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MchemrAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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29. Angvst 1028
lnt(xt ro* Jlnjtiecn (ftr bk Xegtewemeitr bi« I« Rachmtllaz vorher.
Prrti f« l n«e hohe fix Injtocn oon 27 mm Srrttt Lrlüch 8, antwort» 10 JteMup’enmg,- flr Re. klflirear.;ngrri pon TOir.m 3rtth 35 Reidiopftxwifl, Platzvorfchnft 20'. mehr
(TbffTebaktnn:
Dr. Fnedr. TBifii. Lange DerannoonUch für ‘Polutta Dr. Ar. Mlh fang«; für frexlSeton Dr H Ihyrcot, tür den übdgcn lest Ernst Blnmscheln: ftr den jtigcntrd Nur« ßtümann, lämtlid) m (Buben.
Die SrhShung der Reichsbahntarife.
THc ReichsbaHrrtarsieTchöhung bta*tc nach 6er OnHdxithjno bc< Xdl^batrnflcri^K nunmehr woht beschlossene Lache sein, da tHc Reichsr^ie- runfl allem Anschein nach darauf verzichten wlll. den »mM-n Sali noch der 'Berufung*- instand dem neutralen Schiedsrichter im Haag jui unierbrrttm. Voraussicht, ich schon Dom 1. Otto bet ab dürsten demnach die Güter- und Personentarise auf den deutschen Bahnen so gestattet fein, dah sie bei normaler Wirtschaftslage 250 OBinionen Mart jähr- sich ,-ncbr dnbnngen. Für den (Befamteffett ist es habet ziemlich gleichgültig, ob die Hauptlast biefer Btertelmtlliardc der Dütex verkehr, oder der tßcrfoneniKtfebr zu tragen fct. Wenn das «Bericht sich entsprechend dem Antrag derReichs- bahngefellschast dafür entschieden bat. dah hier Künstel des Gesamtbetrages den Gütertransporten und nur ein Fünstä den Personentarifen zuzuschlagen sind, so ist das wohl in erster Vink lediglich deshalb geschehen weil sich auf bw Weise die Berteucrung des innerdeutschen Verkehrswesens, die natürlich eine Verteuerung der deutschen Ge>amtwirtschaft bedeutet, nicht To unmtttflbar aubtöirft. wie es bei einer paritätischen Aufteilung der Summe der Fall gewesen wäre.
Allerdings spricht bei der Schlüsselung auch noch der andere Grund mit, daß die (Einnahmen au- dem Gütertransport ein Aielsacdes der Einkünfte au» dem Personenverkehr schon jetzt darstellen, und dah bereite in der Porkrilg- zett eine eigcntlufie Renta bilität aus den Preussisch hessischen Eisenbahnen beispielsweise nur burd) den Güterverkehr erzielt wurde, ceit 1913 aber haben sich die wirtschaftlichen «"esamtverhaltnisn so grundlegend gewandelt, dah die Probuktion»wil sich.sit heute sehr viel hirter non jeder Verteuerung de» Transportwesen» betroffen wird, als das damals der Fall gewesen wäre. Die allgemeinen Produktionskosten, einschliehlich der So» Aiallaften, sind seit der Vorkriegszeit ganz äusser» ordentlich gestiegen, die Konkurrenzlage auf allen Markten bev In- und Auslandes hat sich erheblich verschärft, und die Reinertkise aus der Produktion sieben heute in feinem angemessenen Verhältnis mehr zu dem Zinsenbienst, der für die grohenteils geliehenen Betriebsmittel geleistet werden muh. Jede Verteuerung de» Transport» der Ware muh sich also heute, wie die Dinge nun einmal liegen, entweder in einer Preiserhöhung oder in einer Ser» lustwirtschast der Produktionszweige auswirken. Hub da» gilt doppelt für eine Zeit spürbaren Kon» funkturrüagangcs, in der wir uns gerade äugen blirflid) befinden
