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An der Rückseite des sich von den britisch« Inseln in nordöstlicher Richtung bis nach Stands nahten erstreckenden Tieidrucksgebietes, kommt ö in Verbindung mit dem Im Raume von Jslanv lagernden Hoch -um Vordringen Polarer Lust­massen. Eie werden Anlaß zu unbeständig«« Wetter geben und zu strichwe'.sen Regenschauers führen. Die Temperaturen sinken dabei wird« und bei nächtlicher Aufklärung besteht stellenweif« die Gefahr leichten Frostes.

Wettervoraussage für Donners­tag. Wechselnd wolkiges Wetter mit Aufheite­rung, einzelne Regenschauer, weiterer Tempera­turrückgang. ,

Witterungsaussichten für F r e t a g. Ruhiges, mehr aufheiterndes Wetter, pu lenweise Nachtfrost wahrscheinlich.

Lufttemperaturen am 30. Oktober: mittags W Grad Celsius, abends 9 Grad Celsius: am 31. un- morgens 5,6 Grad Celsius. Maximum 11,2 Gr<u Celsius, Minimum 5,1 Grad Celsius. Erdtempera' turen am 30. Oktober: abends 9,2 Grad Celsius: a® 31. Oktober: morgens 7,7 Grad Celsius. Sonne» fcheindauer % Stunde.

Zehn Zehre Aeichsarbeilsministerium.

Großen linksgerichteten Koalition, die eine solide Grun-lage für die Entwicklung der auswärtigen Politik bilden kann, da Stresemann feit vier Jahren die Außenpolitik führt und Resultate erzielt hat, die kein Deutscher nach der Ruhr- bcsehung zu erhoffen gewagt hat. So hat Dr. Stresemann in dem Augenblick, in dem er die Leitung der deutschen Außenpolitik wieder über» nimmt, in seinem Spiel ein neues Instru­ment, über das er gestern nicht verfügte. Die Frage bleibt offen, wie er dieses zu bearbeiten wissen wird, um das deutsche Volk dahin zu führen, eine Regelung ins Auge zu fassen, durch die die Interessen eines jeden in voller Gerech­tigkeit gewahrt werden.

Fmanzminister Henrich f.

Darmffabf, 30.OH. (19X23.) Der langjährige hessische Fiuanzminlsler Dr. weck. L c. Konrad t) e u - r i ch ist am Dienslaguachmittag kur; nach 6 Uhr an den folgen einer Operation, der er sich am 22. Öfterer unterziehen muhte, gestorben.

Konrad Henrich wurde am 19. War 1864 in Lang-Göns (Oberhessen) geboren, wo seine Fa­milie seit Jahrhunderten ansässig war und den Boden bebaute. Auch er war ursprünglich für die Landwirtschaft bestimmt und besuchte bis -um 14. Lebensjahre die Voifs'chule. Dann ging er noch vier Jahre auf das Realgymnasium in Gießen. Sodann wandte er sich der mittleren hessischen Beamtenlaufbahn zu. aus der er aber durch Selbststudium volkswirtschaftlicher, sozial- und finanzpo.itischrr Art herausstrebte. Er schrieb u. a.Die finanzielle Verwaltung der öffent'l chen Vermögen" (Gießen, 1896) undGrundzüge der Finanzpolitik" (München). Bodenresvrmerische Gedanken regten bei ihm die Gründung einer Baugenossenschaft an, deren Ergebnis das soge­nannteTintenviertel" in Darmstadt war. Im Jahre 1917 trat er aus dem Staatsdienst aus und wurde besoldeter Beigeordneter der Stadt Darmstadt.

In die Politik kam H. als Anhänger Friedrich Naumanns, dessen im Jahre 1896 gegründeten National-sozialen Verein er von Anfang an bei­trat. Mit dem National-sozialen Verein kam er auf dem Wege über die Fortschrittliche Volkspartei ins Lager der Deutschen Demokratischen Partei, als deren Kandidat er 1919 auch in die Deutsche Na­tionalversammlung gewählt wurde. Im alten Hes­sischen Landtag saß er von 1911 bis 1918; auch dort behandelte er vorwiegend Finanzsachen.

