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Die Derschuldungsmöglichkeit hat ihren Höhepunkt erreicht, sie hat ihn teils überschritten. Die ent­scheidende Qlenberung m der Lage der Landwirt­schaft ist nur herbeizuführen durch eine Politik, die auf allen Gebieten planmäßig und zielbewuht auf eine Verbesserung der landwirt­schaftlichen Grundtatsachen hinwirkt, durch die die Ergebnisse der landwirtschaftlichen Detriebsfuhrung bestimmt werden können.

Das Wichtigste aber bleibt die Stärkung der handelspolitischen Stellung der Landwirtschaft, denn der Druck einer R a h - rungsmitteleinfuhr von jährlich vier Milliarden Mark, von der wir drei Milliarden im eigenen Lande erzeugen könnten, ist kaum noch zu ertragen. Sie ist die wesentliche Ursache für die Riesendefizite unserer Landwirtschaft. _ Die überflüs ige Rahrungsm.t eleinsuhr bedeutet über­dies eine riesenhafte Aussperrung deut­scher Arbeiter. Sn der Herabdrückung der Rahrungsmitteleinfuhr ist nicht nur das Schick­sal der Landwirtschaft, sondern auch das Schicksal der ganzen deutschen Wirtschaft beschlossen. Es darf kein Schwanken mehr in der Richtung unserer Wirtschaftspolitik geben. Es geht vor allem um den deutschen Osten, es geht um Ostpreußen! Der Osten ist verloren, wenn ferne Landwirtschaft stirbt. Schon setzt der A b w a n- derungs ström aus dem Osten bedenklich ein Der Weg zu einer Gesundung unserer Handelsbilanz, der Weg aus der Verschuldung heraus, der Weg aus der dauernden Arbeits­losigkeit, der Weg zur Unabhängigkeit zum Aus­lande geht über die Erstarkung der deutschen Landwirtschaft. Es ist klar, daß man das Vaterland verliert, wenn man das Land, wenn man die Scholle verliert. Gebt dem deutschen Bauer den Ackerpflug wieder fester in die Handl Er ist bereit, mit starker Faust und leidenschaftlicher Liebe zu seinem Beruf und zu seiner Heimat diesen Pflug mit aller Kraft tiefer in den Boden zu drücken und herauszu­holen, was herauszuholen ist!

Rach einem Schlußwort des Präsidenten des Reichslandbundes. Reichstagsabgeordneten Hepp und dem gemeinsamen Gesang des LiedesSch hab' mich ergeben" wurde die Tagung beendet. Die Regierungsbildung in Hessen. Die Sozialdemokraten entscheiden sich für den Weiterbestand der Weimarer Koalition.

Darmstadt, 30. Jan. Der in Darmstadt er­scheinendehessische volksfreund", das Organ der Sozialdemokratie, teilt mit:Die sozialdemokratische Fraktion im hessischen Landtag hat in rlebereinstim- mung mit dem Landesausschuß der Sozialdemokra­tischen Partei gegen eine nicht unerheb­liche Minderheit beschlossen, die Verhandlun­gen zur Regierungsbildung nicht mehr nach zwei Seilen, das heißt, auf der einen Seite mit dem Zentrum und auf der anderen Seite mit der Deutschen Volkspartei, sondern nurnochausder Basis der alten Weimarer Koalition mit Zentrum und Demokraten weiter zu führen. Da­mit ist die Entscheidung für den weiterbestand der bisherigen Koalition und für die Neubildung der Regierung aus der Grundlage dec bisherigen Koali­tion gefallen. Um kommenden Mittwoch soll noch­mals eine Vollsitzung der Fraktionen der Sozial­demokraten, der Demokraten und der Deutschen Volkspariei stattfinden, um Mißverständnisse zu beseitigen, die auf dem Gebiete der Sozial- polittk und der Wirtschaftspolittk in den Verhand­lungen mit der Deutschen volkspaclei entstanden zu fein scheinen und an deren Beseitigung die Deutsche volkspaclei Interesse hat. Der A b s ch l u h der Ver­handlungen mit Zentrum und Demokraten dürfte, nachdem in den Grundfragen eine Eini­gung erzielt worden ist, die den Mindestforde­rungen der Sozialdemokratie gerecht wird, nunmehr rasch erfolgen, so daß in kurzer Zeit mit dec Neu­bildung dec Regierung in Hessen zu rechnen ist."

