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** Die Feuersirenen unserer Stadt werden morgen, Samstag, nachmittag 3 Uhr. probeweise in Tätigkeit gesetzt. Wan braucht also nicht zu erschrecken, wenn plötzlich diese Feuer­meldeapparate ihre Stimme ertönen lassen,

Schule und Berufsberatung. Zu dieser Rotiz in unserer Ausgabe vom 28. Januar weist im Einverständnis mit dem Krci2schulamt Giehen die Abteilung Berufsberatung des Ar­beitsamtes Dieben darauf hin, dab sie als neu­trale Organisation mit den Schulen aufs engste zusammenarbeitet und von die,en auch in jeder Weise unterstützt wird.

* Die Eisbahn des Gießener Eis ° Vereins ist schon mehrere Wochen Tag für Tag das Ziel unserer Schlittschuhläufer. Der wiederholte Schneefall, der die Bahn $um Laufen ungeeignet machte, dürfte dem Eisverem erhebliche Kosten ver­ursacht haben. Nach längerer Zeit konnte der Eis- verein nun gestern abend wieder einmal ein Eis- fest veranstalten. Eine Kapelle spielte flotte Märsche, und gegen 8.45 Uhr stellten sich die auf über tausend zu schätzenden Eissportler zur Lampionpolonaise auf. Es war für die mehrere hundert Zuschauer in der Molllestraße ein schönes Bild, als die Lichter der Eisbahn erloschen und die Lampionträger gleich Glühkäfern in allen Farben sich in Bewegung setzten. Nach 9.15 Uhr wurde ein Feuerwerk ab­gebrannt, wozu im Hintergrund die an die Eis­bahn grenzenden Häuser bengalisch beleuchtet waren.

* <3 In Film über die Nordsee wird am kommenden Sonntagvvrmittag in einmaliger Aufführung im Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, ge­zeigt. Der Film will von den Schönheiten der Nordsee und den vielfältigen Lebenserscheinungen an der Wasserkante berichten. In Berlin hat:« dieser Kulturfilm einen außerordentlich starken Erfolg zu verzeichnen. Man darf auch der Gie­ßener Aufführung mit lebhaftem Interesse ent- gegensehen.

* Zuchtviehversteigerung. Die erste grob« Zuchtvichversteigerung der Landwirtschafts­kammer-Ausschusses für Oberhessen in diesem Jahre findet am 14. Februar in Alsfeld statt. Angemeldet sind über 100 Bullen der hessischen Fleckviehrasse und 6 Eber des veredelten Land­schweins.

1829: der Naturforscher Alfred Brehm in Nenthen- darf geboren.

Sonnenaufgang 7.38 Uhr, Sonnenuntergang 1651 Uhr. Mondaufgang L40 Uhr, Monduntergang 10.56 Uhr.

Don der Gießener Jugendpflege.

