Ausgabe 
1.10.1929
 
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Nr. 250 viertes Blatt Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, Oktober 1929

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Turnen, Gpori und Spiet.

V. f. B.

V. f. B. schlug am Sonntag feinen Verbands- spielgezncr Sportverein Herborn mit 3:0 und gewann damit zwei weitere wertvolle Punkte. Die Gäste stellten eine gut eingespielte, forsche Elf und wußten durch ihr solides Können zu imponie­ren. Ihr bester Mann war der Mittelläufer, der eine glänzende Partie lieferte und seine Neben­spieler weit überragte. Die Verteidigung einschließ­lich Tormann war sehr gut und trug an den drei Toren keine Schuld. Der Sturm war im Verhältnis zu den anderen Mannschaftsteilen etwas weich, aber durchaus nicht ungefährlich. Herborn war durch Ausbleiben eines feiner Spieler genötigt, seinen Reisebegleiter als elften Mann einzustellen, der sich jedoch sehr gut in die Mannschaft einfügte. Die Platzmannschaft enttäuschte nach der angenehmen Seite. Sie war dem Gegner in der Kombination und im Stellungsspiel überlegen, auch in der Ball­behandlung war sie um eine Kleinigkeit besser. Was Herborn ihr voraus hatte, war Schnelligkeit und Wendigkeit, woran es besonders der Verteidigung anfangs stark mangelte. Dagegen hatte der Schluß­mann einen sehr guten Tag. Läuferreihe und Sturm arbeiteten sehr gut zusammen und zeigten einen er­freulichen Kampfgeist. Trotz alledem muß auch ge­sagt sein, daß sich auch Mängel zeigten, die abge- stcllt werden müssen. Vom Anstoß weg kam V.s.B. vor das Tor Herborns, verpaßte aber die sehr gün­stige Gelegenheit. Dasselbe wiederholte sich etwas später. Bald finden sich auch die _(9äfte und war­teten mit Gegenangriffen auf. Die Situationen wech­selten fortgesetzt, beide Tore kamen öfters in Ge­fahr, das des Gegners jedoch mehr als das des Platzvereins, ohne daß ein zählbarer Erfolg erzielt wurde. Das Feldspiel blieb verteilt bis zur Pause, bei der das Resultat noch 0:0 lautete. Nach dem Wechsel verschärfte Gießen das ohnehin schon scharfe Tempo und griff mit aller Macht an. Herborn kam trotz eifrigster Gegenwehr immer mehr ins Hintertreffen. V.s.B. arbeitete in gut vorgetragenen Angriffen eine ganze Anzahl Torchancen heraus, von denen drei verwertet wurden. Der zweite Er­folg war allerdings ein Eigentor eines Herborner Verteidigers, jedoch hätte der Ball auch ohne dies den Weg ins Netz gefunden. Die Gäste versuchten ihr Glück in einzelnen Durchbrüchen, konnten jedoch trotz eines zugesprochenen Elfmeters an dem Re­sultat von 3:0 nichts mehr ändern.

Die zweite Mannschaft fertigte die gleiche des V. f. R. Butzbach nach überlege­nem Kampf mit 4:0 ab. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf. B. f. B. war technisch weit besser als sein Gegner, und gewann verdient. Butzbach wehrte sich sehr tapfer und zwang die B. f. D.-Elf zur Hergabe ihres ganzen Könnens.

Auch die dritte Mannschaft gewann ihr Berbandsspiel gegen die erste L i ch s. Mit 2:0 mußte sich der Gegner beugen und die Punkte an Gießen abtreten.

Die vierte Mannschaft sicherte sich durch einen 5:1-Sieg die Punkte. Großen-Busecks zweite kam gegen die in guter Form befindlichen B. f. Ber nicht auf un., ->ar stets unterlegen.

