an Bord des Kreuzers „<3nötige", -um nach Stockholm zurückzukehren. Tausende hatten sich im Hafen eingefunden, um bei der Abfahrt des Königs zugegen zu sein. Als der König den Panzerkreuzer betrat, ertönten nicht endenwol- lende Hurra-Rufe.
Was Delbrück nicht sagen durste.
Berlin, 30. Juni. (Priv.-Tel.) In den preußischen Iahrbüchern wird demnächst die Rede im Wortlaut erscheinen, die der bekannte, kürzlich 80 Jahre alt gewordene Berliner Historiker Hans Delbrück am 28. Juni, dem zehnjährigen Tage der Unterzeichnung des Versailler Friedens, in der Berliner Mniversität halten wollte und die vom preußischen Ministerpräsidenten verboten wurde. Delbrück hat den klaren Nachweis geführt, daß die feindliche Behauptung von be*r deutschen Alleinschuld am Kriege nicht etwa auf Grund der damaligen Kriegspsychose in gutem Glauben aufgestellt worden ist, sondern daß es sich um nachweislich gefälschte Dokumente handelt, die den Grund für das von uns erpreßte Schuldbekenntnis hergeben muhten. Man sollte meinen, daß es der deukschen Außenpolitik nur dienlich sein kann, wenn ein Gelehrter von Weltruf wie Hans Delbrück in dieser deutschen Frage, in der es wirklich keine Parteien geben sollte, sich zum Worte meldet. Wir können uns auch nicht denken, daß das Auswärtige Amt von dem polizeilichen Eingriff in Preußen übermäßig begeistert gewesen ist. Aber bei dem herrschenden Wirrwarr der Zuständigkeiten ist es ja doch stets so, daß ein zweckmäßiges Zusammenarbeiten der verschiedenen Instanzen allein dem Zufall überlassen bleibt, und bekanntlich hat es dieser Zufall noch nicht häufig mit uns gut gemeint. Mm so dringender ist die Forderung, daß endlich einmal eine verantwortliche Spitze geschaffen wird, in der die Fäden der Regierung so zusammenlaufen, daß eine, einheitliche Durchführung der Absichten gewährleistet ist und daß die östliche Hälfte der Wil- helmstraße nicht stets das Gegenteil von dem tut, was in der westlichen gewünscht wird.
Ein Protest der Universität Breslau.
Breslau, 29. Iuni. (WB.) Rektor und Senat der Mniversität Breslau haben folgendes Protestschreiben an den Kultusminister gesandt: Rekor und Senat der Schlesischen Friedrich- Wilhelm-Mnivcrsität haben von dem an die Behörden gerichteten Verbot der Reichs- und preußischen Staatsregierung Kenntnis genommen. Sie haben daraufhin die wohlvorbereitete Versammlung des Lehrkörpers und der Studenten heute abgesagt. Denn der Sinn dieses Tages vertrug keinerlei Gegensatz zwischen Staat und Volk. Sie sind aber der Meinung, daß ihnen das Recht zu einer solchen Versammlung zu st and und zusteht, aber auch die Pflicht. Es liegt im tiefsten Interesse des Staates, daß die Mniversitäten nicht auf Weisung ihre Stimme erheben oder schweigen, weil dadurch das Gewicht ihres Mrteils und die Kraft ihrer Erziehungsarbeit aufgehoben werden.
Das demokratische Wirtschastsprogramm.
Tie hessischen Demokraten zur Frage der Hekoga.
wsn. Frankfurt a.M., 30.Iuni. Der Landesausschuß der Hessischen Demokratischen Partei trat zu einer Sitzung zusammen, auf deren Tagesordnung die Frage des Wirtschaftsprogramms und ein Vortrag über „Die Hekoga im Rahmen des demokratischen Wirtschaftsprogramm" stand.