Nach der Revolution wurde Henrich zunächst als Ministerialdirektor, dann 21. Februar 1919 als Finanzmini st er Leiter der hessischen Finan­zen. D es Amt behielt er auch in den Regierungen vom Dezember 1921 und vom März 1925 bei Bei der Verwaltung seines Ministeriums kamen ihm seine umfassenden Fachkenntnisse sehr zustatten, verbunden mit der Gabe, sich leicht und schnell über die politischen Situationen zu orientieren und tak­tisch geschickt zu operieren. Die durch die Besetzung Rheinhessens schwierige wirtschaftliche Lage Hes­sens stellte ihn vor sehr heikle Aufgaben, denen er nach bestem Wissen und Gewissen gerecht zu werden suchte. Auch der politische Gegner wird anerkennen müssen, daß sein Leben jederzeit treüer hingebender Arbeit für das Wohl des Landes gewidmet war. Mit dem verstorbenen Minister v. Brentano war er die stärkste Kraft im Kabinett Ulrich. Bei den letz­ten hessischen Wahlen hatte er sich nicht mehr auf­stellen lassen. Seine Gesundheit war durch ein jahrelanges schweres Darmleiden damals schon un­tergraben und bei der Neubildung der hessischen Regierung Mitte Februar 1928 trat Henrich aus Gesundheitsrücksichten auch als Minister zuruck. Bei dieser Gelegenheit ernannte ihn die medizinische Fakultät in Gießen ehrenhalber zum Doktor der Medizin. Am 22. Oktober hatte sich der Minister er­neut einer Operation unterziehen müßen, deren Folgen er jetzt erlegen ist.

OrrHessische Volksbund" zur Reichsreform.

Wünsche für eine Neugliederung im Maingebiet.

Kassel, 30. Ott DerHessische Dolksbund" hielt in Treysa seine Landesverfammlung ab, zu der 30 Delegierte aus dem Dolksstaat Hes.en und der Provinz Hessen-Rafsau erschienen waren. Eine im Anschluß an ein Referat üben die Stel­lungnahme zur Reichsreform und den hiermit verbundenen Tätigkeitsbericht gefaßte Ent­schließung lautet:Die zahlreichen bisherigen Vorschläge zur Reichsreform ha'ten im wesent­liche an der vorhandenen Gliederung des Reiches fest. Soweit diese Gliederung eine Aen- derung eriahren soll, ohne gleich) i ige Lösung der Kompetenzfrage, wird eine Teillösung ange­strebt, mit dem vorläufigen Ziel, einen zentra­listischen preußisch-norddeut chen B'ock zu schaf en. Der Hessische Volksbund hält demgegenüber an seiner alten Forderung nach einer Gesamt­lösung fest. Insonderheit lehnt er den Weg über ein Groß-Preußen im gesamtdeutschen In­teresse ab. Der Hessische Volksbund begrüßt die von ihm stets geforderte Initiative der Reichs­regierung in der Reugliederungsfrage. die nur bann zu einer befriedigenden Lösung führen wird, wenn die natürlichen deutschen G e - bietskörperschaften, die sich aus den wirt­schaftlichen, kulturellen und stamm ichen Verhält­nissen ergeben, eine unbedingt gleich­berechtigte und reichsunmittelbare Stellung erhalten. Sonderrechte (Reservate) oder Vorherrschaft (Hegemonie) lehnt der He sische Volksbund unbedingt ab. Für die hessischen und nas auilchen Gebiete fordert der Hessische Dolks­bund die Bildung eines einheitlichen Landes Hessen-Rassau, das sich min­destens zusammen etzt aus dem Dolksstaat Hessen, der Provinz He s s e n - R a s s a u ein- schließ'ich Waldeck und Wetzlar, sowie dem Aschaffenburger Land. Die AusieHterhal- tung getrennter Komrnunalverbände !Kassel. Darmstadt, Wiesbaden), wie ile z. B. in den Vorschlägen des früheren Reichskanzlers Luther verlangt wird, bedeutet die künstliche Trennung von Land und Leuten, die nach Ratur und Volkstum zusammen- geboren, und verhindert die so dringend not­wendige Reform. 5? er Hes ische Dolksbund ist zur Zusammenarbeit mit anderen Organisationen be­reit, sofern sie ohne Rücksicht auf die zur Zeit noch bestehenden Ländergebilde dir Forderung nach Gleichberechtigung und Reichsunmittelbar- Eeit der deutschen Gebietskörperschaften aner­kennen.

