Oberhessen.
Landkreis Gießen.
• ©roßen-ßtnben. 30. San. Am vergangenen Samt tag oeranfta'Lte der Gesangverein „Germania" in der Turnhalle seinen diesjährigen 1lnt:rhaltungsob?nd, der sich eines zahlreichen Besuches erfreute. Sn seiner Begrü- hungSanfprache wieS der Dorfitzcnd? auf die Bedeutung des SahrcS 1929 hm. in wrlchem der Bersin auf sein 5 0jährtgeS Bestehen zurückblicken kann. Der erste Teil der Bvrtrags- folge brachte gesangliche und musikalische Darbietungen. Die einzelnen Chöre — vom schlichten Volkslied bis zum schwierigen Kunstchor — zeigten eine in jeder Hinsicht feine Aufarbeitung und legten beredtes Zeugnis ab von der eifrigen Tätigkeit In dem Verein und dem tiefen musikalischen Verständnis des Chorleiters. Reallehrcr Blaß. Die unter feiner Leitung ausgeführten Konzertstücke fügten sich in den Rahmen des Ganzen bestens ein. Ein von Herrn Blaß vor» gctragcnes Vi^l'.nsolo bewies insbesondere de.f.n hohes Können auf diesem Instrument. Sm zweiten Teil deS Abends folgten theatralische und heitere gesangliche Aufführung.n. die mit reichem Beifall ausgenommen wurden. Tanz beschlos) den in jeglicher Beziehung wohlg:lungcnen Abend. — AuS Anlaß feines LOjährigen Bestehens veranstaltet der Verein vom 8. bis 10. Sunt d. S. einen Gesangswettstreit, zu welchem am kommenden Sonntag der Delegiertentag statt- findet.
—r. Lana-Gön-, 29. San. Wenn unser Turnverein eine Feiec veranstaltet, dann kann man sicher fein, das) die Teilnehmer auf ihre Kosten kommen. To war es auch mit dem diesjährigen Winterfest, das am Samstag tn der Turnhalle aogehalten wurde. Ser Ehrenvorsitzende Dern machte in seiner Degrühun'S» anfprache darauf aufmerksam, das) nun auch in unserem Tumvevein eine Frauengruppe gegründet toorten ist. Besonders herzlich begrüßte er sodann den Gau-Frauenturnwart Daul (Gie- hen). Bach einem Einleitungsspruch, der von Frl. Anna Pfuhl vorgetragen wurde, begannen die turnerischen Freiübungen. Besonderen Bei- faH fanden di« Vorführungen der Turnerinnen, die zum erstenmal öffentlich auftraten. Für die kurze Zett des Bestehens der Frauenriege toaren es ganz vorzügliche Stiftungen. Den Höhepunkt deS Abends bildeten die Hebungen am R e ck. ausgefuhrt von jugendlichen Turnern. Der Wert deS $ unten» für Mädchen und Frauen wurde in einem besonderen Gedicht von Frl. Amw Dem betont. Daraus folgte eine Vorführung imKeulen- schwingen durch die Turnerinnen. Gau-Fvauen- turntrart Paul dankte für die Einladung, unterstrich noch einmal die groß« Bedeutung des Frauenturnens und bat, alle Vorurteile wegzulassen und sich zahlreich an der neuen Einrichtung zu beteiligen. Sn kernigen Worten hob er weiter die Erz.ehungSausgäbe hervor, die sich unsere Turnvereine gesteckt hätten. Lurnwart W. Lang, der alle ilcoungcn leitete, dankte kurz. Sm zweiten Teil des AbendS. drr hauptsächlich der Unterhaltung diente, kamen zwei Einakter, die turnerisches Leben barstellen. zur Aufführung und fanden lebhaften Beifall. Die '2Rufi(tinlagtit dcS Abends wurden von drin hiesigen Musik- verein unter Leitung von Diri '.ent W. Mül- ler bestritten. Hervorzuheben verdient ein Trvm- petersoio von Ernst Weist („Stolzenfels am Ahein's). Den Abschluß bildete Tanz. — Am vorigen Freitag