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Rur Rumänien hat seit 1921 Mademoiselle HÄen Vacar «sko in die Versammlung entsandt, der sie biS hrute angehört. Dor allem aber spielen Frauen in der Verwaltung dcs Völker­bundes eine grobe Rolle. So ist Mih Florence Wilson, die früher einmal an der Eoiumbia- Universität arbeitete, eine der Hauptleitecinnen der immer stärker anwachsenden Völker­bund S b i b l i o t h e f,' die neben den 40 000 Vänden auch eine ausgedeh.ite Zeitschristen- und Zeitungssammlung enthält, während Dr. Ger­trud Dixon alS Herausgeberin des Offiziellen Journals eine wichtige Rolle spielt. Wichtige Arbeit wird aber auch von Frauen in den besonderen Kommissionen zur Unter­drückung von Kinderarbeit, der KrieaSaesange- neniürsorge, der öffentlichen Gesundheitspflege und der Verhinderung des internationalen Opiumhandels geleistet. Da ist z. V. Rachel Grow dH, ursprünglich Apothekerin, die später in den Slums von London sozial gearbeitet hat und die wahrend des Krieges in Frankreich und Polen sich der Erforschung und De.Lmpfung von Epidemien widmete und die heute sowohl in der Antiopiumbewegung wie in den Völker« bundSarbeiten für DoUSgesundh.it neben ihrer Freundin Katherine F u r s e sehr aktiv mit­wirkt. Weiter must man Frau Dr. Däumer nennen, die sich in Gens internationalen Erzie­hungsarbeiten widmet, oder die Herzogin von A t h o l l und die Daronin von M o n t e n a ch Ein besonderes Gebiet, wo Frauen wichtige Hilfe leisten, sind daS Internationale Arbeitsamt und di« Internationalen Arbeitskonferenzen.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

D Großen-Linden, 27. Seot. Die Ar­beiten am neuen Schulhaus schreiten rüstig voran. Jetzt, nachdem das Erdgeschoß hochgemauert ist, sieht man erst, wie groß di« Slusrnaße des neuen Gebäudes werden. Die hohen Räume de» ganz aus Basalt gearbeiteten Erdgeschosses sollen die Badeeinrichtungen aufnehmen, die in erster Linie für unser« Schuljugend bestimmt sind.

Lollar, 28. Sept. Zu dem gestrigen Be­richt über den Einbruchsdiebstahl in dem Konfektionsgeschäft HeibertShausen ist nochzutragen, bah der oder die Diebe folgende Gegenstände gestohlen haben: ein dunkel­brauner Anzug (Große 50), zwei Sportanzüge (grau-lila tariert mit langen Hosen), ein dunkel­blauer Anzug, vier Oberhemden, ein grau-braun karierter Mantel (zweireihiger Alster) und Kragen und Krawatten.

x W i e s e ck, 27. Sept. Die für nächsten Sonntag vorgesehene Wahl der Kirchen g«- gemeindevertretung braucht nicht statt- zusinden, da nur ein Wahlvorfchlag beim Vor­sitzenden deS Kirchenvorstands eingegangen ist. Der Wahlvorschlag enthält die Damen von 50 Personen: dazu noch 10 Ersatzleute. Don sieben Frauen werden fünf gleich in die Gemeindever­tretung einziehen.

- Alten-Duseck, 27. Sept. Die heutigen Obstversteigerungen an den Provinzial- strahen, sowie in den staatlichen und Freiherr!, von Rabenauschen Gärten fanden unter sehr starker Beteiligung, besonders von auswärtigen Interessenten, statt. Wie in Anbetracht der knappen örntz zu erwarten war, bewegten sich die für Aepfel erzielten Preise in einer bis jetzt wohl kaum erreichten Höhe. Für einzelne Bäume mit gutem Behang wurden bis annähernd 100 Mk. geboten, so daß der Zentner je nach Sorte und Qualität mit 15 biS 25 Mk. bezahlt wurde. Die Preise für Dirnen und Zwetschm bewegten ficfr in mäßigen Grenzen. Die zur Zeit in vollem Gange bcsindliche Kartoffelernte verspricht In unserer Gemarkung auch In diesem Iah« wieder ein sowohl in Qualität, wie in Quantität sehr befriedigendes Ergebnis.

