Ausgabe 
1.2.1929
 
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ersi etngetetieten offlaleflrr Sörtföen OW^ zugute tommen Knute, weil Trotzki bann immer einen gcmifien beunruhigenden Faktor in den deutsch-russischen Beziehungen darstellen würde, der am besten überhaupt nicht in Rech- mm zu setzen ist. Eher scheinen sich jedoch die Nachrichten zu bestätigen, nach denen Trotzki nach Angora abgeschoben werden soll. Man mutz abwarten, wie sich diese Dinge weiter ge­stallen werden, doch darf damll gerechnet werden, daß schon in den nächsten Lagen recht bedeutsame Ereignisse in Moskau vonstatten gehen können.

Wie Polen unliebsame Wähler behandelt. Temschgcjinnle Eisenbahnbeamtc werden nach Galizien versetzt.

Danzig, 31.San, (WB.) Zu einer Meldung der ,/JDiarienburger Zeitung', wonach Danziger Eisen­bahnbeamte, die die käufliche Erwerbung der Pilsudski - Medaille abgelehnt hat. ten und daraufhin nach Galizien versetzt wurden bzw. auf ihre Weigerung, dieser Versetzung Folge zu leisten, kurzerhand aus dem polnischen Eisenbahn- dienet entlassen wurden, wird von zuständiger Danziger Seite mitgeteill, daß es sich nicht um Eisenbahnbeamte Danziger Staatsangehörigkeit Han- dell. Die Maßnahmen der polnischen Eisenbahn- behörde richteten sich vor allem gegen Eisenbahn- beamte in Dirschau, die b e i d e n le tz t e n Sejm- rv a h l e n für den deutschen Kandidaten gestimmt hallen. Einige Beamte haben sich mit ihren Familien nach Dtarienburg begeben, wo sie in Wohlfahrtsfürsorge genommen wurden.

Finanzminister Kirnberger erläutert den Etat.

Darmstadt, 31. San. Der Finanzausschuß des hessischen Landtages trat in die Dudgetberatung ein. Finanzminister Kirnberger gab ein Ex- pos6 zum Budgetnachtrag für 1929, in dem er u. a. ausführte:

Bereits bei früherer Gelegenheit habe die Re- gierung dem Landtag mitgeteilt, daß sie für 1929 von der Aufstellung eines eigenen Staatsvoran- schlages ab zu sehen beabsichtige, weil die Unter- lagen für die Beurteilung der finanziellen und wirt- schaftlichen Berhällnisie des nächsten Sahres auf den wichtigsten Gebieten der Staatsverwaltung fehlten. Soweit heute das damals ganz fehlende Material überblickt werden kann, gab der Finanzminister ein Bild darüber, wie sich das Rechnungsjahr 1929 voranschlagsmcißig gestalten werde.

Ohne Hinzukommen unvorhergesehener oder neuer Bedürfnisse wäre ein Ausgleich zwischen Einnahmen und 'Ausgaben in greifbare Nähe gerückt, trotz Rückganges des Schlüsselanteils seit 1926 an den Reichssteuern, die dem hessischen Staat einen Ausfall an lleberweisungssteuern von jährlich 4,5 Millionen Mark gebracht hätten. Der Mehrbedarf für die B e s o l d u n g s o r d- nung ließe den an sich zu erwartenden Rückgang de» Fehlbetrages im Staatsvoranschlag 1928 nicht zu. Auch die Ergebnisse hätten ein günstigeres Bild geboten ohne die bedeutenden glücklicherweise durch die Versicherung nunmehr weggefallenen Erforder­nisse für die E r w e r b s l o s e n f ü r s o r a e im Fahre 1926 und ohne den halbjährlichen Mehrbe- darf aus der Desoldunasordnunb im Jahre 1927, das gleichzeitig ein Ausfall von über 1 Million an Sondergebaudesteuer gegenüber dem Etat aufweift.