Ein wenig günstiges Resultat holte die erste Jugend Mannschaft gegen die gleiche Lol­lars heraus. Sie muhte sich mit einem 2:2 zufrieden geben.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

ö. Die Blauweihen siegten am Sonntag auch im zweiten Treffen der Saison in Wa11au mit 4:3 Treffern. Der knappe Sieg der Gießener war verdient, da die ersatzgeschwächte Mann­schaft den technisch weit besseren Fußball spielte, vor allen Dingen den Ball immer flach hielt und dadurch im Feldspiel größtenteils tonange­bend war. Die vier Gießener Treffer waren fast 'amtlich das Produkt schöner Kombination, während die Tore des Gastgebers, des Fuß­ballvereins Wallau, durch eifriges Rach­

sehen bei Schnitzern in der 1900-Hintermannschaft erzielt wurden. Außerordentlich viele Chancen wurden ausgelassen. Schon bald nach Beginn ging 1900 nach Ausführung eines Strafstoßes in Füh­rung, aber noch vor der Pau'e ging diese an den Plahverein über, der kurz hintereinander zwei Treffer erzielte. Ein schöner Kombinationszug der Gießener mit abschließendem Torschuß ergab den Gleichstand (2:2) bei Halbzeit. Gießen wurde in der zweiten Spielhälfte leicht feldüberlegen, trotzdem übernahm Wallau bei einem schnellen Angriff erneut die Führung. Mehrfache Hmstel- lungen in der Gießener Elf hoben aber immer wieder deren Kampfkraft und reichten hin, mit zwei weiteren schönen Treffern den Ausgleich und 13 Minuten vor Schluß den Sieg sicher­zustellen, da dann beiderseitige Bemühungen um Verbesserung des Resultats ergebnislos verliefen.

Die Ligareserve blieb spielfrei, da der angesehte Gegner. Heuchelheims II., auf Spiel und Punkte verzichtete.

1900s dritte Mannschaft erlebte auf eigenem Platz gegen Steinbergs e r st e E l f die zweite Riederlage der Sai'on, wozu ein Eigentor beitrug. 2:1 muhten sich die Giehener geschlagen bekennen.

Die zweite Jugend erzwang in Weh - lar-Riedergirmes gegen die dortige zweite Elf ein Unentschieden (0:0).

Die dritte Jugend errang gegen die gleiche Mannschaft des Lokalgegners B. f. Deinen 4:l°S.eg.

Auch 1900s zweite Schülerelf blieb über die 2. Schülermann^chaft des B. f. B. mit 1:0 Toren Sieger.

Handball der Sp.-Vg. 1900.

1900 I Oberrealschule I 6:1.

ö. Auch das zweite Spiel gegen eine Schul- rnannfchaft konnten die 1900er siegreich gestal­ten. Allerdings kommt es überraschend, daß die Spielvereinigungsleute ihre Heberlegenheit durch ein 6: 1-Resultat zum Ausdruck bringen konnten.

-o° Zu einem großen Gerätewettkampf im Kunstturnen treffen sich, wie schon kurz gemeldet wurde, die Gaue Frankfurt, Rhein- Mosel (Koblenz) und Hessen (Gießen, Marburg, Bad-Rauheim) Des Mittelrheinkreises der D. T. am 13. Oktober in der Bolkshalle z u Gießen. Jeder Gau stellt aus seinen besten, in zahlreichen Wettkämpfen erprobten Geräte- turnern eine Reuner-Mannschaft auf.

Unter Leitung von ©auobertumtoart Wilh. Will (Gießen) wurde am Sonntag in der Turnhalle des Tv. 1846 zu Gießen durch scharfe Ausscheidungskämpfe die Reuner-Mann­schaft des Hessengaues endgültig zusammengestellt. Durch ein mehrglied­riges Kampfgericht erhielten für vier Kürübun­gen in der endgültigen Reihenfolge Barren, Pferd (feit), Pferd (lang) und Reck 1. Adolf Fink, T.° u. Spv. 1860 Marburg, 108 P., 2. Alfred Eckhardt, Tv. 1859 Ridda, 100 P., 3. Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 95,5 P., 4. Richard Seht, Tv. Großen-Linden, 88 P., 5. Otto Sektor, T.° u. Spv. 1860 Marburg, 87,5 P., 6. Paul Goetsch, T.° u. Spv. 1860 Marburg, 86 P., 7. Albert Würtz, Tv. Krof­dorf, 81 P., 8. Heinrich Keil, T.- u. Spv. 1860 Marburg, 81 P., 9. Willi Sinnwell, Tv. 1860 Bad-Rauheim, ohne P., und Heinrich Kel­ler, Tv. Burgsolms, 74 P. als Ersatzmann.

