Oppenrod I — Odenhausen I 8:1.
Odenhausen war am Sonntag in Oppenrod zu Gast. Dem Unparteiischen stellten sich die Gäste mit nur neun Mann, während die Einheimischen mit Ersatz antraten. Nach Anstoß ging Oppenrod gleich in Führung, dem die Gäste bald den Ausgleich entgegensetzen konnten. Dann erzielte Oppenrod in gleichmäßigen Abständen noch sieben Tore.
Hm den Sordon-Sennett-Preis der Lüste.
St. Louis, 30. Sept. (WB.) Von den neu n am Samstag gestarteten Freiballons, die am diesjährigen Wettfliegen um den Gordon- Ben nett - Preis der Lüfte teilnehmen, wurden bis Sonntagabend sieben als gelandet gemeldet. Ein Bravourstück leistete der viermalige Gordon- Bcnnett-Sieger D e m u y t e mit dem belgischen Freiballon, der um 2 Uhr nachmittags etwa 200 Meilen östlich von St. Louis in einer Baumkrone hängend gesichtet wurde, jedoch nach Abwurf des Funkapparates und des sonstigen Ballastes wci- terflog. Der argentinische Ballon, der von Bradley geführt wurde, stürzte 15 Meilen südlich von Terre Haute (Indiana) in der Nähe einer Form ab. Der Ballon wurde gegen einen Baum geschleudert und zerstört, der Pilot kam mit einem Beinbruch davon. Der deutsche Freiballon „Stadt Essen" mit L e i m k u g e l und F r ö b e l an Bord landete schon am Sonntagmorgen nach einer Meldung aus Danville (Illinois) in der Nähe von Catlin nach Zurücklegung einer Strecke I von 200 Meilen. Da sich die Windrichtung geändert hatte und der Ballon in Richtung St. Louis zurück- |
getrieben wurde, entschlossen sich die Führer, auf offenem Felde zu landen. Noch eine Stunde früher, um 8 Uhr morgens, wurde der zweite deutsche Ballon „Barmen" (Kaulen und Dahl) in der Nähe von Melvin (Illinois) zur Landung gezwungen. Der dänische Ballon „D a n m a r k" landete gestern nachmittag in der Nähe von Bedford im Staate Indian und hat 204 englische Meilen zurückgelegt. Der deutsche Ballon „Barme n" hat 175 Meilen zurückgelegt. Der französisch eBal- l o n „L a f a y e t t e" ist bei Stinesoille im Staate Indian niedergegangen und hat in 22stündiger Fahrt 205 Meilen hinter sich gebracht.
Nach den bisherigen Schätzungen scheinen die drei amerikanischen Teilnehmer am b c st e n abgeschnitten zu haben. Die drei Amerikaner haben sämtlich über 300 Meilen zurückgelegt. „Goodyear VIII" landete drei Meilen nördlich von Troyes (Ohio) 6 Uhr abends bei einem Streckenergebnis von 347 Meilen. Der in Celina (Ohio) gelandete amerikanische Armeeballon legte 338 Meilen und der in Steinesville (Indiana) gelandete amerikanische Marineballon 305 Meilen zurück.
Der Führer des belgischen Ballons „B e l- g i c a", D e m u y t e , telegraphiert, daß er am Sonntagabend um 8 Uhr nach 28stündiger Flugzeit bei Corydon in Indiana gelandet sei. Die größte Höhe, die der Ballon erreichte, betrug etwa 5000 Meter.
Es liegen nunmehr die Landungsmeldungen von sämtlichen neun Freiballons vor, die am Samstag zum Wettfliegen aufgestiegen waren.
Wirtschaft.
Kapital und Zins.
Oscar Wassermann, eine der treibenden Kräfte bei der neuen Dankenfusion, hat den Schritt der beiden Geldinstitute mit der Rot- wendigkeit verstärkter Kapitalbildung in Deutschland begründet. Hnb ein anderes Vorstandsmitglied der Deutschen Bank hat auf der Tagung des Reichsverbandes der deutschen Industrie'von der Produktionswirtschaft gleichfalls verstärkte Konzentration mit derselben Motivierung gefordert. Wen nun die Anzeichen nicht trügen, wird also der Rationalisierungswelle nach der Währungsstabilisierung jetzt eine zweite Konzentrationsperiode folgen, für die der Großbankenzusammenschluß nur den Auftakt darstellt.
