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hingen tmb dtfvlgedeft« auch der ®tnberufung der Abrüstungskonferenz brs -um Jahre 1931 als sehr wayrscheinlich voraus.

In einer Besprechung der amerikanischen Note fragt dießifcectf* in gut gespielter Naivität, was □n dem Kompromiß eigentlich schlecht und unbedeu­tend fei England und die Bereinigten Staaten seien oekanntlich keine Feinde und bedrohten sich auch nicht. Unter diesen Umständen seien die Geschwader jeder Seemacht dazu oestimmt, Poli­zei der Meere zum Schutze der Han- de l-flotte zu sein, nicht aber um anzugreifen und zu erobern. Die Oeffentlichkeit begreife nicht und der gesunde Menschenverstand weigere sich zu glauben, daß die Verdächtigungen und Eifersüchte- leien weiterbe st ünden, wenn die Hauptsee- Mächte nicht gegeneinander schlechte Absich- t e n hegten und die Unterzeichnung des Kriegs­achtungsoertroges aufrichtig sei. Man verstehe nicht, daß die Bereinigten Staaten die französisch- englischen Abmachungen mit der Drohung eines Rüstungswettstreites beantworteten und zu Einschüchterungen übergingen, damit Frank- reich und England auf das Kompromiß oerzichteren. Frankreichs amerikanische Schuld

vtsorg^isfe des Botschafters Claudel.

Paris, 28. Sept. (WB.) Dem »Echo de Paris" erhärte der in Paris befindliche französische Bot­schafter in Washington, El au del, er fei der Ansicht, daß das englisch-französische Flvttenkom- promiß bei den Beziehungen zwischen Frankreich und Amerika nicht eine Bolle ersten Banges spiele, und daß die amerikanische Presse die an­geblichen Enthüllungen darüber aufgebauscht habe, da ja der Plan in den Kanzleien bekannt gewesen sei. Auf die Frage: .Glauben Sie an dieMöalrchkrit der Annullierung der in­teralliierten Schulden?" - antwortete Tlaudri: .Offen gestanden. nein. Denn die Ame­rikaner lagen sich: .Weshalb sollen wir bw Schulden annullieren, da wir gezwungen sind, hohe Steuern zu zahlen, da dir Bereinigten Staaten während des Krieges große Lasten übernommen und viele Verluste erlitten ha­ben, und da doch wir Amerikaner (TI au del schiebt rin: .Die Amerikaner glauben das näm­lich") schließlich denSieg errungen haben." Ich bin aber der Ansicht, daß meine Aufgabe im Jahre 1929 eine besonders schwierige sein wird, da im kommenden Jahre die Frage der Schulden hx ihrem ganzen Ausmaße aufgeworfen werden wird. Ihre Regelung wird heikle Verhand­lungen zwischen der amerikanischen und der französischen Begierung nötig machen. Denn am 29. August 1929 werden die französischen Schulden von 400 Millionen Dollar- für die aufgekausten in Frankreich gebliebenen amerikanischen Heeres- bestände fällig.

Englands Flottenbasis im pazisik.

BerAusbau dcrDvttanlagc« von Liugapore

London. 28. Sept. (XU.) Der Flottenkorre- fpvndent des .Daily Telegraph' erfährt von outo- rtfiectet Seite, daß die Admiralität den Haupt- auftrag für die Durchführung der neuen Flotten- basis in Singapo« nunmehr einer Londoner Firma erteilt hat. Das fertige Dock wird bessere Deckungsmöglichkeiten für Grobkampfschifte darstellen. a!l» irgendein Hafen innerhalb des bn- tischen Weltreiches. Das Dock wird für die gleich­zeitige Aufnahme von zwei Großkampfschiffen eingerichtet werden. Die Kosten des die Kriegs­flotte angehenden Teiles des ganzen Planes wer­den mit ISS Millionen Mark angegeben. Vicht einbezogen sind dabei die Kosten für Teile des Schwimmdocks, die von den malaiischen Saaten als Geschenk für Großbritannien er» richtet werden. Der Bau des Docks soll innerbaJ) von 7 Jahren bis spätestens 1 9 35 fertig- gestellt fein.

Wie die Franzosen sich die Räumung derzwettenZone denken VeueBelastuug derPfalz und Rheinhessens.

