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um baldmöglichst die Fertigstellung und do - Inkrafttreten des Vertrages s i ch e r z u st e l l e n. Daß die Regierung der 33er. einigten Staaten trotzdem von Beginn an daraus bedacht gewesen sei, keinen Staat von der Mitgliedschaft auszuschließen, beweise der Text des Vertrages, in dem allen Nationen der alsbaldige Beitritt angeboten sei, ferner die Bestim­mung, daß jede Negierung, die sofort ihren Beitritt erkläre, gleichzeitig mit dem Inkrafttreten des Ver­trages für die Erstunterzeichner Mitglied werde. Die Regierung der Bereinigten Staaten hoffe daher, daß die übrigen Staaten ihren Beitritt anmelden werden

Tlsrwegen zum Beitritt bei eil.

Oslo, 28. 21 up. (DTB) In Beantwortung der vorn amerikanischen Gesandten ihm übermittesten Einladung an Norwegen, dem Kellogg Pakt beizutreten, Hot der Minister des Aus wörtigen erklärt, daß die norwegische Regierens dem vertrag z u ft i m m c und sobald als möglich einen Gesetzentwurf über Norwegens Beitritt im Storthing einbringen werde.

Wann der Pakt wirksam wird.

Paris. 28. Aug (WTB.) Der wirst die Frage au,, wann der gestern un- terzeichnete Sicherheitspakt in Ära ft treten werde. Er müsse zunächst gemäß den berfaffung»- mäfcinen Vorschriften von den 15 Signatarmach- ten ratifiziert werden unb werde erst w i r k- s am in dem Augenblick, in dem sämtliche Natif izierungsurkunben in Wa- shington hinterlegt sein tpürbai. bet amerikanischen Hauptstadt würden ine Ort» ginaltexte des Pakte«. sowie die Ratifizierung«- urfunben sowohl von den Erstunterzk-ichnenkXm, als auch von den fünHifl Unterzeichnenden zum Beitritt eingrladenen Staaten niedergecegt wer­den.

Polen und der Keilogg-Patt.

Pari«. 28. Aug (WTB.) Der polnische Außenminister. Zaleski. erklärte heute vormittag Pressevertretern gegenüber, daß der Kellogg-Pakt eine gewaltige moralische und gleichzeitig politische Bedeutung habe. Aller­dings dürfe man, so sagte er. sich feinem übertriebenem Optimismus Hingaben und aus diesen Pakt mehr Hoffnungen sehen, als er verwirklichen könne. Sehe er doch keine Sanktionen gegen die Vertragsbrüchigen vor und keine Mittel, schnell einen bewaffneten Kon­flikt. falls er ausbrechen könnte, zu verhmdern oder zu liquidieren. Es gebe Gegenden, m denen d.e Nationen gegeneinander Nachegesühle be­hielten, wo infolgedessen Klugheit und Mäßi­gung oft nicht der Gefühle und Leidenschaften Herr werden könnten. In diesen Gegenden müsse der Friede organisiert werden unter Be­rücksichtigung der geographi'chen, wirtschaft- lichen und sozialen Bedingungen. Hier stoße man a u s alte Siche rheit s- und Ab­rüst u ng S p r ob l em e. Man müsse also- sungen suchen, die geeignet seien. Sicherheit in diesen verschiedenen Gegenden zu schaffen, ohne ouS dem Auge zu verlieren, daß die Aufrechb- erhaltung des Frieden» in diesen Gegenden, ob­wohl sie die ganze Welt angehe, nur gesichert werden könne durch Nationen, deren Interessen dort direkt in Frage stünden Folglich sei eS Ausgabe dieser Nationen, die notwendiger' Streit- kräste und Msttel zu fteCTen, um die Entfesselung von Femdseligkeiten unmöglich zu machen.

Im Verlause des Gesprächs war Zaleski ge­nötigt, auf die Frage eines Journalisten zu ant­worten, ob der Kellogg-Pakt die 2lussichten eines Konfliktes zwischen Polen und seinen Rachbgr- möchten, vor allem Deutschland, zu vermin­dern geeignet erscheine.

kFaleski erklärte, die Unterzeichnung des ktteg-nchtungspakte» mache einen Krieg )wi- 'schcn Polen und Deutschland vom legalen

Standpunkt an» unmöglich, und das allein scheine schon viel. Der Versailler Vertrag, führte der Minister aus, wird dadurch nicht berührt.