Berlin, 30. Oktober. (WB.) Anläßlich seines zehnjähriaen Bestehens fand im geschmückten Fest­saal des Reichsarbeitsministeriums eine Feier statt, an der zahlreiche Gäste teilnahmen, u. a. Staats­sekretär Dr. Meißner, Reichstagspräsident Lobe, Reichskanzler Müller, die Reichsmini­ster Dr. Curtius und Dr. Hilferding, die Vertreter der Länder, der preußische Minister für Bolkswohlfahrt, Dr. Hirlsi es er, die Staats­sekretäre der Reichsministerien sowie zahlreiche Vertreter der Staatsbehörden, fast alle Beamte des Reichsarbeitsministeriums und eine große Anzahl von Vertretern beider Parlamente der Wirtschaft. Nach einem Musikoortrag ergriff

Reichsarbeitsminister Wissell

das Wort zu feinem Feftvorirag. Der Minister ge­dachte in herzlich warmen Worten feines unmittel­baren Amtsvorgängers Dr. Brauns, der nicht nur ein Amt, sondern ein Werk hinterlassen habe. Die entscheidende Errungenschaft der Sozialpolitik der Nachkriegsjahre liegt, so erklärte der Minister, in der Tatsache, daß der Mensch wieder in den Mittelpunkt der Wirtschaft ge­rückt ist. Die Verfassung der Deutschen Republik schuf die Grundlagen, worauf das neue Gebäude der deutschen Sozialpolitik errichtet werden konnte, schuf die gleichberechtigte Mitwirkung des Arbeit» nchmers an der Regelung feiner Arbeitsbedingun- gen. Betriebsrätegesetz, Schlichtungsordnung, Ar­beitsgerichtsgesetz seien Schöpfungen dieses neuen Geistes, haben Fürsorge in Recht verwandelt. Das Reichsarbeitsministerium hat sich nicht damit be­gnügt, dafür zu sorgen, daß unverschuldetes Elend gemildert werde, sondern als seine nicht minder wichtige Aufgabe erkannt, Not und Elend vor- zubeugen. So wurde der Betriebsschutz aufgebaut und wurden umfassende Untersuchungen eingeleitet. Auch die Bekämpfung der Ar­beitslosigkeit gehört zu der großen Aufgabe der vorbeugenden Sozialpolitik. Das Reichsarbeits­ministerium hat durch eine umfassende Organisation der Arbeitsvermittlung die Reibungen und Stockun­gen auf dem Arbeitsmarkt zu verringern versucht. Neuaufbau der Berufsberatung, Regelung der Berufsausbildung dienten dazu,- die Bedürfnisse des Arbeiters und die der Arbeitgeber einander zu nähern. Bei alledem hat das Reichsarbeitsministe­rium nie die Tatsache unterschätzt, daß es dle

Staatssekretär Lansing t-

Washington, 30. Olt. (WTD.) Der frühere Staatssekretär Robert Lan ing, der von 1915 bis 1920 an der Spitze des Staatsdepartements stand, ist gestorben.

Robert Lansing wurde 1864 zu Watertvwn im Staate Reuyork geboren. Er galt als einer der besten Kmner des Völkerrechts und war seit langer Zeit mit Woodrow Wilson bes.eundet, als er von diesem im März 1915 in das Staats­departement (Auswärtiges Amt) berufen wurde. Am 9. Juni 1915, nach dem Rücktritt Bryans, trat er an die Spitze des Amtes und hat die Politik des Präsidenten Wilson in völ errecht- lichen Dingen zuerst maßgebend beeinflußt. Der Dölkcrbundsgedanke ist in der Form, wie er von Wilson vorgebracht wurde, auf Lan­sing zurückzuführen, der von jeher für vorbehalt­lose. allgemeine Schiedsgerichte, richterliche Er­ledigung internationaler Streitfälle und eine Kodi- fizrirung des Völkerrechts eingetreten war. Wäh­rend der Zriedensverhardfungen jedoch geriet L. mit Wi'son in Meinungsverschiedenheitm. Seme abweichende Meinung gegenüber dem Vertrag von Versailles, den Wilson guthie';, gab er in einem Interview mit dem Journalisten C. Dullit Ende Juni 1919 zu erkennen. Als dieser die Unterredung veröffentlichte, sah sich L. im Februar 1920 zum Rücktritt genötigt Er ver­öffentlichte dann 1920 und 1921 aufsehenerregende Werke über die Friedensverhandlungen und trat 1925 noch einmal für den Anschluß Oesterreichs an Deutschland ein unter der Begründung, daß sich Oesterreich ohne den Anschluß an Deutsch­land industrie l und wirtschaft ich nicht aufrichten könne, und sich die Lage Mitteleuropas nicht stabil gestalten könne, ehe nicht der Anschluß vollzogen sei.