sand im hiesigen Gemeiiitewalv, Distrikt .Hardt", die eilte Hotzver steigern ng statt. Sie war sehr zahlreich von Kaus- hiftigen besucht. Versteigert wurden 66 Eichen- flämme (26 Fcstmetcr), 25 Buchenstämnte (18) und 15 Fichtenstämme (4). Außerdem kamen 238 Raummeter Buchen scheit holz, 30 Raummeter Cichentnüpvel, 75 Raummeter Duchenstocke und 3200 verschiedene Wellen zur Versteigerung. Die Preise waren hoch, z.T. sehr hoch Eichennutzholz -am durchschnittlich 30 bis 40 Mk. (ein Stamm mit 1.26 Festmeter sogar auf über 100 Bit.), Buchennuhholz etwa 40 Mk., Fichte 20 Mk. Brennholz: Buchenscheit, je Raummeter: 19 bis 22 Mk.. Buchenknüppel: 16 bis 18 Mk., SO Duchen- toellen: 14 bis 15 Mk., Sichenwellen. 10 Mk., Eichenstöcke. je zwei Raummeter: 15 bis 18 Mik, Duchenstöcke: 20 bis 21 Mk. SnSgesamt betrug die Einnahme für die Gemeinde etwa 8003 *3Kt.
• Haufen. 30. San. Der hiesige Gesang- verein ..Germania" feierte am vorigen Sonntag in der Gastwirtschaft von Dörr fein diesjähriges Stiftungsfest. Rach den Be- grüstungsworten deS ersten Vorsitzenden brachte der Sängerchor unter der Leitung seines bewährten Dirigenten Wickert (Gießen) einige Ehöre vortrefflich zu Gehör, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurden. Anschließend wurde von DereinSmitgliedern ein vieraltiaes Theaterstück aufgeführt, das an die Mitwirtenten große Anforderungen stellte und ausgezeichnet heraus- gebracht wurde. Die Bemühungen der Theater- spieler. wurden mit starkem Beifall belohnt. Der hiesige Gesangverein „Eintracht" bereicherte den Abend durch den schönen Vortrag einiger Lieder. Zum Schluß wurde bei guter Musik noch einige Stunden flott getanzt.
* Staufenberg. 30. San. Sn der gut- besuchten Generalversammlung deS Gesangvereins Staufenberg konnte der erste Vereinsvorsitzende, Ludwig Dietz, an Hand deS Sahresbcrichtes ein günstiges Ergebnis der Der- einsarbeit im verfloßenen Sabre feststellen. Dem Rechner Heinrich Vogel II. wurde nach Er- stattting des Kassenberichtes Entlastung erteilt. Bei der Vorstandswahl wurden die seitherigen Snhaber der Vorstandsämter einstimmig wieder- gewählt und ihnen damit das starke Vertrauen der Mitglieder für die gute Führung der Ver- einsgeschäste zum Ausdruck gebracht. Ter Verein hat einen gemischten Ehor gegründet, der /sich zufriedenstellend entwickelt. Am Schlüsse der Versammlung forderte der Vorsitzende die Vex- . rinLmitgliedcr auf. für das am 9. Juni d. 3. stattfindende 50. Sublläum, mit dem daS Wer- tunassingen des Lumdatal-SängerbundeS her» bündln ist. eifrig zu arbeiten.
3 Da u bringen, 28. San. Der Gesang« verein Äaubringen. Mitglied des «Lumdatal- und deS Hessischen Sängerbundes', hielt am Samstag im VereinSlokal, Wirtschaft Weimer, seine Hauptversammlung ab. Zn Beginn gab der 1. Vorsitzende Wilhelm Roth einen Rückblick auf daS abgelaufene Vereinsjahr. Er stellte fest, daß der Verein auch in diesem wieder ein gutes Stück vorwärts gekommen ist und fehr schone Erfolgs aufzuweisen Hai. Er erwähnte u. a. die ausgezeichnete Kritik, die die Leistungen des Vereins bei dem Wertungsfingen des „Lumdatalbundes' in Climbach gefunden und die glänzende Besprechung der Gesangsvorträge
Zweiter Evangelischer Landeskirchentag.