Der Geschäftsführer des Hansabundes, Dr. Reif, Berlin, erklärte, daß die Grundauffassung des Wirtschaftsprogramms der Demokratischen Partei die Anerkennung der individua- listischen Wirtschaftsform und die Anhängerschaft der kapitalistischen Wirtschaft — auch mit ihren Schwächen und Fehlern — sei. Eine zweite Aufgabe sei dann noch, diese Schwächen und Fehler der kapitalistischen Wirtschaftsform zu überwinden oder zu beseitigen. Im Mittelpunkt stehe natürlich das Kartellproblem, die freiwilligen Bindungen der Wirtschaft und die Frage der Monopole. Es bestehe in der Kommission kein Zweifel darüber, daß eine staatliche Kontrolle der Monopolbindungen unter Zugrundelegung einer gesetzlichen Basis für die Kartelle und Monopole unerläßlich fei; schwieriger fei die Frage, wie diese Kontrolle zu gestalten fei. Eine andere wesentliche Frage sei die der Ausdehnung der ö f f e n t - lieben Hand. Hier stehe die Kommission grundsätzlich aus dem Standpunkt, daß die öffentliche Hand dazu da fei, zu verwalten und nicht zu fabrizieren, zu handeln und in Konkurrenz zu Gewerbe und Mittel st and zu treten. Eine Ausnahme bilde selbstverständlich der Regiebetrieb in kleinem Ausmaße, wie dieser ja schon früher, z. D. im Salinenwesen, bestanden hätte. Dem Mittelstand werde im Programm die größtmöglichste Mnterstühung zugesagt werden. Man werde aber keine Forderungen auf staatliche Hilfe aufstellen, sondern das Verlangen an den Staat richten, den Wirtschaftsorganismus des Mittelstandes durch möglichst wenige staatliche Eingriffe zu gefährden. In der Steuerfrage werde das Programm zwei Fragen kennen, nämtlich 1. die Frage, in welcher Form die Besteuerun eregggelt werden soll und 2. die prinzipielle Frage des Steuerzwecks, ob die Besteuerung geregelt werden soll und 2. die des Staates und der Verwaltung zu decken oder ob das Instrument der Besteuerung auch ein Mittel der Politik und des Eingriffs in die Verteilung 'des wirtschaftlichen Erträgnisses fein solle. Zum Schluß werde das Programm an einer Kritik! der heutigen Form der Sozialpolitik mit ihrer derzeitigen Schematisierung und Bureaukratisierung nicht vorübergehen können und positive Vorschläge in Form einer Auflockerung machen müssen.
Meber „D i e Hekoga im Rahmen des demokratischen Wirtschaftsprogramms" sprach Dipl.» Ing. Weniger, Dad-Raüheim. Rach, einer Darlegung der bekannten Auffassungen der einzelnen Interessenten sagte der Redner noch u. a.: Es fei vor allem zu betonen, daß die Frage der Gasfernversorgung eine rein wirtschaftliche und keine politische sei. Die eine Gruppe halte die kapitalistische Wirtschaftsordnung für das Richtige, während die andere daS
Räumung der Koblenzer Zone am 1. September?
Umfangreiche Rücktransports französischer Regimenter.
Köln, 1. Juli. (2DB.) Die „Köln. Zlg." meldet aus Koblenz: Die Räumungsuorbereitun- g c n der Besahungsbehörden in Koblenz und Ehrenbreitstein fcheinen, sicherem Vernehmen nach, doch von größerem Umfange zu sein, als es anfangs den Anschein Halle. Der oberkommandierende General der Vesahungslruppen im Rheinland Hal seine Maßnahmen auf eine Räumung der Koblenzer Zone zum 1. September eingestellt, wie wir hören, sollen bereits in den nächsten 14 Tagen zwei Regimenter in die Heimat abtransportierl werden. Es handelt sich um die beiden französischen haupl- regimenter, die in Koblenz stehen, und zwar um ein Infanterie- und ein Artillerie-Regiment. Jur die frühzeitige Räumung der Koblenzer Zone scheint weniger der Stand der Verhandlungen um die Ratifizierung des Zoung-Planes als vielmehr die Tatsache maßgebend zu sein, daß die Koblenzer Zone sowieso nach dem Versailler Vertrag am 1 0. 3 a- nuat 1 9 3 0 geräumt werden mühte. Bei den nun in Betracht kommenden Räumungsoorbereitungen soll auf französischer Seite auch die rein praktische Erwägung eine Rolle spielen, daß eine Räumung der zweiten Zone bis zum 1. September die hier abrückenden Besahungsangehörigen nicht den gleichen durch die Ivinterkälle bedingten Unannehmlichkeiten ausseht, wie das damals bei der Umsiedlung der Besahungslruppen der ersten Zone nach Frankreich der Fall gewesen ist.
Keine britischen Gommermanöver am Rhein.
