Eröffnung derGießenerKerienkurse
, mitgeteilt vom v. D.) Gießen: Die
dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der Geschäftsstelle auf
** Straßensperrungen.
Oberhessischen Automobil-Club (21. v.
Sperre auf der Provinzialstraßenstrecke Angers-
künstlerbühne „Feuervogel". — Astoria-Lichtsprele: „Der weiße Wildling" und „Ihr schönster Tag".
— Aus b-em Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die heutige Vorstellung „Vasantasena" beginnt um 19.30 Uljc. Am Mitt- wo-ch, 2. Oktober, wird Suppes Operette „Boccaccio" als erstes Gastspiel der Frankfurter Ope- retten-Gastspiele (Direktion Baars) aufgeführt. Die Ditelrolle d^er Operette wird Fräulein Mctha Liebermann, erste Sopranistin des Frankfurter Opernhauses, darstellen, die speziell in der klassischen Operette sich einen Barnen geschaffen hat. Die Altistin des Frankfurter Opernhauses, Frau Bertram, ist für die Altpartie verpflichtet. Die Rolle des Lambertutio spielt de,r Komiker Franz Menar, der zuletzt am Zentraltheater Dresden verpflichtet war. Erster Tenor Emmerich Miller Marten, erster Tenorbuffo Hans Schneider. Die Rolle der
Fiametta wird von Anneliese Küstner, Berlin, verkörpert werden. Bei der Aufführung Wirkt die Frankfurter Laban--Schule mit.
— Musikalische Abendfeier de r Darmstädter Musikanten-Gilde. Diese Veranstaltung am morgigen Mittwochabend in der Stadtkirche bringt für Gießen — so schreibt man uns — etwas Reues. Kein Konzertinstitut im üblichen Sinne ist es diesmal, das unter bewußter Betonung der Trennung zwischen Ausführenden und Zuhörern den letzteren einen musikalischen Genuß vermitteln möchte, sondern eine junge Sängerschar, die, aus den verschiedensten Berufen stammend, sich durch die Liebe zur Musik zusammenfand und durch treuen Dienst sich ein gutes Können erwarb, lädt ein, mit ihr zusammen eine musikalische Abendfeier zu halten. Die Gilde will durch ihre geistlichen Musiken dazu anregen, daß der Musik sowohl im Dasein des einzelnen, wie auch im Leben der Gemeinde wieder der Platz eingeräumt werde, der ihr gebührt. Das Programm bringt u. a. eine aus Sähen unserer großen Kirchenmusiker zusammengefügte Kantate über „Ein feste Burg" und als Kernstück eine achtstimmige Motette von Johann Sebastian Bach. Man beachte die gestrige Anzeige.
Wenn Ihre
Empfehlungsanzeige
in der Freitags- oder in der Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung
werben soll
Der Erfolg der im vorigen Jahre zum erstenmal abgehaltenen Gießener Ferienkurse hatte deren Leitung veranlaßt, sie auch für 1929 wieder auszuschreiben: die diesjährigen Kurse wurden gestern vormittag mit einer Ansprache Er. Magni- izenz des Rektors Professor Dr. Brüggemann eröffnet, der die Anwesenden namens der Lubo- viciana herzlich willkommen hieß; der Rektor bedauerte, daß die Zahl der Teilnehmer nicht größer ei, und wies auf die ideellen Bestrebungen der Heuer zum zweiten Male veranstalteten Kurse hin, in denen das gemeinsame Thema „Deutsche Denker, Dichter und Künstler" behandelt werden solle: Vermittlung nationaler Kulturwerte sei das Ziel der Kurse, und er wünsche, daß das Vorgetragene in den geistigen Besitz der Teilnehmer übergehen möge.
Im Namen des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung hieß darauf Beigeordneter Dr. Hamm die Teilnehmer in Gießen herzlich willkommen mit dem Wunsche, daß die Kurse zur Be» ruchtung des geistigen Lebens unserer Stadt beitragen und den Teilnehmern bleibende Erinnerungen an Gießen mitgeben möchten.