W.e wird sich nun die vorgesehene Tariferhöhung im einzelnen au - w > rken? D e Begründung, die das Reichebahngericht ferner Gntsche.düng beigeh’ifli hat. fordert von der Reichsbahnvcnvaltung eine ..besonder- schonende Regelung" für Brennstoffe, für Acu und Stroh. Auherdeiu wird eine ..individuelle Behandlung' einzelner Güter und Berkehrsloinplere. die den, 3nterclk der Wirtschaft dienen, empfohlen. Ehe nicht die neuen Tarif staffeln der Reichsbahn bekannt sind. Iaht sich hiernach Endgültiges über de Auswirkungen der Tariferhöhung in allen bren Om^erbe.tcn no4> nicht sagen. Dah die Äoblcntarife über ihren jetzigen Stand hinaus erhöht werden, halten wir wirtschaftlich für völlig untragbar, da gerade gegenwärtig die briti'che Begierung mit Hilfe von erheblichen Tarifermähigungen e.ne sehr zielbewusste Sub- ventionspolitik für ihre Kohle betreibt, die sich vor allem gegen b.e deutsche Küste und die westlichen Aohlenablavgeb.ete Deutschlands richtet. Damit trnirben aber allein schon rund 30 Pro- Zent der au betnegenben Gütenneiigen nicht unter die Tariferhöhung fallen. Rechnet man hierzu nvar d.e sonstige,'. Ausnahmen, die notwendigerweise bestehen blechen müssen, wie etwa Durchgangstarife Wettbewerbstarife. Sonbertanse für geographisch ungünstig gelegene Gegenden — vstpreusicr —. <o wird man wohl ungefähr schützen dürfen, dah die Gesamllaft der auf die Gütertarife entfallenden 200 Millionen Mark Erhöhung von höchstens 60 Prozent aller zu bewegenden Güter getragen werden muh Es liegt aus der Hand, dah hiervon besonders die weiterverarbeitende Industrie hart betroffen wird, dop- pelt hart, da sie (ich schon fest nicht nur auf den Weltmärkten, sondern auch n Deutschland selbst in einem durch das Nachlassen der Konjunktur erheblich verschärften Konkurrenzkampf befindet. Stemmt es in Produktionszweigen die für die deutsche Lebenshaltung von Bedeutung sind, zu Beteuerungen und Preissteigerungen infolge der Tariferhöhung, dann kann sich Kber an fünf Fingern abzählen, wie lange es dauern wird, bis wieder Lohnbewegungen groben Stils angekurbelt find, die er^brung*- flemäb nicht dazu beitragen, den Rcntabilität»- flTcb der deutschen BolkSw rtfchaft zu erhöben.
Wir können une des Eindrucks nicht erwehren. “3 vas Reichsdahngcrichl einen fniher als frlbffoeritanbhd) beachteten Grundsatz nicht genü» grnb deruckiichtjgr ho,, ^ie Deutsche Reichs - bahn iit doch schließlich kein reines Pri vatunternehmen. das ohne Rücksicht auf lediglich nach pr.vatwitt» fchastlichen (ifrunt^pen verwaltet und betrieben werben kann. Sie ist vielmehr in erster Linie iJC?,r*n &rr ?$uH<hen Volkswirt- ‘ • • und di- Rücksichtnahme auf diese müsste
öberftrs Gesetz ihres handelns fein. Gerade in etner ßeit rütfleufiger Konjunktur liirtte eine Tariferhöhung niemals t>or- genommen werden, auch wenn die Reichsbahn da-
Stresemann nach Deutschland zurückgekehrt.
Die pariser Feierlichkeiten abgeschlossen.