Auch bas in Kürze zu Ende 'gehende Rea>° nungsjcchr 1928 werbe, soweit sich jetzt überfein lasse, trotz der nunmehr vollen Mehrbelastung aus der Desolbungsorbnung voraussichtlich einen Fehlbetrag bringen von nur 5,75 Millionen (geoenüber dem Etat von 11,4 Millionen). Ab­gesehen von der sparsamsten Wirtschaftsführung im Staatshaushall und von den Mehreinnahmen aus den Staatsforsten ist dies auf

erhöhte Heberroelfungen aus den Veichssieuern zurückzuführen, insbesondere aus brr Einkommen-' und Kör erfchaftLsteuer. Der Abschluß desStca s- voranschlages 1929 würbe sich wie folzt gestalten: Gegenüber dem etatsmätzigen Fehlbetrag 1923 (11,4 Mill.) ergibt sich zunächst aus den dem Landtag überreichlen unabweisbaren Mehr- und Aeuforberungen nach Abrechnung der entspre­chenden Gegenposten insgesamt ein Mehrbedarf von rund 2205 000 Reichsmark. Demgegenüber sind Mehreinnahmen von zusammen 5519000 Reichsmark einzusehen. Diese werden allerdings empfindlich beeinträchtigt durch das geringere Aufkommen am Ertrag der Sonder gebaudesteuer von 3 500 000 Aeichsmark, d. h. insgesamt ver­bleibt eine Mehreinnahme von rund 2 Millionen Aeichsmark. Diese Einnahme verbessert den Mehr­bedarf von rund 2.2 Millionen auf den Betrag von 0,2 M.lsionen Mar?, so daß der voianschlags- mäßige Fehlbetrag für 1929 rund 11,4 (1923) plus 0.2 insgesamt 11,6 Millionen Mark betragen würde.

Hebet die Entwicklung des Bebaue her öffenl- llchen Dirischast

allgemein geben die neuesten reichsstatistischen DeÄssentlichungen sehr inlecesiante LuFchlchse. Danach ist der Zuschuhbcdarf im Lande Hessen (Staat und Gemeinter zusammen) in den Jahren 1913 und 1925 auf den Kopf der Bevölkerung berechnet ebenso hoch wie der Gesamtdurchschnitt der Lander (ohne Hansestädte). Er betrug sowohl in Hessen wie im Länderdurchfchnitt 1913 etwas über 53 Mark, 1925 nicht ganz 108 Mark. Die Dedarfssteigerung seit 1913 zeigt sich demnach in Hessen als durch­aus normal im Vergleich zu den anderen Lan­dern. Untersucht man die Steigerung getrennt nach Land und Gemeinden (einschl. Ee.neinde- verbande), so zeigt sich, dah die Kopfzll.ec beim Land höher gestiegen ist lnämlich von rund 23 auf 56 Mk.) als im Länderdurchschnitt lvon 23 aus 45 Mk.), bei den Gemeinden dagegen weniger, nämlich von rund 31 auf 52 Mk.. als beim Länderdurchschnitt (von rund 31 auf 63 ML.). Dies entspricht der Tat­sache, dah in Hessen eine Reihe öffentlicher Auf­gaben, namentlich die Volksschullasten, die Polizei und andere von den Gemeinden auf den Staat übergegangen sind. Es fallen z.D. von den Gesamtzuschüssen für Dolks- unb Fortbildungsschulwe.en im Jahre 1913 von rund 11 Mark auf den Kopf rund 3 Mark auf den Staat und ru rd 8 Mk. auf die Gemeinden, 1925 dagegen Do.i den auf 22 Mark je Kopf gestiegenen Ce'amtzuschüs.en rund 18 Mk auf das Land und nur noch 3 Mark aut die Ge­meinde. Dies bedeutet also bei einer Ee'amt- steigerung auf das Doppelte für den Staat

Einzigartiger Vankiresoreinbruch in Berlin.