Räumungsvorbereitungen in Wiesbaden?
London, l.Iuli. (WTD. Funkspruch.) Rach der „Daily Mail" werden die üblichen Sommer-Manöver der britischen Be- sahungstruppen im Rheinlande in diesem Iahre nicht abgehalten werden. Man hatte immer erwartet, daß die Räumung des Rhein
landes durch die britische Desahungsarmee sich über eine Reihe von Wochen, wenn nicht Monate ausdehnen würde. Ende diese Woche soll das Hauptquartier in Wiesbaden Anweisung erhalten haben, die einen solchen Plan radikal ab* ändert. Seit der Besetzung vor mehr als zehn Iahren waren der wichtigste Teil der Ausbildung die Sommermanöver, bei denen die Truppen im Freien übernachteten. Das Aufgeben der Sommer-Manöver in diesem Iahre deutet darauf hin, daß die Truppen entweder in kürzester Frist oder wenigstens en b I o c zurückgezogen werden sollen. Der Sonderberichterstatter der „Daily Mail" in Wiesbaden meldet: Das britische Kommando wünscht eine schrittweise Zurückziehung der Truppen, denn die Meber* gäbe des besetzten Gebietes schließe eine unge* heure Menge Arbeit ein. In Wiesbaden allein sei es notwending, in mehr als 1000 von Engländern belegten Gebäuden eine Inventur aufzunehmen und Schadenersatzansprüche zu erledigen. — Observer" sagt in einem Leitartikel: Die öffentliche Meinung Englands ist bereits ungeduldig geworden. Zweifellos hat die Frage der Rheinarmee der Regierung bei den Parlamentswahlen Stimmen gekostet. Man wird sagen, daß Eile verhängnisvoll ist, und daß eine Räumung am 31. August unmöglich fei. Wir glauben das nicht. Zehn Wochen genügen bei gutem Willen vollauf, um eine Armee abzubefördern. Auf zwei Wochen früher ober später kommt es nicht an, aber es kommt darauf an, daß ein endgültiges Datum für die Zurückziehung der letzten britischen Soldaten vom Rhein festgesetzt und noch während der jetzigen kurzenParlaments- sessivn bekannt gegeben wird. Wir wünschen dringend, in dieser Frage mit unseren Freunden in Paris und Brüssel gemeinsam zu 'handeln, aber wir können nicht ihretwillen weiterhin die tiefsten Gefühle unserer Freunde in Berlin verwunden. Großbritannien muß seine Truppen zurückziehen, wenn möglich m i t Frankreich und Belgien, wenn nicht, dann allein.
marxistische Ideal der Sozialisierung der Produktionsmittel anstrebe. Da letzteres ein Programmpunkt der Sozialdemokratie sei, so erklärten sich daraus der Versuch der Beeinflussung dieses Problems durch die Politik und fernerhin die bekannte Einstellung des hessischen Ministers L e u s ch n e r. Was nun die Gefahr einer Zentralisation der Gasfernversorgung und die eventuell sich daraus ergebenden Schlußfolgerungen bei Streiks, Störungen usw. betreffe, so sei festzustellen, daß einerseits schon durch die einzelnen, von einander getrennten deutschen Kohlengebiete, wie Ober- schlesien, Ruhr, Saar usw. eine Zentralisation nicht in Frage komme, während andererseits das im Projekt vorgesehene R i n g s h st e m der Gasbelieferung — wie dies heute schon bei der Elektrizität der Fall sei — in kurzer Zeit eine Gefahr der teilweisen oder völligen Lahmlegung des Gasbezuges unmöglich mache. Schließlich sei doch bei der Millionengröße des Objektes die Wirtschaftlichkeit der schwerwiegendste und ausschlaggebende Faktor, auf welche Weise der Gasabnehmer ambesten, billigsten und günstigsten bedient werden könne.
Fengyuhfiang
soll ins Ausland geschickt werden.
Peking, 29. Juni. (Agentur Indo Pacisique.) In einem Interview erklärte Präsident Tschiang- kaischek, daß Fengyuhsiang von den tonfc munistischen Elementen, die sich wieder gegen die Nankingregierung organisiert hätten, getäuscht worden sei. Da Fengyuhsiang seinen Irrtum eingeschen habe, werde die Nationalregierung die gegen ihn angeordnete Strafexpedition nicht unternehmen. Sie werde ihn jedoch als chinesischen Oberkommissar zum Studium der europäischen und amerikanischen Industrie i n s Ausland entsenden. Indessen ist Fengyuhsiang noch nicht auf die Angebote der Regierung eingegangen.
