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nen. 3n der Hast unterläßt die Hausfrau gu* weilen diese Vorschrift. Küchendüfte haften an den Fingern. Sie werden vertrieben, wenn un­mittetbar nach der Beschäftigung mit scharf rie­chenden Küchenkräutern die Hände mit Kochsalz abgerieben und alsdann kalt abgewaschen werden. Ist Haus- und Küchenarbeit beendet, dann ver­absäume die Hausfrau niemals, eine Einreibung mit einer Fettcreme vorzunehmen. Ein bvhnen- großes Stück Creme wird auf die Handinnen- fläche gebracht, mit der airderen Hand zuerst verrieben und nun mit Waschbewegung verteilt. Gleichzeitig müssen die Nägel berücksichtigt wer­den. Ein Holzstäbchen wird in ein entsprechendes Dagelwasser getaucht, und die Dagelhaut am oberen Dand wird damit zurückgeschoben. Von der Hautcreme, die sich auf Handrücken und Handteller befindet, wird mit dem Daumen der anderen Hand ein wenig über die Dägel ver­strichen. Dadurch kommt das Vrechen und das Splittern der Fingernägel nicht mehr in Frage, und di« schönste Hand macht einen unansehn­lichen Eindruck, wenn die abgebrochenen Dägel durch ihre ungleichen Längen in keinem Ver­hältnis zu den anderen stehen. Durch die Be­handlung mit der Dagelfeile anstatt mit der Schere bcchalten die Fingernägel besser die Form, das Wachstum wird gleichmäßiger, die Suostanz bleibt unbeschädigt. Wird die Creme abge­waschen, dann weicht auch die Müdigkeit der arbeitenden Hand, das Spannungsgesühl läßt nach, das Aussehen ist weich und zart. Wenige Tropfen Zitrone dienen gleichfalls zur Pflege der Hand, weil sie die Haut geschmeidig machen. Eine harte Arbeitshand ist ein Beweis von Fleiß. Die undankbaren Menschen aber, die eigentlich dem Fleiß einen so hohen Wertmesser gegeben haben, mögen seine wahrnehmbaren Beweise den­noch nicht gern, tim die harten und verfärbten Stellen an der Innenfläche zu vertreiben, reibe man mit der geballten Rechten den Handteller der Linken, reibe man mit der Linken den der Rechten, tinterstüht wird die Wirkung dieser Massage gleichfalls durch Fettcreme, und eine Einreibung mit Kölnischwasser gibt der Haut einen zarten, angenehmen Duft. Vielfach ist ein Feldzug gegen den Nagellack geführt worden. Die Mode war stärker als alle Argumente, die dagegen sprachen. Es hat sich auch herausgestellt, daß ein guter Lack den Nägeln durchaus nicht nachteilig ist, daß er ebenso wie Polierstein und Polierer das schöne Aussehen und die Haltbar­keit der Nägelsubstanz erhöht. Alles muß mit Maß gehandhabt werden: Dägel sollen glänzen, aber nicht aussehen, als wären sie in Butter ge­taucht. Dägel sollen auch nicht stumpf sein. Bei festlichen Anlässen, bei einem großen Diner, einem Ball, darf der Dagel mehr brillieren als an einem Alltag. Der Geschmack und die Kultur der Trägerin werden chr das richtige Maß vor- schreiben. Eine Massage der Finger läßt ihre Form schon bleiben oder schön werden. Von der Spitze angefangen Qcfjt die Massage, die mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand aus­geführt wird, herunter zur Wurzel. Im Laufe der Zeit bekommen dann auch die Nägel «ine ge­wölbtere, mithin eine bessere Form.

Wirtschaft.

Oie gegenwärtige Wirtschaftslage.