WSN. D a r m ft a b t, 31. San. Der Hessische Landeskirchentag beendete heute in einer Dauersitzung die ihm noch vorliegende Tagesordnung. Bei der
Wahl des Präsidiums
wurde Archivrat D Herrinann (Darmstadt) mit 53 Stimmen bei einem weißen Stimmzettel gewählt. Er sprach dem Alterspräsidenten Wahl (Schlitz) Dank aus, ebenso dem letzten Präsidenten Frhrn. o. Heyl für seine verdienstvolle sechsjährige Amtsführung. Zum fteltoertretenben Präsidenten wurde Pfarrer B e r n b e ck (Starben), zu Schriftführern Pfarrer B e r ck (Roßdorf) und Arbeitersekretär Lauser (Darmstadt) gewählt. Sn den Landeskirchenausschuß treten Pfarrer D. Waitz (Darmstadt), Studienrat L a m p a s (Friedberg) und Geheimer Dberregterungsrat Stroh (Darmstadt) ein. Es folgte dann die Wahl der Mit- glieder für den Finanzausschuß, den Gesetzgebungsausschuß, den Petitionsausschuß, zum Kirchen- Dstziplinarhof, zu der Luther-Stiftung. Als Vertreter in den Deutschen Kirchentag wurden Pfarrer D. Bernbeck, Campas und Präsident D. Herrmann gewählt.
Für dis Heifische Evangelische Vereinigung gab Stubi-cnrat Lampas, Friedberg folgende Erklärung a5: „Als der stärksten Gruppe tm 2. Landeskirchen tag wurde uns in der Versammlung von dsn beiden andern Gruppen angetragen, den Präsidenten aus unserem Mitte vorzuschlagen. Daraufhin haben wir die unS geeignet erscheinende und zur Annahme bereite Persönlichkeit genannt. Auf Grund der Tatsache aber, daß dir briden andern Gruppen sich im vorigen Landeslirchentag geeinigt hatten, neben den Shuoda.en auch die beiden lebenslänglich gewählten Mitglieder der Kirchenoegie- rung, nämlich den Prälaten und den Vizepräsidenten, In eine parteipo.itische Besprechung ein» zubeziehen. stellten diese Gruppen ein Verlangen an uns, das eS unS rmmöglich machte, den von uns Vorgeschlagenen tn die Wahl äu bringen. Auf Grund dec weiteren Tatsache, daß die zweit- ftärifte Gruppe, die Rechte, den ihr nach der obigen Dechtsausfassung der beiden Gruppen zustehenden Sitz in drr Kirchenregierung mit einem Geistlichen zu besetzen beanspruchte uni) den weiteren Anspruch erhob, daß dieser Geistliche der Vizepräsident fein müsse, dir drittstärkste Gruppe aber, dir Linke, auch in diesen beiden Punkten der Rechten völlig beit rat, waren wir auch nicht in her Lage, den Vizepräsidenten aus unfern Reihen zu stellen, infolgedessen mußten wir uns dazu entschließen, aus unsere Vertretung t m Präsidium z u v-erzichten. Dieser Verzicht ist unser Protest gegen die fortschreitende verhängn svolle P a r t e l Politisierung in unserer Landeslirche."
Abg. Profesfor Dr. Cordier, Gießen, schloß sich im Rainen der Hospitanten-der Gruppe dieser Erklärung an.
Abg. D. Dr. Freiherr von Heyl zu Herrnsheim erklärte für die Gruppen 3 unb 1, daß die beiden Gruppen sich Vorbehalten, auf die vorgenannte Erklärung der Evangelischen Vereinigung zurückzu- kommen, da In einer Besprechung der Gruppen von höchster kirchlicher Stelle ausdrücklich festgestellt worden ist, daß an der gewordenen Lage der Dinge niemand eine Schuld trifft. Um ein Mißverstehen der Erklärung der Evangelischen Bereinigung zu verhindern, wolle er dies ausdrücklich feststellen.