Privatwirtschaftlich vermehren Zusammenschlüsse von Kapital und Produktion in der Regel zweifellos die wirtschaftliche Kraft der Tln- ternehmen. Ob das auch volkswirtschaftlich gilt, ist in einer ganzen Reihe von Fällen jedoch sehr fraglich. Denn in der Regel wirft die Rationalisierung so mannigfache Probleme sozialer, kultureller und auch wirtschaftlicher Ra- tur auf, daß die durch sie erzielten Ersparnisse privatwirtschaftlicher Art sehr leicht entsprechende Kosten für die Allgemeinheit im Gefolge haben. Das ist natürlich kein Argument gegen die Betriebszusammenschlüsse, die in den Jahren 1924 und 1925 einfach deshalb notwendig wurden, weil die Produktionskapazität im Verhältnis'zu den disponiblen Mitteln viel zu groß war. Woran uns aber liegt, ist, aufzuzeigen, daß die Rationalisierung eben auch eine Kehrseite hat, die -man sowohl aus wirtschaftlichen wie aus kulturellen Gründen nicht mit einem Achselzucken übergehen kann. Man mutz sich also auch bei dem jetzigen Grohbankenzusammenschlutz die Frage vorlegen, ob er im volkswirtschaftlichen Sinne tatsächlich zu verstärkter Kapitalbildung und damit zu einer Erleichterung der allgemeinen Kreditverhältnisse in Deutschland führt. Ist das der Fall — schlüssige Antwort hierauf kann unseres Erachtens nur die praktische Entwicklung geben —. dann wird man ihn zu begrüßen haben.
Run ist gewiß richtig, daß eine einzelne Bank, und sei sie auch noch so überragend, den deutschen Kapitalmarkt nicht allein beeinflussen kann. Sie ist als Institut der Privatwirtschaft nicht nur berechtigt, sondern ihren Aktionären gegenüber sogar verpflichtet, ihre Gelder nicht nur möglichst sicher, sondern auch möglich st gewinnbringend anzulegen. Dennoch gibt es auch hier noch Möglichkeiten, die für Kapitalanlagen genügende Aussichten bieten und die unseres Erachtens in den letzten Iahren viel zu kurz gekommen find. Durch die Richtung also, in der eine dominierende Großbank ihren Geldstrom leitet, kann sie manches zur Erleichterung der innerdeutschen Kreditverhältnisse tun.
Wie man es im heutigen Deutschland nicht anfangen darf, dafür war der vielbeachtete Fall
der Frankfurter Allgemeinen ein lehrreiches Beispiel. Die Industriegründerzeit der Banken ist vorbei, und das gilt selbst für ein so wohlhabendes Land wie Groh-Britannien, das ja auch eben erst seinen Finanzskandal in der Affäre Hatrh erlebt hat. Der Deutschland verbliebenen Wirtschaft mühte dagegen, soweit sie fest fundiert ist, das erforderliche Betriebskapital zu möglich st niedrigen Sätzen zur Verfügung gestellt werden. Wir haben aber nicht immer den Eindruck, dah auf diesem Gebiete von feiten der Banken Ausreichendes geschieht. Um nur ein Beispiel herauszugreifen: der deutsche B a u m a r k t ist offenkundig trotz aller Bemühungen der öffentlichen Hand seit Kriegsende erheblich zu kurz gekommen. Run geben wir gern zu, da.h hierfür in erster Linie die falsche Politik von Reich, Staat und Gemeinden, vor allem dste Aufrechterhaltung einer längst überlebten Kriegszwangswirtschaft verantwortlich gemacht werden muh. Liebrigens liegen die Dinge nicht nur in Deutschland so, sondern unter ähnlichen Röten haben offenbar alle europäischen Staaten zu leiden, wofür die Berliner Tagung der „Steinernen Internationale", der Haus- und Grundbesitzerorganisationen, sehr aufschlußreich war. Gerade deshalb aber hätte vielleicht der Baumarkt ein verstärktes Interesse unserer Großbanken verdient, die ja immerhin einen sehr erheblichen Teil des deutschen Volksvermögens und Volkseinkommens verwalten. Zugegeben, daß die Zinsmöglichkeiten auf diesem Gebiete vorläufig noch nicht so grob sind wie in anderen Zweigen der Wirtschaft. Eine unorganische Mieterschutz- und Höchstmietengeseh- gebung hat die Grenzen nach oben wesentlich eingeengt. Und doch halten wir wesentlich verstärkte Kapitalanlagen gerade im Wohnungsbauwesen auch vom Standpunkt der privatwirtschaftlichen Rentabilität selbst unter den heutigen Verhältnissen noch immer für eine recht nützliche Angelegenheit, weil sie zwar keinen sehr hohen, dafür aber einen um so sicheren Zinsertrag bringen. Hier scheint uns nunmehr eine der