Ausgabe 
1.8.1929
 
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M. 178 Erster Blatt

Donnerstag, 1. August 1929

179. Jahrgang

Gieheim Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

vmck und Verlag: vrühl'lche llnwersilSKGuch. und Sfrinörndtrei R. Lange in Sietzen. Lchristleltnng und Seschästrftelle: Schulftrotze r.

Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertag«. Beilagen Die Illustrierte

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Chefredakteur:

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen.

Starkes Vertrauensvotum für Briand.

Die große Gefolgschaft gilt aber nur für die Haager Konferenz. Einstweilen Burgfrieden in -er Innenpolitik.

Ser deuische Siandpmikl zur Haager Konferenz

immer noch nach dem ungebetenen Passagier, kann ihn in der Dunkelheit aber nicht finden. Die Zurückbleibenden verabschieden sich nochmals

windlichen Hindernisse geben könne, und habe gehofft, daß am Dorabend der Konferenz im Haag es möglich Ware, eine erweiterte Mehr­heit zustande zu bringen, die den ausgesprochenen Zweck hat, der Regierung zu helfen, die Interes­sen Frankreichs auf der Konferenz zu vertreten. Die Radikale Partei habe abgelehnt, und er habe sich beugen müssen. Da es ihm unmöglich ge­wesen Ware, die Krise länger andauern zu lassen, habe er

die jetzige Regierung gebildet, nicht sür lange, sondern nur sür die Erfüllung einer genau be­grenzten Ausgabe.

Driand ging alsdann näher auf das ein, was die zurückgetretene Regierung Poincarö geleistet hat. Wenn die Konferenz vom Haag zu Ende sei und zu einem bestimmten Ergebnis geführt habe, werde das Parlament zusammen­berufen werden, um die notwendige Ratifizierung zu vollziehen. Don diesem Augenblick an werde die. Innenpolitik wieder zu ihrem Recht gelangen. Wenn die große Mehrheit der Ration

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 1. Aug. Immer wieder tauchen Ge­rüchte auf, die von einer zeitlichen Teilung der kommenden Reparationskonferenz wissen wollen. Demgegenüber steht Deutschland nach wie vor auf dem Standpunkte, die Konferenz in einem Zuge durchzuführen. Ueber diese Frage wird die Konferenz in ihrer konstituierenden Versammlung entscheiden, denn irgendwelche bin­denden Abmachungen liegen darüber bisher nicht vor. Bermutlich wird von der Gegenseite der Ver­such gemacht werden, zunächst einmal die Re­paration Probleme in den Vordergrund zu schieben und über sie zu einer Einigung zu kom­men, damit die heiklen politischen Fragen, die Rheinlandräumung, Saargebiet usw., möglichst in den Hintergrund gedrängt werden, und Deutschland in eine taktisch-ungün st ige Situation gebracht wird. Hinzu kommt noch, daß in einer ganzen Reihe von politischen Fragen die Mächte, d. h. ihre Vertreter, sich in parlamen­tarischen und anderen Aeußerungen in der letzten Zeit derartig fest gelegt haben, daß nur eine sehr kräftige ne'ue Initiative diese drohenden Hemmungen überwinden kann. An der eigentlichen politischen Konferenz sind die sechs Machte, nämlich Deutschland, Frankreich, England, Italien, Belgien und Japan beteiligt. Auf diesem schon im Genfer Kommunique festgelegten Kreis sollen auch die politischen Verhand­lungen beschränkt bleiben, wofür Deutschland auf jeden Fall mit aller Energie eintreten wird. An den Reparationsverhandlungen sind allerdings noch die Unterzeichner des Dawes-Planes,

Friedrichshafen, 1. Aug. (WTB. Funk- fpruch.) Das LuftschiffGras Zeppelin" ist heule früh 3.29 Uhr mit 18 Passagieren an Bord unter Führung Dr. Eckeners zur Fahrt nach Amerika ausgestiegen. Der Aufstieg

Basel.

