und Lorbeerblatt in kurzer Brühe ä la baise weich gedämpft. Dann nimmt man ihn heraus, legt ihn in die Bratpfanne, macht von 16 bis 20 Eiweitzen einen festen Schnee, überzieht den Hasen mit einem Lössel recht rund und etwas erhaben damit, schiebt die Pfanne in den Ofen und läßt den Ueberzug, wie Baisers, weitz und gar backen. Beim Anrichten macht man oben eine Oeffnung, gibt eine gute Fleischsotze hinein und richtet den Hasen im Schneehause" auf einer Schüssel an, deren Rand man nach Gefallen mit Kotelettchen umlegt.

Abgesehen von der Fülle der Eiweiße, die die heutige Haus,'rau wohl nicht gern für das Echneehaus" spendieren würde, glaube ich nicht, daß man heute Lust verspürt, den Hasen aus diese Art anzurichten. ckleberhaupt Hasen! Deren Zerlegen schon oft mit Sc Widrigkeiten verknüpft ist: denn bekanntlich darf das Tranchieren des

Hochschulnachrichten.

Der Würzburger Privatdozent Eduard von Jan, Dr. phil. et med. dent., hat den Rus auf den Lehrstuhl der romanischen Philologie an der Universität Greifswald als Rach­folger von E. Lommatzsch angenommen. Dr. v. Jan, gebürtig aus Stratzburg i. Els., hat neben seiner Praxis als Zahnarzt literarwissenschast- liche Studien getrieben und promovierte 1922 in Würzburg zum Dr. phil., nachdem er früher ebenda den Dr. med. dent. erworben hatte. Seine Lehrer waren die Philologen W. Küchler und QL Franz. Dr. v. 3an habilitierte sich 1927 in Würzburg für das Fach der romanischen und vergleichenden Literarturwissenschaft mit einer SchriftDas literarische Bild der 3eanne d'Arc (14291926). - Professor Dr.-3ng_ Georg Madelung von der Berliner Technischen Hochschule hat den Ruf auf den Lehrstuhl für Luftfahrt an der Technischen Hochschule in Stuttgart angenommen. Der Tübinger Strafrechts- und -Prozetzlehrer Dr. Carl August $>e g le r hat die Berufung an die älniversität Freiburg i. D. abgelehnt.

Vom Wildbret und vom Iagdschmaus.

Don M. v. Siubbendors.

' Rachdruck verboten.

Bei der Vorliebe unserer Vorfahren für die 3ag j können wir getrost annehmen, datz der Genuß und die Kenntnis der Zubereitung alles Wiluvrets eine Der ersten Kochfertigkeiten der deutschen Frauen war. Jedenfalls aber nicht ihre Erfindung! Denn Der Säger war es, Der zuerst auf den Gedanken kam, Das Wildbret über Feuer zu rösten. Dazu steckte er es, nachdem das Wild ausgeweidet und ein passendes Stück zurecht - gehauen war, einfach auf feinen 3agdspietz, Den er langsam über Dem Feuer Drehte, Damit Das Fleisch von allen Seiten gar wurde. 3n Dem Spie tz braten hätten wir also Die allererste Kochkunst zu begrüßen; das Kochen steht schon auf höherer Kulturstufe, 'Denn dazu gehört ein Gefäß. Man konnte erst kochen, nachdem Die Ur­anfänge der Töpferei erfunden waren. Erst wurde jedenfalls das Rösten des Wildbrets am Iagd- fpieh gleich im Freien Dor genommen; Da aber oft Die reiche Ausbeute Der 3agD Die Möglichkeit ausschloß, sofort alles WilDbret zu vertilgen, so nahm man Die Vorräte mit heim, hob sie auf und röstete sie über Dem HerDfeuer. Roch heute, nach so vielen hunDert Jahren, ist für WilDbret vielfach Das Bratenam Spietz" üblich, zum Beispiel in Küchen großer länDlicher Haushal­tungen. Mit der Zeit, die so große Umwälzungen und Erleichterungen auch für die Kochkunst ge­bracht hat, fortschreitend, ist natürlich Der heutige Spietzbratosen eine Anlage, hiermit jenem ur­altenSpießbraten nur Die Tatsache gemein hat, daß das Fleisch an einem Spieß steckt und nicht in Der Pfanne liegt.