Rach den ersten beiden Hebungen, Barren und

Dem Spielverlauf nach hätten die Oberrealschüler auch noch ein oder zwei Tore verdient gehabt, aber die gesamte Hintermannschaft des Platz- Vereins war gut in Form und vor allem aufmerk­sam. Der Sturm stand auch stärker als am vergangenen Samstag. Der Mittelstürmer war im Feld, wie vor dem Tore gleich vorzüglich, bei dem Halbrechten war das Wurfvermögen ausgeprägt. Die Schüler hatten in dem Hüter ihren besten Mann, im übrigen gefielen sie durch ihr flottes und auch technisch ^ansprechendes Spiel. Bis zur Halbzeit führte 1900 3:0. Rach- dem der Dorsprung auf 4 Tore erhöht worden war. kam die Oberrealschule zu dem verdienten Ehrentor. Gegen Schluß lag die Spielvereini­gungsmannschaft meist im Angriff, und der Mittelstürmer schloß zwei gut vorgetragene An­griffe mit Prachtwürfen erfolgreich ab.

Handball im Männerturnverein (O.T)

1. T.D. 1860 Bad-Rauheim 1. M.T.D. Gießen 4:2 (3:2).

Am Sonntag stand die 1. Mannschaft des M. T. D. der gleichen des TV. 1 860 Bad- Rauheim im Derbandsfpiel gegenüber. Die durch vier Mann Ersatz geschwächten Gießener hatten gegen die Gäste einen sehr schweren Stand. Obwohl der Sturm der Einheimischen mit ziemlich viel Pech spielte es wurden in der ersten Halbzeit über 20 Bälle knapp daneben geworfen war das Spiel in der ersten Halb­zeit ziemlich ausgeglichen. Da ein Gießener Spie­ler den Wurfkreis betrat, verhängte der Schieds­richter einen 13-Meter-Wurf. durch den die Bad- Rauheimer mit 3:2 bei Halbzeit die Führung übernehmen konnten. In der zweiten Halbzeit bedrängten die M.T.V.er das gegnerische Tor stark. Die Gästemann'chaft versuchte nun mit allen zur Verfügung stehenden Leuten ihr Tor reinzuhalten. Als dann noch zwei Spieler des M.T.V. vom Platze verwiegen wurden, war es den übrigen nicht mehr möglich, eine Riederlage abzuwenden.

Pferd (feit), werden Kür-Freiübungen einge­schoben, die von je vier Turnern der drei Gau- mantzschaften zur Darstellung gebracht werden. Aus dem Gau Hessen sind dies die schon oben genannten Turner Adolf Fink, Paul Goetsch, Willi Sinnwell und Heinrich Keil, als Ersatzmann Richard Seth. Im ganzen ent­fallen auf eine Reuner-Mannschaft demnach 36 Geräteübungen und vier Freiübungen, so daß der Gesamtablauf des Wettkampfes 108 ver­schiedene Geräteübungen und 12 verschiedene Freiübungen bringen wird.