Graf Zeppelin" überflog um 3.55 Uhr früh in ziemlicher hohe Konstanz. Das Luftschiff bot bei berti klaren Himmel einen prachtvollen An­blick. Ls passierte um 4 Uhr Schaffhausen, um 5.15 Uhr WaIdshul, um 5.35 Uhr Säckln - gen und um 6.05 Uhr Basel.

3n der Nähe von Belfort.

Paris, 1.Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach einer Meldung der Agentur haoas aus Belfort über­flogGraf Zeppelin" um 7.45 Uhr die Ortschaft Beaucourt bei Belfort. Infolge der tiefgehenden Wolken und Regens war das Luftschiff nicht zu sehen. Man hörte nur das Surren der Pro­peller.

Das erste Stimmungsbild. Der blinde Passagier vom Dach der Halle aufgesprungen.

Friedrichshafen, 1. Aug. (WTD. Funk­spruch.) Ein stecnenbesäter Rachthirnmel wölbte sich über Friedrichshafen, als um 2.15 Uhr die Ameriiafahrer den am Hotel bereitstehendeu Om­nibus bestiegen und sich zur Werst begaben, vor deren Toren sich zahlreiche Reugierigr angesammelt hatten, denen aber der Zutritt durch strenge Kontrolle verwehrt blieb. Die Passagiere sind gulec Dinge und wechseln die letzten Ab- schiedsgrühe mit den Angehörigen und Freunden. Um 2.45 Uhr ertönt das KommandoBesatzung ins Schiff". Rachdem der BaUast teilweise ent­leert ist, gehen die Passagiere an Bord. Das letzte Gepäck wird hinaufgereicht. Kapitän von Schiller hat sich vor der Treppe ausgestellt, damit niemand ohne Fahrschein in das Schiff ge angt. Gegen 3 Uhr werden die letzten Ballast- säcte entleert und das Schiff ausgewogen. Es muß noch viel Wasser abgegeben werden. Dr. Eckener hat sich bereits in der Halle ein­gesunden und geht mit vergnügter Miene in Be­gleitung seiner Gattin am Schisse auf und ab. Auch Kapitän Lehmann taucht auf. Bei der zwischen Passagieren und Zuschauern hin und her flutenden Unterhaltung überwiegen die ameri­kanischen Laute. Um 3.11 Uhr begibt sich Dr. Eckener in das Schiff. Bier Minuten später schon wird derGras Zeppelin" mit dem Heck voraus durch das Westtor in die kühle Rächt hinausgeschleppt. Plötzlich taucht, als das Schiss schon halb die Halle verlassen hatte, das Gerücht auf, daß

während der Ausfahrt ein Mann vom Dach der halle auf das in Bewegung befindliche Luft­schiff gesprungen sei. Bald wird diese Nachricht auch von einem Beamten, der die Kontrolle im obersten Lausgang der halle hatte, bestätigt. Oer ungebetene Gast hatte sich, wie sich heraus- stellte, an einem kurzen Strick vom Hallendach heruntergelassen und war dann auf die hülle des Luftschiffes gesprungen.

Wie verlautet, soll es sich um einen der kürzlich entlassenen Arbeiter der Werft handeln. Kapttän Flemming ordnete sofort an, daß das Schiff -durchsucht wird. Währenddessen wird der , von zahlreichen Scheinwerfern umspielte Schiffskörper mit dem Heck nach Süden gedreht. Man sucht

Lieber dem Rhoneial.

Lyon, 1. Aug. (WTB. Eigene Drahtmeldung.) Das LuftschiffGraf Zeppelin" befand sich beim Ueberfliegen der Stadt in einer höhe von etwa 300 Meter und haue eine Fluggeschwindigkeit von ungefähr 80 Kilometer. Es wurde v o n e i n e m Flugzeugbegleitet, das es in weitem Bogen umkreiste. Sobald das Surren der Motoren hörbar wurde, stürzten die Bewohner an die Fenster, um das Luftschiff, das über der linken Seite des Rhone­tales flog, zu sehen. Eine große Menschenmenge sammelte sich an den Ufern der Rhone an, von wo aus das fonnenbeglänzte Luftschiff mit allen Einzel­heiten an Bord am besten zu sehe, war. Rach Pas­sieren der Saonemünbung bog das Luftschiff nach Osten ab, um dem Laufe der Rhone über dem rechten Ufer zu folgen. Es herrschte leichter Südwestwind.