Aus aller Welt.
Die Besatzung der „Rumancia" gerettet.
London, 29. Iuni. (Reuter.) Rach einer Meldung der britischen Admiralität Hal das britische Flugzeugmutterschiff „Eagle" das vermißte spanische Ozeanflugzeug in der Rähe der Azoren aufgefunden und an Bord genommen. Die Besatzung ist gesund und wohlbehalten. Der „Eagle" ist nach Gibraltar unterwegs. Die Besatzung des Flugzeuges besteht aus Major Franco, Kapitän Ruiz da Al da, Major Gallarze und dem Mechaniker Madaraiga.
Major Franco hat über den verunglückten Flug der „Rumancia" folgende Mitteilungen gemacht: Ich verlieh Los Alcacares am 21. Iuni um 17 Mhr und passierte Cap Vincent um 21 Mhr. Infolge sehr starker Luftwirbel waren wir gezwungen, von da ab höher zu fliegen. Von Cap St. Vincent bis zu den Azoren spannte sich eine ununterbrochene Wolkendecke, die wir überfliegen mußten. Später bildete sich eine zweite Wolkendecke über uns. Wir glaubten, am 22. Iuni um 9 Mhr Greenwicher Zeit die Azoren zu erreichen, aber ein starker Rordostwind brachte es mit sich, daß wir die Azoren während der Rächt überflogen. Rach Tagesanbruch stellten wir nach dem Stande der Sonne fest, daß wir uns südwestlich der Azoren befanden. Deshalb gingen wir durch die Wolkendecke nieder, um Brennstoff zu sparen und unsere genaue Position festzustellen. Rachdem dies geschehen, nahmen wir Kurs in Richtung Fayal, aber infolge des starken Gegenwindes war unser Denzinvorrat ungefähr sechzig Kilometer vor Fayal zu Ende, und wir mußten auf das Wasser niedergehen. 'Starke nordöstliche Winde trieben uns nun nach Süden, und am folgenden Tage, dem 23. Iuni, waren wir ungefähr 460 Kilometer von Fayal entfernt. Der Wind drehte sich sodann nach Südwesten, erreichte Sturm stärke und trieb uns auf die Insel St. Maria zu. Dom 24. bis 27. Iuni warf uns der Wind, dessen Stärke und Richtung ständig wechselten, umher. Am Morgen des
27. Iuni war die Lage infolge des starken Windes und des hohen Seeganges äußerst ernst geworden. Am 29. morgens fand uns das Flugzeugmutterschiff „Eagle" und nahm uns an Bord. Die Haltung der Besatzung und die Leistung der Motoren waren großartig.
Schwere Explosion
beim Kohleverflüssigungsverfahren.
In Duisburg-Meiderich explodierte bei der Probevornahme des Kohleverflüssigungsverfahrens nach der bekannten Methode Bergius ein unter hohem Druck stehender Apparat. Durch den ungeheuren Luftdruck wurde der den Apparat bedienende Mann buchstäblich zerrissen, ein in der Arbeits- Halle anwesender Ingenieur trug sehr schwere Verletzungen davon. Die obere Hälfte des Raumes samt dem Dach wurden auseinanberge« rissen und fortgeschleudert. Unter den in der Nähe des Werkes der Kohleverflüssigungs-Gesellschaft wohnenden Personen entstand eine Panik. Hunderte von Menschen umlagerten noch spät nachts das Tor des Werkes. Worauf die Explosion zurückzuführen ist, muß erst die Untersuchung ergeben.
Schwerer Bloforrabunfatt.
Vier junge Leute aus Pößneck und Mmgebung, die mit ihren Motorrädern einen Ausflug unternommen hatten, veranstalteten auf dem Rückweg eine Rennfahrt. Hierbei streifte ein links vorfahrender Fahrtteilnehmer ein rechts von ihm befindliches Motorrad derart, daß beide Motorräder ungefähr 45 Meter fe st aneinandergekuppelt nebeneinander herfuhren. Der eine Fahrer wurde dann gegen einen Baum geschleudert und das Rad stürzte einen Abhang hinunter. Die Beifahrerin erlitt einen schweren Schädelbruch und st a r b alsbald. Der Fahrer wurde ebenfalls mit einem schweren Schädelbruch dem Krankenhaus zugesührt, wo auch er gestorben ist. Die Fahrer auf dem zweiten Motorrad erlitten nur geringe Verletzungen.