bedeutungsvollsten volkswirtschaftlichen Aufgaben des deutschen Bankgewerbes zu liegen. Es kann Entscheidendes dazu tun, daß die großen Vermögenswerte,? die sowohl in landwirtschaftlichen wie in städtischen Immobilien festgelegt sind, wieder aktiviert werden. Mit der endlichen Angleichung des Wohnungsbaus an den vorhandenen Bedarf kann es wesentlich zur Rormalisierung unserer Wirtschaftsverhältnisse leisten, es kann dadurch vor allem praktisch auch das letzte Argument zur Aufrechterhaltung der bisherigen Zwangsbewirtschaftung entkräften. Trägt die Grohbankfusion in diesem Sinne zu verstärkter Kapitalbildung in Deutschland bei, sehen ihre leitenden Persönlichkeiten ihre Aufgabe nicht nur privatwirtschaftlich, sondern allgemein volkswirtschaftlich, dann wird man den Zusammenschluß des Bankenkapitals trotz seiner oben angedeuteten sozialen und kulturellen Kehrseite gutzuheihen haben.
Ferngasverhandlungen in Frankfurt.
Zwischen der H e k o g a und der Ruhrgas- A. - G. haben am Samstag Verhandlungen in Frankfurt a. M. stattgefunden. Mit der Süd west deutschen Gas.gesellschaft und der Ferngasgesellschaft Saar erfolgte ebenfalls eine Aussprache. Es handelt sich dabei um die Erörterung der gemeinsamen Gasversorgung des ganzen Rhein-Main-Gebietes, für die der hessische Innenminister in den von ihm Mitte August veranlaßten Darmstädter Besprechungen, die Initiative ergriffen hat.
Außerordentliche Generalversammlung der Frankfurter Allgemeinen.
WSR. Frankfurt a. M., 30. Sept. Ein Beweis für die große Erregung, die der Zusammenbruch des Konzerns der Frankfurter AllgemeinenVersicherungs-A.-G. in der Öffentlichkeit hervorgerufen hat, ist die Tatsache, daß in der heutigen außerordentlichen Generalversammlung, die die Verwaltung einberufen hatte, fast 1000 Aktionäre mit einem Aktienkapital von rund 20 Millionen Mark vertreten waren, um persönlich den Bericht des Aufsichtsrats über die Situation der Gesellschaft entgegenzunehmen. Mit der Leitung der Versammlung wurde der Präsident des Amsa- bundes, Reichstagsabgeordneter Dr. Fischer, betraut. Den Aktionären wurde hierauf ein Bc- bericht des Aufsichtsrats über die Situation des Konzerns überreicht. In diesem Bericht wird u. a. ausgeführt:
Die dem Aufsichtsrat und der Generalversammlung im Jahre 1924 vom Generaldirektor Dumcke vorgelegte Goldbilanz wies ein Goldmarkkapital von 20 000 000 Mark aus, davon 5 000 000 Mark mit Einzahlung von 25 v. H. Es wird heute behauptet, daß die Goldbilanz zu günstig aufgemacht worden ist. Es ist auch jetzt erst dem Aussichtsrat zur Kenntnis gebracht worden, daß das Reichsaufsichtsamt gegenüber der Goldbilanz Bedenken geäußert hat. Die Revision wird sich auch auf die Nachprüfung der Goldbilanz zu erstrecken haben. Der Status ist so, wie es unter den heutigen Verhältnissen möglich war, aufgestellt worden; auf Vollständigkeit und Richtigkeit kann er noch keinen Anspruch erheben. Auf der einen Seite hat man eine Reihe von Abschreibungen und Rückstellungen vor- genommen, obwohl keine Gewißheit besteht, daß die hier vorgesehenen Verluste in voller Höhe ein- treten; auf der anderen Seite besteht die Möglichkeit, daß Ansprüche, die heute noch nicht zu übersetzen sind, zu berücksichtigen sind. Doch darf dabei erwähnt werden, daß, soweit Effektenverkäufe bis jetzt stattgefunden haben, das Resultat zum Teil ein günstigeres war, als die Ziffern des Status angeben. Schließlich kommt auch das Ergebnis der Abwickelung der Konzerngesellschaften hier wesentlich in Betracht. Die entstandenen Verluste rühren im wesentlichen aus folgenden Quellen her: 1. aus der Beteiligung bei der Absatzfinanzierung und aus den Bürgschaften der Fravag für von Tochtergesellschaften aufgenommenen Kredite; 2. aus der Beteiligung bei der Südwestdeutschen Bank und aus den Bürgschaften für die von Konzernbanken aufgenommenen Kredite; 3. aus Hypothekenausbietungsgarantien der Kautionsabteilung; 4. aus diversen Finanzkreditbürgschaften; 5. aus Abschrei- bungen auf Aktivhypotheken; 6. aus direkter Kreditgewährung und Umbewertungen. Insgesamt betragen die Verluste, soweit sich bisher übersetzen läßt, etwa 38 500 000 Mark.