Tie Ortsgruppe Dieben des DereinS Deut­scher Jugendherbergen hielt am Mitt­wochabend un Singsaal der Oberrealschule ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Der erste Vorsitzende. D r. Frey, eröffnete mit herzlichen Begrüßunasworlen die Versammlung und über­mittelte die Grüße des Leiters der hessischen Zentralstelle für Volksbildung, Schulrat Has­linger. Sodann erstattete Studienrat D r. Flörke den Geschäftsbericht, aus dem folgendes mitzuteilen ist: Die Mitgliederzahl der Ortsgruppe Gießen beträgt zur Zeit 230. Im verflossenen Jahr wurden neben 118 Dleibenaus- weisen 103 Führerausweise ausgestellt. Der Bau der Laubacher Jugendherberge wurde beendet, der der Gederner Herberge im Rohbau herge­stellt. Der Kassenbericht, ebenfalls von D r. Flörke erstattet, zeigt als Gesamteinnahme 5818.25 Mark, darin sind an Witgliederbeiträgen 791,40 Mark enthalten. Don öffentlichen Körper­schaften, nämlich der Stadt Gießen. Stadt Lau­bach, Provinz Oberhessen, Kreis Schotten und der Zentralstelle für Volksbildung gingen ins­gesamt 4048.35 Mark an Unterstützungen ein. Die Gesamtausgabe beträgt 5382,35 Mark, darin sind allein an Zuwendungen für Herbergen 3130 Mk. enthalten. SS verbleibt mithin a.iS 1928 ein Ueberschuh von 735.89 Mark. Das Gesamtver- mögen beträgt einschließlich der Rücklage von 1927: 1459,90 Mark, ein recht erfreuliches Er­gebnis. Rachdem durch Prokurist Georg und Kaufmann Hellmeyer die Rechnung geprüft und für richtig befunden war, wurde dem Rech­ner Entlastung erteilt. Die Reuwahl der Vorstandsmitglieder hatte folgendes Er­gebnis: Für den freiwillig ausscheidenden, ver­dienstvollen 1. Vorsitzenden D r. Frey wurde Studienrat D r. Flörke gewählt. AuS der Wahl gingen ferner als gewählt hervor: als Rechner Sparkassensekretär Wolf, als 2. Vor­sitzende und Geschäftsführerin Fräulein Lehrerin Hotz, als Beisitzer Oberreallehrer Will. Frl. Lehrerin Vaubel. Studienresrendar Heß (als Vertreter der Gießener Jugendbünde), Studien­rat Schaaf und Bürgermeister D r. S e i b. Der erweiterte Vorstand wurde wiedergewählt und durch Reuwahl von Studienrat D r. Heu - sel. Frau Bürgermeister D r. Seid. Frau Ottilie. Alfred Dörr und Lehrer Krausch auf 15 Mitglieder erhöht. Zu Rechnungsprü­fern wurden Prokurist Georg und Kaufmann Hellmeher wiedergewählt. Dem scheidenden 1. Vorsitzenden D r. Frey widmete Prof. D r, Harra ssowih Herz i he Worte der Anckm- nung und deS Dankes für feine treue Arbeit am Jugendherberaswerk. Dem Antrag eines Mit­gliedes der Gewerlfchafts ugend betr. Errichtung eine- Ortsausschusses für Jugend­pflege soll nähergetreten werden. Im An­schluß an die Generalversammlung erfreute der DolkStanzkreiS der Gießener Ju­gendbünde in der Turnhalle der Oberreal- fchule die Versammlungsteilnehmer mit einigen schönen Liedern und Volkstänzen. Frau Dietor hatte die Begleitung der Tänze am Klavier über­nommen. Reicher Beifall aller Zuhörer lohnte die Darbietungen der tanzfreudigen und lieder- frohen Jugend.

Vornotizen.

Tageskalender s ür Freitag. Stadttheater:Das Dorf Sanct Justen", 191/, bis 221/« Uhr. Vortrag .Anpassung des

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Berliner Börse.

Berlin, 1. Febr. (WTB. Fu-kspruch.) Auch der erste Frühverkehr im neuen Monat hatte un­verändert ruhiges Geschäft. Amerika und die übrigen festen Auslandmeldungen boten aber eine gewisse Anregung und lassen für heute eine freundlichere Stimmung erwarten. Kurse werden allerdings vorläufig noch nicht genannt.

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>er bildet, Ne vor önigsborn" bei Dv- oachtmeister Dünich eche enitvendet dem 2kibat^l btt bin Drüöer Söhle f Anweisung beS >es geraubten ©el* e Angabe hat sich Die beiden Brüder selbst beteiligt gr.

w Briefmarke« nicht »*iiTeden*l Auch Leute, denen es nie ein fallen würde. au8 einem von einer anderen Person benutzten Glaste zu trinken, oder ein Messer im GasthauS zu be­nutzen. ohne es nochmals zu säubern, auch diese Leute führen oft noch Briefmarken vor dem Auf­kleben einfach zum Wunde, um sie ..anzulecken" l Erst der seltsam fade Geschmack auf der Zunge erinnert den Llnvorsichtigen an seine Unart, die hygienisch durchaus nicht unbedenklich ist! Wan bedenke, wieviel Schmutz und Bazillen durch daS ..Anlecken" auf die Zunge gebracht werden, auf welche Weife solche Kleves lachen hergestellt wer­den, um zu verstehen, daß Marken stets mit Schwamm oder Lappen oder doch wenigstens mit dem angefeuchteten Finger klebefertig s-machl werden sollen!