Der Reformausschuß.

Die Stellung des Reichssparkommissars im Ausschuß für Berwaltungsreform.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin. 31. San. Wie man aus parlamen­tarischen Kreisen hört, hat der Aeichsspar- k o m m i s s a r , der nach den bisher vorliegen­den Vorschlägen der Reichsregierung Mit­glied der Kommission zur Verwal­tungsreform werden sollte, die seinerzeit aus der großen Länderkonferenz in Berlin be­schlossen wurde, jetzt den Wunsch ausgesprochen, nicht aktives und stimmberechtigtes Mit­glied dieser Kommission zu werden. Es heißt, daß der Sparkommissar sich mit der Rolle eines Generalberichterstatters und Gut­achters begnügen wolle. Rach unseren 3n= sormationen geht er dabei von der Erwägung aus, daß seine Mitgliedschaft In der Achtzehner­kommission ihn vielleicht entgegen seinen Ab­sichten bei etwaigen Differenzen oder prinzi- piellen Gegensätzen der Anschauungen unötiger- weise auf eine der betreffenden Parteien f e st - le gen könnte, wodurch seine Arbeiten als Reichssparkommissar möglicherweise nur er­schwert würden. Wer als sein Rachfolger von der Reichsregierung in den Ausschuß bestellt wird, steht anscheinend noch nicht fest. Man horte den Ramen des Präsidenten des Städte- ttiges, Dr. M u l e r t, nennen, ohne aber die Gewißheit zu haben, ob seine Kandidatur wirk- na) ernsthaft in Frage kommt. Weiter verlautet, daß man an Stelle des einen ursprünglich vor- geschlageiien Historikers, den man von feiten ichsregierung in die Kommission entsenden wollte, sich letzt entschlossen hat, einen Staats- rn u? n e als zweiten akademischen Verwaltungsiunsten in die Kommission zu be-

Das Wahlergebnis in Mecklenburg-Strelitz.

Reust re lih, 30 San. (WTB.) Wie aus dem Mecklenburger Staatsministerium mitgeteilt wird, hat eine Rachprüfung der ersten vor- lauf gen Berechnung d?r Mandate für den neuen Mccklenburg-Streliher Landtag zur Aujdeckung eines Irrtums geführt. Rach bissen Beseiti­gung ergibt sich eine anderweitige Berechnung der Mandate. Die D e u t s ch n a t i o n a l e n er­halten nicht, wie zuerst mitg teilt, neun sondern a ch t Mandate, dafür erhalten die K o m m u - nisten statt zwei drei Mandate

Deutsche Wirtschaftspolitik.

Sm Haushaltsausschuß des Reichstags wurde die allgemeine Aussprache über den Haus­halt des Reichswirt cha t minner um8 fortgesetzt. Abg. Dr. Reichert (Dntl.) gab der Meinung Aus­druck, daß wegen der Erhöhung der Eisen- preise ein Anlaß für die angekündigten Maß­nahmen auf Grund der Kartelloerordnung nicht vor­liege. Die Volkswirtschaft sei nicht gefährdet. Man dürfe nicht einseitig einem Teile der Wirtschaft Din- düngen auferlegen. Ober wolle das Ministerium auch gegen Schiedssprüche austreten, die höhere ßöhne festsetzen oder gegen Erhöhungen der Bahn­tarife? Ebenso bedenklich sei eine Zollsenkung.

Abg. Ersing (3entr.) weist nachdrücklich auf die starken Preissteigerungen hin, die die Werke in öffentlicher Hand gegenüber der Vor­kriegs,zeit beschlossen hätten. In Berlin sei z. B. der Fahrpreis für die Straßenbahn von 10 auf 20 Pfennig, also um 100 Prozent erhöht. So dürfe es nicht weitergehen. Werde man ferner nicht 200 Millionen erststellige Hypotheken beschaffen können, würden die Kosten für die Erwerbslosen unge­messen ft eigen.