Dg. Drohen-Duseck, 27. Sept. Eine un- ,an genehme Aeberraschung erlebte ein hiesiger Pserdebefitzer, als er aus kurzer (Ent­fernung mit ansehen muht«, wie plötzlich feine beides, auf der Weide befindlichen Fohlen die Hürde durchbrachen und das Weite suchten. Trotz sofortiger Dachforschungen konn­ten di« Tiere vor der hereinbrechenden Dacht nicht mehr gefunden werden. Sie verbrachten die Dacht und den nächsten Tag in ungebundener Freiheit. Erst gegen Abend konnte sie ihr De- siher von einem Landwirt in Geilshausen

Geld fällt vom Himmel.

Vornan von Paul Cmfrerling.

Copyright by Earl Duncker, Verlag, Berlin.

3. Fortsetzung Nachdruck verboten.

Die Musik begann mit dem Versuch eine» Jazz> band». Man konnte hier alle». RächPen» werden Sie hier Bruckner spielen, dachte Grotteck, indem wieder die alle Lustigkeit Oberhand gewann. War es nicht ajfcnfibet, diesen Detektiv zu sehen, der ein paar Schritte von einem der kapitalsten Verbrechen sah und nicht daran glauben wollte? Er hätte gern ge­wußt. au» welcher Quelle die Geschichte von dem nerklcideten Räuber stammte.

Indessen verrenkte der Geiger auf dem Podium feine verhungerte Gestalt in crquäUeiri Uebermut. Ein Alter, dem man den einstigen Vorstadtkomiker auf Kilometer ansah, lärmte auf seinem Schlagzeug und warf pfiffige Blicke in da» entzückte Publikum.

Widerwillen überkroch Grotteck. Was hatte er hier zu suchen? Die Kneipe war doch ein unmög. licher Ort, dumm, dreist und sinnlos wie die Ham- pelmannsmustk dort. Die Leute rochen schlecht. Der Wein zog den Gaumen zusammen und biß in die Magenwande. Der Boden war bespuckt und besät mit Ziaarettenstumrncln, die Tischplatten voller Wein- lachen. Alle» war abstoßend und unwürdig. Hatte er da» früher nicht bemerkt?

Dennoch konnte er sich nicht zum Aufbruch ent­schließen. Zum mindesten wollte er da» Weggehen dieses Okolusmenschen^abwarten. Aber er fühlte schon, daß er bl» zum Schluß hier ausharren würde.

Ich muh nüchtern bleiben dachte er und be­stellte doch schon wieder ein neue». Schließlich konnte man hier |a auch nlajt mit leerem Glas sitzen. Sogar Quevedos Freundschaft würde da in die Brüche gehen. Immerhin konnte er mit Befriedigung fest- steüen, daß er keine Trunkenheit spürte. Es gab ja Zeiten, wo die» Zeug wie Medizin wirken muhte Selbst Fährmann würde heute mit ihm zufrieden sein können.

Eine ältere Frau, die einen Stoß von Mission*- blättern auf dem 91 nn trug, zwängte sich durch die Gäste. Der Wirt, der solche Belästigung l-lner Gäste nicht gern sah, mußte sie übersehen haben.

in Empfang nehmen. Dieser arbribfc auf Feirern Felde in ber Dähe eines Waldes. Plöhllch traten die beiden Ausreißer auS diesem hervor, näher­ten sich dem Pferds deS Landwirtes und tonnten in Gewahrsam genommen werden. Schaden schei­nen dic Tiere auf ihrem Aus luae nicht erlitten zu haben. Auch in dsr hiesigen Gemeinde war der Dehang der Aepfelbäume sehr gering. So waren die Preise bei starker Dach- srage recht hoch. Für einen Zentner gutes Tafel­obst wurden 15 und mehr Mark erzielt.

Reiskirchen, 27. Sept. Am vorigen Sonn­tag hielt der hiesige Turnverein fein diesjäh- riges Abturnen ab. Die auf beachtlicher Höhe stehenden Leistungen legten Zeugnis ab von der großen Arbeit, die innerhalb des Vereins auf turn- rischem Gebiete geleistet wurde. In den einzelnen Abteilungen wurden folgende Turner die drei ersten Sieger. Oberstufe, Zwölfkampf 1. Philipp Launspach 194 P., gleichzeitig Sieger im Geräteturnen. Dafür wurde ihm der Wander­preis, eine silberne Medaille, überreicht: 2. Ludwig Schomber 172 P.: 3. Ewald Jünger 159 P. Mittelstufe, Neun kämpf: 1. Karl Jäger 158 P.: 2. Friedrich Baller 145 P.', 3. Heinrich Boß 141 P. Unterstufe, Neunkampf: 1. Karl Schon 119 P, 2. Karl Schäfer 110 P., 3. Ernst Seipp 103 P. Schüler, Sechs- kämpf: 1. Ehristian Möbus 126 P.» 2. Leonhard