Die Agitation, die man in gewissen deutschen Krei­sen -aufrecht erhalte, um eine Revision der deutschen Oft grenzen zu fordern, werde künftig mit der Tatsache rechnen müssen, daß Deutschland einen Dertrap unterzeichnet habe, durch den e» auf den Krieg verzichte. Dieser Verzicht fei gewiß bereit» in dem 2lbkommen von Locarno enthalten, aber der gestern unterzeich­nete Vertrag enthalte ihn noch ausführlicher. Was den Anschluß Oesterreichs anbetreffe, so halte sich Polen vollkommen an die bestehenden Verträge.

Ein Telegramm Briands an Prof. Gchücking.

Paris. 28 Aug. (WTB.) Auhenrninisler B r i o n d hat dem Präsidenten der in Ber­lin tagenden Interparlamentarischen FriedenSunivn, Pros. Schücking. auf das anläßlich der Unterzeichnung deS Kriegs- ächtungSpakteS gesandte Telegramm geant­wortet. Er hat in seinem eigenen Namen und nomenS der Mitunterzeichner für die mora­lische Unterstützung, die die Interparla­mentarische FriedenSunion der gestern vollzoge­nen Kundgebung geleistet habe, ihm den Dank ausgesprochen Er stelle mit besonderer Genug­tuung fest, daß die Interparlamentarische Frie­densunion eS sich zur Aufgabe gemacht habe, die restlose Anwendung bet Grund­sätze zu erleichtern, die bei der 'Abfassung des KriegSächtungSpakteS maßgebend gewesen seien.

MstungSfland und Kellogg-Patt.

Washington. 28. Aug (MB.) 3n einer Meldung der ..Associated Preß" auS Wa­shington wird feftgcfteHt. daß heute, am Tage der Unterzeichnung des Kelloagpaktes. West­europa schwerer bewaffnet fei als 19 13. lieber 3 Millionen Soldaten, so heißt eS in der Meldung, stehen im 'Dienste Viele weitere Hunderttausend« sind zu den Herhst- inanövem alS Hefe reiften einberufen Artillerie. Munition. TankS. Kampfflugzeuge und andere ZerstörungSmittel sind jetzt mehr vereollkomm- net. als vor dem Kriegt. Alle Alliierten, außer der Sowjetunion unb Jugoslawien haben ihre Rüstungen vermehrt, insbesondere Italien. Belgien. Griechenland und Rumänien, aber auch Großbritannien habe jetzt mehr Trup­pen als 1913. Frankreich ist >evt mit einem Heere von 666 000 Mann die stärkste Land-n-cht

Besprechungen über deutsch-polnische Zragen.

Berlin. 28. Aug. iWTB.) Auf berTages- orbnimg des heutigen letzten DollsitzungStages der 2 5. Konferenz der Interparla- mentarischen Union ftanb daS Thema .Die Erklärung der Rechte und Pflichten der Staaten". Zunächst legte der Berichterstatter des Ausschüsse«. Senator Lafontaine (Belgien), die Entschließung der Kommission vor. nach der u. a. alle Strei­tigkeiten zwischen Staaten, die nicht gütlich bei gelegt werden formen, in einem gericht­lichen Verfahren erledigt werden sollen. Man habe sich in dieser Frage an die bedeu- tendsten Gelehrten der Welt gewandt und 37 Antworten erhalten. Leider mache sich überall in der Welt die Stärkung der nationalen Ten­denz bemerkbar.

Nach längerer Erörterung wurde die von der Kommission borge legte Entschließung mit eini­gen Ergänzungen angenommen. Eine dieser Ergänzungen besagt u. a.: Die Völker haben das unveräußerliche unb unverjährte Necht, über sich selbst zu versügen. Aus Antrag Heile wurde bie Kommission beauftragt. Nichtlinien auszuarbeiten, die für die völkerrechtliche Behandlung territorialer V e r s ch i e- b u n g e n maßgebend fein sollen. 3m iihrigen wurde die Entschließung mit den vom Bericht­erstatter akzeptierten Ergänzungen angenommen. DaS Amendement Nenaudel. wonach eine Mo­bilisierung nur nach vorheriger Be­fragung des Völkerbünde« und de« LandesparlamentS beschlossen werden darf, wurde der Kommission überwiesen. 3n der Schlußabstimmung wurde die Entschließung im ganzen unter Beifallskundgebungen angenommen.