Durch einen Stollen zur Stahlkammer einer Oepositenkesse im Berliner Westen. Millionenraub an Bargeld, Wertpapieren und Schmucksachen.

3n einer der letzten Mächte wurde in die Depositenkasse der Discontogefellschast in der Kleiststrahe am Mlltenbecgplatz tm Westen Ber­lins ein Einbruch in die Schrankfachanlagen und die Silberkammer verübt. Die Einbrecher sind auf einem unterirdisch gegrabenen Wege in einen Lichtschacht gelangt, haben die schwere eiserne Vergitterung durchgeschweiht und den Luftzu- führungsschacht erweitert. Sie drangen in die Silberkammer ein. in dem sie die Facher, Koffer und Pakete erbrochen und beraubt haben. Die Tresortür haben die Einbrecher von innen der­artig verrammelt und verllemmt, dah sie nicht zu öffnen war. Die Dank wurde daher zu der irrtümlichen Auffassung veranlaßt, dah eine mechanische Hemmung im Rtcgelwerk der Tür vorlag. um so mehr, als keinerlei äußere Beschädigung oder Spuren eines Einbruches zu erkennen waren. Erft durch eine 15 Stunden beanspruchende Stemm- und Schweiharbeit konnte eine kleine Oeffnung in eine Seitenwand gebro­chen und so Einblick in den Tresor geschaffen werden.

Der verwegene Tresoreinbruch steht in der Kriminalgeschichte Berlins einzig da. Aehnliche Einbrüche sind zwar schon versucht worden, je­doch sind die Eindringlinge immer auf so große Schwierigkeiten gestoßen, dah sie ihr Vorhaben aufgeben muhten. Wenn sich bis jetzt auch noch nicht übersehen läht, welche Werte den Ein­brechern in die Hände gefallen sind, so kann doch schon gesagt werden, dah sie etwa 33 000 bis 40 000 Mark Bargeld und Schmucksachen von sehr bedeutendem Werte erbeutet haben. Die Einbrecher waren über den Hof in den Haus- keller gelangt. Hier sind sie durch einen Gang der Heizanlage bis an die Grundmauer des Vank- gebaudes vorgedrungen. Der von ihnen von die­ser Stelle aus gegrabene Stollen biegt nach zwei Metern scharf links ab und führt dann noch etwa 3 Meter weiter bis an einen Enllüftungs- schacht der Tresoranlage. Hm ein Aachrutschen des Erdreiches zu verhüten, war der Stollen wie in einem Bergwerk mit Brettern abge­steift. Den aus dem Gang hrrausgeschaufelten Sand schleppten die Einbrecher in einen nahen Kellcrverschlag, wo sie ihn verdeckten, damit er nicht zum Verräter wurde. Die Dauer der Vor­arbeit zu dem Einbruch wird auf etwa 14 Tage geschätzt. Durch f en engen Stollen kroch ein schmächtiges Mitglied der Bande, das mit­tels Sauerstoffapparat eine schwere Stahl- platte aus dem Luftschacht des Tresors her­an s s ch n i t t. Durch biefe Oeffnung gelangten die Einbrecher in den Luftschacht und dann in die Silberkammer. Bis dorthin hallen sie Sauer- stoffbrenner und -Flaschen mitgeschleppt. Das letzte Hindernis zum Tresor, eine starke Git­te r t ü r, wurde gleichfalls mit dem Sauerstoff­gebläse durchschnitten. Verwunderlich ist, dah von den Passanten in der belebten Kleist­strahe der Feuerschein deS Schneidebren­ners durch die in den Bürgersteig eingelassene Glasplatte nicht gesehen wurde. Alle Fächer tm Tresorraum sind teils aufgebrochen, teils auf- geschweißt. 3m ganzen wurden 17 3 Tresor- fach e r ausgeraubt. Der Inhalt der Fä­cher wurde auf einem in der Mitte des 'Raumes stehenden Tisch sortiert. Alle-. was den Ein­brechern nicht wertvoll genug war, wurde auf den Fußboden geworfen, wo ein wüstes Durch­einander an Effekten. Aktienpaketen, ausländischen Geldscheinen und leeren Schmucketuis herrscht. Bisher fehlt von den Einbrechern jede Spur. Fingerabdrucke wurden nirgends gefunden, wor­aus hervorgeht, dah die Verbrecher mit Hand­schuhen gearbeitet haben.