Prof. Dr. K ü st e r stellte sich dann den Teilnehmern als Kursleiter vor, begrüßte sie im Namen der Veranstalter und gab einen Ueberblick über das Programm. Die Vorträge und Veranstaltungen seien als eine geistige Einheit gedacht, es habe — im Lessinajahre. — nahegelegen, sie mit einer Würdigung Lessings einzuleiten und unter einem Namen gleichsam zusammenzufassen und zu verbinden. Im einzelnen seien Vorträge, Lehraus
flüge und Veranstaltungen künstlerischer Art geplant: auch die Leibesübungen sollen nicht vernachlässigt werden. Der Kursleiter gab ferner seiner Freude darüber Ausdruck, nicht weniger als ein Drittel der vorjährigen Teilnehmer auch diesmal wieder begrüßen zu können und schloß mit den besten Wünschen für die beiden kommenden Wochen.
Hierauf ergriff der Literarhistoriker unserer Universität, Prost Dr. Vietor, das Wort zu seinem Fe st vortrag über Lessing. Ausgehend von der neuerlichen Würdigung, die Lessing anläßlich seines 200. Geburtstages vielfach zuteil wurde, und anknüpfend an die bekannte Selbstkritik in der „Hamburgischen Dramaturgie" entwickelte der Vortragende in ausgezeichnet durchdachten, sehr klaren und feinsinnig formulierten Ausführungen eine kritische Abgrenzung von Lessings Wesen und Wirken: eine Abgrenzung innerhalb der äußersten Pole- Leidenschaft und Geist, schöpferische Phantasie und sittliche Gesinnung, Dichtertum und Schrift- stellerei: eine mit charakteristischen Beispielen belegte Absteckung der Grenzen Lessings, die zugleich eben auch die Begrenzungen seines Zeitalters waren. Lessing wurde dargestellt als der typischste und hervorragendste Aufklärer, den wir besessen haben; die sittlichen, nicht dieästhetischen Werte feines Schaffens wurden betont; sein noch heute gültiges Bild — das des Erziehers, des schöpferischen Kritikers und Schriftstellers — formte sich überzeugend in der weitausholenden, von glänzender I Durchdringung des Stoffes zeugenden Darstellung Prof. V i s t o r s, die den Eröffnungsakt der dies- | jährigen Kurse beschloß. —
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 1. Oktober 1929.
3m Gemeindebackhaus.
Zu keiner Zeit des Jahres — von den Feierragen abgesehen — ist das Gemeindebackhaus so stark in Anspruch genommen als jetzt, in 'den Tagen der lieblichen Zwetschenkuchen. Vom frühen Morgen bis spät in die Rächt raucht der Schornstein, und wenn wir Wanderer Vorbeigehen, steigt uns ein würziger Obstkuchengeruch in die Rase.
Ganz einfache, anspruchslose Häuschen sind es, die hier der Allgemeinheit dienen,, irgendwo in einer Ecke des Dorfes gelegen, meistens in der Rähe des durchfließenden Baches. Unb doch sind sie gewissermaßen der Mittelpunkt vom ganzen: denn hier wird das tägliche Brot gebacken, von hier aus werden die köstlichen Kuchen in die Häuser getragen: in ruhigen Zeiten wird über dem Backofen das Obst gedörrt usw.
3n einer Gemeinde sah ich ein großes Gebäude, in dem tatsächlich alles vereinigt war, was wir zum geistigen und körperlichen Wohl brauchen. Da waren Backstube, Schulsaal, Spritzenhaus, Lehrerwohnung und Gemeinderatssaal in einem Hause untergebracht. Das reinste Uni» versum. 3n einem anderen Dorfe nützt man die Wärme des Backofens aus, indem man eine Badeanstalt darüber errichtete.
Es gab einst Brunnen, an denen Mädchen und Frauen Wasser holten, und während sich die Eimer füllten, wurden schnell einige Reuigkeiten erzählt. Die Brunnen sind verschwunden, aber im lieben Backhaus finden sich schon einige Minuten für den Dorfklatsch. Beim Backen kommen immer Rachbarn zusammen, denn niemand hat so viel Kuchen, um einen Ofen allein zu füllen. An kühlen Abenden, noch mehr im Winter, gibt es ja auch kaum einen traulicheren Ort, an dem sichs so schön schwatzen läßt, wie gerade im Gemeindebackhaus.