Reichöwirtschastsminister Or Curtius:

Die Höhe der Auslandanleihen halte ich noch nicht für beunruhigend. Die gesamten Aus­landanleihen belaufen sich auf rund 4,5 Milliarden Mark, dazu kommen noch kurzfristige Verpflich­tungen von 2 bis 3 Milliarden, das ergibt ab­gesehen von den Daweslasten runb 6 Milliarden Mark. An Zinsen und Annuitäten sind insgesamt 400 Millionen Mark auszubringen. Darin sehe ich keine Gefährdung unserer Währung. Diese Kredite sind im großen und ganzen pro­duktiv bewertet. Die Frage der eigenen Ka­pitalbildung muß stärker in den Vordergrund treten, aber ich schätze die eigene Kapitalbildung auf mindestens den dreifachen Betrag der Auslandan­leihen. Eine Drosselung der Auslandanleihcn über das schon eingetretene Maß würde eine Drosselung der Konjunktur bedeuten. Riemand wird sich den De.enken gegen Gefahren einer passiven Handelsbilanz ganz ver­schließen, aber die Passivität der Handelsbilanz bedeutet noch keine Gefährdung des Wohlstandes

des Landes, ebensowenig, wie das älmgekehrte der Fall ist. Entscheidend ist es, ob es uns ge­lingt, das aufgenommene Kapital produktiv zu verwerten und daß wir weiter in der Lage sind, für den Absatz im Sn lande und im Auslande zu sorgen. Trotz der großen Passi­vität unserer Handelsbilanz im Vorjahre haben wir doch zugleich unsere Ausfuhr ge­steigert, gerade auf dem Gebiete der Fertig­warenausfuhr. Die Subvention für den Erz­bergbau an der Sieg usw. haben wir aus politischen Gründen einfteLen müssen. Sine Stär­kung dieses Bergbaues ist erreicht. Gegenwärtig fyiß Verhandlungen im Ga nge, Sonder- frachttarife für diesen Erzbergbau an der Sieg zu erreichen.

In her Frage der Ausfuhrförderung be­absichtige ich, die eingeschlagenen Wege weiter zu gehen. Mein Bestreben geht dahin, Auslandkapital, oder Kapital des Inlandes geeignet zu verwerten, um eine Exportbank ins Leben zu rufen. Die hauptsächlichste ©tiger ung bei den Bau - preisen sei auf dem Gebiete des Holzmarktes zn verzeichnen und hier fei es die öffentliche Hand, die ihre Monopolstellung ausgenutzt habe. Gegen sie habe er mit dem Paragraphen 4 der Kartellverord­nung, so meinte der Minister scherzhaft, nicht vor­gehen können. Die Wohnungsbeschaffung selbst sei Sache des Arbeitsministeriums. Aber auch er halte die Heranziehung von Auslandgeld für unbedingt notwendig. Zur Eifenpreiserhöhung be­tonte der Minister, daß er in feiner Verordnung ab­sichtlich von einer Gefährdung des Allgemein­wohls, aber nicht von einer Schädigung gesprochen habe, wie ja auch die Kartellverordnung lediglich die Gefährdung vorsieht. Der Minister verwies dar­aus, daß die Eisenindustrie durch ihre Kartellierung eine Monopol st ellung gewonnen habe und warnte die Industrie, diese Stellung zur ungeühr- kichen Erhöhung der Eisenpreise zu mißbrauchen. Für den Fall, daß eine Industrie ihre Kartellierung oder Syndikalisierung den freien Markt und die freie Konkurrenz ausschalte, untergrabe sie damit das Prinzip der freien kapitalistischen Wirtschaft, das sie zu verteidigen glaube, selbst, und öffne damit den Weg für eine gemeinwirtschaftliche Regelung.

Die Gimuttanschule.

Kompromißvorschläge für eine Einigung zwischen Volkspartei und Zentrum.