Das SesoldungSgesetz.-Dle Kirchensteuer
Der Bizepräsident erstattete hierauf den Bericht über die Wahlen, aus dem hervorgeht, daß 72 o. H. dcr Wahlberechtigten abgcstimmt haben. Zutage getretene Mängel im Wahlgesetz bedürften dringend einer Abänderung. Der Bericht wurde vorbehaltlich der späteren Aussprache genehmigt.
Sn der anschließenden Aussprache kamen verschiedene Fragen über das Besoldungsgesetz, seine Härten usw. zur Behandlung. Prälat D. Dr. Diehl erwiderte u. a., daß das Kirchenregiment sich mit der Beseitigung dieser Härten eingehend beschäftigt habe. Die Frage lönne aber endgültig erst gelöst werden, wenn die nötigen Mittel vor- lägen. Der Landeslirchentag werde in einigen Wochen zusammentreten und sich mit dieser Frage befassen müssen. Zur Balancierung des Budgets schlage er vor, unter Herabsetzung der Orts» kirchensteuer um 1 v.H. ein allgemeines Kirchengeld (Kopfsteuer) von jeder Familie von 50 Pfennig pro Ziel oder 2 Mark im Sahr zu erheben. Sm übrigen sei er für jede andere Ante- aung, die Geld einbringe, dankbar, da die Kirchen- steuer vor dem Herbst schwerlich Gell» einbringen werde.
AnscWehend sprach noch ßanbtageabgeorbneter Fenchel über das immer noch ausstehende Gut- achten der Suristischen Fakultät Gießen über die Auseinandersetzung zwischen Staat und Kirch«. Prälat D. Dr. Diehl stellte fest, daß ein Teil die- fer Stellungnahme zu den bisherigen Maßnahmen im Ministerium eingegangen sei, daß es aber am besten fei, sich mit dem Staat an den Verhandlungstisch zu setzen. Das Mitglied der Kirchenregierung Dahlem stellte fift, daß ein Defizit von einer Million Mark vorhanden ist. Es sei dem Staat nahegelegt worden, den Zuschuß um 300 000 Mark zu erhöhen. Bisher sei von der Regierung noch keine Zusage erfolgt
Nach einer Auseinandersetzung über die Erklärun
gen der verschiedenen Parteien nahm Prälat V). Dr. Diehl Stellung zu den bisherigen theoretischen Aerhandlungen über den
Zusammenschluß der Landeskirchen Hessen, Hessen-Nassau. Kassel usw.
Er stellte u.a. fest: Die Zahl der Evangelischen beträgt in Hessen-Kassel 912 000, in Hcssen-Dacmstadt 886 000, in Nassau 490 000, in Waldeck 67 000 und in Frankfurt 24.0 000, zusammen rund 2,5 Mill.onen. Die neue Kirche käme an die dr.tle Stelle in den deutschen Kirchen, da großer als sie nur die alt- preußische mit 20 Millionen und die sächsische m t 4 M.ll.onen wären. Sie würde kein Konglomerat, sondern ein Organismus werden. 60 o. H. aller Pfarrorte (von Frantfurt abgesehen) haben eine alt- hefsische Vergangenheit (hessen-kasselisch oder Hessen- darmstadt.sch), nämlich in Hessen-Kassel 400 (von 420), in Hessen-Darmstadt 200 (von 430), in Nassau 100 (von 250). Diese 60 v. H. der Psarrorie umfaßten 1,5 Millionen Evangelische, also 60 v.H. der 2,5 Mill onen einschließlich Frantfurts. Die Gesamtzahl der Psurrorte beträgt ausschließl.ch Frankfurt 1150. Frantfurt hat 20 Parochten mit 43 Pfarrern. Sn Waldeck kommt auf 1400, in Kassel auf 1900, in Nassau auf 1950, in Darmstadt auf 2000 und in Franifurt auf 5000 Seelen eine Pfarrstelle. Nein theoretisch gab Prälat D. Dr. Diehl u. a. folgende Gedanken bekannt:
1. Es werden gebildet ein Landeskirchentag, eine K.rchenregierung und ein Can- deskirchenamt. Sftz der Behörde ist F r a n f • fu r t.