Mainz, 28. Sept. (TU.) Die in den letzten Tagen innerhalb des von den Franzosen besetzten Gebietes eingeleiteten Truppenverschiebungen haben im Ainblitf auf die kommende Räumung der zwei ten Zone besondere Bedeutung. Die sowohl von der weiten Zone zur dritten als auch vom Mainzer Brückenkopf zur Pfalz hin oorgenommenen Stand- orweränderungen lassen erkennen, daß die Fran- 30,en beabsichtigen, die Truppen der dritten Zone hauptsächlich zur Pfalz hin zu schieben, um i in Mainzer Brückenkopf soviel Platz wie mög­lich für die aus der zweiten Zone weg- zunehmenden Truppen zu scyafsen. Nach der augenblicklichen Bewegungsstärke der zweiten Zone müßten die Franzosen bei deren Räumung etwa 16 000 Mann nach Frankreich zurückbeför- dem. Es sind aber in den letzten Tagen etwa -1000 bis 5000 Mann der zweiten Zone bereits in die dritte Zone yinübergeschoben. Im gleichen Maße findet nom nördlichen Teil der dritten Zone eine Abwanderung der Truppen zur Pfalzhin statt. In Mainz beobachtete man, daß große Züge Artillerie in den frühen Morgen­stunden wegtronsoortiert wurden. Auch ist man dabei, den viel Platz beanspruchenden Heerespark aus Mainz wegzunehmen. Die Franzosen bemühen sich, diese Verschiebungen in aller Heimlich leit vorzunehmen und benutzen dazu die Nacht­stunden. j)euie schon dürfte im Mainzer Brüden» lops Plag f ü r weitere 2000 Kann ge- schaffen sein In Wirklichkeit würde also, wenn man auch für diese 2000 Mann Truppen aus der zweiten Zone hinausfchiebt. die zweite Zone mit etwa 6000 Rann weniger belegt sein al» zu einem Zeitpunkt, in dem die Räumung dieser Zone offiziell in Genf erörtert wurde

Die Schuhzollstage in England.

Tie konservative Partei vor den Wahlen.

Eigene Drahtmeldung de»Gießener Anzeigers".

Berlin. 29. Sept. Wit der B e u w a h l des englischen Unterhauses wirb im nächsten Jahre nachdem im Herbst dieses Jahres di« Präsibeittenwahl in den Bereinigten Staaten vor- angcgangcn ist daS Kapitel bet inneren Umgruppierung bei den Großmächten ab­geschlossen fein. Die englischen Parteien treffen jebt bereits die ersten Vorbereitungen. Dieser Sage Hutten die Konservativen ihren Parteitag, der seine politisch,: Bedeutung durch die Bede deS Ministerpräftdenten B a l d w ' n erhielt. Die Konservativen haben nor niet 3a&r<m eigentlich zu viel gesiegt. Sie haben cme

Ein großer Bankkrach in Kopenhagen.

Oie «-Privatbanken" in Zahlungsschwierigkeiten. - Ernste Folgen für das dänische Wirtschaftsleben.

Kopenhagen, 28. Sept. (WB.) Das cm- gesehene Bankinstitut Privatbanken ist klöhlich in Schwierigkeiten gerat en und wird heute seine Schalter nicht mehr öffnen. 3m Laufe der Bacht sind Vertreter der Ratio- nalbank und der übrigen Großbanken sowie Re- gierungsvertreter zusammengettelen und hllren bis heute 5 älhr beraten, od eine Grundlage für eine Rekonstruktion der Bank w finden sei. Die Beratungen sind ergebnislos ver­lausen. Gleichzeitig war das Ministerium zu­sammengetreten, um die Frage einer Unter- stühung der Bank seitens des Staa­tes zu erörtern. Das Aktienkapital Don .Pri­vatbanken" betrug 60 Millionen Kronen, der Reservefonds 15 Millionen Kronen. Der Ge- scuntverlust wird vorläufig auf 70 Millionen Kronen veranschlagt, die Stadt Kopenha­gen, die das Institut für ihre finanziellen Geschäfte benutzte, hat bei der Bank ein Gut­haben von 24 Millionen Kronen. Auch eine Reihe großer WirtschaftSunternehmun- gen arbeitete mit dem Institut zusammen.