In dem Monatsbericht der Dresdner Bank für November werden u. a. die nachstehenden Aus­führungen über die Wirtschaftslage ge­macht:

Die Preisbildung vollzieht sich in Deutsch­land zu einem erheblichen Teil nicht im freien Spiel der Kräfte, sondern die Höhe der Preife wird wesentlich durch mehr oder weniger zwangs- mätzige Festsetzungen, die zum Teil auf dem Ge­biete der Lohn- und Sozialpolitik l egrn, mit­bestimmt. Auch wenn durch Schiedssprüche eine Beilegung der Streitigkeiten erfo'gt. bleibt jedes­mal als Ergebnis eine neue Belastung für die betroffenen Industr «zweig«, was für die Ge­samtwirtschaft besond.rs verhängnisvoll zu wer­den droht, soweit es sich, wie bei der Ei'en- industrie, dabei um Schlüs elindustr en handelt. Die dann in der Regel sich ergebenden Preis­erhöhungen las en sich mit der je^igen Konjunk'ur- phase, die durch allmähliche Senkung des Zins- und Preisniveaus die Grundlage für einen neuen Aufschwung schaffen soll, schlechterdings nicht vereinen. Aber noch eine andrrr ernste Seite hat diese Handhabung der Lohnpolitik. D ie Ren­tabilität der tint.rnehmungen erhält eine immer ungewis'ere Grundlage, auch wenn es teilweise gelingt, durch erhöhte P eise die Stcizerunq der Kosten wettzumachen. Die Kapi albi d nq, deren stärkste Trägerin die produktive Wi tschaft ist, leidet um so mehr, als bei den tinternehmungen

vielfach weder die erforderlichen Rückstellungen gemacht werden können, noch eine genügende Verzinsung des Anla^etapi als geboten werden kann. Daß, wie es beim niedrcschle ischen Stein­kohlenbergbau der Fall war, lediglich durch öffentliche Hilfe die Exiftenzmöglichkcit der Werke ausreHterhalten wird,^rt sch ießlich zu einer allgemeinen Erstarrung des Wirtschafts­lebens. die jede Initiative der tintern hmer lah­men und ersticken muß.

Ferner kann vrn einen derartig hohenZins- Niveau, wie es zur Zeit nocy in Deutschland besteht, unmöglich ein Aufschwung aus ehen, und die Hohe der Zinssätze läßt darauf schlie'jen, daß der Tiefstand der Konjunktur noch nicht erreicht ist. Das Mißverhä'tnis -Wischer Kapital­bedarf und Krpitalbi düng ist andauernd so groß, daß diese selbst bei einem einge'chränit.m Pro- dukticnsstand. wir gegenwärtig, nicht annähernd den Ansprüchen genügt.

Die Kapitaleinfuhr der letzten Wochen in Form von Gold hat im Oktober infolge der inzwischen cingetret nm Markabschwächrng nach- gelas en. Die'e Markabschwächunq läßt sich nur so erklärm. daß zum Oktobrrtermin größere Zins- und Kapital-Rückzahl'.M'en an das Aus­land zu leisten waren und daß dec Repara'.ions- agent größere Devisenkäufe vor^enommen hat. Diese timstände brwi ken eine Labilität der Lage, die als Dauerzustand für die deutsche Wirt­schaft untragbar ist.

tinter diesen timstänken kommt an der Börse trotz der Aussichten, daß die Konjunkturlage mit Nachlas'en der Sai onbean pruchung des Geldmarktes auch im Sinne einer Erholung der Kurse wirken dürfte, in dem unentschiedenen 5)in und Her der Bewegung, in den Ansätzen zu einer Erholung und den wieder folgenden Rückschlä­gen die Skepsis zum Ausdruck, mit de' man die star'e Abhän'i'keit d r Wir shaft von dei inter­nationalen Geldoerhä'tnis en, sowie dir in Gang befindlichen Lohnkämp e in ihrer Rückwirkung auf die Konjunkturentwicklung betrachtet.