Ich kann mich gut erinnern, wie gern wir Kinder beim Backen halfen. Besonders schön war es abends, wenn die Mutter die kleine Petroleumslampe anzündete — heute ist ja wohl in jedem Backhaus elektrisches Licht. Wir durften dann die Kuchen oder die Welle Holz oder das Backgeschirr tragen. Schon das Feueranmachen und die hellodernde Flamme gefielen uns. Dann wurde der Ofen „geputzt". Die Asche kam ganz links auf ein kleines Häufchen, und es wurde eingeschossen. Während die Kuchen in der Hitze lagen und die Erwachsenen Muhe hatten, war es am schönsten. 3m Sommer sangen die Heimchen in den Ecken des Backhauses, ab und zu huschte eine Maus, die ja gerade hier immer Rahrung finden, über den Steinboden, das kleine Lämpchen verbreitete eine ungewisse Helligkeit. Aber so recht einladend war es erst, wenn draußen der Wind um die Ecken fuhr, oder strenge Kälte alles in ihren Dann schlug. Die wohlige Wärme, der angenehme Duft kommender schöner Dinge machte uns das Herz froh.
Gegenüber der Beute, auf der die Kuchenbretter lagen, war eine schmale Dank: darauf sahen wir und lauschten den Reden der Großen. Dann und wann sprang ein Funke aus der knisternden Asche. Alte Geschichten wurden auf» gefrischt, Reuigkeiten weitererzählt. Von Zeit zu Zeit sah man nach, ob die Kuchen schon gut waren. Dann wurde links in das Zugloch ein Pack Stroh gesteckt und angesteckt, denn die kleine Leuchte genügte nichst Beim „Ausschießen" der Kuchen hupften wir von unserer Bank.
Sehr oft, besonders beim Drotbacken, wurden die kleinen „Beutekuchen" sofort angeschnitten und — noch warm — verzehrt. Das war immer ein kleines Fest, wenn wie die kleinen Mattenkuchen vertilgen konnten. Alle Kinder, die eine große Verwandtschaft hatten, waren in dieser Hinsicht gut versorgt, denn es war Sitte, daß man sich bei der Tante oder der Rachbarsfrau ein Stück Kuchen holen durfte. Es war ja die Zeit, in der wir ^die Brötchen noch als Leckerbissen betrachteten und von den „Fünfpfennigstückchen" überhaupt keine Ahnung auf dem Lande hatten. Heute ist das ja alles anders.
Schön war es auch, als wir älter geworden waren und beim Losen sein durften. Beim Zehnuhrläuten kam der Ortsdiener mit den blechernen Losen, warf sie einer Frau in die Schürze und jeder, der Brot oder Kuchen backen wollte, nahm ein Los. Besonders unangenehm war das Montags „d". Denn wenn der Ofen den Sonntag über kalt gestanden hatte, war der Holzverbrauch stärker. Deshalb wurde gerade mit dem Montags „v" eine besondere Reihenfolge innegehalten. Zur Herbstzeit war die Rachfrage nach Kuchenlosen besonders stark. Wie oft waren wir im Felde und kamen erst spät nach Hause. Aber unfern Zwetschenkuchen wollten wir doch haben. Da wurde es bann manchmal Mitternacht, bis unsere Kuchen eingeschossen werden konnten.
3ch muh dieser Zeiten immer wieder gedenken, sobald auf dem Tische der saftige Zwetschenkuchen erscheint. Wir holen ihn heute beim Bäcker. Damals aber, so scheint es mir, schmeckte er doch besser, weil wir ja beim Backen helfen durften.
bach —Rudlos, Abteilung Ortsdurchfahrt An» gersbach, ist wieder aufgehoben. — Wegen Ausführung von Brückenbauarbeiten wird die Provinzial» straße Ermenrod — Groß-Felda vom 2.Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt.
** Das Telegraphenbauamt verlegt seine Diensträume am 4. Oktober von Liebigstraße 16 nach dem Telegraphenamtsgebäude im Hof des. Poft- arundftücks, Bahnhofstraße 85, Eingang im Nordflügel.
** Spende für das WohlfahrtsamL Das bei den Modevorführungen des Modehauses Carl Nowack erhobene Eintrittsgeld hat insgesamt den Betrag von 403,50 Mark ergeben. Da das Modehaus Nowack die gesamten Unkosten für die Modenfchau selbst getragen hat, konnte der vorerwähnte Betrag in vollem Umfange dem Wohlfahrtsamt für seine Fürsorgearbeit übermittelt werden.