Die SliischÄigung der Saseinhaber.

Die Rechtslage bei dem Tresoreinbruch.

D e r I i n, 31. San. (Priv.-Tel.) In der ,.D. 3." äußert sich ein fachkundiger Jurist zu der Frage, wie es mit der Entschädigung der beraubten Saseinhaber bei der Disconto-Gesell- schäft steht. Danach werden derartige Verträge allgemein nicht als Verwahrungsver­träge, sondern nach übereinstimmender Mei­nung von Rechtsprechung und Wissenschaft a l s Mietverträge angesehen. Auch die For­mulare, die die Bank den Benutzern ihrer Schrankfächer voclegl, sprechen von Vermie­tung. Aus dem Mietvertrag kann ein Anspruch auf Wiedergabe der verlorenen Sachen nicht abgeleitet werden.

eine Steigerung auf das Sechsfache, für die Ge­meinden dagegen eine Entlastung auf weniger als die Hälfte.

Aus dem Vergleich der Einnahmen an Steuern von Land, Gemeindeverbänden und Gemeinden einerseits zwischen Vorir'.egözeit und heute, an­dererseits zwischen den einzelnen Ländern unter­einander lassen sich Schlüsse ziehen auf

höhe unb Steigerung der steuerlichen Belastung In Hessen.

Die Steuereinnahme von Land unb Gemeinden zusammen überstieg in Hessen 19x3/14 mit 48,05 Mk. auf den Kops der Bevölkerung nicht unerheblich den Gesamtüurchschnitt al er Länder von 41,45 Mark. 3m 3ahre 1925/26 dagegen blieb die DurchschnlltSziffer für Hessen mit 90,03 Mk. hinter dem Länderdurchschnitt von 9157 Mk. zurück, dabei auch unter den entspre- chenben Kopszissern für Preußen f93,27 Mk.), für Sachsen (95,81 Mt) und Baden 95,09 Mk.). wahrend 1913 Hessen mit Baden weit an erster Stelle des Kopfauskommens der Länder stand. Das vergleichsweise geringere Anwachsen der öffenllichen Belastung in Hessen zugunsten von Staat und Gemeinden zeigt sich in der geringeren Steigerung von 1913 auf 1925. Diese betrug in Hessen nur 87 Prozent gegenüber dem Länder- durchschnitt von 127 Prozent. Ebenso bleib: auch die Kopfbelastung an Landes steuern in Hessen mit 42,9 Mk. hinter dem Durchschnitt der Län­der mit 43,80 Mk. etwas zurück.

Aus aller Wrli.

Schwere Bluttat aus einem polnischen Qutsf>o(.

Mehrere bewa.fncte Manner verschal,ten sich Eingang tn die bei Poryba. Woiwodschaft Wladistok, liegende Wohnung des Gutsverwal-

3n den Bedingungen der DiSconto-Gesell- schafl für die Vermietung der Schrankfächer hcißl es u. a.: .Die Disconto-Gesellschaft hat einen nach Ansicht bewährter Technuer feuer- und die­bessicheren Aaum (Stahlkammer) Herstellen las­sen, in dem sich eiserne Schrankfächer befinden Die Disconto-Gesellschaft wird auf die Be­wachung und Versicherung der Stahlkammer und der cLtgcInen Schrank­fächer Lle größte Sorgfall verwenden unb je­den Schaden ersetzen, der durch Vernach­lässigung dieser Sorgfalt entsteht. Die Disconto-Gesellschaft haftet jedoch nicht für Schäden, w-lche durch Störung des Belli ches in­folge Aufruhrs, Verfügung von hoher Hand. Streik oder Aussperrungen veranlaßt sind." Von leitender Stelle der Allianz-Derfiche« r u n g s A. G. wurde über die Entschädi^ungs- absichten gegenüber der Disconto-DaM und den Safeinhab^rn ertläit:Die Disconto-Gesellschaft ist bei uns mit dem Wert des Tresors und seines 3nh altes versichert. Die Versicherung erstreckt sich ausdrücklich auch auf den Inhalt der Safes, selbst wenn er der Bank unb uns seinem Wert nach nicht be­kannt ist Die Allianz wird deshalb auch für den vollen Schaben der Bank und der Safeinhaber eintreten müssen.