Deutsche Gold- und Silberscheide- anstalt Dorrn. Roeßler, Frankfurt a. Main. Die gestrige außerordentl'chr Genrral- versammlung genehmigte einstimmig die von der Verwaltung vorgefchlagene Erhöhung des Grund­kapitals der Gesellschaft von nom. 23 Mill. Mk. un 6,6 Mill. Mk. auf nom. 29,6 Mill. Mk. Die neuen Aktien mit Dividendenbercchtigung ab 1. Oktober 1928 werden einem Konsortium unter Führung der Darmstädter und Nationalbank, Filiale Frankfurt a. M., unter Ausschluß des gesetzlichen Bezugsrechts der Aktionäre zu 148 Proz. überlassen mit der Verpflichtung, hier­von 5,6 Mill. Mk. den alten Aktionären zu 150 Proz. im Verhältnis 4:1 anzubieten. Die restlichen 1 Mill, neuer Stammaktien werden von dem Konsortium zur Verfügung der Verwaltung gehalten. Sie sollen bei passender Gelegenheit verwertet werden. Wie mitgeteilt wurde, hat die Gesellschaft ein umfangreicheres Auslandgeschäft in Aus icht, zu dessen Finanzierung der Erlös für diese 1 Mill. Mk. Vorratsaktien abzüglich 2 Proz. für das Konsortium verwandt werden soll. 3m übrigen wurde die Kapitalerhöhung mit dem erweiterten timfang des Geschäftes, besonders in Chemikalien, mit den im Zusammen­hang damit stehenden Aus- und Erweiterungs­bauten, sowie der Hand in Hand damit gehen­den finanziellen Anspannung begründet. So be­tragen die Bankschulden augenblicklich etwa 9 Mill. Mk. Eine Erleichterung der finanziellen Lage durch Freigabe des Amerikaguthabens sei vorläufig noch nicht zu erwarten, tieber die Ansprüche der Gesellschaft an das Reich wegen des Verlustes der in Hoboken bei Antwerpen belegenen Anlagen der Gesellschaft lasse sich ebenfalls nichts Positives sagen, besonders hin­sichtlich der Höhe einer etwaigen Entschädigung. Die Beteiligung der Scheideanstalt an der Holz­verkohlungsindustrie sei eher noch etwas nie­driger, als vor dem Kriege. Es könne immerhin als «in gutes Zeichen für die Gesellschaft be­trachtet werden, daß sie jetzt erst, lange nach der Goldumstellung, im Gegensatz Hu den meisten anderen Gesellschaften eine Erhöhung des Ka­pitals beantrage.

* Kali-Industrie A. - G. In der gestri­gen Sitzung des Aufsichtsraies der Kali-Industrie A.-G. Berlin erklärte der Vorsitzende des Aus­sichtsrates zu der bekannten Transaktion Win- tershall-Burbach, daß das Geschäft noch In der Durchführung begrif en sei. Mit Rücksicht hierauf könne er in dem jetzigen Zeitpunkt ins einzelne gehende Angaben nicht machen. Er wolle aber die grundsätzliche Erklärung abgeben, daß die Interessen der Kali-Industri« A.-G. bei dieser Transaklion in jeder Beziehung gewahrt seien. In der weiteren Besprechung wurden laufende

Angelegenhei'en behandelt. Die Verwaltung war in der Lage, befriedigende Mittellungen über den Betrieb des Stickstoffwerkes in Rauxel zu machen.