Ergebnislose Verhandlungen im norbivestdeulschen Eisenwnflitt. Bor der Entscheidung des Reichsarbeits- nnnisters.

Berlin. 30.Ott (TU.) Die am Dienstag nach- mittag um 3 Uhr im Reichsarbeitsministerium be- gonnenen Schlichtungsoerhandlungen mit den beiden Parteien find ergebnislos verlaufen. Die gemeinsamen Verhandlungen wurden infolgedessen abgebrochen und in den späteren Rachmittagsstunden vom Reichsarbeitsminisleriun' einzeln mit den Parteien fortgesetzt Nachdem auch hier eine Eini­gung nicht zustande kam, wurden die Beratungen gegen 1 Uhr nachts unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers weiterge­führt. Die Parteien legten noch einmal eingehend ihre Auffassungen über die wirtschaftliche Lage dar. Auch die Vermittlungsversuche des Reichsarbeits- minisiers blieben erfolglos, so daß die Rach­oerhandlungen gegen 4.30 Uhr morgens ergeb­nislos abgebrochen wurden. Der Reichs- arbellsmlniffer teilte darauf mit, daß seine Ent­scheidung noch heute erfolgen werde.

Evangelische Kirche und Konkordai.

Eine Entschließung des preußischen evangelischen Kirchensenats.

Berlin, 30. Ott. (TU.) Der in Berlin zu­sammengetretene Kirchensenat der Evan­gelischen Kirche der a 11preußi s ch en Union, die oberste Instanz der Landeskirche, hat in eingehenden Beratungen zu der durch die Konto röatsverhandlungen geschaffenen Lage Stellung genommen. In einer Entschließung an die preußische Staatsregierung gibt der Kirchensenat der Befürchtung Ausdruck, daß in der paritätischen Stellung der ver- sassungsmah gen Gleichberechtigung beider christlichen Kirchen zum Schaden der evangelischen

Wirtschaft ist, die den Rechten des Arbeiters erst die Möglichkeit praktischer Auswirkung gibt. Ze mehr die Sozialpolitik sich von der reinen Fürsorge entfernte, um so enger wurden die Beziehun­gen zur Wirtschaftspolitik. Das Reichs­arbeitsministerium hat sich bemüht, niemals zu vergessen, daß der Anteil der Arbeiterschaft am Ertrage der Wirtschaft nur dann steigen kann, wenn dieser Ertrag f e l b ft steigt daß jede gute Sozialpolitik auch ein Stück Produk­tionspolitik darstelle. Die Strecke Weges, die in diesen zehn Jahren zurückgelegt wurde, mag klein erscheinen, gemessen an unseren Wünschen, aber sie ist unendlich schwer gewesen. Der vor uns liegende Weg wird gewiß nicht leichter sein, aber die Opfer werden sich lohnen, wie sie sich in der Vergangenheit gelohnt haben.

Reichskanzler Hermann Müller sprach dann dem Reichsarbeitsminister im Fla­men der Reich-sregierung die herzlichsten Glück­wünsche anläßlich des 10jährigen Bestehens des Reic^arbeitsministeriums aus. Das Reichs­arbeitsministerium habe einzig und allein den Interessen der Allgemeinheit und dem Aus­gleich der sozialen Gegensätze zu die­nen. Das sei eine hohe und verantwortungsvolle Ausgabe. Was auch immer das Ergebnis der Reparaiionsverhandlungen fern mag, auch in Zukunft hätte Deutschland große Lasten zu tragen. Und aus diesem Grunde würden natür­lich auch hinfort öle Ansprüche an die Ar­beitskraft des deutschen Volkes gesteigerte fein, an die Arbeitskraft, die zu schützen eine der vornehmsten Ausgaben unseres Arbeitsmmi- steriums ist, das wohl mit Befriedigung auf seine geleistete Arbeit zurückblicken und das hoffentlich auch in der Zukunft im selben Maße zum Wohle des Dolles wirken kann. Im Ramen des Reichstages sprach sodann Reichs­tagspräsident Löbe, ferner der preußische Mi­nister für Volköwohlfahrt, Dr. Hirtsiefer. im Ramen des Reichsrates, der Präsident des vorläufigen Reichswirtschaftsrates, Dr. C. F. v. Siemens, im Ramen des vorläufigen Reichswirtschastsrates und zum Schluß H. D. Butler, stellvertretender Direktor des Inter­nationalen Arbeitsamtes in Genf.