3m Mittelalter tourDe alles Haarwild im Ganzen gebraten, das heißt Rücken oder Ziemer, Keule um) Blatt. Soviel verschiedene Vorsa)ricken auch unsere Großmütter und Urahnen für die Bereitung des Wildbrets hatten, sie galten Den guten Teilen" nurim ganzen". Einzig Das sogenanntekleine Fleisch von Hals, Rippen, Lappen usw. tourDe zerhauen und als Ragout zu­bereitet. DasInnere des Wildbrets gehört

Landkreis Gietzcn.

X Klein-Linden, 31. Oft. Am vorigen So. .nag fajiJ im Turnerhrim e .n Vcr.amrn- lung des hiesigen Kriegervereins statt. Der erste Vorsitzende. Kaufmann Fr. Schim­mel, berichtete eingehend über den vor kurzem in Gießen ftatij-ejabten Bezirkstag. Der Verein beabsichtigt, im Jahre 1931 die Frier seines 50jährigen Bestehens zu begehen und hat sich aus diesem Anlaß auf den Bezirkstag um das Dezirkslrieger'est im gleichen Jahre beworben. Im Winter will der Verein einen Unterha'.tungs- abend mit Konzert ve.a.stabten. wobei Die Ka­pelle DeZ 1. Datl. Ins.-Rgt. 15 Gießen mit- wirlen wird. Der Reinertrag ist zur Unter­stützung hilfsbedürftiger Kr'ezer und Krieger- Hinterbliebenen bestimmt. Als Zeitpunkt wurde Der 1. Februar 1930 feftg-.Iegt. Zur Ehrung der im Weitkrieg Gefallenen wurde beschlossen, mit Don hiesige r übrigen Vereinen eine gemeinsame Srauerfe e u veranstalten. Ob die'e am Toten­sonntag. c. :r am allgeire'nen Volkstrauertag stattfinden wird, soll ein gemeinsamer Beschluß i er in Betra ht kommenden Vereinsvorstände er­geben. Eingehend berichtete Der Vorsitzende über Den Stand Der Arbeiten zur Errichtung eines Krieger eilmals, da begreistlickerweise in Der Ge- meinde große Unzufriedenheit herrsche und die verschick e'.sten Gerüchte in Umlauf seien. Von Der Dürgevire sterei sei ihm die bestimmte Mit­teilung gemacht, Daß z. Z. zwei Projekte in Ar­beit feie t. und zwar eins für den alten und ein *to:i e3 für den neuen Friedhof. Die bereits gckamme.ter Golder sind bei der hiesigen Spar­ta ie verzinslich am e egt, die Verwendung für andere Zweie ist.lig ausgeschlossen.