Reich»aussenminister Dr. Stresemann hat seinen Aufenthalt in P a r i s aus das unter Berück» sichtigung seine» Gesundheitszustandes denkbar kürzeste Mast hfrabflfbn'Kft Er hot damit zwelsellc^- aud) zum Ausdruck bringen wollen, dah er an sich nicht gerne nach der französischen Hauptstadt gekommen ist, trotz der Bemerkungen, die sich Brianb in feiner großen Rede nicht versagen konnte. Die eigentliche deutsch» französisch e Sphäre ist durch diese Reife nur nebenbei angeschnitten worden durch die Besuche, die der deutsche Minister bei Brianb und Poincars gemacht hat. lieber ihren Inhalt wird auf beiden Selten strengst« Der» traulichkeit gewahrt. Da» ist in brr Absicht sicher gut und nützlich Derartige Dinge lassen sich nicht am öffentlichen Markt behandeln, nachdem aber wochenlang in denkbarster Breite bie (Bebanfengängc in den Zeitungen aller Länder durchgeackert sind, ist es nur zu begreiflich, daß die Folge de» Versagen» der amtlichen Quellen eine Kombinationswut ist, die vor den kühnsten Uebcrfegungen nicht zurückschreckt und in ihren eigenen Ergebnissen geradezu radschlagen kann, weil sie nicht zu befürchten braucht, dah von irgendeiner Seite irgend etwas dementiert wird. Für uns liegt vor der Hand keine Veranlassung vor, uns an diesem Spiel zu beteiligen Dorum es ging auf unserer Seite, ist oft genug gesagt worden- wir fürchten auch, daß bie grundiatzliche Einstellung PoincarCs auf- ben Mitteilungen über brn letzten französischen Kabinettsrat ziemlich richtig roiebcrgcgcbcn ist. dast also Dr Stresemann allzuviel Positives in Paris nicht er reicht hat. Das must sich bald zeigen.
Die deutsche Regierung hält daran fsst, dah He eine Klärung spätestens in Genf herbeiführen will. Sollte der Reichskanzler, was nrnnrr noch möglich ist. die Fahrt zum Völkerbund überhaupt aufgeben, dann werden wir daraus schliehen müssen, dah daS Qlctn Porn- carsts bereits tn Paris gefallen ist. Reist Herr Müller nach Genf, dann wissen wir. dah noch nicht alle Möglichkeiten erschöpft sind, dah zum mindesten der negative AuSgang unserer Bemühungen um die Ahern landräumung noch nicht seststehr. wenn auch aus der ganzen politischen Atmosphäre, die über Europa lagert, die Hoffnungen auf das Gin lenken Frankreichs nicht sehr gross sind. Gründe sind für Herrn Poincare mlliz wie die Brombeeren. Gr mag damit auch in Frankreich Eindruck machen, er wird es aber nicht hindern können, dah die Berechtigung deS deutschen Standpunktes in der Weltöffentlichkeit sich immer stärker durchsetzt. Deutschland hat Beweise feines guten Willens mehr als genug gegeben, e» wäre jetzt endlich an der Zeit dah auch Frankreich einmal zc^.gt. ob es aus eine grundlegende Aenderung der deutsch-französischen Beziehungen Gewicht legt. Wir glauben nach tote vor, dass Brianb sich dafür ein'ctzt. aber wir glauben nicht, dast er im französischen QKiniftcrrat ine Mehrheit hinter sich bat und dah er sich deshalb sehr gerne in eine Ausnahmestellung zurückgezogen hat. um Herrn Poincarst die Verantwortung zu überlassen für die Wirkung einer Enttäuschung, bre bann auch in den verständigungssreundlichen Kreisen Deutschlands ganz unausbleiblich fern muh.
Stnsemanns Abreise von Paris.
Paris. 28. Bug. (WTB.) Aeichsminister des Aeuhcm Dr. H t r esem ann hat heute mittag 12.25 Uhr mit dem fahrp anmässigen Schnellzug Paris Slrahburg Paris verlassen, um sich nach Baden-Baden zu begeben.