2. Cs bleiben die Sprengel: Kassel, Marburg, Hanau, Gießen, Da.mstadt. Mainz. Zu ihnen kommen zwei Sprengel in Rafsau und dar Sprenget Iranksurt.
3. Cö bleiben die Dekanate und Kirchenkreise, deren Zahl in Kassti 8, Marburg 8, Hanau (unter Ausschaltung von Bockenheün) 9, (Diesen 10, Darmstadt 8 und Mainz 5 beträgt. Von Wiesbaden gehen Biedenkopf und Gladenbach an Marburg ab. Waldeck kommt zu Kassel. Die übrigbleibenben 18 Rafsauer Dekanate werden unter die zwei Landespfarrer zu je 9 vev- teilt.
4. Alle Kreispfarrer und Dekane, sowie alle Landespsarrer und Superintendenten bleiben im Amt. Für Aassau werden zwei LandeSpsarrer, für Frankfurt ein Landespsarrer bestellt.
5. Alle Parlamentsmitglieder der Kirchenregierung treten zurück.
6. Die Präsidenten der Lanbeskirchenamter in Kassel, Wiesbaden. Arolsen und Frankfurt, sowie der Vizepräsident in Darmstadt werden unter Aufrechterhaltung ihr r Rcmcst fe ur d ilr s Gehalts in das neue Lanoesfirchenaml eingebaut, sofern nicht ausdrücklich Rücktritt gewünscht wird.
7. Die hauptamtlichen Konsistorial- und Cbcr- kikchenräte werden in da- Landeskirchenamt übernommen. Shre Zahl Ist gering.
8. DaS gleiche geschieht mit den mittleren unb unteren Beamten, Die übrigen- bei der Fülle Der neuen Arbeiten vorerst mcht ausreichen werden.
9. Der P räfident DeS Landeskirchen- amts und Der Kirchenregierung wird von Dem Landeskirchentag gewählt. Veide Aem- ter liegen in einer Hand. Die Kirche braucht Führung, nicht bloß Führer.
10. Die Predigerfemlnare werden zu einem Seminar vereinigt. daS seinen Sitz In Herborn ober Friebberg hat. Vorerst werben vier, später brei Professoren an bem Seminar unterhalten. Schwierigkeiten wegen Der Unterbringung Der ausscheibenben Professoren werben nicht entstehen. Da einige von Ihnen jetzt schon auf Dem Sprung finb. sich zu entfernen.
11. Tie Lanbeslirche bezeichnet sich als ,Evangelische Kirche in Heften, Hessen-Raffau. Frankfurt unb Walbeck". Sie umfaßt alle lutherischen, resorbierten unb uniierten Kirchengemeinben. unbeschadet Des Belenntnisstanbes her Sinzel- gemtinbt.
12. Tie Regelung Der finanziellen Verhältnisse ist Durchaus möglich. Es Darf nur nicht vergessen werben, baß nicht nur Frankfurt große Steuerkraft hat. sondern Daß auch in Kassel, Rassau u nD Darmstadt Städte mit großer Steuerkrast liegen, unb baß Franksurts Vorteil nur barin besteht, baß eS fein „Qanb" hat. An- berseitS haben Kastel, Darmstabt und Rassau großen Grundbesitz, der Frankfurt fehlt. Der größere Staatszuschuh bei Kastel. Rasfau unb Walbeck wirb zum Teil ausgeglichen burch reichere Pfrünbe in Hefsen-Darmstabt. Endlich steht zu erwarten, daß auch der hessische Staat sich demnächst streckt. Auch könnten die Unterschiede. die noch bleiben, ganz gut burch die Verschiedenheit b er Steuersätze ausgeglichen werben.