Tie zah'reichen Spionagesälle der letz­ten Zei., .e sonlers das Verschwinden von Dolumcn.en und Chi fresch üf e n, lenken Die allgemeine Aufmerksamkeit auf die po­litischen Geheimdienste, Die hier von einem Herr orragenden Kenner der Verhältnisse in ihrer Arbeitsweise beschrieben werden. Die Ansicht, daß die diplomatischen Vertre­tungen fremder Staaten gleichzeitig Spionage- zentralen find, ist heute überholt. In den ersten Jahren nach dem Krieg war das freilich anders. Tie Gesandtschaften der Ententemächte wurden von Agenten überlaufen; hauptsächlich boten russische Emigranten ihre Dienste den Rach- ridyenftel.en der Siegerstaa cn an. Dieses Uele - angebot an Informatoren hörte aber auf, als die Mark stabilisiert war und Dollars und Psund- noten ihre Zauberkraft auf die catilinarischen Existenzen der Spitzeldienste ver o?en. Mit der Auflösung dr Interalliierten Kon­trollkommission schwand auch der letzte Rest des sremdsändischen Spitzelwc ens, das nur allzu bereit war. für etliche Silberlinge alles zu verkaufen und zu verraten. In die Dienst­räume der ausländischen QHif, tonen kehrte die Ruhe der Vorkriegszeit zurück. Auch ein früher allgemein gültiger Grundsatz der Diplomatie kam wieder $ur Geltung: auf dem er territorialen Boden einer diploma.ischen Mission keine Rach- richtenagenten zu empfangen. Dieser Grundsatz wird von Der Diplomatie aller Länder schon des­halb befolgt, weil in allen Staaten die diplo­matischen Misfionen von Geheimpolizisten über­wacht und verdächtige Personen so lange ver­folgt werden, bis ihre Personalien festgestellt sind. Meist empsängt der ausländische Diplomat seine Informatoren auf dem neutralen Boden einer Gaststätte oder in den Mietsräumen einer harmlos wirkenden Handelsagentur. Fast ' bei allen S.aalen bestehen übrigens zwei voneinander völlig getrennte Rachrichtenapparate: Der mili­tärische und der diplomatische Spionagedienst. Die ins Ausland abkommandierten General­stabsoffiziere, die in ziviler Verkleidung von Geschäftsreisenden auftreten, meiden während ihrer Auslandmission nach Mögli feit jede Be­ziehung zur diplo natischen Vertretung ihres Lan­des und senden ihre Berichte nur auf Schleich­wegen an die vorgesetzte Rachrichten,zentrale.

Die älteste Tradition in der Organisation der ausländischen Spionagedienste hat wohl das Britische Reich aufzuweisen, dessen welt­bekannter Rachrichtenapparat, der3 ntelli - gence <5 e r t> i ce", vielen Staaten als Vorbild dient. Die jahrhundertelange Erfahrung auf allen Kontinenten, die der englische Rachrichten- dienst auszuweisen hat, sichert ihm bei jeder neuen Ausgabe vor allen Konkurrenten einen Vorsprung. Dor allem ist beim englischen Ge­heimdienst eine der wichtigsten Voraussetzun­gen der Spionage erfüllt: die Londoner Zentrale verfügt über einen Millionenfonds, der von keinem Sparkommifsar kontrolliert wird. Von größter Bedeutung für die erfolgreiche Spionage desIntelligence Service" ist es ferner, Daß er auf lange Sicht arbeitet. Als Beispiel mag Die Tatsache angeführt sein, Daß auf Veranlas­sung desIntelligence Service" bereits vor dreißig Jahren das Foreign Office ein Referat für ukrainische Angelegenheiten einrich eie; schon damals bereisten britische C.nis äre Die Gegend des Dnjepr und Don und studierten an Ort und Stelle die geheimen Verschwörungen der ukrai- nische!» In etl.genz gegen Den Karibischen Ab olu- tismus! Ein Dritter Akiivpo.cen des englischen Gcheimdienstcs ist der gesicherte Rachwuchs bei der Besetzung wichtiger Ausl and s: o ton. Der Sohn eines nach ileberfee ausgewan erlcn englischen Kaufmanns ist schon von Kindheit an mit der Sprache,' den Sitten und Gebräuchen seiner zwei-

Y Mainzlar, 31. Oft. Durch Reueindeckung wurde die Provinzial st raße Mainz­lar-Treis a. D. Lda. in den letzten Wochen in einen sehr guten Zustand gebracht. Die Straße wurde ferner am Ortsausgang nach Treis zu beträchtlich erweitert, da die Fahrbahn an dieser Stelle für den Verkehr besonders be­engt war. Durch eine nachfolgende Teerung innerhalb des Ortes hofft man Die Lebensdauer der neuen Decke wesentlich zu verlängern.