Zn Richtung Mittelmeer Gibraltar.

Friedrichshafen, 1. Aug. (WTB. Drahtmel­dung desGieß. Anz.".) Soeben sind beim Luft­schiffbau folgende Standortmeldungen de» Graf Zeppelin" eingelaufen:

10.30: Maxon: Alles in Ordnung. Schift fährt gut. hatten zuerst starken Gegenwind.

10.58: Lyon: Fahren rhoneabwärtv über das Mittelmeer nach Gibraltar.

Valence (Rhone), 1. Aug. (WTB. Eigne Draht­meldung.) DerGraf Zeppelin" hat die Stadt um 12.30 Uhr überflogen. Ein zahlreiches Publikum be­obachtete das Luftschiff, bis es in südlicher Rich­tung den Blicken entschwand.

hinter ihm stehe, bann würben seine Bemühungen gestärkt, und man müsse im Haag denken, daß er das gesamte französische Dolk vertrete. Könne die Kammer um dieses Werkes willen nicht einen Augenblick die Innenpolitik vergessen? Infolge des Sechsmächte-Protokolls sei es not­wendig, daß eine Regelung erfolge, die es endlich Frankreich gestatte,

nicht mehr zu ungefälligen Gesten eines un- erbittlichen Gläubigers zu greifen. Solange diese Möglichkeit bestehe, sei keine Annäherung

zwischen Frankreich und Deutschland möglich.

Driand erklärte u. a. weiter: Riemand kann verkennen, daß die Aussprache im Haag ernst fein wird. Es gibt keinen Franzosen, der nicht empfindet, daß, wenn der Ministerpräsident, der zugleich Minister des Auswärtigen ist, sein Land verläßt, um zu solchen Verhandlungen zu gehen, es notwendig ist, daß ihm die Arbeit nicht erschwert werde. Er wolle, so fuhr Driand fort, keinen Druck ausüben, aber der, der Franko reich vertrete, müfte erhobenen Hauptes dastehen.

daß es möglich sei, im jetzigen Augenblick einen Abbau der Zollpolitik zu erreichen, der eine Vor­bedingung für die europäische Föderation sei.

Der nächste Redner, der sozialrepublikanische Abgeordnete Planche, vertrat den Standpunkt, daß man eine Friedenspolitik nicht mit einer Regierung machen kann, dir sich auf eine Mehrheit stützt, die den Friedens­ideen nicht ergeben sei.

Der sozialistische Abgeordnete Llhrh forderte, daß Driand vor Schluß der außerordentlichen Session das Amnestiegesetz für die Elsässer an­nehmen lass«.

Ministerpräsident Briand

sprach sich zuerst über die Bedingungen aus, unter denen er sein neues Kabinett gebildet habe. Das Ministerium von heute sei eigent­lich das Ministerium von gestern. Seit drei Jahren habe dies« Regierung immer die Mehrheit des Parlaments an ihrer Seite gehabt. Er fei immer der Ansicht gewesen, daß es in der Frage der Außenpolitik keine unüber-

Gras Zeppelin" aus der Amenkafahrt.

L8 Passagiere an Bord, darunter auch ein blinder Passagier. - Heute mittag südlich von Lyon

nämlich die fünf anderen Staaten Südslawien, Ru- mänien, Portugal, Griechenland und Polen betei­ligt. Im übrigen rechnet man in unterrichteten Kreisen nicht mehr mit einer Verschiebung des Kon­ferenzbeginnes über den 6. August hinaus.

Dr. Stresemann wieder in Berlin.

Berlin, 31. Juli. (WB.) Reichsaußenminister Dr. Stresemann ist heute abend aus seinem Urlaub nach Berlin zurückgekehrt und hat die Amtsgeschäfte wieder übernommen.

Oie englische Delegation.