Der Verlust von 38 500 000 Mk. verteilt sich auf die oben genannten Verlustquellen, soweit bisher feststellbar, in runden Ziffern wie folgt: 1. aus der Absatzfinanzierung einschließlich der abgeschriebenen G.m.b.H.-Anteile 15000000Mk., 2. aus der Beteiligung bei der Südwestdeutschen Bank in Form von Forderungen, Avalen usw. einschließlich Abschreibung von nom. 250 000 Mk. Aktien rund 5 000 000 Mk., 3. aus Hypothekenausbietungsgarantien 2 500 000 Mk., 4. aus diversen Finanzkreditbürgschaften 3 500 000 Mk., 5. aus Abschreibungen auf Aktivhypotheken 1 200 000 Mk. — Der Rest des Verlustes ergibt sich aus direkter Kreditgewährung und aus Umbewertungen von Aktiven und Passiven.
Es wurde nach langer Debatte ein sechs- köpfiger Gläubigerausschuß gewählt, bestehend aus Vertretern verschiedener Interessengruppen. Bei der Wahl des Schweizer Vertreters kam es zu Differenzen, da verschiedene Schweizer Aktionärvertreter mit dem vorgeschlagenen Herrn nicht einverstanden waren, da er angeblich keine freien Aktionäre, sondern die Interessen zweier Schweizer Bankhäuser vertrete. Mit großer Stimmenmehrheit wurde dieser Herr schließlich doch in die Kommission gewählt. Es wird nun Aufgabe dieser Revisionskommission sein, die Verhältnisse bei der Gesellschaft zu
untersuchen und in einer neuen Versammlung den Aktionären Bericht zu erstatten.
' Die Reichsindexziffer für dia Lebenshaltungskosten im Septem ber. Die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und „sonstiger Bedarf") beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats September auf 153,6 gegenüber 154.0 im Vormonat. Sie ist sonach um 0,3 v. H. gurü cf gegangen. Dieser Rückgang ist im wesentlichen auf eine Senkung der Ernährungsausgaben zurückzu- führen, bei denen Preisrückgänge für Kartoffeln und Gemüse durch Preissteigerungen für Milch und Milcherzeugnisse sowie für Eier nicht voll ausgeglichen wurden. Die Indexziffern für die einzelnen Gruppen betragen (1913/14 gleich 100): für Ernährung 154,2, für Wohnung 126,3, für Heizung und Beleuchtung 151,2, für Bekleidung 171,1. für den „sonstigen Bedarf" einschließlich Verkehr 192,1.
* Rheinisch-westfälisches Elektrizi - tätswerk. Die Gesellschaft schlägt die Verteilung einer Dividende von 10 v. H. (i. D. 9 v. H.) vor.
* Kündigungen von Ange st eilten Bei der Commerz- und Privatbank. Die an der Börse umlaufenden Gerüchte über größere Kündigungen von Angestellten der Commerz- und Privatbank zum 31. Dezember d. 3. entsprechen, wie WTD.-Handelsdienst hört, bar Tatsachen. Die Bank habe sich bei der gegenwärtigen Geschäftslage durch die vielfache Zusammenlegung von Depositenkassen in der Provinz mit denjenigen der Mitteldeutschen Credit- bank zu dieser Maßnahme gezwungen gesehen. In Berlin dürften die Kündigungen die Zahl 100 nicht überschreiten, aus der Provinz lägen genaue Angaben über Zahlen noch nicht vor. •
Rindermarkt in Gießen.