An einer großen Anzeigetafel (3 zu 2,50Meter) erscheint die Wettkampfnummer jedes Turners (Gau Frankfurt 19, Gau Rhein-Mosel 1018 und Gau Hessen 1927) im Augenblick seiner Hebung, in drei horizontalen Feldern folgt oben die Wertung jedes einzelnen der drei Kampf­richter, in der Mitte die Summe dieser Wer­tungen für den abgehenden Turner und im unteren Feld die Summe jeweils aller Punkte für die einzelnen Gaumannschaften, die vertikal nebeneinander angeordnet find. Dadurch und durch Perfonalangaben auf dem Programm wird es jedem Zuschauer ermöglicht,» den spannenden Wettkämpfen mit Anteilnahme zu folgen, sich ein Bild von den Leistungen jedes einzelnen Turners zu machen und jederzeit eine Gesamt­übersicht über den Stand des Wettkampfes vor Augen zu haben.

Drei große Gaue der O.T. im Kunst-Geräieweiikamps. Oie Reuner-Mannschast des Gaues Hessen.

JerZallpompejuspym.

Von Paul Rofenhayn.

(Schluß.)

Zweimal war Mrs. Mac Comb in Tränen aufgelöst, als sie aus jenem Hause tarn; die fremde Dame ging ohne Gruß ins Haus zurück. Dann, einmal, ich werde es nie vergessen, da ist jene fremde Frau zu Mrs. Mac Comb ins Auto gestiegen. Der Wagen hatte einen Sprech­schlauch, daran hatten die beiden nicht gedacht. Ein paarmal fing ich die Worte auf. die mich stutzig machten: so verlegte ich mich aufs Hor­chen. Plötzlich hörte ich. wie meine Herrin sagte: Wenn Sie Ihre Drohung wahrmachen und meinem Mann telegraphieren, so treiben Sie mich in den Tod." Darauf antwortete jene Dame:Ich werde Ihrem Mann telegraphieren!" Gleich darauf klopfte jemand an die Fensterscheibe: ich hielt. Die Fremde stieg aus und ging mit ra­schen Schritten in ein Haus: es war ein Laden der Telegravhengelellschaft. Frau Mac Comb stürzte hinter ihr her, faßte sie an der Schulter, redete auf sie ein; die Fremde wandte sich brüsk herum und ging ins Haus. Meine Herrin stand eine ganze Weile regungslos, dann kam ?ie lang­sam zum Auto zurück. Als sie in Clayton aus- stieg, hielt sie das Taschentuch vors Gesicht ge- gepreßt." , ,

Siebente Avenue, West, Rr. 325, wiederholte der Staatsanwalt.Wie will man heute noch feststellen, was das für eine Dame war, die vor acht Jahren in jenem Hause gewohnt hat!"

Ich habe mir die kleine Mühe gemacht," sagte Ioe Jenkins.Der Superintendent ist zwar in­zwischen einige Male umgezogen: aber ich habe ihn aufgefunden. In Brooklyn. Er hat mir den Ramen jener Dame gesagt; er erinnert sich auch, daß sie oft von einer Frau besucht wurde, die im Auto vorfuhr. Diese Bewohnerin des Hauses Siebente Avenue. West. Rümmer 325 ist dem Ge- richt nicht unbekannt. Es ist Frau Lilian Stone."

Frau Lilian Stone?" wiederholte O'Cardigan betroffen.Wo ist Frau Stone?" Er blickte um­her; Lilian Stone war nicht im Saal.

Frau Stone hat auf dem DampferColum­bus"," der Verteidiger blickte auf Jenkins einen Selbstmordversuch gemacht. Frau Stone ist heute vormittag ohnmächtig geworden. Sie

weiß mehr von die'en Dingen, als sie sagt. Ich bitte, Frau Stone sofort zu holen."

Hnd nun, sagte Joe Jenkins,möchte ich Ihnen den letzten und wichtigsten Zeugen in dieser Sache vorstellen. Es ist übrigens kein Zeuge, sondern eine Zeugin. Es ist die Kassandra von Reuyork.

Hu, hu!" machte jemand im Saal. Schallendes Gelächter antwortete.

In Gottes Ramen: Frau Kassandra möge eintreten.