London, 31. Juli. (WB.) Premierminister Macdonald begibt sich morgen zum Erholungs­aufenthalt nach Lossiemouth. Schatzkanzler Snow­den, Außenminister Henderson, sowie der Präsident des Handelsamtes, Graham, begeben sich am Sonntag nach dem Haag, wo die Konfe­renz am 6. August eröffnet wird. Heute nachmittag stattete General Dawes dem Premierminister in Downing Street einen Besuch ab zur weiteren (Er­örterung der Flottenabrüstungsfrage.

Die italienische Delegation.

Rom, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) WiePo- polo di Roma" meldet, ist zwar die italienische Delegation für die Haager Konferenz noch nicht definitiv ernannt, es werden aber als ita­lienische Delegierte Senator Mosconi, Staats­sekretär im Außenministerium (9 r a n bi, Senator Alberto Pirelli und ein Botschafter ernannt werben.

Paris, 31.3uli. (WB.) 3n der heutigen ersten Sitzung der auherorbentlichen Kammer­tagung wurde nach Verlesung der Regierungs­erklärung und der Stellungnahme der Parteien die Tagesordnung S l b i 11 e , die Ministerpräsident B r i a n d das vertrauen aussprichl, mit 325 gegen 136 Stimmen angenommen. 140 Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Die Tages­ordnung hat folgenden Wortlaut:Die Kammer billigt die Erklärung der Regierung. Sie hat zu ihr vertrauen, lehnt jeden weiteren Zusatz ab und geht zur Tagesordnung über.

Oie Kammersitzung.

Paris, 31. Juli. (W.T.D.) In der Kam- m e r hat heute Ministerpräsident B r i a n b nach Eröffnung der außerordentsicheu Session

die Regierungserklärung verlesen. Di« Erklärung spricht zuerst Pvin- tatc ehrfurchtsvoll« Synrpathi« und innigste Wünsch« für baldige glückliche Heilung aus, und fährt dann fort:

Durch die Finanzsanierung im äußeren, durch das Budg«.gleichgewicht, durch di« Stabilisierung und durch die Regelung der auswärtigen Schul­den haben bi« beiden, vorhergehenden Kabinette bi« Konferenz möglich gemacht, die sich in einigen Tagen versammeln wird und deren Er­gebnisse vor der Oeffentlichkeit des Landes die Dollendung des Werks besiegeln sollen, das für

die Sicherheit Frankreichs in Europa, sowie für die Verteidigung seiner höchsten materiellen und moralischen Interessen

in der Oeffentlichkeit durchgeführt worden ist. Es steint uns, daß gegenüber dieser Ansicht ein« Einigung unter und möglich fein svllte: Die Hoffnung ist gestattet, daß auch diejenigen, bi« mit der Freiheit ihres Entschlusses zu un- fe .em großen Bedauern nicht geglaubt haben, unserem Airerbisten auf Beteiligung an der Re­gierung entsprechen zu können, wenigstens durch ihre Abstimmung unser« internationalen Auf­gaben erleichtern könnten.

Die Stunde ist jedenfalls ernst genug, um die Aufopferung jeder anderen Erwägung für die Bedürfnisse unserer auswärtigen Politik zu rechtfertigen. Drei Monate Burgfrieden unter den gegenwärtigen Umständen zu verlangen, erscheint uns keine unmögliche Forderung.

Die Haager Konferenz wird ein wesentliches Glied in der Kette der Organisierung des Frie­dens fein. Die Verteidigung der Rechte und der Interessen Frankreichs auf dieser großen inter­nationalen Aussprache bildet unsere Daseins­berechtigung. Sie ist u n s e r P r o g r a m m, wir lönnten im gegenwärtigen Augenblick sagen,

unser einziges Programm.

Um es zu erfüllen, um im Ramen des Landes mit der notwendigen Autorität zu sprechen, brau­chen wir Ihr Vertrauen, Ihr ganzes durch Ihre Abstimmung klar zum Ausdruck gebrachtes Vertrauen. Wir stehen den schwersten Verant- üortlichkeiten gegenüber, die seit dem Ende des Krieges auf einer Regierung gelastet haben. Mit Ihrer Hilfe sind wir bereit, sie zu über­nehmen. Wir verlassen uns darauf, daß Sie, allein von den Interessen Frankreichs geleitet, sich auch Ihrer Verantwortung bewußt sind."