Der heutige Gießener Rindviehmarkt war mit 921 Stück Groß- und Jungvieh und 205 Kälbern beschickt. Der Handel war recht lebhaft, so daß der Markt Zeitig geräumt wurde. Bezahlt wurden für Kühe erster Qualität 550 . bis 650 Mk., zweiter Qualität 450 bis 500 Mk., dritter Qualität 200 bis 355 Mark. Schlachttiere, sehr begehrt, 150 bis 350 Mk., Rinder, 1- bis 2jährig, 150 bis 300 Mk., Kälber 55 bis 65 Pf. je Pfund Lebendgewicht. Bessere Tiere erreichten Preise über Notiz.
Frankfurter Börse.
Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers*.
Frankfurt n. M., 1. Oft. Tendenz: unsicher. —< Die Unsicherheit und Lustlosigkeit, die? schon das Kennzeichen der gestrigen Abendbörse war, hielt bei Beginn des heutigen Vormittagsverkehrs an. Bei im allgemeinen recht st illem Geschäft bekundete die Spekulation überwiegend Abgabeneigung, und die Tendenz neigte weiter zur Schwäche. Zwar war die Kursgestaltung nicht einheitlich, doch ergaben sich auf den meisten Märkten überwiegend neue kleine Kursrückgänge. Von außen her lagen Orders kaum vor. In Börsenkreisen war man verstimmt über den Verlauf der gestrigen Generalversammlung der Faoag. Anderseits konnten günstige Momente, wie der gute RWE.-Abschluß, selbst auf den Elektromarkt nicht anregend wirken. Die Kursrückgänge betrugen überwiegend 1 bis 1,5 v. H. Stärker angeboten waren Glanzstoff, die 4 v. H. verloren. Auch in J.-G.-Farben war das Angebot zu 1,5 o. H. niedrigerem Kurse nicht unerheblich. Am Bankenmarkt setzten sich die Verkäufe in Reichsbank (minus 1,5 v. H.) in geringerem Ausmaße fort. Von den Fusionsbanken Deutsche Bank etwas schwächer, Disconto-Gesellschaft unverändert. Elektrowerte lagen nicht einheitlich. Chadeaktien plus 4 Mark. Mvn- tanmerte waren vollkommen vernachlässigt. Mans- felder 1 v. H. niedriger. Bald nach den ersten Kursen setzte sich, vom Farbenmarkt ausgehend, an dem Deckungen vorgenommen wurden, eine leichteErhol u n g durch. Farben konnten etwa 1 v. H. anziehen. Deutsche Anleihen gaben weiter leicht nach. Am Markte der Auslandrenten bestand für Ungarn und Türken bei anziehendem Kurse etwas lebhafteres Interesse. Im weiteren Verlaufe konnte sich die etwas freundlichere Stimmung nicht erhalten, und die Kurse bröckelten auf einige kleine Abgaben wieder ab. Auf die Stimmung drückten Befürchtungen hinsichtlich der innerpolitischen Situation, im Zusammenhang mit der Arbeitslosenversicherungsreform. Angeboten und bis etwa 1 v. H. schwächer waren Farben und Siemens. Stärker abgeschwächt lagen Svenska. Der Geldmarkt war unverändert. Tagesgeld 8,5 v. H. Am Devisenmarkt war das Pfund international sehr fest. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1935, gegen Pfund 20,385, London gegen Kabel 4,86, gegen Paris 123,87, gegen Mailand 92,83, gegen Madrid 32,76, gegen Holland 12,1025.
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 7,5 Prozent, Lombardzinsfuh 8,5 Prozent.
Frankfurt a M.
Berlin
Frankfurt a M.
Berlin
Schlub-l
Kurs |
t-Uhr Kurs
Schluß-i Anfang- Kurs | Kurs
Schluß» Kurs
1-Uhr
Kurs
Schluß-s
Kurs |
Anfang- Kurs
Datum
30.9.
1 10.
30.9.
1.10.
Datum
30.9.
1.10.
30.9.
1.10.
6% Dl. Reichsanleihe v. 1927 . .
Dl. Anl.-Ablbs..Schuld mit Aus- wf.-Rechtcn.........
Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . .
1% Franlf. Hyp.-Bk. Goldps. un- kündbar bis 1932......
*y.% Rheinische Hqp.-Bank Liqu- Äoldps............
0.<E @. abg. BorkriegS-Obligation. rückzahlbar 1982 ......
4% Schweiz. BundeSb.-Anl.. . . 4% Oesterreichische Goldrte.. . .
4,20% Gelten. Silbecrte.....
4% Oesterreich, einheill. Rte. . . 4% Ungarische Goldrte......
4% Ungarische Slaatsr. ö. 1910 . *y2% desgl. von 1913.....
4% Ungarische Kronenrte.....
4% Türt. Zollanleihe v. 1911 . . 4% Türkische Bagdadbahn-Anl.,
Serie l...........
4% desgl. Serie 11.......
4% Rumänen convert. Rte. . . .
4y,% Rumänen Goldanl. von 1913
CHIfl. Deutsche Eisenbahn . . 4% Hamburg-Amerika Paket ... 7 Hamb.-Südam. Dampssch. . . 8 Hansa Dampfschiff.....10
Norddeutscher Lloyd.....8
Allg. Deutsche Creditanst. . . 10
Barmer Bankverein .... 10 Berliner Handelsgesellsch. . . 12 Commerz- uno Prioat-Ban! . 11 Darmst. u. Nationalbanl . . 12
Deutsche Bank......10
DiSkonto-Gesellschaft Ant.. . 10
Dresdner Bank ...... 10
Metallbau i ......... 8
Reichsbant........12
87,5
9,9
85,5
77,2
88
27,5
2,4
1,9
22,5
2
7,2
7,25
7,2
7,4
15
112,25
126,75
212
180
271
168
168
161
284
9,8
2,05
7,5
7,25
120
112
178,75
167,25
168
160,5
283
87,5
53,4
10
28
22,5
1,9 7,35
.,35
7,4
7,4
15
120,75
161 111,75 126,65
128
212
180
271,75 168,5 167.5
161
284
53,5
9,9
28,25
22,75
20,25
2
119,75
160
111
126,75
127,5 210 179
270,5
167,25
167,25 160
284
A.E.G.........
Bergmann......
Eleklr. Lieferungen. . . Licht und Kraft .... Fellen L Guilleaume. . Ges. s. Elektr. Untern.. . Hamb. Eleltr. Werke . . Rhein. Elektr. ..... Echles. Elektr......
Schlickert..... .
Siemens & Halske ... Tranöradio......
Lahmet,ec L Lo.....
BuveruS..... •
Deutsche Erdöl .... Essener Steinkohle ... Gelsenkirchener . . . • Harpenei..... .
Hoesch Eisen. ..... Ilse Bergbau . • • • • Klöcknerwerke ..... Köln-Neuessen. . . . • Mannesmann.....
Mansselder......
Lberschles. Eisenb. Bedar Oberschles. Kokswerke. . Phönix Bergbau.... Rheinische Braunkohlen. Nheinstahl......
Riebeck Montan . . . * Bereinigte Siahlw. . . Otavi Minen.....
Kali Aschersleben . . . Kali Westeregeln. . . . Kaliwerk Salzdetfurth .
9. ®. Farben.Industrte . Dynamit 9iobd .... ScheidcanstaU..... Goldschmidt ..... RütgerSwerte . . , . MetallgeseUschaft. . . .
■
•
. öl . 9|
10 in
?y, 10
10 . v
i'i n i'i
. 8 10
. 6 . 6 . 8 . 8 . 0 6%
10
. 7 . 7
' 7 ey,
1" . 6 7,2
16’/.
-
10 15
12 . 6 . 8 . b . 6 . 8
187,5
197,5
134
199
177,75
144
222
115
109
134,5
105,5
270 118,25
113
229
234,5
383
210
152
73
79,5
126,5
187,25
170,5
198,75
367,5
133^5
105,5
208,5
188 225,25 170,25
197
134,5
200
143,5
182,5
221 368,5
178,75
71 113,65 139,5
140
144
128,25 220,5
114,5
124,5 109,5
133,75
102,65 105,75 271,25
118,5
113,5
69,5
228
234 384,5
210,65
73,5
80
127,25
186,5
223,25
169
199,5 133,75
199,5
143,5
180,25
218,13
365,5
138
177,5
67,/5
112,5
137
139
143,25
126
220,5
114
123 108,25 133,25
101,75
105
270,75
116,5 123,5
112,5
68,75
227
231,5
381 ,5
208,75
73
78,5
126
Frankfurt a M.