Die Tür ging auf; eine Frau von unbestimm­barem Alter, auf ihren Schirm gestützt, trat lang­sam. mit müden Schritten, in den Saal. Hnter- drücktes Lachen schlug ihr entgegen; sie blickte ge­radeaus, vorüber an dem Angeklagten, der sie verwirrt, vielleicht erschrocken, betrachtete. Ihr Blick war glanzlos; ihre dunklen Augen hatten seltsam fremdländischen Schnitt; vielleicht mochte sie früher eine Schönheit gewesen fein.

Sie wollten uns wichtige Reuigkeiten erzäh­len?" fragte Higgins.

Cs kommt darauf an, ob Sie ihren Sinn verstehen." antwortete die Wahrsagerin mit tie­fer brüchiger Stimme.

Wir werden uns alle Mühe geben. Pompejus Phm ist unschuldig," murmelte sie. Das ist ein Irrtum," unterbrach der Richter sie unmutig.Pym hat eingestanden, daß er das Schiff angezündet hat."

Die Wahrsagerin nickte.Angezündet, ja. An­gezündet. Warum soll er das Schiff nicht an­gezündet haben?"

Eben wollte Higgins die Zeugin mit einer un­wirschen Antwort entlassen, als sie zu feinem Erstaunen sagte:

Frau Mac Comb war ja gar-nicht auf dem brennenden Schiff!"

Was sagen Sie da? Der Richter sah der Frau ins Gesicht in die dunklen Augen, aus denen plötzlich eine harte und erbarmungslose Intelligenz sprachFrau Mac Comb war nicht auf dem Schiff? Sie ist doch mit ihrem Geliebten Wilbur Perry zusammen verbrannt!"

Die Zeugin machte eine wegwerfende Hand­bewegung:Der war ebensowenig auf dem Schiff wie sie."

Was bedeutet das? Wo zum Teufel waren denn die beiden?"

Wünschen Sie alles zu wissen? Run gut. Li­lian Stone hatte Mr. Mac Comb alles verraten:

daß seine Frau einen Geliebten habe: Wilbur Perry. Die beiden wußten: wenn Mac Comb zurückkommt, geschieht ein Hnglück."

Sie hatten Zeit," sagte der Staatsanwalt.Sie konnten fliehen."

Mac Combs Arm reichte weit. Sie wären ihm nicht entgangen. Es gab nur eins, um sich vor seiner Rache zu retten: Mac Comb mußte die beiden für tot halten. So kamen sie auf den Gedanken, das Schiff anzuzünden.

Die beiden leben al'o? Frau Mac Comb ist nicht ermordet worden? Aber wo ist sie? Warum tritt sie nicht hervor?"

Die Zeugin wandte sich mit einem angstvollen Blick herum.Sie wäre nie wieder aufgetaucht, die unglückselige Manuela Mac Comb, wenn nicht dieser arme Teufel Pompejus Pym unter dem Galgen stände. So bleibt ihr nichts übrig, als zurückzukehren aus der Vergessenheit."

Mit leisem Knarren ging die Tür. Aller Augen glitten hinüber. Aber es war nicht Frau Mac Comb, die man im ganzen Saal in dieser seltsamen Heberspannung der Rerven erwartet hatte.

Es war Herr Mac Comb.

Die Zeugin wandte sich zu dem Eintretenden herum. Sie 'ah ihm ins Gesicht und stieß einen gellenden Schrei aus.

Erst jetzt wurde Mac Comb der Frau ansichtig. Er streckte fa'sungslos, in ihrer Abwehr, die Hände aus.

Manuela! rief er in ungläubigem Entlehen.

Ja, Edward. Manuela. Deine Frau: Ma­nuela Mac Comb!

Er schüttelte den Kopf, schweigend, verständnis­los, unfähig, dies alles zu begreifen.