Hierauf folgte die Entscheidung über die am Samstag von der ägyptischen Delegation ein­gebrachte Entschließung zum Schutze des par­lamentarischen Negime«. Die Nesolu- tion wurde unter Deifallskundgebungen mit großer Mehrheit angenommen.

Es wurde Sann durch Zuruf die Neuwahl de« Interparlamentarischen Nates DorgenDnrmen. in dem Deutschland mit Pro­fessor Schücking und Neichstagspräsident L ö b e vertreten ist.

Nach den Abstimmungen ergriff der Vorsitzende der Konferenz, Professor S ch ü ck i n g , dos Wort zu einer

Schlußansprache.

Er streifte die Arbeiten der Konferenz und jagte u. a. inbezug aus die Frage der Entwicklung des parlamentarischen Systems:Unsere Diskussion hat ergeben, daß unsere West gnindsätz. lid) an den parlamentarischen Institutionen als Zentralstellen der staatlichen Willensbildung fest- hasten kann. Die Diskussion hat aber bewiesen, daß noch genug Probleme für den Parlamentarismus offen bleiben. Man hat z. B. die Frage oufgemor« fen, ob nicht

die fog. Krisis de» Parlamentarismus in erster Linie eine Krisis der Wähler sei, mit anderen Worten, ob bei Einführung de» gleichen Wahl­rechts auch da» Korrelat einer entsprechenden staatsbürgerlichen Erziehung des Individuums verwirklicht sei.

Man hat auf die großen, heute teilweise schon über­nationalen Organisationen der Wirtschaft, sowie auf die Assoziationen von Arbeitgebern und Arbeitneh­mern hingewiesen und auf die Frage, wie sich ihnen gegenüber das Parlament behaupten soll. Es ist nicht nur die Pflicht des Vorsitzenden, den wesent-

lichen Inhalt der gefaßten Entfchlicßungen wieder, zugeben, sondern auch die nationalen Gruppen auf ihre Verpflichtung aufmerksam zu machen, da» Ihrige dazu zu tun, damit der Inhalt der Resolu­tionen daheim Kraft gewinne. Sollen wir auch dies- mal 200 Jahre warten, bis da» Zeitalstr der De»- Organisation der Völker, aus dem wir kommen, einem neuen Zeitalter des internationalen Rechts- friedens Platz gemacht hat?

Um furchtbare soziale Katastrophen abzuwen den. wird es notwendig sein, im Ausbau der internationalen Rechtsordnung ein ganz an­dere» Tempo einzufchlagen, als es bisher obge- wallet hat.

Als Präsident einer Art Wellparlament mochte ich dst ganze Well aufrufen, diese Warnung zu hören und danach zu handeln.

Hierauf dankte der ehemalige norwegische Staats Minister dem Kollegen von der deutschen Gruppe für die großzügige Vorbereitung der Konferenz und sprach seinen besonderen Dank dem Reichstagspräsi- denten Lobe und dem Vorsitzenden der Konferenz, Prof. S ch ü ck i n g, aus.

Prof. Schücking erklärte darauf die 25. Kon- ferenz der Interparlamenwrifchen Union für gc- schlossen.

Zu Ehren der nach Beendigung der Pstnaroer- Handlung der Inlerparlamentarij'chen Union aus Berlin scheidenden Mitglieder der Union oeranstallete die deutsche Gruppe am Dienstagabend ein Schlußbankett in den Festsälen bei Kroll. Die Parlamentarier aus aller West waren vollzählig, zum leü mit ihren Damen, erschienen. Auch die deutsche Gruppe unter Führung ihre» Präsidenten Professor S ch ü ck i n g war zahlreich vertreten. Dom Reichskabinett waren anwesend: Reichskanzler Mül- ler, Reichsarbeitsminister Wissc 1 l, Reichsernäh­rungsminister Dietrich und Reichsjustizminister Koch. Weser, in ihrer Begleitung der Reichspresse­chef, Ministerialdirektor Dr. Z e ch l i n. Der Reichs­präsident war vertreten durch Staatssekretär Dr. Meißner. Mit dem Reichstagspräsidenten Lobe war auch der Direktor des Reichstags, Galle, erschienen. Staatssekretär S a u 11 e r ver­trat den Reichspostminister Nach den Ansprachen verschiedener Deleaattonsoertreter und einer Schluß- ansprache Professor Schücking» wurde das Deutschlandlied gesungen.