' Kloeckner-Werke A. G. In t>:r gestri­gen Sitzung des Aufsichtsrates der K oeckner- Werke A.G. wurde dec Abschluß für das am 30. Iuni beendete Geschäftsjahr 1927/28 vorgelegt. | Nach Verrechnung frrr allge.ncinen tin'vsten und Zinsen ergibt sich einschl eßlich des Vortrages auf 1926/27 mit 635 769 Wk. ein Betriebsüber- schuh von 34 162 445 (33 517 066) Mk. Nach Ab­zug der Steuern mit 8 017 023 (t 238 123) Mk., der sozialen Lasten mit 7 910 393 (7 593 3.0) 2Ht. der Obligationenzinsen mit 3 432 363 (3 383 406) Mark, sowie nach Abschr.il'unaen von 8 345 126 (8019 730) Wk. bleibt ein Reingewinn von 6 457 535 (7 232 129) Mk. Der auf den 8. Dezember einberufenen G.-V. soll die Verteilung einer Divi­dende von 6 Proz. vorgeschla-en werden Rach Abzug der Vergütung für den Aufsichtsrat blcibCTi dann noch 463 402 Mk. zum Vortrag auf neue Rechnung. Von den im vergangenen Iahre ausgegebenen 20 Mill. Mark neuen Aktien neh­men 15 Mill. Mark zur Hälfte an der Dividende teil.

Frankfurter Börse.

F r a n k f u r t a. M., 31. Okt. Tendenz: unsicher. Die Tatsache, daß die Verhandlungen im Reichs­arbeitsministerium über den Ruhrjchiedsspruch ergeb­nislos abgebrochen worden sind, trug eine merk­liche Unsicherheit in den heutigen Börsenver­kehr. Man will nun die Entscheidung des Reichs­arbeitsministers abwarten. Das Geschäft war in­folgedessen wieder sehr ft i l L Verstimmend wirkte auch der auf Glattstellungen schwache Schluß der gest­rigen Neuyorker Börse. Von einer Anteilnahme außenstehender Kreise am Geschäft war nach wie vor kaum etwas zu spuren. Die Spekulation bekundete Abgabeneigung, so daß bei uneinheitlicher Kursentwicklung überwiegend Ab­schwächungen eintraten. Das Angebot war im allgemeinen nicht groß, die Aufnahmefähigkeit des Marktes aber andererseits wieder gering. Dor allem am Chemiemarkt wurden Abgaben oorgenommen. J.-G.-Farben eröffneten 2,13 v. $)., Scheideanstalt 4,5 v. S). schwächer. Auch am Elektromarkt herrschte auf Glattstellungen der Spekulation Abgabeneigung. AEG., Bergmann, Licht und Kraft, Schuckert, Ges- fürel, und Siemens verloren 1 bis 2,5 o. S). Sch'sif- fahrtswerte lagen 1 bis 2 o. H. gedrückt. Aschaffen­burger Zellstoff minus 2 v. H. Montanwerke waren vernachlässigt. Gelsenkirchen minus 1 v. H. Mans- felber dagegen 1 v. H. fester. Einiges Intereste be­stand für die Reichsbankanteile, die 3 v. S). gewannen. Von den Kaliaktien konnten Salzdetfurth 2,5 v. H. anziehen. Leicht erhöht waren ferner die Autowerte. Deutsche Anleihen gaben leicht nach. Arn Ausland­rentenmarkt waren Türken weiter beachtet, Zolltür­ken aber auf Realisationen gedrückt. Im Verlaufe konnte sich die Tendenz nicht bessern. Bei unver­ändert stillem Geschäft bröckelten die Kurse meist wei­ter etwas ab. Zum heutigen Ultimo, der im übrigen, wie erwartet, keine Schwierigkeiten bereitete, war der Geldmarkt stärker angespannt. Tägliches Geld 7,5 o. H. Devisen waren wenig verändert. Man nannte Mark gegen Dollar 4,1981, gegen Pfund 20,359, Lon­don gegen Kabel 4,8490, gegen Paris 124,15, gegen Mailand 92,60, gegen Madrid 31,08, gegen Holland 12,0925.

Berliner Börse.