Ich bin nicht wert, daß ich deinen Ramen trage, Edward. Ich weiß es. 2Iur eins will ich dir 'agen: was ich an Enttäuschungen erlebt habe in dielen Jahren das wäre Strafe gewesen für ein weit größeres Verbrechen, als ich an dir verübt habe Du hast mich wohl nie recht lieb gehabt, du ließest mich allein, jahrlang al­lein. Ich brauchte Liebe. In meiner Rot kam ich an einen Mcnlchen, der mich kaltherzig nahm. Der meine Weltfremdheit erkannte, der über mein Vertrauen lächelte der nur die gute Gelegen­heit sah, ein Vermögen zu gewinnen. Ein Jahr lang reiften wir zusammen dann waren wir arme Leute. Meine Kräfte waren zu Ende, meine Rerven zerrüttet. WaS sollt? ich tun?

Zu mir zurückkehren."

Die zweite Mannschaft, die das Spiet mit nur neun Mann bestreiten mußte, unterlag, ehrenvoll gegen die 1. des T. u. Sp.D. Butz­bach mit nur 2:0 bei einem Halbzeitrelultat von 0:0.

Handball im Turnverein 1846 Gießen.

Die 2. Mannschaft des Tv. 1846 Gießen verlor am Sonntag gegen Tv. Heuchelheim 2:1. Sehr gut war die Hintermannschaft mit Ausnahme des Tor­manns, einfach hilfslos dagegen war der Sturm.

Handball im T. V. Großen-Buseck.

Die erste Mannschaft des Tv. Großen-Buseck konnte am Sonntag auf eignem Platz einen 3:2 Sieg (Halbzeit 1:1) gegen Tv. 1846 Gießen erringen. Es ron: ein Spiel, das der immer sichere Frankfurter Schiedsrichter jederzeit in den Grenzen des Er­laubten halten konnte. Großen-Buseck hätte höher gewinnen können, immer war aber die Latte im Wege. Auf beiden Seiten sind die Torhüter besonders hervorzuheben.

3. Kreisjugendschwimmen IX. Kreis Mittelrhein O.T.

Am Sonntag traf sich die S ch w i in in e r j u g e n d des Mittzelrheinkreises der D. T. zum dritten Male im Darmstädter Hallenschwimmbad, um in friedlichem Wettstreit ihre Kräfte zu messen. Das von der Turngemeinde 1846 Darmstadt gut vorbereitete Jugendtreffen wurde von rund 250 Wettkämpfern besucht. Im Vergleich mit dem zwei­ten Kreisjugendschwimmen im Vorjahre haben sich die Leistungen stark verbessert. Nachstehend ein klei­ner 21 u s 3 u g aus der <5 i e g e r I i ft e :

200 Meter Freistil für Turnerjgd., 1. Sieg: Friedr. Jakob, Tgmd. Darmstadt, in 2:57,5. 100 Me­ter Freistil für Tu.-Jug. von 14 bis 16 Jahre: 1. Sieg: Friedr. Jakob, Tgmd. 1846 Darmstadt, irt 1:15. < 100 Meter Rücken für Tu.-Jug. (16 bis 18 Jahre), 1. Sieg: Otto Langjahr, Turnges., in 1:21,1. 100 Meter Seite für Tu.-Jug. (16 bis 18 Jahre), 1. Sieg: Adolf Schmitt, Tgmd. 1846 Darmstadt, in 1:22. 100 Meter Rücken für Tu.- Jug. (16 bis 18 Jahre), 1. Sieg: Gustel Brei­tung, Tv. Offenbach, in 1.39.

Vom Gau Hessen beteiligten sich nur drei Jugendschwimmer an den Wettkämpfen, aber diese mit großem Erfolg. Im Springen der Tu.-Jug. (14 bis 16 Jahre) errang bei nur 4 Sprüngen mit sieben Punkten Vorsprung Fritz Werner, Tv. 1 8 4 6 Gießen, den ersten Sieg. Diesen schönen Erfolg hat er nur dem hohen Schwierigkeitsgrad sei­ner Kürsprünge zu verdanken. Außerdem konnte er noch im 100 Meter Freistilschwimmen der gleichen Klasse mit 1:22 den dritten Sieg erringen. Das 100 Meter Brustschwimmen der Tu.-Jug. von 16 bis 18 Jahren (17 Teilnehmer) war Sache des M t v. Gießen. Erster Sieger wurde Hugo Bau­mann, Mw. Gießen, in 1:30,8. An zweiter Stelle konnte sich nach schönem Rennen sein jüngerer Bru­der Friedrich Baumann mit der Zeit 1:33,5 behaupten und den entsprechenden Sieg erringen.