(Sine deutsch-polnische Konferenz.

Berlin. 28. Aug. (WB) 3m Nahmen der Tagung ber Interparlamentarischen Union tarn es gestern und beute auf Veranlassung her Mit- g lieber der polnffchen Delegation zu Bespre­chungen zwischen den "JlatQliebem der pol* n i sche n unb der deutschen Delegation. Die Verhandlungen leitete Reichst agspräsident Lobe. Don der Konferenz wurde folgendes EvmmumquH her au-gegeben

.Anläßlich der Tagung der Interparlamenta­rischen Union fanden auf beiderseitigen Wunsch Besprechungen zwischen Delegierten der polnischen und bmeu der deutschen Gruppe statt. Sie 5c- xogen sich zunächst und vornehmlich auf den deutsch-polnischen Handelsvertrag und feine Voraussetzungen. Dcchei wur­den auch politische Fragen und solche kul­tureller Annäherung der beiden Staaten un­tereinander besprochen. Es wurde die Möglich­keit der Fortsetzung eines unmittelbaren Kontakte« derParlamentarier beider Staaten in Aussicht genommen. Auf beiden Setten wurde e« dankbar empfunden, daß diese Aus­sprache stattftnden konnte."

mm der Verwaltungsreform und der Verbilligung einer Verarbeitung zu erfahren haben.

Die Neuordnung der Verwaltung soll einer ge­funden Entwicklung im Leben von Staat und voll die Wege ebnen.

Dom deutschen Arbeitsmaftt.

Berlin, 28. Lug. (WB.) Die Zahl herunter» stützten Arbeitslosen in der Arbeits­losenversicherung hat in der Zeit vorn 1. bi» 15. August zum ersten Male fett dem 15. Januar d. I. zugenommen, allerdings nur in unbedeutendem Umfange. Sie stieg non rund 564 000 auf 567 000, d. i. um 0,6 o. ft. Die 'Steige­rung ist nur auf die Zunahme der männlichen nauptunterftüfcungsempfänger zurückzuführen, Heren Zahl um rund 5800 ober 1.4 a ft. gestiegen ist wahrend im Gegensatz hierzu die Zahl der weib­lichen noch um 2100 ober um 1,3 v. ß. zurückging. In der firifenunter ft üfcung ift bic Zahl der y>auptuntmtügung^mpfangcr sowohl bei den Männern, als auch bei den Frauen noch weiter zurückgegangen, und zwar bei den Män nem um 2,3 o.ft., bei den Frauen um 3,4 o. ft. Insaesamt fiel die Zahl der ftauptunterfhi Bungt- empfänger von 82 900 auf 80 900, VL um 2000 oder 25 v. ft.

Aus aller Welt.

Deucrflug DessauPeking

Die bic .Börsenzeitung" tncLbct, wollen bte beiden Iunkerspiloten Nisticz unb 31mmer­mann . bie Inhaber be« Weltbauerflugrekorb«. bei günstiger Witterung heute, MittUxxch. mit der Moschee W.33 zu einem Langstrecken­flug ohne Zwischen lanbung nach Osten starten. Der Flug, für ben Betrieb«stoss für 8100 Kilometer mitgeführt wirb, soll über Peking hinaus burchgeführt werden. Soll* bas Wetter einen Start unmöglich macht, wird der Abflug einen Tag später erfolgen.

Schwerer Kinobrand.

3n einem Kino in Unna (Wests.) brach nach einer dortigen Meldung am Dienstagabend fan Vorführungsraum ein Feuer au«. Der Zu­schauer bemächtigte sich eine Panik Mehrere Personen, die aus den Fenstern be« ersten Stock­werkes auf die Straße sprangen, blie­ben mit schweren Ver le tz un g en liegen. Zwei Damen und ein Herr wurden mit schweren Beinbrüchen und Brandwunden davvn- getragen. Außerdem erlitten der Operateur tmb der Sohn des Kinobesitzer« schwere Brand­wunden. Alle verletzten Personen mußten in« Krankenhaus gebracht werden. Da« ,Feuer konnte halb gelöscht werden.