> Daubringen, 1. Rov. Frau Helene Michel von hier, die Witwe des vor 22 Jahren bereits verstorbenen Streckenarbeiters Wilhelm Michel, feiert morgen ihren 8 0. Geburtstag. In ihrem biblischen QIl.ec erfreute sie sich immer guter Gesundheit, bis sie sich im vorigen Früh­jahr einer ernsten Operation un.erzielxen mußte. Frau Michel ist Mutter von 13 Kindern. Acht Kinder sind gestorben. Von den übrigen können 22 Enkel und neun Urenkel als Gratulanten erscheinen.

s. Hungen, 31. Oft. Die Preise für fette Schweine haben auch in den letzten Tagen noch angezogen. Rachdem längere Zeit 85 Pf. für das Pfund Lebendgewicht bezahlt worden find, bieten die hiesigen Metzger jetzt auf den umliegenden Ortschaften bis 90 Pf. Trotzdem ist es fast unmöglich, Schlachtschweine zu bekommen.

s. U t p h e, 31. Oft. Ein A r b e i t s j u b i l ä u m begeht am 1. Rovember der Schichtsührer Karl Eichenauer von hier, der an diesem -läge auf eine sünfundzwanzigjährige Beschäftigung bei der Gewerkschaft j r i e D r i d)" in Trais-Hor­loff zurückblicken kann. Auch fein Sohn ist in Dem gleichen Betriebe tätig.

1 Langd, 31. Ott. Immer häufiger machen sich in Den Waldungen unserer Gegend Hirsche bemerkbar, die aus Den angrenzenden großen Vogelsbergwaldungen herücerwechseln. Schon mehrmals wurden in letzter Zeit Tiere zur Strecke gebracht. So gelang es Die er Tage wieder dem»3agdpächter R. Gall von hier, ein länge­res geweihtes Sier zu erlegen.

Kreis Friedberg.

0 Gambach, 30. DEL Für die kommende G e - meinderatswahl wurden hier vier L i ft e n ausgestellt, und zwar eine Liste des Landbundcs, eine des Handwerks und der Gewerbetreibenden, eine der Mittelstandspartei und eine Der Sozial­demokratischen Partei. Vorgeschlagen auf der Landbundliste find die Landwirte Wilhelm Reuhk, Karl Klein 1., Heinrich Langsdorf, Wilhelm Düringer, Eberhard Rumpf III., Wilhelm Wächter und Konrad Grieb II. Von der Liste des Hand­werks und der Gewerbetreibenden werden in Vorschlag gebracht: Eisenbahnsekretär Jakob Buß, Fleischbeschauer Eberhard Alt, Schrei­nermeister Wilhelm Hofmann, Maurermeister Hch. Petri, Wilhelm Bröder, Wilhelm Grieb, Heinrich Klein und Karl Schmidt. Von der M it t e l st a n d s- partei sind aufgestellt Landwirt Wilhelm Alt, Louis Friedrich Grieb, Jakob Wächter, Weißbinder­meister Wilhelm Mohr III., Weißbindermeister Heinrich Dem II. und Karl Henrich. Die Sozial­demokratische Partei hat als Kandidaten aufgestellt: Maurer Dito Böck, Maurer Jakob Ratz, Lagerhalter Wilhelm Müller, Maurer Heinrich Mohr IX., Maurer Georg Karber, Schlosier Jakob Bergt. Auch in unserem Dorfe wurden durch die Schulkinder für die Küche der Gießener S tu d e n te n h i 1 f e Kartoffeln gesam- melt. Es waren etwa 20 Zentner, die von dem Auto Der Studentenhilfe abgeholt werden konnten.

Kreis Büdingen.

rL Büdingen, 31. Olt. Unsere Kreis- L i ch t b i l D st e 11e, Die unter Leitung von Lehrer S ch n i e r l e in Bleichenbach steht, macht im nächsten Monat bereits ihre 14. Vorfüh­rungsreise Durch den Krtfs. Sie brt t dies­mal auch Den Erwachsenen wieder Gcl genhcit, sich an guten Filmen zu bilden und zu belehren. Es ist Der BilDstelle gelungen, Den Großfilm Der Hamburg-Amerika-LinieDas Wunderland Amerika zur Vorführung an den bekannten Spielarten zu bekommen. Außerdem wird sie sür die Kleinen besonders (Doch auch für Die Großen!) einen neuen MärchenfilmDie Sterntal r" brin­gen. Die Bildstelle ist eine ganz auf Selbst-

ten Heimat so vertraut, daß er wie kaum ein anderer a le Eigenschaften besitzt, seinem Vater­land ausgezeichnete Späherdienste zu leisten.