Wer den Verlauf der Wettkämpfe verfolgt hat, der ist sich darüber klar geworden, daß das Turner­schwimmen immer größere Fortschritte macht und auf diese Weise mit seinen Leistungen immer näher an die des Schwimmverbandes heranreicht.

Arbeiter-Turn- und Gporibund.

Gießen I Isenburg I 1:1.

Isenburg, der Tabellenführer der 1. Gruppe der Krcisklasse, war am Sonntag in Gießen zu Gast. Gießen hatte wieder seine erprobte Mannschaft zur Stelle, Isenburg stellte ihr eine leichte, flinke Mannschaft entgegen. Bei keiner der beiden Mann­schaften war ein schwacher Punkt zu entdecken. Völlig gleichwertig wurde das spannende Spiel von beiden Seiten durchgeführt. Das Resultat wurde dem Spielverlauf gerecht.

Rein, Edward. Ich war eine Tvte und niemals hättest du mich wiederge'ehen, gälte es nicht, Pym zu retten. Der Tefreiungsveriuch. den wir unternommen hatten, war fehlgeschlagen.

Richter Higgins hatte längst seinen Platz ver­lassen; die Geschworenen waren aufgesprungen. Der Staatsanwalt, der Verteidiger, alle An- toe'enöen in diesem Saal, hatten sich um die beiden: um Mac Comb und seine Frau geschart.

Eins'sen Sie mir erklären Higgins, der Richter, trat in den Kreis.Wie ist Pym m den Be'ih Ihres Schmuckes gekommen?

Erstaunt gab Frau Mac Comb die Antwort: Begreifen Sie das nicht? Ich selbst habe ihm den Schmuck geschenkt. Denn er war unser Mit­wisser: er hat uns zur Flucht verhalfen; er hat alles getan, um den Schein eines Hnglücks- falleä zu wahren.

Warum hat er denn nicht einfach die Wahr­heit ge'agt, als er in den furchtbaren Verdacht kam, Ihr Mörder zu fein?

In Frau Mac Combs Gesicht trat ein Lächeln, das ihren verwüsteten Zügen einen Schimmer von mütterlicher Zärtlichkeit gab. Sie wandte 'ich herum zur Bank des Angeklagten: Pompejus Pym ', den Kovf in die Hände vergraben, unbeweglich.Warum er nicht ge'vrochen hat? Weil er ... weil er ... sie nahm den Kopf des Regers zwi'chen die Hände und preßte ihr Ge­sicht aus seine Wange;weil er der einzige wahre Freund ist, den mir das Leben geschenkt hat. Er hätte ge'chwiegen, er wäre für mich in den Tod gegangen."

*

Am Westausgang des Gerichtsgebäudes stand Cliie am Auto.

Wo ist meine Mutter, Mr. Jenkins?

Der Detektiv hob den Blick zu den Fenstern des grauen Gebäudes.Ich habe lange mit ihr dort oben gestanden. Frau Mac Comb hat ihre Tochter ge'ehen; sie ist glücklich weiß sie doch, daß ihr Kind glücklich ist."

Warum kommt sie nicht, Mr. Jenkins?"

Frau Mac Comb hat fein Anrecht auf ein Leben an Ihrer Seile. Sie gehört in jene Kreise, für die sie sich in einer dunklen Stunde entschieden hat. Sie ist für eine kurze Spanne Zeit in das Helle Licht des Tages getreten, denn eine unabweisbare Pflicht hat sie gerufen. Sie ha-t ihre Pflicht erfüllt; nun ist sie.zurückgekehrt in daS Dunkel, aus dem sie gekommen ist."