Prälat D. Dr. Diehl stellte au-brücklich sest. baß es sich nur um theoretische Vorschläge handele. Am 20. Februar werde Die sog. Marburger Konferenz, Der er schon feil sechs Jahren vorsteht, zu'ammentreten. um sich mit konkreteren Vorschlägen zu befassen, da es gelte, sich allen Eventualitäten gegenüber gewappnet zu zeigen.
Rach einer kurzen Aussprache toutDc Der Landeslirchentag nach einem Gebet von Psarrer Dera- Roßbors geschlossen.
gelegentlich deS Ausslugs nach Amöneburg in der „Kirchha n:r Zeitung'. Dem 2 ir genten (Eberle, Lollar) sprach er sür seine Tätigkeit den Daick des Vereins aus und betonte baS schone Verhältnis, das hier zwischen Verein unb Dirigent besteht. Die Sänger ermahnte er zu fleißigem und pünktlichem Singstundenbesuch. Dem Ver- einswirt dankte er für die Beschaffung des schönen Vereinszimmers. Der durch den Rechner. ReichSbahnastistent Latsch, gegebene Kassenbericht zeigte einen lieberschuß, wie ihn unter den heutigen schwierigen Verhältnissen Wohl selten ein Gesangverein haben Dürfte. Vel der nun folgenden Wahl des Vorstands wurden der 1. Vorsitzende WllHelm Roth, der 2. Vorsitende So- hanneS Reif und der Rechner Heinrich Latsch einstimmig wiedergewählt, während Ludwig Klingelhöser 1. Schriftführer und Willi Grölz Fahnenträger wurden. Dann wurde der Arbeitsplan für das Sahr 1929 festgelegt. Der Verein wird am Wertungssingen des „LmndatalbundeS', sowie am Hessischen Sän- gerfesi in Darmstadt geschlossen leilnehmen. Ferner sollen der Liedertaz des ersten Bezirks des Lahnganeä in Lollar und daS zehniä)rige Stis- iungssest her „6ängeri)ereintgung Lollar" besucht
werden. Sohannes Reis und Ludwig Kraushaar, die in diesem Jahre dem Vrrecn 25 Sahre lang als aktive Sanger angehören, sollen zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Tie Ehrung wird in würdiger Weise gelegentlich einer besonderen Feier demnächst vorgenommen. Der 2. Vorsitzende Soh. Reis richtete sehr beherzigenswerte Worte an die Sänger, die er zur Treue zum Verein ermahnte. Bürgermeister Preis ließ, da er selber verhindert war. an der Versammlung ieilzunehmen, durch seinen Sohn. Sänger Heinrich Preis, dem Verein ein schönes Bild von Franz Schubert überreichen, wosür ihm burch beu Vorsitzenden, der bas Sntct» esse deS "Bürgermeisters Preis am Verein labend hervorhob. gedankt wurde. Der Dirigent forderte die Sänger zu rastloser Weiterarbeit auf; seine Worte gipfelten im begeistert gefangenen „Deutschen SängergruhGroßen Beifall fanden auch die temperamentvollen Worte eines alten Ehrenmitglieds, H. Wa11ber. über Bereinsdisziplin, Zur besonderen Freude der passiven unb Ehrenmitglieder brachte der Verein noch eine Anzahl Lieder in ausgezeichneter Weise zum Vortrag.
ton Weickartshain, 31. San. Am Sonntag hielt der hiesige Männergesangver
ein in der Wirtschast von Hock sein bieSjährigeK Winkervergnügen a5. Der erste Vorsitzende, Karl Biedenkopf, entbot ben VereinSmitaliebern und Gästen den Wlllkommgruh des Verein-, insbesondere begrüßte er die GOsangveveine von Lardenbach und Stockhausen. Sunge Vereins- Mitglieder führten drei Theaterstücke auf. die lebhaften Beifall fanden. Die drei Gesangvereir?: verschönten den Abend durch abwechselnden Vortrag von Chören, die allgemein dankbar unb mit Beifall begrüßt wurden. Der Manbollnen-' Kub aus Lauter sorgte für ben instrumentalen Teil tte3 gutbesuchten Abends, der mit Tanzvergnügen seinen Abschluß sand.