eine Verschlechterung eintritt, die mit Sicherheit den konsessionälen Frieden stören müßte. Der Kirchensenat fordert für den Fall, daß die Staatsregierung eine vertragliche Rege­lung mit dem päpstlichen Stuhl für unvermeidlich hält, auch für d i e evangelische Kirche, die zwei Drittel des preußischen Volles umfaßt, eine gleichzeitige vertragsmäßige Sicherung. Die Entschließung weist daraus hm, daß die mit der Evangelischen Kirche ge­führten Verhandlungen gerade jetzt i n s Stocken geraten sind, wo das Konkordat zum Abschluß gebracht werden soll. Der Kirchen­senat hat die Lage für so ernst angesehen, daß er feinen Vorsitzenden ermächtigt hat, die Ge - neralfynode unverzüglich einzuberusen, so­bald es ihm nach der weiteren Entwicklung der Verhältnisse angezeigt erscheint.

Deutsche Volkspartei und evangelische Kirche in Hessen.

Von der Landesgeschäftsstelle der Deutschen Volks- Sartei wird uns mitgeteilt:3m Anschluß an die Mitteilungen des Herrn Reichstagabgeordneten Din- geldey über die evangelische Landeskirche in Hessen hat zwischen einem Vertreter des Landeskirchenamts und der Parteileituns der Deutschen Volkspartei eine Aussprache stattgefunden. Dabei hat sich ergeben, daß die Verhandlungen zwischen der evangelischen Landeskirche und der hessischen Staatsregierung wegenErhöhungdesStaatszuschusses noch in der Schwebe sind. Die evangelische Landes­kirche wird, bevor es zu einer parlamentarischen Entscheidung kommt, mit den politischen Parteien in dieser Frage Fühlung nehmen. Die Deutsche Dolkspartei wird von dem Ergebnis dieser Ver Handlungen dann rechtzeitig ihre Entscheidung über etwaige parlamentarische Schritte abhängig machen."

Aus aller Welt.

Freispruch im Gladbecker Abikurienlen-Bkordprozeß.

Essen, 31. Okt. Der Gladbecker Abiturient Hußmann, der angeklagt war, in der Nacht nach dem Abiturientenkommers seinen Klassen­kameraden Daube ermordet zu haben, wurde nach einer sich über mehrere Tage hin erstreckenden Verhandlung aus Mangel an Beweisen freige­sprochen. Der Staatsanwalt hatte wegen Tötung m,t Vorsätzlichkeit, Wissen und Wollen acht Jahre Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre beantragt.

Die Beerdigung der Brüder Heidger.

Die beiden Brüder Heidger, geborene Essener, sind auf dem Essener Friedhof begraben worden. Die Angehörigen der Erschossenen hatten die Freigabe der Leichen erwirkt und sie nach Essen überiühren lassen, wo sie in einer kleinen Fried- hofskapelle aufgebahrt wurden. Die Mutter der beiden Brüder, die durch die Aufregung er­krankt im Spital lag, hatte es durchgeseht, daß sie zum Leichenbegängnis der Söhne entlassen wurde. Etwa sechzig Verwandte und Bekannte waren bei dem Begräbnis anwesend, Leute bürgerlicher Kreise, die viele Blumen und Kränze gebracht hatten. Am Grabe war kein Geistlicher erschienen, jedoch hatte die Mutter ein Fläschchen mit geweihtem Wasser mitgebracht, das sie in das Grab schüttete. Unter den Anwesenden herrschte tiefe Erschütterung. Die Mutter wurde sofort nach dem Leichenbegängnis ins Krankenhaus zu­rückgebracht, da sie dem Wahnsinn nahe zu sein schien.

lleberschwemmung durch wasserrohrbruch iu Berlin.