Der Zusammenbruch der Prioatbanl beschäftigt dite gesamte dänische Oeffenllichkeit in hohem Maße. Einer der Direktoren der Privatbank erklärte der »Rational Tidende" gegenüber u. <l, es sei geradezu Wahnsinn, ein altes und bisher gewinnbringendes Bankinstitut wegen alter, aus der Kuüegszeit stammender Feh- l e r preiSzugeben. Die Privatbank habe an Aktienkapital und Detriebsüberschüffen noch über insgesamt 18 Millionen verfügt. Ferner sei es der Leitung gelungen, sich von befreundeter Seite sowie bei der Rationalbank und den Großbanken weitere 18 Millionen zum Zweck der

Rekonstruktion zu sichern Es habe btc Absicht bestanden, das Aktienkapital bis auf etwa 30 v. H. abjutoteiben. In diesem Falle hätte je­doch die Landrnannsbanl gewisse fcngagemcnid im Betrage von 50 Millionen Kronen auf ihre AbwiÄungskasse übernehmen fallen. wozu die Genehmigung der Regierung nötig ge­wesen wäre. Der Handelsminister habe sich auch für die Durchführung dieses Planes eingesetzt, bod) fei er an dem Widerstand der übrigen Mitglieder des Kabinetts gescheitert. Man habe die Privatbank fallen lassen, obgleich sie keineswegs insolvent sei.

Die gesamten Depositengelder der Bank im Betrage von 227 Millionen Kronen sind infolge der Zahlungseinstellung vorläufig gesperrt worden. Die Guthaben ausländischer Kunden sollen, soweit sich zur Zeit übersehen läßt sehr bedeutende Beträge aus­machen. Allein die Verbindlichkeiten in auslän­discher Valuta erreichen 32 Millionen Kronen, wozu noch die Schulden in cäititoen Kronen kom­men. ' Voriäusig find noch Mne Bestimmungen darüber getroffen worden, welche Maßnahmen zugunsten der ausländischen Kreditoren erfolgen sollen Wie aus dänischen Wirtschaftskräften ver­lautet, werden zweifellos viele Betriebe infolge Sperrungen ihrer Einlagen in eine außerordentlich schwierige Lage ge­raten. besonders im Hinblick auf die am Wochenende fälligen Lohnzahlungen. Man hall es allgemein für wahrscheinlich, daß die Privatbank gezwungen frin wird, in Liquidation zu treten, obgleich von verschiedenen Seiten, so u. a. vom dänischen Industrierat. «ine Rekon- struktton gefordert wird.

Mehrheit dank der Eigenart des englischen Wahlsystems mit nach Hause gebracht, vor der ihnen damals selbst angst und bange war und mit der sie allzu viel nicht anzufangen wußten. Als kluge Polituec stellen sie sich benn auch darauf ein, daß sie einen großen Tell ihrer Gewinnste wieder bergeben müffen. Ss fragt sich nur, ob sie überhaupt noch eine kleine Mehrheit bei den nächsten Wahlen behalten oder ob sie so viel Stimmen an die Liberalen und die Ar- briicrpartei abgeben müssen, daß ihnen nichts anderes übrig bleibt, als von der Regierung zu- rückzutrelen. Herr Baldwin kämpft noch um seine Mehrheit. <3r hat eS aber insofern nicht ganz einfach, als eben durch den letzten großen Erfolg die Einheit in der Partei und in der Fraktion etwas erschüttert ist. Gr hat also eigentlich gegen drei Fronten zu kämpfen, gegen die Liberalen, die Arbeiterpartei und die Oppo­sition in den eigenen Reihen. Dabei geht es vornehmlich um die Frage deS Schutzzolls. Die englische Industrie, hauptsächlich die vchlüs- selindustrile, kämpft um den Schutzzoll, die ver­arbeitende Industrie unt> die Verbraucher wollen davon nichts wissen. Die Industriellen sitzen aber zum großen Tell bei den Konservativen. Baldwin müßte also einen Eiertanz aufführen, um alle zufriedenzustellen' waS ihm aber nur halb gelungen ist. Er hat an dem eigentlichen Problem vorbeizureden versucht, hat jedenfalls nicht verhindern können, daß die Konservativen mit gebrochener Front in den Wahl­kampf ziehen und daS ist für ihre Srfolgaus- sichten wenig günstig.

Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.

Eine neue Heizanlage für die Technische Hochschule und Fernsprechselbstwähler- anlage für die Darmstädter Behörden.