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 31. San. Der Gegensatz zwi chen Zentrum und Volkspartei in der Frage des Schulgesetzes hatte sich zuletzt vor allem um den berühmten § 20 kristallisiert. Die Stellungnahme der Volkspartei ging dahin, daß sie ein unbe­grenztes Weiterbe st eh en der Simul­tan s ch u I e in den drei Ländern Baden, Hessen und R a s s a u sichern wollte und zu­gleich das Gesetz so zu formulieren wünschte, baß auch die Möglichkeit offen blieb, in anderen Ländern auf Grund bestimmter Voraus­setzungen die Simultanschule einzuführen. Das Zentrum seinerseits verlangte für die südwest­deutschen Länder eine Begrenzung des Weiterbestehens der Simultanschule und wollte erst recht nichts von einem Reuaufbau dieser Schulart In anderen Ländern wissen. Man hört nun aus führenden Kreisen der Deutschen Volks­partei, daß man dem Zentrum auf Grund der sog. Fehrenbachsormel entgegenkommen wolle. Das würde bedeuten, daß die Volkspartei prin­zipiell^ auf eine gesetzliche Regelung verzich­tet, die die Möglichkeit neuer Simul­tan s ch u l e n in anderen Ländern, ausgenom­men den drei südwestdeutschen Staaten, offen läßt. Es heißt, daß die Volkspartei aber für dieses Entgegenkommen auf der unbegrenzten Fort­dauer der bisher bestehenden südwestdeutschen Simultanschulen bestehen wird. Obwohl dieser Kompromißvorschlag auf Grund der Fehrenbach- forme! dementiert wird, scheinen tatsächlich Ver- handlungsversuche in dieser Richtung gemacht zu werden. Selbstverständlich ist die Haltung des Zentrums gegenüber diesen Vorschlägen zu- nächst ablehnend. Aber in parlamentarischen Kreisen gibt es Optimisten, die auf Grund der neuen Situation die Hoffnung nicht aufgeben, daß das Schulgesetz sich auf diese Weise werde retten lassen.

Litauen.

Das Ergebnis der Berliner Besprechungen: Neuer Kurs in Memel?

Eigene Drahtmeldung desGießener Anzeigers".

Berlin, 31. San. Am Sonntagvormittag ist. wie schon kurz gemeldet, im Berliner Aus­wärtigen Amt der deutsch-litauische Schieds­vertrag von dem Außenminister Dr. Stresemann und dem litauischen Ministerpräsidenten Wolde- maras unterzeichnet worden. Wenige Stunden später ist Herr Woldemaras wieder nach Kowno zurückgekehrt. Die Frage nach dem Erreichten und dem, was wir den Litauern zugestanden haben, liegt natürlich nahe. Aufschluß darüber vermag das amtliche Kommunique aber nur den­jenigen zu geben, die über den Verlauf der Ber­liner Besprechungen einigermaßen orientiert waren und die außerdem noch mit der Materie, die man behandelt hat, vertraut sind. Seder andere wird über die brennendsten memellän­dischen Fragen, die uns am meisten am Herzen liegen, in der amtlichen Mitteilung nicht allzu viel finden. Das kommt daher, weil das Memelstatut die Schlichtung von Streitigkeiten dem Volkerbundsrat überweist. Insolge- dessen konnte das Memelproblem keine über­ragende Rolle spielen. Trotzdem sind aber beide Minister dahin übereingekommen, wie sie sich in Zukunft beim Auftauchen von Streitigkeiten ver­holten wollen.

Herr Woldemaras hat daneben noch das Ver­sprechen abgegeben, daß im Memelgebiet ein neuer Kurs einsetzen werde, was wir nur so aussassen können, daß er die Absicht hat, den Kriegskommandanten abzubemsen und feinen Rachfolger anzuhalten, die Autonomie des Memellandes nicht mehr anzutasten. Wir müssen aber erst einmal abwarten, was das Kownoer Kabinett zu dieser Erklärung zu sagen hat. Rach der damaligen Ratstagung, auf deren Tagesordnung die Klagen aus dem Memelqe- biet standem mußten wir die Feststellung machen, daß Herr Woldemaras nichts anderes als ein »iftator ohne Macht war. Recht wich­tig für uns ist aber die Verständigung über

die Optanten, das Aufenthalts- und Rie- derlasfungsrecht. Diejenigen 'Trem4Tän&er die sich für die deut'che Staate ug: ö tg it au e p och n hatten, werden also nicht mepr von dec Aus­weisung bedroht.

Die Berliner Besprechung hat sehr dazu bei­getragen, das deutsch-litauische Verhältnis zu klären und vor allem in andere Bahnen zu lenken. Von einer Freundschaft zwischen beiden Staaten sind wir vorläufig noch weit entfernt, jedenfalls solange wie die Memelländer der großlitauischen Willkür preisgegeben sind. Sind die Litauer vernünftig und fallen sie bei den bevorstehenden Handelsvertragsv rjanblungen nicht in die Fehler ihres polnischen Rachbam, von uns Unmögliches zu verlangen, dann können Schiedsgerichts- und Handelsvertrag zwischen Li­tauen und Deutschland eine dauerhafte Brücke schlagen. Aber wohlgemerkt nur dann, wenn gleichzeitig den Memelländern das zugestanden wird, worauf sie berechtigte Ansprüche haben.