t Tr«-. S a. Na.. 27. Sept. Der hiesig« Äriegeroerein ..Germania' veranstal­tet« auch in diesem Jahre wieder an mehreren Sonntagen ein Preisscheibenschiehen, das von Mitgliedern und Dichtmitgliedern gut besucht war. Den ersten PreL mit 35 Ringen erhre.t Wilhelm Ruhn, Schuhmacher. 2. mit 34 Ringen Wilhelm S u I c r I.. 3. mit 34 Ringen Friedrich Schick. 4. mit 34 Ringen Lehrer Walter, 5. mit 33 Ringen August Walter, 6. m-t 33 Ringen Konrad Amend. 7. mit 33 Ringen Förster Ding. 8. mit 33 Ringen Äcnrab Zecher. 9. m.t 32 Dingen Wilhäm Decker 10. mA 32 Ringen Heinrich Will, 11. mit 32 Ringen Heinrich Schaaf, 12. mit 32 Ringen Heinrich Fritz. Auch in unserer Gemarkung qt ber Kartoffel! re bs gesunden und angemeldet worden. D e nötigen Maßnah­men dagegen sind getroffen worden.

4 Grünberg, 27. Sept. Aue den jüngsten Gemeinderatsfitzungen ist u. a. fol­gendes zu berichten: ZuDotstandSarbeiten sollen 1000 Meter Ä?ffelanlagen. Straßenneu- bauten. sowie die Errichtung eines Schwimm­bades mit Licht- und Sonnenbad angemeldet werden. Für die Berufsschule (Gewerbe­schule) sollen sieben neue Schulbänke und für die Oberrealschule sechs neue Schulbänke an^eschasit werden. Zur Festsetzung der Kanalgebuhren

3utn 8. Oktober erscheint als Winterausgabe -er Taschen-Sahrplan

d«s Amrisevs

mit sämtlichen Eisenbahnverbindungen OberheffenS und der benachbarten preußischen Bezirke, sowie mit dem zuständigen post- und privat-Krastwagenverkehr als koftsrrlsle Gondevgave für die seitherigen Bezieher und für Neubesteller im nächsten Monat. Oer Taschenfahrplan ist wesentlich verbessert und erweitert; er umfaßt jetzt 36 Textseiten in übersichtlicher Anordnung der Haupt-'und Neben­bahnlinien nebst allen Anschlußstrecken.

Launspach 111 P.; 8. Karl Mengel 99 P. Um 2 Uhr bewegte sich der Festzug, an dem alle Vereine unseres Dorfes teilnahmen, durch die Straßen des Ortes. Nach der Begrüßungsansprache des ersten Vorsitzenden, Lehrer Müller, in der er auch des Turnvaters Jahn gedachte, dessen Ge­burtstag sich in diesem Jahre zum 150. Male jährte, führte die Schülerriege eine Gruppe Freiübungen vor. Anschließend wurde von 12 Turnerinnen und 12 Turnern ein Reigen aufgeführt, der großen Bei­fall fand. Nicht vergessen seien unsere Gäste, die Turnerinnen aus Wieseck, die ihr Können an den Geräten zeigten, und die beiden hiesigen Ge­sangvereine, die durch Liedervorträge erfreuten. Der Abend wurde zum großen Teil durch Tanz ausgefüllt. In den Pausen erschienen einigemal die Turnerinnen aus Wieseck mit ihrem Leiter, Herrn Euler, auf der Bühne und erfreuten die Zu­schauer durch ihre Tanz- und Singspiele.

Kiewening setzte bei ihrem Anblick eine Amts miene auf. Er schnauzte sie an, als habe er sie bei einem Verbrechen ertappt. .Haben Sie eine Legi­timation?"

Die Frau nickte.Wollen Sie sie sehen?"

Allerdings. Her mit der Flebbe!"

Sie kramte in ihrer Tasche, holte ein Kuvert her­vor und entnahm ihm ein beftempclte» Papier, das der Detektiv mißtrauisch pruste. Mit einem Stirn­runzeln gab er es endlich zurück. Arn Ende war er ber einzige am Tisch, der ihr nicht» abkauft«.