Unfall infolge Glatteises. Der Wetzgermeister Raget auS der Frankfurter Straße kam in K.ein-Linden. wo er geschäftlich zu tun hatte, beim Anschirren seines PferdeS auf der eisglatten Straße so unglücklich zu Fall, daß et das linke Dem brach. <.:r bedauerns* werte Wann mußte in die Klinik über geführt werden.

** Die BortragS-Dereinigung er­freute ihre M.tglieder und Freunde am Mitt­woch zum Aosch.uh ihreS dieZwinterlichen Pro­grammes mit einem heiteren Abend, den der be­kannte Dortragsmeister Emil Kühne auS Berlin bestritt. Der Gast des Abends hat schon von früheren Darbietungen her die besten Beziehun­gen zu unserer ©tobt, und so war es ihm auch am Mittwoch ein Leichtes, im Handumdrehen den besten Konnex mit seinen nach Hunderten zählenden Zuhörern die Reue Aula war bis zum letzten Platze besetzt herzustellen. Ein schier unerschöpfliches Reperwir der unterhalt­samsten Sachen bereitete dem Publikum einige sehr vergnügte Stunden. Man kann bei der Sülle des Dargebotenen hier unmöglich aus Einzelheiten ein gehen, aber man darf berichten, daß von An» fang bis Ende nur auserlesene und geistig fein­geschliffene humoristische Vorträge zu Gehör ge­bracht wurden. Der Vortragende unterstützte seine vollendete Rezitationskunst durch ein ausgezeich­netes Wienenspiel, daS der jeweils geistig ko­pierten Rolle eine durchschlagende Erfolgsnote gab. Daß unter diesen Umständen der Künstler wieder einen sehr großen Erfolg erzielte, der im Laufe des Abends in langanhaltenden Beifalls­stürmen und am Schlüsse der Veranstaltung in einer hier wohl kaum schon da gewesenen Huldi­gung für Kühne seinen sichtbaren Ausdruck sand, ist nut natürlich. Der Abend zählt zu den wohl- gelungensten Veranstaltungen, die wir im Laufe dieses Winters wiederum der Vortragsvereini­gung zu danken haben.

EhrlstentumS an heidnische Sitten und An-1 fdjauungcn, 8 Uhr, im Realgymnasium. Lichtfvichaus. Bahnhofstraße: Pat und Patachon in ^Blinde Passagiere". Astoria-Lichtspiele: .Chicago".

Stadttheater Gießen. AuS dem Stadttheaterburcau wird uns geschrieben: Zu der heute 19.30 Uhr stattfindenden ersten Wieder- holung von Werner Johannes Guggenheims Das Dors Sanel Insten" wird der Autor selbst anwesend sein. Sonntag, 3. Februar, wird einmalig die seinerzeit mit großem Erfolg auf- geführte .JUeine Komödie" in den Spielplan ausgenommen. (Spielleitung: Der Intendant.) Das Stück wird als Fremdenvorstellung zu er­mäßigten Preisen gegeben und beginnt um 18 Ul)r. Heute in acht Tagen Erstaufführung der OperetteDvette und ihre Freunde", Gastspiel des Reuen Operettentheaters Frankfurt.

Der Verein der Freunde deS hu­manistischen Gymnas iu m s veranstaltet an den beiden nächsten Samstagen im Hörsaale des Physikalischen Instituts Vorträge bei freiem Ein­tritt. Morgen abend spricht Oberstudienrat Pro­fessor Dr. Büchner, Darmstadt, überHoraz als Reisebegleiter in Italien". Am Samstag. 9. Februar, folgt ein Vortrag von Gymnasial- Direllor Dr. Weinstock, Frankfurt a. M, über ..Die Antike und die Aufgabe unserer Erzie­hung". Interessenten seien auf die heutige An­zeige besonders aufmerksam gemacht.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 1. Februar 1929.