** Jubiläum in der Bücherhalle. Am 1. Oktober 1899, heute vor 30 Jahren, wurde Frl. Ida D i n g e l b e i n mit der Verwaltung der Bücherhalle betraut. Sie wirkt noch darin mit ihrer ganzen Person als Hüterin des Bücherschatzes und als Vermittlerin des rechten Buches an den rechten Leser. Wer immer ihre Fürsorge erfuhr, wird ihrer dankbar gedenken.
*' Geschäftsjubiläum. Am heutigen 1. Oktober kann die Firma Otto Rathschl ag in Gießen auf ihr 40jähriges Bestehen zurückblicken. Das älnternehmen wurde von dem jetzt noch der Firma vorstehenden 3nhaber am 1. Oktober 1889 gegründet und bis zum 3ahre 1912 als Wäsche- und Ausstattung?geschäft, verbunden mit Reise und Versand, betrieben. 3m 3ahre 1912 wurde das offene Ladengeschäft mit der Firma E. A. Hartmann G. m. b. H. in Marburg verschmolzen, während das Engros- und Der- fandgeschäft in Gießen unverändert unter der ursprünglichen Firma weitergeführt wurde. Dank seiner guten kaufmännischen Gepflogenheiten erfreut sich das Unternehmen in Oberhessen und weit über dessen Grenzen hinaus der besten Wertschätzung.
** Oeffentliche Bücherhalle. Im September wurden 1007 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 739, Zeitschriften 17, Jugendschriften 54, Gedichte und Dramen 4, Literaturgeschichte 3, Länder- und Völkerkunde 49, Kulturgeschichte 2, Geschichte und Biographien 93, Kunstgeschichte 3, Naturwissenschaft und Technologie 17, Heer- und Seewesen 1, Religion und Philosophie 4, Staatswissenschaft 10, Sport 1, Fremdsprachliches 10 Bände. Nach auswärts tarnen 6 Bände.
** Einführungsoorträge zum Spielplan des Stadttheaters werden wieder im Rahmen der Volkshochschule veranstaltet. Eine allgemeine Einführung in den Winterspielplan aibt Heinrich Bitsch am Samstag, 5. Oktober, 20 Uhr, im Sinasaal des Realgymnasiums. (Siehe heutige Anzeige.)
** Hessis che Vereinigung furVolks- kunde. 3n der Hessischen Vereinigung für Volkskunde hält am nächsten Samstag der Volks- bildungsreserent für Oberösterreich, Professor Dr. A. Depiny, einen Vortrag über: „Ober- österreichisches Volkstum" (mit Lichtbildern). Die Mitglieder und Freunde der Vereinigung, insbesondere auch die Mitglieder des VDA., seien auf diesen Vortrag hingewiesen, der — von dem besten Kenner oberösterreichischen Volkstums gehalten — den Freunden der Volkskunde und unseres Volkstums vieles Lehrreiche und Anziehende bringen wird. (Räheres siehe heutige Anzeige.)
** Richtigstellung. In der Besprechung der Modevorführungen im Hause Nowack (ogl.Samstag- nummer) muß es richtig heißen, daß die vorgeführten Hüte von Frau Minna Bock in Firma Hof- Wenzel hergestellt waren.
** ZwölsMinuten Auslandtelepho- n a t e. Das Reichspostministerium hat der „B. Z." zufolge verfügt, daß vom 1. Oktober an Prioatge- fpräche im Auslandverkehr erst nach zwölf Minuten von den Telephonämtern getrennt werden dürfen. Bisher war die Frist nur 6 Minuten.
Kunst und Wissenschaft.
Pros. v.'Carl Mirbt f.