Darmstadt, 28. Sept. (WTB.) Dem Finanz­ausschuß des Hessischen LairdtageS lag dle grö­ßere Regierungsvorlage über Erneuerungen der Hauptmaschinen der Technischen Hochschule in Darmstadt und die Ergänzungen der vorhandenen Labora'vriumseinrichtungen zur Beschlußsassung vor. Die in der Hochschule vorhandene Heiz­anlage, die im Jahre 1898 eingerichtet wurde, genügt dem Bedarf deS vergrößerten Areals nicht mehr. Die geplante Reuanlage wird etwa 10 bis 15 Prozent deS Kohlenverbrauches ein­sparen. Der Minister für Kultus unb Bildungs- toefen verlangt im Einvernehmen mit dem Fi­nanzminister einen Gesamtbetrag von 742 500 Mk., die mit 300 000 Wk. zu Lasten des laufenden Etats und mit dem Rest für die kommenden Staatshaushalte bewilligt werden sollen. Der Finanzausschuß hat gegen die Stimmen des Bauernbundes die angeforderte Sxunrne ge­nehmigt. Er stimmte auch gegen die Stimmen des Bauernbundes der Anlage einer gemein­samen Ferusprech-Selbstwähleran- lage für alle staatlichen Behörden in Darmstadt zu. Die Kosten hierfür betragen rund 230 000 Mk.. die aber durch daS Entgegen­kommen der Firma Siemens & HalSke A.-G. in Berlin in drei Jahresraten von je 77 000 Mk. getilgt werden können. Bei der Installation werden hiesig« Firmen herangezogen werden. An dieser Anlage werden dann alle Ministerien, Landtag, Gerichte. Hochschule. Theater. Polizei­amt, BerwaltungS- und Verscherungsbehörden angeschlossen, so daß eine nicht unerhebliche Er­sparnis an Zeit und Ausgaben rin* tritt. Auf eine Anfrage gab der Zmanzminister sodann vertrauliche ötitärungen ab über den ©tanb der Arbeiten des ReichSsparkom- mifsars Hm den vielen umgehenden Ge­rüchten entgegenzutreten, können wir versichern, daß daS Gutachten deS SparkommissarS selbst noch nicht vvrliegt.

Am Freitag hatte auch der Gesetz- gebungSauSschuß eine längere Beratung über mehr als zwei Dutzend Eingaben und Vor­stellungen, die alle in den Bereich der Justiz gehörten Die Frage der Gefangenenbeiräbe an den hriftscben Strafanstalten wurde der Regie­rung als Material überwiesen. Kommunistische Anträge auf Freilassung aller politischen Gefan­genen wurden für erledigt erklärt. Mchrere Vorflriumgen gegen die Zuch! Hausverwaltung in Bur!'ach wurden auf den vergefchriebenen Auf- lichlsweg »erwiesen

Die Vayenifahtt des Zeppelins. Günstige (Srflebni^e mit der Verwendung von Blaugas.

Friedrichshafen, 28. Sept. (WTB.) Das Luftschiff .<3 r a-f Zeppelin" hat auf seiner Fahrt durch Süddeutschland von München aus Kurs auf S alzbur g genommen, dann jedoch über Salzburg, wo es von der Bevölkerung leb­haft begrübt wurde, des schlechten Detters wegen die Fahrt nach Wien aus gegeben. Es ist nach Rorden umgedreht und in weitem Bogen über Landshut RegenSbu rg In­golstadt A ugsbur g Kempten nach Friedrichshafen zurückgekehrt, wo eS bei starkem Regrn um 16 übt wieder glücklich g c landet ist. üeber die Fahri äußerten sich sämt­liche Fahrgäste überaus befriedigend. Auch die beiden englischen Luftschiff sachverstän­digen sprachen ihre Befriedigung über die Lei­stungen des Schiffes ans. Die Fahrt hat zwei wichtige Ergebnisse gezeitigt. Zu in ersten Male hat das Schift beto.. en können, daß es kein Schönwetter-Schift ist. Es hatte mit starken Winden und Regen zu kämpfen und hat sich dabei auch so glanzend bewährt, daß die Gäste kaum etwas von dem Untoctter merkten. ,ES war eine herrliche Fahrt. eS war die schönste Fahrt meines Lebens", sagte der greife Oskar von Miller, und Reichs­tagspräsident Löbe schllderte die Fahrt ebenso begeistert. Die Fahrt sei zuerst durch schönes Wetter, dann durch Regen und dann über dem Wolken meere vor sich gegangen. Der schönste Eindruck aber sei das Gefühl der absoluten Sicherheit, das noch größer sei alS bei der Benutzung eines Fahrzeuges auf der Erde, weil man eben in diesem Luftschiff überhaupt nichts von Erschütterungen oder son­stigen störenden Bewegungen merkte.