Ein Lastauto fährt in die Menschenmenge.
Bei der Rückkehr von einem Waldfest der Freiwilligen Sanitätskolonne Ochsenfurt fuhr am Samstagabend in der Rähe von Hopferstadt ein mit Gerätschaften beladenes schweres Lastauto infolge Versagens der Bremse an der steilen Hop- ferstadter Steige in die Menschenmenge hinein, wodurch zwei Personen getötet, acht schwer und sieben leicht verletzt wurden. Eine ganze Familie das Opfer eines Autounglücks.
Bei einem Autozusammenstoß in Angola (Indiana) kam ein Elternpaar mitseinendrei KindernumsLeden. Die ganze Familie verbrannte unter den Trümmern des Autos, das sofort nach dem Zusammenstoß in Flammen aufging.
Schweres Botsunglück auf dem Tegeler See.
Auf dem Tegeler Tee bei Berlin kenterte etwa 50 Meter vom Ufer entfernt, wahrscheinlich i n - folge der Wellen eines oorüberfah- renden Schleppzuges, ein Paddelboot, in dem sich zwei, nach anderen Aussagen drei Personen befanden. Die Insassen fielen ins Wasser und gingen sofort unter. Augenzeugen benachrichtigten alsbald den Reichswasserschutz und ein Feuerlöschboot, das die Suche nac" den Verunglückten auf» nahm. Nach kurzer Zeit wurde einer der Insassen tot geborgen. Die Suche nach den übrigen In- fassen war bisher erfolglos.
Fünf Personen beim Einsturz einer Brücke ertrunken.
In der Umgebung der Stadt Quebek (Kanada) stürzte eine über einen Kanal führende Brücke ein, auf der sich gerade fünf Personen befanden. Sie sind sämtlich ertrunken.
3m Boxkampf getötet.
In Münster hatte der Schausteller Bergmann eine Sport- und Kraftschaubude aufgebaut. Trotz des bestehenden Verbotes rief der Schausteller zum Boxkampf auf, zu dem sich ein Münsteraner meldete, Er erhielt im Laufe des Boxkampfes einen unglücklichen Stoß in die Lebergegend und starb an dieser Verletzung.
Festnahme eines gefährlichen Heiratsschwindlers.
Der 34jährige Kaufmann Leopold Lehmann, -in von bei Polizei feit anderthalb Occhren ge
suchter berüchtigter Heiratsschwindler, ist in 'Bert lin verhaftet worden. Lehmann trat als Groß-, laufmann auf und spiegelte heiratslustigen Damen eine Erbschaft aus Amerika vor. Aus diese Weise gelang es ihm, etwa 40 Mädchen um Summen, die sich zwischen 800 und 7000 Mk. bewegen, zu schädigen.
Ein Räuber zu vier 3ahrcn Zuchthaus verurteilt.
In Stettin wurde der 22 Jahre alte Arbeiter Bradl wegen fortgesetzten schweren Diebstahls zu einer Zusatzstrafe von vier Jahren Zuchthaus zu einer bereits verhängten Strafe von zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Im Herbst v. I. waren die Bewohner der Buchheide-Dörfer durch das Treiben eines Räubers monatelang in Angst und Schrecken versetzt worden. Der Täter sprach in einsam gelegenen Gehöften vor, erkundete die Oertlich- feiten und drang dann, wenn die Bewohner auf dem Felde waren, in die Häuser ein. Er stahl alles, was ihm in die Finger kam; vielfach erbeutete er größere Summen und Wertsachen. Wurde er einmal bei der Tat durch Frauen oder Männer überrascht, so schüchterte er die Leute da- durch ein, daß er mit seinem Revolver drohte und entkam auf einem im Walde versteckten Fahrrad. Durch Zufall wurde Bradl gefaßt. Er war in 29 Fällen geständig.
Sieben Todesurteile in Sowjetrußland.