Am 27. September verschied der emerit. ordentliche Professor der Kirchengeschichte und Missionswissenschaft an der theologischen Fakultät der Universität Göttingen, Geheimer Konsistorialrat D. Carl Mirbt im 70. Lebensjahre. Geheimrat Mirbt, geborener Schlesier (geb. 1860 zu (3naben= frei), widmete sich in Halle, Erlangen und Göttingen dem Studium der Theologie, erwarb 1888 in Göttingen den Lizentiatengrad und habilitierte sich gleich darauf für das Fach der Kirchengeschichte. Ein Jahr später wurde Mirbt Extraordinarius in Mar- bürg als Nachfolger A. v. Harnacks, erhielt dort die Ernennung zum Ordinarius und 1913 Konsistorialrat und 'Mitglied des Konsistoriums in Kassel. 1903/04 bekleidete er das Rektoramt der Marburger Universität. Von 1912 bis zu seiner am 1. Oktober 1928 erfolgten Emeritierung lehrte Mirbt in Göttingen als Nachfolger des verstorbenen Geheimrats Paul Tschackert. Sein Spezialgebiet war die mittlere und neueste Kirchengeschichte und Geschichte der Mission. _______________
So ein kleiner poetischer Hauch liegt nun einmal über dem Gemeindebackhaus. Das empfindet man erst, wenn man nicht mehr hineinkommt. P.
Unser neuer Roman.
3n der heutigen Ausgabe des „Gießener Anzeigers" bringen wir den Abdruck der Kriminalnovelle „Der Fall Pompejus Pym" des kürzlich verstorbenen Paul Rosenhayn zu Ende: gleichzeitig beginnen wir heute mit der Veröffentlichung eines neuen großen Romanwerkes. Ein junger, erfolgreicher Autor, dessen Werke seither außerordentlich gefallen haben, und der sich infolgedessen beim großen Publikum einen geschätzten Ramen gemacht hat, stellt sich mit seiner jüngsten Schöpfung auch unserem Leserkreise vor.
„Liebe in Ketten" von Hans Mitteweider
heißt der neue Roman des „Gießener Anzeigers", der zweifellos unsere Leser und vor allem unsere Leserinnen in seinen Bann schlagen wird — ein Gesellschafts- und Liebesroman, dessen bewegte, dramatisch sich steigernde Handlung um das ergreifende Schicksal einer schönen und begehrenswerten Frauengestalt gesponnen ist. Wir sind gewiß, daß man allenthalben dem Liebes- und Leidenswege der Heldin bis zu seinem glücklichen und befreienden Ende mit lebhafter Anteilnahme folgen wird.
Das Werk ist, in klarer Erkenntnis der besonderen Eigenart und der Rotwendigkeiten des modernen Zeittmgsromanes, lebenlig und fesselnd geschrieben, und so glauben wir bei seiner Erwerbung eine glückliche Hand gehabt zu haben; wir dürfen uns der Hoffnung hingeben, mit seiner Veröffentlichung den Wünschen unseres Leserkreises nach einer ungewöhnlich interessanten und zu Herzen gehenden Lektüre vollauf gerecht zu werden. Möge der Roman, wie so viele seiner Vorgänger, eine freundliche Aufnahme finden!
Gietzerier Wochenmarktpreise.
Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 210 bis 220, Matte 30 bis 35, Käse (10 Stück) 60 bis 140, Wirsing 20 bis 25, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen, grüne und gelbe 25 bis 30. Unter-Kohlrabi 12 bis 15, Feldsalat 100 bis 120, Tomaten 15 bis 25, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 60 bis 150, Kürbis 5 bis 8, Pilze 40 bis 45, Kartoffeln 5 (der Zentner 4 bis 4,50 Mk.), Falläpfel 4 bis 5, Aepfel 10 bis 15, Dirnen 10 bis 15, Preiselbeeren 35 bis 40, Pfirsiche 45 bis 70, Brombeeren 55 bis 60, Zwetschen 10 bis 12, junge Hähne 120 bis 130, Suppenhühner 100 bis 120, Rüsse 60 bis 70 Pf. das Pfund; Tauben 70 bis 90, Eier 15 bis 16, Blumenkohl 30 bis 80, Salat 10 bis 15, Salat- qurken 10 bis 25, Einmachgurken 2 bis 4, Endivien 10 bis 15, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 20, Sellerie 10 bis 30 Pf. das Stück.
Vornotizen.
— lagesfalenberfürDienstag. Stabt» theater: „Vasantasen^", 19.30 bis 22 Uhr. — Gießener Ferienkurse: Vortrag Prof. R o l o s f „Deutsche Historiker und Staatsmänner als Bilbner unb Hüter ber beutschen Sprache", 16 bis 18 Uhr, Botanischer Hörsaal. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das zweite Leben"; auf ber Bühne: Deutschrussische Klein-