Als zweites besonders wichtiges Ergebnis be­trachtet die Führung das ausgezeichnete Funktionieren des BlaugaseS, daS heute zum ersten Male ausprobiert worden ist. Diese Prüfung ist sehr gründlich vorgenom- men worden. Das Luftschiff ist etwa zwei biS drei Stunden nur mit Blaugas gefahren, und zwar in allen fünf Maschn«n. dazu in den meisten Kombinationen, die bei den verschiedenen Fahr- geschwindigketten und Manödern Vorkommen. Von führender Seite wird versichert, dzß diese Prü­fungen allen Erwartungen entspra­chen und sie teilweise sogar übertroffen haben Im ganzen hat ..Gras Zeppelin" heute etwa 950 Kilometer zurückgelegt Tie größte Höhe betrug 1450 Meter. Tie Durch schnittsgeschwin big seit ent­sprach der der bisherigen Fahrten und war eher noch etwas besser.

Sie nächste Fahrt wird am Dienstag statt- fmben und voraxtSsichtlich nach Rorddeutsch- l a n d und den angrenzenden Ländern fuhren, wobei sehr wahrscheinlich Berlin und Kö­nigsberg ein Besuch abgestattet wird. Rach einer weiteren Fahrt in der nächsten Doch? dürste die Amerikafahrt, wie bereits angckündigt, in der übernächsten Woche vonstatten gehen.

Aus aller Welt.

Die Todesurteile gegen den Raubmörder heim vom Hetoigerldjt bestätigt.

Bor dem Ersten Strafsenat des Reichsgerich­tes stand die Revision des Roubnwrders Johann Hein zur Verhandlung, der durch leine verschiede­nen Raubzüge und Einbruchdiebstähle in den Jah­ren 1927,28 die Bevölkerung in Mitteldeutschland in größte Aufregung versetzt batte. Das Urteil des Schwurgericht es in Loburg hatte wegen zweifachen Morden, eines Mordversuches und eines Totschlag­versuches auf zweifache Todesstrafe, 15 Jahre Zuchthaus unb Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte gelautet. Nach dreistündiger Beratung wurde folgende Entscheidung gefällt: Die Revision des Angeklagten wird als unbegründet ver­worfen, und die Todesurteile werden fbmit be­stätigt. Auch werden dem Angeklagten die Kosten des Verfahrens auferlegt. In der Begründung wurde kurz ausgeführt, daß die Revisionsgründe nicht als durchschlagend erachtet werden konnten.

Todesstrafe fir zwei lärber.

Bor dem Schwurgericht Prenzlau fand rin Prozeß gegen den Arbeiter Karl Rieck, den Rechtskonsulenten Zastrow und besten Freu, statt, die am 1. August 1920 den Händler Hermann Krause überfallen, beraubt, ge­tötet und die Leiche in den Brüssower See geworfen hatten. Als die Leiche des Kraute

nach vier Wochen gestmden frutbc. nafrn man einen Unglück.all alfl Todesursache an. Crit im Frützahr 1928 kam infolge Streitereien unb Kaltschereien zufällig die Wahröcit heraus, so daß der Raubmord seine Sühne finden konnte. Das Gericht berurteUte Rieck und Zastrow wegen Mordes unb schweren Raubes zum Tode und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte. Frau Zastrow wurde wegen Beihilfe zum Mord« und schweren Raubes zu fünf Jahren ^uht- Haus verurteilt.

Die Opfer bei dem Explosionsunglück in Melllla.

Die Zahl der Verletzten bei dem Erpkoftons- unglück in Melilla beläuft sich auf 235. darunter zumeist Leichtverletzte. Rach einer Madrider Mel­dung deS .Journal" sind 7! Personen um­gekommen. Zwölf Mllitärperfonen li*grn hoff­nungslos darnieder. Es sind über 800 Seine und 640 mehrst ö i k Säufer zerstört wo ad an. tt? im Jahre 1921 gebaut wurden, um den nachMarocko gekommenen Soldaten ÜTtierfunft zu geben. 2J00 Kilo Schwarzpulver. 40 000 Granaten jeden Ka­libers sowie eine große Menge anderer Pulver­arten sind explodiert.