Berlin, 31. Okt. Schon im heutigen Vormittags­verkehr konnte man eine starke Zurückhal­tung bei den Banken beobachten, und diese Tendenz übertrug sich auch auf den Börsenverkehr. Der Abbruch der Cchiedsspruchverhandlungen im Ar­beitsministerium machte doch einen größeren Ein­druck, als es gestern den Anschein hatte. Jedenfalls wartete man die Entscheidung, die der Reichsarbeits- mlniftcr heute treffen will, ab. Da auch von Aus­landbörsen schwache Meldungen vorliegen sollten, schritt die Börse wieder zu Rückkäufen, und es ergaben sich, abgesehen von einigen favorisierten Werten, meist kleineKursrückgänge. Es ver­stimmten neben anderen Betrachtungen der über­raschende Dividendenrückgang bei den Chemischen Werken Charlottenburg, während die Bilanz und die Dividendenreduktion bei Klöckner von der Börse schon vorweggenommen waren. Auch die Ergebnisie der gestrigen Aufsichtsratssihung der Kaliindustrie konn­ten wenig befriedigen, da die Börse ausführlichere Mitteilungen erwartet hatte. In Reichsbank beob­achtete man Käufe von guter Seite: man sprach von Auslandorders, und der Kurs konnte um über 3 v. H. anziehen, da man infolge gebesserten Geschäftsganges mit einer Wiederaufnahme der Dividendenzahlungen rechnet. Auch Elektrowerte hatten größeres Geschäft aufzuweisen und konnten sich zum Teil bis 1 v. H. befestigen. Schwach lagen Bauwerte, wie Schlesische Zement und Holzmann. Deutsche Linoleum, Poly­phon, Kunstseidenwerte und Kaliwerke verloren schon bei kleinem Angebot 2 bis 7 v. H. Sehr schwach

lagen Svenska bei einem Verlust von zirka 10 Mark auf schwaches London. Deutsche Anleihen neigten zur Schwäche. Ausländer bis auf Anatolier überwiegend etwas fester. Der Geldmarkt war für den Ultimo relativ leicht, wenn auch der Satz für Geld über Ultimo von 8 bis 9,5 v. H. ziemlich hoch ift Der Pfandbriefmarkt war übereinstimmend mit der übri­gen Börse sehr still. Goldwerte lagen etwas schwächer. Auch im Verlaufe blieb das Geschäft still, und es er­gaben sich an fast allen Märkten Kursrückgänge von 1 bis 2 v.H.

Frankfurter Getreidebörse.

Frankfurt a.M.. 31.Oft 3m Zusammen­hang mit den schwächerm Auslandno' ierungen war die Haltung am hiesigen Produktenmarkt abgeschwächt. Das Auslandangebo' in Roggen und Weizen hat sich weiter verstärkt, so daß die Käuferschaft größere Zurückhaltung 5fun- bet«. Bei minimalen Umsätzen gaben die Wei­zen- und Roggenpreise weiter etwas nach. Stär­ker angeboten war ferner Sommergerste, die 0,50 Mark schwächer notierte. Im Einklang mit den schwächeren Drotgetr:idepr:ifen lagen auch Weizen- und Roggrnmehl etwas niedriger. Der Futtermittelmarlt blieb we'ckn: vernachlässigt ber nachgebenden Kleic preisen. Es wurden notiert: Weizen 23,65 bis 23,75; Ro gm 22,50 bis 22.60; Sommergerste für Drauzweck- 24,50 bis 25; tnL Hafer 23,25 bis 23,50; Mais (gelb) für Futter­zwecke 21,73 bis 22; Weizenm.hl, süddeutsches Spezial 0, 33.75 bis 34,50; Roggenqrehl 30 big 30,50; Weizenkleie 13,75; RoggerÄeie 14,25 Mark. Tendenz: abgeschwächt.

Amtsgericht Gießen.