Das Kriegsgericht in Mohilew (Weißrußland) verurteilte wegen Riederbrennung des Fleckens Schurawitfchi und landwirtschaftlicher Genossenschaftsbetriebe, wegen eines Anschlags auf Vertreter der Ortsbehörde und einer Reihe anderer gegenrevolutionärer Delikte sieben Angeklagte, darunter einen früheren Geheimpolizisten und Spekulanten zum Tode, 19 weitere Angeklagte zu Gefängnisstrafen von verschiedener Dauer.
Fünfzehn Tote bei einem Bauunglück.
Beim Bau eines Eisenbahntunnels in der Nähe von I g a g u e (Kolumbien) wurden infolge eines Einsturzes 15 Personen getötet und 15 verletzt. Unter den Toten befinden sich zwei italienische Ingenieure und zwei polnische Arbeiter.
Kunst und Wissenschaft.
Vom Hesfen-Rassauischen Wörterbuch.
Meber die Arbeiten an diesem großen Heimatwerke im Iahre 1928 berichtete in den Sitzungsberichten der Preußischen Akademie der Wissenschaften im Auftrag von Professor Dr. Wrede Fräulein Privatdozentin Dr. Luise Berthold, daß im Berichtsjahr die zweite Lieferung (Lausteufel bis Leseholz) erschienen ist. Reben der Weiterarbeit für diese Ausgabe stand unverändert der Ausbau des Gesamtapparates. 50 größere Eingänge aus allen Teilen des Wörterbuchgebietes mit zusammen 3007 Zetteln konnten gebucht und eingeordnet werden. Das Ausziehen gedruckter wie ungedruckter wissenschaftlicher Dialektliteratur sowie das unserer Fragebogen wurde fortgesetzt. Der Mmfang des Apparates stieg dadurch auf rund 226 000 revidierte Zettel. Außer den Einsendern der genannten Beiträge sind wir besonders denjenigen verbunden, die uns die aus der Ausarbeitung fließenden Fragen unermüdlich beantworteten. Das sind als ständige Helfer vor allem Frau Arndt in Eitelborn, Hauptlehrer Abel (für Hilders), Mittelschullehrer Kappus (für Weisel), Lehrer i. R. Schaefer (für Densberg), Studienreferendar Dr. Schudt (für Wetterfeld), Schulrat i. R. Schwalm (für Obergrenzebach). Zu ihnen gesellen sich die vielen Lehrer, deren Hilfe wir in fortwährenden Fragekarten aus allen Ecken des Wörterbuchgebietes erbitten mußten.
Oie Wetterlage.
Qwoihenios. ® neuer. <> naib bedeoa, ® woixig. • oedecKt. • Regfffc
V Schnee a Graupeln. - Mebel KGeWitier.@wind5Ulic-O-.scV «ferner Osi £ massiger Südsüdwest, q stürmischer «ordwesl Oie Pfeile fliegen mit dem winde. Die neiden Stationen stenenden Zah» (en geben die Temperatur an. Die Limen Verbinden Orte mit glclcttcgfr •wf Meeresniveau umgertchneien Luftdruck
Wettervoraussage.
Die Biscaha-Störung ist rasch nordostwärts gewandert und liegt mit ihrem Kern heute morgen über Rord- und Mitteldeutschland. Sic sucht in Verbindung zu treten mit dem über Skandinavien sich südwärts bewegendenTief. Wir gelangen jetzt an die Rückseite der Störungsgebilde und erhalten polare Luftzufuhr. Daher werden die Temperaturen einen geringen Rückgang erfahren. Bei wechselnder Bewölkung, wobei auch gelegentlich Aufheiterung eintritt, sind ganz vereinzelt Regenschauer nicht ausgeschlossen.
Wettervoraussage für Dienstag. Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, etwas kühler, ganz vereinzelt noch Regenschauer.
Wettervoraussage für Mittwoch. Mehr aufheiterndes Wetter und Rachlasfen der Riederschläge.
Lufttemperaturen am 30. Juni: mittags 22 Grad Celsius, abends 16,4 Grad; am 1. Juli: morgens 17,2 Grad. Maximum 22,6 Grad, Minimum 13,3 Grad. — Erdtcmperaturen in 10 cm Tiefe: am 30. Iuni: abends 23,2 Grad; am 1. Juli: morgens 17,8 Grad Celsius. — Niederschlag 2,8 mm. —* SonnMcheindaurr Stuodeg,