Grotteck lächelte. Wieviel kriminalistischer Scharf- sinn war da wieder einmal am falschen Platz ver­schwendet worden!

Als der Oeiaer oben auf dem Podium eben zu einem Solo anfehen wollte, sprang Grotteck auf und ging schnellen «chrittes zu ihm, um da» Unglück zu verhüten. Er nahm dem verdutzten Jüngling das Instrument aus der Hand, machte eine lächerlich tiefe Verbeugung vor den Zuhörern und sagte im Ton eines Iahrmarktausschreiers:Aufgepaht! Es folgt eine Einlage! Die berühmte Romanze des weltbekannten Soendfen, des Hofkomponiften seiner Majestät de» Königs von Finnland und Caalanbl"

Die Geige war billig und arg mißbraucht. Aber er entlockte ihr Töne, die hier noch nicht gehört worden waren. Selbst die» Publikum merkte e» und warf mißbilligende Blicke auf die Kellner, die durch die schmalen Gänge zwischen den Tischen einher- stolperten. Ein Unglücklicher, der gerade jetzt niesen mußte, kroch vor Scham in sich zusammen.

Als er geendet hatte, brach Beifallssturm los. Dakapo!" Ichrien die Jünglinge, und ihre Damen warfen verstohlene Blicke auf den neuen Geiger. Die Blicke verrieten, daß er allerhand Chancen hatte.

Grotteck reichte Die Geige zurück, tröstete ihren Besitzer mit einer Mark und ging lachend zu sei­nem Tisch zurück.

Kiewening tränt einen Hochachtungsschluck. M wußte gar nicht, baß sie ausübender Künstler sind?"

Bin uh. Aber augenblicklich fte(Iung»Ioe."

Ra, Sie können es ja au?halten.e

.Immerhin bin ich erst am Anfang der ersten Million", warf Grotteck übermütig cm. Unb die J)änbc glitten, ohne daß er es wollte, an den Mantel­taschen entlang.

wird beschlossen, bah von den Häusern, die an kanalisierten Straßen liegen, eine Kanalgebühr bis zu 30 Proz. des zu erhebeirden Wassergeldes (1. bis 4. Date) erhoben wird. Händler, die auf den Grünberger Jahrmärkten Schoko­lade, Zuckerwaren oder sonstige Waren direkt von ihrem Lastauto aus verkaufen, müssen die vom Gemeindcrat festgesetzten Gebühren von 10 Mk. entrichten, da durch diese schweren Autos der neuhergerichtete Marktplatz schwer beschädigt wird. Der Viehhändler Simon Sternberg von Reislirchen. der Vertrauensmann des ober- hessischen Diehhändlervereins ist, wird zum Mit­glied dcr erweiterten Marktkommis­sion in Grünberg gewählt. Die Stadt übernimmt in einem Falle eine Bürgschaft für eine 1. Hypothek, die von der Drzirkssparkasse Grün­berg in Höhe von 6603 Mk. gewährt wird, vor­behaltlich der Genehmigung des Krcisamts.

Wieder sammelte die Klavierspielerin ein das Publikum konnte den Kunstgenuß schon bezahlen aber diesmal ging sie an Grotiecks Tisch vor­über.Hoho", machte er.Was ist denn bas?

Sie haben ja schon für hundert Abende bezahtt", erklärte Kiewening.Sie Geburtstagskind."

Aber die Antwort genügte nicht. Er mußte wis­sen, warum sie ihn geschnitten hatte. E» war ehr­lich erworbene» Geld, was er ihr gegeben hatte, zum Kuckuck. Sie sollt« ihm Rechenschaft ablegen, diese hochmütige Dame. Eigensinnig verbiß er sich in diesen Gedanken.

Der Schweiß rann ihm in den Kragen: der Wein machte warm, unb bann war er wohl der einzige in dem überfüllten Lokal, der den Mantel an hatte. Sollte er ihn nicht doch ablegen und zwischen die abgenützten Kleider dort hin hängen? Ja, gerade jetzt. Wäre das nicht der beste Beweis für seine Unschuld? Sehen Sie doch nach, meine Herrschaf­ten, und Sie, Kiebitz, ober wie Sie gleich heißen, wenn Sie die Courage dazu aufbringenI Dieser schlecht nachgemachte Sherlock Holmes würde seine blöden Augen schön aufreißen, wenn er die Bank­noten darin fand. Ein Augenschmaus mußte es fein.