Auf der Fahrt zum Bahnhof nahm Dr Stresemann Gelegenheit, einen 11 in weg zu machen, um einige sehenswerte Gebäude von Pari- im Bor- beisahren kennen zu lernen. Die Einfahrt tn den Bahnhof erfolgte so gut wie unbemerkt. Da Botschafter v. Hocsch an dem Empfang der Bevollmächtigten für die Unlerzeich- zeichnung de- Krieg-achttrngspaktes teilnahm, welchen der Präsident der Republik tr Rambouillet veranstaltete gaben Botschaftsrat Dr. Rieth m feiner Bertretung, sowie andere Mitglieder der Botschaft Dr Stresemann da- Heteit. Auf dem Bahnsteig hatten sich in Bertretung des Shef- des Protokolls Herr Tarrs, sowie der Pslizecpräsekt von Pans. Lhiappe. ein gefunden Als Dr Strefemann den Bahnsteig durchschritt, um sich zu seinem an der Spitze des Zuge- befindlichen Salonwagen zu begeben,
bei unter Umständen gewisse Verluste zu tragen hatte. Der Widerstand, ben das Rrichswirstchasts- miniftehum bis zum Äeuhersten geleistet ^at. war deshalb mir zu berechtigt. Wenn die rückläufige Konjunkturbewegung in den näd>':in Monaten an« hält, sich vielleicht sogar zu Teitfhf'en ober einer allgemeinen Wirtschaftskri'k auswächst. dann wird man feststellen müficn, dah mit den entscheidenden Anstoss hierzu bie Ejscnbahntariferhöhung gegeben bat. Wir verkennen bie Schwierigkeiten, in benen sich bic Reichsdahngesellschast berinbet. keines weg Wir nx'ifn vor allem, dass ihr Kapital» und Gelb» mangel zum grossen Teil auf bie Haltung bes Re- parastonsagenten zurückzuführen ist. brr ber Reichs bahn durch seine bekannte Stellungnahme währenb ber ganzen Ictzlen Jahres den Weg an bi? ausländischen Kapital Märkte unnötig und zweckwidrig oerbai.: bar. Denn.ich^ finb w r nach nn: vor der Meinung, dass die Tariferhöhung rolkswirt'chast» sich falsch und reparastonspoliti'ch bedenklich ist.
grüsste rhn das auf dem Bahnsteig befindliche reifende Publikum durch Hutabnehmen und Tücherf chwenken ©trekmarm, der sich schon 15 Btinutcn vor Abfahrt des <juges eingefunden hatte und in seinen ©alontncf.cn aeftlegen war, zeigte sich erst am Fenster, als sich der Zug in Bewegung setzte, und grüsste.
Ankunft in Baden-Baden.
Baden-Baden, 28. Aug. (WB i Reichs- aussenminister Dr. Stresemann ist heute abend, von Pari» kommend, um 8.32 Uhr im Salonwagen in Baden-Baden eingetroffen. Dr. Stresemann begab sich sofort mit feiner Begleitung im Automo dil nach dem Hotel BeUeoue, wo er für bie Zell seine» Nachkuraufenthalte» Wohnung genommen hat Er soll wieder nach Paris kommen
Paris, 28. Aug. (WB-f Der frühere radikale Abgeordnete Tlilpaub beschäftigt sich im ..Ere Nouvelle" mit dem Besuch des Reichsausscnministerv Dr. Strefemann. Er schreibt: Was Stresemann anbetrifft, so kann man nur eines wünschen, nämlich, dass er wieder nach Pari» kommt. Seine Reise nach Paris wirb ihm vielleicht besser al» die besondere ‘21tmofpi)urc in Genf über die Tendenz der französischen Deffentlichfeit Aufschluss geben. Die Entspannung zwischen Frankreich und Deutschland wird bann, man kann wohl sagen, allgemein, kommen.
Giresemann feiert die Idee
Paris. 28. Aug. (BJB.) Für ben ..E , cel - (i o r" hat bet Bei<5#aufknminifter Dt Stresemann gestern einige Dorfe niebergeschrieben, bie von dem Blatte in ^atlimilc wiedergegeben werben. Sie lauten .Löher als bas Materielle steht bet Geist der Idee, bie bie Menschheit f o r t r i ss "
Frühstück beim Präsidenten Doumergue.
Pari». 28. Aug (WTB) Der Präsident der Republik. Doumetgue, empfing beute mittag im Iagbfchloss Rambouillet bei Pari- bie Unterzeichner deS KriegSächtungS- Pakte- und gab zu ihren Ehren ein Frühstück. Reich-mrniüet des Aeussern, Dc. Stresemann. der Pari- bereits verlassen Hit. liess sich durch den gleichsallS geladenen Botschaster v. Hoesch vertreten Am Essen nahmen teil äusser den Paktunferzeichnern die in Pan- akkrrdikirrten diplomatischen Bertrcter der ^lnterzeichmmgemachte, die Mitglieder der französischen Regierung und einige höhere Beamte des Quai b’Orfat).