Oec Haushali dec U. G. A.

SSVMittionenDollarsürRüstungsausgaben

Washington, 30. San. (WB.) Präsident Coolidge eröffnete die Halbjahrversammlung der Budgetbeamten sämtlicher Bundesressorts durch eine längere Aussprache, in der er noch­mals eindringlichst betonte, daß das Budget ausbalanziert werden müsse, und daß d i e Steuern nicht um mehr als 225 Mil­lionen Dollar herabgesetzt werden dürften. Die Rationalschuld der Vereinigten Staaten hätte in den zwei Jahren von 1917 bis 1919 um 25 Milliarden Dollar zugenommen, und es habe über acht Jahre gedauert, bis hiervon 8,5 Milliarden Dollar abgezahlt werden konnten. Weitere 8,5 Milliarden Dollar hätten in den letzten zehn Jahren allein für Zinsen für die Rationalschuld gezahlt werden müssen. Diese^ Zahlen zeigten, wie notwendig eine Be­schränkung auf unbedingt unerläß­liche Ausgaben fei. Den größten Posten des nächstjährigen Budgets stellten die Kosten für die nationale Verteidigung mit 650 Millionen Dollar dar, was einen Verbrauch von 1200 Dollar pro Minute bedeute. Coolidge wies auf das neue Marinebauprogramm hm, daß das erste seit 1916 fei,. Man wolle lediglich veraltete Schiffe ersehen, und d i e Flotte in bescheidenen Grenzen ver­stärken. Das Programm solle sich den jewei­ligen Verhältnissen und den verfügbaren Mit­teln anpassen. Deshalb habe er keinen Zeitpunkt für den Beginn oder die Vollendung vorge­schlagen, aber der Plan sehe vor, daß die Schiffe sobald wie möglich gebaut werden. Coolidge betonte dabei, daß das Programm lediglich die eigenen Bedürfnisse Amerikas berücksichtige und nicht die Absicht eines Wett­rüstens mit anderen Rationen enthalte.

Aus aller Wett.

Reue Bluttat des Posträubers Hein.

Sn Plauen erhielt die Kriminalpolizei von dem Maurer Wagner die Mitteilung, daß sich seit Samstag der Posträuber Hein, Der in Wei­mar einen Kriminalbeamten erschos­sen hatte, in seiner Wohnung im Hause Hammer- straße 43 aufhalte. Er habe Hein zufällig lennen» gelernt und mit in seine Wohnung ge­nommen. Erst heute vormittag habe er er­fahren, daß fein Gast der gesuchte Mör­der Hein fei. Darauf begaben sich einige Kri­minalbeamte zu der Wohnung, um Hein festzu- nehrnen. Dieser zog einen Revolver und er­schoß den Kriminalkommiflar Max Schmidt durch Brustschuß. Der Gendarmerie­beamte End i sch aus Rodewisch, der zur Zeit in Plauen Wachdienst versieht, wurde ebenfalls durch einen Brustschuß so schwer verletzt, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte Sn der durch die Schüsse entstandenen Verwirrung gelang es dem Mörder, wieder zu entkommen. Rach ergänzenden Meldungen hatte der Maurer Wagner die Kriminalpolizei gebeten, Hein nicht in feiner Wohnung festzunehmen, sondern zu warten, bis er auf d i e Straße komme, um mit feinem Fahrrad wegzufahren. Vier Kriminalbeamte postierten sich daher unauffällig I

In Haustüren der gegenüberliegenden Häuser und bewachten den Ausgang des Hauses, in dem sich Hein befand. Rach einstündigem ver­geblichen Warten begaben sich die Beamten bann doch in das Haus. Kaum hatten sie die Tür zu Wagners Wohnung 30 Zentimeter geöffnet, als schon öle ersten Schüsse krachten. Der Kriminalkommissar Schmidt stürzte sofort, in die Brust getroffen, vom in die Stube und Endisch erhielt einen Llnterleibsschuß. Er brach auf der Treppe zusammen. Die beiden anderen Krimi­nalbeamten Postierten sich je eine halbe Treppe höher und tiefer, um den Ausgang der Wagner- schen Wohnung im Auge zu behalten. Hein öff­nete mehrmals die Tur und schoß. Auch die Kriminalbeamten gaben Schüsse ab und nahmen an, daß Hein getroffen wurde. Als das in­zwischen alarmierte lleberfallfommanöo und die Feuerwehr anrückten, die die Straße und das umliegende Gelände abriegelten und die Wohnung durchsuchten, konnten sie Hein nicht mehr finden.