Leider bezahlte Kiewening in diesem Augenblick und verabschiedete sich mit freundlichem Lächeln. Grotteck sah ihn durch den Hauptausgang hinaus- wanken er hatte dem Spanischen doch wohl mehr zugesprochen, als für seinen diskreten Beruf gut war und verschwinden.

Nun war c» unnötig, den kompromittierenden Mantel abzulegen. E» machte sozusagen keinen Spaß mehr.

Endlich war auch bas Konzert zu Ende. Die Lichter wurden abgeschwächt unb Quevedo mahnte händereibend zum Aufbruch.

Auf Wiedersehen, Herr Baron. War mir eine Ehre. Und gespielt haben Sie allerhand Hoch­achtung!" Seine Pratze drückte Grotteck» Rechte.

Nun stand er auf der erhellten Straße, mitten unter laut redenden, animierten Menschen. Die fühle Regenluft umstrich seine Stirn, und er fühlte nun doch die Wirkung des Weins.

Er war unschlüssig, wohin er sich wenden sollte Klar war nur. daß er den Mauer gang vermeiden muß... der voller Gesahren war. Halten sich nicht vielleicht der Verfolgt« unb ber Verfolger schon gc-

>Holzheim,27 Sept Bei ber hiesigen 53er- fteigerung des Gerneindeobstes wurden ganz ansehnliche Preise erzielt. Für gute Wirtschaft»- und Tafelbirnen, wie(Tlairgeau" undGellert» Butterbirne", zahlte man z. D bis zu 10 Mark für den Zentner, während dieGute Luise" im Drei» zurückblieb, vielleicht wegen der Schorfslecken, die in diesem Jahre häufig auftreten. Auch bei den 3n>et- schen war eine rege Nachfrage vorhanden. Auswär­tige Händler waren nur in geringer Zahl vertreten, der größte Teil des Obstes wurde von hiesigen Händ­lern gesteigert.

Kreis Büdingen.

.T Dibda, 27. Sept. Infolge ber ausfallend niedrigen Weizenpreis«. btt sich um 21 Mark pro Doppe'-zentner betoegen, verspürt die Landwirtschaft wenig Deigung, Wei­zen neuer Ernt« abzusetzen. Selbst etn- gcgangcnc Zahlungsverpflichtungen vermögen sie nicht au bestimmen, das qualitativ ganz hervor­ragende Getreide zu einem Preile abzulassen, der die Gestehungskosten kaum bedt. In der allge­meinen llnzusriedenh:tt über den Tiefstand der Drotgetreidepre.se werden schon Meinungen laut, man tue kluger, den Weizen yx verfüttern, anstatt auf das Anziehen der Preise zu warten. Das Abwandern des Brotgetreides in die Futtertröge wäre aber sehr zu bedauern, da es gesteigerte Einfuhr ausländischer Erzeugnisse zur FÄge hätte. Man ist geneigt, die mangelnde Dachfrage auf einen Rückgang im Deichrauch Don Weizen- und Roggenbrot zurückzufuhren.

KreiS Schotten.

)( RuppertSbura. 27. Sept. Dn Kar­toffelernte isi eben hier in vollem Gange. Der Ertrag vst ein guter. Befonberi gut scheinen de ObentooLber Dlauen geworden zu sein. Gast­wirt Wagner zeigte dem Schreiber dieser Zei­len eine solch« Kartoffel, die 5 Gramm weniger alS 2 Pfund wog. Änolien von l1/» Pfund Ge­wicht sind leine Seltenheit.

T OberlaiS, 27. Sept. Die Wahl der Kirchengemeindevertreter des Kirch­spiels Oberlais-GlaShütten ist für nächsten Sonn­tag angesetzt worden. Da nur ein Wahlvorschlag in beiden Gemeinden eingereicht ist, unterbleibt die Wahl. In Oberlais sind die bisherigen 18 Ge­meindevertreter damit wieder gewählt In Glas­hütten sind neugewäblt Lehrer L e h m « r und Beigeordneter Grk. Glashütten Hal 12 Kirchen- gemeinde Vertreter. Im nächsten Jahre feiert der hiesige Gesangverein .Lieder­freund" das Fest seines 25jährigen Be­stehens. Der Derrin wurde im Jahre 1904 von dem damaligen Lehrer Mohr jetzt in Dieder-Erlenbach ins Leben gerufen. Bei der diesjährigen Aepfelversteigerung der Gemeinde wurden im ganzen 7,20 Mark er­zielt. während in früheren Jahren einige hundert Mark erlöst wurden. Auch in den Gemeinden der Umgebung hat cs kaum Aepfel gegeben.