3m Lause des Tages haben sich sämtliche In­haber von Safes in der Bankfiliale am Witten­bergplatz eingefunden. Aach ihren Angaben muß angenommen werden, daß die bisher vermutete Schadenssumme von etwa 21/. Mill. Mark noch bei weitem überschritten wird. So hat ein einziger Safeinhaber einen Schaden von etwa zwei Millionen Mark angemeldet, die er teil# in fremden Geld­sorten. barem Gelbe oder Wertpapieren in dem Treforraum der Dank aufbLwahrt haben will.

Erste Spuren von den Safe-Einbrechern. Vertin, 31. Dan. (Privalmellmng.) Die ersten, ein. wellen allerdings noch recht schwachen Spuren zur Feststellung der Safe-Einbrecher scheinen gefunden zu fein. Nach den Erfahrungen unb Kennt­nissen der Polizei kommen nur zweiFach­gruppen" in Frage, da Verbrecher dieser Gat­tung ja überaus g» les unb kostspieliges Werktag zur Verfügung haben müssen. Den Spuren einer Vierergruppe ging die Polizei von vornherein nach. Nunmehr wurde sie auch auf eine Gruppe von drei Arbeitern aufmerksam gemacht, von benen einer am MiitwochvorrnUtag In der Berliner Ilnkergrundbahn dadurch aufstel, baß er einen für seine Verhältnisse offenbar ungewöhniichschö- nen und kostbaren Ring am Flager trug. Abwehr des Verbrechertums.

Berlin, 31. 3an. (WTD.) Veranlaßt durch den raffinierten Einbruch haben sich heute vor­mittag Vertreter verschiedener Danken und des Zentralverbandes des Deutschen Dank« und Dankiergewerbes zu einer Konferenz bei dem Vize-Polizeipräsidenten Dr. Weiß eingebunden, in der ein Zusammenschluß zur gemeinsamen Bekämpfung LeZ Verbrecher­tums erörtert werden soll. Der durch den Minengang der Einbrecher unterhöhlte D är­ger st e i g vor der Depofi'.e.ikasie wurde wegen drohender Einsturzgefahr heule vormittag von der Polizei abgesperrt und durch einen Posten gesichert. Die Höhlung wurde provi­sorisch ab gesteift. Mit der Ausüllung ist bereits begonnen worden. Der verhältnismäßig kleine Kassenraum am WittenLergplatz war den ganzen Vormittag über der Schauplatz von zum Teil ziemlich erregten Auseinander­setzungen zwischen den Safeinhabern und den Bankbeamten, die nur die Auskunft geben konn­ten, daß alle Fragen der Entschädigung, für die nach formal-juristischen Gesichtspunkten für die Dankleitung eigentlich keine Verpflichtung bestehe, von der Direktion geregelt unb nach eingehen­der Prüfung geklärt werden würden. Der Rest des Safeinhalts sowie die Celd- und Aktien­vorräte wurden heute vormittag in einem beson­ders bewachten Kraftwagen der Discontogesell- fchasi f o r t g e s ch a f f t, Wil di» Treforgewölbe nunmehr direkt von der Kleist-Straße zugäng­lich ("mb.