Während des Frühstücks kam e» zu einem Zwifchensa 1 l. E ine Anzahl Frauenrechtlerinnen unter Führung ber Amerikanerin Doris Steven- wollte dem Präsidenten bet Republik ein Schreiben überreichen, in dem sie um eine Audienz von 10 Minuten baten 'Während der Dauer de- Frühstücks, so berichtet ..Petit Journal", wurden die Frauenrechtlerinnen aus der Polizeiwache se st gehalten. Einige von ihnen willigten ein, bic Stabt ohne Kundgebung zu verlassen. Diejenigen, bie eine Drpslichttmg. die Ordnung nicht -u stören, nicht übernehmen wollten, tourten Kinach der Abfahrt ber Gäste des Präsidenten aus der Polizeiwache lestgehalten. Um 3.30 Uhr sollen alle Berhasieten wieder in Freiheit gesetzt worden sein. Rach der..Chicago Tribüne" sollen die Po'..zeibeamten die Fähnchen, die die Frauen mitgebracht hatten, sowie txii Original des Schreibens an den Präsidenten zerrissen und auf den Boden geworfen haben. De Frauenrechtlerinnen sollen den Berluch gemacht haben, Ansprachen zu halten, feien jedoch von der Polizei daran behindert worden.
Der Abschluß
der pariser Feierlichkeiten.
Pari», 28. August. (WB.) Heute nachmittag mürben im Hotel be Bille bie bevollmächtiq- ten Delegierten ber Staaten, bie gestern ben Kriegs«,chtungspakt unterzeichnet hoben, empfangen Die beusiche Remcrung war, nachdem Reichsmini- fter Dr. Strefemann Paris bereits verlassen
batte, durch Botschafter r. ss o e s ch vertreten. An dem Cmpfang nahmen äusser dem biplomcttischen Corp» teil die Präsidenten non Kammer und Senat. Ministerpräsident Polncarö unb einige Mitglieder ber sronzöfischen Regierung. Rach den Begrüssungsansprachen burd) brn Vorsitzenden be» (Bemeinberateo. Le marchand unb ben Pro» selten des Seine-Departement», Boiiju, trugen sich die bevollmächtigten Paktunttrzeichner in da» Goldene Buch ber ctabt Pari» ein Mit dieser Feierlichkeit ini Pariser Hotel be Ville nehmen die Veranstaltungen anlässlich der Unterzeichnung be» 5iriegsächtung»pakies ihr (Enbe. Fast sämtliche Drle» fierten werden im Lause be» morgigen Tage» die ranzösische Hauptstadt verlassen.
Gstesemanns Gespräch mit pvincarä.
(Eigener Drahtbericht de» „Giessener Anzeiger»'.
Berlin. 2.4. Ang. 3n aller Weit wird wohl mit ber grössten Spannung der Veröffentlichung de s Inhalt» jene» denlwurbigen Gespräche», da- der deutsche Reichsaussen- minlfter Dr. Strefemann mit Boincar/- geführt hat. entgegnngefehen. Entgegen d?r Meldung. dass bereit- bei den zustäiibigcn utfchen ©teilen Einzelheiten über diese Unternaltung bekannt wären, erfahren wir dass auch bi» zur Stunde noch kein Bericht vorsieg, unb dass auch kein Bericht in der Wildelmstrasie erwartet wirb. Die Fülle der Ereigniss«- und ber ix- schränkte Stab der Mitarbeiter werden den deutschen Reichsaussenminister gan.z gewiss von einer direkten Berichterstattung abgepalten haben, um so mehr, al» ia der Staatt'ekretör v Schube r t heute in Baden-Baden eintrifst unb mit Dr. Stresernarm über die Unterredung mit Poin- car#^ beraten wird. Die- dürste auch zweckinüssiger fetn. da ja dieser Unterredung eine grundlegende Bedeutung zukvmmt. Die ofsiziösen Pan'er Berichte lasten es jedenfalls als nicht wahrsärcinlich erscheinen, dah sowohl Poincarü al» auch Brianb tn ihren Unterhaltungen mit Dr. Stresemann eine Stellung eingenommen hätten, bie eine Aenderung der Dispositionen der deutschen Reichsregierung. welche doch jüngst b.schloh. in,' Gens da» Rheinkandproblem aufzu- rollen notwendig machen würde. Somit werben in dieser Beziehung wohl auch keinerlei Uebrr- raschungen zu erwarten sein.