T Sichenhausen, 27. Sept. Hier starb der in weiten Kreisen des Vogelsberges be­kannte StaatSsörster L R. Louis Strauch. Förster Strauch war über dreißig Jahre hier im Dienst, vorher war er einige Jahre im benach­barten BreungeShain. Gr war hier der Dachsvlg« seines DaterS; sein Dachfolaer ist wiederum fein ältesten Sohn LouiS. der bald nach dem Krieg in das neuer baute Forst hauS bei Kaulstoß einzog.

T Herchenhain. 27. Sept. Fruchternte, Grummeternte, Kartoffelernte reichen sich inr diesem Jahre die Hand. Gs hat keine Atem­pause geben können. Erfreulicherweise steht auch unserem, in Hessen am höchsten gelegenen Dorf eine gute Kartoffelernte bevor. GS gibt viele unb schöne Kartoffeln. Zum erstenmal sieht man in diesem Jahre auf den Kartoffeläckern drei Kartoffelerntemaschinen. Da die Arbeits­kräfte gerade hier sehr rar und auch nicht billig sind, bedeutet die Anschassung eines AuSmacherS ganz beträchtliche Grsparni !e bei der Grote, zu­mal auch die Arbeit sehr schnell von der Stelle geht.

Kreis Alsfeld.

te* Alsfeld, 27. Sept. Im Zeichensaale bet hiesigen Ober-Realschule sind bk Ergebnisse deS Zeichen - und Malunterrichts tn sämt­lichen Klassen und der jüngsten Zett unter bet Leitung des ReaUehrcrs Dotier zu einer Aus­stellung vereinigt. Was der Ausstellung ihr besonderes Gepräae verleiht, ist der aus einem großen Teil der Arbeiten erkennbare Trieb bet Zeichner, aus eigenem Grieben und Empfinden

einigt, um ihn zu stellen? Er fühlt« sich jäh er' nüchtert, als hätte man ihm einen Kübel kalten Wassers über den erhitzten Kopf gegossen.

Eine zierliche Gestatt strich an ihm vorbei, ging wieder zurück unb blieb endlich vor ihm stehen. Er erkannte die Klavierspielerin.

.Kann ich Ihnen mit etwa» bienen?* fragte «r höflich, wie er eine Dame ber Gesellschaft gefragt hätte.

Sie schien verlegen.Ja,* sagte sie bann Äpgemb, tun Sie io etwas nicht wieder. Ich mein« Da» mit dem Spiel vorhin. Der Geiger ist ein armer Kerl, unb, wenn man sieht, daß er nicht» taugt, wird er womöglich entlassen."

,/3d) werd« es verhindern", sagte er schnell.

Danke. Ich wußte es." Darum blieb sie eigent- lich nach stehen? Worauf wartete sie noch? Plötzlich begriff er, daß sie auf ihn wartete.

Nach einem langen Blick in ihr hübstde«, müde» Gesicht fragte er vorsichtig:Darf ich Sie be­gleiten?"

Sie antwortete nicht gleich. Ihre Blicke schweif­ten die Straße empor, zum Warenhaus. Grotteck folgte ihrem Blick unb glaubte zu seinem Erstau­nen, Kiewening dort flehen zu sehen.

Da antwortete sie schnell:5a, Sie dürfen."

Eine Weite gingen sie stumm nebeneinanbei her. Natürlich war ber Detektiv oben nicht zu sehen. Er hatte ja auch schon vor einer halben Stund« das Alcazar oerlaifen unb lag schon in ben Federn, von neuen (Erfolgen de» Lkolu» träumend. Es war nur eine Täuschung seiner erregten Nerven ge­wesen.

Sie dürfen nicht schlecht von mir denken", be­gann sie plötzlich. ..Aber ich bin so allein." E» klang demütig unb schutzsuchend.

Vch denke auch nicht schlecht von Ihnen. Ich bin Diel zu eingebildet, um jemand gering ,yu achten, der meine Gesellschaft will. Ist da» nicht klar, Fräulein ...?"

Ich heiße Matthä. Matthä Rebmann. Rein, Sie brauchen sich mir nicht oorzustellen", setzte sie eifrig hinzu, al» er ben Hut zog.

Sie atauben natürlich ich würbe einen falschen Namen sagen, wie? Sie scheinen trübe Erfahrungen gemacht zu haben."

(Fortsetzung folgt.) ,