ters Swiczynssi und begannen, mit Revolvern blindlings auf d i e dort anwesenden Personen zu schießen, wobei sie die Frau des gerade abwesenden Gutsverwalters, sein fünf­jähriges Töchterchen, das Li nftniä^chen und einen dort zufällig anwesenden Maschinisten töteten und das zweite, vierjährige Töchterchen des Ver- wallers durch einen Schutz verletzten. Aach voll­brachter Tat en.fem'.en sich die Verbrecher, ohne irgend etwas mit sich zu nehmen. Wie sich her­ausstellte, war das Motiv der surchtbaren Tat die Rache eines entlassenen Holz­hauers. der einige seiner Kollegen bestimmt hatte, sich L)m anzuschließen.

Die Lehre« des Darcnhausbrandes bei ließ.

Noch Angabe der Feuerwehr-Sngenieure besteht eine gewisse Möglichkeit dafür, daß der Brand des Warmhauses Tietz aus das Vorhandensein pro­visorischer elektrischer Leitungen in dem Neubauflügel des Warenhauses zurückzuführen ist, da erfahrungcgemütz solche provisorischen Lei­tungen' sich gegen äußere Einflüsse schlecht schützen lassen, wodurch erhöhte Kurzschlußgesahr eintritt. Besonderes Augenmerk widmet man auch der Frage der Anbringung provisorischer Snftaün» tionen zu Reklamezwecken an der Außenfront der Warenhäuser. Bei der Einschaltung dieser Licht- re käme tr.tt u. ll. eine Ueberlastung des ge­samten Leitungsnetzes ein, die die Kurz- Ichluhgesahr wcitgebend erhöbt. Es dürfte im An- schloß an die Brandkatastrophe zu einer Auseinan­dersetzung zwischen den feucrpolizcil ch?n Stellen unb den Warcnhausbesitzern hinsichtlich dieser Re­klameanlagen kommen. Die Feuerwehr hat schon seit längerer Zeit insbesondere nach den Ersahrun- qm des großen Sch aufenste rbra ndrs tm Waren­haus Tietz am Dönhoffplav gegen bas lieber» maß der Verwendung brennbarer Stoffe bei diesen Reklameflächen erfolglos pro«

testiert. Dk Feuerwehr Ist her Ansicht, daß jedes Warenhaus tn feiner ganzen Ausdehnung durch Brandmauern, die in Abständen von 50 zu 50 Meter errichtet werden, untergeteilt werden müßte, unb dah durch eiserne Rolljolou- s i e n die rasche Schließung her in diesen Brand­mauern angebrachten Durchgänge erfolgen müsse. Weiterhin dürfte es sich als wünschenswert erwei­sen, daß die Warenhäuser in Zukunft über feuer- technisch voryebildetes Wachpersonal verfugen, Vas in Abständen von einer halben Stunde unge­fähr die Räume kontrolliert. Rach Dlättermeldungen befindet sich die gesamte Tageseinnahme des abgeorannien Warenhauses, die im Tresor der Hauptkaffe untergebracht war, noch unter den Trümmern. Der feuersichere Tresor mar in einem der obersten Stockwerke untergcbracht. Um welche Summe es sich handelt, war noch nicht zu ermitteln. ,

Die Strafanträge im Sonnenbnrger Zuchtbausprozeß.

Aceh einer eingehenden Würdigung des Er^ gebnisses der Beweisaufnahme tarn der Staals- antoalt im Sonnenburger Zuchthausprozeß- zu dem Schluß, daß von den 24 Angeklagten fünf freigesprochen werden müßten. Bei den übrigen 19 komme in den meisten Fällen nur eine Geldstrafe in Frage, da der Anstalts-