Eine pariser Stimme.
Paris, 28 Aug. (Privatmelbung brs ZVIB ) Die „Information" glaubt zu bcr Unterredung, bu* Reichsliussenminifter Dr. Stresemann gestern mit Ministerpräsibenf Poincar- hotte, berichten zu können, bass Strefemann bie Feststellung habe machen können, dass der französische M i - nifterpräfibent vollkommen bie Politik Briands gebilligt habe, und dass folglich bie französische Regierung geneigt sei, eine a 11 g c • meine Ciquibierung ber Rachkriegsprobleme in» Auge zu fassen und Verhandlungen in diesem vinne zu verfolgen. Angesicht, bcr Reasi- täten zeige sich eben in dem nlten Europa, so erklärt bas Blatt, eine rasche Evolution bcr Geister.
Die eingetobenen Staaten.
Washington, 28. Aug. (WTB.) Das Staats» bepartement hat folgende Stadien eingelabcn, dem Kellogg» Pakt bei.,»treten Abeisinien. Albanien, Afghanistan, Argentinien, Bolivien, Vrasi> l>en, Bulgarien, Chile, China, Columbien, Costa- nca, Dänemark, Dominikanische Republik, Ccuodor, 21egi)pten, Estland, Finnland, Griechenlonb, Guate- mala, Haiti, Honduras, Island, Luba, Lettland, Li- benn, Litauen, Luxemburg, Mexiko, Jliebctlonbr, Jlicaragua, Rorwegcn, Oesterreichs Panama, Para- guag, Persien, Peru, Portugal, Rumänien, Son Salvador, Siam, Spanien, Schweben, Schweiz, Türkei, Ungarn, Uruguai), Venezuelo unb Jugoslawien
In ber Cinlabungsnnle wird bcr Verlauf ber Paktoerhandlungen gefchilbert, die durch Vnonl-', Cntwuri begonnen unb auf Englands und Frankreichs Wursich auf bic britifchen Dominions, sowie die Unterzeichner der Locarnoverträae ausgedehnt worben sind Dass die ^ohl auf diele hiernach in Betracht kommenden Staaten beschrankt wurde, habe, so führt bie Rote weiter aus, lebiglich ir praktischen Erwägungen seinen Grunb gehabt, nämlich.
Das ZtveiNassen-System kommt.
(Eigene Drahimelbung be» .Giessener AnzetgersE.
Berlin. 29. Aug. Die Durchführung bcr Tariferhöhung macht grosse unb schwierige Ber- hanblunaen notwenbig. Befonbcrt kompliziert ist bcr Fall bei ben Tarifen im Personenverkehr. Wie wir vor. gutuntcrridy.etcr Seite Höven, beabsichtigt tre Reichsbahn, bic Tariferhöhung mit bcr Zusammenlegung ber vier Älaffrn in zwei Klaffen zu verbinden Selbstverständlich erfordert bie Umstellung nicht nur neue Berechnungen, sondern auch Be r änderungcn im Wagenpark der Reichsbahn. Ob unter diesen Umständen die Umstellung in das ZweiKassenlhftem schon zu dem :ür die Tari'erböhung vor^efehrncm Ze tpuntt dem 1 Oftobcr. möglich fein wird, crichcint sehr zweifelhaft. Man rechnet
bamit, dah durch diese Schwierigkeit en die Tariferhöhung für de n Pers onenver- kehr eventuell um einige Zisit hin ausge - schoben werden Samte.
Verteuerung des Düngemitter-Transports.
8 e r l i n, 29. Aug. (Priv.-Tel.) Sie das „B. T " mittelst, ist e» dem Reichsernährungsminister D 1 et - rid) gelungen, in ben Verhandlungen mit bcr Reichsbahn durchzuletzen, dass ber Lebens» mittelnottarif unb ehe so ber Kartoffel- f o r i f in ihrer bisherigen Höhe beftehen bleiben. Dcargen wirb sich eine Erhöhung bes Fracht» tarifs für künftliche Düngemittel nicht um gehen lassen