Unlerschleife bei einer Genossenschaftskasse.

Bei der Spar- und DarleHnskaff« in Klein« Kreutz <Westhavelland), die <um Naiffeisen- Berbande gehört, sind größere Unterschla­gungen festgestellt worden. Bei einer Nevision wurden Fehlbeträge in Höhe von rund 19 000 Mark aufgedeckt. Di« Kassenbücher toarai von dem Rendanten, Kaufmann Boael. so leichtfertig geführt worden, daß bie Feststel­lung der Höhe der Verfehlungen die größten Schwierigkeiten machte. Degen Vogel ist Stras­ant rag gestellt worden. Die Unterschlagungen bedeuten «inen schweren Schlag für bic 35 Mit­glieder der Kasse, da sie für den Fehlbetrag auffommen müssen.

Orkan unb Ueberschwemmnng im Kmor-tBebtet.

Heber der Stadt Sesa. im Amuv-Gebier. wütet, einer Moskauer Meldung Abfolge, ein starker Orkan. Da die Stadt Überschwemmt ist, wird die Bevöllerung auf den umliegenden Anhöhen untergebracht. Au« Blagoweschtschensk ist ein Dampfer zur Hilfeleistung der Bevöllerung abgesandt worden.

des europäischen Kontinent«, dagegen haben Deutschland. Oesterreich und Bulgarien nur noch Bruchteile ihrer früheren Heere. Frank­reich rechtfertigt seine Rüstungen mit der Furcht vor Mussolinis Ausdehrrungsdrang unb der Not­wendigkeit. ben Status quo zu garantieren. Es ist eine Tatsache, daß bic Völler selbst sich nach dem Frieden sehnen, aber offenbar veranlasse da« traditionelle Mißtrauen gegenein­ander die Negierungen, neben ben Friedens­verträgen doch bie Ärieg«bereitfd>öft als zweite Garantie beizubehalten.

Leon Slum

über die Aheinlandräumung.

Paris, 28. Aug. (WB.) Nach Bänder- velde unb Hende rson kommt heute 26 on D l u m imSoir" zu Wort. Er äußert sich gleich­falls über bie Näumungsfrage und führt au«. »Wenn man behauptet, daß eine mili­tärische Besetzung ein Sicherheits­pfand sei unb seine Ausgabe auSaehan» bclt werden müsse, so ist zu erwidern, daß un­sere Pfänder nicht in der Besetzung bestehen sondern im DaweSplan uns in dem Abkommen von Locarno. Was da« AuShandeln der 'Räumung anlangt, so wollen wir damit nichts zu tun haben. ES gibt Gesten, die g e w i n n e n. tocrai sie spontan und ohne an eia bestimmtes Interesse zu bcnlen, ge­macht werben. Wenn aber im Anschluß an Thoirtz die Negierungen sich auf diesen Standpunkt stell­ten, müssen wir darauf Hinweisen, daß die zu forbembc Kompensation in der gegenseiti­gen Internationalen Kontrolle des Grenzgebiet« besteht, die Beginn unb Vor­spiel der allgemeinen Kontrolle unb der Ab­rüstung sein muß. Ich für meinen Teil habe niemals Herriot« Trilogie: Sicherhett. Gchieds- aerichtsbarkett. Abrüstung angerawmnen; meine Formel ist Sicherheit durch Schiedsge­richtsbarkeit und Abrüstung.

Abreise der deutschen Delegation nach Genf.

Berlin, 28. Aug. (WB.) Der Staatssekretär Dr. o. Schubert verließ heute abend 8.25 Uhr in Begleitung von Ministerialdirektor Dr. Gaus, des Gesandten F r e n t a g , Geheimrat» v Moltke und einer Reihe weiterer fterren be» Auswärtigen Amte» in Berlin, um sich narb Genf zur Rat», lagung zu begeben. Zum Abschied hatten sich auf dem Bahnsteig Frau v. Schubert, die Ministerial- direktorea Köpke unb Schneiber sowie ber Leiter ber Presseabteilunq ber Reichsregierung, Mi­nisterialrat Dr. Z ch I i n , eingefunben. Staats­sekretär Dr v. Schubert wirb in Jaden-Baben mit dem Reichsaußenminister Dr. Stresemann zusammentreffen.