1 birettor über sie ein günstiges Urteil abgegeben habe, und die Verführung für sie groß gewesen sei. Dies gelte besonders für diejenigen Beamten, die der Hehlerei schuldig wären. In fünf schwe­reren Fällen dagegen, in denen Unterschlagung unb Verleitung zum Meineid hiriZutommen. müsse eine Freiheitsstrafe Platz greifen. Der Strafantrag lautete gegen den Oberwachtmeister Aaumann auf ein Jahr drei Monate Zucht­haus. gegen Inspektor Hinkel auf drei Mo­nate Gefängnis, gegen Oberwachtmeister We­ber auf zwei Monate zwei Wochen Gefängnis, gegen den Hilfswachtmeister I a b u s ch auf einen Monat drei Tage Gefängnis, gegen Oberwacht- meister Kleinert auf einen Monat Gefängnis, gegen 14 weitere angeklagte Beamte auf Geld­strafen von 20 bis 50 Mark. Del fünf Beamten wurde Freisprechung beantragt

40 000 Mark Diebesgut in Elnmachegläjern.

Ein Kommando der Bochumer Kriminalpolizei grub in dem Ort Bögge am Ufer der Selcke einen Betrag von 40 000 Mark, bestehend au# Zehn-, Zwanzig- und Fünszigmarlscheinen, aus.der in Einmachgläsern vergraben war unb einen Teil der 250 000 Mark Lohngelder bildet, die vor einigen Tagen auf Zeche ..Königsborn" bei Bo­chum von dem Zechenoberwachtmeister Dünich' aus dem T r e i'o r der Zeche entwendet wurden. Einer der unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhafteten beiden Brüder Sohle hatte gestanden, daß er aus Anweisung deS flüchtigen Dünich diesen Teil des geraubten Gel­des vergraben habe. Diese Angabe hat sich nun als richtig herausgestellt. Die beiden Brüder Sohle leugnen, an der Tat selbst beteiligt ge­wesen zu fein.

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Donnerstaa. d.31 .Jan1929jrmgs.

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Wettervoraussage.

Wettervoraussage für Sa mstg: Noch Frost, tagsüber Erwärmung und Bewölkungszu­nahme, meist trocken.

Witterungsaussichten für Sonntag: Mldes, wolliges Weller mit vereinzelten Nieder­schlägen wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 31. Sanuar: mittags1,7 Grad Celsius, abends8,2 Grad Celslus: am 1 Februar: morgens135 Grad Celsius. Wla$i« mum1,4 Grab Celsius, Minimum14,4 Grad Eelsius. Erdtemperaturcn in 10 Zentimeter liefe am 31. Sanuar: abends2,1 Grad Celsius; am 1. Februar: morgens 3,2 Grad Celsius.

winlerfporluachrichleu der heft. Vetterdiensiflelle.

Vogelsberg (Hoherodskopf): Heiter, 7 Grad Celsius, 30 bis 35 Zentimeter Schnee, gekörnt Ski unb fRobd sehr gut (Herchenhainer Höhe): Hei­ter, 10 Grad Celsius, 35 bis 40 Zentimeter Pulver­schnee, Ski unb Rodel sehr gut

Odenwald (Tromm): Heiter, 8 Grad Celsius. 40 Zentimeter Pulverschnee. Ski und Rodel sehr gut (Neukirchen): Heiter,14 Grad Celsius, 50 Zentimeter Pulverschnee, Ski unb Nobel sehr gut

Taunus: Xieiner <je.i)jerg: Heller, 9 Goab Celsius, stark verharscht, Sv mäßig, Rodel gut

Sauerland. Winterberg: Hcsiler,7 Grad Celsius. 45 Zentimeter Schnee, stark ver­weht, Ski und Robä gut.

Schwarzwald: Felbberg: Heiter. 6 Grab Celsius, 115 Zentimeter Schnee, etwas verharscht Sll unb Rodel gut. Hornis gründe: Hei er,6 Grad Celsius, 113 Zentimeter Schnee, Pulver­schnee. Ski und Rodel sehr gut

Alpenc Garmisch-Partenkirchen: Heiler.9 Grad Celsius, 42 Zentimeter Schnee, Pulverschnee. Ski unb Rodel sehr gut.