Dec Berliner THiUioncnfdjroinbel.

Die Llntersuchung der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft zur Aufklärung "des Mil­lionenbetruges in dem Berliner Lombard- 'haus Paul Bergmann in der Passage 1 hinter den Linden Haven zu aufsehenerregenden Feststellungen geführt. Es ist bekannt geworden, daß Bergmann wegen großer Llnterschlagungen mehrfach vorbestraft gewesen ist und i erst im Vorjahre das Gefängnis ver­lassen hat. Um so unerklärlicher war es, daß über diese Firma außerordentlich günstige Auskünfte gegeben wurden, auf Grund deren sich mehr als 1000 Geldgeber fanden, die der Firma Darlehen in Hohe von mehr als fünf Millionen gewährten. Als einer dieser Aus- funftgeber wurde der Staatsanwalt - schaftsrat der Staatsanwaltschaft I, Ja­cobi I ermittelt. Der Beamte versichert, die Auskünfte nach bester Lleberzeugung ge­geben zu haben. Er soll jedoch über das Unter­nehmen Bergmann sehr gut unterrichtet gewesen fein und sogar für feine Auskünfte Provision erhalten haben. Es wurde ihm mit sofortiger Wirkung vorläufig die Ausübung seines Dienstes untersagt. Weiter befinden sich lautVoss. Ztg." unter denjenigen, die gute Referenzen gaben, der ehemalige Polizeiprä­sident von Eisenach, Barth, zwei aktive höhere Offiziere und mehrere Rittergutsbesitzer.

Schweres Dobunglück.

In Vordernberg (Steiermark) begann ein mit sieben Personen besetzter Bob auf der Prebichler Straße während rasender Fahrt zu springen, geriet in den Straßengraben und fuhr derart knapp an einem Ob ft bäum vorbei, daß der Len­ker mit dem Kopf gegen den Baum ge­schlagen wurde und sofort t o t war. Der nun führer­los gewordene Bob rannte noch dreißig Meter ab­wärts und prallte auf einen - Holzstoß auf. Dabei erlitt ein Fahrer so schwere Verletzungen, daß er im Spital von Leoben, wohin er gebracht wurde, ver­starb. Zwei Mitfahrer wurden schwer, die übrigen leichter verletzt.

Schweres Hlolorrabunglütf.

Zwei Sohne der Familie Johann Heck in Rheydt (Rhld.) fuhren mit ihrem Motorrad von Köln kommend vor Pubheim gegen einen Baum. Der älteste 27jährige Sohn war sofort tot, der jüngere 24jährige erlitt so schwere Ver­letzungen, daß keine Hoffnung mehr be­steht. ihn am Leben zu erhalten.

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Wettervoraussage.

Eine neue Tiesdruckstörung rückt von Westen her­an. Unter Zurückdrehen der Winde nach Süden brachte die Warmlustwelle bereits über Irland wie­der Temperaturanstieg und Niederschläge. Sehr wahrscheinlich dürste diese Störung später auch bei uns sich durch verstärkte Bewölkung, verbunden mit Semperatur3imabmc, bemerkbar machen.

Wettervoraussage für Mittwoch: Wolkiges Wetter mit langsamen Temperaturanstieg und Neigung zu vereinzelten Niederschlägen.

Witterungsaussichten für Donners­tag: Zeitweise stärker bewölkt, vereinzelte Nieder­schläge nicht ausgeschlossen.

Lufttemperaturen am 30. Januar: mittags 2,3 Grad Celsius, abends1,6 Grad Celsius: am 31. Januar: morgens 0,4 Grad Celsius. Maximum 3,4 Grad Celsius, Minimum3 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 30. Ja­nuar: abends 0t3 Grad Celsius; am 31. Januar: morgens 0,3 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 4 Stunden.

Wintersport im Vogelsberg (hoheraüskops):

Wind: Nordwest: Wetter: bedeckt; Temperatur: 3 Grad Celsius: Schneehöhe 15 Zentimeter: Be­schaffenheit: verharscht: Sportmöglichkeit: gut.