* L i ch, 31. San. Am nächsten Sonntag findet im Schloß ein Konzert statt, für dal der Solo-Cclllst Richard Mulch aus Frank urt a. M. gewonnen wurde. Den Klavierpart übernimmt Frau Käthe M ulch. Es kommen Werke von Boccherini, Beethcven, Daellmann, To . per u. a. zum Vortrag.
ö. 3 n h eiben, 31. Can Auch in diesem Winter finden wieder alle verzahn Tage Betstunden in einem S.hulsaal statt, da unser Dors keine Kirch? besitzt. D e e Einrichtung ist in unserem Kirchlpiel Trais-Horloff sehr alt, sie läßt sich bis zum 3 jihrigen Krieg zurückverfolgen. Die Detstun' c t beginnen in der Ad- vent5z?it und dauern bis zum S^lus) der Pas- sionLzeit. Besonders von älterei und kränklichen Leuten, denen der Klrchweg nach Trais-Horlofs zumal in der Winterszeit belchwe.-lich ist. werden diese Oottev'üienste fleißig besucht. Ihnen wird hier auch Gelegenheit gegeben, Dem Abendmahl beizuwohnen.
s. ll t p h e , 31. San. Der Männergefang- verein „Loreley" hie t dieier Tage feine diesjährige Sahreshauptversammlung in der Wirtschaft von Rich. Tag ab. Rach der Begrüßung gab der erste Dorsi'e^de, Wilhelm Tag, einen Rückblick über das ab e ausene Ber- ci...jah-. Sol'ann crf.al'e e te: Rech er, Hermann Sack, den Kassenbericht, woraus l.jtn Entlastung erteilt wurde. Der seitherige Torstand tourlte vollständig wiedergewi.hlt, jedoch um e n Mitglied erweitert, da Lee Derernsrechner nicht mehr wie bisher das Kassierergefchäft miterlcbigen kann. Zum Kassierer wurde Karl Beltz er gewählt. Für das kommende 3ahr wurden erneut Strafen für versäumte Ee'angstunLe.r festgesetzt. Der frühere Dirigent, Pfarrer Weber, ter aus gesundheitlichen Grün Len daS Amt niederlegen muhte, wurde zum Ehrendirigenten gewählt. Am 3. Februar veranstaltet tc; Verein einen Theaterabend In der Wirtschaft Lag. Der Vorsittende teilte Die eingelaufenen Einladungen zu Festlichkeiten mit. Es wurde beschlossen, nur das Sängerfest In Ridda zu besuchen.
Kreis Friedberg.
4. Bad »-Rauheim. 31. San. Diel Beachtung fand hier eine KatechismuSau-stel- I u ng. Die vom Evangelischen Pfarramt aus Anlaß des KatechiSmusjubiläumS veranstaltet tourte. Die reichhaltige Zusammensdellun), die tefonterS auch auf hie verschiedensten hessischen Katechismen Rücksicht nahm, gab einen interessanten lieber- blick über bie verschiedenartigen KatechiSmuS- ausgaben von Luthers erster Ausgabe bi- zu den Ausgaben ter neuesten Zeit. Auch Katechismen anderer Verfasser, die ben Katechismus Luthers ersetzen sollten, waren zu sehen.