Gießen, 26. Okt. Arbeitslose erheben nicht selten Ansprüche auf Gewährung von tinter- stühungen, die ihnen nicht zustehen. Es geschieht dies tcils aus Unkenntnis, teils aber auch in be­trügerischer Absicht. Ein Fall der letztgedachten Art stand heute wieder zur Verhandlung. Rach dem Reichsgeseh vom 16. 7. 27 erhält ein Ar­beitsloser nur dann tinterstühung, wenn er bn dem letzten Iahre während 26 Wochen in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung stand. Der heutige, arbeitslos gewesene Angeklagte legte damals dem Arbeitsamt eine Bescheinigung seiner Arbeitgeberin vor, inhaltlich deren er bet dieser über 26 Wochen beschäftigt war. Das Formular der Bescheinigung hat er selbst ausgefüllt und von feiner Arbeitgeberin nach Verlesen und Ge­nehmigung unterschreiben lassen. Da auch die übrigen Voraussetzungen xutrafen, gewährte man ihm die gesetzliche Arbeitslofen-tinterstützung, und der diensttuende Beamte des Arbeitsamts hat ganz richtig gehandelt. Der Inhalt der Beschei­nigung war aber, wie sich später auf Meldung der Verdacht schöpfenden Arbeitgeberin herauS- stellte, falsch. Tatsächlich war der Angeklagte bei dieser nur wenige Wochen beschäftigt gewesen; für die üKitere-n Wochen hat er sich ihr nur zur Verfügung gestellt, und sie hat ihn be".' der Krankenkasse nicht abgemeldet, gearbeitet hat er nicht mehr. Auch der Durchschnittswochenlohn, auf Grund dessen die Höhe der tinterstützung fest- gestellt wird, war falsch zu hoch angegeben. Es erfolgte daraufhin Anzeige wegen Betrugs. Der Angeklagte will auch sein tinrecht eingesehen haben; er zahlte die tinterstützung dem Amte zurück. Wit Rücksicht hieraus und auf andere Umstand« erkannte das Gericht auf Grund deS Geldstrafengesetzes an Stelle einer an sich ver­wirkten Gefängnisstrafe auf eine entsprechende Geldstrafe.

Letzte Nachrichten.

Noch teine Entscheidung im Eisenkonflikt

Berlin, 31. Oft (I. U. Drahlmeldung.) Die Schlichtungsoerhandlungen zwischen den Parteien in der Eisenindustrie bauern noch an. Der Reichsarbeit«- minisler, dem die verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruch» zufallt, berichtet au gen blick- sich im Reichskabinett über die Angelegen­heit Wann die Entscheidung fallen wird, läßt sich noch nicht beurteilen. Die Arbeitgeber erklären, an der Aussperrung nach wie vor festzuhalten, da die von den Gewerkschaften gestellten Forderungen untragbar seien.

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Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Retchsbankdiskont 7 Prozent, Lombardzinsfuh 8 Prozent.

Frankfurt a. M

Berlin

Frankfurt a. M

Berlin

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Berlin. 30 Oktober

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Deutsch Dcftrrr .ilOOÄnma

Rumänische V7oten .....

Schwevische Roten ......

Schwei,er Roren ......

Spanische Viotcn.......

Tschechoilowaktsche Noten . .

Ungarische Noten

DeoifenmarFt Berlin

Telegraphische

16,36

167,86

21,92

111,58

58.81

2,535

111.85

80.48

67.30

12.385

72.85

-Frankfurt Auszahl

CT 168,54 22,00 112.02 69,05 2.555 112,29 80.80 67.58 12,445 73.15

a. M. ung.

Lchlutz- fltir»

1-Uhr- Kur»

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Datum

30 10.

31. 10

30 10.

31 10.

Damm: | 30 10 | 31 10. | 30. 10.

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Datum:

30. 10.

31. 10

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ohne Auslol.-Siechte . .

7% Fran« Hyv.-Bi (Bolbtf. uw tünobai bis 1982

4H% iHbrtnW Hyp.-Banl Lian..

Soldos

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Berlin. 80. Oktober

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