Olbgesehen von gewissen Eigenheiten des eng­lischen Geheimdienstes, Die nicht nachzuahmen sind, ist sich Die Spionage in allen LänDern ähnlich; sie arbeitet überall, in Der Hauptsache mit Der Bestechung von subalternen Angestell­ten. Rur in einem Punkie benützt Der Spionage­dienst nicht in allen Staaten Dieselben Metho- den: bei der Technik Des Des ins armie­re ns. Dafür ein Beispiel. Als sich in Polen nach Dem polnisch-rusickchen Krieg die Spio- nagefätle bolschewistischer Agenten Derart häuf­ten, daß alle Abwehrmaßnahmen versagten, glie­derte man dem polnischen Generalstab ein be­sonderes Bureau an, das Geheimdokumcn e mi­litärischen Inhalts herstellte, und den aus­ländischen Agenten in die Hände spielte. Damit wurde ein doppelter Zweck erreicht: erstens wurde mit einem Griff ein Dutzend Spione unschädlich gemacht, und zwei­tens war Die auswärtige Macht falsch informiert. Ein Hauptlontingent des polnischen Spionage­dienstes stellen auch heute noch die russischen Emi­granten, die sich in Danzig konzentrieren und von Dort aus ihre Späherfahrten unternehmen.

Mit welchen Mitteln Der internationale Spio­nagedienst arbeitet, beweist u. a. ein Vorgang, bei Dem polnische Diplomaten die Leidtragenden waren. Anläßlich einer in emotionalen Konserenz auf Schweizer Toden hatte eine Großmacht ein lebhaftes Interesse daran, zu wissen, wie sich die polnischen Delegierten zu bestimmten Konferenz, ragen verhalten werden. Deshalb wurde der polnischen Delegation in Dem Hotel, in dem sie abgelegen war, ein Kell­ner zugeteilt, der sich als Angehöriger eines Dalkanstaatcs ausgab, tatsächlich aber Pole war, ungehindert die Tischgespräche der polnischen De­legierten belauschte und später darüber berich­ten konnte. Internationale Konferenzen bieten den Spionen heute ein viel besseres Betätigungs­feld als die mit Alarmglocken versehenen Ge- sandtschasts- ober Konfula'sgebäude, aus Denen Geheimdokumente oder Amtsstempel nur mit Hilfe bestochener Angestellter entwendet wer­den können. Don der noch vor einigen Jahren sehr beliebten Methode, in Konferenzzimmern Mikrophone anzubringen und die geheimen Gespräche abzulauschen, ist Der international ge­schulte Spion abgekommen, da es jetzt üblich ist, Konferenzzimmer in Hotels vor ihrer Benutzung aufs sorgfältigste auf Mrkrophonapparate zu un­tersuchen und die Wände abzuklopfen.

Es gibt aber auch Fälle vermeintlicher Spio­nage, die von einer Regierung aus politischen Gründen inszeniert werden. 2n Paris wur­den vor Jahresfrist englisch-französische° stungsverhandlungen geheim geführt, über deren Gang ein amerikanisches Blatt Dokumente ver­öffentlichte, D-ie nur aus Den Archiven des französischen Außenministeriums stammen konn­ten. Der amerikanische Journalist, der Die Ver­öffentlichung veranlaßt halte, mußte Paris flucht­artig verlassen, und offiziell leitete das franzö­sische Außenministerium ein Disziplinär erfahren gegen ungetreue Beamte ein. Doch erfuhr die Oefientfiel)Feit vom Ausgang dieses Prozesses nichts. Tatsächlich hat sich aber der angebliche Sp.o..agcfa.l im sranzö.ifchen Außenmini, erium, wie erit nachträglich bekannt geworden ist, in der Weise abgespielt, daß mit Wissen der ministeriellen Leitung Dem amerikani­schen Journalisten Die Abschrift eines Doku­mentes in die Hände gespielt wurde, um durch eine Teröf,entlichung in der amerikani­schen Presse einen Druck auf das englische Außenministerium auszuüben, Das nicht geneigt

Wildbrets nicht zu lange Zeit dauern. Eigentlich muß Witfbret sofort serviert werden, sobald es aus Dem Ofen kommt. Die Tatsache, daß eben Wildbret viel schneller auskühlt als anderes Fleisch, wird oft nicht genügend beachtet. Es Darf auch nicht warm gestellt werden, weil es dabei Die Hälfte sei es seinen Gfchmacks einbüßt.