O Garnbach. 31. San. Der hiesige Kriegerverein veranstaltet« dieser Tage in ter Gastwirtschaft von Müll einen Vortragsabend, bei tem ter Metzgermeister Kratz (Freienjeen) über [eine Erlebnisse bei ter deutschen Marine in her Vorkriegszeit und in den Kriegsjohren, insbesondere auch auf tem U-Boot, berichtete. Zahlreiche Lichtbilder belebten den etwa zweietnhalbftündigen Tor» trag, ter mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. Auch vor den Schülern ter Fortbildungsschule sprach Herr Kratz, wo er von Hamburg und von den auf seinen Fahrten berührten Ländern berichtete. Bilder von Segelschisfen unb großen Ozeandampfern steigerten auch b:er das Snteress« der Zuhörer an dem Vorträge. — Der Arbeiter- Turnverein „Freiheit" veranstaltet« tm Saale der Gastwirtschaft von Mohr ein« Abend- Unterhaltung, bei der ein fünfaktiges Schauspiel unb ein Lustspiel zur Ausführung kamen. Die Leistungen der Darsteller wurden mit reichem Beifall belohnt. Der Arbeitergesangoerein „Edelweiß unb dessen gemischter Ehor bereicherten den Abend durch ben. Vortrag einiger Chöre, die von guter gesanglich«? Schulung zeugten und verdientermaßen starken Beifall fanden. Der Verein darf die gutbesuchte Veranstaltung als einen vollen Erfolg buchen.
* G a m b a ch . 30. San. Der htesige Gesangverein „Germania". bet äuefte unsere- Ortes, hielt Dieser Tage bei Dem VereinSmitgsied Müll seine Diesjährige ©eneralüetfamm- l u n g ab. Der Verein, ter tem Hausterg-- Wettertal-SängerbunD angehört, ist nach tem Sahresbericht Des 1. Vorsitzenten Fritz Rack tn stetem Aufschwung begriffen. (Sln_ wohlaelun- genes Konzert, das Der Verein anläßlich feine- 70jährigen Bestehens unter tet Leitung feine« Chormeisters G g. Same- (Holzheiw) unb uitiet Mitwirkung eines Streichorchesters au- Gießen Oczinftaltete, legte einbruck-voll ZeugnlS ab von t * Können ber Sänger. Der Rechnungsabschluß für 1928 zeigte ein recht erfreuliches Bild von bet finanziellen Lage tes Derein- Bei Der Vorstand-Wahl wurde Der 1. Vorsitzende etn- sttmmig wietergcwähll; zu weiteren Mitgliedern des engeren Vorstandes wählte man wieder Karl Storck als 2. Vorsitzenten. LudwigReichard t als Schriftführer, als Rechner an Stelle teS von feinem Amt zurückgetretenen Wilh. Akt Karl Alles. Das Bwrdeswertungssingen. da- Dem Verein übertragen wurde, wird anfangs Mai abgehallen. Die Versammlung, die durch einige gut vorgetragene Chöre ter eifrigen Sänger- schar unter ter Leitung tes Dirigenten Gg. Sarnes verschönt wurde, nahm einen allseits befriedigenden Verlauf.
WSN. Heldenbergen, 31. San. Am Mittwochnachmittag hatte ein Schneider von Büdesheim im benachbarten Windecken einen Anzug abgcüeferf unb sich gleich darauf auf den Heimweg gemacht. Als der alte Mann um sieben Uhr noch nicht zu Hause angekommen war, ging man auf die Suche nach ihm; es gelang jedoch nicht, ihn aufzufinden. Am andern Morgen wurde er 200 Meter von der Straß« entfernt erfroren im Schnee aufgefunden.
CO Nieder-Florstadt, 31. Fon. Bei den beiden ersten Drennholzver st eigerungen im Gemeintewald wurden wieder gute Preise geboten. Es wurde bezahlt für den Raummeter : Duchenfcheit 18 bis 20 Wk.. Buchenknüppel 12 bis 16 Mk., Eichenfcheit 10 bi- 12,50 Mark, Eichenknüppel 7 bis 9 Mk.. für 2 Raummeter: Buchenstöcke 15 bis 20 Mk., Eichenstöcke 12 bis 15 Mk., für 5 Raummeter: Buchenreifei: 15 bis 20 Mk.. Eichenreifer 6 bis 8 Wk.