Berlin
Berlin, 30. September
Geld
Brief
Schluß» Kurs
I-Uhr
Kurs
Schluß- Kurs
Anfang- Kurs
Französische Noten.....
Holländische Noten ...... italienische Noten ...... Norwegische Noten......
Deutsch-Oefierr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
Schweizer Noten ....... Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Noten ...
Devisenmarkt Berlin
Telegraphische
16,41
167,86
21,99
111,48
58,78
2,475
112,13
80,69
61,83
12,355
72,97
-Frankfur
Auszahl
16,47 168,54 22,07 111,92 59,02 2,495 112,57 81,01 62.07 12,415 73,27 t a. M. ckNg.
Datum
30.9.
1.10.
30.9.
1.10.
Philipp Hotz mann......<
Heidelberger Cement.... 10
Eement Karlstadt.....1°
Wayß 4 Freitag.......8
Schultheis Payenhofer . . . 15
Ostwerke.........12
Ber. Glanzstoff......18
Bemberg........."
Zellstoff Waldbos .... 13%
Zellstoff Aschaffenburg ...
Charlottenburger Wasser ... 8
Dessauer Gas........9
Daimler Motoren......v
Deutsche Maschinen-Fabrik . . 1
Adlerwerle Kleoer......0
Ludw. Loewe.......10
Rat. Automobil ....... 0
Orenstein 4 Koppel.....6
Leonhard Tietz ...... 10
Bamag-Meguin ....... 0
Franlf. Maschinen ...... 4
Grihner...... 6
Heyligenstaedt ....... '
ZunghanS. ......... 6
Lechwerke. . ........ t
Maintrajtwerke ....... 8
Miag...........10
viekarsulmer ........ 8
PeterS Union ........ 8
Gebr. Roeder ...... 10
Botgt & Haessner......V
Südd. Zucker.......10
Dan
98,25
126,5
179
298
150
43,5
41
49
58
8,7
54,5
106
126,5
108,5
222
159
knoten
1 “I| 1 1 1 S 1 1 1 1 । 1 1 1 1 1 1 1 3 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 io CM CO
98,13
97,9
286,25
226,5
298,13
238
230
149,9
98,25
183,75
43,5
56,5
41
194
80,5
192
50,5
56,5
55
125
222
156,65
226
293
238
228,5
97,75
181,9
44,5
51,5
40,13
191
79,75
190
125,5
30. September
1. Oktober
Amtliche Notierung
Geld | Brief
Amtliche Geld
ioticrun Brie
Amst.-Rott. Buen.-Aireö Brss.-Antw. Christiania. Kopenhagen Stockholm . HclsingforL. Italien. . . London. . . Ncuyork . . Paris. . » . Schwei; .. Spanten. . Japan . . . Rio de Jan. Men in D.» Oest- abgest. Prag Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . Danzig. . . Konstantin- Athen. . . Canada Uruguay. . Cairo . . ■
168,22 1,758
58,345 111,76 111,80 112,37
10,539
21,94 20,348 4,1920 16,425 80,855
62,04 2,008 0,497
58,95 12,409
7,381
73,12 3,035
18,73 81,37
2,025 5,425
4,158 4,096
20,866
168,56 1,762
58,465 111,98 112,02 112,59 10,559
21,98 20,388 4,2000 16,465 81,015
62,16 2,012 0,499
59,07 12,429
7,395 73,26 3,041 18,77
31,53 2,029
5,435 4,166
4,104 26,908
168,27 1,759
58,375 111,85 111,89
112,42
10,538
21,94 20,366
4,191
16,44 80,90
62,18 2,008 0,4975
58,95 12,406
7,383 73,11
3,037 18,73
81,45
2,024
5,43
4,51
4,096 20.LL8
168,61 1,763
58.495 112,07 112,11
112,64 10,558
21,98 20,406
4,199 16,48
81,06 62,30
2,012 0,4995
59,07 12,426
7,397 73,25
3,043 18,77
81,61
2,028
5,44
4,59
4,104 10,928
Berlin, 30. September
Geld
Brief
Amerikanische Noten.....
Belgische Noten . .......
Enalische Noten........
4,18
58,23
111,53
20,312
4,20
58,47
111,97
20,392