Oie Aussprache.

Als erster Interpellant ergriff der sozialistische Abgeordnete F r o s s a r d das Wort. Er führte aus: Das Kabinett Poincare habe zwei Schläge erlitten. Erstens sei die R a t i f i z i e r u n g nur mit acht Stimmen Mehrheit erfolgt, darunter die Stim­men von 14 Ministern, und durch die späteren Ab- Itimmungsberichtigungen fei die Regierung in Wirklichkeit sogar in die Minderheit versetzt wor­den. Der zweite Mißerfolg sei der Versuch der Re­gierung gewesen, die Steuererleichterun­gen durch die wenig höfliche Verlesung des Dekrets jur Schließung der Tagung zu verhindern. Das fehlen PoincarLs werde die Haltung der Opposition nicht ändern. Die Oppo- sition nehme die Beibehaltung Tardieus als Innen- Minister als Beweis dafür an, daß die Innenpolitik unverändert bleibe.

wenn Briand aus dem Haag zurückkehre, bann werde sich vor der Kammer eine andere Mehr­heit und eine neue Regierung vorstellen. Die Sozialisten verweigerten einer Regierung, die sich auf eine reaktionäre Mehrheit stütze, das vertrauen.

Der kommunistische Abg. Marcel Cachin e^ Härte, daß der Young-Plan nur als ein Versuch Amerikas zu bezeichnen sei, um die Hand auf Europa zu legen. Wenn man das Rheinland räume, bezwecke man nur, Deutschland für den llntisowjetblock zu gewinnen und es von seiner Ost­politik abzulenken, um es auf eine westliche Politik 'estzulegen.

D«r der Gruppe Maginot angehörende Abge- srbnete Gignoux sprach sich über Briands Pläne der Gründung der Vereinigten Staaten von Europa aus. Er bezweifelt,

Der kühne Springer ist also im Luftschiff geblieben und wirb die Fahrt mitmachen. Äm 3,29 älhr erschallt bas KommandoGuf t- schiff h v ch". Unter unaufhörlichen Hoch- und Heilrufen hebt sichGraf Zeppelin" rasch von der Erde ab und gewinnt langsam an Höhe. Die Maschinisten Winken mit ihren Taschenlampen die letzten Grüße zur Erde hinab. Zunächst steuerte das Schiff in nordwestlicher Richtung, »drehte aber bald ganz nach Westen ab und verschwand mit dem Kurs auf Basel.

Kurs über Gibraltar.

Friedrichshafen, 1.Aug. (WTB.) Der Auf­stieg wurde deshalb so ftüh unternommen, weil über Irland ein ftarfes Tiefdruckgebiet liegt, das langsam nach Süden fortschreitet. Dr. Ecke­ner hofft, durch den frühen Aufstieg noch Zeit zu finden, an dem Tief vorbeizukommen. Der Kurs wird über Basel, Besan^on, die Rhone abwärts ober die Biscaya gehen. Es scheint vor­teilhafter zu fein, nicht den direkten Westkurs zu nehmen, sondern über Gibraltar zu fahren, da man von dort aus Rückenwind bekommt.

Lieber Lyon.

Paris, 1. Aug. (WTB. Funkspruch.) 12.07 Rhr. DerGraf Zeppelin" hat um 11.10 Uhr Lyon mit Kurs nach Süden überflogen. Er hat durch Funk- fprud) um sofortige Mitteilung der Witterungs­berichte über der Gegend von Bordeaux gebeten.

von den Insassen des Luftschiffes. Alles blickt gespannt auf die Gondeltüre, um den blinden , , . _ ... . .. Passagier zu sehen. Er erscheint aber nicht. Um

ging glatt und vorzüglich vonstatten. Das Luft- keine kostbare Zeit zu verlieren, entschließt sich schift nahm soiort. Kurs in S^i-Liektung, d i'e h r t z u b e g i nne n.