Der Iheaterbrand in Madrid. -

Bei der gerichtlichen Untersuchung über den Theaterbrand ist festgcstellt worden, daß der Ma- schinist, der den eisernen Vorhang zu bedienen hatte, sich gerade auf den oberen Treppen aufhielt, die zur Decke führen, al» das Unglück geschah, unb daß deshalb der eiferne Vor­hang, der nur von unten bedient werden kann, nicht heruntergelassen werden konnte.

Reue» tkxplosionsunglück in Italien.

Kurz nach der Katastrophe von Piacenza, die bereits 13 Todesopfer gefordert bat hat Italien ein zweites Es plosi cm S Unglück zu be­sagen, das in der Dynamitfabrik von Or betetlo erfolgte. Fünf Arbeiter wur­den getötet, fünf weitere verletzt

ftouseinsturz in Straffunb.

In der Langen Sttaß« stürzten gegen 6 älhr abends zwei Häuser ein. Das Unglück dürfte durch einen Ladenumbau im Erdgeschoß» veranlaßt worden fein. Die Bewohner waren zum Teil abwesend und die Bauarbeiter hatten bereits Arbeitsschllrß gemacht. Feuerwehr. Reichswehr und Polizei waren schnell zu den AufräumungSarbeiten an der tlnglücksstätte er­schienen. BrS 8 tlhr waren drei Leichtver­wundete auS Öen Trümmern gebor­gen und wurden in das Krankenhaus gebracht Mit einer vierten, noch eingeschloftenen Verun­glückten konnte eine Verständigung herbeigeführt werden, und man hofft, sie lebend bergen zu können.

6ln Stierkampf auf der Straße.

Zu einem improvisierten Stierkampf kam es in einem vollsreichen Viertel von Madrid. 8in tollwütiger Stier raste durch die Strafen, als der Torero Iglesias anfällig fcinzu'nm, das Tier aufhielt, um es mit einem Dolchstoß zwi­schen den Hörnern zu erledigen DaS Publikum spendete dem Matador begeisterten Beifall.

Berliner Börse.

B e r l i n . 29. Sept (WTB. Funkfpruch.) Heute zum Sanlstag kam das Geschäft vormittags wie immer nur schwer in Gang. Es werden die gestri- gen Abendkurse gesprochen und die ©nmoftim- mung ist nicht unfreundlich, doch rechnet man zum Wochenende mit keinen größeren Veränderungen. AEG. 191,5; Siemen» 389,5 bi» 390, Farben 266 bis 266,5. Interesse erhält sich weiter für Schuckert bei 210,5. Am Devisenmarkt nennt man: Paris 124.06, Walland 9278. Spanien 29.4250, Amster­dam 12009, Schweiz 25.2025 zu 20.50, da» Pfund 485,03. den Dollar 4.1955.

Oie Wetterlage.

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LSeltcrvoraussage.

Maritime Warmluft des westlichen TiefdruckHe- dietes hat bereit» zu fltiederschlägen und Erwar­mung geführt. So lagen in ustserem Gebiete die Temperaturen heute morgen 4 bis 6 Grad höher als vor 24 Stunden. Da die Storung sich langsam obflacht und mit dem Barometeranftieg eine Zu­fuhr kühler Luftwaffen erfolgt, so werden fie An­laß zu erneutem Temperaturfall geben, verbun­den mit veränderlichem Setter unb vorerst noch mehrfachen Riederschläaen in Form von Schauern.

Wettervoraussage für Sonntaa : Wechselnd wolkig mit Aufheiterung, kühlck:, zunächst noch Regenschauer.

Witterungsaussichten für Montaa: Teils wollig, teils aufheiternd, keine wesentliche Aenderung der Temperaturen, fehle oder nur oer« einzelle Niederschläge

Lufttemperaturen am 28. September: mittag» 10 Grad Celsius, abends 9,4 Grad Celsius, am 29. Seo- tember: morgens 10,4 Grad Celsius. Maximum 11 Grad Celsius, Minirnum 4,5 Grad Celsius.