Minister Leuschner zur hessischenVerwaltungsreform.

Lpd. Darmstadt, 28. Aug. Der hessi­schen Verwaltungsreform, bic her hessi­sche Innenminister vor kurzem in Aussicht ge­stellt hat, wird innerhalb und außerhalb Hessens mit Spannung enlgegengesehen. Der Vertreter der Telegraphen-Union wurde am Dienstag von Minister Leuschner empfangen. Der Minister hatte bie Liebenswürdigkeit, sich über die bevor­stehenden Reformen wie folgt zu äußern:

In weiterer Durchführung der Verwaltungs­reform wird im Herbst dieses IahreS der Ent­wurf eines Gesetzes, betreffend die Ne ch t sverhä l t n i ff c ber Gemeinde- beamten dem Landtag zur Beratung und Be- schlußfassuny Vvrgelegt werden. Sin Vorentwurf hierzu ist seinerzeit den Interessenten, dem Hessi­schen Städtetag. dem Landg-meindetag und den Gewerkschaften der Oemeir ebeamten zur Stel­lungnahme zu gegangen, das hierdurch gewonnene Material wirb bei dem endgültigen Entwurf, der seiner baldigen Feststellung entgegengeht, nach Möglichkeit verwertet. Es ist beabsichttgt. ein Gesetz zu bringen, da« den Bedürfnissen der neuen Zeit entspricht unb die berechtigten Wünsche der Gemeinbebeamten und der Kommunen erfüllt. Insbesondere will der Entwurf für bie Besoldung ber Ge- meinbebeamten eine Regelung finben, die schon den öfteren geäußerten Auffassungen de« Land­tags enffprichl. und ferner Vorkehrungen treffen, bie einer willkürlichen Entlassung von De- mcinfcebeamlen entgegentoirten. Hervvrruheben ift. baß dem Gerneindebeamten in Fragen feiner Besoldung in Zukunft ein Klagerecht zu- ftchen soll. Ferner bringt ber Entwurf bie Be­stimmungen über bic Disziplinarverhält- n i f f e in Eircklang mit den modernen Auf­fassungen in dieser Frage.

In, Anschluß an die Neuregelung de» Gemeinde, beamtenrecht» sott dann die Vorlage einer einheitlichen ©cmetubeorbnung erfol­gen, die an die Stelle her zur Zeit geltenden Städte- und Landgemcindeordnung zu treten hätte. Die Vorarbeiten hierzu werden mit Nachdruck ge- fördert. Je nach Fettigstellung werden auch die weiteren Vcrwoltunpsgeietze dem Landtag vorge­legt werden. In der Gemeindeordnung wird zu beachten sein, daß der modernen Entwicklung au», reichend Rechnung getragen und die Möglich­keit von Eingemeindungen tunlich st erleichtert wird. Bei der Neuregelung der Rechtsoerhällnisie der Haatiidpn Verwaltung» bezirke und der Kommunalverbonde wird auch die Frage der Abgrenzung dieser Bezirke anschließend nach eingehender Prüfung aller Derhältnisie Gegen­stand der Deschlußfafsunp km müssen. Auch die I verwaltung»recht»pflegk wird im Rah- '

Oie Wetterlage.

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ESc.tervorautzsagc.

Die flachen nordischen Drurfftörungen werden keinen Einfluß auf unsere Wetterlage gewinnen, son- dem e» dürste vielmehr der hohe Druck über Zentral- europa zur Fortdauer be» herrschenden Witterung». dxiroher» führen.

Wettervoraussage für Donnerstag : Stellenweise neblig wolkig, tageübtr auf heiternd, lemperaturen weiterhin wenig verändett. durchweg trocken.

Wettervoraussage furFreitag: Zu- nächst noch wenig Aenderung der Wetterlage.

Lufttemperaturen am 28. August: mittag» 21L Grad Celsiu», abend» 13,9 Grad Celsius; am 29. August: morgen» 14,6 Grad (Telfiue. Maximum 21,9 Grad Celsius, Minimum 10,6 Grad Celsius Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 28. August: abend» 18/5 Grad Celsius am 29. August: morgen« 15,2 Grad Celsius Niederschlag 0,3 mm. Son- nenscheindouer 6 stunden.