Die Holzversteigerung.

Man soll die Feste feiern, wie sie fallen. So bentt man in manchen Orlen, und macht auch -die Holzvcrsteigerunz zu einem Fest.

ES ist hier und da Sitte, daß man das Holz einfach in einer Wirtschaft, oder in einem öffent­lichen Saal versteigert. Wenn sich die Steigerer aber nicht vorher im Walde umgesehen haben, taufen sie gewissermaßen die Katze im Sack. 3n unserer Gegend ist es immer so gewesen, daß Männlein und Weiblein mit in den Wald hm- cusziehen und an Ort und Stelle das steigern, vas ihnen gefällt. Denn eS ist z. D. ein großer Unterschied zwischen zwei Haufen Hoizwellen. 88 kann solche geben, die einen .dicken Inhalt haben und solche, die eben fast nur auS Reisig bestehen. _ ,,, ,

ilnä Allen ist sicher noch das schone Lted be­kannt: ,3m Grünewald ist Holzauktion..." Es Däre vielleicht nie gefunden worden, wenn man an Einförmige Holzverstei erungen denkt, wie fie nancherorts abgehallen werden. Da steht ein Trupp Menschen, ein Waldhüter ruft die Rum- ncm aus. dann folgen die Angebote, bis der Höchstbietende Sieger bleibt. Kommen zwei Aampfhäbne aneinander, gibt es auch einmal ein xiar luftige Zwischenbemerkungen, sonst aber geht die Sache sehr geschäftsmäßig zu.

Dieser Tage aber machte ich eine Holzver- ftcigerung mit, die wirklich an em Fest erinnerte and bei der mir das alte Lied vom Grünewald dnfieL Ta fuhr nämlich in aller Gemütsruhe hinter der Volksmenge eS waren sehr viele Leute ein Wagen mit Darauf stand ein Spirituskocher mit einem mächtigen Kaffeetopf. Man konnte sich also genügend erwärmen. Aber daneben lagen einige Fäßchen Bier, auch Dranitt- Dein, und Kognakflaschen zeigten ihre langen Hälse. ES standen oft mehr Leute um den Mar­lentenderwagen, als um die Holz hausen. Hm die Mittagszeit erfolgte der Rus: Hier gibt es (Darme Würstchen mit Brot! Hnd richtig! Aus dem Wasserkessel zog der Wirt tadellose Würst­chen. aus dem Korb nebenan nahm man sich Brot oder Brötchen dazu. Sogar Sens war vor­handen

GS war ein strammer Wintertag. der Atem stand den Menschen wie eine Wolke vor dem Munde. Auf und ab schreitend wurden die Würst­chen verzehrt. Scherzreden erklangen, einer fang sogar. Etliche hatten auch schon stark mit ge­holfen. daß Fässer und Flaschen nahezu leer waren. Das unsichere Gehen auf den Waldwegen tarn nicht nur vom Schnee.

Als sich die Gesellschaft der Landstraße näherte, erwartete sie eine neue Heberraschung. Da stand mit seinem Auto ein richtigerwahrer Jakob"! 6r hatte feine Waren kunstgerecht aus gelegt und vrieS nun mit den bekannten Redensarten Hosen­träger. Taschenmesser, Schuhriemen, Rollzoücher usw. an. Er machte ein gutes Geschäft, denn uichtS wirkt mehr als ein luftiger Scherz, wenn man kalte Füße hat. Auch waren Holzliebhaber aus zahlreichen Orten vertreten.

Spät am Rachmittag war die Versteigerung beendet. DaS Holz war teuer gewesen, mancher toar auch durch die Liebesgaben vom Wirtswagen in seinen Zahlbegriffen etwas verwirrt worden. Aber iroydem zog ein Teil der Steigerer noch in die Dorfwirtschast und feierte die Holzauktion NS in die Rächt hinein.

Man muß die Feste feiern, wie sie fallen! E. M.

Daten für Lamdtag, 2 Februar.

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