Das Hauptleitungsrohr des Städtischen Wasser­werkes ist nachts um ein Uhr aus noch unbekann­ter Ursache in der Köpenicker Straße im Südosten Berlins unter dem Bürgersteig geplatzt. Gewal­tige Wassermengen überschwemmten in kurzer Zeit mehrere Straßen. Trotz baldigen Eingreifens dau­erte es recht lange, bis die Wassermengen abgelau» fen waren. Der Verkehr mußte umgelei» t e t werden. Zwei Straßen wurden gesperrt. Die Arbeiten an der Untergrundbahn mußten wegen lleberschwemmung der Bau­gruben eingestellt werden. Um 3.30 Uhr war das Wasser zum größten Teil zurückgetreten. Durch die

Unterspülung sind erhebliche Schäden an den Be­troffenen Straßen entstanden.

3m Faltboot über den Kanal.

Die beiden deutschen Studenten Conradtff und Walter Leiweser, die im Sommer mit einem Faltboot abgefahren sind um den Kanal zu überqueren und die englisch: Kaste entlang zu kreuzen, sind an Bord Les Dampfers .Re ubll ue" in Cherbourg eingetroffen. Sri beabsichtigen, mit ihrem Faltboot die Seine aufwärts nach Paris zu fahren.

Schweres Explosionsunglück in einem Laboratorium.

Das Laboratorium der ßignofe Fabrik in Schönebeck an der Elbe wurde bei Kontroll­versuchen für eine neue Sprengkapselfüllung durch eine Explosion zerstört. Der Chemiker Dr. Rössel, der die Mischungen vorgenommen hatte, wurde schwer verletzt, der zwecke Chemiker Dr. Wiemann, der im Augenblick bes Unglücks in der Nähe der Tür am Schreibtisch saß, konnte sich mit leichteren Brandwunden ms Freie retten. Eine Laborantin, der die aufschlagenden Stich­flammen den Weg zum Ausgang verlegt hat­ten, rettete sich durch einen Sprung aus dem Fenster.

Born elektrische Strom getötet.

In Müllheim kamen auf der ca. 800 Meter tiefen Grube des Kaliwerks B'.gzingen sechs Arbeiter bei Transportarbeiten in Berührung mit dem LeitungSkabel einer Bohrmaschine, das bei den Arbeiten br'chädigt worden war. Zwei Arbeiter wurden von dem starken elektri'chrn Schlag sofort getötet, einer leicht verletzt, während die drei anderen mit dem Schrecken da­vonkamen.

Ein deutscher Bergwerksaufseher auf Sumatra ermordet.

Der deutsche Oberuufs.her des der Bergwerks- gesellschaftOlequa or gehörigen Mangganh Bergwerk, D. W. C g e r, der im 50. Lebensjahr stand, ist bei derLr sch.f Pajrih m ovvn Kulij überfallen und durch Messerstich: so schwer verletzt worden, daß er bald nach der ilcberfüfc* rung in ein Krankenhaus verstarb. Der An­laß zu dem ileberfall formte bisher noch nicht festge stellt werdm.

Verbrecher in Rönnen tracht.

In einem St. Gvarer Kloster erschien letzter Tage eine Rönne, die um Unterkunft bat. wa- auch gewährt wurde. Sie hielt in der ganzen Umgezend Kollekten ab und besah hierfür auch die erforderlichen amtlichen Aus­weise. Auch auf dem Bürgermeisteramt in Dacharach erhielt sie eine amtliche Bescheini­gung. Run traf es sich, daß die Rönne unterwegs einen K r a f t w a g e n f ü h r e r ansprach und ihn bat, sie mitzunehmen. Der Autofahrer kam ihrem Wunsche nach. Auf der Fahrt kam ihm jedoch das Benehmen der 2lonne sonderbar vor. insbesondere fielen ihm die starken Hände und das männliche Profil auf. Eine böse Ahnung befiel den Wagenführer. Erhie11an, angeblich weil er eine Panne habe. AIS der unheimliche Fahrgast ausgestiegen war, sprang der Kraf^ Wagenführer schnell wieder auf den Wagen und fuhr davon, um bei der nächsten Polizei­station Meldung zu machen. Die Bestätigung, daß es sich wahrscheinlich um einen geriebenen Verbrecher handelt, wurde da sofort gegeben. DieRönne" batte in dem Auto ein P aket zurückgelasfen. Man fand darin einen Männer­anzug und einen Revolver. Trotz der sofort eingesetzten polizeilichen Rachforschungen ist «S noch nicht gelungen, diesen gemeinen Gauner zu stellen.

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