Die Soßen zu Wilobret werden fast stets mit saurer oder aber seltener mit süßer Sahne verkocht. Von anderen Zutaten wird meist ab­gesehen Aud) das Anrichten geschiehtnaturell, ebenfalls im Gegensatz zu unseren Ahnen, die Den Wildbraten, besonders auch Das Wildschwein, mit Zitronenscheiben und Rosmarinzweiglein ver­zierten.

Wenn die Hausfrauen in alter Zeit Wildbret schmorten, so gaben sie häufig Mandeln und Rosinen Daran; besonders üblich war diese Art im QtorDen Deutschlands, auch in der Hamburger Gegend. Was nun den Iagdschmaus anbetrifft, Der nach beendeter Jagd, ost erst gegen Abend, Die Weidmänner erquicken soll, fo kommen auch Dafür gewisse feine UnterfdjieDe gegen anDerc Diners oderFestessen" in Frage. Manche Hausfrauen in Der Stadt, Die nicht Gelegenheit hatten, sich Damit zu beschäftigen, haben keine Ahnung, was ein Iagdschmaus bedeutet und daß das Menu dazu nicht beliebig wie ein anderes zufammengestellt »werden darf, sondern anderen Gesichtspunkten angepaßt werden muß. Auch dasHerkommen" spielt seine Rolle Dabei, jenes alte, merkwürdigeHerkommen", das oft spöttisch belächelt wird und doch einige Bedeutung hat. Welche große Rolle Die 3agD und Die Bewirtung Der 3agdgenossen sowohl in Der feinen als in der einfachen Küche spielt, sieht man deutlich Daran, Daß eine Anzahl Speisen diese Bezeich­nung führt. Wir haben: 3ägersuppen, 3äger» kost, 3ägersleisch, 3ägcrfloße, sogar3äger-Cis- bombe. Alle 3agdgerichte haben nicht nur Ver­bindung mit Der Bedeutung des Tages, sondern sie nehmen Rücksicht auf Den, durch den Aufent­halt im Freien und der Anstrengung geschärften Appetit Der Teilnehmer.

Wan gibt zum Beispiel niemalsklare Brühe zum Beginn des 3agdessens, sondern eine grüne Erbsensuppe, an deren Stelle im Rotfall eine von gelben Erbsen treten kann. Wildhühnersuppe wird meist vermieden, weil ohnehin ein oder zwei

sichtigt man bei beiden Faktoren, daß es sich um zwei Organisationen internationalen Charak­ters handelt, deren Anhängerschaft straffer Disziplin unterworfen ist, so ergibt sich, Daß sowohl Faszisten wie Kommunisten in allen Staaten wertvolle Späherdienste für ihre Dik­tatoren in Rom und in Moskau leisten können. Roch einen anderen cklnlerschied kann man ün 'Vergleich zu früheren Zeiten seststellen: die kon­struierten Spionagefälle. Wird ein Agent einer fremden Macht der versuchten oder vollendeten Spionage überführt, dann versucht derjenige Staat, zu dessen Gunsten der abgefaßte Agent spioniert hat, einen Kompensationen l zu arran­gieren, um seinen Agenten freijubetommen. Cs sei nur an Den Fall des bolschewistischen Agen­ten Slobjewski vor Dem Reichsgericht erinnert, Der Der Strafverbüßung Dadurch entging, Daß Die Sowjetregierung zwei Deutsche Der Spio­nage verdächtigte und ihre Freifassung nur im Auslausch gegen ihren in Leipzig verurteilten Agenten bewilligte.

den 3ufd)ußantrag der Reichsbahn mit gleichen Begründung a b.

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